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Am Anfang


Ankündigung des Baus des Karavan-Tempels

3. AZ, 2530. Jahr Jenas, an allen Baustellen der Karavan ausgehängter Text

Homins von Atys!

Wir, die Karavan, Jünger von Jena, der Göttin von Atys und Mutter der Homins, bringen eine Nachricht von grosser Wichtigkeit. Die Göttin hat uns eine Vision von prächtigen Bauten bei den Hauptstädten geschickt, welche die Homins von Atys und ihren Kampf zur Befreiung aus dem Griff der gottlosen Kamis wiederspiegeln. Aber diese Bauwerke sind mehr als nur Monumente. Sie sind Orte des Lernens und des Wissens, wo die Gläubigen die göttlichen Lehren Jena's erhalten, wo jene, die Jena's würdig sind, mit solchen Fähigkeiten und Lehren gewappnet werden, die sie zu wahren Meistern ihrer selbst und von Atys' Schicksal werden lassen.

Dies ist kein Traum. Solche Tempel an die Homins existierten bereits in den Zivilisationen der Homins vor dem Grossen Schwärmen der Kitin. Diese Tempel des Wissens, Akademien des Glaubens, erlaubten den Homins zu lernen, wie man Methoden entwickelt, diese weiterentwickelt, verdichtet und an ihre Kinder als die Weisheiten der Vergangenheit und Gegenwart weitergibt. Diese Monumente an die Leistungen der Homins sollen wieder erbaut werden. Die Vereinigung der Gläubigen und Jena's soll wieder Erleuchtung und Innovation nach Atys bringen, um die verdrehten Ansichten und die Ignoranz, die von den hinterlistigen Kami verbreitet werden, auszulöschen.

Es ist von Jena erlassen worden, dass diese glanzvollen Tempel in allen Ländern als Signale des Lernens und der Verehrung dienen sollen. Daher geht an euch, die Anhänger der Göttin, die ihr aus den Ländern der Fyros und Zorai stammt, die grossartige Aufgabe, eure Regierungen davon zu überzeugen, dass die Tempel auch in Pyr und Zora stehen sollen, so wie sie es in Fairhaven und Yrkanis tun werden. Jena bittet darum, dass ihr euch in euren Hauptstädten versammelt und euren Regierungen die Wichtigkeit dieses Vorhabens bewusst macht.

Jena bittet die Homins, die an Fortschritt und Wissen glauben, für die Rekonstruktion dieser Tempel Materialien zu sammeln. Solch prächtige Konstruktionen werden nicht mit Materialien aus den Ländern, die ihr jetzt Heimat nennt, erbaut werden können sondern nur mit Rohstoffen aus den Regionen, die eure Vorfahren Heimat nannten, die auf grausame Weise von den Kitin zerstört wurden.

Wir Karavan haben einen grossen Teil der Kitinbedrohung ausgelöscht, um es den Homins zu erlauben, wieder aus ihrem unterirdischen Exil hervorzukommen und in Stolz zu leben. Diese Länder können zwar immer noch Kitin beherrbergen, aber die Bedrohung durch den Kami-Terror wird einen viel grösseren Feind darstellen.

Rohstoffsucher werden Materialien sammeln müssen, während Kämpfer und Magier sie vor Angriffen beschützen. Materialien mit verschiedenen Eigenschaften werden für jede Etappe benötigt werden und wir Karavan werden Transporter bereitstellen, um Reisen zu diesen Ländern und zurück zu den Hauptstädten zu erlauben. Für jedes Volk auf Atys sollen Tempel errichtet werden, um die Lehren Jenas, der Karavan und eurer Vorfahren weiterzugeben.

Jena wird jene belohnen, die sich in der Ausführung dieser grossartigen Aufgabe als würdig erweisen. Auch werden ihre Namen auf den neu gebauten Symbolen für die Leistungen der Homins diese Taten unsterblich machen, damit alle die nach Wissen streben sehen können, wer sie ermöglicht hat.

Der Tag nähert sich, an dem Atys frei sein wird vom Griff, den die Kamis um die Homins haben. Die Seelen, die Ma-Duk verschlungen hat, werden befreit sein und die von falschen Versprechungen verblendeten Kamianhänger werden das Licht der Wahrheit sehen. Das Ende der Kitinbedrohung. Das Zähmen der Länder. Zivilisationen werden wieder aufblühen. Diese Tempel der Lehren sind nur der erste Schritt auf der Strasse der Vernunft und Rechtschaffenheit, um die Gläubigen für den Kampf gegen die Unterdrücker zu stärken und um der Befreiung schnell Stabilität und Fortschritt folgen zu lassen.

Jedoch habt Acht vor den Kamis, die sich euch entgegenstellen werden, um ihren Griff auf das Schicksal der Homins zu bewahren. Gleichzeitig müssen wir an ihre Anhänger appelieren, dass sie sich dem gesunden Verstand anvertrauen mögen, der sie von den zerstörerischen Worten des stagnierenden, herzlosen Dogma der Kami befreien wird.

Wir werden euch informieren, wenn die Teleporter bereit sind und auch wo die Materialien für die erste Etappe des Baus der Tempel gesammelt werden können. Fasst Mut Homins, denn Jena wird vom Himmel herabsteigen, um die Gläubigen zu grüssen und ihnen zu helfen. Diese Gebäude des Hominstolzes werden sie sicherlich genauso inspirieren, wie sie es bei jedem anderen Homin auch tun werden.

Möge das gesegnete Licht Jenas mit euch Homins sein.


Atys gleichend


Blutige Dämmerung


Kalender

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Die Chroniken von Erlan: Die Aelius-Dünen

Es war ein emotionsreicher Tag für die Homins. Zum ersten Mal nach langer Zeit betraten sie wieder den Boden ihrer Vorfahren: Einige verlassene Dünen in der Wüste, wo die Fyros vor dem Großen Schwarm gelebt hatten. Aber die Homins waren nicht hergekommen, um dieses Land zurück zu erobern und erst recht nicht, um zu feiern! Sie sind von den Gottheiten hierher geschickt worden, um die nötigen Rohmaterialien für die Errichtung ihrer Tempel zu beschaffen. Diese Rohstoffsuche richtete ein regelrechtes Blutbad auf den Aelius-Dünen an.

Für den Bau der Tempel zu Ehren der Göttin Jena und für den Bau der Heiligtümer von Ma-Duk wurden die gleichen Rohmaterialien benötigt. Nach einigen Minuten fingen die Kami-Rohstoffabbauer an, den Karavan-Rohstoffabbauern die Rohstoffquellen streitig zu machen, die sie entdeckt hatten. Die Krieger griffen zu ihren Waffen, die Magiere riefen die übernatürlichen Kräfte an und es brach eine offene Feldschlacht aus.

Die Homins bekriegten sich tage- und nächtelang im Namen von Jena und Ma-Duk. Die Kampflinie schwankte. Jede Partei gewann zeitweise die Oberhand und wurde dann durch eine gelungene Gegenoffensive wieder zurückgeschlagen. Währenddessen füllten die Rohstoffabbauer ihre Säcke mit Panzern, Harz und Holz aus Aelius. Diese Arbeit war aufgrund der Anwesenheit der Kitins sehr gefährlich. Einige Kämpfer blieben außerhalb der Frontlinie und wehrten die Angriffe der Kitins ab. Glücklicherweise löste dieses Eindringen der Homins bei den Kitins keine Reaktion aus.

Die mit Rohstoffen beladenen Rohstoffabbauer kehrten zu den Baustellen zurück und übergaben ihre kostbaren Funde den Handwerksmeistern. Diese verteilten die Baustoffe an die Handwerker, die daraus die Teile für die zukünftigen Tempel herstellten. Die Herzen der Helden waren voller Freude und Stolz. Die Götter errichteten Gedenksteine, auf denen die Namen der Helden verewigt wurden, damit diese nicht wie die gewöhnlichen Homins in Vergessenheit gerieten.

Aber diese Freude und dieser Stolz wurden nicht von allen geteilt.

Einige Homins waren über das durch den Streit der Götter angerichtete Leiden und Sterben erschüttert.

Die Unglücklichen jammerten und klagten, da ihr Traum von der Brüderlichkeit zwischen allen Homin-Völkern durch göttlichen Willen zerstört wurde. In diesem Moment der Verzweiflung schickte Tryton ihnen Gesandte. Aber die von ihnen verkündete Botschaft rief Wut und Verärgerung hervor und wurde mit Protest und Geschrei empfangen. Tryton warnte die Homins ein weiters Mal vor Jena und Ma-Duk. Er bekräftigte außerdem, dass es für die Homins nur solange Hoffnung gäbe, wie diese beiden Mächte gegeneinander kämpften. Wenn aber eine der beiden Mächte gewinnt, würden die Homins für immer unterjocht werden… Tryton forderte die Homins auf, sich an dem Kampf zu beteiligen, um das Kräftegleichgewicht zu wahren und die Hoffnung am Leben zu erhalteen.

Einige Zeit später begannen die Rohstoffquellen auf den Aelius-Dünen zu versiegen. Die Homins waren mit dem Bau der Teile für die Tempel, für die sie die aus den Dünen abgebauten Rohstoffe verwendeten, noch lange nicht fertig. Mittlerweile herrschte zwischen den beiden Kriegsparteien Gleichstand, da keine der beiden Fraktionen es geschafft hat, die andere zu bezwingen. Jena und Ma-Duk waren von der aufopfernden Frömmigkeit ihrer Gläubigen beeindruckt und halfen ihnen. Durch diesen göttlichen Eingriff vermehrten sich auch die Teile für die Errichtung der Tempel! Durch dieses Wunder wurde der Eifer der Gläubigen noch verstärkt! Es war jetzt an der Zeit, die Aelius-Dünen zu verlassen. Die Rohstoffe für den Bau der Tempel waren nun an einem anderen Ort zu suchen - an den friedlichen Ufern eines vergessenen Sees.

Erlan, Chronist
in den Chroniken von Erlan, 2531


Die Chroniken von Erlan: Der Aufruf der Mächte

Einige Zeit nachdem Elias Tryton die Homin-Völker gewarnt hatte, bewahrheiteten seine Prophezeiungen sich. Der heilige Krieg ging von der Vorbereitungsphase auf das Schlachtfeld über.

Die Gesandten der Karavan organisierten einen großen Rat in Yrkanis, während die Sprecher der Kamis ihre Anhänger in Zora versammelten. Es folgten zahlreiche um ihr Schicksal besorgte Homins ihrer Einladung. Jede Macht forderte ihre Zuhörer auf, für sie zu kämpfen und warf der Gegenmacht vergangene Fehler und zukünftige Vorhaben vor. Die Karavan versprach den Homins, sie gegen die gefährlichen Dämonen der Natur zu schützen, die sie „anpassen“ wollten. Die Kamis hingegen versprachen, Atys zu erhalten und die Freiheiten der Homins zu verteidigen.

Die Homins hörten diesen Reden ihrer Lehnsherren begeistert zu. Viele schlossen sich den Kamis oder der Karavan an und waren bereit, ihren Glauben und ihre Zukunft mit Waffen zu verteidigen. Andere waren bestürzt über das Unglück, das der Krieg verursachen würde.

Nach den beiden großen Kami- und Karavanräten predigten ihre Vertreter erneut bei den vier Völkern. Die Karavan bat ihre Anhänger darum, Tempel für Jena zu errichten. Die ersten Tempel waren während des Großen Schwarms von den Kitins zerstört worden. Diese Tempel hatten einen dreifachen Zweck: Haus der Göttin, Dach für die Gläubigen und Pfeiler, auf den Jena ihre Kirche erneut stützen könnte. Ma-Duk bat seine Anhänger ebenfalls, Heiligtümer zu errichten, damit er seinen Anhängern näher sei und sie besser beschützen könne. Die Gläubigen waren zutiefst erfreut über die göttlichen Worte. Der Imperator Dexton und der Große Weise Mabreka versprachen, Ma-Duk Heiligtümer zu errichten und sie verurteilten Jenas Tempel. König Yrkanis hingegen sprach sich gegen die Ma-Duk Heiligtümer aus und versprach der Göttin Jena einen Tempel. Die Tryker waren die einzigen Homins, die beiden Gottheiten eine Betstätte errichteten.

Dann kam der lang ersehnte oder gefürchtete Tag. Es konnte mit der Errichtung der Tempel begonnen werden. In der Gegend von Zora, Pyr und Fairhaven entstanden Tempel- und Heiligtümerbaustellen, die auf die Homins warteten. Diese folgten dem Ruf ihrer Götter zahlreich und erfuhren, welche Missionen sie erfüllen sollten. Sie machten sich auf lange Reisen, weit weg von ihrer Heimat, in verlassene Regionen, die einst vom Großen Schwarm heimgesucht worden waren. Zum ersten Mal seit langer Zeit betraten die Homins wieder den Boden ihrer alten Lande. Doch manche Homins waren nicht so begeistert davon – sie waren sehr besorgt und hofften insgeheim auf eine Nachricht von Elias Tryton.

Erlan, Chronist
in den Chroniken von Erlan, 2530


Der Frühling, der die Zelte brachte

So erwiesen sich die Reden der Anführer als nahezu gleichlautend zueinander und die gesamte Hominheit schien von dem Willen erfüllt zu sein, jene Länder, die sie für den Neubeginn auserwählt haben, zu verteidigen und ihren Griff um sie zu festigen.

Sogar nach zwei Generationen sitzt das Trauma des Großen Schwarms noch so tief den Homins in den Knochen, dass die Homins ohne zu zögern handelten, nachdem Kundschafter berichteten, dass ungewöhnliche Kitin in den Neuen Landen aufgetaucht seien, wie die Anführer es verkündeten.

Die Bedrohung stellte sich als harmloser als zunächst gedacht heraus, dennoch beschlossen die Anführer den Bau von Lagern quer über jene Lande, die ihre Völker vor über sechzig Jahren Jenas als neue Heimat auserkoren haben, um in Sicherheit vor den Kitins zu leben. Bald konnte man Mektoub-Karavanen durch die Neuen Lande ziehen sehen, angeführt von Patrioten, Vasallen, Bürgern und Initiaten, um die überall aus der Rinde wachsenden Militärlager mit Baumaterial zu versorgen.

Um diese Vorposten zu errichten, bedurfte es vieler helfender Hände, die die für den Bau und die Verteidiger notwendigen Rohmaterialien beschafften und die schweren Werkstücke auf den Rücken ihrer Mektoubs transportierten, die von den Handwerkern in den Städten gefertigt wurden. Und die Werkmeister waren bald äußerst gefragt, denn alle wollten sich am Bau der Vorposten beteiligen; Ihre Namen waren Abytheus Abygrian, der die Patrioten auf dem Fremdenbasar in Pyr erwartete, Anibro Listi, die die Fragen bei den Ställen von Pyr beantwortet, Ba'Darins Baksan am Eingang von Fairhaven zum Trödelmarkt und auch Ba-Ci Du, die die Zoraï an den Ställen von Zora finden können.

Anhang: Aufzeichnung der Reden des Imperators, des Königs, der Gouverneurin und des Großen Weisen

Erlan, Chronist
in den Chroniken d'Erlan, 2. Zyklus 2547.

Die Zeit verging, und trotz der Anstrengungen der Rohstoffsammler und der Lieferanten wuchsen die Militärlager nur langsam aus dem Boden. Sicherlich, Patrioten, Vasallen, Bürger und Initiaten arbeiteten hart, um die Baustellen so schnell wie möglich fertigzustellen, aber der Fortschritt bei manchen von ihnen war weit von den Vorstellungen der Ingenieure entfernt. Jene, die gegen die Kitins mit Schwert und Schild antraten kehrten jeden Tag bedeckt von Narben und Blessuren zurück und legten so beredtes Zeugnis darüber ab, dass die Kitin aus den Tiefen, so wenige sie auch waren, doch nicht einen Fuß breit auf der Rinde zurückweichen wollten.

Es gab einige bemerkenswerte Vorkommnisse, die die Arbeiten beschleunigten, als die Lager schon guten Fortschritt zeigten. Nach Verhandlungen zwischen Imperator Dexton und dem Stamm der Rindengräber stimmten diese zu, ihre Erfahrungen mit den Baumeistern zu teilen, was einen sprunghaften Anstieg auf dem Weg zur Vollendung der Baustellen in der Brennenden Wüste verursachte. Die Trykerbaustellen erhielten unerwartete Hilfe vom Stamm der Lehmbildhauer. Überrascht sahen die Handwerker eine große Mektoub-Karawane die Baustellen erreichen, beladen mit Werkstücken, die jeder der Baumeister wie einen Schatz hütete. Und bei den Baustellen der Verdorrenden Lande waren es ohne Zweifel die Kamis selbst, die mit ihren ungeheuren Kräften dem Volk der Masken halfen und es näher an die Vollendung ihrer Arbeit heranrückte. Im bewaldeten Herrschaftsgebiet von König Yrkanis machte sich der königliche Botaniker Perinia daran, neuartige Gewebe für die Zelte der Vorposten zu entwickeln, die die Arbeiten um ein Vielfaches beschleunigen sollten.

Alles schien also auf eine zügige Vollendung der Lager hinzuweisen, bis ein Unfall die Matis schwer traf. Von den vier Großwerkstätten, die die Baustellen versorgten, wurden zwei von schweren Explosionen verwüstet, ohne offensichtlichen Grund, aber mit gravierenden Folgen für die Pläne des Königs und die Arbeit seines Volkes. Voller Grimm wusste dieser, dass er der Verzweiflung und Enttäuschung seiner Vasallen begegnen musste, die in ihrer Arbeit trotz der Hilfe Perinias so sehr zurückgeworfen wurden, während die anderen Völker sich über einen beispiellosen Fortschritt freuten.

Freud und Leid lagen nahe beieinander, manche Episoden waren nur kurze Schübe in der Erbauung der Vorposten, andere hingegen verletzten den Stolz eines ganzen Volkes. Doch allen gemein ist, dass es vor allem die Hartnäckigkeit der Völker war, die die Baustellen vorantrieb und schließlich ermöglichte, dass sich im Herbst des 3. Zyklus 2547 immer mehr Zelte und Türme in den Himmel recken konnten.

Erlan, Chronist
in den Chroniken von Erlan, 3. Zyklus 2547

Bereits im Winter des selben Zyklus bewiesen die Kitins einmal mehr ihren Hunger nach Eroberung der Rindenoberfläche.

Langsam, aber sicher, begannen die Kitins mit ihrer Invasion aus den Tiefen heraus.
Langsam, ohne zurückzuweichen, wurden sie in den Homin-Territorien immer und immer zahlreicher.
Langsam ergriff Furcht die Herzen aller. Eine neue Invasion hatte begonnen.

Einigen Völkern war es gelungen, ihre Baustellen zu vollenden, bevor die Invasion ihr ganzes Ausmaß zeigte. Die Türme der Fyros und Tryker waren allesamt errichtet worden, bevor die Kitins sich aus den Tiefen ergossen wie Wasser aus einer Quelle in der Wüste. Zurückgeworfen von Unfällen gelang es den Matis, drei der Türme vor der Invasion fertig zu stellen, während sich in den Verdorrenden Lande nur zwei Türme in den Himmel hoben, doch wichen die Gerüchte alsbald der Bestürzung und dem Fließen von Blut, sowie trotzigen Kriegsschreien gegen die sich erhebende Bedrohung.

Bald waren die neuen Lager eingeschlossen und keiner Karawane gelang es, sie zu erreichen und ihnen die notwendigen Versorgungsgüter zu liefern, um die Garnisonen am Laufen zu halten.

Die Anführer der Länder reagierten schnell, jeder von ihnen hob einen Stoßtrupp aus, um Pfade für die Reiter zu öffnen und den Kampfgeist ihrer Völker zu schüren. Dexton selbst stellte sich an die Spitze einer Gruppe von Fyros-Patrioten. König Yrkanis selbst versammelte seine Vasallen und warf sich an ihrer Seite den Kitinhorden entgegen. Jorty Mappan von den Atys Rangern zog mit bewaffneten Tryker-Bürgern im Auftrage Gouverneurin Ailans aus, um die Kitins in den Seenlanden zu bekämpfen. Und schließlich schickte auch Mabreka die Gilde von Cho zu den Initiaten, und Fuan brach mit entschlossenen Kriegern der Zoraï auf, um der Invasion in den Dschungellanden entgegenzutreten.

In den Wochen, die folgten, setzten die Homin-Völker ihren Kampf gegen die Kitins in ihren Ländern fort, auch in dem Bemühen, die Vorposten, die sie selbst errichteten, mit Vorräten zu versorgen.

Erlan, Chronist
in den Chroniken von Erlan, 3. Zyklus 2547


Die Chroniken von Erlan: Die Offenbarung des Elias

Das Jahr 2528 markiert einen tiefen Einschnitt im Leben der Völker von Atys. Da die Mächte sich zurückzuhalten schienen und zahlreiche Flüchtlingsgilden an Einfluss gewannen, hob ein Ereignis den wahren Ausgangspunkt hervor: das Schicksal der Homins und ihre beschützenden Gottheiten.

Während mehr als zwei Jahrzehnten war eine Gilde im Hintergrund geblieben und tauchte jetzt wieder auf: die Gilde des Elias. Es handelte sich um eine Gruppe Homins, die dem geheimnisvollen Elias Tryton auf der Spur war, einem legendären Charakter, der während der dunklen Zeit des Großen Schwarms erschienen war. Mitglieder dieser Gilde waren in mehreren Städten gesichtet worden und schienen Informationen zu sammeln. Sie wurden von den Anhängern der Karavan verfolgt, da die Gilde als eine Gruppe gefährlicher Ketzer angesehen wurde. Die Anbeter der Kami stellten sich dazwischen und die Spannungen zwischen den Anhängern Jenas und Ma-Duks spitzten sich zu.

Die Gilde des Elias organisierte ein geheimes Treffen, an dem mehrere Homin-Vertreter Teil nahmen. Im Namen Trytons enthüllte die Gilde ein Geheimnis: die Göttin Jena werde bald höchstpersönlich auf Atys auftauchen und ihre göttlichen Truppen anführen, um Ma-Duk und die Kamis zu zerstören. Mit dieser Nachricht kündigte Tryton einen heiligen Krieg zwischen den Mächten an – ein Krieg, der Atys zerreißen und zahlreiche Homins das Leben kosten würde. Die Gilde des Elias forderte die Völker auf, sich zu einen, um sich auf das Schlimmste vorzubereiten.

Die Ankündigung Trytons verbreitete sich schnell auf Atys und die Reaktionen ließen nicht auf sich warten. Die Kamis riefen ihre Anhänger auf, sich zu versammeln, um den Planeten gegen Jena und ihre Kumpanen zu verteidigen, die nur Tod und Sklaverei mit sich brachten. Die Karavan hasste Tryton dafür, dass er den Willen der Göttin Jena Preis gegeben hatte und gaben bekannt, das wahre Schicksals Ma-Duks sei es, die vitale Kraft der Homins aufzusaugen, um sein eigenes Überleben gegen das Goo zu sichern. Die vier Staatschefs der Homins, der Große Weise Mabreka, König Yrkanis, Imperator Dexton und Gouverneur Still Wyler wandten sich an ihre Völker, um sich ihre Unterstützung im kommenden Krieg zu sichern. :Offiziell verweigerten ein paar Homins jegliche Verwicklung, während andere Einheit und Freiheit der Hominheit predigten und sich manchmal den Anhängern Trytons anschlossen.

So begannen schwierige Zeiten, während denen schwere Entscheidungen getroffen werden und vergessene Konflikte der Vergangenheit wieder entfachten. Ein paar Jahrhunderte nach Entstehung der Zivilisationen waren die göttlichen Mächte, die die Homins geleitet hatten, drauf und dran, sich zu bekämpfen.

Erlan, Chronist
in den Chroniken von Erlan, 2528


Kitinzangen, Hominbangen

Zu jener Zeit, da der Spätsommer des zweiten Zyklus die Früchte der Salina in den duftenden Matiswäldern zu voller Reife brachte, zeigte das Volk der Fyros erneut, wie gefährlich seine Neugier ist, und wie schnell sie die Vergangenheit vergessen.

