Lylaneas Wege.

Added by Lylanea over 5 years ago

(OOC: Alle früheren Begebenheiten sind hier http://forums.ryzom.com/showthread.php?t=15561 nachzulesen.)

Müde wischte sich Lylanea mit der rechten Hand den Regen aus den Augen. Die unbewusste Bewegung hinterließ braune Schlieren feuchter Erde, vermengt mit grünlichem Sap und feinen Fasern aus dem Loch im Boden vor ihr in ihrem Gesicht. Der strömende Regen wusch sie allerdings sogleich wieder fort. Hoch über der durchnässten Matis ächzten und knarrten Atys' titanischen Äste lang und tief dröhnend im Sturm.
Es wurde immer kälter und die schweren Wolken am Himmel verhießen nichts gutes. Das Wetter in diesem Herbst war schauderhaft, aber die Verantwortung die die Homins von Neu Matia trugen, trieb sie hinaus um immer mehr Material zu sammeln. Lehm, Schilfrohr und -Blätter, starkes Harz, Holz und viele andere Dinge mussten beschafft werden, um die neuen Beobachtungstürme fertig zu stellen. Die Bauarbeiten waren schon fast beendet und sie hoffte, dass die Homins von Atys das von ihren Herrschern gesetzte Ziel noch rechtzeitig erreichen würden.
Eine Phalanx von großen, sicheren Lagern mit wehrhaften Türmen und Soldaten, die den Umkreis und die Region patrouillieren würden um vor Angriffen der Kitin zu warnen. Und so schuftete sie, wie so viele andere Siedler der Neuen Land. Lange Tage grub sie die die dünne Mutterbodenschicht über der harten Borke von Atys um, bis die Taschen ihrer Packtiere zum bersten voll waren mit dem benötigten Baumaterial. Um an einem anderen Tag dann wieder, vom Hauptlager aus, wo die Materialien verpackt und den einzelnen Camps zugewiesen wurden, die Reise durch ihr Heimatland zu wagen. Ob bei Regen oder Sonne. Es war egal, die Lager mussten fertig werden. Und so sah man immer wieder einzelne und Gruppen von Homins auf ihren Reittieren dahin eilen, einzelne Raubtiere ignorierend, oder große Bögen schlagend um ganzen Rudeln auszuweichen. In allen Reichen der Neuen Lande herrschte eifrige Geschäftigkeit.

Diese Quelle war leer. Das Harz lief nur noch schwach aus dem dunklen Holz der Mutterpflanze. Sie wandte sich um und betrachtete mit geübtem Auge die weiteren Quellen um sich herum. Hier und da schimmerten Schuppen trübe im fahlen Herbstlicht und dort rieselte feiner Staub aus einem Spalt im Holz, der allerdings im Regen schnell zu einer breiigen Masse wurde.

Seufzend konzentrierte sie sich und versuchte den Regen der in ihren Kragen lief und die beißende Kälte der Luft für den Moment zu ignorieren. Ihre geschundenen und kalten Hände vor dem Bauch gefaltet, rief sie gedanklich das Sap in ihren Adern an, und spürte schon bald das vertraute und nicht unangenehme Kitzeln an den Handflächen und Fingerspitzen, als der kostbare Saft aus ihren Poren austrat und sich dort sammelte. Zwischen ihren verschränkten Fingern begann es grünlich zu leuchten und geschickt griff sie die leicht dickflüssige Masse mit der oberen, rechten Hand und warf sie mit einer schnelle Bewegung aus dem Handgelenk im weiten Bogen um sich herum auf den Boden. Dort wo die energiereiche Flüssigkeit die Krume berührte entfaltete sie ein blitzschnelles Eigenleben und floß in die Tiefe und Breite. Mit einem deutlichen Knallen stiegen große Blasen aus dem verflüssigten Boden hervor und platzen auf, kleinere stiegen schimmernd in die Luft und blubbernd warfen die Quellen ihren Inhalt an die Oberfläche. Ah, dort sah sie einige rötliche Schlieren von Harz, wunderbar.
Grade wollte sie sich niederknien und mit der Arbeit beginnen als eine Stimme hinter ihr das Prasseln des Regens übertönte.

„Lyl!!“

Samtpfote, ihr Gildenbruder kam aufgeregt herangelaufen. Keuchend kam er vor ihr zum stehen und stützte die Arme auf die Oberschenkel um Luft zu holen.

„Was ist denn? Sind Dir Cuttler auf den Fersen?“
Die flinken, großen Raubtiere machten auch vor Homins nicht halt und in diesem Teil der Schluchten des „Ketzers Unterschlupf“ trieben sich einige von ihnen herum.
„Viel... schlimmer....“, keuchte ihr Freund, „Die Kitin, sie schwärmen aus!“

„Was?! - Oh, nein. Nicht jetzt...“

Als die beiden Gefährten in Yrkanis am Altar des Karavan materialisierten, vielen die ersten Schneeflocken vom Himmel. Flüchtig verbeugten sich die Matis vor dem Botschafter des Karavan und Verkünder Jenas der dort unbeirrt stand und das Treiben um sich herum durch seine spiegelnde Maske hindurch stumm beobachtete. Er nickte den Homins zu, dies war alles was man von ihm erwarten konnte. Doch nahmen die beiden Mitglieder der Anima Jena dies schon gar nicht mehr wahr, sie rannten so schnell sie konnten zu ihren jeweiligen Heimstädten und kleideten sich für den Kampf.

Bald schon fanden sie sich in Begleitung ihrer Freundin Sasura am neu entstandenen Lager in der Nähe der Höhlen des Zorns wieder und blickten auf das Gewimmel hinab. Aschfahle, bleiche Panzer schimmerten in der Abendsonne, der Regen hatte nachgelassen und war Schneefall gewichen. Schon begann eine dünne Eis und Schneeschicht den Boden zu bedecken und ließ ihn trügerisch werden.
Dies schien die Insekten allerdings nicht zu stören, die zu Hunderten die Ebene füllten und ihr Brüllen und Schnattern ließ die Luft erzittern.

„Es sind nicht so viele auf einmal wie in den Urwurzeln.“ bemerkte Sasura.
Lylanea nickte nur zustimmend. Die jüngere Matis hatte viel gelernt seid sie, kurz vor dem Angriff in den Tiefen, von Silan nach Neu Matia gekommen war.

„Dann lasst uns diesen Vorteil nutzen solange er noch besteht.“ Ließ sich Samtpfote vernehmen und ungestüm wie er schon immer gewesen war, stürmte er den Hügel hinab auf die erste Gruppe der mannshohen Bestien zu, seine elegante Krop Pike zum tödlichen Stoß erhoben.

Lylanea und Sasura sahen sich kurz an, zuckten dann mit den Schultern und rannten mit blitzenden Magieverstärkern hinter ihm her.

Für die Homins!
Nieder mit den Bestien!


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RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 5 years ago

Lylaneas Schwert hieb auf den grauen Panzer des massiven Kipuka ein und hinterließ eine kaum wahrnehmbare Delle in ihm. Diese Biester waren verdammt hart gepanzert.
Neben ihr raste das königliche Zepter-Schwert seiner Hoheit König Yrkanis herab und richtete auch nicht viel mehr Schaden an, aber das war egal. Die Kräfte der Homins wurden angespornt allein von der Präsenz ihres Königs.
Der mitten unter ihnen, Seite an Seite und Rücken an Rücken, gegen die Invasoren kämpfte und so wenig Gnade gegen den Feind zeigte wie ein jeder von ihnen.

In seine schwere, blattgrüne Rüstung gehüllt lief König Yrkanis den Seinen voraus, dem Feind entgegen.
Nur kurz zuvor hatte er die Matis für ihre Bemühungen und ihre Ausdauer während des Lagerbaus gelobt und ihnen Mut zugesprochen.
Denn nur die Hälfte der Lager waren vervollständigt worden. Schreckliche Explosionen hatten drei der sechs Baustellen erschüttert und alle Bemühungen zunichte gemacht. Man munkelte von Sabotage, durch Kamisten, die Marodeure, oder gar dem Schwarzen Kreis, womöglich war auch ein fehlgeschlagenes Experiment schuld an den verherenden Feuern.
Niemand wusste wirklich mehr. Und so bald würde auch niemand etwas herausfinden. Der Weg zu den Baustellen war überlaufen von Kitin, denen nach Homin-Blut dürstete.
Zornig und frustriert hatten die Matis sich auf dessen Ruf hin, zur Audienz ihres Königs eingefunden und ihm Gehör geschenkt.
Doch seine Worte waren nicht die eines geschlagenen Monarchen. Nein, sie entfachten den müden Geist, lenkten die Wut und den Zorn in die rechten Bahnen und einten die Anwesenden unter seiner glorreichen Führung.
Gegen den wahren Feind, die Kitin.

Die flammende Ansprache wurde übertroffen von seinem Aufruf ihm jetzt und hier zu folgen. In den Kampf. Die anwesenden Vasallen waren zunächst überrascht, doch alsbald folgten sie ihrem König in die Schlacht.

Ein kleines Kader von Homins unterstützen die Leibgarde des Königs in ihren Bemühungen ihn zu schützen. Darunter auch sie selbst.

Ihr Respekt für den König wuchs mit jedem Hieb den er ausführte und mit jedem Tropfen Schweiß, der seine Stirn hinab rann. Natürlich wusste sie das er in jungen Jahren schon gegen die Fyros und seinen verräterischen Onkel Jinovitch, den Mörder seines Vaters, gekämpft hatte, aber dennoch war sie zutiefst beeindruckt von seinem Können und seiner Ausdauer im Zweikampf mit den Bestien.
Das große, königliche Zepter-Schwert war mit Sicherheit nicht einfach zu führen, war es doch beinahe so groß wie der König selbst und seine zwei großen Klingen sonderten ständig Ströme von grünem Gift ab. Wo sie die Panzer der Bestien durchbrachen tranken sie das Blut der Monster und konvertierten es in immer neues Gift, das die getroffenen Insekten zu Boden rang, auch wenn ihre Wunden nur oberflächlich waren. Hoch schwang er die Klingen über seinen Kopf und ließ sie umher sausen, als ob die Waffe nicht mehr wiege als eine Feder.
Mehr als einmal während der Stunden das Kampfes rettete ein Hieb von ihm Lylaneas Leben und das Anderer. Und ebenso oft konnte sich jeder Homin der bei ihm stand dafür revanchieren. So zahlreich waren die Monstren, die auf sie einstürmten. Immer wieder deckten die Homins einander den Rücken, oder schlugen Klauen und Mandibeln aus dem Weg, die der verletzlichen Hülle eines anderen zu nahe kamen.
Um sie herum tobte ein magischer Sturm. Die Homins entfesselten die ihnen inne wohnenden Mächte des Saps und ihre grazilen Bewegungen wollten fast unpassend wirken inmitten von so viel Grauen und Tod. Doch dieser Tanz den die Magi aufführten war entweder tödlich für ihre Gegner, oder rettend für einen verletzten Freund. Springend und sich drehend, verteilten die Homins Tod und Leben um sich herum und die magischen Energien erfüllten die Luft mit dem scharfen Geruch des geladenen Sap, verbranntem Insektenfleisch und dem Blut der Kreaturen. Immer wieder war der Schlachtruf der Matis zu hören:
„Jena Ayie! Yrkanis Ayie! Maita Ayie!“
Gesegnet sein Jena! Gesegnet sei Yrkanis! Gesegnet sei Matia!
Nieder mit den Bestien! Für die Homins!

Schließlich erreichte man das neu errichtete Lager dieser Region, welches inmitten der Schluchten der Torbak Hügel erreichtet worden war. Gut zu verteidigen und von den Kuppen der Hügel aus hatte man einen guten Blick über die darunter liegenden Ebenen. Nach Süden reichte der Blick bis hinüber zum Unglückstunnel genannten Kitin Bau und nach Norden bis zu den Klippen der höher gelegenen Region der Verborgenen Quellen. Nach Osten konnte man über die Niederungen des Hains der Verwirrung blicken und nach Westen erstreckten sich die Hügel der Abtrünnigen. Ein gut gewählter Platz.
Doch der Anblick der sich den Homins bot, ließ ihnen das Blut in den Adern gefrieren.
Die Ebenen waren übersät mit den bleichen Leibern der schrecklichen Wesen aus den dunkelsten Tiefen der Urwurzeln und zwischen ihnen liefen, fast verloren wirkend, noch farbige Vertreter ihrer Rasse einher, die ebenso erpicht darauf waren alles was ihnen vor die Mäuler und Klauen kam zu töten. Aus dem Bau in der Ferne strömten sie heraus und ergossen sich in die Ebene. Und so manch Homin war der Verzweiflung nah, ob dieser Übermacht.

Doch dann sprach Yrkanis seinen Untertanen erneut Mut zu, rief sie auf nicht aufzugeben und für ihre Freiheit und die ihrer Nachkommen zu kämpfen. Für alles was ihnen lieb und teuer sei und Atys zu zeigen das Matis niemals aufgeben!
Nachdem man neue Kräfte geschöpft hatte, stürmte man erneut hinaus um die Zahl der Bestien zu dezimieren. Zwei Armeen prallten aufeinander, die nur die gegenseitige Vernichtung im Sinn hatten. Die relativ kleine Armee der Homins gegen die Massen über Massen von Kitin.

Doch hatten die Homins den Vorteil ihrer Magie und ihrer Taktiken.
Eng beieinander, so das die heilenden Energiebänder der Magi sie alle erreichen konnten, stürmten sie vor. Und sobald sich eine Wunde auftat, so schloss die heilende Magie sie gleich wieder und ließ den Kämpfer erneut erstarken um seinen Feind nieder zu strecken. Hellblau flackerten die Bälle aus Energie über den Köpfen der Homins und zerbarsten mitten unter ihnen. Heilung und Mut mit sich bringend.
Fauchend und Brüllend, fast wie die Monster die sie töteten, donnerten die von Homins geworfenen Kampfzauber durch die Reihen der Insekten und hinterließen nur Tod und Zerstörung.

In all diesem Chaos, focht stumm Yrkanis an der Seite seiner Untertanen. Nickte kurz entschlossen und dankbar wenn er bemerkte das der Schwertstreich eines Homins ihn vor Schmerz oder schlimmerem bewahrt hatte und kämpfte dann verbissen weiter. Bis man den den Rand des Waldes erreichte und die enge Tiefebene des Majestätischen Gartens. Offeneres Gelände in das sich die Kitin wohl trotz ihrer großen Zahl noch nicht hinein wagten. Aber, dieser Tag würde in Bälde kommen. Dessen waren sich die Homins sicher. So sie denn nicht diese letzte Grenze verteidigen könnten und den Feind wenn nicht zurückdrängen, doch wenigstens aufhalten könnten.
Auch weiter Südlich, im Vergänglichen Garten, so hörte man versammelten sich massive Kitin Verbände. Somit würde einmal mehr ein Zwei Fronten Krieg in den Grünen Anhöhen ausgetragen werden.

Zu allem Überfluss musste auch noch die Versorgung der Lager aufrecht erhalten werden. Die dort stationierten Soldaten der königlichen Armee würden ohne Vorräte nicht lange standhalten, somit waren Botenritte von Nöten, mitten durch die Schwärme riesiger Insekten.
Lylanea nahm sich vor so bald es ihr Möglich war dafür zu sorgen das dies geschähe. Sie würde wie zuvor alles daran setzen, das ihr Volk dem Sturm standhielt. Sie würde ihre geschundene Hände in Atys Borke schlagen und würde wahrscheinlich erneut treue Reit- und Packtiere auf den Wegen verlieren, aber sie würde sich nicht aufhalten lassen.

Für die Homins!
Nieder mit den Bestien!

RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 5 years ago

Einmal mehr hatten sich kleine Gruppen von Homins hinaus gewagt um die Bedrohung zu bekämpfen. Diesmal hatten die Wildnissläufer der Atys-Rangers Gilde Informationen gebracht, die von besonderer Wichtigkeit waren. Sie hatten erkannt von wo die Bestien aus ihren Weg in die Länder fanden und wo ihr Nachschub auflief um von dort aus tiefer in die Regionen vorzudringen.
Also, riefen die Führer der Nationen erneut ihre Untertanen dazu auf die Bestien direkt anzugreifen.
Zwei Gruppen wurden in Matia aus den Wenigen die sich für dieses gefährliche Unterfangen bereit erklärten gebildet. Eine Gruppe der weniger erfahrenen Magi und Kämpfer, sollte unter Führung seiner Königlichen Hoheit persönlich und seiner Leibgarde die Region des Vergänglichen Gartens von den Kitin säubern.
Eine andere Gruppe, aus erfahrenen Homins bestehend, würde in das Herz des Hains der Verwirrung vordringen um dort die stärksten der Monster zu vernichten.

Angesichts der Zahl der Freiwilligen und der riesigen Überzahl der Kitin kamen Zweifel am Erfolg dieser Unternehmen in Lylanea auf, doch wendete sich alles zum Guten. Dank dem taktischen Geschick und der unerschütterlichen Kampfkraft der Homins aller Länder.

Sie selbst schloss sich der Gruppe die von Sorum, der Anführerin der „Jünger Jenas“, geführt wurde und in den Hain aufbrechen würde.
Dort angekommen fielen die Blicke der Homins zunächst auf Massen von bleichen, Chitin gepanzerten Leibern, die sich dicht an dicht über der Borke drängten und ihre Herzen sanken. Doch dank des taktischen Geschicks der alten Kriegerin schaffte man es ein ums andere Mal kleine Gruppen der Monster vom Hauptverband ab zu spalten und sich ihrer zu entledigen.
Die Kämpfe waren hart und immer wieder drohten die Kitin die Gruppe von knapp 20 Homins zu überrennen, doch mit verbissenem Mut und unbändiger Kraft gelang, nach stundenlangem Kampf das nicht möglich geglaubte.
Die schier endlosen Reihen der Insekten lichteten sich.
Verbissen kämpfte man weiter. Hieb um Hieb, Zauber um Zauber wurden es weniger Monster und Lylanea konnte sich nicht erinnern, jemals so viele von ihnen getötet zu haben.

Wie hatte sich die Welt seid ihrer Ankunft in den Neuen Landen verändert.
Damals war es ihr gerade möglich gewesen bis zum Turmbrückenweg vorzudringen, als die Bestien das erste Mal in ihrem Beisein zuschlugen. Sie hörte nur Geschichten von den Heldentaten der großen Krieger dieser Zeit und malte sich aus wie es wohl sein würde, wenn sie selbst einmal derart mächtig wäre um den Kitin mit ihrem Schwert und ihrer Magie ohne Furcht gegenüber zu treten. So wie diese Homins es taten.
Als die Monster ein weiteres Mal zuschlugen, war sie zwar stärker und Geschickter geworden, doch lang nicht genug um wirklich von Nutzen zu sein. Das war gewesen als diese bleichen Kitin aus den Tiefen das erste Mal aufgetaucht waren. Zwar konnte sie sich weiter hinaus wagen, aber dennoch war ihre Macht noch zu klein um die wirkliche Herausforderung anzunehmen. Und ohne Angst in den Krieg zu ziehen.

Diesmal war ihre Macht nicht mehr weit von ihrem Zenit entfernt und ihr Umgang mit Lang und Kurzschwert beinahe Meisterhaft und sie hatte sich geschworen die Bestien aus dem entlegensten Teil Neu Matias zu vertreiben, aber dennoch hatte sie Angst.
Beim Anblick jeder Gruppe weiß, bläulicher Albino Insekten die auf sie und ihre Gefährten zu stürmte, blieb ihr Herz beinah stehen, nur um dann Augenblicke darauf beinahe vor Anstrengung aus ihrer Brust zu springen.
Diesmal hatte sie Kurzschwert und Schild zum Kampf gewählt, da sie damit schneller und präziser war, als mit dem großen Blattschwert. Doch gegen Insekten die beinah dreimal so groß waren wie sie selbst, schien ihr die Waffe wie ein der Stachel einer Biene, kaum gefährlich, unnütz und lachhaft.
Krachend schlugen die Krallen der Monster auf ihren Schild und nur mit größter Kraftanstrengung konnte sie die Angreifer daran hindern es ihr vom Arm zu reißen. Und wahrscheinlich den Arm gleich mit aus dem Schultergelenk.

Sie stemmte sich gegen den massigen Körper eines großen Kipuka, der kreischend über ihr zusammenbrach, als die Luft um ihn herum gefrohr, sein Blut zu Eis erstarrte und die Spitze eines riesigen Eiskristalls ihn von unten durchbohrte. Sie hatte keine Ahnung wer diesen Zauber gewirkt hatte, doch sie dankte Jena für jeden Magus der hier an ihrer Seite focht.
Die Hauptaufgabe der schwer gepanzerten Nahkämpfer war es, die Bestien davon abzuhalten die Magi zu erreichen. Mit all ihren Äxten und Schwertern richteten sie kaum Schaden an den harten Schalen der Insekten an, doch dem Sap der Magi hatten sie nichts entgegen zu setzten. Manche der Monster waren zwar auch resistenter gegen Magie, doch waren diese wiederum nicht so hart gepanzert. Einem Kincher kam man am besten Bei indem man seine dürren Beine unter seinem Körper hinweg hieb. Doch die lähmenden elektrischen Entladungen die diese Bestien produzieren konnten, waren auch für eine schwere Rüstung zu viel.

