Die Memoiren von Kedgy Be’Cauny

Während die Hominheit altert, und der Zahn der Zeit langsam an ihr nagt, fordert die Last von Monaten und Jahren allmählich ihren Tribut. Selbst die mächtigsten, die tapfersten unter uns, sind nicht in der Lage dieses tragische Schicksal abzuwenden. Früher oder später gewinnt die Zeit diesen schreckliche Kampf.

Es gab einen Homin, für den ich alles gegeben hätten, ihn länger am Leben zu sehen, einen Homin, den ich hätte lieben können, der sich jedoch mehr Gedanken um alle lebenden Homins machte, als um alles andere auf Atys. Ich hätte bereitwillig mein Leben dafür gegeben, könnte ich ihn damit wieder zurückbringen.

Mein Meister ist für mich derjenige, dem wir für diese neue Welt danken sollten. Ohne seine Beharrlichkeit und Tapferkeit wäre ich nicht einmal hier um diese Worte schreiben zu können. Er war weder Imperator, noch König, sondern nur ein Fyros, nur ein Homin. Ohne Zweifel ist dies auch der Grund weshalb das launische Atys ihn, der einst mein Meister war, vergessen hat.

Geschichten befassen sich nur selten mit gewöhnlichen Homins, selbst wenn dieser „Vermesser der Regenbogen“ und sogar „Navigator der Sterne“ genannt wurde. Aber wer erinnert sich schon daran wie unsere Welt in solch vergangenen Tagen war? Die meisten von denen, die Atys bereisen wissen nicht einmal was ein Regenbogen ist. Es würde viel Zeit und Geduld erfordern unser Leben zu erklären. Die Flucht, ohne Hoffnung auf Rückkehr, das blinde Vertrauen in eine irrationale Hoffnung, diese kalten Tage, an denen wir uns aneinander gekuschelt haben in der Dunkelheit, als wir uns vor dem unsichtbaren Feind versteckten, die letztendliche Tapferkeit um den Weg erneut zu gehen, der und woanders hinführte...

All diese Mühe und Härte um nach drei Jahren, die uns wie eine Ewigkeit vorkamen, das Feld von Coriolis zu finden. Die ganze Plackerei um sich den Neuanfang zu erarbeiten, aufzubauen, aufzustreben und gleich wieder in Vergessenheit zu geraten; nicht mehr als eine Legende zu sein, eine Lagerfeuergeschichte. Mein Meister hat nicht lange genug gelebt um das Ergebnis seiner Arbeit zu erleben.

Von seiner grossen Kunst, das Lesen aus den Sternen, seine Vorsicht und Fähhigkeiten in extremen Gefahren, davon hat er uns fast nichts hinterlassen. Ausser mir gibt es höchstens noch Deutheus Xaphaan, der heute noch lebt, wenn ich den letzten Reisenden vertrauen kann, die sich trauen in den tiefen Landen von Atys zu wandeln, und mit denen ich manchmal die Gelegenheit zum reden bekomme.

Deutheus ist so stark! Wie konnte sie immernoch am Leben sein bei dem Licht. Ich frage mich ob sie ihren Platz in dieser neuen Welt gefunden hat. Was mich betrifft, der blosse Anblick der Oberfläche von Atys ruft Erinnerungen wach, die einfach zu schmerzhaft sind. Hier hat mein Leben einen Sinn und Zweck. Ich helfe Leuten in Not, rette die glücklosen und einfältigen gleichsam vor der Gefahr... Wer könnte die Strasse von Umbra besser kennen als ich? Selbst die Pyromancier, die mich schliessliche aufgenommen haben, verlassen ihr Dorf nur selten. Hier zu bleiben ist der einzige Weg den ich gefunden habe, um die Lehren meines Meistern nachzuleben und nach ihnen zu Handeln.

Die Zeit löscht langsam unsere Fussabdrücke auf Atys... Was aber bleibt von dem was wir einst waren? Wer erinnert sich an den Homin Rydon? Homins verlassen uns in den Tod, und die Dinge, welche sie erschaffen haben, werden gleichsam mit dem Wandel der langen Jahre verfallen.

Mein Meister wird jedoch immer seinen Regenbogenschatten auf Atys werfen, solange ich es aushalte das am Leben zu erhalten, was er einst war, und seine grosse Tat zum Wohl aller Homins.

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