Die Ranger meldeten zu jener Zeit das Erscheinen eines Kizarak, gewaltig und von einer Gefährlichkeit, die seinesgleichen suchte. Wie die Bewohner der Brennenden Wüste ihn so schnell entdecken konnten - das ist heute unmöglich zu sagen. Aber er lockte die Fyros an wie ein Feuer die Motten anlockt.

Ermutigt durch die Erfahrungen der Vergangenheit rüstete Daeronn Cegrips, Kitinexperte des Fyros-Imperiums, eine Expedition in die Tiefen der Urwurzeln aus, versammelte weitere Kämpfer vor dem Dämonenschoß um sich und metzelte sich mit weit ausholenden Schlägen scharfer Stavon-Schwerter und Cleven-Äxte durch die Kitinhorden. Nichts deutet in den Chroniken daraufhin, ob es ihnen gelang, die Bestie zu töten, aber die Folgen dieses Vorstoßes sind wohl bekannt.

Die Hominheit musste den Preis für dieses Eindringen zahlen, denn die Kitin, rasend vor Zorn, zögerten nicht mit ihrer Antwort. Der Boden selbst tat sich auf, die Kitin stiegen aus ihren verborgenen Nestern hervor und erinnerten auf schreckliche Weise jedwedes Leben daran, dass das Innere von Atys ihr alleiniges Reich sei.

...

So fegten nun also die Folgen der erneuten Fahrlässigkeit der Fyros wie ein Sturm über die Neuen Lande. Getrieben von der panischen Angst, die unsagbaren Schrecken des Großen Schwarms könnten erneut über jedwedes Leben hereinbrechen, ließen die Anführer der Homins ihre Völker zusammenrufen*. In der Agora von Pyr, im Pavillon zu Yrkanis, auf dem Frogmore-Platz von Fairhaven, auf dem Fahnenplatz von Zora, überall strömten die Homins zusammen. Die Angst im Nacken, doch die Waffen in den Händen, waren sie fest dazu entschlossen, das bisher Erreichte nicht zwischen Kitinzangen enden zu lassen.

Erlan, Chronist
in den Chroniken von Erlan, 2. Zyklus 2546


Reden der Anfuehrer zu dem Lagerbau 2547

Rede von Imperator Dexton

Fyros, uns steht ein historischer Moment bevor!

Einige meiner Kundschafter haben Gerüchte bestätigt, die vor einigen Stunden an unser Ohr gedrungen sind. Die Matis haben beschlossen, in ihren gesamten Ländereien Vorposten zu errichten.
Die Hintergründe dieses Unternehmens sind unklar, und das ist beunruhigend. Das Imperium muss Stärke zeigen! Noch haben die Bemühungen des Akenak, die Wasserversorgung zu verbessern, keine Früchte getragen und damit sie ihre Arbeit fortführen können, habe ich beschlossen, die Wahlen bis auf weiteres auszusetzen.
Doch dies mitzuteilen war nicht der Grund, warum ich euch, tapfere Fyros, zusammenrufen ließ. Neben den Nachrichten aus den Grünen Anhöhen konnten wir auch Aktivitäten von merkwürdigen Kitins beobachten, und dies in allen Winkeln der Brennenden Wüste. Wie ihr wisst, haben wir Fyros uns nie gescheut, der Kitinbedrohung entgegenzutreten und so müssen wir auch diesmal bereit sein.

Heute gilt es, umsichtig zu sein und vorausschauend. Es stellt eine gute Gelegenheit dar, die Eroberung unserer Länder, unserer Wüste fortzuführen. Die unzähmbaren Dünen gilt es zu bändigen. Die harschen Winde gilt es zu besänftigen.
Also habe ich beschlossen, Vorposten zur Überwachung in der gesamten Brennenden Wüste zu errichten, damit nicht einmal ein Yubo einen Atemzug machen kann, ohne dass das Imperium davon weiß!

Volk der Fyros! Eure Arbeit ist sehr wichtig. Wir müssen diese Vorposten erreichten, um uns, unsere Kinder, unsere Clans, unsere ganze Kultur vor der Zerstörung und dem Vergessen zu bewahren. Aus diesem Grund müsst ihr euch als unseres Imperiums würdig erweisen, um an den Arbeiten an den imposantesten dieser Vorposten teilnehmen zu dürfen und allein jene, die ihre Hingabe für sie gezeigt haben, dürfen daran teilnehmen!

Als Leiter dieses Baus, der einer der großartigsten Augenblicke für unser Imperium sein wird, habe ich Abytheus Abygrian bestimmt. Er ist Leiter für die Organisation des Lagers in den Imperialen Dünen, in dem die Materialen zentral gesammelt werden, aber auch für die sechs Vorposten. Er wird Euch die Details für unser Projekt mitteilen. Ihr könnt ihn leicht auf dem Fremdenbasar finden.

Das Imperium ist stark und stolz, und ich habe keinen Zweifel, dass dieses Projekt schnell und gut vorankommen wird. Ich vertraue euch, Volk der Fyros, das Imperium steht vor einer Herausforderung. Gemeinsam werden wir Erfolg haben und das Imperium wird jene entlohnen, die ihren Schweiß und ihr Sap für seine Größe gegeben haben!

Wahrheit! Disziplin! Ehre! Justiz!

Rede von Gouverneurin Ailan

Volk der Seen!

Ich danke euch, dass ihr so zahlreich dem Ruf der Förderation gefolgt seid, und ich bin stolz zu sehen, dass die Hingabe der Tryker so groß ist, wenn es darum geht, Neu-Trykoth zu unterstützen!

Seit unser Volk aus den Urwurzeln wieder aufgestiegen ist, mussten wir immer wieder darum kämpfen, dass dieses Land, Aeden Aqueous geeint bleibt, ungeteilt, das Land der Bürger von Neu-Trykoth! Immer wieder haben Feinde, seien es nun Homins oder nicht, versucht, die Einigkeit des Volkes zu brechen und uns zu unterwerfen. Doch nicht einen Augenblick lang haben die Tryker ihre Ideale aufgegeben, und das ist es, was es uns ermöglichte, auch sechzig Jahre später, unsere Föderation zu erhalten, unsere Einheit und unsere Länder.

Nichtsdestotrotz dürfen wir uns nicht auf den Verdiensten der Vergangenheit ausruhen oder uns in die Welt der Geschichten und Legenden aus dem Volk der Tryker hineinträumen, denn es ist an uns, ein Auge auf unsere Zukunft zu haben.

Wenn ich euch nun heute gebeten habe, euch hier, in unserer Hauptstadt Fairhaven, dem Herz von Aeden Aqueous und der Föderation zu versammeln, dann geschah dies, weil ich euch, im Namen von Neu-Trykoth, eine Aufgabe von größer Wichtigkeit anzuvertrauen habe.

Dass Gefahren einfach so in unsere Länder eindringen können, oft unbemerkt, obwohl sie direkt vor unserer Nase sind, muss aufhören! Ihr habt bestimmt schon die merkwürdigen Kitins bemerkt, von denen mir auch meine Kundschafter berichtet haben.

Ich habe also, gemeinsam mit der Vize-Gouverneurin, beschlossen, überall unter den Winden von Aeden Aqueous Beobachtungsposten bauen zu lassen. Ihre Aufgabe soll es sein, uns über jede auffällige Bewegung in den Seenlanden informiert zu halten. Es handelt sich dabei um ein wirklich großes Projekt, gerade das richtige für den archtitektonischen Einfallsreichtum der Tryker. Nur so können wir sicherstellen, dass wir künftig keine bösen Überraschungen mehr in unseren geliebten Seen zu erwarten haben!

Gut, und nun vermute ich, dass ihr Euch direkt an die Arbeit machen wollt! Sechs Lager werden in vier Winkeln von Aeden Aqueous errichtet. Ich habe einen unserer besten Ingenieure beauftragt, den Werkmeister Ba'Darins Baksan. Er steht am Eingang von Fairhaven bereit, am Trödelmarkt, damit er die Arbeitswilligen organisieren kann. Die Freiwilligen werden zur Baustelle des Sees der Freiheit weitergeschickt und von dort aus zu den sechs Lagern, die errichtet werden sollen.

Baksan erwartet Euch in Fairhaven, um Euch weitere Anweisungen zu geben. Wir brauchen Euch, sowohl um die Rohmaterialien zu sammeln als auch die Materialien und Lebensmittel zu den Baustellen zu transportieren.

Volk der Seen! Neu-Trykoth zählt auf Euch und wird eure Loyalität belohnen!

Tryka ! Meer ! Sella !

Rede von König Yrkanis

Treue Matis, ehrbare Diener Jenas!

Seit langer Zeit schon sind wir die Gebieter über das Königreich der Grünen Anhöhen und sichern die Unversehrtheit des Majestätischen Gartens! Sechzig Jahre ist es nun her, dass der von meinem Vater, König Yasson, geschossene Pfeil hier in den Boden schlug und so die Stelle markierte, an der Yrkanis, unsere blühende Haupstadt, enstehen sollte! Wenig später waren auch die Städte Davae, Avalae und Natae geboren, und ihre Türme leuchten seitdem über die erhabenen Wälder.

Mehr als sechzig Jahre Jenas sind nun seit dem Großen Schwarm und unserer Ankunft in diesen, damals unberührten, Ländern, die heute die Basis unseres Einflusses bilden, vergangen. Mal ums Mal habt ihr, stolzes Volk der Matis, unsere kühnsten Erwartungen noch übertroffen. Gegen die Marodeure, gegen die Kitins, ja, gegen all unsere Feinde. Und so betrauen wir euch an diesem, von Jena gesegneten Tag, mit einer wichtigen Aufgabe: Ihr, treue Vasallen, werdet Lager im Königreichen errichten um die wilde Natur unserer Wälder zu zähmen und sie unserem Willen zu beugen, dem Willen Jenas! Diese Vorposten werden uns dazu dienen wachsam gegenüber unseren Nachbarn und den Kitins zu sein, die sich, in jungster Zeit, wieder auf eine merkwürdige Art und Weise verhalten. Es gilt also, auf der Hut zu sein, und dies erscheint uns Grund genug, die Herrschaft der Matis über die Wälder auszudehnen!

Vasallen! Im Namen der Schöpferin, werdet zu Meistern der Wälder, errichtet diese Lager als Ebenbilder der Matis! Elegant und stolz! Gerecht und unfehlbar! Seit schnell und furchtlos! Ob es schneit oder windet! Ob es regnet oder das Feuer von Coriolis sich erneut entfacht! Baut das Königreich von morgen, weitet unsere Herrschaft aus, auf das das Licht der Göttin eure Herzen und die der Barbaren erhellt! Auf dass schon Morgen bei Anbruch des Tages Jena auf uns mit einem Lächeln blickt!

Jena Aiye !

Minia Sinia ergreift das Wort nach ihrem Souverän.

Vasallen unseres Königs! Der Werkmeister Anibro Listi erwartet euch in dieser Stunde bei den Ställen unserer Stadt. Er wurde von unserem König beauftragt, den Bau der Lager zu leiten und die Baustellen von der unserer Hauptstadt aus zu verwalten. An ihn müsst ihr euch wenden, bevor ihr euch zu den königlichen Lagern im Majestätischen Garten begebt, von denen aus die sechs Vorposten erbaut werden.

Diejenigen unter den Vasallen des Königs, die am meisten Hingabe bei der Arbeit zeigen, werden alleinig das Recht haben, an den entlegensten Lagern des Königreiches zu arbeiten, dort, wo die Gefahr am größten ist. Wisset, dass der Karavan jene, die sich als die Besten unter Euch erweisen, belohnen wird.

Jena Aiye ! Yrkanis Aiye !

Rede von Mabreka Cho

Zoraï'i!

Mehr als sechzig Jahre ist es her, dass wir die Zuflucht in den Urwurzeln verließen und wir die erste der Städte der Einsicht erbauten. Mehr als sechzig Jahre ist es nun her, dass wir zum ersten Mal die Verdorrenden Lande, unser Land, erkundeten. Diese sechzig Jahre waren voller Aufregung und schicksalshafter Wendungen und haben uns dorthin geführt, wo wir momentan sind.

Dennoch... dennoch haben wir in diesen sechzig Jahren der Aufregung unsere heiligste Pflicht gegenüber den Kamis vernachlässigt. Während dieser sechzig Jahre hat sich das Goo verbreitet, das Übel, das unser Land, unsere Welt, zerfrisst weitet sich aus und erfüllt uns mit Angst, denn wir haben nicht unsere Pflicht gegenüber den Kamis und Ma-Duk erfüllen können. Und als ob dies nicht genug wäre, haben unsere Aufklärer uns besorgniserregende Kitin-Aktivitäten überall in unserem geliebten Dschungel gemeldet. Wir rühmen uns, aus der Vergangenheit zu lernen... also lasst uns nun tun, was notwendig ist, damit sich der Große Schwarm niemals wiederholen möge.

Deshalb habe ich euch heute hier zusammenkommen lassen, um eure Hilfe zu erbitten.
Damit uns nie wieder Kitins überraschen können, damit das Goo nicht weiter voranschreiten kann, damit diese Bedrohungen, die über unseren Ländern unsere Häuser schweben, auf immer gebannt sein mögen, ist es Zeit, Volk der Zoraï, etwas zu errichten.
Überall in unseren Ländern sollen Wachposten, befestigte Lager errichtet werden, die uns in zweierlei Hinsicht dienen sollen, dem Schutz und der Reinigung unserer Länder. Diese Wachposten, Zoraï'i, die ihr errichten werdet, verlangen nach eurer Tatkraft und eurem glühenden Einsatz für ihre Erbauung.

Um dies zu erreichen, haben wir den Werkmeister Ba-Ci Du gebeten, uns zu helfen. Er hat bereits seine Dienste beim Bau des Tempels unter Beweis gestellt. Ihr findet ihn an den Ställen von Zora: Ihm obliegt es, die Organisation für die sechs Baustellen von den Städten der Einsicht aus zu übernehmen.

Allein die Treuesten unter den Initiaten werden den gefährlichsten Baustellen zugeteilt, aber alle die uns unterstützen werden je nach ihren Verdiensten entlohnt werden.

Zoraï'i! Mehr denn je brauchen euch die Verdorrenden Lande.

O Atys'o mayumé, tseu’ito sok Kami Myan ayumé!


Die Chroniken von Erlan: Vergessene Orte

Auf Wunsch der göttlichen Mächte hin wurden Homins in die alten Lande gesandt, um unentbehrliche Ressourcen für den Bau der Tempel zu sammeln. Bei diesen Expeditionen wurden seit dem Großen Schwarm in Vergessenheit geratene Orte wieder entdeckt: die Aelius-Dünen, der Olkern-See oder der Almati-Wald. Jede dieser Regionen war zu den blühenden Zeiten der Zivilisationen nach einem berühmten Homin benannt.

Aelius war ein renommierter Fyros-General.

Das Training der jungen Fyros-Rekruten lag ihm sehr am Herzen. Sein Lieblingsspruch war "Schweiß erspart Blut". Nach seinem Geschmack war kein Training zu hart, um aus den Fyros die besten Krieger auf Atys zu machen.

Nachdem er jahrelang vergeblich versucht hatte, die Fyros-Traditionen zu ändern, gab Aelius seinen Posten in der imperialen Armee auf und widmete sich der verbesserten Ausbildung von Fyros-Kriegern. Er machte sich mit ein paar Freunden in die Wüste auf, um einen geeigneten Ort für die Ausbildung zukünftiger Fyros-Krieger zu finden. Seine Wahl fiel auf eine von Dünen umgebene Ebene. Ein paar Monate später stand das Ausbildungslager bereit.

Über viele Jahre kamen zahlreiche Fyros in die Aelius-Dünen, um ihre Kriegerausbildung zu vervollständigen.

Das Werk von Aelius und seinen Helfern machte sich so einen Namen. Sein Trainingsprogramm wurde offiziell eingeführt und besteht heute noch im Fyros Imperium.

Die Einrichtung des Trainingslagers wurde durch die Kitin-Invasion zerstört. Die Überreste dürften sich unter dem Lager befinden, das von den Kamis eingerichtet wurde.

Olkern war einer der größten und abenteuerlichsten Dichter des Tryker-Volkes.

Seine wirklichen oder fiktiven Leistungen, die er in seinen Versen schilderte, waren zu seiner Zeit sehr geschätzt. Manche Erzählungen wie "Matis und König der Bodocs" waren sehr beliebt bei den Homin-Völkern, außer vielleicht bei der Matis-Aristokratie selbst.

Olkern hatte sich ein friedliches Fleckchen ausgesucht, um seine Gedichte zu schreiben: einen abgelegenen See. Er hatte sich dort selbst ein schwimmendes Haus gebaut.

Olkern, sein Haus und viele seiner Werke fielen dem Großen Schwarm zum Opfer.

Almati war ein renommierter Matis-Botaniker.

Am Ende seines Lebens wurde er zum Botanik-Meister des königlichen Hofes ernannt. Diese Aufgabe beinhaltete auch die Forstwirtschaft der Setzlinge, die die königlichen Wohnungen der zukünftigen Generationen beherbergen sollten. Almati wählte einen Ort aus, der sich für die Entwicklung dieser Setzlinge eignete. In ein paar Jahren pflanzte er hunderte von jungen Pflanzen an einem Ort, der bald nach ihm benannt wurde.

Er verfügte über das nötige Wissen, um das Wachstum der jungen Bäume zu beschleunigen. Durch die Schönheit dieser Bäume und die gedämpfte Atmosphäre, das durch das dicke Laub entstand, wurde der Wald schnell zu einem Ausflugsort für melancholische Matis.

Es ging das Gerücht um, Almati sei auch Alchimist gewesen und habe verwerfliche Arbeiten durchgeführt. Seine Nähe zum König ersparte ihm Nachforschungen und verlieh ihm große finanzielle Mittel. Ein paar neugierige Homins verschwanden auf mysteriöse Art und Weise im Almati-Wald. Die Gegner von Almati behaupteten unter vorgehaltener Hand, der alte Mann und seine jungen, ergebenen Assistenten würden in einem geheimen Labor in mysteriösen Grotten arbeiten, die sich unter den Baumwurzeln befänden. Doch keiner seiner Gegner entdeckte den Zugang. Das Gerücht gewann an Glaubwürdigkeit, als melancholische Bürger verschwanden. Da rang der König sich dazu durch, seinem Palastmeister aufzutragen, Ermittlungen über diese schwer tragbar gewordene Person anzustellen. Glück im Unglück für Almati: Ein paar Tage später fiel der Große Schwarm über das Matisreich ein. Wie viele andere verschwand auch Almati im Chaos und seine Grotten wurden zu einem begehrten und unzugänglichen Schatz für Alchimisten und Botaniker.

Erlan, Chronist
in den Chroniken von Erlan, 2531


Die Chroniken von Erlan: Der Vertrag der vier Länder

Es war eine bewegte Zeit. Die Außenposten waren gerade geöffnet worden, schon entbrannte ein Kampf der Gilden, Häuser und auch einzelner Homins um die wertvollen Ressourcen, die durch sie gefördert werden konnten. Es dauerte nicht lange, da drohten die vier Nationen mit in den Strudel der Gewalt hinein gezogen zu werden.
Doch die Herrscher reagierten auf die veränderte Situation mit Bedacht und unterzeichneten schließlich ein Abkommen, das unter dem Namen "Vertrag der vier Länder" bekannt werden sollte.

Während der zeremoniellen Unterzeichnung wurde Still Wyler, der Gouverneur der Tryker, der maßgeblich an dem Entwurf und der Verabschiedung des Vertrags mitgewirkt hat, heimtückisch ermordet. Dennoch wurde der Vertrag noch von allen vier Herrschern unterzeichnet, so dass das Original-Dokument ein wahres Zeugnis des Tathergangs wurde:


Die Chroniken von Erlan: Vorwort

Die Zeit ist wie ein Fluss, der ohne erkennbares Ende einem Horizont entgegenfließt, der immer wieder zurückweicht. Ein Fluss, der sich niemals in ein Meer ergießt. Meines Wissens nach scheint es immer jemanden gegeben zu haben, der zu Feder oder Bernstein griff, um den Lebenden davon dazu erzählen, was ihre Vorfahren erlebt haben. Die lange Erbreihe dieser Geschichten hat oft leidvolle und mühselige Wege beschritten. Tausende Male wurden ihre Überlieferungen unterbrochen, aber tausende Male von anderen Händen wieder aufgenommen, so dass es jedoch auch unmöglich scheint, dass dieses alte Gedächtnis, das manchmal zögert, aber sich immer erinnert, sich niemals irrt.

Ich habe im Laufe meines Lebens schon oft diesen letzten und geschwätzigen Zeugen befragt und es gibt noch vieles, das ich ihn fragen möchte. Aber nun, da die Jahre beginnen, meine Knochen zum stöhnen zu bringen, fühle ich meinerseits das Bedürfnis in mir, ihm die Geschichte meiner Epoche anzuvertrauen. Über meine Schritte Spuren zu hinterlassen, die von dem Atys erzählen, das ich kenne. Welchen größeren Wunsch kann ich äußern als jenen, dass meine Aufschriebe eines Tages Teil der großen Überlieferung der Chronisten wird? Heute wage ich schließlich, von all jenem zu erzählen, dessen Zeuge ich war und meinerseits einige Kapitel der Chroniken von Atys niederzuschreiben.

Erlan, Chronist.


Die Chroniken von Atys

Die Geschichte ist ständig im Fluss. Aus der Zeit vor dem Großen Schwarm sind nur wenige Dokumente erhalten, trotz des Willens der Homins, ihre Vergangenheit aufzudecken und zu bewahren. Seit dem Großen Schwarm und dem Exodus, der die Homins aus den Alten Landen vertrieb, haben sich zahlreiche Homins um die Aufzeichnung der Taten und Ereignisse verdient gemacht, wie beispielsweise der Chronist Erlan, damit die Geschichte der Hominheit nie wieder verlorengeht.

Die Chroniken vor dem Großen Schwarm - bis 2481

Das Feuer von Coriolis

Die Chroniken des Großen Schwarms - 2481-2484

Das Massaker und die Flucht

Die Rückkehr der Hoffnung

Die Chroniken des Neubeginns - 2484 bis 2525

Chroniken von Aeden Aqueous vor 2525

Die Geschichte eines jungen Korsaren, Erzählung über die Jugend von Bremmen O'Derry, einem legendären Krieger:

Chroniken der Grünen Anhöhen vor 2525

Chroniken der Verdorrenden Lande vor 2525

Die Chroniken des Neubeginns - Seit 2525

Die Chroniken von Erlan

Chroniken von Aeden Aqueous

Chroniken der Brennenden Wüste

Die Geschichte eines jungen Fyros, erzählt von einem Fyros und einem Kami, Datum unbekannt :

Chroniken der Verdorrenden Lande

Chroniken der Grünen Anhöhen

Chroniken von Tryton

Chroniken der Marodeure

Chroniken der Tempelkriege

Ereignisse aus den Jahren 2530-2531

Im Lichte Jenas:

Chroniken zum Frühling, der die Zelte brachte

zu den Ereignissen des 2. Zyklus 2547 bis 2548.