Das brennende Sekret der fliegenden Kipesta, fraß sich durch härtestes Holz, eben so wie Stoff und Haut, und die schnellen, schlanken Libellen-artigen Wesen huschten über den Köpfen der Homins hin und her. Immer auf der Suche nach einer Möglichkeit ihre tödliche Ladung zu versprühen.
Immer wieder sah sie Flammen auf die Truppe herab regnen.
Sie wuchtete den Kadaver des Kipuka mit einem Ächzen von sich fort und dieser krachte zu Boden, als ein fürchterlicher Schmerz ihre Linke Schulter durchfuhr. Sie schnellte herum und spürte zu spät das Gewicht des Insekts dessen Stachel durch ihre Bewegung nun wieder aus der Wunde gerissen wurde. Der Schmerz war kaum auszuhalten. Dann war die Kipesta auch schon wieder über ihr. Schwebte mit blitzschnell bebenden Flügeln genau vor ihr. Das Biest war länger wie die Matis groß war. Sein grausiger, augenloser Kopf fuhr auf und ab vor Lylaneas Helm, wie um etwas zu suchen und aus ihrem weit geöffnetem Rachen klangen quietschende, schrille Geräusche. Der Hinterleib der riesenhaften Libelle peitschte erneut nach vorn um einen weiteren Stich durch die harte Rüstung zu setzen, doch diesmal gelang es der Kriegerin den Angriff mit dem Schwert zu parieren. Ihr Schild hing nutzlos an ihrem betäubten Arm. Und nur mit Glück schaffte sie es einem weiteren Stich zu entgehen.

Dann wurde ihr mit einem Male warm und leuchtende Runenbänder aus Energie legten sich um ihren Körper. Funken stieben auf und blendeten beinah ihre Sicht, doch verschwand die Taubheit aus ihren Gliedern und neue Kraft durchströmte ihren Körper.
Sie wusste nicht welcher ihrer Mitstreiter diesmal für ihre Rettung verantwortlich war, doch kaum spürte sie das ihr rechter Arm wieder gehorchte, donnerte sie den Schild von unten gegen den Schädel der riesigen Libelle, duckte sich darunter und rammte ihr Schwert in den Hinterleib des Insekts, der so breit war wie ihr eigener Oberkörper. Sie riss es nach vorn und schnitt die Bestie der Länge nach auf. Wie ein toter Ast fiel diese zu Boden, zuckte noch einige Male und blieb liegen.
Es blieb jedoch keine Zeit zum Verschnaufen.
Einige Schritte entfernt sah sie einen Krieger in einer schweren, schwarzen Rüstung nach Art der Tryker in arger Bedrängnis von zwei unförmigen, aber nicht minder gefährlichen Kinrey.
Brüllend rannte sie auf ihn zu und lenkte mit gezielten Hieben eines der Monster von ihm ab.
Der Kampf tobte über den gesamten Talkessel und dauerte Stunden.

Immer einmal in kurzen Pausen des Geschehens, rief jemand der mittels der Karavan Technologie Kontakt zur Gruppe um den König hielt wie es um diese Stand. Die jungen Homins schlugen sich hervorragend und Stolz erfüllte alle „alten Krieger“ die hier um das Schicksal ihrer Heimat fochten. Stolz darauf das sich diese ehemaligen Flüchtlinge, genau wie sie bereit gefunden hatten, ihrem König zu dienen und das eigene Leben für das ihrer Landsleute aufs Spiel zu setzten. Eines Tages würden sie womöglich Seite an Seite hier, oder an anderer Stelle von Atys kämpfen und würden an diesen Tag zurückdenken, an dem sie dich der Herausforderung gestellt und Obsiegt hatten im Angesicht einer Übermacht.
Auch aus den Seenländern, der Wüste und dem tiefen Dschungel der Zoraï trafen Meldungen ein. Besonders in Zoraï waren die Kämpfe schwer und die Anzahl der Homins gering die zu den Waffen griffen. Ihr Erfolg war ungewiss.

RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 5 years ago

Wieder einmal legte Lylanea langsam und mit schmerzenden Gliedern, die einzelnen Teile ihrer wertvollen Erouk'An Rüstung ab.
Das lackierte Holz schimmerte rot und wies, zu ihrem Erstaunen, nur wenige Kratzer auf. Der seidenweiche Stoff der unter den Rüstungsteilen den Körper bedeckte war so geschmeidig wie eh und je und hatte ebenso wie die harten Teile nur einige wenige Verunreinigungen durch Kitin Blut und kaum Schäden davon getragen.

Bewundernd strich sie vorsichtig über den Helm und hielt ihn ins Licht ihrer langsam vor sich hin blubbernden Algenlampe. Seine Form war ungewöhnlich für die bekannten Werke der Homins der Neuen Länder. Die Marodeure denen die Pläne zur Herstellung dieser Rüstung abgenommen worden waren, verstanden sich wahrlich auf besonderes Handwerk. Rundlich war er, mit einem breiten Nackenschutz und einem engen Sehschlitz, der von einer Bernsteinplatte geschützt wurde. Das „Gesicht“ des Helms erinnerte Lylanea oft entfernt an das eines erstaunten Fisches. Zwei Atemfilter lagen jeweils an den Wangen an und sorgten für erstaunlich freies Atmen im Kampf. Überhaupt waren die Formen des Erouk'An Rüstungen überaus geschmeidig und Körper-betont. Sie liebte diese Rüstung und war froh, dass sie sie für diesen Kampf gewählt hatte. Ihre normale, lebende Kara Parok Rüstung hätte, obwohl sie schwerer war als diese und ihr sonst gute Dienste leistete, diesen Tag wohl kaum so gut überstanden.

Ehrfürchtig hängte sie den Helm an seinen Platz auf dem Rüstgestell und begann die Schnüre der Armschienen zu lösen. Dabei wanderten ihre Gedanken zurück zu den Geschehnissen der letzten Wochen und sie begann zu formulieren wie sie das Erlebte in ihren Chroniken niederschreiben würde:

Kurze Zeit nachdem im letzten Herbst drei große Explosionen die im Bau befindlichen Verteidigungslager der Matis im Hain der Verwirrung und in des Ketzers Labyrinth erschüttert hatten wurde klar, das diese Verteidigungsanlagen unrettbar für das Königreich der Grünen Anhöhen verloren waren. Wut und Frust machten sich breit, aber König Yrkanis schaffte es die Gefühle seiner Vasallen in die rechten Bahnen zu lenken und so widmeten sie sich mit erneuertem Mut und Siegeswillen der Bedrohung und schlugen sie zurück, bis schließlich ganz Neu Matia von den Insekten befreit war. Auch ohne die Hilfe der königlichen Truppen. Wochenlang hatten sie gekämpft und schließlich gesiegt.
Auch in den anderen Teilen der Neuen Länder halfen viele Matis die Bestien zu besiegen und die Hominheit wähnte sich bereits in Sicherheit.

Doch nach Wochen der Ruhe, wurden Berichte bekannt, laut denen in den Lagunen von Aeden Aqueous erneut Kundschafter der bleichen Monstrositäten gesichtet worden waren.
Beunruhigt verfolgten die Matis die Berichte aus Tryker und schließlich kam die Nachricht, dass dort tatsächlich erneut große Verbände der Bestien einfielen.

So schnell es nur ging mobilisierte das Königshaus alle Gilden die bereit waren für das verbündete Land zu kämpfen und man teleportierte geschlossen zum Karavan Stützpunkt in der Region des Archipels die als „Tautropfen“ bekannt war.

Den ankommenden Homins bot sich ein schauerlicher Anblick. Geschützt durch die Magie des Schreins konnten sie ohne Gefahr sehen das die sanften Korallenbänke und und Dünen der Lagunen angefüllt waren mit riesigen Kitin. Ein übler Vorstoß wie es schien, ein Versuch in die Nähe der Hauptstadt der Tryker zu gelangen.
Entschlossen stellten sich die Matis den Monstern und begannen sogleich mit der Verteidigung des Schreins. Der Kampf tobte bereits seid vielen Minuten, als ein Kontingent Tryker und eine recht große Anzahl von Kamisten-Kriegern aus der Wüste und dem Dschungel eintraf. Angeführt von einigen Atys Rangern, neutralen Kundschaftern, die sich aus dem Glaubenskonflikt der Homins heraus hielten und nur auf die Bewegungen des Erbfeindes achteten.
Die Schlacht wurde mit großer Kraft und viel Geschick geschlagen und mehr als einmal retteten sich Homins beider Glaubensrichtungen gegenseitig das Leben. Die Bestien waren zäh und ihre Panzer hart. Und gerade als man glaubte die Angreifer dezimiert zu haben, entstiegen den Fluten der Seen riesige Kincher, Kirosten und Kipuka. Wie eine Wand aus dunklen Beinen stürmten sie aus dem Wasser hervor und warfen sich in den Weg der Homins.
Wo zuvor nur ein Homin je ein Insekt bekämpfte, mussten nun mehrere zusammen stehen um eine der großen Bestien zu besiegen. Magie und Waffe wurden aufs äußerste beansprucht und viele Homins fielen verletzt in den Sand, eh sie die heilenden Energien ihrer Verbündeten erreichten. Die Monster schienen genau zu wissen, das die Heiler von essentieller Bedeutung für die Armee der Homins waren, denn immer wieder warfen sie sich genau auf diese Homins und nur mit Mühe konnten die Nahkämpfer sie von ihrem Ziel ablenken.

Schließlich entdeckte ein Homin dem es gelungen war durch die Reihen der Kitin zu schlüpfen eine massive Gestallt am Horizont, einen titanischen Kibain. Diese an sich harmlose Arbeiter-Drohne des Kitin Staates war zu unvorstellbaren Ausmaßen angewachsen und schien mit ihrem gewaltigen Saugrüssel und ihren Vorderklauen die Borke zu bearbeiten. Immer wieder spie sie Säure in den Boden und grub das aufgelöste Holz aus. Sie versuchte einen Zugang zu den Urwurzeln zu schaffen.

Dies konnten die Homins nicht zulassen und warfen sich mit dem Mut der Verzweiflung gegen den Schwarm der riesigen Insekten. Wieder und wieder wurde Lylanea selbst von den heilenden Runen umfangen und fühlte ihre müden und verletzten Glieder gestärkt. Seite an Seite mit Homins aus Wüste, Dschungel und Seenland kämpfte sie sich vor zu dem Riesen. Als man dessen Beschützer endlich aus dem Weg geräumt hatte, warfen die Magi ihre geballte Macht auf seinen Panzer und schon nach wenigen Minuten fiel die Bestie mit lautem Kreischen ins Wasser der Seen.

Währenddessen hatten allerdings andere Kundschafter bereits noch drei weitere dieser Monster ausfindig gemacht. Ebenso geschützt wie der Erste von ihnen, wenn nicht gar noch stärker.

Auf engen, kleinen Inseln inmitten des Archipels hatten sie Stellung bezogen und die Armee der Neuen Lande musste sich erneut einen Weg durch die Fußtruppen des Schwarms bahnen um zu ihnen zu gelangen. Einer nach dem Anderen fielen auch diese Borkenbohrer den Schwertern und der Magie der Homins zum Opfer.
Inmitten des Kampfes mit dem letzten von ihnen, erschienen mit einem mal vier Exterminatoren der Kitin aus dem Hinterhalt, sie wühlten sich aus den oberen Schichten der Borke und fielen den Magiern und Heilern in den Rücken. Beinahe wurden die Homin-Verbände aufgerieben, wenn nicht ob der Klugheit einiger Weniger, denen es gelang in die tieferen Wasser zu entkommen und so als die Aufmerksamkeit der Monster nach lies, ihren Kameraden zu Hilfe zu eilen.

Die vereinte Armee der Neuen Lande sammelte sich am Strand einer kleinen Insel und über ein knapp unter der Wasseroberfläche liegendes Riff, gelang es ihnen nah genug an die Exterminatoren heran zu kommen um sie einen nach dem Anderen auf dem schmalen Stück trockenen Landes das die angrenzende Insel bot zu besiegen.
Schließlich und endlich starb auch der letzte der Borkenbohrer und ein Jubelschrei ging durch die Menge.
Man hatte die Bedrohung für das Seenland endgültig abgewendet und dem Feind schwerste Verluste zugefügt. Überschwänglich fielen sich die Homins in die Arme und noch bis spät in die Nacht wurde in den Hauptstädten gefeiert und der Mut des jeweils anderen gepriesen.

Die Neuen Lande waren einmal mehr sicher.
Nun blieb nur abzuwarten, für wie lange.

RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 5 years ago

Dies ist mein neuestes Werk. Ein jeder möge es nutzen zum Ruhme Neu Matias.

Heldensang:

Ich sing euch ein Lied von Opfer und Ehr',
von Krieg, von Leid,und vom Sieg mit dem Schwert.
Grau brach das Unheil sich seinen Weg.
Aus den Tiefen hervor, über die Borke hinweg.

In allen Ländern fielen sie ein.
Die Anzahl der Bestien schien endlos zu sein.
Ihre Klauen und Mäuler voll Gift und voll Blut.
Schürten sie Angst in der Herzen Glut.

(Refrain)
Komm stolzer Krieger und steh mir bei.
Wir schlagen die Brut gemeinsam entzwei.
Und sollten wir Heute den letzten Weg gehn,
so soll jeder sagen, er habe Matis gesehen.

Man baute nun Lager zum Schutze des Heims.
Ein jeder brachte sein Herzensblut ein.
Doch drei Feuer zerstörten was lange gebaut
Die Hoffnung der Homins von Flammen geraubt.

Doch sprach der König zu seinem Volke.
„Erhebet euch aus der äschernen Wolke!
Denn ihr sollt nicht klagen, in dieser Nacht.
Zeigt das ihr Matis seid, mit aller Macht!“

(Refrain)

So zogen sie aus, den Bestien entgegen.
Mit stolzem Herzen und leuchtendem Degen.
Zu Königs Seite gingen sie einher.
Für die Homins und die Heimat, Jena Aiye!

Schon bald tobte die Schlacht und sie kämpften verbissen.
Das Schicksal der Länder in ihren Händen wissend.
Sie standen einander bei in der Schlacht,
das Feuer im Herzen aufs Neue entfacht!

(Refrain)

Und so schlugen sie die graue Flut in die Flucht.
Ein Schlacht wie diese, ihres Gleichen sucht.
An der Seite der Völker, vereint in der Pflicht.
Stießen sie die Bestien hinab ins Zwielicht.

Komm stolzer Krieger und steh mir bei.
Wir schlagen die Brut gemeinsam entzwei.
Und sollten wir Heute den letzten Weg gehn,
so soll jeder sagen, er habe Matis gesehen.

Komm stolzer Krieger und steh mir bei.
Wir schlagen die Brut gemeinsam entzwei.
Und sollten wir Heute den letzten Weg gehn,
so soll jeder sagen, er habe Helden gesehen.

Am Wegesrand - Added by Lylanea over 5 years ago

Hört was ich Heut sah liegen am Wegesrand
Still und tot, lag es in meiner Hand
Gestern noch war es voll Leben und Licht
Heute ist´s als gäb´s all dies nicht.

Hört was ich Heut sah liegen am Wegesrand
Ein Herz, das ward vom Hass verbrannt
Sein Samen schwarz ist und verdorrt
Gefallen für die Ehre, an einem fremden Ort

Hört was ich Heut sah liegen am Wegesrand
Ein Bruder war´s, oder einst ein Kamerad
Der zur Seite stand im Kampfe Dir
Heut, da ist er nicht mehr hier.

Hört was ich Heut sah liegen am Wegesrand
Eine Liebe war´s, die einst dein Aug gebannt
Nun ist ihr Aug getrübt und starr
Wo Gestern noch voll Licht es war.

Hört was ich Heut sah am Wegesrand
Wie ein Sprössling seinen Weg ans Licht es fand
Zart und zerbrechlich, wider allen Schmerzen
Sah ich es leuchten in Augen und Herzen

Hört was ich Heut sah am Wegesrand
Die Hoffnung auf Frieden, hielt Einzug ins Land.

RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 4 years ago

„Verzeihung, seid Ihr Serae Lylanea Vicciona?“
Die Sonne stand hoch am Himmel und ein warmer Wind wehte leicht vom Land her durch den runden, offenen Raum. Eine schlanke, dunkelhaarige Matis schritt über die Planken der Bar von Fairhaven. Ba'Naer Liffan bemerkte sofort, das ihre Schritte nicht an das sanfte wiegen der Gebäude auf dem Wasser gewöhnt waren. Ein deutliches Zeichen, das sie nicht oft in Neu Trykoth unterwegs war. Ihr kurzes, schimmernd grünes Wams von bester Qualität wies sie als durchaus wohlhabend aus und der alte Wirt erhoffte sich bereits ein nettes Trinkgeld.
Dann bemerkte er jedoch, das die Dame das Wappen der Königlich Matisianischen Akademie trug und das eine typische Botentasche an ihrer Seite hing. Hm, das würde wohl nichts werden. Offizielle Boten waren nicht dafür bekannt das sie noch gern einen kleinen Umtrunk zu sich nahmen bevor sie zum nächsten Auftrag hastetet.
Zunächst bemerkte die angesprochene Dame den Neuankömmling allerdings nicht.

Die rothaarige Matis, an diese erinnerte er sich, sie war Bardin, saß mit konzentriertem Blick auf einem weichen Sitzkissen an einem Tisch nah des kreisrunden Loches im Boden der Taverne, das einen hervorragenden Blick auf die im Wasser unter der Stadt schwimmenden bunten Fische bot und kaute an einem Federhalter. Vor sich hatte sie ein kleines Notizbuch auf den Tisch gelegt und offensichtlich war sie komplett in ihrer Arbeit versunken. Ein langsam warm werdender Cocktail stand halb ausgetrunken neben dem Buch. Vermutlich schrieb sie grad wieder ein Gedicht, oder eines ihrer netten Lieder.

Die dunkelhaarige blieb nun, ganz nach Sitte der Matis, kurz vor dem Tisch stehen und wartete auf ein Zeichen der Beachtung. Der alte Tryker schmunzelte amüsiert über diese typische Steifheit der Blassnasen. In seiner Bar hatte er schon viele seltsame Verhaltensweisen anderer Völker gesehen, aber Zoraï und Matis waren immer wieder einen geheimen Lacher wert.
Nach etwa einer Minute räusperte sich die Stehende hinter vorgehaltener Hand und wartete erneut.
Liffan musste grinsen.
Nach ungefähr einer weiteren Minute hustete sie vernehmlich in ihre Faust.
Dies erregte nun doch die Aufmerksamkeit der anderen Matis.
Ihr Kopf wandte sich der Homin vor ihr zu, ihre Augen weiteten sich vor Überraschung und sie stand hastig auf. Eine vornehme Verbeugung folgte von Beiden.
Jena, dieses alberne Getue. Beinahe musste er lachen.
„Oh, Deles Silam! - Verzeihung. Ich habe Euch nicht bemerkt.“
„Deles Silam. - Das macht nichts, seid ihr Lylanea Vicciona?“ fragte die Matis in Grün noch einmal.
„Ja,... kann ich etwas für Euch tun?“
Die Botin kramte nun aus ihrer Tasche eine versiegelte Rolle hervor.
„Ich habe eine Nachricht für euch.“
Die Bardin nahm die Rolle entgegen, brach das große, rote Siegel und entrollte feines Pergament an dem ein weiteres kleines, aber fein gearbeitetes Siegel im royalen Grün des Königshauses zu Matia hing.
Wenn er es nicht gesehen hätte, Liffan hätte es nicht geglaubt, aber diese Matis wurde noch blasser als ihr Volk es ohnehin schon war. Nachdem sie die ersten Zeilen überflogen hatte, fielen ihr beinahe die Augen aus dem Kopf und ihr Mund klappte in offensichtlicher Überraschung auf und ein Laut der wie „Uff!“ klang entrang sich ihrer Kehle.
„Ist es etwas schlimmes?!“ fragte die Botin mit besorgter Mine.
Die Hände der rothaarigen zitterten leicht und klammerten sich an das Pergament als ob es ein Rettungsleine wäre.
„Was?... Ah, nein. - Eher das Gegenteil.“ ihr Lächeln wirkte etwas nervös aber echt.
„Ich muss mich erstmal setzen.“ sagte sie und plumpste wieder auf ihr dickes Kissen.
Dort starrte sie wieder auf die Nachricht und langsam flammte das Lächeln wirklich in ihrem Gesicht auf. Ihre Augen glitzerten und Liffan konnte nicht genau sagen ob dort Tränen standen, oder das vom Wasser zurück geworfene Sonnenlicht ihm einen Streich spielte.
„Ich weiß nicht genau was dort steht. Nur das es um eine Einladung geht. Man hat mich beauftragt mit Eurer Antwort zurück zu kommen. Nehmt ihr die Einladung an?“ fragte nun die Botin.
Die Angesprochene blickte noch immer lächelnd, aber doch sichtlich um Fassung bemüht, auf und antwortete.
„Ihr könnt Eurem Auftraggeber sagen, das ich seine Einladung mit größter Freude und in tiefster Ehrfurcht annehme. Ich Danke Euch, das ihr mir diese Nachricht gebracht habt.“
Die Botin nickte.
„Dann wünsche ich euch noch einen angenehmen Tag und Jena sei mit Euch.“
„Jenas Segen sei mit Euch. Auf Wiedersehen.“

Die Botin holte nun eines der kleinen Geräte des Karvan hervor und aktivierte einen Pakt, etwas unhöflich, dies innerhalb eines Gebäudes zu tun, aber viele Nicht-Tryker hatten so ihre Probleme den Raum ohne wirkliche Wände der die Bar bildete als echtes Gebäude wahrzunehmen. Daran war Liffan gewöhnt.
Er blickte die Matis Bardin an und grinste sein bestes Lebemann grinsen.
„Na, gute Nachricht?“
„Das kann man wohl sagen.“ grinste die Homin zurück.
Ach, wenn er doch nur 20 Jahre jünger wäre.

