Über die Zoraï-Hochzeit

Added by Zhoi over 6 years ago

Diese Niederschrift ist eine Übersetzung eines Gesprächs mit Nuani Lei, dem leitenden Blumenmädchen bei einer Hochzeit in Zora. In der Bibliothek ist das Original im Ablage-Regal [[http://atys.ryzom.com/projects/puben/wiki/C_A_Zorai_Wedding]] zu finden.

"Hallo da, Nuani, und danke dir, daß du die Zeit erübrigen kannst, mit mir zu sprechen."

"He, das ist kein Problem. Während ich das mache, brauche ich meine Hausarbeit nicht erledigen!"

"Äh, gut, vielleicht könntest du damit anfangen, etwas vom Hintergrund hinter der traditionellen Zoraï-Vermählung zu erklären?"

"Klar doch! Bei uns Zoraï'i mögen die älteren Leute diese Dinge, weil sie die Verhältnisse stabil halten - obwohl eine Eheschließung etwas anderes ist als die Kami-Erleuchtung und die religiösen Angelegenheiten. Es soll auch dazu gut sein, um das andere Geschlecht besser zu verstehen. Aber ich kann nicht einsehen, wie jemand glauben kann, daß das möglich sein soll, wenn er schon mal meinen Bruder getroffen hat!

Wie auch immer; Verständnis jeder Art ist positiv und und hilft uns allem auf dem kamischen Pfad, vermute ich. Die Braut und der Bräutigam müssen miteinander ewig lang verlobt sein - mindestens drei Jahreszeiten - und sie sollten aufeinander achtgeben in dieser Zeit. Der Verlobte sollte eine Jahreszeit lang alle Arbeit übernehmen, dann die Verlobte, danach sollten beide gemeinsam die Verantwortung übernehmen.

Wenn alles ganz furchtbar schiefläuft, können sie sich scheiden lassen, aber das ist sehr teuer und die Leute billigen das immer noch nicht wirklich."

"Gibt es einen formellen Tag für die Hochzeit?"

"Oh ja, das Datum der Heirats-Zeremonie wird danach festgelegt und fällt normalerweise auf den Quinteth (fünfter Tag der Woche, die sechs Tage hat; der sechste - der Holeth - ist ein Tag der Gebete). Trauungen dürfen nicht am Holeth gefeiert werden, dem Tag von Ma-Duk, oder während der Gedenkwoche - das wird als extrem schlimmes Unglück angesehen."

"Und die Zeremonie?"

"Nunja, die Vermählung wird durch einen erfahrenen und respektierten Homin durchgeführt, üblicherweise ein Magier, der die Urwurzeln kennt und weit gereist ist. Wenn sie ankommen, haben die Gäste die offizielle Einladung am Eingang zum Heiligtum vorzuzeigen. Der Bräutigam und die Braut verbringen Wochen damit, kleine Geschenke zu fertigen, die sie als Einladungen aussenden. Alles erfüllt diesen Zweck, solang es nur traditionelles Zoraï-Handwerk ist.

Wie auch immer, nachdem der langweilige Teil vorbei ist, wird jeder in der Stadt zum Fest eingeladen. Natürlich sind wir Zoraï nicht so materialistisch wie manch andere Leute, aber Geschenke sind immer willkommen, wenn man ein neues Zuhause einzurichten hat. Unsere Ehebündnisse sind nicht speziell religiös, also ist es dem Paar überlassen, wie sie die Zeremonie genau haben möchten. Sie kann auch überall abgehalten werden, von der Gildenhalle bis zum Kami-Heiligtum.

Die eine Vermählung, bei der ich letzte Woche war, wurde im Schloß von Zora abgehalten, eine sehr hübsche Lokalität für die Feier danach. Die Braut und der Bräutigam stellen füreinander Ringe her, die wir auf dem Zeigefinger tragen, denn uns wurde gelehrt, daß das der Finger ist, der mit unserer Seele verbunden ist. Lebens-spendende Ringe sind eine schöne Geste, um die Langlebigkeit der Ehe zu versinnbildlichen.

Irgendjemand bringt auch immer ein Ernte-Werkzeug mit. Das soll Atys selbst symbolisieren; und - naja, du weißt schon: Fruchtbarkeit. Man macht für gewöhnlich ein wenig Spaß damit später; wir stopfen eins davon ins Hochzeitsbett! Andere Gegenstände, die die Leute bringen, sind von den Trauzeugen gekaufte seltene Urwurzel-Materialien, um die Vielfalt des Lebens zu zeigen, und wie wir auf Atys angewiesen sind. Und die Braut macht dem Bräutigam eine Kombination von violetten Zoraï-Kleidungsstücken. Ich bin nicht sicher, ob das dazu dient, zu verdeutlichen, wer die Hosen anhat!"

"Wenn wir beim Thema Bekleidung sind, was ist die Kleider-Ordnung für die Heirat?"

"Ooooh, tja, die Kleidung ist immer farbenfroh selbstverständlich, niemand trägt Schwarz. Wir alle machen uns mit unserem besten Schmuck hübsch und lassen uns auch noch neue Tattoos auf die Masken malen. Traditionellerweise trägt die Braut eine kunstvolle Frisur für diese Gelegenheit, und einviolettes Kleid. Der Bräutigam beginnt, indem er nur ein Lendentuch trägt, aber die Braut reicht ihm die violette Kleidung, die sie gemacht hat, um zu zeigen, daß sie nun ein Paar sind. Im Gegenzug offeriert er ihr sein Erntewerkzeug.

Alle Gäste sitzen in einem Kreis rund um den diensthabenden Homin herum, und die Blütenmädchen streuen Blütenblätter auf den Boden rundum. Der Bräutigam kommt zuerst auf seinem Reit-Mektoub, er trägt nur das Lendentuch oder in einfacher Wäsche. Seine Freunde und seine Verwandtschaft ziehen ihn ins Zentrum des Kreises, wo seine Braut sich ihm anschließt, die normalerweise ein paar Minuten zu spät kommt. Dann haben sie den Zeremonie-Teil, oh, und am Ende baden sie einander im Licht von Ma-Duk - dieser Abschnitt bringt mich immer zum Weinen - dann ist es Zeit zu feiern!

Für gewöhnlich werden einige Freunde ein neues Lied komponieren oder einen Tanz bei der Feier aufführen - oft, während die Gäste ihre Gratulationen an das Paar überbringen. Sie starten den Tanz und die Festlichkeiten dauern im allgemeinen die ganze Nacht an!"

"Nuani, danke dir für deine Einblicke in die Zoraï-Heirats-Überlieferungen."