Chroniken zum Feind aus der Vergangenheit

zu den Ereignissen des 2. und 3. Zyklus 2549.

diverse Chroniken

Der Schwarze Kreis, die Geschichte eines Treffens zwischen dem Anführer eines Stammes und einem Homin: Der Kami der verlorenen Seelen, Die Abenteuer einer jungen Karavan-Anhängerin im Nexus: Die Nachfolger, Reihe von Geschichten, die die Reise von zwei Familien, Tryker und Zoraï, durch die Alten Lande beschreibt und die Ankunft in den Neuen Landen unter den Flüchtlingen, um 2525:

Anlor Winn

Atysmas


Die Chroniken von Erlan



Chronologie2525

2536

4. Zyklus

2538

4. Zyklus

2539

4. Zyklus

2545

1. Zyklus 2. Zyklus

2546

1. Zyklus 2. Zyklus 3. Zyklus

2547

1. Zyklus 2. Zyklus 3. Zyklus 4. Zyklus

2548

1. Zyklus 2. Zyklus 3. Zyklus

2549

1. Zyklus 2. Zyklus 3. Zyklus

Als die Mauern fielen

Eine Geschichte über die Kitin, erzählt von Bia Fei-Lun, einer alte Zoraï :

Ich habe in Zoran gelebt, der alten Hauptstadt unseres Volkes. Ich erinnere mich noch gut an unsere wundervollen Städte, die sich kilometerweit durch den Dschungel erstreckten und mein Haus in der alten Medina, wo der erste Zoraï-Tempel zum Ruhme der ersten Kami-Erleuchtung erbaut worden war. Jeden Abend und Morgen wurden wir vom Klang der großen Glocken aus Syre-Holz zum Gebet gerufen, und ihr tiefer, erhabener Klang drang bis in unsere Herzen und ließ sie wohlig aufseufzen. Eines Herbstes, als wir gerade in Dankesgebete für eine außergewöhnlich gute Ernte vertieft waren, erschallten die Glocken unerwartet... und zum letzten Mal.

Mein Vater glaubte zuerst, dass einige Barbaren des Nordens auf die eine odere andere Weise der Aufmerksamkeit unserer Wachen entgegangen seien, eine unbemerkte Spalte in der gewaltigen Mauer, die unsere Territorien sicherte, gefunden hätten und uns angriffen. Er riss mich mit sich fort, während meine Mutter meinen kleinen Bruder packte, der noch im Säuglingsalter war, und wir gemeinsam so schnell wie möglich zu unserem Haus eilten, während sich die Portale der Stadt mit einem tiefen, dumpfen Schlag schlossen. Als mein Vater uns verlassen musste, um zu seiner Gilde zu eilen, war es für mich wie ein Stich ins Herz, ich wollte ihn nicht gehen lassen, umklammerte sein Bein, um ihn hierzubehalten. Er wurde beinahe zornig und meine Mutter musste mich von ihm losreißen. Ich sah ihm durch das Fenster nach, wie er die Hauptstraße zum Haupteingang hinablief, ein Kurzschwert in seiner Hand. Ich hatte das schreckliche Gefühl, ich würde ihn nie wieder sehen.

Draußen erhob sich ein entsetzlicher Lärm, gefolgt von einer von Panik getriebenen Hominmasse, die Leute begannen zu schreien und zu brüllen, dass die Monster über uns gekommen seien. Erneut hallte ein erneuter, schrecklicher Schlag durch die Stadt, gefolgt von einer gewaltigen Staubwolke, als im Norden der Stadt die Türme der Stadt samt Mauer fielen.

Wir konnten die Szene von unserer erhöhten Terrasse aus beobachten, und so sahen wir die ersten gewaltigen Kitins durch die Staubwolke in die Stadt hineinkriechen. Meine Mutter packte mich und wir rannten ins Erdgeschoss, "gieße diese Flüssigkeit über dich für die Flucht, schnell, das überdeckt Deinen Geruch!" rief sie mir zu und tat dasselbe für sich und meinen Bruder. Wir gossen ein ganzes Fass auf den Boden, dann rissen wir die Falltüre auf, die in den Keller führte, um dorthin zu gelangen, wo meine Vater die Häute verarbeitete. Im letzten Augenblick.

Tausende von Füßen und Klauen trommelten auf den Boden vor dem Fenster unseres Kellers, das auf Straßenniveau lag. Ein ekelerregender Gestank erfüllt die Luft, während wir über unseren Köpfen die schreckliche Kakophonie eines Gemetzels mit anhören mussten. Meine Mutter presste ihre Hand über meinen Mund während der ersten fünf Minuten, für den Fall, dass ich schreien würde, aber ich war wie versteinert. Schließlich jedoch wurde das Getöse über uns noch lauter...

Meine Mutter bedeutete mir, keinen einzigen Mucks zu machen und ich tat mein bestes, um meine Tränen bei den Gedanken an meinen Vater, der tot sein musste, zurückzuhalten. Plötzlich gab es einen gewaltigen Schlag auf die Falltüre und diesmal konnte ich einen Schreckensschrei nicht unterdrücken. Meine Mutter presste mir erneut ihre Hand auf meinen Mund, zumal jegliche Bewegung über uns erstorben war. Es gab eine Art elekrisches Knistern und ich wusste, dass das Monstrum versuchte, die geringste Erschütterung durch ein Geräusch zu erspüren. Ich hätte schwören können, mein Herz schlug so laut und schnell, dass das Monster es hören würde!

Endlich hörten wir, wie sich die Geräusche langsam entfernten, das Schaben und Kratzen der Schritte, das uns Gänsehaut verursachte, verließ unser Haus. Schließlich brach ich in den Armen meiner Mutter zusammen. Ich weiß nicht mehr, wielange wir schliefen, vielleicht vier Stunden, aber ich erinnere mich, dass ich erwachte, als die Nacht hereinbrach und mein kleiner Bruder brabbelnd und glucksend vor einem Nachtfalter saß. Meine Mutter erwachte und erhob sich schnell und beruhigte ihn aus Angst, dass Kitins in der Nähe sein könnten. Aber obwohl wir draußen nichts sehen konnten wegen des Staubes und der Dunkelheit, spürten wir, dass es ruhig geworden war. Vorsichtig erklommen wir die ersten knarrenden Stufen, die uns aus dem Keller hinauf zur Falltüre führten. Als meine Mutter vorsichtig den daran angebrachten Knauf drehte, gab es einen grauenvollen Lärm auf der anderen Seite der Türe und diesmal konnte ich einen Schrei nicht unterdrücken. Meine Mutter hatte kaum die Zeit, meinen Bruder und mich zu packen und in ihre Arme zu schließen...

Die Türe wurde aufgerissen und eine hochgewachsene Silhouette erschien, die ich erkannte und die uns anblickend verharrte: Mein Vater! Er zog uns alle zu sich herauf und nahm uns in seine starken Arme. Wir mussten nur um uns blicken, um zu verstehen, dass unser Haus, das Haus unserer Nachbarn, ja die ganze Stadt zerstört war wie durch eine gewaltige Lawine. Meinem Vater war es gelungen, sich im Haus eines tapferen Gildenmitglieds in dem Moment zu verbergen, als die Kitins die Mauern der Stadt durchbrachen, er hatte die ganze Familie in den Keller gedrängt, wo er auch letztlich uns vermutet hatte. Er erzählte uns, wie er meiner Mutter oft erklärte, was sie zu tun hatte, falls wir durch wilde Tiere eingekreist werden sollten, damals als wir noch ungeschützt im Dschungel lebten. Mein Vater erzählte uns später, dass das das einzige Mittel sei, um diesem Schrecken zu entkommen und dass viele ums Leben gekommen seien, als sie versuchten, auf die andere Seite der Stadt zu gelangen, dorthin, wo die Portale nicht stark genug waren.

Die Zahl derer, die sogar vor Ankunft der Kitins zu Tode getrampelt wurden, war groß. Aus diesem Grund haben unsere Städte heutzutage keine Mauern mehr.


Ardan Keale


Arty Mac Keaggan, der Tryker-Händler berichtet von der Umgebung von Zora

- „Hallo Naroy!“
- „Arty Mac Keaggan! Das ist ja lange her, dass ich dich zum letzten Mal in Avendale gesehen habe… Was trinkst du?“
- „Ein Hausbier, wie immer. Ich brauche das, um mich von der Reise zu erholen!“
- „Wo kommst du denn dieses Mal her?“
- „Ich war mit meinem kleinen Konvoi Mektoubs in Zora. Die Geschäfte mit den Zorai laufen ziemlich gut.“
- „Umso besser. Was gibt es Neues dort?“
- „Es gehen seltsame Dinge vor sich… Hör zu: Ich ging zum Stall, um meine Tiere abzuholen und da kam ein Tryker und fragte mich, ob ich die Kamis unterstützen würde und ich solle ihm folgen…“
- „Das hört sich ganz so an, als sei dieser Kerl der Gemeinschaft des Ewigen Baumes beigetreten!“
- „Ganz genau! Er hielt mich für einen Kamisten! Dieser kleine Nichtsnutz nötigte mich fast; ihm bis auf die Ebene hinter Zora zu folgen. Dort waren ein Dutzend seiner Kumpels des Ewigen Baumes und eine kleine Schar Homins, die aus irgendeinem Grund dort herum laufen. In ihrer Mitte befindet sich ein Kamifürst, der von einem Großen Zorai begleitet wird. Der Kamifürst drückt sich schlecht aus, doch der Zorai gibt seine Worte der Verehrung Ma-Duks treu wieder. Seine Worte werden treu und rhythmisch von den Homins wiederholt. Da es unmöglich war, jemandem etwas zu verkaufen oder irgendwie etwas heraus zu finden, überließ ich diese verrückte Masse ihrer Trance!“
- „Was du nicht sagst! Willst du noch ein Bier, um dich zu erholen?“
- „Aber gerne !“


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Arty Mac Keaggan, der Tryker Händler, berichtet von der Kultstätte in Zora.

- „Hallo Arty! Bist du zurück? Hast du dich schon in Avendale gelangweilt? Oder bist du aus geschäftlichen Gründen hier?“
-„Hallo Naroy Ba’Dardan! Gib mir erst mal was zu trinken. Wenn ich meinen Durst gelöscht habe, werde ich dir alles erzählen.“
-„Wie immer? Ein Hausbier?“
-„Du kennst meinen Geschmack! Dein Bier ist immer so leicht und erfrischend. Ich hatte nur das im Kopf, als ich aus Zora zurückkehrte.“
-„Also? Was gibt es Neues dort?“
-„In der Gegend von Zora sind noch immer Kamisten zugange… Ich hatte meine Tiere aus dem Stall geholt und war dabei, Zora durch die Pforte des Distrikts Goo Chase zu verlassen. Auf der Ebene hinter der Stadt machte ich einen kleinen Umweg, um zu sehen ob die wilden Kamisten noch immer da waren. Ich traute meinen Augen nicht! Seit meinem letzten Besuch haben die Kamisten große Fackeln angezündet, einen Stall und eine Mektoub-Unterkunft errichtet. Und etwas aus Holz, das ich noch nie gesehen hatte! Mehrere Homins unterhalten sich abwechselnd mit dem großen Zorai. Neugierig wie ich bin, wollte ich ihm ein paar Informationen entlocken… „Ich bin ein Vertreter der Kamis“, antwortet er mir. Und dann quatscht er mich mit seiner vorgefertigten Rede zu! Zwischen „Die Karavan wird unsere Gläubigen angreifen“ und „Lasst uns an die Kamis glauben“ war alles dabei. Aus seinen großen Reden hörte ich aber heraus, dass das Gebäude, was ich gesehen hatte, ein Heiligtum Ma-Duks werden sollte, wenn die gläubigen Kamisten die nötigen Baumaterialien zusammen getragen haben. Kannst du dir das vorstellen, Naroy? Sie errichten das Haus Ma-Duks!!! Das ist eine Nachricht, was!“
-„Sicher!“ Doch eine noch bessere Nachricht wäre, dass ein Kami mir verbieten würde, mein Bier zu verkaufen!“
-„Da hast du Recht! Und das allerbeste wäre, wenn ein Karavan uns daran hindern würde, zu diskutieren! Hier, noch ein Bier bitte…“


Bebi Cuirinia, königliche Einbalsamiererin

Mit den drohenden Kriegen haben wir beschlossen, jemanden zu besuchen, der direkt von den kommenden Ereignissen betroffen ist…

Guten Tag Frau Cuirinia, danke dass Sie sich etwas Zeit für uns genommen haben. Stellen Sie sich doch bitte vor.
Ich heiße Bebe Cuirinia und habe die große Ehre, königliche Einbalsamiererin zu sein.

Wo üben Sie Ihren Beruf aus?
In Yrkanis natürlich! Wo denn sonst? Im großen Treibhaus ist ein ganzes Stockwerk für die Behandlung der Toten vorgesehen.

Entschuldigen Sie unsere Unwissenheit, aber aus was besteht Ihr Beruf denn genau?
Ich bereite diejenigen auf die letzte Reise vor, deren Samen für immer verblüht ist.

Mit anderen Worten?
Wir arbeiten in zwei Etappen. Wenn ein Wesen, dessen Sap erloschen ist, zu uns gebracht wird, richten wir es zuerst so her, dass seine Familie es noch ein Mal sehen kann, falls sie das wünscht. Der Körper wird auch behandelt, damit er in den darauf folgenden Tagen gut erhalten bleibt. Viele Homins wollen das geliebte Wesen noch ein letztes Mal sehen, um sich sein schönes Aussehen auf ewig einzuprägen. Die Säle über dem Brunnen wurden eigens zu diesem Zweck eingerichtet.
Nachdem die Zurückgebliebenen ihrem verstorbenen Verwandten ein letztes Mal auf Wiedersehen gesagt haben, behandeln wir den Körper, um ihm seine Essenz zu entziehen.

Das heißt?
Ich rede nicht gerne über unsere Techniken, aber wenn Sie darauf bestehen… Der Verstorbene wird mehrere Tage in ein Totenkokon aus verschiedenen genmanipulierten Pflanzen gelegt. Das Sap des Homins sammelt sich nach und nach in einer Tasche des Kokons. Der Prozess dauert je nach Statur des Homins mehr oder weniger lange. Auf jeden Fall bleibt nur das Sap übrig, wenn der Kokon sich erneut öffnet: Der Homin wurde vollständig auf seine Essenz reduziert.
Es handelt sich um einen äußerst delikaten Vorgang. Wir müssen uns um den Kokon kümmern und ihn ständig überwachen, damit er sich nicht zu früh öffnet.

Was geschieht dann mit dem gesammelten Sap?
Das wissen Sie nicht? Es wird natürlich den Familien übergeben.

Und was machen die Familien damit?
Die Familien bekommen das Sap ihrer Vorfahren, um es mit dem ihrer Häuser zu verschmelzen. So wird ihr Andenken verewigt. In den alten Landen gab es sehr alte Familien, die in Unterkünften lebten, die von mehreren Generationen „bewohnt“ waren.
Doch mit dem Großen Exodus gingen diese Behausungen leider verloren. Das war ein großer Schock für das Matis-Volk. Mit unseren Behausungen haben wir unsere Geschichte verloren.

Dann wollen die Matis bestimmt nie umziehen?
Es zerreißt den Matis in der Tat oft fast das Herz, wenn sie umziehen müssen. Um die Trauer zu mindern, wird der Tradition nach eine Blutung an den Wurzeln des ehemaligen Hauses durchgeführt, um etwas Sap auf die neue Unterkunft zu übertragen.

Werden die königlichen Überreste auch in den Palast des Königs integriert?
Nein, nicht wirklich. Das Sap der königlichen Vorfahren läuft im Baum, der den Thronsaal stützt. So wird der jetzige Herrscher weiterhin vom Licht und der Weisheit seiner Vorgänger geleitet.
Ich hatte die große Ehre, mich um die sterblichen Überreste des verstorbenen Yasson kümmern zu dürfen, dessen Sap bei seinem Sohn und dessen Seele bei Jena ist.

So bleiben alle verstorbenen Matis immer Teil von Yrkanis…
Hm, nein. Sie scheinen nicht zu wissen, dass diese Technik nur für eine verdienstvolle Elite gilt. Die anderen werden einfach auf einem Friedhof beerdigt. Die Einbalsamierung ist ein vererbbares Privileg, das der König den Familien verleiht, deren Mitglieder dem Matis Volk große Dienste erwiesen haben. Das berühmteste Beispiel ist die Familie Di Tylini.

Es handelt sich also um ein traditionsreiches Handwerk?
Ja, mein Handwerk ist sehr alt, denn wer Geburt sagt, sagt leider auch Tod. Die Techniken und die Riten haben sich mit der Zeit verändert und verfeinert, doch es gibt Homins, die sich um die Toten kümmern seit Jena Atys das Licht geschenkt hat. Solange es Homins gibt, wird es Einbalsamierer geben, um sich um sie kümmern, nachdem ihr Samen verblüht ist.

Und die Wiederauferstehung?
Endlich eine interessante Frage! Um ehrlich zu sein, ich kann nichts bestätigen, denn ich kenne weder die Geheimnisse der Karavan noch der Kamis. Doch falls der Samen eine Rolle in der Wiederauferstehung eines Homins spielt, so bewahrt das meiner Meinung nach nicht vor einer Verschlechterung. Ist der Samen beschädigt, kann man leider nichts mehr für den Homin tun.
Was die Wiederauferstehung betrifft… Da können Karavan-Anhänger Ihnen sicher mehr dazu sagen. Meiner Kenntnis nach sind Jena und die Kamis die einzigen Richter darüber, wer wieder aufersteht und wer nicht. Niemand kann Ihnen sagen, ob ein tödlicher Kampf der letzte ist oder nicht. Niemand kann Ihnen sagen, ob die göttliche Kraft, die Sie beschützt, Sie für immer beschützen wird. Schauen Sie mich nicht so an, ich kann es Ihnen auch nicht sagen. Ich kann Ihnen aber einen Ratschlag geben: Geben Sie Acht, dass Sie nicht zu früh bei mir landen.


Die Befreiung der Tryker

Erzählt von Derry O'Darren, Tryker-Chronist.

Aniro III, König der Matis, nutzte die Katastrophe, die sich im Norden abspielte, um die Fyros-Tryker-Allianz zu brechen. Er begann einen blitzschnellen Eroberungsfeldzug gegen die Seenlande und versklavte die Tryker, die diesen überlebt hatten, mit Leichtigkeit. Aber eine organisierte Rebellengruppe unter der Führung von Loria gelang es, zu entkommen und in die Tiefen von Atys zu fliehen.

Diese heldenhaften Tryker reisten quer durch die Urwurzeln und tatsächlich gelang es ihnen, die Ketten ihrer Mit-Tryker zu sprengen und sie jedweder Gefahr trotzend durch die Rinde von Atys zu führen. Gleichzeitig erkannte Fyros-Imperator Abylus der Gelehrte, dass ohne den Seenland-Aquädukt sein Imperium in sich zusammenbrechen würde und initiierte, trotz seines Greisenalters, massive Angriffe gegen die Matis-Front, in der Hoffnung, die Kontrolle über den durch Matis-Teritorrien bis zu den Seenländern führenden Aquädukt wiederzuerlangen. Die Streitkräfte der Matis wurden nun in einen totalen Krieg hingezogen und waren nicht imstande, den von der Gemeinschaft von Loria angeführten Aufstand niederzuschlagen, die mittlerweile ihr Volk zurück in die Seenlande geführt hatte. Loria teilte ihr Volk in Kampfzellen auf, jede von ihnen von einem Mitglied der Gemeinschaft geführt.

Das Ziel war es, wiederholte Attacken in schnellem Wechsel gegen die südliche Front auszuführen. Diese Taktik verursachte nicht nur zahlreiche Verluste beim Gegner, sondern erlaubte es auch den geschwächten Truppen der Fyros, sich im Norden und Westen zu sammeln. Aniro III beschloss unter dem vereinten Druck der Fyros und Tryker, sich auf seine Gebiete zurückzuziehen, bevor er diese auch noch einbüßen musste. Die Wasserstraße wurde erneut geöffnet. Nach den Erfahrungen in diesem Konflikt entwickelten die Tryker ab diesem Augenblick ihre neue Art des Kämpfens weiter, um für mögliche weitere Angriffe gewappnet zu sein.

Als gut zwei Generationen später eine Kitin-Invasion die Fyros-Bevölkerung in den Wüstenregionen dezimierte, nutzten dies die Matis aus, um ihre Aufmerksamkeit erneut gen Westen und Süden zu lenken. Doch sollten die Tryker nie die Kampfeslust der Matis zu spüren bekommen, denn eine viel größere Macht entwurzelte die Tryker und vertrieb sie aus den Alten Landen. Die Kitins strömten aus dem Norden heran und überranten die Matis-Territorien, fraßen sich durch die Matis-Bataillone und rieben sie von hinten auf. Nur wenig später erreichten sie auch die Seenlande der Tryker und tilgten jegliche Spur der Hominheit.


Die Belagerung von Karavia

Erzählt von Pergio Vasti, einem Militärchronisten der Matis:

*
Erster Teil

Die Festungsstadt Karavia wurde am Ort des ersten Treffens der Matis mit den Karavan errichtet. Sie fiel jedoch während der Regentschaft von König Noblis in die barbarischen Hände der Fyros. Die Stadt lag in der Mitte der Wasserstraße, die die Seenlande mit dem Fyros-Territorium verband und wuchs zu einer großen Garnisonsstadt heran, die einen wichtigen Armeestützpunkt für die Fyros-Außenposten im Norden und Süden darstellte. Drei Generationen reichten nicht aus, um die schwere Erniedrigung vergessen zu machen, die uns die Eindringlinge zugefügt hatten. Eindringlinge, die sich auf geheiligtem Boden - unserem Boden! - einnisteten.

Aber eines Tages erhob sich eine neue Hoffnung aus den Ruinen unserer von Aufständen heimgesuchten Herrschaftsgebiete: Der zweite Sohn des altersschwachen Danido, der tapfere Kriegerkönig Aniro III. Jener Aniro, begleitet von einem Kontingent wackerer Ritter, startete einen Feldzug zur Rückeroberung des Vertrauens des Volkes und schmiedete eine neue Armee, die unter einem einzigen Banner dem gemeinsamen Feind entgegentreten sollte.

Einer der Ritter jenes Heeres war Gioni di Tylini, ein aus Karavia stammender Koloss und glühender Verehrer Jenas. Tylini machte sich in der Schlacht von Thormes verdient, als er Stammesmitglieder, die er gefangen hatte, zu loyalen Untergebenen konvertierte. Seine Rückkehr nach Matia, der Hauptstadt des alten Matis-Reiches, wurde mit einem prunkvollen Fest gefeiert und kaum waren die Fanfaren verklungen, hatte der König Tylini für sich verpflichtet. Die Stunde war für die Ritter der Matis gekommen, die heidnischen Barbaren vom geheiligten Boden zu vertreiben.

Ein Sieg bei Karavia würde zudem den Weg zu den weiter westlich liegenden Ufern öffnen und es erlauben, einen praktisch ungehinderten Zugang zu den sprichwörtlichen Reichtümern der Seenländer der Tryker im Süden zu öffnen. Doch die Verteidigungsanlagen der befestigten Stadt waren mächtig und hoch und im Falle einer Belagerung würde sie von den Fyros vermutlich so lange gehalten werden können, bis nach ungefähr vierzig Tagen weitere Divisionen der Fyros eingetroffen wären.