- Fortsetzung folgt -

RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 4 years ago

Liebste Eltern und Schwester,

es tut mir unendlich Leid, das ich mich nun erst nach so langen Wochen wieder bei Euch melde und ich hoffe dieser Brief findet Euch bei guter Gesundheit. Aber die Dinge hier in den Neuen Landen überschlugen sich in einem Maße, das mich sprachlos hinterlässt.
Ihr werdet euch sicher fragen, was es ist, das Eure Tochter und Schwester tatsächlich einmal der Sprache berauben sollte. Wo sie doch, wie du immer wieder gern herausgestellt hast Lynda, eher schon einem Wasserfall glich, denn einer Quelle, aus der stetig Worte sprudelten. Doch gerade diese Worte, waren es nun die mir eine ungeahnte Ehre zu teil werden ließen.

Wie ich euch ja bereits vor einigen Monaten schrieb, befand es seine Majestät König Yrkanis, in seiner Weisheit für an der Zeit den Adel wieder aufleben zu lassen. Mit so vielen Häusern verloren, oder auf wenige Mitglieder reduziert im großen Schwarm und im Exodus hernach. So erhob er bereits vor einiger Zeit die Anführer der stärksten und loyalsten Gilden in den Adelsstand. Ihnen habe ich seither ebenso treu gedient, wie dem Königshaus selbst.
Jedoch ging ich auch meiner Berufung nach und widmete mich weiterhin meinen Studien der Geschichte unseres Volkes und dessen Traditionen und Kultur. Ich fand Lieder und Gedichte, in alten Folianten und komponierte auch das eine oder andere Stück selbst und trug alles bei Zeiten vor.
Ja Vater, ich weiß, du warst nie wirklich überzeugt, das mein Geschreibe mir einmal etwas einbringen würde. Dennoch hast du mich nicht davon abgehalten und hast meinen ersten Versuchen in der Dichtkunst gelauscht, auch wenn sie sicherlich manchmal in deinen Ohren schmerzten.

Nun, ich kann Euch nun voller Stolz und Dankbarkeit sagen, das mir meine Berufung nun doch Glück gebracht hat.
Am Heutigen Tag, dem Dua des 8. Frutor im 1 Zyklus des Jahres Jenas 2548 , wurde Eure Tochter und somit unsere Familie in den Adelsstand erhoben. Königin Lea selbst ließ mir vor einigen Tagen, die Nachricht zukommen und beide königlichen Hoheiten erhoben mich und meine gute Freundin Nendra aus dem Hause Malakaii vor wenigen Stunden zu Adligen in ihrem Reich.
Somit trage ich nun den Titel „Filira Lylanea Vicciona“, Bardin des Hofstaats zu Yrkanis.

Meine Aufgabe wird es sein, weiterhin mehr über die Vergangenheit der Matis herauszufinden, über jene glorreiche Zeit, bevor die Kitin beinahe alles zerstörten, was unsere Zivilisation einst ausmachte. Ich werde eine Stimme in der Adelsversammlung inne haben, jedoch weiß ich nicht ob mir das Politische jemals liegen wird. Ich kann nur hoffen, mich dieser Verantwortung würdig zu erweisen. Wie ihr ja bereits wisst ist Cousin Nuvad ebenfalls ein Mitglied dieses Rates und er war unter den Ersten die mir Gratulierten. Ihm liegt all dies besser und ich hoffe von ihm noch viel lernen zu können.

Ich umarme euch und verspreche nicht erneut soviel Zeit vergehen zu lassen, bis zu meinem nächsten Brief.

Jenas Segen über euer Haus und Eure Seelen

Eure Tochter,
Lyl

Lylanea Vicciona
Filira Matia
Bardin von Matia und des Hofstaates zu Yrkanis.

RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 4 years ago

Winterlicht Zeremonie

Ein Homin trägt stehend vor, während die Anderen um ihn, oder sie im Kreis stehen, oder sitzen.

Wenn es kalt wird in den Wäldern
und der Reif glänzt auf den Feldern
Und Schnee bedeckt das ganze Land
dann halt dies Licht in deiner Hand

Dies Licht, es soll erinnern
an den Auszug aus dem Dunkel
An die Heimkehr in ein neues Land
Wo die große Flucht ihr Ende fand

Vier Völker, dereinst auf ewig im Krieg
fanden in den Tiefen den gemeinsamen Sieg
Ein Jeder für das Wohl des Einen
Einzeln für das Wohl der Seinen

Lang und dunkel war dort Unten die Zeit
Verloren schon fast, die Hoffnung auf Freiheit
Doch eines vergaß die Hominheit nicht
Die Erinnerung an der Sonne warmes Licht

Dies Licht, es soll erinnern
an den Auszug aus dem Dunkel
an die Heimkehr in ein neues Land
Wo die Furcht vor dem Feind ihr Ende fand

Heut stehen wir zusammen gegen den Feind
In der Heimat gegen die Bestien vereint
Noch einmal verjagen können sie uns nicht
solang wir vor uns tragen dieses Licht

Während diese Worte gesprochen werden, entzünden die teilnehmenden Homins reihum kleine Kerzen in Bernsteinschalen.
Jeweils an der Flamme des vorigen Homins. Ausgehend von der des Sprechers. So das die Schalen von innen heraus leuchten.

Diese kleine Gedenk-Zeremonie wird alle fünf Winter abgehalten um an diejenigen zu erinnern, die in den Urwurzel und wärend des Exodus ihr Leben ließen.
Und um den Willen der Homins der Neuen Lande zu stärken.

Diese Zeremonie wird oft innerhalb der Familie abgehalten, aber auch unter Freunden und innerhalb der Adelshäuser und Stämme, deren Vorfahren das Exil erlebten. Sie kann jedoch auch jederzeit innerhalb des Winters an jedem passenden Ort abgehalten werden, solang jemand den Text spricht und die nötigen Dinge bereitstellt.

Verbrecherjagd in der Brenneden Wüste. - Added by Lylanea over 4 years ago

Die Schlucht durch welche die Homins liefen war breit und tief. Ihr hölzerner Boden übersät mit trockenem Moos und Flechten. Beinah überall gab es kleine, unregelmäßige Häufchen, aus denen Blumen und Gräser sprossen. Lyl bemühte sich nicht unbedingt in sie hinein zu treten.
Chanchey Breggan, ein Tryker Freund von ihr, hatte sie etwas näher untersucht und festgestellt, das es Ausscheidungen von Tieren waren, die den Pflanzen Nahrung boten. Was wiederum den vielen Pflanzenfressern die die Canyons durchstreiften zu gute kam. Dies wiederum lockte eine nicht unbeträchtliche Zahl von Raubtieren an.
Der ewige Kreislauf in Vollendung.

Von hoch über der dahin hastenden kleinen Truppe, aus der Thesos Ebene, rieselten Sand und Holzstaub herab. Heftige Windböen fauchten durch die Schluchten und trieben die Teilchen vor sich her, wie winzige Hagelkörner in einem Sturm. Der Boden zischte und grollte. Ab und zu schossen kleine Fontänen aus Dampf empor und hier und da brannte sogar eine ewige, kleine Flamme auf dem Borkenholz des Bodens, genährt von den Ausdünstungen des schwelenden Saps darunter.
Wieder einmal fragte sich Lylanea was für ein Inferno dort unten nur herrschen mochte? Und was dereinst die Sap-Adern in diesem Teil der Neuen Länder in Brand gesetzt hatte?
Den Flammenden Wald unweit von hier, etwas weiter gen Westen, hatte es am schlimmsten getroffen. Hier lag das Feuer so nah an der Oberfläche das eigens ein Stamm gegründet wurde, nur um den Boden zu beobachten, falls sich dort erneut die Glut an die Oberfläche fressen sollte. Wie damals das Feuer von Coriolis, welches 2 Monate lang gewütet hatte und weite Landstriche verwüstete, bis in die Wälder der Matis hinein. Vor langer Zeit, in den alten Landen. Doch die Natur hatte sich wunderbar an die Umstände angepasst, im Flammenden Wald wuchsen Bäume, wenn man diese zum Teil verkohlten, wie Reißzähne geformten Gebilde so nennen wollte, die das brennende Sap zu nutzen wussten.
Sie kanalisierten es in ihre Spitzen und ließen es dort auflodern. So hielten sie Pflanzenfresser fern von ihren unreifen Früchten. Nur im Winter, wenn es ein wenig kühler wurde in der Wüste, schlossen sie diese Adern und barsten mit einem Mal förmlich vor großen Blättern und Trauben in dicken Reben, die an langen Ästen aus ihren Stämmen sprossen. Ein hervorragender Wein wurde aus ihnen gekeltert. Aah, wie sie sich in dieser Hitze nach einem guten Schluck sehnte…

Lylanea drängte ihre Gedanken von den Geheimnissen der Wüste weg, hin zur Aufgabe die vor der Gruppe lag. Die Homins hatten sich zum Teil schwer gerüstet, doch auch einige Magie waren mit auf diese Expedition gekommen. Sie sollten in den tiefen Schluchten eine gesuchte Mörderin aufspüren und dem Imperium zubringen.
Den Fyros, die in dieser Gegend praktisch aufwuchsen und den Sand schon mit der Muttermilch einsogen, wie es manche spöttisch behaupteten, machte die raue Luft nichts aus. Sie blinzelten vielleicht etwas öfter.
Aber, den Trykern und wenigen Matis, die sich mit auf die Suche nach der Verbrecherin Mezix gemacht hatten, trieb die Hitze schnell den Schweiß auf die Stirn und sie fluchten über den Sand und den Holzstaub, die immer einen Weg in auch die besten Rüstungen fanden und fürchterlich kratzten und scheuerten.
Der Vertreter der Imperialen Schutz-Gilde der "Brennenden Gesichter", dessen Name Lylanea nicht erfahren hatte, legte ein gutes Tempo vor und die nicht wüstengewöhnten Homins mussten sich anstrengen mit den Fyros schritt zu halten.
Aber, vielen lag daran die mysteriöse Fyra namens Mezix ihrer gerechten Strafe zuzuführen.
Grade wenige Tage zuvor hatte ihr grausames Treiben ein neues Opfer gefordert. Einen Arbeiter, der zusammen mit einem Kollegen Ausbesserungsarbeiten an der Imperialen Straße in den Frahar Türmen vornehmen sollte. Beide wurden sie in den Bann der schönen Fyra geschlagen, doch als ihre Bestien über seinen Kollegen her fielen, erlangte er seine Sinne zurück und rannte um sein Leben. Völlig verstört und entkräftet vom langen Marsch durch die Wüste, schaffte er es bis in das Dorf der Wasserbrecher, die ihn versorgten und schließlich zurück nach Pyr brachten. Dort trank er sich in der Taverne Mut an, um der Familie seines Kollegen von dessen schrecklichem Tod zu berichten, grad als sich Lylanea und einige andere ebenfalls dort aufhielten und die früheren Geschehnisse diskutierten.
Zuerst hatte er natürlich den Stadtwachen Bericht erstattet und diese informierten die „Brennenden Gesichter“, jene Gilde die offiziell mit dem Inneren Schutz des Imperiums beauftragt war.

Nun liefen also eine Handvoll Mitglieder dieser Gilde und ebenso viele Freiwillige durch die tiefen Schluchten, welche die Brennende Wüste von Osten nach Westen beinahe in Zwei Hälften teilten und suchten nach dem Lager der Verbrecherin.
Einige Tage zuvor hatte man in einem offensichtlich aufgegebenen Lager, eine Nachricht gefunden in der von der „Drachenschlund Klamm“ die Rede war.
Lylanea konnte sich des Gefühls nicht erwehren, das damit etwas nicht stimmte.
Es war ihr einfach zu – praktisch – das dort in diesem ansonsten wohl leeren Lager, eine Karte mit einer eindeutigen Nachricht an Mezix und einer deutlichen Bestimmung des Ortes zu finden war. Sie befürchtete eine Falle.
Jedoch wollte kaum einer ihrer Begleiter davon etwas hören. Grade die Fyros waren sich sicher, dass sie mit ein paar wilden Gingos und ihrer aufmüpfigen Herrin leichtes Spiel haben würden.
Weit gefehlt, wie sich später herausstellte.

Als die kleine Truppe die Drachenschlund Klamm erreichte und die hölzernen Wände immer enger zusammen rückten, bemerkten sie sofort das dort etwas nicht stimmte.
Keine Tiere weit und breit.
Nicht einmal ein Cuttler lag in einem Busch auf der Lauer.
Und schon bald sahen sie den Grund.

Eine wahre Horde von beinahe schulterhohen, braunen Wüstengingos, tummelte sich in den engen Windungen der Schlucht. Ihr heiseres, keuchendes Bellen schwoll zu einem wahren Sturm an, als die Stimme einer Fyra aus den tiefen der Klamm ertönte.
„Fasst!“

Jena, wie schnell diese Bestien waren!
Und wie zäh!
Die Schwerthiebe der Homins schienen die abgerichteten Tiere nur wilder zu machen und mit jedem Tropfen Blut der auf den kargen Boden troff, steigerte sich ihre Mordlust. Binnen kurzem waren die Magi überrannt und nur die schwer gerüsteten Krieger hielten dem Ansturm so gut es ging stand. Jedoch auch sie fielen recht bald unter den tausend Fängen der Bestien. Das letzte was Lylanea sah, bevor Schwärze und Schmerz sie umfingen, war eine Gruppe der großen Raubtiere, die wie zahme Yubos zu ihrer Herrin zurück kehrten, die hämisch lächelnd aus den Schatten der Schlucht trat.

Licht durchflutete die Seele und den geschundenen Körper der frisch geadelten Matis. Heilende Runenbänder umhüllten glühend ihre blutende Form und hoben sie vom Boden.
Jemand musste dem Angriff entkommen sein und sich versteckt haben, bis die siegesgewisse Verbrecherin ihre Tiere zurück rief.
Mit dröhnendem Schädel und zitternden Händen riss die Matis ihre Magieverstärker hervor und legte sie an. Die präzisen Bewegungen des Zaubers war nicht leicht in einer schweren Rüstung auszuführen, aber es musste einfach reichen!
Binnen kurzer Zeit standen alle Angehörigen des Suchtrupps wieder auf den Beinen und man beschloss einen weiteren Versuch zu wagen, die Gesuchte festzusetzen.
Diesmal würde man auf ihre Hinterlist vorbereitet sein.

Langsam schlichen Lylanea und einige Fyros in die enge Klamm hinein.
Dort war ein kleineres Rudel der Wüstenraubtiere.
Einer der Fyros-Krieger sprang vor und wedelte heftig mit den Armen. Sein Auftritt war etwas übertrieben, verfehlte aber nicht seine Wirkung, denn die Tiere rannten sofort auf ihn zu.
Und direkt in wartende Schwerter.
Der Kampfeslärm lockte zwar weitere der Tiere an, jedoch deckten die Magi den Rücken der Gruppe und hielten die Kämpfenden mittels ihrer Heilmagie am Leben.
So überlistete man gute zwei Dutzend der schrecklichen Wesen.

Dann jedoch wendete sich das Blatt beinah erneut. Mit wildem Geschrei kamen einige Krieger in roten und gelben Rüstungen aus dem Vorderen Teil der Klamm gestürmt und fielen der Truppe in den Rücken. Die Schwertkämpfer teilten sich auf und hasteten zurück zu ihren Magiern, die sich der Angreifer nur mit Mühe erwehren und gleichzeitig ihre Verbündeten heilen konnten.

Lylanea blieb vorn und trieb die Hunde in den Staub. Jetzt hallte auch wieder die weibliche Stimme durch die Schlucht: „Macht sie nieder!“
Eine perfekt geplante Falle.

Aber, ihre Steller hatten nicht mit dem Kampfesmut und der guten Zusammenarbeit der Homins gerechnet. Gleichwohl aus unterschiedlichen Ländern und Gilden, hatten viele von ihnen schon Seite an Seite gegen weitaus schlimmere Gegner gekämpft und bestanden. Wer Kitin die Stirn bieten konnte, der würde auch mit einem solchen wilden Haufen fertig.

Und tatsächlich, die angreifenden Homins waren schnell geschlagen und man drang weiter in die engen Gänge der Schlucht vor. Nach einigen Biegungen und Wendungen in denen immer wieder angreifende Gingos ihren Tod fanden, erspähten sie die Ausläufer eines befestigten Lagers.
Da zerbarst knapp über Lylaneas Kopf das Holz der Schluchtwand in einem Regen aus Borkebrocken und Staub, instinktiv warf sie sich zu Boden und rollte in den Schutz der Wand.
„Sie haben Schützen!“ brüllte die tiefe Stimme eines Fyros und schon brach neben ihm ein Magi getroffen zusammen.
Und tatsächlich, hinter einigen aufgestapelten Kisten, konnte Lylanea Gestalten ausmachen, die über die Deckung hinweg Bogengewehre und Pistolen auf sie richteten.
Überrascht stellte sie fest das es ausschließlich Frauen waren, Fyra, wie Mezix.
Ob das etwas zu bedeuten hatte?

Aber, genug der Gedanken, jetzt galt es zu kämpfen.
Der Boden war uneben und die Wände der Schlucht zwar voller Risse und kleinerer Überhänge, aber nichts gab wirklich Deckung. Die Homins drückten sich gegen die Wände hinter der Kurve in Richtung des Haupt-Canyons. Immer wieder schlugen Geschosse in den Boden oder zischten knapp an ihrer Deckung vorbei. Schließlich hörten sie wieder die Stimme, die vermutlich Mezix gehörte:
„Gebt auf! Ihr kommt doch eh nicht an mich heran!“

Die Homins blickten sich an und wie durch eine nicht näher erkennbare Verständigung wussten sie was zu tun war. Nacheinander hechteten die schwer gerüsteten Krieger um die Kurve der Schlucht und rannten mit wilden Schreien auf das Lager zu. Glühende Projektiele aus Hartholz prallten von ihren Rüstungen ab, hinterließen Dellen und Brüche, oder bahnten sich ihren Weg ins Fleisch darunter. Doch die Angreifer rannten weiter!
Hinter ihnen traten die Magi in die Schusslinie, die nun von den Rüstungen der Krieger behindert wurde und begannen ihre heilenden und verletzenden Tänze. Brodelnde Energiebälle rasten in hohen Bögen über die Köpfe der Krieger hinweg und zerbarsten in Feuer-, Gift- und Säureregen inmitten des Lagers, oder an den gestapelten Kisten.
Die Schützen duckten sich so gut es ging.
Eine blau schimmernde Druckwelle donnerte knapp an der Matis vorbei und riss einen Stapel Kisten auseinander. Die hinter ihm kauernde Fyra wurde Meter weit durch die Luft geschleudert und krachte gegen die harte Wand der Klamm. Verdreht blieb sie liegen und rührte sich nicht mehr.
„Seltsam, das sie keine Heiler haben.“. Schoss es Lylanea durch den Kopf, aber da war sie auch schon an der Barrikade angekommen und mit einem Satz durch das eben gesprengte Loch. Vor ihr sprang grad eine junge Fyra aus ihrer Deckung hervor und machte Anstalten ihre rauchende Waffe auf sie zu richten. Mit einem gezielten Streich streckte Lylanea sie nieder. Kurz verspürte sie bedauern und sprach im Geist ein Gebet zu Jena, doch da krachte auch schon die nächste Kugel gegen ihre bernsteinfarbene Rüstung. Lyl wendete sich um, gerade als ein Schwert die Brust der Schützin durchbohrte. Die massive Gestalt von Gladeusdeus, Mitglied des Regierungsrates der Fyros „Akenak“ und durchaus geschätzter Bekannter, schob sich nach vorn, stieß die Leiche bei Seite und nickte der Matis kurz zu. Sie nickte zurück und beide warfen sich wieder in den Kampf.

