Treffen mit einem jungen Blumenmädchen

Wir haben uns mit Nuani getroffen und uns mit ihr über den Bund der Ehe im Volk der Zoraï unterhalten. Sie ist ein junges Blumenmädchen, welches in dieser Funktion regelmäßig an Zoraï-Vermählungen teilnimmt. Heute lässt sie uns an ihren Erfahrungen teilhaben.

"Hallo Nuani. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, mit mir zu sprechen."

"Das ist kein Problem. Während ich das mache, brauche ich meine Hausaufgaben nicht erledigen!"

"Äh, gut, vielleicht könntest du damit anfangen, uns etwas über den Hintergrund der Zoraï-Vermählung zu erzählen.“

"Klar doch! Bei uns Zoraï'i mögen die älteren Leute diese Dinge, weil sie die ein Schritt zur weltlichen Stabilität und der Einheit der Gemeinschaft als Ganzes ist. Eine Eheschließung ist etwas anderes ist als die Kami-Erleuchtung und die religiösen Angelegenheiten.
Es soll auch dazu gut sein, um das andere Geschlecht besser zu verstehen. Aber ich kann nicht verstehen, wie jemand glauben kann, dass das möglich sein soll, wenn er schon mal meinen Bruder getroffen hat! Wie auch immer. Verständnis jeder Art ist positiv und und hilft uns allen.

Die Braut und der Bräutigam müssen miteinander ewig lang verlobt sein - mindestens drei Jahreszeiten - und sie sollten in dieser Zeit aufeinander achtgeben. Der Verlobte muss dabei eine Jahreszeit lang alle Arbeit übernehmen, dann die Verlobte, danach sollten beide gemeinsam füreinander sorgen.

Außerdem gibt es einen Schirmherrn, dem beide Partner vertrauen müssen. Er vergibt Aufgaben an die Verlobten, die sie füreinander erledigen müssen.

Wenn alles ganz furchtbar schiefläuft, können sie sich scheiden lassen, aber das ist sehr teuer und die Leute billigen das immer noch nicht wirklich."

"Gibt es einen formellen Tag für die Hochzeit?"

"Oh ja! Das Datum der Heirats-Zeremonie wird nach der Verlobungszeit festgelegt und findet normalerweise an einem Quinteth statt. Trauungen dürfen nicht am Holeth gefeiert werden, dem Tag von Ma-Duk, oder während der Gedenkwoche - das wird als extrem schlimmes Unglück angesehen."

"Und die Zeremonie?"

"Nunja, die Vermählung wird durch einen erfahrenen und respektierten Homin durchgeführt, üblicherweise ein Magier, der die Urwurzeln kennt und weit gereist ist.
Wenn die Gäste ankommen, müssen sie die offizielle Einladung am Eingang zum Hochzeits-Ort vorzeigen. Der Bräutigam und die Braut verbringen Wochen damit, kleine Geschenke zu fertigen, die sie als Einladungen aussenden. Alles erfüllt diesen Zweck, solang es nur traditionelles Zoraï-Handwerk ist.

Wie auch immer, nachdem der langweilige Teil vorbei ist, wird jeder in der Stadt zum Fest eingeladen. Natürlich sind wir Zoraï nicht so materialistisch wie manch andere Leute, aber Geschenke sind immer willkommen, wenn man ein neues Zuhause einzurichten hat. Unsere Ehebündnisse sind nicht speziell religiös, also ist es dem Paar selbst überlassen, wie sie die Zeremonie genau haben möchten. Sie kann auch überall abgehalten werden.

Die eine Vermählung, bei der ich letzte Woche war, wurde in der Gemeindehalle von Zora abgehalten, eine sehr hübsche Lokalität für die Feier danach. Die Braut und der Bräutigam stellen füreinander Ringe her, die am Zeigefinger getragen werden. Es wurde uns beigebracht, dass das der Finger ist, der mit unserer Seele verbunden ist. Ringe, die Leben spenden, sind eine schöne Geste, um die Langlebigkeit der Ehe zu versinnbildlichen.

Irgendjemand bringt auch immer ein Ernte-Werkzeug mit. Das soll Atys selbst symbolisieren; und - naja, du weißt schon: Fruchtbarkeit. Manchmal erlauben wir uns einen Spass damit und stecken sie unter das Hochzeitsbett.
Ein anderes Beispiel für mitgebrachte Gegenstände, sind von den Trauzeugen gekaufte seltene Urwurzel-Materialien, um die Vielfalt des Lebens zu symbolisieren, und wie wir auf Atys angewiesen sind. Und die Braut macht dem Bräutigam eine Kombination von violetten Zoraï-Kleidungsstücken. Ich bin nicht sicher, ob das dazu dient, zu verdeutlichen, wer die Hosen anhat!"

"Wo wir beim Thema Bekleidung sind, was ist die Kleider-Ordnung für die Heirat?"

"Ooooh, tja, die Kleidung ist immer farbenfroh selbstverständlich, niemand trägt Schwarz. Wir alle machen uns mit unserem besten Schmuck hübsch und lassen uns auch noch neue Tattoos auf die Masken malen. Traditionellerweise trägt die Braut zu dieser Gelegenheit eine kunstvolle Frisur, und ein violettes Kleid. Der Bräutigam beginnt, indem er nur ein Lendentuch trägt, aber die Braut reicht ihm die violette Kleidung, die sie gemacht hat, um zu zeigen, dass sie nun ein Paar sind. Im Gegenzug offeriert er ihr sein Erntewerkzeug.

Alle Gäste sitzen in einem Kreis rund um den Zeremonienmeister herum, und die Blütenmädchen streuen Blütenblätter auf den Boden rundum. Der Bräutigam kommt zuerst auf seinem Reit-Mektoub, er trägt nur das Lendentuch. Seine Freunde und seine Verwandtschaft ziehen ihn ins Zentrum des Kreises, wo seine Braut sich ihm anschließt, die normalerweise ein paar Minuten später kommt. Dann haben sie den Zeremonie-Teil, oh, und am Ende baden sie einander im Licht von Ma-Duk - dieser Abschnitt bringt mich immer zum Weinen - dann ist es Zeit zu feiern!

Für gewöhnlich werden einige Freunde ein neues Lied komponieren oder einen Tanz bei der Feier aufführen - oft, während die Gäste ihre Gratulationen an das Paar überbringen. Sie starten den Tanz und die Festlichkeiten dauern im allgemeinen die ganze Nacht an!"

"Nuani, danke für die Einblicke in den Ritus der Zoraï-Vermählung."

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