"Aber mein Gebieter", sagte Tylini. "Bis wir Stellung bezogen haben, werden die Fyros mit Sicherheit bereits den Großteil ihrer Armee aus ihren Territorien nach Karavia entsandt haben, um die Stadt zu verteidigen. Wir wären also umzingelt und eingekeilt zwischen zwei Armeen?"
"Mein tapferer Tylini, ihr stimmt doch mit mir überein, dass der Sieg von einer guten Ortskenntnis abhängt? Ihr werdet den Fyros als Köder auf einem Schlachtfeld dienen, das wir vorbereitet haben!"
"Bei allem Euch schuldigen Respekt, Sire, unsere Bewegungsmöglichkeiten werden stark eingeschränkt sein und unsere Schlagkraft um die Hälfte reduziert."
"Glaubt Ihr, der König schickt Euch in den sicheren Tod, Gioni di Tylini?"
"Nein, Sire!" sprach der Ritter entrüstet.
"Dann hört mir gut zu..." Der König entfaltete eine Karte auf dem langen aus Syre-Holz gefertigten Tisch. "Ihr werdet die Stadt Karavia belagern. Unsere Informaten bestätigen, dort sei ein Kontingent von 5000 Lanzen dauerhaft stationiert. Aber auch wenn Ihr zahlenmäßig überlegen seid, denkt daran, dass Ihr jede Gelegenheit nutzt, um den Feind zu demoralisieren. Ich möchte, dass kein einziger Homin matisianischer Abstammung durch nutzlose Manöver fällt oder verwundet wird. Ihre körperliche und moralische Verfassung bestimmt unsere Schlagkraft und in der Folge den Ausgang dieser großen Schlacht. Nun, ihr seid sicherlich derselben Ansicht wie Abylus, dass die Fyros keine andere Wahl haben, als ihre Verteidigung entlang der langen Straße im Süden ihrer Territorien zu sammeln. Andernfalls würde ihnen der Verlust der lebenswichtigen Verbindung ins Seenland drohen. Aber Euer König wird, verborgen in den Wäldern, abseits der Straße warten. Unsere Aufklärer werden sie vorbeiziehen sehen."
Als der König den Weg auf der Karte mit seinem vom Lederhandschuh umfangenen Finger nachzeichnete, begann Tylini den ganzen Plan des Königs zu begreifen.
"Mmm, und wenn sie erst einmal an Euch vorbeigezogen sind, wird Eure Hoheit mich darüber informieren und sie von hinten so bedrängen, dass wir sie in die Richtung treiben, in der wir sie haben wollen."
Der König klopfte dem großen Ritter freundschaftlich auf den Rücken.
"Sorgt dafür, dass unsere Ingenieure das Schlachtfeld entsprechend vorbereiten, mein guter Tylini, und der Rest wird eine Geschichte voller Ruhm in unseren Geschichtsbüchern sein!"

**
Zweiter Teil

Doch hatte der Plan des Königs einen Haken. Der Marsch nach Karavia würde aller Vorraussicht nach zwei Monate in Anspruch nehmen, da es notwendig war, große Wälder zu durchqueren und sich durch dichte Vegetation zu kämpfen - ein Marsch, der das Überraschungsmoment zunichte machen würde. Doch Tylini, bekannt für seinen unermüdlichen Einsatz, heuerte eine zusätzliche Kompanie von zweihundert Handwerkern an. So zogen er und der König, anstatt sich direkt Karavia im Nord-Westen zu nähern, in einem Marsch von drei Tagen und Nächten nach Osten zu den Wasserfällen von Ria, wo der gewaltige Fluss sich verbreiterte. In etwas weniger als einer Woche harter Arbeit am Tag und in der Nacht fällten die Ingenieure und Handwerker siebzig große Bolka-Bäume und bauten daraus gewaltige Flöße, mit denen sie die Armee den Ria hinabtransportieren konnten.

Als sie die Täler von Bero und Ronda durchquerten begegneten sie am Fluss siedelnden Stämmen, die in den üppigen Wäldern Schutz suchten. Voller Bewunderung bestaunten diese Völker die vorbeiziehende, beeindruckende Flotte von 300 Schiffen, die gut 30.000 Homins, Vorräte, Mektoubs und 150 abgerichtete Ragus transportierten. So reisten sie sicher auf dem Rücken des Flusses Ria in den Krieg.

Die Armee erreichte innerhalb einer Woche den Zufluss des Darone, an dem sie aufgrund der schnellen Strömung gezwungen waren, anzulanden. An dieser Stelle teilten sie sich: Der König führte seine Armee gen Norden, während Tylinie nach Westen zog. Der Wald war hier weniger dicht und knapp zwei Tage später lagerte Tylini und seine Armee eine Tagesreise nördlich der heiligen Stadt. Die Reise hatte nicht einmal zwanzig Tage gedauert!

Die Außenposten und Dörfer, die an der Wasserstraße Richtung Süden lagen, wurden eingekreist und die Fyros von den Matis in schnellen nächtlichen Angriffen niedergemacht - in vollkommener Stille. Jeder Feind, dem es gelang, in die Wälder zu fliehen, wurde von den Ragusen aufgespürt und zu Tode gehetzt. Es war von größter Wichtigkeit, dass Abylus keinen Hinweis auf die Stärke der Armee erhielt, die ihn erwartete, denn sonst würde er doppelt so viele Streitkräfte entsenden.

Bevor er die heilige Stadt erreichte, teilte Tylini seine Armee in drei Divisionen mit jeweils über 5.000 Homins. Des Weiteren achtete er darauf, dass er nur einen Teil seiner Truppen offensichtlich war, genug, um die Fyros dazu zu bewegen, an Ort und Stelle zu bleiben. Von der Anhöhe, auf dessen Rücken Gioni sein Zeltlager errichtet hatte ließ der Ritter seinen Blick zu Karavia hinüber schweifen, betrachtete die gewaltigen hölzernen Türme, seine filigranen Gebäude und die gewaltige Mauer, die aus den Urwurzeln hervorwuchs und die so oft seine Phantasie als Kind beflügelt hatte. Alles war so, wie es ihm sein Großvater geschildert hatte und auf die Mauern ihres alten Familienwohnsitzes aufgemalt war.

Nichts war verändert worden, mit Ausnahme des Landes, das unmittelbar die Verteidigungsanlagen der Stadt umgab. Man hatte es von jeglicher Vegetation befreit und es führten schnurgerade Straßen zu den Haupttoren der Stadt. Um die Stadt zu schützen und um nicht die unnötige Aufmerksamkeit der Kamis zu erregen, entschied sich Tylini gegen die Verwendung von Feuerwerfen während des Angriffes. Der Moment würde kommen, an dem die Stadt durch Kriegskunst und reiner Übermacht erobert sein würde! Während die Ingenieure Belagerungsmaschinen konstruierten, fällten die Handwerker zahlreiche Bäume und die Soldaten bereiteten das Gelände am Fuße der nördlichen Wälle der Stadt vor. Tausende von Speeren wurden so in den Boden getrieben, dass sie in dem Moment, in dem sie hervorschnellen, einen Winkel von fünfundvierzig Grad zum Boden einnehmen, um die nach Norden ausbrechenden Fyros zu durchbohren.

Die in ihrer Festungssstadt belagerten Fyros zeigten sich wenig beunruhigt, dachten sie doch, dass eine Armee zu ihnen gesandt würde, sobald ihre Regierung die Unterbrechung der Wasserstraße bemerkt hätten. Das ganze Ausmaß unserer Entschlossenheit bemerkten sie, als sie sahen, mit welchem Enthusiasmus wir das Schlachtfeld vorbereiteten. Sie schienen unsere Kräfte zu unterschätzen, denn sie begannen mit Ausfällen. Doch verstanden sie schnell, dass sie diese nur in den sicheren Tod führten. Als ihr Kampfesmut langsam wich, versuchten zahlreiche Fyros zu fliehen und wurden bei dem Versuch gefangengenommen, sich an unseren Wachposten vorbeizuschleichen, die es unmöglich machten, ihre Heimat über unsere Vorbereitungen zu informieren. Die Schuldigen wurden jedes Mal zu den Portalen der Stadt zurückgebracht und auf ein Mektoub gebunden, die Köpfe auf ihren Knien!

Es muss erwähnt werden, dass die Fyros zu jener Zeit, da sie gegen das Gesetz von Atys verstoßen hatten, bei den Karavan in Ungnade gefallen waren. Dadurch wusste Tylini ganz genau, dass es innerhalb der Stadt keine Teleportationseinheit mehr geben konnte. Darüber hinaus hatten die Anhänger Jenas, nachdem sie allen Homins das Recht der Gedankenfreiheit gewährte, kein Recht, sich in die Angelegenheiten der Homins einzumischen.

Die Vorbereitung des Schlachtfeldes konnte im Laufe der zweiten Woche abgeschlossen werden und die Homins wurden zusehends nervöser, da Neuigkeiten von der Fryos-Arme von einem Tag auf den anderen eintreffen konnten. Aber die Ironie des Schicksals ließ die Dinge einen völlig anderen Verlauf nehmen.

***
Dritter Teil

Eine blutrote Sonne flammte am Horizont auf. Ihre ersten rötlichen Strahlen stachen durch das dichte Blätterdach, erleuchteten das Zelt von Tylini und strichen in der Ferne über die weite grüne und braune Fläche, wo sich das vorbereitete Schlachtfeld erstreckte. Ein bizarrer Tumult erhob sich in der Zitatelle, in der die Heiden getreu ihres armseligen Status die Sommersonnenwende feierten, so als sie unser Erbe verhöhen wollten. Tylini betrachtete aufmerksam die Wolken, die sich am Horizont auftürmten, als er hinter sich Galopp und sich anhebendes Stimmengewirr vernahm. Gioni wandte sich um und sah ein vor Erschöpfung zusammenbrechendes Mektoub. Der Bote sprang noch gerade rechtzeitig von seinem Reittier ab, richtete, der Matis-Etikette vollsten Respekt zollend, sein grün-violettes Gewand, bevor er an den großen Ritter wandte, sich vor ihm verbeugte und ihm eine Schriftrolle mit dem Siegel der Blume von Baylona und verschlossen durch ein purpurnes Seidenband. Tylini nahm die königliche Botschaft entgegen, ergriffen von einer leichten Aufregung, die sich sichtbar verstärkte, je länger seine Lektüre andauerte. Dann blickt er durch die Reihen seiner Ritter.

"Ritter, bei der Liebe Jenas, unser König sendet uns seine Befehle: Heute ist der Tag, an dem Karavia seine Würde zurückerhält! Heute ist der Tag, an dem wir unsere Schwerter gen Himmel richten und auf dem Pfad der glücklichen Fügung voranreiten!" Sodenn wies er an den nördlichen Himmel als Bestätigung der Worte des Königs: dichte Rauchwolken verdunkelten den Himmel nördlich der Grenze, getragen von den Winden der heißen Sommersonnenwende. "Die Länder der Fyros brennen im Feuer der Vergeltung! Die Vorsehung ist heute unsere Verbündete!" rief Tylini aus.

In der Tat wütete das, was später als das Feuer von Coriolis in die Geschichte eingehen sollte, in den ausgetrockneten Ländern der Fyros und hatte nicht nur die Wasserstraße unterbrochen, sondern auch den Verstärkungen der Fyros den Weg nach Karavia abgeschnitten. Die große Schlacht, für die der Boden vor der Stadt vorbereitet worden war, sollte erst später erfolgen. Die Beute war in die Enge getrieben, erschöpft und verängstigt, bald würde die Stunde kommen, sie endgültig zur Strecke zu bringen.

Am frühen Abend ließ Tylini als Ablenkungsmanöver eine Belagerungsmaschine in Stellung bringen, um die Schützen der Fyros in Schach zu halten, während eine Kompanie seiner Ritter, begleitet von abgerichteten Ragusen sich dem Teil der Befestiungsanlagen näherte, von denen Tylinis Großvater oft erzählt hatte, dass sie dort weniger tief in das Wurzelwerk des Bodens herabreichten. Die hungrigen Bestien gruben sich durch die Erde und schufen so eine Öffnung unter der Wurzelmauer. Auf einen Befehl hin wüteten sie auf der anderen Seite und zerfetzten alles auf ihrem Weg, während die Ritter in das innere schlüpften und die große hölzerne Zugbrücke öffneten.

Das Schlachthorn erklang, der Schall der Trommeln rollte durch die hereinbrechende Nacht und die gewaltige Armee der Matis brach wie eine flammende und zugleich dunkle Welle über die Stadt herein. Tylini führte seine Lanzenreiter an, fräste sich mit seinen Mannen durch die feindlichen Linien trotz höchster Gefahr, den Heiden trotzend, die sich bis zum letzten Atemzug die Nacht hindurch zur Wehr setzten. Aber am frühen Morgen schließlich ragte erneut das Banner der Matis von den Zinnen der Stadt in den Himmel.

Triumphierend stand Gioni di Tylini auf dem höchsten Turm und schaute in den Himmel, um Jena zu danken, als große Regentropfen auf sein Gesicht fielen. Das Rauschen eines Wolkenbruches durchbrach die Stille. Der Ritter erhob seine blutbesudelten Hände zum Himmel, um sie zu waschen, während um ihn herum der Regen das Blut der Barbaren aus den Straßen der heiligen Stadt spülte. Glück überflutete Tylinis Herz als ihm nun vollends bewusst wurde, dass dieses Land jetzt das ihre war. Sein Blick schweifte dann gen Süden, zur Straße ins Seenland...


Ein wahrer König der Matis

Ein wahrer König der Matis

Ciochini Cuisi war ein junger Matis aus einer guten Familie. Er liebte es, in der prachtvollen Hauptstadt Yrkanis durch die Straßen zu schlendern, wenn er nicht grade mit seiner Ausbildung beschäftigt war, die er wie alle jungen Matis in seinem Alter absolvieren musste.

Und wie alle jungen Matis träumte er mit mehr Leidenschaft von fremden Ländern als er sie für das Lernen seiner Lektionen aufbrachte. Jedoch war es nicht sein Traum, neue Gebiete zu erkunden, die noch nie ein Homin zuvor gesehen hat. Nein, Ciochini’s Traum war es, ein berühmter Historiker zu werden, so wie der Chronist Erlan, dessen Schriften er alle gelesen hatte. Der junge Matis liebte sein Volk mehr als jeder andere Matis. Und die Liebe für seine Landsleute zeigte sich durch sein Interesse an der Geschichte des Waldvolkes, von der er jedes noch so kleinste Detail aus den vergangenen Tagen und Jahren wissen wollte. Von den ersten Geschichten der Matis bis zur Regentschaft von König Yrkanis, über die die Tragödie des grossen Schwarms, sowie dem Kitin Krieg…

Um seinen historischen Wissensdurst zu stillen, pflegte er häufig seine Großmutter, Miarni Cuisi, zu besuchen. Die alte Dame hatte den Kitin Krieg sowie die historische Durchquerung der Urwurzeln selber miterlebt. Jede Falte ihres eingefallenen Gesichts schien eine neue Geschichte zu erzählen, eine interessanter als die andere. Ciochini lernte in jeder Geschichte eine neue Facette seines Volkes kennen. Natürlich war seine Großmutter keine Historikerin. Sie konnte nicht alles wissen und ihre Erinnerungen waren auch nicht mehr so genau, wie sie es einmal waren. Jedoch hatte sie einige Ereignisse so gut in Erinnerung, dass sie ein besserer Lehrer für ihn war, als es jeder königliche Historiker es hätte sein können. Und natürliche fehlten auch nie ihre persönlichen Kommentare, die manchmal ziemlich unwichtig, jedoch immer sehr subjektiv waren, wie es nicht anders von einer alten Dame mit solch starkem Charakter zu erwarten war…

An diesem Tage, da er keinen privaten Unterricht hatte, ging Ciochini zügigen Schrittes auf den prächtigen Wohn-Baum zu, welcher das Appartement seiner Großmutter Miarni beherbergte. Miarnis Haushälterin, eine Tryker, öffnete ihm die Tür und Ciochini ging direkt, wie er es immer tat, zum Arbeitszimmer seiner Großmutter und öffnete ohne zu zögern die Tür.

"Ciochini, mein Kind. Ich fragte mich grade wann du mich mal wieder besuchen kommst."

"Hallo Großmutter", antwortet der junge Matis. "Ich muss zugeben, dass ich dich auch vermisst habe… und ganz besonders deine Geschichten."

Seine Großmutter begann zu lachen. "Zum Glück habe ich noch einige Geschichten zu erzählen, um dich herzulocken. Ich glaube, du würdest mich ganz schnell vergessen, wenn ich nichts mehr zu erzählen hätte. Bald muss ich mir Geschichten ausdenken, damit ich dich hier bei mir haben kann."

"Großmutter, ich werde dich immer besuchen kommen! Aber deine Geschichten sind … ein schöner Bonus." Beendete er den Satz und grinste verschmitzt und voller Vorfreude auf die nächste Geschichte.

"Ich danke dir Ciochini, du bist so ein liebes Kind….Und du weißt, wie du bekommst was du willst. Was ein sehr wichtiges Talent ist. Komm her, setz dich und sage mir, wovon ich dir heute erzählen soll."

Der Enkel nahm in dem prunkvollen Stuhl vor seines Vaters Mutter platz, die Haushälterin kam herein und servierte ihnen Pflanzentee. Die alte Dame nahm sich eine Tasse und ihr Enkelsohn tat es ihr gleich.

"Erzähle mir bitte etwas über unseren König Aniro den Ersten, Großmutter."

Die alte Matis musste einen Moment nachdenken, während sich Ihr Enkelsohn dem Inhalt seiner Tasse widmete.

"Ich weiss nicht viel über seine Regentschaft Ciochini," begann sie "werde aber mein bestes geben"

"Aniro der Erste war einer unserer ersten Könige. Seine Regentschaft begann im Jahre 2295. Eine sehr schwere Zeit für die Homin Zivilisation. Sie endete 2333. Einfach zu merken, oder? Er regierte zur selben Zeit wie Hempios, Dalynder und Krythos, die Fyros Imperatoren. Vergiss das nie mein Junge, vergiss nie die Geschichte der Wüste. Die Geschichte seiner Rivalen sowie deren Schwachpunkte zu kennen, ist sehr wichtig.

Aber lass uns zu unserem König zurückkommen. Aniro war einer der großartigsten Könige, den unser Volk je hatte. Um seine Entscheidungen zu verstehen, muss man die politische Hintergrundgeschichte kennen. Dyros der Grosse, Imperator der Fyros, gab den Bau eines Aquädukts in Auftrag, welches Wasser aus Tryker durch Matis in die Wüste liefern sollte. Davon hast du sicherlich schon gehört, nicht war? Der Bau dauerte 4 Jahre, von 2289 bis 2293. Es wurden Unmengen an Rinde ausgebuddelt, um dieses Hunderte von Kilometern lange Aquädukt zu bauen. Unser König konnte dieses Eindringen in unsere Lande, bei aller Freundlichkeit, nicht zulassen, da unsere Gegner durch dieses Aquädukt zuviel Einfluss auf Matisianischem Boden gewinnen würden. Dies war der Anfang des Krieges zwischen den Zivilisationen. Er begann 2295 und endete 2436 durch das Abkommen von Karavia, unterzeichnet von Aniro dem Dritten.

Wie du sehen kannst, hatte die Regentschaft von Aniro dem Ersten einen schlechten Start. Außerdem hatten die Fyros und die Tryker in 2293 eine Allianz geschmiedet, zwei Jahre vor dem Krieg.

Aniro tat was getan werden musste, wenn du mich fragst. Die Fyros hätten dieses Aquädukt nicht ohne zu Fragen durch unsere Ländereien bauen dürfen…selbst wenn es offensichtlich ist, das wir es ihnen niemals erlaubt hätten.

Wie auch immer, der Krieg war noch lange nicht alles, was Aniro den Ersten charakterisiert. Unser verstorbener König hat sich sehr für unsere Verbindung zu den Karavan und der Göttin Jena eingesetzt. Und dafür müssen wir ihm ewig dankbar sein.

Die Karavan gaben uns im Jahre 2329, am Ende der Regentschaft von Aniro dem Ersten, eine göttliche Mission. Aniro hatte damals die richtige Entscheidung getroffen, indem er das Bündnis mit den Karavan schloss und diese Mission akzeptierte. Ganzen Herzens versuchte er eine gute Beziehung zwischen der Göttin und den Matis herzustellen. Er rief das Volk auf, sich im Namen Jenas zu versammeln und sehr schnell war nichts mehr gut und großartig genug für Sie. Aniro ließ ihr zu Ehren eine Zikkurat bauen. Dieses Monument wurde an der Stelle errichtet, wo sich Matis umd Karavan zum ersten Mal trafen, der heiligen Stadt von Karavia. Der Bau zog sich durch drei Regentschaften, die von Aniro dem Ersten, Nero und Manalitch. Gemäß der Legende war es nur guten und noblen Matis erlaubt, am Bau teilzunehmen und dies war eine unglaubliche Ehre! Diese Matis gewannen den Dank der Karavan und des Königs. Die Zikkurat war das kostbarste Wunder, das unser Wald je gesehen hat! Sie reichte weit über die Baumkronen hinaus und hatte so viele Etagen, wie es Tage zwischen zwei Vollmonden zählt. Dieses fabelhafte Monument krönte ein einzelner prachtvoller Raum, der die ganzen Wälder übersah und wie ein Leuchtfeuer in den Himmel schien.

Nun Ciochini. Ich habe dir wohl grade zwei der wichtigsten Facetten der Regentschaft von Aniro dem Ersten aufgezeigt, einem wahren König der Matis!"


INTERVIEW

Cioi Ba-Nung, Tätowierer für die Homins

Viele Homins stellen sich Fragen zu den Masken, die die Zoraï tragen. Nach langen Nachforschungen hat sich ein Zoraï bereit erklärt, den Schleier dieses Geheimnisses zu lüften.

Guten Tag und vielen Dank, dass Sie einverstanden sind, unsere Fragen zu beantworten. Könnten Sie sich bitte vorstellen?
Ich heiße Cioi Ba-Nung, bin Anhänger von Ma-Duk und Tätowierer für die Homins in Zora.

Alle Homins fragen sich, was es mit der Leidenschaft der Zoraï für Masken, Tätowierungen und Kopfbedeckungen auf sich hat. Können Sie uns die Begeisterung für diese Schmückung erklären?
Fangen wir ganz am Anfang an. Nur die Masken sind für unser Volk wirklich heilig. Die Tätowierungen und Kopfbedeckungen haben wie für alle Hominvölker eine kosmetische Funktion.

Da nähern wir uns unserem Thema, vielen Dank für Ihre Anmerkung. Warum sind diese Masken heilig?
Unsere Masken sind das Symbol des Bündnisses zwischen unserem Volk und Ma-Duk. Sie sind auch das Bindeglied, das uns mit ihm verbindet und aus jedem Zoraï einen Verwandten von ihm macht. Deshalb nennen wir unsere Masken die Masken der Verwandtschaft.

Und wissen Sie, wer dieses Bündnis geschlossen hat?
Alle Zoraï-Kinder wissen das! Dieses Bündnis wurde von dem großen und weisen Cho geschlossen. Er war der erste Zoraï, der eine Maske trug und seitdem wurde diese Tradition fortgesetzt und das seit 2201. Dieses Bündnis ist aus der Begegnung von Cho mit den Kami entstanden.

Warum wurde eine Maske als Symbol Ihres Bündnisses mit Ma-Duk gewählt?
Die Kami lehnen Doppelzüngigkeit und Lügen ab. Das Homin-Gesicht ist nicht der Spiegel der Seele, sondern eine trügerische Fassade. Für die Eingeweihten ist eine Verwandtschaftsmaske der wahre Spiegel der Seele und so ist keine Lüge oder Täuschung möglich.

Sie wollen also sagen, dass die Maske, die Sie tragen Ihre Seele darstellt?
Ja genau! Ich verstehe, dass es Sie überrascht. Wie kann man auf einer Maske die Seele sehen? Glauben Sie, dass unsere Masken der Verwandtschaft einfache Masken sind?

Äh... Nachdem, was Sie mir gesagt haben sicherlich nicht… Aber wo kommen Ihre Masken eigentlich her?
Die Kami geben uns die Masken am Ende der Adoptionszeremonie. Die Adoptionszeremonie kennzeichnet den Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter für die Zoraï.

Eine Zeremonie ? Können Sie sie uns beschreiben?
Natürlich. In jedem Zyklus werden die Kinder, die in dem Alter für die Zeremonie sind, nach Zora eingeladen. Diese Versammlung ist der Anlass für ein großes Fest, das Adoptionsfest. Es ist ein großer Moment der Freude und Kommunion. Das Fest dauert sechs Tage und sechs Nächte und während dieser Zeit haben Fremde keinen Zugang in die Stadt. Am Ende der Feier nehmen die Kami die Kinder mit...

Was, die Kami nehmen Ihre Kinder mit?
Ja... Darf ich bitte weiter erzählen?