Nach wenigen Minuten war der Kampf vorüber. Alle waren erschöpft und doch waren sie noch nicht am Ziel.
Mezix trat aus der Deckung eines Zeltes und neben ihr tauchte ein männlicher Fyros in schmutziger, aber ehemals sehr feiner Kleidung auf.
„Senator Zelion?!“ entfuhr es einigen der Anwesenden. Kaum einer der die seltsame Nachricht nicht gesehen hatte und A.Z. als „Aeracus Zelion“ gedeutet hatte, hatte mit der Anwesenheit dieses Fyros hier gerechnet. War er doch erst vor wenigen Wochen, mitten aus seinem Prozess wegen Hochverrates am Imperium und zusammenarbeit mit den Marodeuren „entführt“ worden. Allerdings nicht von der Fyra die hier vor ihnen stand. Sondern von Aikila Aschensturm, der Tochter des Melkiar.
Melkiar, „Der schwarze Varynx“, Heerführer der Marodeure und eine der schlimmsten Bedrohungen für die Neuen Lande, nach den Kitin. Also, gab es doch eine Verbindung zwischen ihnen und Mezix. Wie manche Homins bereits vermutet hatten, Lyl aber zunächst für unwahrscheinlich hielt.
Nur, welchen Sinn machte es diesen Flüchtling hier zu halten, war sie selbst nicht Köder genug? Nach all ihren schrecklichen Taten.
Dem deutlich verängstigten Ex-Senator entfuhr ein überraschtes: „Mezix! Was wollen all diese Fyros hier?!“ als er aus dem Schatten des Zeltes trat und sich umringt von Mitgliedern der „Brennenden Gesichter“ fand.
Doch die Fyra herrschte ihn sichtlich erzürnt an, den Mund zu halten. Dann wandte sie sich dem Repräsentanten des Imperiums zu.
Während die Matis noch nachdachte und sich dem offenen Lager zu wandte, um den Rücken der Gruppe zu decken erließen sich Mezix und der Offizielle in gegenseitigen Beleidigungen und überheblichen Aussprüchen. Wie es nun mal die Art der Fyros zu sein schien.
Dann ging mit einem Mal ein überraschtes Raunen durch die Menge hinter ihr und als sie sich umdrehte, sah sie wie die Fyra ihre Lippen fest auf die von Gladeusdeus presste. Eng hielt die um einiges Kleinere Fyra ihn umschlungen. Doch sein Gesichtsausdruck verriet, dass er von diesem Verhalten ebenso überrascht war wie alle Umstehenden auch. Selbst der Ex-Senator stammelte ein „W...wa... was soll das?“ und starrte die Szene völlig perplex an.
Für einen Augenblick nur, waren alle wie gelähmt. Doch dieser Moment reichte der geschickten Kriegerin aus. Sie griff die Zügel eines nah bei stehenden Mektoubs und schwang sich in den Sattel. Dann riss sie den Senator am Kragen hinter sich hoch in den Sattel und gab dem Tier die Sporen. Aufgebracht donnerte das schwere Reittier durch die Gruppe der Homins und hinaus in den Canyon.
Sofort nahmen viele von ihnen zu Fuß die Verfolgung auf, jedoch vergebens. Das Tier war selbst mit zwei Homins beladen zu schnell und verschwand im Gewirr der Schluchten. Während der Hauptteil der Truppe zum Ausgang der Klamm lief, blieb Lylanea zurück und untersuchte noch einmal das Lager und die Leichen der Homins.
Seltsam, die Soldaten die sie angegriffen hatten, trugen rote Rüstungen, mit gelben Absätzen. Beinahe wie die der Stadtwachen von Pyr. Jedoch mit einem ihr unbekannten Emblem darauf. Ein seltsames Zeichen, das sie nicht zu deuten wusste. Die Frauen, die das Lager selbst verteidigt hatten, trugen jedoch sandfarbene Rüstungen, ohne jede Markierung. Auch hatten sie alle nichts bei sich außer einigen Rationen. In den Kisten des Lagers befanden sich Nahrungsvorräte für mehrere Monate und die Zelte waren nur spärlich eingerichtet.
Dies schien nur eine Art Übergangslager zu sein. Wohin sollten diese Fyros und wer genau waren sie?
Marodeure? Oder eine neue, von ihnen abgespaltene Gruppe?
Lylanea war auch aufgefallen, das die Fyra namens Mezix eine frappierende Ähnlichkeit zu Akilia Aschensturm aufwies. Der sie ja schon gegenüber gestanden hatte. Ob sie verwandt waren? Geschwister womöglich?

Fragen über Fragen. Und nur eine wurde am nächsten Tag, nachdem Lylanea aus Pyr zurück in ihre Heimat Yrkanis gekehrt war, beantwortet.
Ratsmitglied Zeron schickte ihr einen Läufer-Jungen, der atemlos eine Nachricht überreichte. Aus der hervorging, das aus der Wüste Nachricht gekommen war.
Der Akenak habe seine Truppen angewiesen in die Region der verborgenen Quellen einzumarschieren. Dies sei jedoch kein Angriff auf die Souveränität des Matisianischen Königreiches, sondern nur eine Maßnahme um der Fyra namens Mezix endgültig habhaft zu werden, die in diesem seid langem strittigen Gebiet der „Matis Wüste“, wie es auch genannt wurde, gesichtet worden sei. Man hoffte ihrer wohl mit einem noch größeren Aufgebot an Truppen Herr zu werden.

Lylanea wusste nicht wie sie darauf reagieren sollte. Politik war ihr bisher immer Fremd gewesen, als Bardin hatte sie immer nur ihren Glauben an ihr Volk und Jena kund getan. Nun sollte sie mit entscheiden, wie auf einen Einmarsch von Truppen des Imperiums in Matisianisches Hoheitsgebiet zu reagieren sei.
„Jena führe mich über diesen unbekannte Weg.“ erbat sie die Hilfe der Göttin und schickte den Botenjungen mit Worten des Dankes und der Bitte um etwas Bedenkzeit zurück zu Fürst Zeron.

Ein Angriff auf das Königreich? - Added by Lylanea over 4 years ago

Jenas schützende Hände mögen auf uns ruhen.
Die Marodeure sind tatsächlich zurück.

Aber, wieso all dieser Aufwand? Wozu die grausamen Tötungen Unschuldiger durch diese Mezix?
Wozu die Befreiung des Senators? Was hat es mit dem Matoxia auf sich und den Studien über das Goo, die Nung Horongi für den "schwarzen Varinx" Melkiar verfasst hat?
Welchen Sinn machte das alles? Was hatten die Homins in ihren unermüdlichen Nachforschungen übersehen?
Welchen Nutzen hatte es für die Angreifer alle Völker durch solch schlecht verborgene Aktivitäten auf sich aufmerksam zu machen?
Und wie waren sie unbemerkt in die Region der "Versteckten Quellen" gelangt?
Gab es dort einen weiteren Zugang? Oder hatten sie eine Möglichkeit das magische Tor, welches von Matia in die Wüste führte zu manipulieren?
Waren sie über die hohe Borke gekommen? An den steilen, glatten Wänden des Plateaus empor geklettert?
Und warum hatten sie einen derart strategisch unklugen Platz gewählt, wo die Armeen der Völker sie von zwei Seiten in die Zange nehmen konnten?
War es eine Falle? Ein Ablenkungsmanöver? Jena bewahre uns.

Fragen über Fragen. Und die Antworten lagen in den Händen jener die sich in der Matis Wüste anschickten ein Lager zu errichten.
Den Marodeuren.

Eines war jedoch sicher.
Wenn diese gesetzlosen Homins es schafften einen Brückenkopf in dieser Region zu erreichten, dann war ganz Neu-Matia in Gefahr.
Dort oben in den Virginia Wasserfällen entsprang ein Großteil des Wassers, dem die Grünen Anhöhen ihren Namen verdankten. Wenn die Marodeure einen Weg fanden diesen Wasserluss zu stoppen, oder gar zu vergiften, dann war das Königreich in ihrer Hand.
Lylanea hatte sich einst geschworen niemals die Waffen gegen andere Homins zu erheben. Doch dieses Mal würde sie mit ihrem Grundsatz brechen. Diese verbrecherischen Homins bedrohten ihr gesammtes Volk und womöglich auch das der Wüste.
Sie würde kämpfen, die würde ihren heiligen Samen riskieren um ihr Volk und alle Völker von Atys zu beschützen.
Diese Marodeure kannten scheinbar nur Krieg. Also, sollten sie ihn bekommen!

Der kurze Krieg um die verborgenen Quellen. - Added by Lylanea over 4 years ago

„Jena, bewahre unser aller Samen in deinen Händen und lasse deinen Atem unsere Seelen stärken. Gib uns die Kraft diese Gefahr zu überstehen um Dir weiterhin dienen zu können.“
So betete Lylanea in der dumpfen Stille ihres Kara Parok Helmes. Während sie auf das zukünftige Schlachtfeld zu schritt.
„Die Marodeure sind wirklich hervorragend ausgerüstet und ausgebildet.", schoss es ihr durch den Kopf. Binnen kürzester Zeit war es den feindlichen Truppen gelungen befestigte Wehrtürme in der Region der Versteckten Quelle zu errichten.
Der Aufstieg von den Hügeln der Abtrünnigen war von zweien dieser Türme verwehrt und eine große Anzahl von Soldaten in schwarzen Rüstungen bewachte den Weg hinauf in die Steppe.
Die Matis blickte sich um und schaute in die Gesichter ihre Kampfgefährten.
Wenige waren sie. Womöglich zu wenige.
Zwar würde zeitgleich mit ihrer Offensive ein Angriff aus der Brennenden Wüste von den Zoraï und Fyros erfolgen, doch hatte sie keine Ahnung, ob deren Streitmacht auf diesen Namen verdiente. In Gegensatz zu dieser Ansammlung mutiger Homins. Einige Wenige, die bereit wahren dem Feind gegenüber zu treten und und ihr Bestes zu geben, um ihre Freiheit zu verteidigen.
Keiner von ihnen verstand warum die restlichen Homins ihrer Völker sich diesem Kampf nicht stellten. Aber, dies war nicht die Zeit sich darüber Gedanken zu machen.

Die Gesichter um sie herum blickten ernst in die Zukunft, vermutlich wälzten sie ähnliche Gedanken. Niemand wusste wie ihre kleine Gruppe, diese gewaltige Armee besiegen sollte.

Lyl hasste es gegen andere Homins zu kämpfen, aber um ihr Volk und die Homins der Neuen Lande zu schützen musste sie es tun. Sie hatte ihrem König einen Eid geschworen und sie würde ihn wahren.
Langsam ging die kleine Truppe über die Ebene vor den steilen Klippen, welche die höher gelegene Ebene begrenzte auf der sich der Feind eingenistet hatte. Schon von weitem sahen sie die befestigten Türme, die schützen und Schwertkämpfer die sich um sie versammelt hatten.

Und diese sahen auch sie.
Und sie lachten. Sie deuteten mit den Fingern auf das kleine Häuflein Krieger, das die Neuen Lande aufbrachten.
Nein, dies konnte doch keine ernst zu nehmende Gefahr sein für ihre Armee.

Hoch oben stand Rocho di Anichio, der Stammesführer der Abtrünnigen Deserteure und lächelte kalt. Diese zusammengewürfelte Truppe würde keine Chance haben, gegen seine Leute und die seiner Verbündeten.
Da, sie griffen an. Undiszipliniert wie ein Haufen Bodoks. Wild und ungestüm stürmten die Kämfper vor und ließen ihre Magi weit hinter sich. Fast musste er lachen, wie unglaublich peinlich für „seine Hoheit Yrkanis“, den Bastard, das solch ein Haufen Ungeziefer seine Verteidigung darstellte.
Hmhm... sie rannten heftig gegen die Marodeurstruppen an. Und ja, sie schafften es sogar eine kleine Bresche in deren Reihen zu schlagen. Aber für die gut ausgebildeten Kampfmagier hier oben auf den Klippen waren sie nicht mehr als ein paar Fliegen, die es zu erschlagen galt.
Zischend und sprühend sausten die Säuregeschosse auf das Kampfgetümmel hinab. Klirrend breitete sich bittere Kälte von den Händen anderer Magi aus und umschloss die Angreifer mit Eis, so dick wie die Beine eines Shalas. Ah, er liebte es den Magi zuzusehen. Wie ihre wohl geübten, disziplinierten Bewegungen das Sap kanalisierten und mittels seiner die Elemente beschworen. Kein Wort kam über ihre Lippen, nur ihre Bewegungen töteten.
Nunja, er mochte es, aber er liebte den Nahkampf umso mehr. Auch hier waren es Bewegungen die über Leben und Tod entschieden, doch war es ein gänzlich anderer Tanz.

Oh, ein Krieger wagte einen Ausbruch. Die Magie perlte an einer ihn umgebenden Blase ab wie Wasser an einem Glas. Ja, davon hatte er gehört. Manche Homins vermochten Zeitweise jedwede Magie um sich herum zu negieren, indem sie das ihnen inne wohnende Sap nutzten.
Mal sehen wie lange dieser da dies durchhalten würde. Vor allem da diese Aura keinerlei Schutz gegen Schwerter und Pistolenschüsse verlieh.
Oh, es ist eine Frau! Sieh an.
Eine Matis, der Figur nach zu Urteilen. In einer fein gearbeiteten, bernsteinfarbenen Rüstung, hastet sie leichtfüßig den Berg empor und genau auf seine Stellung zu. Geschickt weicht sie den Schwertern einige Kriegern aus und duckte sich unter den Geschossen der Schützen hinweg. Vermutlich will sie die Magi ablenken, oder gar töten, damit ihre Gefährten weiter Unten leichteres Spiel hatten. Respekt, sie erreicht tatsächlich den Rand der Stellung und ein Magier fällt ihren Schwerthieben zum Opfer. Dann jedoch hat sie kaum noch eine Chance.
Die Magi bemerken sie und mit einem gellenden Schrei geht sie unter dem plötzlichen Ansturm der Energie zu Boden.
Locker geht er er zu ihr hinüber und schaut auf sie herab.

Ihr Helm und ihre Rüstung sind soweit intakt, aber eine Schockwelle muss ihr sämtliche Knochen im Leibe gebrochen haben, als ihre Schutzaura nachließ. Ein Dünner Faden Blut sickerte aus ihrem Helm und sie hustet gequält ,als er sich über sie beugt und versucht durch ihre Sehschlitze etwas zu erkennen. Bernsteinfarbene Augen funkeln ihn an. Erkennen wohl das Offizierssiegel an seiner Rüstung und die Farben seines Stammes.
„Du... Bastard!- Du gehörst mir!“ stößt sie gepresst hervor.
Nun musste er wirklich lachen.
„Hahaha! Im Moment gehört dein bald toter Körper meinen Soldaten, kleine Matis. Und hast Du nicht gesehen, das euer armseliger Haufen keine Chance hat?
„Ich kriege Dich! - Irgendwann. - Das Schwöre ich … beim Atem des Drachen.“, kommt es dumpf und schmerzerfüllt unter dem Helm hervor.
„Schwöre so viel du willst. Ihr habt schon verloren.“
Er stößt einen Fuß in die Seite der Strebenden und blickte zurück auf das Schlachtfeld.
Lachend ruft er aus: „Seht nur Leute. Dies ist alles was das große Königreich gegen euch aufbietet. Kein Wunder das es so einfach war die Händler direkt unter seiner Nase zu überfallen und auszurauben!“
Seine Soldaten lachen und jubelen. Zu ihren Füßen liegen die zerschlagenen Körper der wenigen Dummen, die sich ihnen entgegen gestellt hatten.
Ah, wie er solche Momente genoss. Es war eine Gute Idee gewesen, sich mit Akilia und und den Anderen zu verbünden. Obwohl er diesem Goo-verwirrten Zoraï misstraute.
Ein schimmern in der Luft läßt ihn zu Boden schauen. Die Matis ist verschwunden.
Sie hatte sich also in die Arme Jenas begeben und sich am Schrein dort hinten in der Ferne wiederbeleben lassen. Ach, soll sie nur.
Nach und nach verschwinden auch die anderen gefallenen Krieger, vom Blut getränkten Boden.
Es würde ihn wundern, wenn sie so dumm wären es noch einmal zu versuchen.

Lylanea erwachte am Karavan Schrein, vor dem Eingang in die Urwurzeln, in den Hügeln der Abtrünnigen.
Ihr Körper schmerzte und selbst der Segen Jenas konnte nicht all den Schrecken vergessen lassen, den sie eben erlebt hatte. Steif rappelte sie sich auf und machte ein paar unsichere Schritte. Tief atmete sie durch und der bittere Geruch der Urwurzeln der aus dem riesigen Loch in der Borke hinter ihr nach oben driftete, stach ihr in die Nase. Dann setzte sie sich in Bewegung. So gut es ging entspannte sie ihre Muskeln und ließ den Rhythmus des Laufens die letzten Schmerzen und den Schwindel der sie jedes Mal erfasste, nachdem sie den Segen der Göttin in Anspruch genommen hatte, vertreiben. Weit vor sich sah sie andere Homins laufen, zurück zum Schauplatz des Kampfes.
Sie alle wussten, wenn sie es nicht schafften, würde das Königreich ins Unglück stürzen.

Man sammelte sich erneut am Fuße des engen Aufganges zum hohen Plateau der verborgenen Quellen. Die früheren, unkoordinierten Angriffe hatten zwar eine Bresche in die Verteidigung der Marodeure geschlagen, doch hielten sich noch immer ein Menge von ihnen hinter den Besatzungstürmen und im Unwegsamen Gelände verborgen.
Diesmal ging man planvoller vor. Langsam und gezielt schlatete man die einzelnen Gruppen der Verteidiger aus und auch wenn Lyl ein ums andere Mal den Zaubern der Gegner zum Opfer viel und schwer verletzt zu Boden ging, so fand sich doch oft genug ein Freund der sie mittels seiner Magie wieder auf die Beine brachte. Der Kampf war hart, doch schließlich erreichte man das Ende der sogenannten „Rampe“ und war in der Lage tiefer in die Region vor zu dringen.
In einiger Entfernung erspähte die Matis einige fliehende Gestalten und sie war sich sicher die Rot abgesetzte Rüstung ihres Peinigers dort zu sehen. Dieser miese Verräter hatte sie getreten als sie am Boden lag und ihr Volk bedroht und verspottet. Wieso wollte diesen Homins nicht in den Kopf, das der Tyrann dem sie so verzweifelt nach hingen tot war und das nun die Zeit für ein geeintes und gemeinsames Neues Matia gekommen war?
Die unpassenden Gedanken verdrängend folgte sie den anderen Homins tiefer in die Steppe hinein. Noch immer krabbelten Kitin über das dürre Gras und zwischen den Büschen und hinter den Dünen verbargen sich Cuttler und Torbaks zu Hauff. Aber die kleine Streitmacht setzte ihren Weg unbeirrt fort.

Schließlich bot sich ihnen jedoch ein Anblick der den Atem stocken ließ.
Die Marodeure hatten wirklich ganze Arbeit geleistet. Um den Außenposten Berello herum, waren weitere befestigte Türme aus dem Boden geschossen, einfache Stallungen waren angelegt worden und krude Hütten standen dicht beieinander, die einer Armee Unterschlupf bieten konnten. Und dieser standen sie nun gegenüber.
Die Angreifer waren ihnen mindestens 3 zu 1 überlegen.
Ein Raunen ging durch die Gruppe. Wie sollte man diese Massen besiegen?
Doch dann war es schon zu spät für Überlegungen, ein kleiner Teil löste sich von der Hauptarmee und rannte auf sie zu. Den Homins der Neuen Lande blieb nichts anderes übrig als sich zu verteidigen.
Der Kampf war hart und Welle um Welle warfen sich die Marudeurseinheiten ihnen entgegen.
Doch sie blieben standhaft.
Dies musste Göttliche Intervention sein. Jena verlieh ihnen Stärke und Mut und mehr als einmal rief sie die alte Formel aus um Jena und ihr Land zu preisen: „Jena Ayie! Yrkanis Ayie! Matia Ayie!“

Grade als sie inmitten des großen Lagers, umringt von fremden Kriegern, mit dem Mut der Verzweiflung kämpften, fiel Lylanea etwas auf. Die Rüstungen mancher Feinde trugen das Zeichen des Banditen Sirgio, dessen Lager auf halbem Weg zur Brennenden Wüste lag. Er hatte sich den anderen Marodeuren angeschlossen. Aber, dies war eigentlich zu erwarten gewesen. Wo es Profit zu machen gab, waren Opportunisten nicht weit.
Ein Schwerthieb verfehlte sie nur knapp und mit ihrer eigenen Klinge streckte sie den Angreifer nieder, da erspähte sie aus den Augenwinkeln etwas wie Wetterleuchten über den sanften Hügeln der Steppe.
Sie stand frei von Angreifern und konnte sich kurz umsehen. Ein Ball gleißender, blauer Energie zog im hohen Bogen, knisternd seine Bahn über den Himmel und zerplatzte inmitten einer Gruppe von Marodeurschützen, die sich hinter den Borkenbrüchen des Berello Außenpostens verschanzt hatten. Zuckend vielen die Tryker zu Boden und hinter ihnen erklommen einige wilde Gestalten den Hang. Waffenstarrend und wild im Tanz der Magie versunken.
„Da ist die Fyros und die Zoraï!“ entfuhr es ihr es ihr und kurzer Jubel brandete unter den Homins Matias auf.
Mit neuerlichem Mut warfen sie sich in den Kampf und schafften schließlich das beinah unmögliche. Vereint besiegten die Vier Völker die Angreifer in einer wilden Schlacht die keine Gnade bot.

