Die Nachfolger - Sechster Teil

Zwei Jahre sind vergangen seid sie das letzte Mal vor diesen Toren standen. Für einige schienen es zwei endlos lange Jahre gewesen zu sein, jedoch für Feuor gingen sie blitzschnell vorbei. Sein frühes Waffenbeherrschungs-Training hatte sich ausgezahlt, er übertraf alle Erwartungen mit seinen Schwertkünsten und gehörte zu den fünf besten Pikenkämpfern seines Jahrgangs. Er hatte jeden Tag hart gearbeitet und trainiert um eines Tages die Pike beherrschen zu können, die ihm sein Vater zum Geschenk gemacht hat, als er in die Akademie eingetreten ist.

“Nun gut… Gut gemacht Feuor, wies aussieht kannst du ganz gut mit dem Schwert umgehen. Hol dein Schild und wir werden gemeinsam ein paar Ausweichübungen machen.“ Der Lehrer schätze seine harte Arbeit und wollte, dass er immer schwerere Manöver auf seinem Weg zur Perfektion erlernt.

Feuor fand schnell seinen Platz in der Akademie, er mochte jeden Aspekt seines Trainings und kam gut mit seinen Mitschülern aus, im Kampfring, sowie im Gesellschaftsraum. Sogar einige der Mädchen schienen ein Auge auf ihn geworfen zu haben, obwohl er ein „Outlander“ war. Doch die Muskeln die er durch Training aufbaute, machten seine Herkunft allemal wett.

Für Nih’na alas war jedoch alles anders, obwohl sie ihre Stärke für Magie entdeckt hatte und diese mit Leichtigkeit meisterte.

Unglücklicherweise war sie die einzige Homin in der Klasse, die in Zorai geboren war, wodurch sie mehr Schwierigkeiten hatte sich in die Gruppe zu integrieren als Feuor mit seiner aufgeschlossenen Art.

Das sie so sachkundig und talentiert war, verstärkte lediglich den Neid ihrer Klassenkameraden.

Sie redeten nicht oft mit ihr oder luden sie ein mit ihnen zu arbeiten, es sei denn sie hatten ein Problem mit Magie bei dem sie alleine nicht weiterkamen, normalerweise ignorierten sie sie einfach. Oder sie bemerkte nur ein hämisches Grinsen und leises Getuschel, wenn sie sich über ihre Maske lustig machten. Dies brachte sie nur dazu sich um so mehr ihren Büchern, ihren einzigen Freunden, zu widmen und härter zu lernen als je zuvor.

Feuor hatte bemerkt das sie oft allein zu sein schien, während er von einem zum anderen Unterrichtsraum ging und er suchte beim Mittagessen so oft wie möglich ihre Gesellschaft. Wenn die beiden alleine waren, lachte sie und machte Witze, jedoch wenn er sie zu anderen Zeiten sah, grinste sie nur kurz und abwesend um dann gleich wieder davonzulaufen und ihren Kopf in Büchern zu verstecken. Nicht einmal ihren Eltern erzählte sie von ihrer Einsamkeit und Traurigkeit die sie plagte, dank ihrer Mitschüler.

Im Unterricht an dem sie als erstes teilnahmen waren Homins mit allen Fähigkeiten gemixt, um herauszufinden wo wessen Stärken liegen, doch nach einem Jahr änderte sich dies und nur die besten Schüler wurden auserwählt zusammen zu arbeiten. In diesen neuen, mehr spezialisierten Klassen, waren viele Schüler aus besser situierten Haushalten, die in den schöneren Stadtteilen wohnten. Familien mit einer Vergangenheit und einer Zukunft, einem geschichtlichem Erbe und einer Bestimmung, die die freie Zeit hatten sich diesen Lehren zu widmen und nicht um ihr täglich Brot kämpfen mussten. Für sie war es einfach nicht auszuhalten, dass dieses fremde blauhäutige besser war als sie und der ganze Einfluss ihrer Familie und all ihr Reichtum daran nichts ändern konnte. Das führte dazu, dass die Sticheleien ausarteten und sich zu etwas viel schlimmeren entwickelten.

Eines Tages gingen sie dann zu weit.

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