Äh, ja natürlich, fahren Sie bitte fort.
Die Kami teleportieren sich mit den Kindern in den Ewigen Baum. Das ist ein wunderschöner Ort, an dem ewiger Frühling herrscht und die Tiere in Frieden leben. Ich erinnere mich noch, wie wir mit den Ragus gespielt haben. Es ist wirklich ein Unglück, dass Atys von der Goo-Seuche und der Karavan verdorben wurde…

Und was machen die Kinder dort?
Sie durchlaufen das Adoptionsritual. Er besteht aus vier Zeremonien.
Die erste ist die Sammel-Zeremonie. Die Kami bitten jedes Kind, bestimmte Gegenstände zu sammeln und die Kinder machen sich im Ewigen Baum auf die Suche nach diesen Gegenständen. Wenn jedes Kind seinen Hai-Phon, einen von seiner Familie gewebten Sack, vollgesammelt hat, beginnt die zweite Zeremonie.
Die zweite ist die Trennungs-Zeremonie. Die Kami fordern die Kinder auf, aus den gesammelten Gegenständen eine Figur zusammen zu setzen. Durch dieses Bauwerk soll das Kind lernen, die Wahrheit von den Illusionen zu unterscheiden. Diese Zeremonie ist sehr lang, da jedes Kind unterschiedlich lange braucht. Einige Kinder erfüllen diese Aufgabe in einigen Monaten, andere benötigen mehrere Zyklen.
Die dritte Zeremonie ist die Reinigungs-Zeremonie. Die Kinder meditieren und konzentrieren sich dabei auf ihr Bauwerk, um sich von den Illusionen und Lügen zu befreien. Auch diese Zeremonie dauert mehrer Monate oder sogar mehrere Zyklen.
Die letzte Zeremonie ist die Adoptions-Zeremonie. Die jungen Homins steigen hinab in die Traumzimmer, die sich im Inneren der Wurzeln des Ewigen Baumes befinden. Sie bleiben dort mehrere Tage und befinden sich in einer Art Trance, durch die sie in die Harmonie mit Ma-Duk treten. In dieser Trance geben die Kami jedem Kind eine Maske der Verwandtschaft. Wenn das Kind aus der Trance aufwacht, ist es wieder im Dschungel nicht weit von Zora und wird seine Maske der Verwandtschaft ewig tragen. Ab dem Zeitpunkt ist es kein Kind mehr, sondern ein Erwachsener.

Das sind aber interessante Enthüllungen! Bestehen alle Kinder diese Zeremonie?
Ja, es kann Jahre dauern, aber alle Zoraï-Kinder erreichen das Ziel dieser Zeremonien. Einige Agenten der Karavan behaupten, dass die Kami Zoraï-Kinder eliminiert hätten, die das Ritual nicht ablegen wollten. Das ist pure Verleumdung!

Ich habe noch eine Frage, was passiert mit den Zoraï, die anschließend Jena folgen?
Der Weg jedes Homin ist nur ihm selber und Ma-Duk bekannt. Dieser Übergang gehört zu dem Leben und zu der Person unserer Brüder und Schwestern, von denen Sie sprechen. Es ist kein Verrat, sondern nur ein nötiger Umweg, eine Erfahrung, die sie nur noch stärker an Ma-Duk heranführen wird und durch die sie die Erleuchtung finden.

Ihr Glaube ist bewundernswert. Ich würde gerne nochmal auf die Masken zurückkommen. Stimmt es, dass sie lebendig sind, wie einige behaupten?
Ja, sie sind lebendig und empfindlich, genauso wie das Gesicht jedes Homin. Sie bestehen aus Knochen, Knorpel, Fleisch und Sap. Die Verwandtschaftsmasken können natürlich nicht abgenommen werden, denn wer würde sich so verstümmeln wollen? Eine Maske abzunehmen wäre Selbstmord, denn ein Zoraï kann ohne seine Verwandtschaftsmaske nicht überleben. Unsere Masken zeigen unsere Seele, unsere Leidenschaften, unsere Gefühle, unsere Ängste und Hoffnungen. Sie sind sicherlich der intimste Teil von uns.

Was bedeuten die Hörner auf Ihren Masken?
Ich kann Ihnen nicht alles verraten, Sie sind nicht eingeweiht. Ich kann Ihnen nur verraten, dass diese Hörner dem großen Kami-Ko des Gleichgewichts Ehre erweisen, dem Cho begegnet ist.

Eine letzte Frage: Wie stellen die Kami diese Masken her und wie setzten sie sie Ihnen auf?
Auch das kann ich Ihnen nicht verraten, aber Ihre Neugier ist eine Gabe von Ma-Duk. Ich schlage Ihnen vor, die Lehren der Kami zu folgen. Dann werden Sie die Antwort auf diese Frage sowie auf viele andere Fragen finden. Ich wünsche Ihnen, dass Sie mit Hilfe von Ma-Duk die Klarsicht und Zufriedenheit des Weisen erreichen.


Cuiccio Perinia, Botaniker und Historiker der Matis

In einem dieser großartigen Stadtbäume in Yrkanis trafen wir Cuiccia Perinia, einen großen Matis Botaniker und Historiker, der uns ein Interview in seinem Appartement gab.

Kommt herein!Kommt herein!

Der notorische Botaniker lud uns mit einer Handbewegung zum Hinsetzen ein.

Hallo und danke dass Sie uns empfangen, Cuiccio Perinia.
Es ist mir ein Vergnügen, Ihnen ein Interview zu geben.

Wir sind hier, damit Sie uns ein paar Fragen hinsichtlich des Stammes der alten Dryaden beantworten können. Im Wald der Verwirrung griffen ihre Wächter uns sowie viele andere Homins an und nun würden wir gern wissen: Warum tun sie das?
Es würde möglicherweise interessant sein, wenn wir von Anfang an beginnen, nicht wahr?

Der Homin schaute uns mit einem boshaften Funkeln in seinen Augen an. Er erwartete anscheinend, dass wir unsere Frage überdenken würden.

Ja selbstverständlich. Gut, können Sie uns erklären, warum der Stamm sich gerade an diesem Platz niederliess?
Ach! Das ist eine lange Geschichte! Aber ich erkläre sie Ihnen schnell. Sie haben sicher bemerkt, dass der Stamm zum großen Teil aus Matis besteht.

Ja...
Nun, am Anfang bestand dieser Stamm aus Matis Botanikern. Diese Botaniker wurden vom Hof geschickt, um die intelligenten Pflanzen im Wald der Verwirrung zu studieren. Aber sie kehrten niemals zurück.

Wie das? Sie meinen, sie sind... tot?
Der Botaniker fing an zu lachen.
Tot? Mit der Zeit möglicherweise. Aber das ist nicht der Grund, warum wir sie nie zurückkehren sahen.

Ah? Aber dann..., was ist mit ihnen geschehen?
Es gibt unterschiedliche Theorien. Wir wissen nicht, ob eine von diesen zutreffend ist. Jedoch halte ich eine dieser Theorien für realistischer als alle anderen.

Könnten Sie es uns das bitte ähm... schnell... erklären...?
Das werde ich, das werde ich. Seien Sie nicht so ungeduldig. Einige Fachleute denken, dass diese Botaniker Substanzen benutzten, die ihren Verstand verdarben, produziert aus Sap und unter dem... schädlichen... Einfluß des Kamis. Ah, das würde die Anwesenheit des Kami-Botschafters in ihrem Lager erklären?

Damit habt Ihr eigentlich alles gesagt. Dies ist eine der Erklärungen, die wir als akzeptabel ansehen könnten. Konnten Sie uns die anderen Theorien erläutern?
Cuiccio Perinia machte plötzlich ein amüsiertes Gesicht.
Ich habe meine eigene Theorie. Aber sie ist ein bisschen verrückter. Persönlich glaube ich sie nicht, aber wir können nie sicher sein, nicht wahr?

Das stimmt.
So, diese Theorie... Warten Sie, ich versuche mich zu erinnern... ah ja! Einige Wissenschaftler aus Yrkanis denken, dass die tiefgehende Verhaltensänderung dieser Botaniker mit den Pflanzen zusammen hängt, die sie studierten...

Richtig
Nun... nach Ansicht dieser Wissenschaftler haben die intelligenten Pflanzen Fähigkeiten, die noch unbekannt sind. z.B. könnten sie den Geist der Botaniker beeinflussen und sie verrückt machen... unserer Ansicht nach. Diese Pflanzen, die wir definitiv als intelligent einordnen können, verwandeln einfache Homins in echte Beschützer.

Beschützer?
Ja! Beschützer!

Ihr Ziel ist dann... die Pflanzen zu beschützen?
Oh! Es würde sogar weitergehen als das! Wir befürchten sogar, dass sie die Grünen Anhöhen besetzen wollen, um ein sehr großes Pflanzenreich zu errichten!

Dies war der Punkt an dem wir Schwierigkeiten hatten, uns ein Lachen zu verkneifen. Aber ... wem sollen wir die Schuld geben? Den Drogen? Den Kamis? Den intelligenten Pflanzen? Es bleibt ein Rätsel! Unsere ausgefallenen Theorien sind nicht dazu geeignet, eine Antwort zu geben.

Mmmhhh... Ernsthaft, warum greifen sie uns an?
Nun? Ich denke, diese Frage können Sie sich jetzt selbst beantworten...

Sie greifen die Matis, weil sie ihnen das Land nicht gönnen?
Genau.

Die Fyros - sie kontrollieren das Feuer und sind deshalb eine Gefahr für die Pflanzen?
Korrekt.

Aber die Tryker, was ist da der Grund?
Hmm, Leute sagen, dass sie die Tryker hassen, weil die Tryker die Pflanzen zerstören für ihre Ressourcen... Wo? Wann? Unter welchen Umständen? Ich weiß nicht mehr als Sie. Die Zorai sind die Verbündeten der Kami, da ist es verständlich, dass die Dryaden sie tolerieren.

Vielen Dank Cuiccio Perinia. Ich denke, daß die Situation nun klarer ist.
Es war ein Vergnügen mit Ihnen zu sprechen! Ah! Eine Sache noch!

Ja?
Ihr Symbol ist ein Baum, der Wurzeln in dem Herzen eines Homins schlägt. Sie werden es nun besser verstehen. <br/>

Unser Gastgeber kniff ein letztes Mal seine Augen zusammen und fügte noch einen Schlusssatz hinzu:

Diese Art der Details machen den Unterschied zwischen einem guten Artikel und einem gewöhnlichem Interview.

Danke!


Le Crépuscule de la mousson

Contée par une Vieille Mage Fyros :

*
Première partie

Le Traité de Karavia marqua le début d'une trêve entre les peuples, et les routes commerciales ouvrirent la voie à une nouvelle ère de prospérité et d'harmonie. Durant deux générations, notre Empire brilla de toute sa splendeur, brandissant la flamme de la découverte sur la route de la connaissance. Même les érudits zoraïs vinrent chercher l'illumination dans les grandes chambres du savoir de notre capitale, la cité de Fyre.

Des campements fyros s'installèrent le long de la frontière matis, là où la guerre avait fait rage dans le temps. Le plus éloigné, mais non pour autant le moindre de ces avant-postes commerciaux, était Colomo, qui tenait son nom de l'aqueduc exploitant le fleuve Munshia en ce point. Colomo était un lieu très animé avec ses foires et ses convois commerciaux, ses marchants et ses artisans itinérants qui contaient leurs aventures pleines de bêtes sauvages et de dangers.

Mais comme ils disent par ici, aveugle est celui qui se complait dans le mirage enchanteur d'une vie prospère, car réel est le danger qui réunit ses forces en attendant son heure. Et ainsi, nous eûmes à répondre aux effets néfastes issus des années de discorde politique sur la gestion des zones neutres situées entre les territoires Matis et Fyros. Les routes près des frontières devinrent de plus en plus dangereuses en raison des tribus impitoyables qui enlevaient des voyageurs pour les dépouiller et les relâcher, dans le meilleur des cas. Les marchants n'étaient plus libres d'aller et de venir à leur guise, le seul moyen de voyager sans crainte était de respecter les horaires des convois impériaux chargés de conduire ces groupes de voyageurs.

Quelle fut donc notre surprise quand par un soir d'automne, le maire de Colomo fut alerté de l'arrivée d'un Matis, chevauchant un mektoub de bât, qui demandait asile et la permission de parler aux villageois. Le maire se demanda comment un voyageur solitaire avait pu passer indemne au travers des régions infestées de tribus, jusqu'à ce qu'il pose les yeux sur lui.

Le Matis se présenta. Il s'appelait Angeli di Fabrini, et n'était vêtu que des habits de son office, c'est-à-dire, ceux d'un prêtre novice. Il était envoyé en mission d'initiation afin de prouver son dévouement à l'église de Jena. Le maire comprit immédiatement pourquoi il n'avait pas été dépouillé, tout simplement parce qu'il n'avait rien à voler ! Rien qui aurait pu attirer l'oeil perçant d'un éclaireur des tribus, pas même un seul dapper pour payer son gîte !

Le maire le confia aux soins d'Abecus, le joyeux sage du village, afin que l'apprenti prêtre soit pris en charge pour la nuit avant d'être conduit sain et sauf au premier avant-poste matis. Ainsi, le maire était sûr que ce jeune homme n'irait pas susciter l'attention de la population avec ses paroles sur Jena. Le dernier prêtre qui était venu par là n'avait fait que semer la discorde sur son passage.

"Eh bien, Sire, je suis très honoré et j'accepterais de bon c1⁄2ur votre hospitalité, mais j'ai pour mission de parler à votre peuple," déclara Angeli.
"Viens mon garçon, nous allons d'abord parler affaires ensemble," lui répondit Abecus, puis il le conduisit à sa demeure, un édifice raffiné composé de teintes jaunes et bleues contrastant merveilleusement avec l'ocre du désert...
"Julea, dis à ta mère de préparer la chambre d'amis, nous avons un visiteur," dit Abecus à sa fille en entrant dans le vestibule de sa maison. Julea, une jeune fille de caractère de quinze ans, resta un moment sans bouger sur l'escalier qui menait au logis, car c'était la première fois qu'elle voyait un Matis en chair et en os. Il se tenait debout, grand et fier, ses mains étaient fines, avec de longs doigts et des ongles soigneusement limés... Il avait un nez aquilin, ses cheveux également fins étaient coiffés en arrière et une mèche rebelle ondulait devant son oeil gauche. Angeli di Fabrini parlait couramment notre langue avec l'accent chantant de son peuple aussi enchanteur que les battements d'un papillon Kineli des forêts. Il s'inclina d'une manière cérémonieuse afin de saluer Julea, qui en retour lui répondit par un sourire amusé avant de finir de descendre les escaliers pour donner le message à sa mère.

Dans la pièce principale, décorée de somptueuses tapisseries représentant les histoires d'antan, la température était constante et sèche malgré l'humidité et la chaleur qui régnait au dehors. Une délicieuse odeur de soupe de trompes de mektoubs et de cactus épicés s'échappait de la cuisine. Abecus présenta son jeune hôte puis l'installa à table auprès de sa femme et de ses deux filles, Silva, la plus jeune, âgée de douze ans, et Julea. Une fois que tout le monde fut servi, le Matis s'éclaircit la voix et l'éleva en une prière :
"Bénissons Jena, pour cette nourriture donnée
C'est la vie qui réside en chacun de ces mets
Bénis soient nos labeurs, nos repos et nos joies
Pour qu'au jugement dernier nous venions à toi"

Ce à quoi Abecus répondit :
"Femme pour ces plats, nous te disons merci
Car c'est une preuve de ton amour infini
Soit béni ton amour comme en témoigne cette table
Tu touches nos coeurs comme personne n'est capable !"

**
Deuxième partie

La femme du mage, dont le sang était monté aux joues, demanda à tout le monde de cesser de se donner en spectacle. Le jeune missionnaire matis mangea de bon coeur, sans même faire de bruit en avalant sa soupe, puis il prit du bout des doigts son coeur de cactus et le brisa délicatement en de petits morceaux avant de les mettre
dans sa bouche. Silva se mit alors à rire et fut immédiatement réprimandée.

"Oh, je ne suis pas offensé, mais dites-moi, quelle est la raison de son rire ?" demanda Angeli.
"C'est la façon dont tu te sers de tes mains pour faire le travail de tes dents !" expliqua Julea. "Ici, nous mettons toute la chair dans notre bouche, ainsi nous ne salissons pas nos doigts, tu comprends ?!"
"C'est ainsi que je manifeste mon respect envers Jena. En observant les différentes parties du cactus, je peux mieux juger comment il a poussé. De la même manière, Jena plonge au fond de notre coeur et de notre âme pour déterminer notre vraie valeur."
"Eh bien, ici nous avons l'habitude de manger le coeur du cactus d'un seul bloc, n'en goûter que des petits morceaux bizarres ne ferait que dénaturer l'ensemble. Un homin a différentes humeurs, cela reviendrait à dire qu'il ne faudrait prendre en compte que celle qui fait qu'il deviendra notre meilleur ami ou notre pire ennemi !"
répondit joyeusement Abecus.
"Soit, mais apprécier pleinement la création de Jena nous permet de faire des offrandes pertinentes à ses disciples de la Karavan."
"Ah, Jena, Jena, une création de l'imagination !" s'amusa Abecus.
"Mais, noble mage," répondit gravement Angeli, "dans ce cas, d'où pensez-vous que vous vienne votre magie ?"
"Pas de l'esprit de Jena, cela je peux te l'assurer ! Non, notre magie vient de notre connaissance des objets, de notre réflexion et de notre étude afin que la science puisse être physiquement bâtie autour d'eux. Je suis bien sûr que personne de ton peuple n'a jamais vu Jena ! Vous savez encore moins d'où elle vient !"
"Jena est la brise qui nous caresse, la rafale qui nous bouscule, l'émotion qui émeut notre coeur. Nous pouvons sentir sa présence même si nous ne pouvons la voir. Seules de telles sensations nous permettent d'avoir le sentiment qu'il y a une vie après notre mort sur Atys," répliqua Angeli.
"Tu as de bonnes réponses, Angeli, mais sans vouloir te contredire, Jena n'a pas sa place sous ce toit ! Et lorsque les Matis descendront de leur nuage pour...."
Mais les paroles d'Abecus furent soudain étouffées par un grand rugissement.
"Il y a des gingos en ces lieux ?" demanda Angeli.
"Non, c'est le vent de la mousson du désert. Lorsque l'orage gronde ainsi à travers le cor d'alerte, cela signifie que nous allons traverser une période de sale temps, cela signifie également que tu vas devoir rester jusqu'à ce que ça se calme. Cela ne te fera pas de mal d'apprendre nos coutumes. Il faut maintenant que j'aille prévenir les autres de garder les mektoubs dans les enclos cette nuit, avant que Jena, déguisée en vent, vienne pour les enlever !! Mais reste ici mon jeune ami, je n'en ai pas pour longtemps, Julea te tiendra compagnie. Elle suit de près mes traces, elle pourra ainsi avoir la chance d'appliquer ses connaissances."
Puis, sous le regard attentif de la maîtresse de maison, Abecus donna congés aux jeunes gens. Et ils discutèrent jusqu'à tard, testant chacun à leur tour leurs raisonnements, découvrant ainsi leurs cultures respectives.
"Est-il vrai que les Matis empêchent les castes inférieures d'apprendre à lire et à écrire afin qu'il soit plus facile de plier leurs esprits à vos lois ?" lança Julea.
"Telle est la Loi de Jena, mais la réponse est oui, nous devons d'abord acquérir la formation nécessaire pour affronter les doutes de ce monde. Les connaissances superflues sont dangereuses pour le simple homin et sont uniquement des sources de tourments et de malheurs, qui le conduisent finalement à sa perte dans les griffes du
dragon," répondit Angeli.
"Vous prêchez donc la bénédiction de l'ignorance !" se moqua gentiment Julea.
"Eh bien, je suppose, si tu le présentes ainsi..."
"Et pour ce qui est de l'égalité, je suppose que les Lois de Jena n'en tiennent pas compte..."
"Si, bien évidemment, mais il revient à chaque homin de l'apprendre ! Obtenir une place aux côtés de Jena est une lutte de tous les jours, il faut la mériter, sinon il nous suffirait d'errer dans la vie comme un vulgaire vendeur de tapis !"
"Au moins, tu n'éludes pas nos questions comme ceux de ta race, Angeli, et bien que je ne puisse adhérer à ton mode de vie, l'honnêteté de ta foi pénètre mon coeur," avoua Julea.
"Et de mon côté, Julea, bien que je ne la partage pas, je m'incline devant ta profonde sagesse," répliqua Angeli.

Ainsi allaient leurs conversations et malgré leurs divergences d'opinion, chacun contribua à étendre les connaissances de l'autre. Durant trois jours, l'orage de la mousson d'automne fit rage dans le delta du désert, où la vie retrouverait bientôt toute sa magnificence. Mais le temps revint à la normale bien trop vite et le Matis ne tarderait plus à prendre la route avec le convoi impérial.

La veille du départ d'Angeli, ayant épuisé toutes leurs connaissances, les jeunes homins s'assirent silencieusement sur la dune, dominant le delta qui fleurissait à nouveau. La magie de ce crépuscule de la mousson les entourait en silence, un silence baigné de leur amitié, une amitié mutuelle dont les seules pensées en disaient bien plus que les mots...

***
Troisième partie

A ce moment précis, je peux vous assurer que Julea aurait suivi au bout du monde Angeli di Fabrini, qu'il suive la voie de Jena ou celle du Dragon. Ce qui comptait soudain plus que tout était de partager ce voyage... Puis, dépassant ses espoirs les plus fous, le jeune Matis se tourna vers elle, ses beaux yeux brillaient d'émoi...
"Julea," dit-il, brisant doucement le silence pourpre. "Je crois que mes sentiments pour Jena ne sont pas ceux de l'amour, car c'est un sentiment que toi seule m'a appris, et j'échangerai ma religion contre ce pouvoir suprême..."
"Chut," murmura Julea en levant une main et souriant gravement, elle caressa la larme qui roulait le long de sa joue puis poussa délicatement la mèche qui tombait sur son front. Ils s'enlacèrent puis leurs lèvres se touchèrent, la chaleur de la journée exsudait de leurs corps, les protégeant du vent frais de la mousson qui soufflait autour d'eux.
"Je dois parler à ton père," dit enfin Angeli.
"Attends Angeli, c'est bien trop lourd de conséquences pour être pris à la légère, laisse la nuit apaiser nos coeurs et nous porter conseil, et nous verrons alors, mon amour."
Le sommeil de Julea fut perturbé par des images de répudiation et de déshonneur. Leurs deux familles les rejetaient et Jena les condamnait à un terrifiant voyage dans le monde souterrain du Dragon. Malgré tout, elle s'éveilla le jour suivant encore plus déterminé quant au chemin qu'elle devait suivre à présent. Mais au levé du soleil, ce fut un autre cauchemar qui vint, un cauchemar bien réel cette fois qui allait changer la face du monde.

Le grand clocher du village sonna l'alerte d'un danger imminent. Les oiseaux messagers ybers furent envoyés dans les dunes, apportant la nouvelle d'une terrible marche de monstres ravageant tout à l'ouest. L'empereur appela tous les homins valides à rejoindre les armées impériales afin de repousser les redoutables légions de kitins, pendant que les enfants et les homins inaptes à la bataille étaient évacués vers le nord pour rejoindre la cité de Piros prévenant ainsi une éventuelle attaque des tribus rebelles en l'absence d'une protection guerrière. Il fut conseillé à Angeli de rejoindre ses terres, car il y avait peu de chances que les tribus rebelles entravent sa route maintenant, elles auraient eu vent de la nouvelle et leur attention se serait tournée ailleurs.

Malgré l'agitation les deux jeunes gens trouvèrent un moment de solitude pour s'étreindre et échanger des médaillons contenant chacun une mèche de leurs cheveux. Angeli jura qu'il reviendrait une fois la menace passée. Mais hélas, si Julea avait su alors ce qu'elle sait maintenant, elle ne l'aurait jamais laissé prendre ce chemin maudit, sur lequel les kitins avanceraient quelques heures plus tard, ravageant toute trace de l'hominité sur leur passage.