Mit unter tauchten veränderte Tiere auf. Auf riesige Größe herangewachsen und um vieles aggressiver als ihre Verwandten.
Der üble Goo-Alchemist Muang Hoi-Gi trieb sich also tatsächlich ebenfalls hier herum und machte gemeinsame Sache mit den Feinden der Homins.
Die von der seltsamen Fyra gezüchteten Gingos griffen ebenfalls ins Kampfgeschehen ein. Jedoch waren es lang nicht so viele wie man hätte erwarten können. Der Angriff auf Mezix Lager hatte wohl doch etwas gebracht.
Ab und an hörte sie auch den wütenden Ruf eines Homins, der den Namen Akilia heraus brüllte. Sie war also auch hier.
Und tatsächlich hörte Lylanea später, das Muang die Allianz wohl verlassen hatte, als es den Anschein hatte, das die Streitmacht der Neuen Lande wohl die Oberhand gewinnen würde. Akilia selbst sollte etwas davon gesagt haben, das dies alles nur ein „Test“ gewesen sei.
Wofür?
Dies war einmal mehr nur den Spekulationen überlassen.

Schließlich gewannen die Homins die Region der verborgenen Quellen zurück.
Die Bedrohung durch den Feind aus der Vergangenheit war einmal mehr abgewendet. Die Schlacht gewonnen, der Krieg noch lang nicht entschieden.

Der Ex-Senator und Verräter des Imperiums gelangte in die Hände der der Homins, scheinbar hatte er für seine Verbündeten keinen Nutzen mehr.
Jedoch, noch immer war Lylanea davon überzeugt, das irgendwo im Imperium ein weiterer Verräter existierte.
Rocho Valerio und seine Deserteure waren ein Problem um das sich das Königreich kümmern musste. Muang bedrohte alle Homins und der seltsame Nung Horongi war den Trykern überstellt worden, da man dort wohl Indizien hatte die darauf hinwiesen, dass er an Gouverneur Still Wylers Ermordung beteiligt war.

Die kommenden Monate und Jahre Jenas würden mit Sicherheit nicht einfach werden für die Homins der Neuen Lande. Aber, wie die tapferen 30 Krieger, die sich einer Übermacht entgegenstellten. So werden alle Vier Völker von Atys dafür kämpfen und Schicksal weiterhin selbst bestimmen zu können!

Zu den Waffen, Matis! - Added by Lylanea over 4 years ago

Brüder und Schwestern,
im Glauben sowie im Blute.

In diesen dunklen Stunden müssen wir den anderen Völkern beistehen.
Insbesondere den Trykern, unseren Verbündeten, müssen wir zeigen, das wir sie nicht allein lassen im Angesicht des Feindes.
Die Kitin erheben sich erneut aus den lichtlosen Tiefen der Urwurzeln.
Wir dürfen nicht zulassen, das auch nur eine Nation fällt. Denn nur als ganzes und vereint, kann die Hominheit die Monster besiegen!
Drumm lasst uns zu den Waffen greifen und unseren Mithomins zeigen, das sie auf uns Matis zählen können.
Das wir ihnen mit starkem Arm zur Seite stehen und das wir all unsere von Jena gegebene Macht dazu nutzen
den anderen Vlökern mit gutem Beispiel voran zu gehen und die Bestien zu bekämpfen.
Zusammen, wie ein Homin sollten wir auf den Schlachtfeld stehen und dem Erbfeind unserer Verachtung entgegen schreien.

Matis, vereint gegen den Feind.
Beschützend, wie es unsere Pflicht als Jenas auserwähltes Volk ist.
Verteidigend, wie es unsere Pflicht als Homins ist.
Siegend, wie es unsere Pflicht als Matis ist!

Steht neben den Völkern der Neuen Lande und zeigt was Matis können!
Lasst nicht zu das die Kitin unsere Heimat beschmutzen und überrennen,
wie sie es schon einmal taten.
Diesmal kennen wir den Feind.
Diesmal sind wir vorbereitet.
Diesmal, wird es keine Niederlage geben!

Jena Ayie!
Matia Ayie!
Für die Neuen Lande!
Für die Homins!
Nieder mit den Bestien!

Lylanea Vicciona
Filira Matia
Bardin des Hofes.

Das Siegel der Königin - Added by Lylanea over 4 years ago

Herbst - Quinteth , der 17. Fallenor des 4. Zyklus im AtysJahr 2549

"Die Tiefen sind erneut in Aufruhr und die gezeichneten Insekten der jungen Herrscherin in der Höhle der Matis kommen, um die Verdorrenden Lande heimzusuchen. Nicht jene der Mutter, die Spur auf ihnen ist eine andere. Das Gezücht ist für sich selbst gesiegelt, eine Kammer der Tochter der Königin."

Mit diesen mysteriösen Worten kündeten die Kami-Geister Heute von großem Unheil.

Ein Schwarm zieht unter der Borke vorüber.
Eine Ansammlung von Kitin, wie sie bisher noch kein Homin gesehen hat.
Tief unten kriechen sie durch die ewige Dunkeheit und suchen ein neues Nest, um sich dort anzusiedeln.
Aber, in ihrer Suche schicken sie Späher aus, die nach geeigneten Plätzen ausschau halten.
Diese Späher haben die alten und trockenen Äste in den verdorrenden Landen der Zoraï durchsucht und wir Homins stellten uns ihnen entgegen.

Einem Aufruf des Weisen Bai Ji-Mao folgend, er den man den "Leidenden" nennt. Da er Atys' Qualen und Zustand spüren kann.
Er hatte in Visionen gesehen wie sich der riesige, aufgedunsene Körper einer neuen Königin durch das Zwielicht der Urwurzeln schob. Begleitet von ihren Kindern.
Einem Schwarm, so groß das ihm der Lebensraum in den Alten Landen zu klein wurde und er nun eine neue Bleibe sucht. Hier bei uns.
In den Neuen Landen.

Aber, das werden wir nicht zulassen!
Heute standen wir bereits riesige Zahlen der Monster gegenüber und blieben doch siegreich.
Wir teilten uns auf in drei Gruppen, die jeweils die in den Regionen des Hains der Schatten, der Knoten der Verwirrung und in der als "das Nichts" bekannten Hochebene gesichteten Kitin bekämpfen sollten.
Ich selbst schloss mich der Expedition in das "Nichts" an.
Zunächst durchquerten wir die Städten der Reinheit und trafen auf keinen nennenswerten Widerstand.
Doch sobald wir den östlichen Rand des Talkessels erreicht hatten, stürzten sich auch schon ganze Schwärme von Kipesten aus der Luft auf uns. Ihnen folgten feuerrote Kirosten. Der Kampf war kurz und heftig, aber zunächst überraschte uns die schiere Anzahl der Bestien. Dennoch blieben wir standhaft und siegten.
Als wir den steilen Grad zu Hochebene erklommen hatten, bot sich uns ein Bild des Grauens. Unweit des verlorenen Tals, welches von Goo durchsetzt und unbegehbar geworden ist, inmitten eines alten Stumpfes, der schon lange überwuchert war, wimmelte es nur so von Kitin Soldaten. Kincher, Kipucka und selbst Kinrey, die sonst nur unter der Oberfläche die Nester bewachen hatten sich dort versammelt, schienen etwas zu schützen.
Mit dem Mut der verzweiflung machten wir uns daran die Bestien zu dezimieren. Mehrfach wurden wir beinahe überrannt, doch fand sich immer ein cleverer Homin, der zu entkommen wusste und der zurückkehrte, um seine gefallenen Kameraden wieder zu Kräften zu bringen.
Nachdem der letzte Kincher endlich gefallen war, erblickten wir den Grund für ihr Verhalten.
Ein großes Loch gähnte in Atys' Borke, und ihm entstiegen weitere Monster. Die jedoch nach kurzem Kampf besiegt waren und mit vereinten Kräften gelang es uns diesen Ausgang aus den tiefen Ebenen der Mutterpflanze zu verschließen.

Der Jubel war groß, doch berichteten Kundschafter von weiteren solcher Tunnel, die ebenfalls verschlossen werden mussten. Wir hatten nun gesehen wie sie vorgingen und konnten uns denken, wo die Kitin ihren nächsten Tunnel verbargen. Sie suchten einen neuen Stock. Also, wo dies besser tun als in einem vor langer Zeit aufgegebenen Bau? So schnell wir konnten, liefen wir über die flache Ebene dem als "Aussicht" bekannten Punkt entgegen. Einem alten, riesigen Stamm, der Atys entwuchs und von Tunneln und Kammern durchzogen ist. Eindeutig das Werk eines Kitin Schwarmes, der jedoch weiter zuog bevor die Homins dieses Land erreichten.
Und wirklich innerhalb und außerhalb des alten, riesigen Astes befanden sich massive Verbände der widerlichen Bestien. Sie schienen bemüht das Tunnelsystem auszubessern.
Doch das wollten und konnten die Homins nicht zulassen.
Wütend stürzten wir uns auf den Erbfeind und ließen ihm keine Gande angedeihen.
Ebenso wütend verteidigten die Bestien ihren alten Bau.
In seinem Inneren verbarg sich ein riesiger Kinrey, der offensichtlich versuchte einen weiteren Tunnel in die Urwurzeln zu vergrößern, um mehr seiner Brüder an die Oberfläche zu rufen.
Das Biest erwies sich als erstaunlich zäh und auch erst als alle seine Kincher-Wachen vernichtet waren, ergab sich für uns die Möglichkeit ihn zu erledigen.

Nachdem dies getan war, erkannten wir das ein Teil der Monster nach Südwesten floh und verfolgten sie, bis zu einem weiteren Loch in Atys Borke, an dem sich erneut ein Schwarm von Soldaten Kitin mit Soldaten der Zoraï Dynastie schlugen. Deren Wachgarnison unweit in einer Mulde eingerichtet worden war, zu genau diesem Zweck. Vor Kitin zu warnen und sie zu bekämpfen. Jedoch hatte sich wohl kaum einer der Soldaten ausgemalt, das nur wenige hundert Schritt vor den Toren ihres Lagers die Borke aufbrechen würde und sich ein Strom vom riesigen Insekten über sie ergießen würde.
Unsere Hilfe kam willkommen, doch auch hier wurden wir zunächst erneut von den riesigen Insekten überrannt. Doch einmal mehr erwiesen sich die Homins als widerstandsfähing und flink. Nur einer schaffte es zu entkommen und schlich sich dann nachdem die Kitin von unseren Körpern abgelassen hatten zurück um einen Freund von den Schmerzen zu erlösen. Dieser heilte einen weiteren und jener wiederum einen anderen Verletzten. Schließlich standen alle Homins dankbar wieder auf ihren Beinen. Um eine Erfahrung reicher, jedoch nicht gewillt aufzugeben.
Erneut war der kampf hart und zäh, doch wir siegten auch hier.
Nicht auszudenken, wenn sich auch nur ein kleiner Teil der Insekten dort angesiedelt hättte.

Nachdem das Nichts gesäubert war, erhielten wir Kunde das im Hain der Schatten noch immer gekäpft wurde und eilten auch dort zu Hilfe, um die Bestien aus einem weiteren alten Ast zu vertreiben.
Vermutlich hatten sie ihn ehedem aufgegeben, weil das Goo schon an ihm nagte und hätten sich eh nicht in ihm niedergelassen. Jedoch durften wir kein Risiko eingehen.

Nachdem auch dieser Stock gesäubert war, stießen wir auf unserem Weg zurück in die Hauptstadt Zora, auf einen weiteren Brokenbruch. Unweit des Dorfes Min-Cho tat sich mit einem Male die Erde auf und hunderte der Monster ergossen sich in die friedlichen Städten der Einsicht. Zwar überraschten sie uns einmal mehr, doch hielten wir dem massiven Angriff stand und konnten sie zurückdrängen in das Dunkel und das Loch über ihnen versiegeln.

Wieder in Zora angekommen, verkündete der Weise Bai Chi-Mao schreckliches.
Er hatte den Schwarm erneut in einer Vision gesehen, größer und mächtiger als jeder uns bekannte Schwarm zuvor. Und er zog nach Norosten, in Richtung Matias, meiner Heimat.
So schnell es ging wurde das Königshaus unterrichtet und in den kommenden Tagen, werden die Matis wachsamer sein als je zuvor!
Wir werden die Bestien mit Feuer und Gift empfangen. Sie werden kein Bein auf den Boden des königreiches setzen können, ohne von unseren Waffen und unserer Magie empfangen zu werden.
Wir werden wie ein Homin stehen und kämpfen!

Wir werden unsere Heimat verteidigen und den Bestien keinen Meter schenken.

Schon jetzt sind Späher unterwegs um mögliche Borkenbrüche auzuspüren, doch fürchte ich es wird Winter werden, bevor die Bestein ihre hässlichen Häupter erneut zeigen.
Wir werden sie dennoch erwarten!

Lylanea Vicciona
Filira Matia
Bardin des Hofstaates
Wächterin Neu Matias

RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 4 years ago

Frühling - Quarta , der 16. Winderly des 1. Zyklus im Jahr Jenas 2550

Die letzten Tage und Wochen waren sehr, sehr anstrengend und fordernd für alle Homins von Atys.
Der stetige Kampf gegen die Bestien forderte einen hohen Tribut, doch können wir nun Sicher sein, das die Gefahr soweit es geht an uns vorüber gezogen ist.

Jedoch haben sich die Insekten nun scheinbar endgültig im Almati Wald eingenistet.
Wenn man es so betrachtet, ist dies sogar ein idealer Platz für einen solch großen neuen Schwarm, denn das Plateau von Almati steht einsam und hoch über der sonst kargen Borke von Atys.
Recht schnell wurde das Kontingent an Wildnissläufern der „Atys Rangers“ dort verstärkt und Freiwillige die den wuchs der Biester im Auge behalten wollen finden sich zu Hauf. Es scheint beinah so als hätten die Homins endlich eingesehen, das es dort draußen noch weit größere Gefahren gibt, als bloß einen Homin anderen Glaubens, der es auf ihren Außenposten abgesehen hat. Dennoch gehen die Kämpfe weiter. Es stimmt mich zwar nicht missmutig, das die Okkupation des wichtigsten Außenpostens in den Lagunen von Loria, einem traditionell dem Karavan zugeordneten Gebiet, durch eine dem Kami Glauben anhängende Gilde beendet ist. Aber, wirklich froh bin ich darüber auch nicht. Denn schon bald werden die Fanatiker unter ihnen wieder zu den Waffen rufen und sich bemühen diesen Fleck Boden wieder zurück zu erobern.

Aber, ich schweife ab.
Vor wenigen Tagen wagte ich mich hinab in das neue Nest. In der Mitte des Almati Waldes brach die Borke ein und ein Zugang tat sich auf. Heraus strömten Kitin, die wir nur mit Mühe zurückdrängen oder töten konnten. Ich hörte von einem weiteren, kleinen Nest das im Begriff war zu entstehen, in den Landen des Schattens, innerhalb eines riesigen umgestürzten Baumes, den die Urwurzeln schon lange umfangen hatten. Aber mutige Homins machten auch diesen Versuch der Kitin zu Nichte. Es ist so schon gefährlich genug dort unten.
Durch den Bruch in der Borke kann man nun vom Plateau hinab steigen in dessen Inneres, wo sich die Bestien angesiedelt haben. Und Freund, lass mich Dir sagen, es war ein Anblick den ich so schnell nicht vergessen werde.

Gleich nach dem Bruch, im Zwielicht des selbstleuchtenden Mooses, ist eine Gruppe Ranger als ständige Wache postiert. Wenn man nun einem recht geräumigen Gang folgt, für Kitin muss er eher beengt sein, erreicht man eine recht große Halle, an deren Wänden sich ein breiter Weg hinab in die Tiefe windet, um dann wieder in verschiedenen Tunneln zu müden. Manche dieser Tunnel sind Sackgassen, aber zwei von ihnen führen in weitem Bogen etwas tiefer hinab und münden in einer riesigen Halle. An deren Boden drängen sich Armas, Bodoks, Arainas und andere große Pflanzen fressende Tiere, beinahe winzig wirken sie in der großen Kaverne. Das Licht ist diffus und grünlich, das Moos an den Wänden gedeiht hervorragend, doch konnte ich keine andere Pflanze die mir bekannt war entdecken.
Auf hohen Emporen, die um die Halle herum führen, krabbeln, wie dunkelgrüne Schatten, große Mengen an Kipees, sie scheinen Fleischbrocken tiefer in den Stock hinein zu transportieren. Sie beachten die kleinen Homins nicht, die zwischen ihren Beinen herum huschen. Nur wenn jemand so unvorsichtig ist die Mitte der Kaverne, in der die unglücklichen Tiere zusammengepfercht sind, zu betreten, reagieren sie sofort aggressiv und greifen alles an was kleiner ist als ein ausgewachsener Bodok.
In Nieschen entlang der Wand hocken bewegungslos Gruppen von Kirosten, die ebenfalls Angreifen sobald jemand die Vorratskammer betritt, oder sie einen Homin erspähen. Glaube mir Freund, wir hatten trotz mächtiger Krieger und Magi in unseren Reihen große Mühe uns ihrer zu entledigen.
Wenn man es weiter hinab schafft, kommt man durch weitere Tunnel schließlich in einen Bereich, den Kibain, scheinbar noch bearbeiten. Sie sprühen Sekret auf die Wände und schaben daran herum. Ein Tunnel der Abzweigt scheint eingebrochen zu sein und auch hier bemühen sich die riesigen Arbeiter Drohnen allem Anschein nach, ihn freizulegen. Große Kizoars schwirren herum, immer in Dreiergruppen um einen von seltsam violetter Farbe versammelt. Sollte man einen von ihnen Angreifen, eilen sofort auch die äußerst robusten Kibain zu seiner Hilfe.

Tiefer konnten wir bisher nicht vordringen, aber es hat den Anschein, das die Monster hier ein bereits bestehendes, vor langer Zeit verlassenes Nest wieder in Besitz nehmen. Prophezeiungen des „Leidenden“ zu folge, ist die „junge Königin“ selbst noch nicht in dieses neue Heim gezogen. Sie hockt weit tiefer noch unter der Borke und wartet darauf sich in gemachte Nest setzen zu können.

Ich weiß nicht wie und ob wir dies verhindern können, oder sollten.
Der Almati Wald ist weit weg von jeder Ansiedlung und selbst wenn er ein Teil des Kulturellen Erbes meines Volkes ist, so sehe ich es doch eher als Segen, das die Bestien eine solch weit entfernte Heimstadt gefunden haben, anstatt einen neuen Stock in unseren Gärten zu gründen.

Almati, ein ehemals großer Botaniker meines Volkes soll dort verschwunden sein, nachdem er begonnen hatte mit dem Wachstum einer neuen Baumart zu experimentieren, die wehrhafter und widerstandsfähiger sein sollte als die bisherigen. Und den Homins der Matis als neue Heimbäume diesen sollten. Aber, das ist lange her.
Womöglich finden sich eines Tages Hinweise auf seinen Verbleib in diesen alten, neuen Nest, aber ich frage mich, ob wir nicht unsere Lehren aus der Vergangenheit ziehen und dieses Nest in Ruhe lassen sollten. Schon einmal hat ein unvorsichtiger Angriff auf ein solches Nest beinah unsere Kulturen vernichtet und großes Leid über alle Homins gebracht.
Bei allem Hass und aller Wut, die ich gegenüber den Insekten empfinde.
Sollen wir dies wieder riskieren?

Lylanea Vicciona
Filira Matia
Bardin des Hofes zu Yrkanis

RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 4 years ago

Winter - Tria , der 27. Nivia des 2. Zyklus im AtysJahr 2550

Lylanea hockte verborgen zwischen verschneiten Büschen und beobachtete das Lager der sogenannten „Ersten Deserteure“. Angestrengt versuchte sie den Mann auszumachen, dessen Steckbrief zu schreiben ihr die Ratsversammlung den Auftrag erteilt hatte.
Sie hatte bei Leibe nicht vor das ausgeschriebene Kopfgeld allein einzustreichen. Nein, niemand war so verrückt ein voll befestigtes Lager allein anzugreifen. Alles was sie wollte, waren ein paar Informationen über den Mann den das Volk suchte und den sie hasste, wie kaum einen Homin sonst.

Lange wartete sie und die Kälte kroch durch die Ritzen an den Gelenken ihrer schweren Kara Parok Rüstung, die sich jedoch ob ihrer weißen Farbe hervorragend in die Landschaft dieses eisigen Tages einfügte. Dann wurde ihre Geduld jedoch belohnt.
Rocho Anichio, gerade am vorherigen Tag hatte sie erfahren, das seine Familie darauf bestand das er die Adelsilbe „di“ nicht länger verdient hatte, trat aus einem der grünen Zelte. In den Händen hielt er eine Bolta, eines der kurzen Bogengewehre der Matis. Er sprach einen seiner Offiziere an und deutete mit einem Kopfnicken auf den Eingang des Lagers, an welchem einige Kisten gestapelt waren.

Die Matis bemühte sich sein Gesicht zu sehen, doch drehte er sich von ihr weg. Es war wohl angebracht den Standort zu wechseln.
Leise kroch sie durch das Gestürp, jedoch konnte sie nicht verhindern, das die Sträucher ins wanken gerieten und etwas Schnee zu Boden fiel. Als sie sich erhob um in die Deckung eines hohen Baumes zu treten hörte sie die Schritte hinter sich und jemand rief: „Da! Haltet sie auf!“
Sie war entdeckt.
Da krachte auch schon ein Geschoss neben ihrem Kopf in die Borke des Baumes. Um dessen mächtigen Stamm herum stürmten zwei Kämpfer mit erhobenen Schwertern.
Grade noch rechtzeitig gelang es ihr den ersten Hieb mit ihrer eigenen Klinge zu parieren und dem des anderen Matis auszuweichen. Doch ein wilder Kampf entbrannte.
Hoch hob sie ihr lebendes Schwert über den Kopf und wirbelte es in einem weiten Bogen um sich herum, um so beide Krieger auf Distanz zu halten. Sie hatte Glück und traf einen von ihnen direkt an der Brust. Der Mann brach stöhnend zusammen.
Der Andere war nicht so ungeschickt wie sein Kamerad. Er blieb auf eine Schwertlänge von ihr entfernt und vertraute darauf das seine längeren Arme ihm die nötige Reichweite gäben, um sie zu töten. Jedoch hatte Lyl keinerlei Verlangen danach sich hier noch weiter mit ihm zu schlagen.
Noch immer schlugen Geschosse aus mehreren Bogengewehren in den Baum und den Boden um ihn herum ein. Ihre einzige Chance war die Flucht nach vorn, zur Klippe hin, um eventuell aus der Reichweite der Waffen zu gelangen. Doch der Deserteur ahnte ihre Lage und versperrte ihr grinsend den Weg.
„Na was? Hast du Angst, weiches, kleines Mädchen?“
„Nein, ich will Dich nur nicht töten, wenn es nicht sein muss.“ erwiderte Lylanea.
Der Deserteur lachte und machte einen Ausfallschritt auf sie zu.
Die geübte Fechterin parierte seinen Hieb und ließ ihre Klinge an der seinen entlang gleiten, direkt in seinen Brustkorb. Mit vor Erstaunen weit aufgerissenen Augen brach der Mann zusammen. Kurz flammte Bedauern in Lylanea auf und sie betete stumm für die Seele des Mannes, während sie auf die Klippe zu rannte, die in einiger Entfernung das Hochplateau der Grünen Anhöhen begrenzte.
Hinter sich im Lager, hörte sie die Rufe der Wachen und noch immer erklang das dumpfe Knallen der Bogengewehre, deren spitze Geschosse um sie herum in den Boden einschlugen. Die Klippe war nun gefährlich nahe. Zwischen den Bäumen hastete die Bardin gen Osten, immer am Abgrund entlang. Zum Glück wagten sich nur wenige Tiere so nah an den Rand. Ein wütender Torbak, oder ein wilder Gibbai wären nun alles andere als willkommen gewesen. Schließlich ließ der Geschosshagel nach. Sie war außer Recihweite.
Vor ihr brach etwas durch das Unterholz und sie erkannte die Rot-Schwarze Rüstung eines Deserteurs. Abrupt blieb sie stehen und tauchte in einen nahen Busch. Was einige Yubos aufschreckte, die laut quiekend in die entgegengesetzte Richtung rannten.
Innerlich Fluchend richtete sie sich auf und stellte sich dem Krieger, der in ihre Richtung hastete. Sie nahm die Ausgangsstellung ein, die lange Klinge an ihrer Seite erhoben, und wartete auf seinen ersten Schlag. Dieser kam in weitem Bogen auf Hüfthöhe geführt.
Sie konnte ihm leicht ausweichen und drang dann ihrerseits mit einem Schlag von Schräg Unten auf den Mann ein. Der parierte ihren Angriff und trat einen Schritt zurück. Nur um gleich wieder einen Stich entgegen der Brust der Matis zu setzen. Dieser war nicht zu parieren und nur knapp wich Lylanea aus. Allerdings hatte dieser forsche Stoß, den ehemaligen Soldaten in ihre Rechweite gebracht und sie holte weit aus, nutzte den Schwung der eigenen Drehung und ließ die Klinge mit Wucht in seine Schulter krachen. Ihr Gegenüber wurde Weiß wie Schnee und fiel zu Boden wie ein nasser Sack.
Als Lyl weiter lief hoffte sie das seine Kumpanen ihn finden und pflegen würden. Aber, grimmig musste sie sich eingestehen, das der Blutverlust ihn vermutlich töten würde. Auch für seine Seele sprach sie in Gedanken ein Gebet.

Als sie die Hügel der Abtrünnigen hinter sich gelassen hatte und ihr Mektoub aus den Ruinen des nahen, aufgegebenen Außenpostens geholt hatte, dachte sie wären des Ritts noch lange nach. Darüber, was Homins dazu veranlassen konnte dem Königreich, in dem endlich ein relativer Friede herrschte und das endlich unter Yrkanis weiser Herrschaft Stabilität erreicht hatte, den Rücken zu kehren.
Soweit sie wusste, waren die Deserteure Anhänger des irrigen Glaubens, das Jinovitch der Brudermörder und verhasste Tyrann, den Yrkanis vor langer Zeit vom Thron gestoßen hatte und der auf der feigen Flucht von Kitin zerrissen worden war, eines Tages wieder erscheinen und das Reich zurückfordern würde.
Aber, selbst wenn Jinovitch noch leben sollte und wie es Gerüchte besagten, sich irgendwo in den Hohlwegen der nach ihm benannten Region des „Ketzers Unterschlupf“ verbergen würde. So wäre er mittlerweile bei weitem zu Alt um den Thron noch zu besteigen. Ganz abgesehen davon, das er den Krieg gegen seinen Neffen einzig aus dem Grund verloren hatte, das seine Soldaten den legitimen Prinzen erkannten und zu diesem überliefen. Yrkanis war lange totgesagt worden. Doch wie sich herausstellte, war der junge Prinz den Häschern seines Onkels entkommen. Zum Glück für alle Matis und alle Völker der Neuen Lande. Ohne ihn hätten viele Dinge einen anderen Verlauf genommen.

Nun hatte dieser wahnsinnige Rocho Anichio, eine Allianz mit den Marodeuren aus den Ödländern zu geschlossen. Vermutlich, um entweder einen Herrschaftsanspruch für sich zu sichern, oder um den Weg für einen Toten zu ebnen.
Wie sich über Lylaneas Nachforschungen herausgestellt hatte und wie sie zum Teil auch selbst erlebt hatte, war er ebenfalls an den Entführungen der Königin und des Prinzen beteiligt gewesen.

Nundenn, als Lylanea die Tore der Hauptstadt durchritt stand ihr Entschluss fest.
Sie würde den Steckbrief auf den Verräter so schnell wie möglich erstellen und von Schreibern der Akademie kopieren lassen. In allen Städten der Neuen Lande sollte er hängen. Und ein jeder Homin sollte wissen, das das Matis Reich keinen Verrat duldete.

Zwei Tage später prangte an prominenter Stelle, der Anschlagsbretter aller Städte folgendes Pamphlet:

RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 4 years ago

Eine kleine Geschichte, die ich in den Archiven von Pyr entdeckte:

Es begab sich damals, kurz nach der Ankunft der verschiedenen Homingruppen in den Neuen Landen, es muss so um das Jahr 2526 – 27 gewesen sein, Imperator Ceracos, Dextons Vater, lebte noch und man begann gerade mit der Planung der Hauptstadt Pyr.
Der Platz war ideal, leicht zu verteidigen, voller Rohstoffe und in dem alten, abgestorbenen Ast von Atys fand sich genug Platz um die majestätischen Mauern von Pyr auszuarbeiten.
Es gab nur ein Problem, so kurz nach dem Aufstieg aus dem Exil gab es zu wenige erfahrene Krieger, die die Baustelle und somit den Vorläufigen Sitz des Kaisers verteidigen konnten.

Somit wurden aus allen Gilden die dem Reich treu ergeben waren und die noch über solche Kämpfer verfügten, die Besten auserwählt und auf lange, anstrengende Patrouillieren entlang des Canyons, bis hinauf zu Ovlovaks Oase geschickt.
Tag und Nacht sollten diese Männer und Frauen das Herz ihres Reiches beschützen.
Und so taten sie auch.

Ihr bevorzugter Posten war das kaum bewachsene Plateau inmitten der Gesetzlosen Schluchten, etwas südwestlich von Pyr. Dort errichteten sie, neben einigen Anderen innerhalb der Imperialen Dünen, ebenfalls Wachtürme.
Auf das sie dort den Unbilden des Wetters nicht gänzlich ungeschützt ausgeliefert waren und Feinde schon von weitem erspähen konnten. Damals gab es nur zwei Brücken, jene hinüber zu des Drachen Rücken und jene die neben dem Wachturm nach Pyr führte.
So war der Übergang leichter zu verteidigen. Die Brücke hinüber zum Canyon Pass wurde erst viel später fertig gestellt, als Pyr sicher und fest war.

Eines Nachts nun kam es zum Äußersten.
Eine Besatzung aus 5 Fyros und 5 Fyrae hatte auf dem Plateau Stellung bezogen und zugegeben, sie langweilten sich ein wenig. Jedoch, so sagt man in der Wüste, ist auch ein gelangweilter Fyros noch immer wachsamer als ein munterer Tryker. Was damit genau gemeint ist, das soll ein jeder für sich entscheiden.

In jener Nacht nun saßen einige der Wachhabenden oben auf dem Turm und einige andere liefen Patrouille über die kleine, sandige Ebene. Kein Lüftchen regte sich. Aus den Tiefen der Schluchten um sie herum stieg der Geruch von verbranntem Holz und sengenden Kadavern auf.
Nicht sonderlich angenehm, aber einer von ihnen sagte, es erinnere ihn an die Kochkünste seiner Schwiegermutter. Was den meisten hart gesottenen Kämpfern zumindest ein lächeln ab rang. Auch wenn er dieses Scherzes nicht müde wurde.

In lockerer Formation liefen die schwer gerüsteten Männer und Frauen an den Klippen entlang, auf die Brücke zu. Deren Form noch lang nicht die Heutige Vollendung angenommen hatte und eher einem Flickwerk aus Balken und Streben glich, das bedenklich schwankte, wenn der Wind einmal auffrischte.

Als sie der Brücke näher kamen, erspähten sie Schatten zwischen den hölzernen Streben und waren sich nicht sicher was dies zu sagen hatte. Dort bewegten sich langsam und vorsichtig einige Homins, gen ihrer Stellung.
Wachsam schritten sie aus und erreichten den Anstieg zu Brücke.
„Heda! Oren Pyr! Wer da?!“, rief der Ranghöchste von ihnen.

Die Schatten verharrten kurz, dann jedoch kamen sie näher.
„Oren Pyr, Homin. Wir sind Wanderer die euer Licht in der Ferne sahen und nun hofften einen Schluck Wasser und etwas Ruhe von der langen Riese zu erhalten.“
Ein breitschultriger, großer Fyros trat in den Schein der Fackel. Sein Panzer war fleckig und voller Scharten , seine Waffen schienen ebenso abgewetzt zu sein wie er und sein Gesicht war Wetter gegerbt und hart. Keiner der Soldaten erkannte die Tattoos im Gesicht des Fremden, aber dies war nichts wirklich Neues, da täglich Flüchtlinge aus den Alten Ländern eintrafen.

„Seid ihr aus dem Exil gekommen?“ fragte somit der Hauptmann der Gruppe den Fremden, der mit abschätzendem Blick seinen gegenüber musterte.
„Ja, aus dem Exil. Lange suchten wir einen Weg in ein Land ohne Kitin. Und gleichwohl hier einige sind, so sind es doch weniger als in der Ödniss dort draußen, oder in den Ländern der Schande.“

Der Hauptmann hatte schon viele Geschichten aus dem Exil gehört und somit wunderte er sich nur wenig über die Wortwahl des Mannes ihm gegenüber.
„Nun, dann kommt mit uns. Wir führen euch zu unserem Hauptlager. Der Imperator wird sich freuen, solch mächtige Krieger, die die Wildniss allein bezwungen haben, begrüßen zu dürfen.“

Der hochgewachsene Fyros drehte sich kurz um und nickte seinen Begleitern zu, die sich noch immer außerhalb des Fackellichtes aufhielten. Dann lächelte er den Hauptmann an und sprach:
„Es wird mir eine Freude sein, euren Imperator, kennen zu lernen.“

Gemeinsam machten sich die zwei Gruppen auf. In der Ferne konnte man die Lichter des großen Lager sehen an dessen Stelle eines Tages Pyr entstehen sollte. Vor ihnen ragte dunkel die Silhouette des Wachturmes in den Nachthimmel.
Dort angekommen kamen die anderen Fünf Wachhabenden aus dem Gebäude und traten den Besuchern entgegen.
„Oren Pyr. Fremde. Was führt euch her?“

„Sind das alle die dort im Turm hocken?“ kam die Antwort des großen Fyros.
„Ja, wir sind nur eine kleine Gruppe der ehrenhaften Verteidiger unserer zukünftigen Hauptstadt.“

Der Mann lächelte kalt, griff an seinen Gürtel, bellte einen Befehl in einem seltsamen Dialekt und griff den Hauptmann an.

Mit einem Male entstand ein Kampfgetümmel wie es die altgedienten Soldaten schon lang nicht mehr erlebt hatten. Die Angreifer scheinen mehr und mehr zu werden, denn aus der Dunkelheit hinter der Brücke sah man nun weitere von ihnen hinüber hasten.
Binnen weniger Minuten waren drei der Verteidiger den Schwertern der Banditen zum Opfer gefallen. Und auch die verbliebenen Sieben taten sich schwer gegen die Übermacht.
Eine der Fyra jedoch schaffte es den Turm zu erklimmen und dort oben in das Horn zu stoßen, welches genau für diese Zwecke dort hing.
Der lange, hallende Ton schnitt durch die kalte Nacht und alsbald wurde er am Hauptlager und an den anderen Türmen beantwortet.
Dann beendete ein Schnitt den klagenden Ton.
Doch die Soldaten der Fyros waren alarmiert und griffen zu den Waffen.

Grade als die Verstärkung eintraf sahen sie die letzten ihrer Kameraden fallen.
Voller Zorn und mit all dem Mut den ein Fyros aufbringen kann, warfen sie sich den Angreifern entgegen, die an Zahl und Kraft ihnen durchaus gewachsenen waren.
In dieser Nacht bestritt das noch junge, neue Imperium der Wüste seine erste, wahre Schlacht gegen einen Feind der ihnen später immer wieder zusetzen sollte.
Denn auf den Rüstungen der gefallenen Feinde fand sich ein Emblem eingraviert.
Ein schwarzer Varinx.

Und so auch das Plateau an jenem Morgen ein grausiges Schlachtfeld aufwies, so schöpfte das Volk der Fyros doch Hoffnung aus diesem Sieg.
Denn dort wo das Blut ihrer Helden den Boden getränkt hatte, begannen kurz darauf seltsame Bäume zu sprießen, wie sie keiner zuvor gesehen hatte.
Und so heißt es Heute, die Bäume des leuchtenden Waldes, seien die Seelen der gefallenen Helden.
Die noch Heute ihrer Pflicht nachkommen und Pyr bewachen.

Lylanea Vicciona
Filira Matia
Bardin des Hofes zu Yrkanis Stadt

RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 4 years ago

(OOC: Wichtig! Ich habe damit angefangen, diesen Ingame-Blog auch auf www.heldengalerie.net zu pfelgen. (Dort könnt ihr übrigens gern mal vorbeischauen :) )
Daher bitte ich, um der Stimmung und des Spaßes willen, darüber hinweg zu sehen, das manche Dinge nicht wirklich InGame so möglich sind, wie ich sie beschreibe.
Ich möchte unterhaltsame Geschichten erzählen und nicht haarklein die Spielmechanik erklären müssen :D )

Das feuchte Moos kitzelte ihren bloßen Rücken und die Luft war erfüllt vom schweren, leicht modrigen Geruch der Yelks, die in einiger Entfernung und etwas unterhalb der engen Niesche grasten, in die sich Lylanea grade zwängte.

Draußen huschte die riesige Kipesta suchend umher. Ihr geschmeidiger, gegliederter Leib wand und bog sich, krümmte sich zusammen, wie in Vorfreude darauf die Stachel in einen Körper schlagen zu können und ihre Flügel surrten aufgeregt.

Die Matis hatte das Monstrum grade noch rechtzeitg bemerkt um ihm aus dem Wege zu gehen, als sie damit beschäftigt war einige gute, weiße Shu-Fasern aus dem weichen Boden der Urwurzeln zu ernten.

Shu war sehr weich und geschmeidig, deswegen schätzten Handwerker dieses Moosgeflecht sehr als Kleidung und Waffengriff. Lyl war im Grunde nur hier um ihrer Freundin Lucero einen gefallen zu tun.

Allerdings verfluchte sie ihre Gutmütigkeit zum wiederholten Male an diesem Tag. Denn sie hatte sich, wider besseren Wissens, an einen recht gefährlichen Ort gewagt, um an das begehrte Material zu kommen.

Diese als Unergründlicher Wald bekannte Gegend der Urwurzeln beherbergte einen Kitin Stock. Wohl, gemessen am neuen Nest, klein und unbedeutend, aber nichtsdestotrotz ein sehr gefährlicher Ort für Homins und andere Beute-Tiere der Kitin.

Lyl hatte schon vorher aus den Augenwinkeln heraus beobachtet wie ein kleiner Schwarm von 5 oder 6 der großen Libellenartigen Insekten über die Yelk Herde herfiel, die sich ebenfalls in die Nähe des Stocks gewagt hatte.

Solche Herden boten meist recht guten Schutz vor Angriffen, da sich Raubtiere oft eher an sie halten, als an Rohstoffsuchende Homins.
Jedoch grade Kitin schienen in ihrem unergründlichen Hass auf die Homins sogar freiwillig von sicherer Beute abzulassen um einen noch so wehrhaften Kieger oder Magi anzugreifen.

Prospektoren waren da eher leichte Beute.

Lyl trug ebenfalls nur ihre "Arbeitskleidung", einen Rock, ein Oberteil, leichte Stiefel und Handschuhe.

Und ihre hölzerne Spitzhacke eignete sich eher wenig zum kämpfen.

Deshalb hatte sie, sobald sie sah, das eines der Monster aus dem Verband ausbrach, das Weite gesucht und war den nahen Hang hinauf gelaufen.
Wo sie sich in eine enge Spalte des Holzes von Ats zwängte. Und nun hoffte, das die Kipesta dort draußen ihre Spur nicht aufnehmen konnte.

Sie wusste nicht wie die augenlosen Wesen ihre Beute fanden, aber sie wusste nur zu genau wie aggressiv sie waren.

Das hohe Sirren der durchsichtigen Flügel ging ihr durch Mark und Bein. Vorsichtig spähte sie aus ihrem Versteck und betrachtete ihren Gegner eingehend.

Das Vieh war ungefähr doppelt so lang wie sie groß war und seine Spannweite betrug ebenfalls fast dieses Maas. Sein rötlich-violetter Hinterleib war,
schätzungsweise so dick wie ihr Oberkörper und in bewegliche Segment aufgeteilt und endete in je einem üblen Stachel, rechts und Links von der Mitte.