Julea ? Oui, elle a survécu, à un autre crépuscule de la mousson, à un autre destin... Et oui, jeune homin, tu as deviné juste, il y a en effet une fine mèche de cheveux dans ce médaillon.


Das Geheimnis des Tryker Ingenieurwesens

Erzählt von dem Zorai Ingenieur Guni To-Sa:

Als Ingenieur habe ich ganz Atys bereist und die architektonischen Lösungen der Homins studiert, die diese an ihre Umgebung angepasst haben. Ich finde die Homins bewundernswert clever. In meinen Studienzeiten haben wir gelernt Grundmauern für typische Zoraigebäude zu erschaffen. Es erfordert viele Überlegungen eine standfeste Basis zu bauen, da die Strukturen, die wir so gerne bauen, sehr schwer sind. Ausserdem nutzen wir gerne die natürliche Eigenschaft des Bodens, Gewicht zu tragen. Diese ist nicht immer einfach vorherzusehen, und oft müssen die Pläne nochmal angepasst werden nachdem wir mit dem Graben begonnen haben. Aber genug langweiliges Gerede über buddelnde Zorai; lasst uns einen Blick auf die Herausforderungen werfen, denen sich die Tryker gegenübersehen!

Die Tryker lieben es ihre Gebäude auf Stelzen, kurz vor der Küste zu errichten, verbunden durch Plankenwege. Dies erfordert stabile Grundkonstruktionen unter den Hauptgebäuden und es gibt Gerüchte, dass die Tryker ein Geheimnis haben wie sie die Grundpfeiler behandeln damit diese unter Wasser nicht verrotten. Mein guter Freund, Pealiam Parman, ein sehr bekannter Ingenieur der Tryker, war so freundlich mir die Geschichte hinter diesem Phänomen zu erzählen.

Es liegt eine lange Zeit zurück in der Geschichte, als ein cleverer Tryker einige abgestorbene Stümpfe einer besonderen Palmenart entdeckte, auf einer kleinen Insel die vom Wasser des kleinen Sees überschwemmt wurde, in dem sie sich befand. Dazu kam es als ein Wasserfall, der den See speist sich vergrösserte und den Wasserfluss verdoppelte. Dieser kleine See wurde schnell zu einem beliebten Spielort der Trykerkinder, die Palmen dienten als Klettergerüste, Sprungtürme und verschiedene Hilfsmittel in all den Spielen der Kinder.

Die Zeit verstrich, die Kinder wurden erwachsen und wurden selber Eltern und so weiter und so fort. Die Palmen verrotteten jedoch nie. Ein unternehmerischer Geist mit Namen Keety Jiler beschloss eines Tages, diesem Mysterium seiner Kindheit auf den Grund zu gehen. Dies wurde zu seiner Lebensaufgabe. Anfangs studierte er die Palmenart mit anderen Arten, aber dies brachte ihn nicht weiter. Als er jedoch Proben der Stümpfe entnahm stiess er darauf, das diese sich ein klein wenig von denen unterschied, die an trockenen Orten ganz in der Nähe wuchsen. Um diesen Unterschied mit Sicherheit klären zu können, entwickelte er mehrere Laborprozeduren, die bis heute noch immer ein Geheimnis der Trykeringenieure sind.

Wann immer er das Seenland bereiste versuchte er Proben von so vielen Palmen wie möglich zu bekommen, jedoch war dies keine leichte Aufgabe und oftmals sogar lebensgefährlich. Seine Suche wurde schliesslich nach einer besonders gewagten Expedition auf die Verzauberten Inseln belohnt, wo es ihm gelang eine Probe einer Palme zu erhalten, die in der Mitte der Insel wuchs. Dabei kam er jedoch ums leben, getöten von einem bedrohlichen Kirosta, konnte jedoch von treuen Freunden gerettet werden.

In seinem Labor fand er Ähnlichkeiten in der Holzstruktur und er wusste sofort, dass er endlich einen weiteren grossen Schritt zur Lösung dieses Rätsels getan hatte. Aber was konnte diese Veränderung bei nur sehr wenigen Palmen ausgelöst haben? Die Anwort, beschloss er, musste sicherlich im Boden liegen, und seine nächsten Schritte würden sich um Graben drehen. Also machte er sich mit einer guten Hacke auf den Weg zu besagtem kleinen See.

Das Wasser um die Palmen war tief genug um ihn daran zu hindern auf dem Grund stehen zu können. Am Ende war er gezwungen zu tauchen, ein wenig zu graben, Luft zu holen, und erneut abzutauchen. Nach einer halben Ewigkeit und einer Menge Pusten und Schnaufen gelang es ihm jedoch, eine kleine Probe entflammtes Sap zu bekommen. Triumphierend kehrte er in sein Labor zurück uns begann damit, eine erneute Expedition zu den Verzauberten Inseln vorzubereiten um dort ebenfalls eine Bodenprobe nahe der Palmen zu entnehmen.

Es dauerte Wochen bis er eine solche Expedition zusammengestellt hatte, und er war ausser sich vor Ungeduld. Es erforderte eine Menge Arbeit die notwendigen Vorräte und Ausrüstung und Freunde zu versammeln, die ihn begleiten konnten. Am Ende erreichten sie den Ort und während seine Freunde Wache hielten und alle Kitins und Torbaks erledigten, die sich zu nahe herranwagten, fand er erneut etwas entflammtes Sap!

Der Rest ist Geschichte, wie sie sagen, bis zum heutigen Tage sind Palmen mit diesen Eigenschaften äusserst selten. Man versuchte mehrere dieser Palmen anzupflanzen, aber die Natur hat ihre eigenen Wege und weigerte sich viele von diesen Palmen wachsen zu lassen. So verwendet man sie nur unter den bedeutsamsten und wertvollsten Gebäuden, und sie zeigen eine erstaunliche Resistenz gegen das Verrotten. Bis zu diesem Tag, sind die Ingenieure der Tryker mit ihren Gedanken bei Keety Jiler und seiner lebenslangen Suche, das Geheimnis der Palmen am Spielplatz seiner Kindheit, zu lösen.


Das weinende Mektoub
von Ci-Quang Juani

Meine Freunde, kommt alle her, ich habe euch alle eine Geschichte zu erzählen. Sie wurde mir berichtet von jemanden den ich einst liebte und den ich trauriger weise schon viele Zyklen lang nicht gesehn habe.

Bevor die Kitins dieses Land überrannten, lebte der Mektoubzüchter Zhai-Fo Quan und seine Familie im alten Zoraï Heimatland.

Er wahr ein Homin reich an Dapper, aber arm an Liebe und Verständnis, das einzigste worum er sich kümmerte war seine Tochter, Lio. Unglücklicher weise wurde Lio von einem verschrecktem Messab verletzt, als sie noch jung war. Ihr Bein hatte zahlreiche Brüche und ist nie ganz geheilt. Wegen der Verletzungen war sie nie in der Lage zu laufen und spielen wie die anderen Kinder, daher verbrachte sie viel Zeit mit den Mektoubs des Vaters.

Jedoch, eines Tages ging sie zu der Futterstelle und bemerkte ein winziges weisses Mektoub, zitternd und mit Blut bedeckt, das ganz alleine mitten in der Herde stand. Als Lio auf es zu ging, versuchte das Tierchen zu rennen, kam aber nicht weit da es schrecklich humpelte. Das Mädchen ging so schnell sie konnte nach Hause um ihrem Vater von diesem ungewöhnlichen Zuwachs der Herde zu berichten, und er nahm sie mit zurück zur Futterstelle.

Da stand es, ein wenig entfernt von den anderen Mektoubs, immer noch zitternd. Quan rannte zu ihm und fing es mit einem Seil ein um einen genaueren Blick drauf zu werfen.

"Es ist ziemlich stark verletzt; Ich glaube nicht das es überleben wird. Wir sollten seine Qualen beenden." murmelte er zu sich selbst.

Lio jedoch hörte dies und flehte ihren Vater an es nicht zu töten. "Sie mich an, Vater, ich kann nicht laufen wie andere und dennoch darf ich leben. Bitte töte es nicht, lass mich es behalten und für es sorgen. Es braucht jemanden der seinen Schmerz versteht und das tue ich!" weinte sie.

Zhai-Fo, dessen Herz nur von seiner Tochter gerührt werden konnte willigte schließlich ein, und er gab seiner Tochter das Seil an dem das Mektoub fest gebunden war.
"Ich werde dich Xia-Lu Xuangi nennen und mich um dich kümmern mein kleiner Freund" flüsterte sie glücklich in sein Ohr.

Von diesem Tage an wurde Lio nie ohne Xia-Lu Xuangi gesehen und war nie mehr unglücklich.

Ihr Vater konnte sich nie richtig damit anfreunden für dieses kleine Mektoub zu sorgen, da es genaus so viel wie den andern fraß aber keine Arbeit verrichten konnte. Jedoch behielt er es um seine Tochter glücklich zu machen, und als er sie eines Tages den kleinen Xia-Lu Xuangi reiten sah konnte er nicht anders und musste lächeln.

Leider vergingen diese Tage all zu schnell, und bald kam Kunde von einer großen unbekannten Bedrohung. Riesige Insekten, die Homins und Tiere in gleicher Weise töteten und keine Gnade zeigen. Viele Leute aus der Umgebung flohen in größere Städte, aber Zhai-Fo Quan wollte die Gefahr nicht ernst nehmen, da er alles aufgeben müsste das er besaß, also blieb er und seine Familie mit ihm.

Bald kam jedoch der Tag, an dem schreiende mit Blut überzogene Homins an ihrem Heim vorbei kamen, hysterisch klagend über große Insekten die jeden abschlachteten!

Geschockt packten sie das nötigste auf ein paar Mektoubs und sattelten ihre Reittiere. Als Quan sah das seine Tochter Xia-Lu Xuangi sattelte fuhr er sie an "Du wirst nicht dieses verkrüppelte Mektoub mitnehmen! Es wird nicht schnell genug sein und wir müssen fliehen!" Lio weinte und schrie das sie ihren besten Freund nicht zurücklassen wollte, aber ihr Vater entgegnete nun noch erboster das sie sich keine Sorgen um ein einfaches Mektoub machen solle.

Quan nahm seine Tochter und zog sie auf sein Reittier, nachdem er nach seiner Frau und seinen beiden Söhnen geschaut hatte. Unter großem Protest des Mädchens ritten sie in schnellem Galopp zur nächst größeren Stadt, in der Hoffnung auf Frieden. Lio konnte nicht anders als zu weinen und schließlich schaffte sie es den Griff des Vaters zu lockern und zurück zu schauen.

In einer Staubwolke, mit entschlossenem Gesicht, sah sie Xia-Lu Xuangi ihnen nach laufen, so schnell wie sie ihn noch gesehn hatte. Er war ein Stück zurück, aber konnte fast Schritt halten mit ihnen und das Mädchen wusste nicht ob es weinen oder lachen sollte.

An einer Stelle war die Straße mit einem umgestürzten Baumstamm blockiert, und sie alle mussten absteigen von ihren Mektoubs und sie über den Stamm führen. Lio nutzte die Gelegenheit um zurück zu laufen zu ihrem kleinen weissen Mektoub. Sie weinte und umarmte es, streichelte es und sagte ihm wie leid es ihr tut das sie ihn zurück gelassen hatte. In dem Moment kam ein enormes Insekt hinter den Bäumen hervor nur wenige Schritte von Xia-Lu Xuangi und Lio entfernt. Alle schrien vor Entsetzen und wichen davor zurück, bis auf Lio die die Kreatur noch nicht bemerkte. Aber das kleine weisse Mektoub spürte die Gefahr und mit einem schnellen festen Satz stieß es das kleine Mädchen zu ihrer Familie. Quan nutzte den Moment und zog seine Tochter weg von dem Monster und bewegte sich zurück, Schritt um Schritt.

Seine Tochter weinte nicht, war aber erstarrt vor Schock, da das letzte was sie sah, bevor die Zweige des Baumstamms ihr die Sicht versperrten ihr kleines weisses Mektoub war, was sich dem Kitin zum Kampf stellte und dennoch sie ansah, mit Tränen in den Augen.

Von diesem Tage an war Quan arm an Dappern aber reich an Liebe, da er gesehn hatte was Liebe und Freundschaft erreichen konnten.


Dexius Apokos, Fyros Grenadier

Wir haben beschlossen, uns mit denjenigen zu unterhalten, die sich dem Schutz des Fyrosreiches gewidmet haben. Wir sehen sie regelmäßig stolz in den Straßen von Pyr patrouillieren, es sind die Soldaten des Imperators.

Wer sind Sie?
Dexius Apokos, Artillerist der fünften imperialen Legion der Fyros, zu Ihren Diensten.

Sie sind also in der Fyros-Armee?
In den Diensten des Imperators, ja.

Und seit wann sind Sie Soldat?
Ich bin den imperialen Legionen vor 5 Jahren beigetreten. Ich bin als junger Homin auf die Militärakademie gegangen. Die Ausbildung war hart, doch die Ausbilder immer gerecht.

Wie läuft so ein Training ab?
Während der ersten Monate wird hauptsächlich Wert auf das Körpertraining, den Umgang mit Waffen und die Militärdisziplin gelegt. Danach wird der Aspekt des Heimatschutzes erst in Angriff genommen. Der Schutz der Grenzen und der Zusammenhalt des Imperiums sind unsere Priorität.
Doch die Bedrohung durch die Kitins ist noch nicht beseitigt und wir mussten auch lernen, die verschiedenen Arten zu unterscheiden, ihre Schwachpunkte zu finden und ihren tödlichen Angriffen aus dem Weg zu gehen.
Und danach taten manche sich in der einen oder anderen Disziplin hervor. Diejenigen, die gut anführen konnten, wurden schnell in die Truppenführung eingegliedert. Die leichtesten unter uns, die nicht sehr gut im Sport waren, lernten Mektoubs zu reiten, um als Kundschafter oder Bote zu dienen…

Und was war ihre Spezialität?
Ich fühlte mich sofort von Schusswaffen angezogen. Und ich war auch ziemlich begabt. Da mein Umgang mit Äxten eher katastrophal war, wurde ich schnell in die Artilleriesektion des Imperators eingeteilt, was mich umso mehr erleichterte, da Sergeant Zerisse es nicht mehr ertrug, mich mit einer Axt zu sehen. Als ich jung war, hatte ich selten eine Gelegenheit, eine Waffe in den Händen zu halten und die anderen Fyros ließen keine Gelegenheit aus, sich über mich lustig zu machen…

Sie waren zuvor noch nie mit einer Waffe in Berührung? Warum sind Sie dann zur Armee gegangen?
Ich habe schon von klein an von Abenteuern und großen Gebieten geträumt. Die stolze Manier der Fyros Soldaten, die Ehre, dem Imperator dienen zu dürfen und die Idee, meinem Volk zu dienen, zogen mich an. Mein Vater jedoch war Handwerker und wollte, dass ich in seine Fußstapfen trete. Er war sehr autoritär und zwang mich, Stunden lang Leder zu bearbeiten, während andere Fyros Yubos jagen. Ich hielt es nicht aus, eingesperrt zu sein.
Eines Tages lief ich weg und habe mich bei den Rekrutoren eingeschrieben.

Und das hat Ihnen nie Leid getan?
Doch, manchmal schon… Dem Imperator zu dienen, erfüllt mich zwar mit stolz, doch ich konnte nicht die Abenteuer erleben, von denen ich geträumt hatte. Das Leben eines Soldaten besteht hauptsächlich aus Patrouillen in den Straßen von Pyr, unendlichen Wachdiensten in den Flammen der Pforten von Pyr, dem Risiko, in eine Grenzregion in der hintersten Wüste entsandt zu werden, wo nichts passiert und nur sehr wenig heldenhafte Taten durchgeführt werden, wie man Kleinkindern erzählt. Und was mich am meisten quält, ist dass ich meine Mutter im Stich gelassen habe. Deshalb habe ich beantragt, als Wache des Heiligtums eingeteilt zu werden.

Des Heiligtums?
Ja, des Kamiheiligtums! Sie wissen doch bestimmt, dass Heiligtümer in der Umgebung von Pyr im Bau sind. Mit diesen teuflischen Karavanieren, die ständig um uns herum streichen, um einen Vorwand zu finden, uns anzugreifen, werden Wachen benötigt, um die Baustellen zu beschützen.

Und warum wollen Sie Wächter der Baustellen werden?
Ich will meiner Mutter näher kommen. Ich habe erfahren, sie sei sehr krank. Ich mache mir Vorwürfe, sie einfach so im Stich gelassen zu haben – sie muss sich schreckliche Sorgen machen. Wenn ich Wächter des Heiligtums wäre, könnte ich sie vielleicht regelmäßig besuchen, ohne zu riskieren, für ein paar Monate auf einen Grenzposten abgerufen zu werden. Außerdem wäre sie sehr stolz zu wissen, dass ich den Kamis diene und sie wäre ruhiger, wenn sie mich an einem Heiligtum wisse anstatt in einer Vernichtungsmission der Kitins.

Und was halten Sie davon, für die Kamis zu arbeiten?
Ich wäre sehr geehrt! Auch wenn ich dem Imperator folgsam bin, so hat mein Herz noch immer für Ma-Duk geschlagen. Und um offen zu sein, ich habe die Patrouillen ohne große Herausforderung in den Straßen von Pyr etwas satt. Bei den Kamis ist mehr Aktion! Ich werde dem Imperator endlich zeigen können, dass er stolz auf mich und meinen Vater sein kann und aus mir ein richtiger Homin geworden ist.


Die Daïsha Stanza, eine Legende aus der Zeit der Herrschaft des Großen Weisen Lin Cho

Über die Entstehung der Bernsteinwürfel, niedergeschrieben von einem anonymen Chronisten aus Zoraï

Zu der Zeit, in der die Zoraï von dem Großen Weisen Lin Cho geführt wurden, unternahmen die Fyros einen Überfall auf Zoran, die alte Hauptstadt. Nachdem die Fyros zurückgeschlagen werden konnten, wurde die Große Mauer erweitert, um alle Grenzen zu den Gebieten der Barbaren zu schließen. Die Stadt selbst hatte durch Ihre beeindruckenden Wachtürme nur wenig Schaden erlitten.
Dennoch traf dieser Angriff die Kultur der Zoraï mitten in Ihr Herz.
In der Nationalbibliothek war ein großes Feuer ausgebrochen. Hier wurde die Geschichte von Jahrhunderten, aufgezeichnet auf Mektoubpergament, bewahrt.
Den Weisen wurde so die Last und Zerbrechlichkeit ihres Wissens schmerzlich vor Augen geführt.

Sie blieben jedoch nicht untätig.
Die besten Magier unter ihnen versammelten sich und brachten einen Spruch hervor, welcher den Inhalt vieler Pergamente in einer Sphäre komprimieren konnte.
Von nun an war es möglich größere Mengen an Informationen leichter zu transportieren. Aber es gab auch einen Nachteil. Die neue Stanza erzeugte zwar Sphären mit einem hohen Informationsgehalt, deren Haltbarkeit war jedoch stark beschränkt.
Es wurden also Behälter benötigt, um die Sphären vor dem Zahn der Zeit und zukünftigen Feuern zu schützen.

Auf Lin Chos Anweisung hin wurde im ganzen Land ein Wettbewerb ausgeschrieben. Die besten Handwerksmeister sollten ein Behältnis kreiren, in dem das gesammelte Wissen der Zoraï für Jahrhunderte sicher aufbewahrt werden konnte.

Als der Tag der Entscheidung nahte, trafen die besten Handwerker aus vielen Dörfern und Städten des Landes in dem Dorf Taï-Toon ein.
Hier sollte die neue Bibliothek gebaut werden. Jederman konnte fast fünfzig Meister und ihre Lehrlinge dabei beobachten, wie sie unter viel Aufhebens und Trubel die letzten Handgriffe an Ihre fantastischen Kreationen legten.
Es gab magische Kisten, fein ziseliert, Urnen und Krüge in allen Formen, Farben und Größen, um die Sphären des Wissens zu speichern.

Ein junger Handwerker namens Hari Daïsha, aus dem abgelegenen Dorf Tin-Din, wählte für sein Gefäß einen eher rustikalen Stil. Er höhlte Bodochörner aus, um darin je bis zu fünf Sphären des Wissens unterzubringen.
Am Tag vor dem großen Tag der Wahl, saß er vor seinem Zelt und brachte eine abschließende Schicht seiner selbst hergestellten Feuerschutzpolitur auf die Hörner auf.
Ein renommierter Handwerker aus Zoran blieb stehen und sprach ihn amüsiert an:
"Was ist denn das, Yama?* (*Junger Homin) Das Quartier der Musiker ist doch bei den Ausstellungsständen, in der Nähe des Podiums!"

"Nein, nein, Meister Seng, dieses Horn ist mein Beitrag zu dem Wettbewerb! Schaut nur, es kann mit dieser Klappe wasserdicht verschlossen werden, ist feuerfest und kann vor allem leicht versteckt werden, sollten uns wieder Barbaren überfallen."

"Erstaunlich! Ein Haufen Bodochörner, wie trügerisch!" spaßte Seng, der dem jungen Handwerker seine schwere Hand auf die Schulter legte. "Hört auf meinen Rat, die Weisen schätzen eine gute Präsentation. Wenn Ihr also wollt, daß sie Euren Anstrengungen Aufmerksamkeit zollen, solltet Ihr die rauhe Schale etwas verfeinern."
Damit kehrte Seng stolz zu seinem eigenen Zelt zurück, in dem einer wundervollen Truhe aus Bernstein den letzten Schliff gab.

Der junge Zoraï blickte auf seine einfachen Bodochörner. "Mmm, der alte Seng wird schon recht haben, die Weisen müssen morgen so viele Beiträge begutachten und ihr Urteil wird öffentlich vor der großen Versammlung vorgetragen. Ahh, ich könnte noch etwas Glanz anbringen, damit sie besser auffallen. Bernstein kann ich mir zwar keinen leisten, aber am Fluß dort drüben gibt es sicher das richtige Sap für mein Vorhaben... "

Die Nacht brach bereits hinein, als sich Hari wieder niederließ, um seine langwierige Aufgabe zu beginnen. Er wollte das Sap zu einem festen Brei einkochen. Damit könnte er dann die Behälter einschmieren. Diese würden dann einen feinen grünen Glanz annehmen.
Sengs Hänseleien wurmten ihn aber immer noch und die Glühwürmchen die von der Lampe an seinem Arbeitsplatz angezogen wurden trugen ihren Teil dazu bei ihn weiter zu ärgern.
"Verschwinde, bevor ich dich verbruzel!" knurrte Hari ein besonders lästiges Exemplar an, dass sich nicht davon abbringen ließ direkt vor seinen Augen herumzutanzen.
Aber das Glühwürmchen schien entschlossen, sich mit ihm anzulegen und ließ sich auch nicht von seinen klebrigen Sap-Fingern verjagen.
"Es reicht! Du hast es so gewollt!" Hari nahm ein Klümpchen Sap, rollte es zu einer Kugel und schleuderte dem Insekt den erstbesten Spruch entgegen, der ihm in den Sinn kam.
Es war ein Binde-Spruch und das kleine Insekt fiel in seinem ewigen Gefängnis schnurstraks zu Boden "Wah ...! Seht euch das an, ich habe es in Sap gebunden!"

Als er die kleine, grünlich schimmernde und durchscheinende Sapkugel aufnahm, konnte er im Flammenschein die zarte Anatomie des Tieres bestaunen. Er sah die Schönheit der Flügel, die im Gegenlicht besonders zur Geltung kamen und so detailreich wohl von keinem Homin zuvor gesehen werden konnten.
"Jeder Weise würde mir seine Stanza-Sammlung dafür geben", dachte Hari - und hatte sofort die nächste Idee.

Die ganze Nacht übte er nun die Glühwürmchen in Sap zu binden und den Spruch wieder umzukehren, um die perfekte Abfolge der Worte der Macht zu finden, bis schließlich in den frühen Morgenstunden ein Glühwürmchen sein Gefängnis komplett unversehrt wieder verlassen konnte.