Nach vorn hin verdickte er sich und wurde dunkler, bis er schließlich in einem langezogenen, rundlichen Kopf endete, auf dem sich vier kurze Fühler erhoben und konstant durch die Luft zu tasten schienen.
An der Unterseite befanden sich zwei mit einander verwachsene Arme, die zwischen sich den eklen Sekret Sack hielten und binnen eines Wimpernschlags entleeren konnten.
So das sich der hoch entzündliche Inhalt über das Opfer ergoss.

Das Biest sauste einige Male auf und ab, den Hang hinauf und hinunter und hatte dann scheinbar genug von der Erfolglosen Suche. In grader Linie schoss es hinaus in das grünliche Zwielicht der Urwurzeln.

Erleichtert schlüpfte Lylanea aus ihrem Versteck und lauschte dem leiser werdenen Surren der Flügel.

Wenn sie nach Norden schaute und den Blick etwas hob, konnte sie die dunklen Schatten einiger Kinrey gegen den Schein des leuchtenden Mooses erkennen.
Kitin Soldaten, die den Stock bewachten. Doch zum Glück waren sie zu hoch und zu weit entfernt um sie zu entdecken und als Bedrohung, oder Beute zu erkennen.

Nachem sie den Hang hinab gegangen war sah sie das ihr Jena offenbar noch weit mehr gewogen war als sie angenommen hatte. Im knöchelhohen Bewuchs lagen einige tote Yelks.
Von manche von ihnen stiegen sogar noch grünliche Sporenwolken auf. Sie waren erst vor kurzem getötet worden.

Yelks haben einen recht seltsamen Verteidigungsmechanismus entwickelt, der zwar sicherlich so manchen Fressfeind abschreckt, aber meist doch eher den Feind mit in den Tod reist.
So er denn nicht, wie die Kitin, immun ist.

Diese Herdentiere leben in Symbiose mit einer bestimmten Pilz Art, die auf ihren Rückenpanzern üppig wächst und von ihnen umher getragen wird, so das sich die Pilze verbreiten können. Diese nun stoßen beim Tod ihres Wirtes alle Sporen die sie in sich tragen ab und hüllen den Leichnahm für die Dauer einiger Sekunden in eine dichte grüne Wolke, die das Atmen so gut wie unmöglich macht. Wenn man es schafft aus der Wolke heraus zu taumeln und dabei nicht vollkommen die Orientierund verliert, isit man nach einigen Minuten des Hustens wieder bei Kräften. Aber, wenn man zu langsam, oder bereits angeschlagen ist, kann diese Wolke einen ziemlich unangenehmen Tod bedeuten.

Die Kipesta und alle anderen Kitin nun scheinen davon wenig betroffen. Was für diese Tiere den Tod bedeutet hatte. Lyl hörte andere Tiere nahebei dumpf Rumoren und kauen.
Scheibar war der großteil der Herde ungeschoren davongekommen.

Sie hoffte das der Hunger und die Mordlust der Kitin nun erst einmal gestillt waren und machte sie wieder daran Sap aus ihrem Körper zu sammeln, um die Borke aufzuweichen,
so das sie das Fasergeflecht des Mooses erlangen konnte, das ihre Bekannte so dringend benötigte.

Bald schin kniete sie vor einem brodelnen Loch im Boden und schob weiche Holzreste und Krume bei Seite.
Ein zwei Hiebe mit der Hacke und die Fasern waren durchtrennt.

Wärend dessen hielt sie stets ihre Umgebung im Auge und lauschte, ob sich unter das Grunzen der Yelks das Summen großer Flügel mischte.

RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 4 years ago

„Ten lye Narais! Nerthad sye Kitin!“
Mein Schrei hallte in den düsteren Kavernen des Kitin Nestes wieder.
Und die Homins kämpften. Wie Einer standen sie dem Feind entgegen und ließen nicht eher ab, bis das die anstürmende Welle von Monstern an ihnen gebrochen war.
„Für die Homins! Tötet die Kitin!“, dies war einmal mehr der Kampfschrei der sie alle einte.
Wenngleich auch nur wenige Kami-Anhänger an dieser Rettungsmission teilnahmen, so waren diese doch besonders mutig und ehrenvoll. Sie erkannten, das der gemeinsame Feind auch gemeinsam bekämpft werden sollte. Unabhängig von Religion und Geburt.
Allen voran stand Gargo Zeyphir an vorderster Front und seine Axt hielt gewaltige Ernte.
Es war mir eine Ehre an seine Seite zu stehen.

Kunde von einem vermissten Forschungsteam des Karavan hatte den Hofstaat der Matis erreicht und dieser hatte seine getreuen Vasallen und alle die dem glorreichen Karavan dienten, dazu aufgerufen, die vermissten Boten der Göttin zu finden und ihnen zu helfen ihre Aufgabe zu erledigen.
Denn wenngleich die Karavan auf über unerreichte Macht verfügten, so waren doch auch sie nicht gegen den Tod gefeit. Und fürchteten die gewaltigen Schwärme der Kitin beinah im gleichen Maße wie ihre ergebenen Diener, die Homins, die Bestien fürchteten.

Also, hatte sich eine Gruppe von etwas 30-40 Mutigen im Almati Wald eingefunden. Wo sie unter einer der schwebenden Barken des Karavan stehend, einen Offizier dessen vor fanden, der ihnen noch einmal die Lage erklärte.
Die Forschungsgruppe war aufgebrochen die Kitin zu studieren und Proben aus dem Nest zu sammeln, um die Monster besser einschätzen zu können. Nachdem sie sich einige Zeit im Nest aufgehalten hatten, brach jedoch der Kontakt zu ihnen ab.

Nun bat der Karavan also seine Anhänger um Hilfe.
Und sie folgten dem Aufruf.
Die Offizierin des Karavan bat Filira Zeron Gidera darum die Expedition anzuführen und er bewies einmal mehr, wozu Matis fähig sein können, indem er uns sicher durch die dunklen Tunnel wies.

Zunächst suchten wir im Bereich der Brutkammern nach den Vermissten Forschern, doch stießen dort nur auf Kitin Wachen und ihre eklen Eier. Einige davon größer als drei Homins.
Wir alle fürchteten uns davor was diesen wohl entschlüpfen mochte. Schon bald sollten wir es erfahren.
Doch zunächst suchten wir weiter das Nest nach den Karavan Mitgliedern ab.

Schließlich entdeckten wir sie in einem der östlichen Tunnel. Dieser war zum teil eingestürzt und hatte der Gruppe den Rückweg abgeschnitten. Mit vereinten Kräften gelang es uns den Schutt bei Seite zu räumen und die Eingeschlossenen zu befreien. Jedoch griffen uns dort zum Ersten Male einige Kizoar und Kibain an, derer wir uns jedoch recht schnell entledigen konnten.

Als ich die Karavan Mitglieder sah, stockte mir beinah der Atem.
Zwei von ihnen trugen Rüstungen wie ich sie nie zuvor gesehen hatte. Bläulich Schwarz waren diese und weit schwerer als die eng anliegenden Gewänder der Offiziere und Botschafter die wir kennen.
Ihr Helm war ebenfalls anders geformt und erinnerte an einen Kasten mit abgerundeten Ecken. Auf ihrer Stirn prangte ein sechseckiges Siegel und im Ganzen wirkte ihre Aufmachung eher wie die schweren Rüstungen der Homins, doch weit fester als Holz und Gewebe. Das Material aus dem sie bestanden vermochte ich nicht zu identifiezieren. Jedoch war es dem sehr ähnlich, in das sich die anderen Mitglieder des Karavan hüllen.

Ein weiterer Offizier in Rot gekleidet, schien die Beiden zu befehligen und rief sie bei der Bezeichnung „Agent“. Eine dunkel gekleidete weibliche Karavan war ebenfalls anwesend, doch schwieg sie die gesamte Zeit über und führte lediglich still und effizient die Befehle des Offiziers aus.
Auch die beiden „Agenten“ waren recht schweigsam und nickten meist nur, nachdem sie ihre Befehle erhalten hatten.
Sie sammelten Proben von Kitin Kadavern und Häuten, sowie Larven und Eiern.
Der Offizier hies uns nun ihnen Geleit zu geben, auf das sie ihre Aufgabe für den Karavan erfüllen konnten. Was wir auch gern und voller Stolz taten.

Kreuz und Quer ging es durch die unheimlichen Stollen des Nestes. Manchmal vorbei an tiefen Schluchten und gefangenen Tieren von der Oberfläche. Immer auf der Hut vor dem nächsten Angriff, dessen wir uns erwehren mussten.
Und derer gab es viele.
Immer und immer wieder drangen große Gruppen von Wächter Kitin auf uns ein, einige Male begegneten wir sogar jungen Kizarak. Doch trotz einiger herber Rückschläge und so manch gefährlichem Moment, blieben die Homins standhaft und Siegreich.

In der großen Vorratshöhle, dort wo die Kitin ihre Opfer zusammentreiben erlagen wir zunächst beinah ihrer schieren Anzahl, doch einige Mutige schafften es zu entkommen und uns wieder zu Kräften zu bringen, nachdem die Bestien von unseren geschundenen Leibern abgelassen hatten.
Ich danke Jena für die Macht, die sie diesen Homins einhauchte, auf das sie uns alle zu retten vermochten.

Schließlich erreichten wir erneut die Kammern mit den riesenhaften Eiern darin.
Und grade als sich die Agenten des Karavan daran zu schaffen machten, sie schienen nicht minder von dessen Größe beunruhigt als wir, brach das Chaos über uns herein.
Horden von Kinchern und Kipuka stürmten in die Halle und warfen sich uns entgegen. Dicht gefolgt von giftigen Kirosta. Selbst die sonst friedlichen Kipee griffen an und hämmerten mit ihren Klauen auf uns ein.
Wir kämpften wie besessen und Jena führte unsere Hand.
Zwar erlagen erneut viele von uns dem Ansturm, doch wiederum war es einigen wenigen zu verdanken, das wir uns nicht in die Hände der Götter gegeben mussten.
Jedoch, kaum standen wir wieder aufrecht, da griffen die Bestien erneut an.
Wir schafften es diesmal sie in Schach zu halten und zu dezimieren.
Doch hinter uns begann sich in dem riesenhaften Ei, etwas zu regen.

Mit einem Male brach eine Kreatur daraus hervor, die ich nur mit den gefürchteten Kinkoo vergleichen kann. Zwar war sie kleiner, und offensichtlich jünger, doch von gleicher auffälliger Färbung und ebenso aggressiv. Sogleich stürzte sich die junge Bestie auf uns und die Karavan.
Und während wir verzweifelt versuchten die Diener Jenas zu schützen, donnerten aus einem Seitentunnel eine Unzahl schwarzer Kidinak und zwei Kizarak hervor.
Doch diesmal blieben wir standhaft.
Mit dem Mut der Verzweiflung gelang es uns die Monster zu besiegen und schließlich auch mit vereinten Kräften den jungen Kinkoo zu fällen.
Grad wollte ich Jubel anstimmen, da fielen uns erneut Kincher und Kirosta in den Rücken.
Alldieweil wir kämpften, sammelten die Karavan proben des Eis und des widerlichen Schleimes der aus ihm hervortroff. Wohl um zu ergründen was darin diesen Riesenwuchs zu einer solchen Monstrosität verursacht.
Stolz erfüllt mich noch immer, da ich sicher bin das die gesamte Hominheit von den Ergebnissen dieser Tests profitieren wird. Alle die halfen diese Proben zu beschaffen dürfen Stolz sein.

Wir siegten.
Müde und erschöpft, doch unsere Zuversicht ungebrochen traten wir den Weg zum Ausgang des Nests an und stießen auf weit weniger Widerstand als zuvor.
Wir hatten die Bevölkerung arg dezimiert.
Auch darauf können wir stolz sein!

Schließlich erreichten wir die schwebende Barke des Karavan, wo der Offizier in Gelb bereits ungeduldig unserer Rückkehr erwartete.
Sie lobte unsere Anstrengungen über die Maßen und zog sich dann mit ihren Kollegen in die Flugmaschine zurück.

Die Homins gratulierten sich gegenseitig zu ihrem Erfolg und gingen dann auseinander.
Ein jeder mit Stolz erfülltem Herz. Ob der mutigen Tat dieses Tages.

Lylanea Vicciona
Filira Matia
Bardin des Hofes zu Yrkanis

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RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 4 years ago

Der königliche Ball lag hinter ihnen.

Doch noch immer konnte Lylanea das Hochgefühl nicht wirklich abschütteln, das sie ergriffen hatte als die ersten Gäste den Platz betraten. Und das ihr beinahe das Herz in den Hals getrieben hatte, als die königliche Familie eintraf und sich äußerst beeindruckt von den Vorbereitungen ihrer Adligen zeigte.

Seine königliche Hoheit und ihre Hoheit waren sichtlich zufrieden mit der umgrenzten Tanzfläche, mit ihren abgeteilten Logen für Ehrengäste, dem kleinen Lustgarten, der von fähigen Botanikern in Rekordzeit angelegt worden war und allen wunderschönen Dekorationen.

Tanz und Turnier gingen wunderbar über die Bühne, die Weinprobe verlief angenehm und auch Lyls extra vorbereitete Lobrede auf seine Hoheit fand Wohlwollen.

Seine Hoheit Prinz Lycos von Pyr war an Stelle seines Vaters, des Imperators, erschienen und machte eine durchaus gute Figur. Gouverneurs Vertreterin Shaly Nara als Repräsentantin der Tryker erschien und ließ einen kleinen Fauxpas bei der Begrüßung geflissentlich unkommentiert.

Leider erschien niemand aus den Dschungeln, bis auf die Vorsitzende des Kreises des Wiederaufbaus Sartyrika.

Aber, das war nicht ganz so wichtig. Der Abend war ein voller Erfolg und Lyl hatte eine große Last von sich fallen spüren, als er vorüber war.

Nun schritt sie langsam durch das hohe, feuchte Grass des Vergänglichen Gartens und hielt Ausschau nach jungen Psykopla, Slaveni und Cratcha Sprösslingen. Diese benötigte sie für das neue Hobby, das sie sich erwählt hatte. Beeindruckt von den Fähigkeiten die sie in der Vorbereitung des Balls bewiesen hatte, wollte Lylanea nun auch das Handwerk der Botanik erlernen.

Zunächst jedoch musste sie die Lehre überstehen. Und das hieß, niedere Arbeiten verrichten.

Ein Grinsen huschte über ihr Gesicht, als sie sich erinnerte wie verblüfft sie gewesen war, als ihr die Meisterin einen Eimer und eine Schaufel in die Hand gedrückt hatte, mit dem sie doch bitte Wasser und etwas Bodok Mist sammeln sollte, um die Blumen in den Beeten des kleinen Gewächshauses zu düngen. Beinah hätte sie protestiert, das sie so etwas nicht gehörte für eine Dame von Adel, aber schnell den Mund wieder zugeklappt, als ihr die Maximen ihres Volkes in den Sinn kamen.

Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit, Perfektion in allen Dingen und Demut vor jenen die Besser sind als man selbst.

Also nickte sie nur stumm und nahm die Gerätschaften entgegen.

In den nächsten Tagen lief sie unzählige Male zur großen Sammelstelle für "Dünger" und zum Brunnen vor der Stadt. Für jede nützliche Fuhre erhielt sie eine Art Zertifikat, das sie dazu berechtigte Materialien zu nutzen die dem Handwerker zur Verfügung standen. Also neben diversen Blumen, auch Bindematerial, Scheren, Messer und allerlei anderes Zeug. Mit schmerzenden Händen und Armen und dennoch kaum gebremsten Feuereifer hatte sie sich nach einem langen Arbeitstag zum ersten Mal an die Werkbank getraut und sollte ein Bouquet zusammenstellen.

Leicht überfordert mit all der Fülle an Möglichkeiten, werkelte sie ziellos herum und präsentierte der lächelnden Meisterin schließlich ein recht traurig wirkendes Sträußlein aus bunt zusammengewürfelten Blumen und etwas Faser als Halt.

Sie hatte sich ein wenig geschämt, als die Meisterin nickte und ihr schlicht sagte, sie solle es weiter versuchen.

Das tat sie auch und lernte.

Der letzte Strauß den sie gebunden hatte war wunderbar gewesen. Groß und reich an Duft und Farbe. Er regte die Sinne an und die Meisterin nickte beifällig und verkündete ihr, das sie nun mehr Verantwortung übernehmen dürfe.

Also, war sie nun an diesem frischen Sommermorgen unterwegs um die gewünschten Pflanzen zu besorgen.

Was genau die Botanik Meister damit vorhatten wusste sie nicht. Aber, vielleicht würde sie es eines Tages ja erfahren.

Kurz zuvor hatte sie im Königlichen Beobachtungsposten halt gemacht, der die Höhlen des Zorns und die Tiefebene der Sümpfe überblickte.

Lini Vachio, die Aufseherin des Vorpostens hatte ihr zugesichert, das es derzeit ungefährlich war im vergänglichen Garten auf die Suche nach Materialien zu gehen, nicht mehr Kitin, oder andere Raubtiere als Üblich waren gesichtet worden.

Also schulterte Lyl ihre große Tasche, legte ihre kleine, hölzerne Hacke an die rechte Schulter und ging den Hügel wieder hinab. Wenigstens war sie das graben nach Wurzeln und ähnlichem gewöhnt, das war ein Vorteil.

Und ihre Kleider würden nicht mehr nach Bodok Mist stinken, das war ein Anderer.

RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 4 years ago

Ich langte in Jen-Lai an, grade als der königliche Botaniker Lidi Chialdo vor der Versammlung interessierter Homins zu sprechen begann.
Er hatte sich, auf bitten der Zoraï Obersten in dort eingefunden, um mit den Verantwortlichen der Zoraï Theokratie das Problem der Landfremden Pflanzen und Tiere zu besprechen, die seid einiger Zeit innerhalb der Verdorrenden Lande auftauchten und sich immer mehr und scheinbar unkontrolliert vermehrten.

Seinen Ausführungen zufolge, war das Verhalten und die Veränderungen der Tiere, wie den Yelks aus dem Urwurzeln und den Timaris, die eine Färbung aufwiesen, wie ihre Artgenossen aus den Urwurzeln, bzw. der Wüste, ein Rätsel.
Was die königlichen Botaniker jedoch für wahrscheinlich hielten, war das das extreme Wurzelwachstum und das Vorkommen von Zoraï untypischen Pflanzen darauf zurück zu führen sei, das Sap von Unter der Borke nach Oben drängte. Die Pflanzen die so wild wucherten hatten alle eines Gemeinsam, sie wuchsen sonst auf sap-reichem Boden. Und Untersuchungen hatten ergeben, das der Boden in den betroffenen Bereichen Zoraïs mehr Sap enthielt als normalerweise der Fall war.
Ob dies durch eine Blockade unter der Oberfläche, oder anderweitig verursacht wurde, vermochte jedoch niemand zu sagen.
Eine interessante Theorie die in diesem Zusammenhang aufkam, war das eventuell der Durchzug des jungen Kitin Schwarms, vor einigen Jahren Jenas, dort unten Schäden angerichtet haben könnte, deren Auswirkungen jetzt zum Tragen kamen.
Eine weitere Theorie die aufkam besagt, das sich die Wurzeln durch und über den Verlauf einer Sap-Ader unter der Borke verbreiten. Und diesem auch folgen. Kartenmaterial das von Homins angefertigt worden war, bestätigte diesen Eindruck.

Was allerdings weit aus beunruhigender war, waren die Berichte zweier Stammesmitglieder, das zwei verschiedene Homins dabei beobachtet worden waren, wie sie die Bohrer auf Gildeneigenen Außenposten manipuliert hatten. Leider konnte keiner dieser zwei Zoraï identifiziert werden. Jedoch kam natürlich alsbald der Verdacht auf, das es sich um Muang Hoi-Gi und Verbündete handelt.
Zu welchem Zweck dies dienen sollte, blieb ein Rätsel.

Der überraschenderweise persönlich Anwesende Mabreka-Cho, oberster Weiser Zoraïs, willigte ein dynastische Wachen um die Außenposten herum zu postieren, die diese vor weiteren Übergriffen schützen sollten.

Sasura, meine gute Bekannte, schien besonders aufgebracht durch die seltsamen Vorkommnisse und setzte sich stark dafür ein, das eine Lösung gefunden würde. Leider jedoch versagte das Volk der Zoraï fast komplett seinen Dienst und scheint die Gefahr zu ignorieren, in der ihr Heimatland eventuell schwebt. Kein Zoraï normalen Standes war anwesend, was äußerst beschämend ist.
Es hat den Anschein, das nur Kinder der anderen Völker sich vom Kampf um Besitztum und Macht lang genug fortreißen können um dem "Volk der Wiesen und Mystiker" beizustehen.