Früh am nächsten Morgen war der von den Wettbewerbsteilnehmern ausgehende Lärm weithin hörbar. Sie machten sich nun alle auf um Ihre Kunstwerke zum Ausstellungsplatz zu transportieren. Bald schon blieb nur die Stille der leeren Zelte zurück. Sie alle waren Leer, außer dem, in welchem Hari erschöpft von einer Nacht harter Arbeit und benebelt von den Sapdämpfen in einen tiefen Schlaf gefallen war.

Erst der ferne Klang der Hörner weckte ihn schlagartig auf. Die Preisrichter hatten eine Entscheidung getroffen! Hari riß die Augen auf und stürmte sofort mit seinen Sapperlen in der Hand zum Podium.
Kein anderer als Meister Seng präsentierte dort für alle sichtbar stolz seine Schöpfung. "Bernstein" tönte Meister Seng "wird ewig halten, und diese Truhe wird all Ihrem Inhalt ewigen Schutz bieten."
Er wandte sich dann, nach alter Tradition, dem Weisen zu, um seine Siegesmedaille in Empfang zu nehmen.

"Meister Seng", begann der große Weise mit feierlicher Stimme. - "Mit tiefer Freude ..."

"Wartet!", keuchte Hari und quetschte sich durch die Zuschauer um nach vorne ans Podium zu gelangen. - "Hochverehrter, meine Arbeit muß erst noch beurteilt werden ..."

"Was soll das? Schweig still, der Sieger wurde gewählt ...", erwiderte der Weise.

"Wenn Ihr erlaubt, verehrter Weiser.", unterbrach Seng flüsternd und beugte sich zum Weisen. - "Ich kenne diesen jungen Homin, er hat einen ungewöhnlichen Verstand. Ob es der eines Verrückten oder der eines Genies ist, wird sich noch herausstellen.... Ihn nun zu entmutigen, wäre, wie einen Paradiesvogel im Ei zu töten."

"Nun gut, Seng, das klingt einleuchtend. Es braucht alle Arten von Dingen für eine ganze Welt." stimmte der Weise zu und gab Hari ein Zeichen seine Arbeit zu präsentieren.
Hari brachte die in seinem Bodochorn verstaute Sapperle zum Vorschein und hielt sie gegen die Sonne, damit alle Umstehenden sie sehen konnten. Der Weise musterte das in Sap gefangene Glühwürmchen nicht ohne Bewunderung.

"Interessant ..."

"Dies ist ein neuer Weg allerlei Dinge zu erhalten, Hochverehrter." Mit den rechten Handbewegungen und Worten führte Hari nun die Umkehrung aus und inmitten von "Ohhhs" und "Ahhhhs" der Zuschauer flog das Glühwürmchen unbehelligt davon. - "Gibt es etwas Empfindlicheres als ein Glühwürmchen?"

"Sehr interessant", stimmte der Weise zu, "aber Sap löst sich auf im ersten Regentropfen, vom Zahn der Zeit ganz zu schweigen!"

"Aber Bernstein nicht", fiel Meister Seng ein und reichte Hari seine schöne Schöpfung mit der einen und eine Sphäre mit der anderen Hand. "Kommt, Yama, nehmt davon den Bernstein den Ihr braucht und zeigt uns, was Eure Stanza mit dieser Sphäre des Wissens tun kann. Wenn Ihr Erfolg habt, könnt Ihr mir das Material mit Eurem Gewinn zurückzahlen!", lachte der berühmte Handwerker.

Im Nu löste Hari einen kleinen Teil des Bernsteins aus der Truhe und benutzte Ihn, um die Sphäre der Erkenntnis darin zu versiegeln. Die Menge schrie und applaudierte vor Begeisterung, als der Weise den Arm des jungen Homins zum Zeichen des Sieges hob.

Die Bernsteinkugeln wurden im Laufe der Zeit zu Würfeln weiterentwickelt um sie besser lagern zu können.
Und Seng hatte, nebenbei bemerkt, die erste Truhe der Weisheit erschaffen, um die Bernsteinwürfel aufzubewahren.
Der Ältestenrat fügte später noch ein spezielles Siegel in die Bindung ein, um sicherzustellen, dass nur Initaten der wertvolle Inhalt zugänglich sei.


Die Schattenschmuggler

Während wir das Jungfräuliche Wäldchen auf der Suche nach einem neuen Interview durchstreiften, sahen wir in der Ferne einen Tryker und einen Zoraï, die scheinbar mit einer Verhandlung beschäftigt waren. Als wir näher kamen, waren sie gerade am Ende ihrer Verhandlung angelangt und wandten sich in unterschiedliche Richtungen. Bevor der Zoraï davon eilen konnte, sprachen wir ihn an.

Hallo Sie! Zoraï! Können wir Sie kurz stören?

Der Zoraï drehte sich erschrocken um.

Tut mir leid…. Ich bin sehr in Eile.

Warten Sie bitte! Wir wollen Sie nur kurz zu dem Tryker befragen.

Der Zoraï wandte sich zu uns.

Ihr habt mich mit dem Tryker gesehen ?

Ja

Hmm… ihr werdet mit niemandem darüber reden? …. Ich werde eure Fragen beantworten.

Natürlich nicht. Seid unbesorgt. Zuerst einmal… warum habt Ihr mit dem Tryker verhandelt ? Und warum darf niemand davon wissen?

Der Tryker ist ein Angehöriger des Stammes der Schattenschmuggler. Sie verkaufen verschiedene Dinge… Ich habe mit ihm Geschäfte gemacht. Und meine Familie, eine gute Familie übrigens, würde verurteilen, was ich gerade getan habe.

Hmm und wo können wir diesen Stamm finden ? Wir haben ein paar Fragen an sie.

Ihr habt Fragen? Vergesst es! Wie auch immer, ich habe keine Ahnung, wo ihr sie finden könnt.

Denkt an unsere Abmachung…

Aber ich… Man kann sie im Nordosten des Jungfräulichen Wäldchens finden.

Vielen Dank!

Angesichts der Anspannung, unter der unser Zoraï-Freund sichtbar stand, ließen wir ihn gehen. Wir wandten uns in die angegebene Richtung und machten uns auf zu den Schattenschmugglern, um ihnen einige wichtige Fragen zu stellen. Das Interview, an dem wir schon lange interessiert waren, rückte in greifbare Nähe.

Dort angekommen, gingen wir direkt zu dem Homin, der wohl der Anführer war. Er sprach uns an.

Hey, ihr da! Was sucht ihr hier?

Nun, wir wollten…

Lasst mich raten. Ihr wollt ein Schwert ? Einen Speer ?

Nein, nicht wirklich…

Dann wollt ihr ein Mektoub!

Auch nicht… Wir wollen Ihnen nur ein paar Fragen stellen…

Fragen? Tut mir leid, so etwas haben wir hier nicht. Habt ihr die Kerle gehört?

Das gesamte Lager begann zu lachen. Wir verstanden schnell, es ihr gesamtes Interesse dem Verkaufen und dem Dappermachen galt…

Wir machen ein Interview und wenn ihr ein paar Fragen beantwortet, macht dies ebenfalls Werbung für euch und ihr könnt mehr verkaufen.

Der Anführer hörte auf zu lachen.

Hmmm… Lasst mich nachdenken… In Ordnung! Aber beeilt euch, denn Zeit sind Dappers. Ich möchte nicht wegen euch ein gutes Geschäft verpassen.

Danke. Könnt Ihr Euch selbst und Euren Stamm kurz vorstellen?

Mein Name ist Ba'Roley Hathy. Ich bin der Anführer dieses Stammes, den Schattenschmugglern. Wir verkaufen so ziemlich alles, an jedermann. Wie man sehen kann stellt unser Symbole einen männlichen Trykerkopf, verborgen im Zoraï Unterholz, dar. Wir bestehen ausschließlich aus Trykern.

Seid wann gibt es euch?

Wir gründeten unser ersten Lager 2505 unmittelbar nach unser Freilassung.

Eurer Freilassung ?

Ja… richtig Freilassung… um es kurz auszudrücken.

Bitte erkläre es genauer, ich verstehe es nicht.

In Ordnung… Wir waren versklavt… Die Sklaverei ist wie eine Krankheit, gegen die man kämpfen muss. Und leider ist sie noch immer in der Mentalität einiger Homins vorhanden.

Von wem redet Ihr ?

Mehr werde ich darüber nicht sagen.

In Ordnung, das ist Eure Sache. Aber weiter… Ihr seid Sklaven gewesen? Von wem?

Von den Matis Hamazans. Sie benutzten uns… Eines Nachts, als die Meister des Goo angriffen, nutzten wir die Chance um wegzulaufen. Wir nahmen Mektoubs, bewaffneten uns und versteckten uns im Dschungel-Unterholz. Seit damals verlassen wir diesen Ort nur um zu handeln.

Das ist eine wirklich interessante Geschichte Ba’Roley. Und was verkauft ihr und an wen ?

An jeden Homin ! Wir verkaufen sämtliche Waffen sowie Mektoubs !

Auch an die Hamazans?

Selbstverständlich ! Aber wir machen… Spezialpreise für sie. Das heisst, alles ist viel teurer für sie.

Aber sie wollen euch nicht vernichten aufgrund eurer… gemeinsamen Vergangenheit ?

Be’Roley begann zu lauchen.

Nein, dazu brauchen sie uns viel zu sehr ! Aber wie ich bereits zu Beginn sagte… meine Zeit ist kostbar und ich werde euch nicht unsere Vergangenheit in allen Einzelheiten erzählen. Berichte einfach, dass unsere Preise die Besten weit und breit sind.

Hmm, in Ordnung… Vielen Dank für all diese Informationen !

Es war mir ein Vergnügen … Ich hoffe, ihr bringt uns viele Kunden.

Werden wir.


Dios Apotheps


Eine verhängnisvolle Jagd

Tief schwarz hing der Nachthimmel über dem Dschungel, gespickt mit Myriaden kleiner Sterne, die ihr helles Licht in Richtung Atys schickten. Das Bild, das sich Sian Gai-Lua bot als er die Augen aufschlug, war einfach atemberaubend. Einige Minuten lang genoss er den Anblick, den Ma-Duk ihm schenkte, blieb still auf dem Rücken liegen und lauschte auf die Geräusche um ihn herum. Alles fügte sich zu einem harmonischen Bild des Friedens.

Als er sich schließlich von dem Anblick los riss, war es für ihn wie das Erwachen aus einem schönen Traum, verbunden mit einem unsanften Sturz zurück in die Realität. Jeder Versuch, sich zu bewegen, wurde von seinem Körper sofort und unbarmherzig mit Schmerzen geahndet. Und so beließ er es schließlich dabei, sich vorerst nur ein wenig umzublicken. Wo war er? Der Dschungel sah überall gleich aus.

Vergeblich versuchte er, sich daran zu erinnern, wie er hierher gekommen war. Aber bis auf ein paar vereinzelte Bilder, die zusammenhanglos vor seinem geistigen Auge auftauchten, war da nichts. Ein paar mal atmete er tief ein und aus und versuchte sich zu konzentrieren.

Lange kreisten seine Gedanken um die eine Frage: Wie bin ich hierher gekommen? Doch so sehr er sich auch konzentrierte, eine Antwort fand er nicht.

Also gut. Versuchte er sich zu beruhigen. Dann eben langsam und der Reihe nach.

In Gedanken ging er zurück zu dem Moment, in dem er mit seinen Begleitern von Hoi-Cho zur Jagd aufgebrochen war. Er konnte sich noch daran erinnern, wie sie durch den dichten Dschungel gestreift waren, immer auf der Hut vor Raubtieren und immer auf der Suche nach einer lohnenden Beute. Dann wurde seine Erinnerung lückenhaft. Aber je stärker er versuchte, das Geschehene zu rekonstruieren, umso mehr der zusammenhanglosen Bilder in seinem Kopf rückten an ihren Platz wie Teile eines großen Mosaiks.

Sie waren schon einige Stunden unterwegs gewesen, als der Regen eingesetzt hatte. In Sturzbächen war er vom Himmel gefallen, als hätte Ma-Duk entschieden, die Welt zu ertränken. Und mit dem Regen war der Nebel gekommen. Zunächst hatten sie sich davon nicht sehr beeindrucken lassen, solche Wetterumschwünge waren ja schließlich nichts besonderes, und hatten ihre Jagd fortgesetzt. Doch der Nebel war immer dichter geworden. Schließlich war er so dicht gewesen, dass man nur noch wenige Schritte weit sehen konnte und so hatten sie entschieden, die Jagd für diesen Tag zu beenden und zum Dorf zurückzukehren.

* * *

Sian sah nun wieder deutlich vor Augen, wie sie durch den immer dicker werdenden Nebel gewandert waren. Bald schon hatten sie die eigene Hand nicht einmal mehr vor Augen erahnen können und so war es kein Wunder, dass sie sich bald in einer ihnen völlig fremd erscheinenden Region des Dschungels befunden hatten. Keine der Wegmarken oder anderen Orientierungspunkte, die sie hätten benutzen können um den Rückweg zu finden, war zu entdecken gewesen. Keine Gabelung und kein Abzweig der wirren Dschungelpfade war ihnen noch bekannt erschienen aber dennoch waren sie weiter gegangen. Sie waren ja schließlich Zorai und der Dschungel ihre Heimat. Sie würden den Weg nach Hause schon finden. Zumindest hatten sie das gedacht.

Nach einer Zeit, die ihm wie Stunden vorgekommen war, war es Miu gewesen, die Jüngste aus ihrer Gruppe, die plötzlich und ohne jedes Vorzeichen von einem schlimmen Hustenanfall geschüttelt wurde. Auch Sian war das Atmen schwerer gefallen als normal, aber er hatte es auf die anstrengende Wanderung und das Wetter geschoben. Aber wenig später hatten auch seine anderen Gefährten begonnen, unter ersten Beschwerden zu leiden.

Losai hatte Anzeichen einer Erkältung gezeigt. Immer öfter hatte er niesen müssen und offensichtlich war ihm trotz der schwül warmen Luft kalt gewesen.

Kia hatte sich immer häufiger am ganzen Körper zu kratzen begonnen, so als hätte sie irgendeinen Ausschlag. Und auch Sian selbst war nicht verschont geblieben.

Seine Beine hatten zu schmerzen begonnen und das Laufen hatte ihm zunehmend Mühe bereitet. Doch sie waren weiter gegangen. Bis Miu unter einem weiteren Hustenanfall zusammengebrochen war.

Sian standen Tränen in den Augen, als er an jenen Moment zurück dachte. Wie hatten sie nur so dumm, so ignorant sein können, die Anzeichen zu missachten.

Mit einem Schaudern sah er erneut die Szene vor Augen, als Kia sich zu der auf dem Boden liegenden Miu herunter gebeugt hatte, nur um sich schon im nächsten Moment, voller Angst und Panik schreiend, wieder aufzurichten, einen unförmigen Klumpen in der Hand haltend.

Einen weiteren Augenblick später hatte sie ihn auch schon weg geworfen und war voller Panik in den Nebel davon gelaufen.

„Kia!“ hatte er Losai erschreckt rufen hören. „Kia! Bleib hier! Was in Ma-Duks Namen ist denn in dich gefahren?!“

Doch aus der Entfernung war weiterhin nur ihr hysterisches Schreien - Wortfetzen ohne jeden Sinn - zu hören gewesen. Während Losai der Davonlaufenden nachgeblickt hatte, hatte Sian sich niedergekniet, um nach der regungslos am Boden liegenden Miu zu sehen. Und als er sich zu ihr herunter gebeugt hatte und ihr so nahe gekommen war, dass aus dem schattenhaften Etwas im Nebel der Körper eines Homins geworden war, hatte auch er erkannt, was Kia so erschreckt hatte.

Der Boden auf dem Miu gelegen hatte, war von dunklem Violett. Und mit einem Mal hatte er vollstes Verständnis für Kias Reaktion gehabt. Er selbst hatte mit der Panik kämpfen müssen, als ihn die Erkenntnis wie ein Blitz traf. Sein Mund war auf einmal staubtrocken gewesen und er hatte einige Male schlucken müssen, bevor es ihm gelungen war, auch nur dieses eine Wort zu sprechen um das in diesem Moment all seine Gedanken gekreist waren.

„Goo.“

* * *

Seine Stimme war nur ein leises Flüstern gewesen, doch Losai hatte ihn gehört.

„Was?“ hatte er erschrocken gefragt. Und dann war es passiert.

Als ob irgendetwas plötzlich von Sian Besitz ergriffen hätte, war nun alles fast völlig ohne sein Zutun geschehen. Wie ein Zuschauer bei einer Theateraufführung war er sich vorgekommen, als er sich kerzengerade aufgerichtet, Losai am Arm ergriffen und ihn mit sich gezogen hatte.

„Wir müssen sofort hier raus!“ hatte er seine eigene Stimme gehört und das war so ziemlich das letzte, an das er sich deutlich erinnern konnte.

Alles was danach passiert war, war ein Durcheinander aus Bildern und Eindrücken in seinem Kopf, die in keine sinnvolle Reihenfolge mehr zu bringen waren. Hier meinte er sich daran zu erinnern, wie er Losai hinter sich her durch den Nebel zog, dort wie die Nebelschwaden ein wenig lichter aber dafür nun eindeutig violett in ihrer Färbung wurden.

In einem anderen Erinnerungsfetzen spürte er, wie sich sein Gefährte von ihm los riss, oder war er gestürzt und Sian einfach weiter gelaufen? Er wusste es nicht zu sagen.

Ebenso wenig, wie er sagen konnte, wie er wieder aus dem Goo heraus und an diesen Ort gekommen war. Aber das erschien ihm nun auch unwichtig. Das einzig wichtige war:

Er lebte. Er war im Goo gewesen, tiefer wohl als jeder Homin zuvor. Und hatte überlebt.

Und nun lag er hier hilflos herum und wartete darauf, dass der nächste Torbak vorbei kam und in ihm sein Frühstück entdeckte? Nein!

Mit der Kraft dieses Gedankens versuchte er erneut, sich zu erheben und schaffte es im ersten Anlauf und unter starken Schmerzen zumindest, sich aufzusetzen. In dieser Stellung verharrte er wie paralysiert, als sein Blick auf seine Beine fiel.

Was war das?

Seine einst rein blaue Haut war von den Füßen bis hin zu den Oberschenkeln mit dunklen Flecken übersät und hier und da stach eine Ader violett hervor.

„Was ist das?“ murmelte er leise.

„Ein Andenken.“ kam die Antwort mit Mius Stimme.

Überrascht blickte er sich um, konnte aber niemanden sehen.

„Miu?“ fragte er in die Leere. „Bist du das?“

„Ja.“ kam die Antwort.

„Wo bist du?“ - „Hier.“ - „Wo ist hier?“ - „Bei dir......mit dir....in dir....“

„Wir sind alle hier.“ erklang nun auch Losais Stimme.

„Wir alle sind bei dir.“ bestätigte Kia.

„Aber wie?“ fragte Sian und sein Blick suchte weiter die Umgebung ab, hoffend, dass er seine Gefährten irgendwo entdeckte. Doch erneut erklang die Antwort direkt in seinem Kopf.

„Du hast uns mitgenommen. Zusammen mit dem Goo.“


Entdeckungsfieber

Erzählt von Apocasus Menix, einem Chronisten der Fyros:

Es geschah unter der Leitung des Rates der Chronisten, ins Leben gerufen von Imperator Abylus dem Weisen, dass die Gilde der Minenarbeiter gegründet wurde, um die in der Ebene von Coriolis entdeckten Ruinen zu untersuchen. Der Antrag für den Beschluss, mit den Grabungen zu beginnen, wurde nicht ganz ohne einen gewissen Widerstand angenommen, schließlich verstieß er gegen das Verbot des Karavan. Ziel war es, die Wahrheit über den mythischen Drachen und die geheimen Schätze oder Übel ans Licht zu bringen, die sie in den Eingeweiden von Atys verborgen glaubten. Der allgemeine Konsens lautete, es sei besser, der Wahrheit gegenüberzutreten als mit der Lüge zu leben - dies ist auch heute noch ein Wahlspruch der Fyros. Jedoch stellt sich der Weg zur Wahrheit oftmals nicht als eine gerade, bequeme Straße heraus.

Nun geschah es jedoch, dass eine Gruppe, die Grabungen in der Region von Coriolis ausführte, fremdartige Materialien entdeckte und dadurch ermutigt auf eine Ader von Säure stieß. Eine Säure, die das umliegende trockene Land in Brand setzte! Aufgrund der starken Westwinde breitete sich die Feuersbrunst schneller aus, als Verstärkung geschickt werden konnte. Die Glut verschlang die Stadt Coriolis und zog eine Feuerschneise hinter sich her - gleich einem Gingo, der alles Leben auf seinem Weg verschlingt. Abylus der Weise entsandte eine Armee, um das Feuer einzudämmen, doch das Schlimmste sollte noch kommen.

Das Feuer hatte sich bis zur Grenze der Matis ausgebreitet und bildete eine unüberwindliche Feuerwand, die auch die Wasserversorgung aus den Landen der Tryker unterbrach. Aniro III., König der Matis, nutzte die dichte Wand aus Qualm und Ruß, um ein Heer zu entsenden, das die das Wasser sichernden Regimenter aufreiben und letztlich Kontrolle über die Wasserstraße erlangen sollte. Dann wandte er sich schließlich selbst den Ländern der Seen zu. Doch wie es schon in unseren Liedern heißt: "Solange noch Luft unsere Lungen füllt, solange unsere Herzen stolz und gerecht in Einklang schlagen, und solange die Nacht dem Tage folgt, sind wir immer und ewig zum Kampfe bereit!" Das Feuer von Coriolis wütete noch wochenlang. Aber die Gelegenheit, uns unseren Weg zu bahnen, kam: Wolkengebirge türmten sich auf und ein gewaltiger Wolkenbruch löschte das Feuer wie durch Magie. Ohne auch nur einen Moment zu zögern begann Pyto - der Sohn des gealterten Imperators - trotz der Erschöpfung der Truppen mit einem glorreichen Feldzug zur Rückeroberung der lebenswichtigen Verbindung zu den Ländern der Seen.


Die Ermordung von Loria

Wie zu erwarten war, verließ unser Ziel den königlichen Palast mitten in der Nacht in Richtung Süden und ließ die Stadt Matia hinter sich. Wir hatten vereinbart uns sehr vorsichtig zu nähern, schließlich hatte man uns mehrfach davor gewarnt ihre Fähigkeiten nicht zu unterschätzen.

Es war nun schon ein Jahr her, seit Loria damit begonnen hatte die Streitkräfte des Herzogs von Tylini herauszufordern, indem sie zahlreiche Angriffe organisierte und mehr und mehr Sklaven befreite, welche sich alsbald in ihren Reihen wiederfanden. Doch heute sollte diese dunkle Farce ein Ende finden und ich würde endlich in der Lage sein meine Position unter den Matis dauerhaft zu sichern.

Als Loria in den Wald verschwand formte mein Gefährte, ein Matis, mit seinen Händen lautlos einige Zeichen: Wir mussten eine Stunde warten, bevor wir auf anderem Weg zum Ort des Hinterhalts, wo wir sie erwarten würden, aufbrechen konnten. Da wir sie einige Wochen beobachtet hatten, kannten wir ihren Weg genau, und auch ihre Abkürzung durch die Urwurzeln war uns wohl bekannt. Und mehr noch: Es war uns sogar gelungen, Fallen in ihrem Versteck aufzustellen, welches sie sich für den Fall der Fälle eingerichtet hatte.

Unter dem Visier seines Parok Helms flüsterte Rocho leise in den Karavan-Kommunikator um die anderen zu unterrichten. Auch wenn ich meine Zweifel an unseren Gönnern auf der Seite der Tryker hatte, so mussten diejenigen auf Matisseite extrem wohlhabend sein, um zwei dieser überaus heiligen Reliquien ihr eigen nennen zu können.