Nachdem die Konferenz beendet war, brach man auf um die Situation noch einmal in Augenschein zu nehmen. Der Hain von Umbra ist nun beinah zur Gänze angefüllt mit äußerst aggressiven Yelks, die auf alles los gehen das sich bewegt. Jedoch, so konnten Salazar und ich beobachten wie eine Gruppe von fünf Tieren, aus dem Städten der Reinheit hinaus in den Hain von Umbra zog. Wobei sie beinah exakt dem Verlauf der Wurzeln folgten und, seltsamer Weise auch immer exakt unter ihren Bögen hindurch liefen.

Nachdem wir allerdings von ihren Artgenossen angegriffen wurden blieb uns nur unser Heil in der Flucht zu suchen. Es waren einfach zu viele.

In den nächsten Tagen, werde ich sicherlich den Stämmen der Region noch einige Besuche abstatten. Denn wie ich hörte, sollen unter anderem die Verräter des "Schwarzen Kreises" und die "Meister des Goo" wohl Informationen haben, die weiterhelfen könnten.

Wir werden sehen, was diese Wahnsinnigen wohl brabbeln werden. Ich denke ihnen ist nicht zu trauen.

Lylanea Vicciona
Filira Matia
Bardin des königlichen Hofstaates zu Neu Matia

RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 4 years ago

Lylanea stand an der Baustelle des zweiten "Ausgleichsbohrers", den die Kamisten im Palmen-Tal erreichten wollten und begutachtete das geschäftige Treiben der Zoraï Bauarbeiter. Umgeben von großen Crolice Wurzeln und den üblichen riesigen Farnen und Bambusbüschen, war die große Lichtung beinah nicht auszumachen. Viele Kipee und Kizoar Drohnen der Kitin scharrten um sie herum im Boden und wollten wohl auch an dem reichlich vorkommenden Sap teil haben.
Sie hatte nicht übel Lust die verdammten Kitin einfach mit ihrem Schwert zu vertreiben, aber besann sich eines besseren. Es gab derzeit Wichtigeres.
Jing Polei, der Verwalter des Baumaterials der Bohrer war verschwunden und mit ihm eine große Lieferung des Materials. Und ehe eine "Eigenbeteiligung" angenommen werden konnte, musste erst einmal festgestellt werden, ob er nicht vielleicht doch unfreiwillig fort geblieben war.

Sie sah sich um und erblickte eine Fyros Kriegerin die durch die Büsche auf sie zu geschritten kam. Als sie einige Farne bei Seite schob und den braungebrannten Arm zum Gruß erhob, erkannte Lylanea Sokara, eine weitläufige Bekannte.
Kurz darauf erschien Myeomye, eine Matis die für Lylanea vollkommen unverständlich, das Leben im Dschungel und unter der Fuchtel der Kami, dem in den Grünen Anhöhen vorzog. Grade unterhielten sie sich ein wenig über den möglichen Verbleib des Vermissten, da trat der Gesandte der Kami persönlich aus dem Dschungel. Ein schlanker, hochgewachsener Zoraï namens "Saison".
Die Matis misstraute dem mysteriösen Homin zwar ein wenig, wie allem was direkt mit den Kami zu tun hatte und jedem der diesen Wesen so fanatisch ergeben war, aber diesmal hatten sie etwas Mitgefühl gezeigt und zur Suche nach ihrem Verwalter aufgerufen. Für Lylanea war es eine Ehrensache, keinen Homin allein den Kitin zu überlassen, oder sonst einer der vielen Gefahren von Atys. Die Kami hatten jedoch bereits mehrfach bewiesen, das ihnen ein einzelnes Hominleben nichts wert war. Und auch diesmal wurde sie den nagenden Verdacht nicht los, das es einzig um die Baumaterialien ging, die zusammen mit dem Homin verschwunden waren und er nur als Vorwand galt. Sie schüttelte die dunklen Gedanken ab und betrachtete den Gesandten aufmerksam.
Er begrüßte die Homins höflich und drückte seine Verwunderung darüber aus, das lediglich so Wenige anwesend waren.
Myeomye jedoch wusste, das noch einige Helfer auf dem Weg waren und so besann man sich darauf zu warten.
Ein paar weitere Homins trafen noch ein und grade als man sich aufmachen wollte um den Vermissten zu suchen, brach eine Gruppe in raue Gewänder gehüllter Homins aus dem Wald hervor und ging sofort wild zum Angriff über.
Lylanea war zunächst so überrascht, das sie kaum bewusst reagierte und nur instinktiv den Schwerthieben auswich, die nach ihr geführt wurden. Wuchtig und ungeschickt wurde die Waffe geführt und es viel ihr leicht sie zu umgehen. Ungläubig starrte sie ihren Angreifer an, der mit harten Augen hinter seiner mit groben Mustern verzierten Maske weiter auf sie eindrang.
Endlich gelang es ihr das Schwert zu ziehen und sich zu verteidigen.
Der Angreifer und seine Kumpanen waren schnell besiegt und verwirrt und bestürzt betrachteten die Homins die Leichen zu ihren Füßen.
Warum hatten diese Kerle angegriffen?
Kaum hatte jemand diesen Gedanken laut ausgesprochen, da trafen schon einige heftige Zauber manche der Umstehenden. Aus dem Dickicht heraus, geschützt hinter den dicken Crolice Wurzeln, tanzten einige Magi, ähnlich gekleidet wie die Angreifer zuvor. Sie verwendeten zwar nur Eis- und Säure-Zauber, aber dennoch waren sie durchaus gefährlicher als die Krieger vor ihnen.
Sokara und die inzwischen eingetroffene Lunamoon stürmten vor und schlüpften geschickt durch eine Lücke in den dichten Wurzeln. Lylanea in ihrer schweren Rüstung musste um die großen Gewächse herum laufen, bevor sie einen Magi niederstrecken konnte.
Als auch diese Angreifer blutend und tot in Sand lagen, beschloss man ihrer Fährte zurück zu folgen und ihr Lager zu finden. Da man einen Zusammenhang mit dem Verschwinden des Verwalters vermutete.
Also, macht man sich auf und folgte den Spuren gen Osten. Am Rande des Lagers der "Amazonen des Toten Samens", eines Kami-treuen Stammes aus Matis Frauen, wurden die Homins von einer der Wachen angesprochen, die ihnen den Hinweiß gab, das eine große Gruppe Zoraï kurz hinter der Grenze zum Hai von Umbra ein neues Lager errichtet hatte und dort einen Gefangenen hielt.
Und tatsächlich, wenige hundert Meter hinter der natürlichen Regionsgrenze aus Holzplateaus, lag ein befestigtes Lager, gut bewacht und voller Kisten, Krüge und Packtiere.
Die Homins entschlossen sich zunächst langsam heran zu gehen um keine Aufmerksamkeit zu erregen, wurden jedoch bemerkt und sofort angegriffen. Im Kampfgetümmel entdeckte jemand den Entführten Jing Polei und während der Rest der Gruppe noch kämpfte schlug Lylanea ihren Gegner nieder und lief zu dem gefesselten Zoraï hinüber und zerschnitt die Seile die seine Arme und Beine umschlangen.
Er war übel zugerichtet und konnte kaum laufen, schaffte es jedoch mit einiger Mühe und etwas Hilfe aufzustehen und mit samt seinen Mektoubs und den Rohstoffen in deren Taschen zusammen mit der Gruppe aus dem Lager zu fliehen. Lylanea bemerkte dabei, das "der Weise Gesandte" Saison nur Augen für die schwer beladenen Mektoubs hatte und den Verletzten nur kurz betrachtete und kaum ein anderes Wort an ihn richtete, außer: "Sind die Rohstoffe noch alle beisammen?"
Wenn die anderen Homins der Gruppe, allesamt Kami-Anhänger, dies bemerkten so ließen sie sich ebensowenig anmerken wie Lyl.
In relativer Eile brachte man den Geretteten zunächst wieder zur Baustelle zurück, wo der von Arbeitern die Packtiere abladen ließ. Sasion versprach sich um ihn zu kümmern, seine Wunden versorgen zu lassen und bedankte sich bei der kleinen Gruppe Helfer.
Lylanea hatte genug gesehen und getan für diesen Abend und nutzte einen Pakt des Karavan, der sie zurück nach Yrkanis transportierte.

RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 4 years ago

Jena vergieb mir. Hätte ich gewusst was auf uns zu kommt, dann hätte ich mich mehr darum bemüht die Aufmerksamkeit der Homins auf die Probleme in Zoraï zu lenken.
Die Expedition auf der Suche nach der Ursache des Sap-Staus der die Oberfläche der Verdorrenden Lande verändert, hätte beinah in einem Desaster geendet. Meine schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten sich. Es ist der Erbfeind der einmal mehr sein widerliches Haupt erhebt.
Die verdammten Kitin haben scheinbar Tunnel noch unter der Region der Urwurzeln gegraben die sich sich "Verbotene Quellen" nennt. Dieser Tunnel, oder diese Tunnel wir wissen es nicht genau, haben wohl entweder das Sap umgeleitet, oder die Kitin haben eine Ader verstopft um sie trocken zu legen.

Aber, ich greife vor, der Weg hinab in die Urwurzeln führte eine kleine Gruppe von Homins, wir waren etwa 20 an der Zahl, zunächst zur Sapquelle im "Knoten der Demenz", wo wir nichts ungewöhnliches entdecken konnten. Der "Schwarze Kreis" hatte uns also, wie zu erwarten war, angelogen.
Danach machten wir uns auf zum nahen Dorf der "Goo Köpfe". Eines Stammes der sich wohl aus reiner Zweckmäßigkeit und nur unter Lippenbekenntnissen dem Karavan angeschlossen hat und ich muss gestehen, ich schäme mich dafür. Diese Wahnsinnigen verlangten doch tatsächlich, das wir ihnen Tiere, oder gar Homins für ihre unheiligen Experimente zur Verfügung stellen sollten. Im Austausch gegen Informationen. Oh Jena, ich danke Dir für die Kraft meinen Schwertarm im Zaum zu halten und die arrogante, dem Irrsinn anheim gefallene Anführerin dieser Gruppe nicht deinen gnädigen Armen zu überantworten. Gleich Morgen werde ich einen Petition an den Palast richten auf das diese Homins exkommuniziert werden sollen. Wie können wir diese taten dulden?

Aber, ich schweife ab.
Sie gaben uns keine wirklich nützlichen Hinweise, also entschlossen wir uns direkt in Tiefen hinab zu steigen um dort nach dem Rechten zu sehen. Wir befragten den Stamm der "Algenernter", die im Auftrag des Fyros Imperiums dort unten Wasser aus den Algen der Seen gewinnen, ob ihnen etwas ungewöhnliches Aufgefallen sei. Das Einzige was sie uns sagen konnten, war das seid einiger Zeit weniger Sap in den Marschen sammelte die sie beackerten und ihre Arbeit somit leichter geworden war. Und das sich jenseits des Sap-Sees dieser Lebenssaft von Atys wohl an staute, jedoch sie sich aufgrund der hohen Kitin Aktivität in der Region dort nicht hin wagten.
Auch wir kannten natürlich die Kirosta-Patrouillen welche die Gegend unsicher machten und wussten, das sich nur erfahrene Krieger tiefer hinab wagten, somit dachten wir uns nichts übles dabei.
Wie es kommen musste, so begegneten auch wir diesen Bestien und machten sie in kurzen Kämpfen nieder. Zum Glück führte uns der Tryker Dac'ho Si genannt Dachsli sicher voran und beherzt in den Kampf. Auch gegen Voraxe und die weißen Jugulas die dort Unten ihr Unwesen treiben und uns angriffen.

Jedoch trotz aller Zuversicht, als wir den See in der Mitte der Region erreichten stockte uns allen das Herz vor Grauen. Nahe dem See klafften zwei riesige Löcher im Boden. Und aus ihnen krabbelten grüne Kirosten heraus. Zu viel um sie zu zählen.
Zunächst standen wir alle wie vom Donner gerührt und starrten nur. Die Bedeutung dieses Anblicks und die schwere unserer Situation dämmerte uns langsam doch unausweichlich.
Dann erspähte uns die erste Gruppe der Bestien und der Kampf blieb unser einziger Ausweg. Mutig hieben wir uns den Weg frei. Magi und Krieger gaben gemeinsam ihr Bestes um der Bestien Herr zu werden, so manches Mal schien uns der Ruf der Götter ereilen zu wollen, dich rissen wir unser Schicksal immer wieder, mutig und verwegen an uns zurück und ertranken nicht in der Flut drahtiger Insektenkörper, die über uns hereinbrach. Hieb um Hieb fand sein Ziel und Zauber um Zauber vernichtete das widere Fleisch der Bestien und heilte das der Kameraden.
Ich bin stolz neben einer solch mutigen Gruppe von Homins gekämpft zu haben.

Gleichwohl wir unser Heil in der Flucht suchen mussten, nachdem wir uns zu einem der Durchbrüche vorgekämpft hatten und der uns begleitende Weise der Zoraï einen kurzen Blick hinein werfen konnte. Während er seinen Oberkörper hinab in das Loch reckte um einen Blick zu erhaschen hielten wir die Monster zurück, die aus dem zweiten Loch hervor strömten. Es war pures Glück, das sich in dem von ihm ausgesuchten Bruch keine der Bestien befand die ihn hätte hinunter reißen können.
Wir liefen so schnell wir konnten zurück zum Lager der "Algenernter" und beratschlagten was zu tun sei.
Der Weise teilte uns mit, das er einen langen Tunnel erspäht hatte, der zum Teil mit Sap gefüllt war. Auch vorher war uns bereits aufgefallen, das an den Beinen der Insekten Sap klebte.
Wir kamen schlussendlich zu der Übereinkunft das eine größere Streitmacht von Nöten sei diesen Tunnel zu erkunden und womöglich gar die Bestien darin auszurotten. Oder zumindest im Zaum zu halten, bis die von uns vermutete Verstopfung der Sap Adern beseitigt und der Tunnel zum Einsturz gebracht werden kann. Warum dies den mächtigen Kami nicht möglich ist? Nun das liegt nicht in meinem Ermessen. Homins müssen einmal mehr ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, so wie es die Maxime des Karavan ist.
Für Atys und meine Überzeugung werde ich weiter gegen die Bestien kämpfen.
Sobald wie möglich werde ich eine Versammlung des Adels einberufen und den König über die Lage informieren. Er als Stimme Jenas auf Atys muss unseren Kriegern den Abstieg in die tieferen Regionen der Urwurzeln erlauben, so wir nicht gegen Jenas Gebot verstoßen wollen. Im Angesicht der Bedrohung jedoch, die eine solche Veränderung von Atys Kreisläufen für alle Länder darstellt und nicht allein für die Dschungel der Zoraï, wird er sicherlich zustimmen, das eine Ausnahme gerechtfertigt ist.
Die Kitin müssen bekämpft werden. Egal wie und egal wo.
Die Homins müssen zusammenstehen und überleben.

Lylanea Vicciona
Filira Matia
Bardin des königlichen Hofes zu Neu Matia

RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 3 years ago

Heute haben wir den Kitin einen empfindlichen Schlag versetzt und die Dschungel der Zoraï, vielleicht sogar die Gesamtheit der Neuen Lande, vor der Veränderung des Sap-Haushaltes der Mutterpflanze Atys gerettet.

Ich danke Jena dafür, das die Krieger der Glaubensrichtungen einmal mehr in der Lage waren, ihre persönlichen Fehden bei Seite zu legen und sich vereint gegen die Bestien zu stellen.

Und ich danke dem königlichen Palast dafür, das uns die Erlaubniss erteilt wurde, an der Seite der Kamisten für Atys einzustehen.

Wie uns von den Weisen Zoraïs mitgeteilt wurde, war es nötig die Beschädigung der Sap-Adern ausfindig zu machen, die der große Schwarm vor 16 Jahren Jenas zurück lies und die dort vermutlich arbeitenden Drohnen der Kitin zu vernichten. Damit die Wunde in Atys' Leib von den Kami geschlossen werden konnte.

Wie eine scharfe Klinge schnitten die Krieger durch die Massen an Insekten die sich ihnen entgegenstellten.

Zunächst traten wir von Zora, der Hauptstadt der tiefen Dschungel aus den Weg zum Borkenloch an, das in die Urwurzeln unter diesen führte. Die Region welche als die "Verbotenen Quellen" bekannt ist. Dort im Zwielicht angekommen, drang unsere Schar vor bis zum Sap-See in ihrer Mitte, wo wir auf die ersten Kitin Patrouillieren trafen. Nach kurzem Kampf waren diese besiegt und unser Abstieg in die von den Käfern gegrabenen Tunnel begann.

Uns kamen diese hoch und breit vor, mehrere von uns konnten nebeneinander voranschreiten, jedoch wenn man die Größe der Bestien bedenkt so kann vielleicht eine von ihnen jeweils diese Tunnel durchschreiten. Wir hatten Glück und erreichten ohne Zwischenfälle eine große Unterirdische Halle, in der unsere Schritte widerhallten und sich die Decke um Dunkel verlor. Jedoch, nachdem sich unsere Augen an die nur vom Glühend es Mooses erfüllte Düsternis gewöhnt hatten, erblickten wir hunderte der Monster, die sich dort versammelt hatten. Der Boden unter unserer leicht erhöhten Position wimmelte nur so von ihnen. Und aus ihrer Mitte stachen riesige Kreaturen empor, Schwarmführer, Generäle in ihrem Kampf um die Oberfläche, wie sie noch kein Homin bisher erblickt hatte. Einer ähnelte einem Kincher, war aber um ein vielfaches größer und mit Stacheln besetzt, von schimmernd dunkelblauer Farbe mit tief orangen Flecken. Ein anderes dieser Wesen ward ein veränderter Kirosta und eine weiterer den Kipuka sehr ähnlich. Alle waren von einer Stärke welche die Wände der Höhle erzittern ließ.

Jedoch, dies tat dem Mut der Homins keinen Abbruch.

Sie kämpften sich durch die Horden von großen und kleinen Leibern. Hieben um sich und warfen Magie die heilte und tötete zu gleichen Teilen. Manch ein Mal drohte unser Kampfesmut zu stocken, doch immer wieder fanden sich jene die den Klauen entkommen konnten und dafür sorgten, das die Krieger wieder erstarkten.

Die Kämpfe waren brutal und heftig.

Jedoch, wir obsiegten und fanden die Stelle an welcher die tiefe Borke eingebrochen war und die Sap-Ader beschädigte. Nachdem die dort arbeitenden Drohnen vernichtet worden waren, erschienen einige Kami-Geister, die mit überraschender Effizienz das Loch im Boden schlossen und alsbald wieder verschwanden.

Nachdem dies geschehen war, begann jedoch die große Halle zu beben und Teile der Decke stürzten herab auf die Versammelte Menge. In aller Eile aktivierte man heilige Pakte und kehrte nach Zora zurück.

In den kommenden Tagen wird es eine Dankeszeremonie geben, die al jene ehren soll, die halfen das Rätsel zu lösen und die ihr Leben aufs Spiel setzten um das Gleichgewicht der Natur in den Dschungeln wieder herzustellen.

Wir werden sehen, wie diese Ehrungen aussehen.

Lylanea Vicciona

Filira Matia

Bardin des königlochen Hofstaates zu Neu Matia

RE: Lylaneas Wege. - Added by Lylanea over 3 years ago

Gebet für die Verstorbenen, Gebet um Wiederauferstehung.
Mindaltes Limae (Ich liebe das Licht)

Mateis Version

Kinae Jena, iteyo na aiymateis le

Mindaleis Limae. Mindaleis Atys.
Mindaleis Limae. Mindaleis Lum.

Kainae Jena, enivenias ende na
Na matala mataleiti ad lumnadad le

Kainae Jena, enivenias aiyennas na
Na tutala mataleiti ad umnasadad le

Kainae Jena, enivenias lodie na
Se decatattes, se firhias, ad mindal le

Kianae Jena, natias ne, wivan le

Ad silam wivanias le
Kinenae Limae, mindaleis le

Jena Aiye

Übersetzung in die Gemeinsprache

Göttin Jena, erhöre mein Gebet

Ich liebe das Licht. Ich liebe Atys
Ich liebe das Licht. Ich liebe das Leben

Göttin Jena, heile mein Herz
Das ich verlor im Kampf zu Deinen Ehren

Göttin Jena, heile mein Seele
Die ich gab hin für deine Reinheit

Göttin Jena, heile meinen Körper
Er leidet, er stirbt, für Deine Liebe

Göttin Jena, erneuere mich, deinen loyalen Diener

Auf das ich Dir erneut mit Freunden diene.
Göttin des Lichtes, ich liebe Dich

Gepriesen seist Du, Jena

OOC Anmerkungen.

Die Worte und Sprache "Mateis" habe ich zum Großteil aus diesem Wiki entnommen: [[http://en.ryzomnomnom.com/wiki/Language_of_the_Matis]]
Einige Vokabeln musste ich hinzu-erfinden um den Text vervollständigen zu können.
Diese Vokabeln werde ich in meine kommende Übersetzung des Wikis ins Deutsche einschließen.

CU
Acridiel / Lylanea