Als die Stunde vergangen war ritten wir so schnell es ging mit unseren Mektoubs durch den Wald, hin zu den Schächten die hinab in die Urwurzeln führten. Diese Eingänge war nicht so komfortabel wie die mit einem Wirbel, und so mussten wir unsere Mektoubs zurücklassen, als wir an einer Kletterpflanze hinabstiegen, an welcher, den Spuren nach, wohl kurz zuvor bereits ein recht kleiner Homin hinabgeklettert war. Sie war definitiv hier entlang gekommen und das Netz um sie zog sich immer enger.

Als wir sie endlich einholten, hatten die anderen sie bereits in einer engen Passage, welche sie grundsätzlich benutzte um der Entdeckung durch Raubtiere zu entgehen, umzingelt. Auch wenn sie kampfbereit schien, zeigte sich doch Verwirrung auf ihrem Gesicht, als sie erkannte, dass sich unter ihren Angreifern auch Tryker befanden. Unser Anführer, Pebre Freldo, verkündete ihr ohne viel drumherum, dass es für sie nun an der Zeit war, für ihren Widerstand gegen die Mächtigen dieser Welt, die Handwerker in Jenas Plan, zu zahlen und dass ihre Seele für ihre Sünden auf immer verrotten würde.

Als wir angriffen, konnten wir wahrhaft erleben, aus welchem Holz Helden geschnitzt sind. Sie war eine außerordentliche Kämpferin, vermied es jedoch tödliche Hiebe gegen die Tryker unter uns auszuführen, was ihr schließlich den Treffer einer Pike in ihre Seite einbrachte. Aber wie durch ein Wunder gelang es ihr dennoch, unserem Hinterhalt zu entfliehen. Es war ja auch schließlich nicht zuletzt ihr Geschick darin, immer wieder aus ausweglosen Situationen zu entkommen, dem sie ihren Ruf verdankte. Sie sprang auf den Rücken eines nahe stehenden Mektoubs, das nicht einmal einen Sattel trug, und schaffte es so uns ab zu hängen.

Doch wie es nicht anders zu erwarten war, floh sie in ihr Versteck; mit ihrer Verletzung konnte sie schließlich die Urwurzeln nicht verlassen, ohne durch den Geruch des Blutes jedes Raubtier im Umkreis von Meilen auf sich aufmerksam zu machen. Pebre befahl allen die Filter in unsere Helme einzusetzen und sich auf den Weg zu Lorias Versteck zu machen.

Als wir ankamen kroch sie gerade auf den Ausgang zu und versuchte der Gaswolke zu entkommen, die unserer Falle entströmte. Selbst die große Loria konnte die tödlichen Ausdünstungen der größten Yelks der Urwurzeln nicht überleben. Wir alle sahen zu, als sie unter Schmerzen weiter kroch, es jedoch nicht einmal schaffte die giftigen grünen Schwaden zu verlassen; schließlich erklärte Pebre sie für so gut wie tod.

Während alle anderen sich bereits abwandten und sie ihrem Schicksal überließen, warf ich noch einen letzten Blick auf die Person, die uns so viel Ärger bereitet hatte. Sie hob noch einmal ihren Kopf und schien einen Moment lang wie gebannt von einem einzelnen Lichtstrahl, der sich den Weg durch die Dunkelheit der Urwurzeln gebahnt hatte. Dann blickte sie mich direkt an, und mit ihrem letzten Atemzug fragte sie: "... Warum ...?"


Gerüchte: Fao der Zorai berichtet über eigenartige Machenschaften bei den Karavan

Wenn die Sonne am See der Freiheit untergeht, füllt die Bar in Avendale sich mit ungeduldigen Homins, die sich auf ein frisches und schaumiges Bier von Naroy Ba’Dardan freuen. Seine Bar ist sehr beliebt und seine Kundschaft kommt von überall her: Homins, die in der Region arbeiten oder den nahe gelegenen Wirbel für ihre Reise nehmen, bereit sich den Gefahren der Lagunen von Loria zu stellen.
Nach einem anstrengenden Tag geht es gesprächig her…

Hören wir heute Fao dem Zorai zu, Gläubiger von Ma-Duk, der uns erklärt, was er von den neuesten Ereignissen hält:
„Natürlich wollen die Karavan den Krieg! Sie vermehren ihre Provokationen gegen Ma-Duk täglich unter irgendwelchen Vorwänden. Sie hetzen ihre Hominanhänger gegen die Kamigläubigen auf. Ihre neueste Erfindung ist, die Kamis würden die Karavaniere angreifen. Die spinnen doch! Ein Kami, der die lebenswichtige Kraft von Atys darstellt, würde nie ohne Grund einen Homin angreifen. Doch je mehr die Karavan uns aufhetzen, desto größer wird Ma-Duks Zorn gegen sie.“

„Außerdem haben die Karavan begonnen etwas auf Atys zu erbauen. Ihre Gesandten versammeln sich um die Hauptstädte, begleitet von Handwerker-Homins und sie scheinen Pläne und Informationen aus einem uns unbekannten Grund auszutauschen. Da steckt ohne Zweifel ein großes Projekt dahinter. Doch wir haben keine Angst vor seiner Umsetzung, denn Ma-Duk und die Kamis beschützen Atys und werden es nicht dulden, dass der Planet durch Werke der Karavan verschandelt wird.“


Flyner-Flucht


Für ein paar Dapper mehr

Notiz des Archivisten: Dieser offene Brief wurde an einen gewissen O'Duffy Garmer adressiert, verantwortlich für die Lieferanten bei den Baustellen der Militärlager seit jenem Frühling, der die Zelte brachte.

Lordoy nair-O'Duffy Garmer

Ich komme von einer Inspektion der Baustellen und ich konnte feststellen, dass die Arbeiten sehr schnell vorangehen. Zumindest, was die Verhexte Bucht, die Ruhigen Wasser und die Zwillingsgipfel angeht... Die Lager von Lorias Teiche und der Grube der Stille sind im Gegenzug weniger fortgeschritten. Ich habe dort mal etwas genauer nachgesehen, da ich vermutete, dort sei ein Bierhändler zu finden, der den Arbeitsrhythmus der Tryker durcheinander bringt, aber nein, nichts! Ich habe also meine Untersuchung bei den Baumeistern vor Ort fortgeführt und sie haben mir versichert, dass sie den ganzen Tag lang arbeiten, ohne Bier und ohne Nickerchen und dass sie nur auf Materialien und fertige Bauteile warten, die ihnen vom Lager im Grünen Tal geliefert werden.

Ich musste mehrere Lieferanten mit Hilfe von ein wenig Bier befragen, um die Zunge zu lockern, um die Gründe für die Verspätung der Lieferungen an die Baustellen zu erfahren. Meine kleinen Nachforschungen haben ergeben, dass die Wege, die zu den Lagern führen, einfach viel zu lang sind und die Länder, die durchquert werden müssen, von großen Raubtieren belagert werden, wenn Du weißt, was ich meine. Der Großteil der Mektoub-Besitzer weigert sich, diese Reise mit ihrem Reit- oder Packtier anzugehen, weil sie davon ausgehen, dass die Reise ohnehin viel zu lang ist und die Futterkosten einfach zu hoch.

Ich habe also beschlossen, um das Projekt etwas zu fördern, dem Volk etwas unter die Arme zu greifen. Um den Bau zu beschleunigen, vergüte ich den Mektoubreitern, die eine der sechs Baustellen beliefert haben, 10 000 Dapper, die sie bei der Auslieferung direkt beim Lager bekommen. So sollten die Mektoubführer ein wenig für ihre Futterkosten entschädigt werden. "Schlaf oder Dapper, entscheide Dich!", sagte immer mein Onkel Ba'Dairi!

Der Austräger dieses wohlgeschriebenen Briefes (ich hoffe, Du hast das bemerkt) wird jedem Verantwortlichen bei jeder Baustelle eine kleine Wurzelholz-Truhe übergeben, die genug Dapper enthält, um die Lieferanten zu entschädigen. Ich werde Dir ab und zu weitere Summen zukommen lassen, und zwar in regelmäßigen Abständen. Doch Obacht, es ist verboten, sie zu anderen Zwecken zu nutzen!

Nun aber lasse ich Dich in Ruhe weiterarbeiten,

Ken bai Winni kard sul, yem tala,

Tor Lochi,

Ba'Darins Baksan, 3. AZ 2547


Briefe der Brennenden Gesichter an Imperator Dexton

Übergriffe auf Homins

Im Floris des 2. AZ im Jahre Jenas 2549 häufen sich Meldungen über vermisste Homins die alleine in der Brennenden Wüste unterwegs sind. Es handelt sich dabei fast ausschließlich um männliche Fyros, von Angehörigen der anderen Völker wurde bisher kein Verschwinden berichtet, was allerdings auch daran liegen kann, dass diese Homins nur selten alleine im Imperium reisen.

Wir haben die Brennenden Gesichter in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt und werden unsere Nachforschungen verstärken.

Hochachtungsvoll,
Decalion Krilus
Brennender Meister

Augenzeugenberichte der Überfälle

Es gibt Augenzeugenberichte über eine Fyra namens Mezix, die offenbar hinter dem Verschwinden der Homins stecken soll. Offenbar verführt eine überaus attraktive Fyra Männer und unterbricht das Liebesspiel sobald sie gelangweilt ist um ihre Opfer gezähmten Gingos zu verfüttern.

Patriot Gargo ist es gelungen ihr zu entkommen, war sich am Ende seiner Ausführungen nicht mehr sicher ob er sich das Ganze nicht vielleicht doch nur eingebildet hat.

Weitere Berichte von Lucero und Akenak Gladeusdeus bestätigen allerdings, dass Mezix durchaus real und eine große Gefahr für allein reisende Fyros darstellt.

Die Berichte über Größe und Anzahl ihrer Gingos gehen auseinander. Es ist allerdings klar, dass es sich um eine besondere Züchtung handeln muss, die den Gingos um Ginkin in den Grünen Anhöhen nicht unähnlich sein könnte.

Es sollte möglichst schnell eine ausreichend gerüstete Expedition entsendet werden um die Fyra Mezix zu ergreifen.

Hochachtungsvoll,
Decalion Krilus
Brennender Meister

Spurensuche

Am 27. Floris 2/2549 sind zahlreiche Homins dem Aufruf des Akenak gefolgt und haben sich am Haupttor von Pyr versammelt um einigen Hinweisen zum Verbleib der Fyra Mezix nachzugehen.

In den letzten Tagen gab es Berichte über eine gefährliche Fyra namens Mezix, die den meisten Patrioten inzwischen bekannt sein dürften. Sie verführt ahnungslose Homins und benutzt sie dann als Futter für ihre außergewöhnlich großen Gingos. Die Berichte über die Anzahl der Gingos gehen auseinander, doch alle Berichte haben gemeinsam, dass es sich um außergewöhnlich große und starke Tiere handelt, die ihrer Herrin aufs Wort gehorchen.
Bei der letzten Sitzung des Akenak ist ein weiterer Zeuge aufgetaucht und konnte dem Akenak wertvolle Hinweise zum möglichen Verbleib von Mezix liefern. Daraufhin rief der Akenak alle Homins auf gemeinsam den Spuren zu folgen.

Diesem Aufruf folgten am 27. Floris 2/2549 etwa 35 Homins. Geleitet wurde die Expedition vom Akenak. Ich, Merabus, Mitglied der Brennenden Gesichter, habe sie in Eurem Auftrag begleitet.
Wir folgten einigen Hinweisen wie Krügen und blutigen Stofffetzen, die uns von der Vier-Wege-Kreuzung durch Oflovaks Oase zunächst in den Flammenden Wald führte. Dem Akenak, der zunächst die Führung gut in der Hand hatte, entfleuchten die Patrioten auf der Suche nach weiteren Hinweisen nach und nach und es war ihm leider nicht möglich die Kräfte erneut zu bündeln. Ich empfehle solche Expeditionen zukünftig unter die Leitung der Brennenden Gesichter zu stellen.
Im Flammenden Wald erhielten wir beim Stamm der Aufpasser weitere Hinweise. Zumindest nachdem einige Störenfriede den näheren Bereich des Dorfes der Aufpasser verlassen hatten. Diese Hinweise führten uns schließlich in den Canyon der Gesetzlosen. Wo wir nach längerer Suche auch ein frisches Lager gefunden haben. Von Mezix oder einem anderen Errichter des Lagers fehlte allerdings jede Spur.

Nach genauerer Durchsuchung des Lagers haben wir schließlich eine Karte mit einer Nachricht gefunden, die direkt an Mezix gerichtet war. Darin wird Mezix aufgefordert am 27. Frutor des 2. AZ 2549 am Drachenschlundklamm zu sein. Außerdem soll sie "AZ" mitbringen. Die Homins mutmaßten, dass es sich bei AZ möglicherweise um den flüchtigen Senator Aeracus Zelion handeln könnte.

Wir werden gemeinsam mit den Patrioten an besagtem Tag die Klamm aufsuchen um zu ergründen um was es bei dieser Nachricht genau geht. Mit etwas Glück gelingt es uns Mezix und den Verräter gleichzeitig zu stellen und zu inhaftieren.

Hochachtungsvoll,
Merabus
Gilde der Brennenden Gesichter

Die Jagd auf Mezix

Wie von Euch befohlen begleiteten wir Akenak und die kampfeswilligen Patrioten auch bei der Expedition zum Drachenschlundklamm. Am 27. Frutor des 2. AZ im Jahre Jenas 2549 fanden sich 31 Homins zusammen um Mezix zu stellen. Die Reise in den Canyon der Gesetzlosen verlief weitestgehend ereignislos.
Am Drachenschlundklamm stießen wir allerdings auf ein leicht befestigtes Lager mit starken Truppen und zahlreichen riesigen Gingos. Letztere gingen sofort zum Angriff über sobald sie unsere Witterung aufgenommen haben. Die Truppen folgten ihnen kurz darauf.
Welle um Welle konnten wir uns ihnen erwehren, auch wenn es zeitweise nicht gut für uns aussah. Heiler und Offensivmagier unser er Streitmacht postierten sich über der Schlucht um von oben aus sichererer Entfernung eingreifen zu können. Allerdings brachten sie so Unruhe in die gegnerischen Truppen die dann wesentlich zahlreicher und wütender über unsere Streitmacht am Eingang der Klamm herfielen. Ein Teil unserer Streitmacht musste sich daraufhin in Thesos neu formieren bevor wir tief in die Schlucht eindringen konnten.

Am Ende der Schlucht trafen wir auf Mezix und den flüchtigen Senator Aeracus Zelion. Mezix versuchte erneut Akenak Gladeusdeus für sich zu gewinnen, doch angesichts der unterstützenden Streitmacht versuchte er sie festzunehmen. Mit Hilfe von Reitmektoubs gelingt es sowohl Mezix als auch dem Senator schließlich zu entkommen, da die verfolgenden Homins von Raubtieren aufgehalten wurden.

Da der Senator von der bekannten Marodeurin Akilia Aschensturm befreit wurde ist davon auszugehen, dass Mezix ebenfalls zu den Marodeuren gehört. Diese verstärkte Aktivität der Marodeure auf unserem Hoheitsgebiet gibt Anlass zur Sorge.
Wir werden unsere Nachforschungen fortsetzen und die Angrenzenden Regionen zum Canyon der Gesetzlosen verstärkt überwachen.

Hochachtungsvoll,
Merabus
Gilde der Brennenden Gesichter

Der Sturm auf Berello

Wie von Euch befohlen haben wir uns am 27. Nivia des 2. AZ im Jahre Jenas 2549 in Thesos versammelt. Eine ansehnliche Streitmacht von Homins bricht in die Grünen Anhöhen auf um Mezix endlich zu stellen.
Kaum hatten wir das Portal durchschritten stießen wir auf Truppen und Gingos. Der bekannte Bandit Sirgio verbündete sich offenbar mit den Marodeuren und hielt uns lange auf. Doch gegen die geballte Macht unserer Streitmacht fiel sein Lager schließlich und wir konnten weiter vorrücken, wobei angreifenden Gingos das Vorankommen stark verlangsamten.

Wir hörten bereits Kampfeslärm als wir bei Berello ankamen. Die Truppen der Matis und Tryker waren bereits von einer Seite in das Lager um den stark befestigten Außenposten Berello eingedrungen und versuchten offenbar komplett durchzubrechen um unsere Streitmächte zu vereinen. Angesichts der vorangegangenen Gildenstreitigkeiten war es nicht sicher, ob die Matis sich überhaupt so zahlreich an dem Kampf beteiligen würden.
Den gemeinsamen Streitkräften der vier Völker hatten die Marodeure nun nichts mehr entgegenzusetzen. Als erstes setzte sich der bekannte Goo-Forscher und gesuchte Verbrecher Muang ab. Es ist damit zu rechnen, dass die Marodeure fortan ohne seine Hilfe auskommen müssen.

Kurz darauf flüchteten auch Rocho, Akilia und Mezix, die das Durcheinander des Kampfgetümmels für sich nutzten. Der Senator konnte allerdings gefasst werden und wartet nun wieder in sicherem Gewahrsam in Pyr auf seine Verhandlung. Die Flucht und die Zusammenarbeit mit den Marodeuren, sowie Beihilfe zu mehrfachem Mord durch Mezix kann der Liste seiner Anklagepunkte hinzugefügt werden.

Während wir den Senator zurück nach Pyr brachten begannen die Matis wohl schon mit dem Abbau des Lagers, was allerdings noch einige Tage dauern wird.

Hochachtungsvoll,
Decalion Krilus
Brennender Meister


Lied eines Bettlers in der Taverne von Collix über Mezix die Bezaubernde

Durch den Canyon ganz allein, ganz allein, ganz allein.
Durch Oasen ganz allein, ganz allein, ganz allein.
Wüstenstaub versperrt mir die Sicht, dadurch sehe ich Dich nicht.
Ganz allein, ganz allein.
Flirrende Hitze lullt mich ein, Fata Morgana Du bist mein.

Ein Körper wie Sünde, mein Blut das brennt.
Haut so zart, kein Denken hemmt.
Blicke die locken, ein einziges Ziel.
Augen versprechen, versprechen so viel.
Lippen zu kosten süss wie Wein, Fata Morgana Du bist mein.

Mein Fleisch zerreißt, mein Blut gerinnt.
Letzter Atem, bevor die Erkenntnis gewinnt.
Renn so schnell der Wind Dich trägt.
Sie hetzen, sie schnappen, sie hecheln … Allein!
Fata Morgana … ich bin Dein!

Der Wind trägt ihr Lachen, der Wind trägt Triumph.
Ihr Name Mezix, bezaubernder Fluch.
Sie war der Himmel, sie ist die Hölle,
Bezaubernde Hölle, verfluchende Hölle.

Durch den Canyon ganz allein, ganz allein, ganz allein.
Durch Oasen ganz allein, ganz allein, ganz allein.
Mit letzter Kraft hab ich es geschafft.


Die Gemeinschaft von Loria

Erzählt von Derry O'Darren, einem Chronisten der Tryker:

*
Erster Teil

Über viele Jahre konnte sich unser Volk in den alten Ländern von Trykoth durch die Kraft des Friedens, den uns unser Bündnis mit den Fyros bescherte, entfalten.

Das ursprüngliche Abkommen besagte, dass wir die Städte der Fyros im Norden mit Wasser versorgten, damit sie expandieren konnten und sie uns dafür gegen unsere Matis Nachbarn Schutz boten, welche ihre gierigen Augen ungeniert auf unsere Länder warfen. Zufällig war dies in der Zeit, als die Matis den großen Fluß Munshia gestaut hatten, dessen Quelle in ihrem Gebiet liegt und der zu den Ödlanden der Fyros fließt. Als es also dazu kam, da ließen wir nicht nur eine Route durch einen Teil ihres Landes laufen, wir bugsierten sie auch aus dem Wassergeschäft, hah... Wobei ich sagen muß, dass sie selber Schuld waren, denn sie besteuerten ihr Wasser viel zu hoch. So sind die Matis, rümpfen über alles die Nase, haben aber kein Gespür fürs Geschäft...

Über zehntausend freie Homins, sowohl Tryker als auch Fyros, schufteten viereinhalb Jahre und schnitten ein 20 Fuß breites Aquädukt durch 500 Meilen flacher Borke entlang der Küstenlinie der Matis. Entlang dieses Weges nahmen dreißig große Mühlen das Wasser auf und gaben es in einem endlosen Strom von den Seen in Trykoth zu den Dünen in den Wüsten der Fyros weiter. Siedlungen entstanden entlang dieses Weges und wuchsen zu Wachgarnisonen oder Handelsposten. Es war der Beginn eines ganz neuen Zeitalters.

Die Nord-Süd Wasserroute ebnete den Weg für neuen Handel, alles von Silberkraut Saft und Mondleinen zu Auberholzharz und Prakkerfett. Dies waren die ruhmreichen alten Tage, pflegte mein alter Herr zu sagen, Frieden seiner Seele... Oh, zweifellos war nicht alles das reinste Zuckerschlecken dieser Tage, das versichere ich Euch. Es gab auch Probleme! Meistens in der Form von Matis, grün wie ein in Saft getränkter Frosch waren sie so gierig, dass sie auf ihren Fingernägeln kauten! Aber alles in allem lebten alle ein recht fröhliches Leben; jede Menge Essen und Trinken, tanzend und schäkernd! Aber nicht zu vergessen Berge von Arbeit das ganze Jahr, mit all der Wartung, Reparatur und Hausiererei.

Doch, alles schwellte wie eine Muschel in ihrer Schale, als die Fyros - niemals glücklich mit ihrem Los - wie üblich ihre Nase in Dinge steckten, die sie nichts angingen und versehentlich ein gewaltiges Feuer entfachten, das sich von Coriolis bis hin nach Destranon erstreckte.

Nun, um es kurz zu machen, der neue König der Matis, Aniro III, nutzte den Vorteil, daß die Fyros alle im Feuer gefangen waren und fegte durch die Stadt Karavia, die in der Mitte der Wasserroute lag und tötete alles was auch nur die Augenbraue hob. Jedermann tot, ausgelöscht, alles in einer Nacht. Entsetzlich, es war un-be-schreib-lich... Ich habe einen Kloß im Hals, wenn ich nur daran denke...

Das waren wirklich traurige Zeiten, die unsere Väter mitmachen mußten. Nun, nachdem er seinen Weg durch die Wasserrouten, Dörfer und Außenposten geschlagen hatte, wobei er alles auf seinem Weg niederbrannte, da sandte der Dunkle Herzog, Gioni di Tylini, ein Ultimatum zu unseren Bergtoren, auf dass wir unsere Waffen nieder legen sollten, oder unsere Frauen und Kinder würden erschlagen. Aufgrund unserer lebensfrohen Natur und da wir immer schnell in der Lage sind uns einer schwierigen Situation anzupassen, so dachten die Stammesführer der Tryker, wäre es am Besten bei den Lebenden zu verweilen, als einen weiteren Tag zu kämpfen.

Jedoch dessen ungeachtet, versuchte mancher Tryker sein Glück in den Hügeln, deren Ende an die große unpassierbare Mauer der Zorai grenzte. Doch sobald die Matis sie eingeschlossen hatten saßen sie in der Falle und die Matis statuierten an den meisten von ihnen ein Exempel.

Wir wurden zu Tausenden wie eine Herde Yelks geführt, getrieben zu den Gebieten der Matis, wo wir aufgeteilt und über die Länder geschickt wurden. Wir wurden zu harten Arbeiten eingeteilt, machten Waffen und allgemeine Dienstbotentätigkeiten für über fünfzig Tage und fünfzig Nächte bis die Antwort auf unsere Gebete kam, nicht vom Himmel, sondern aus dem Untergrund: Loria und ihre Gemeinschaft unerschrockener Tryker sollten unsere Art zu denken ändern und unser wahres Ich offenbaren in einer Art von der wir nicht einmal geträumt hätten...

**
Deuxième partie

Loria war die Tochter eines Strandguträubers, eine eher zierlich gewachsene aber sehr herzliche Frau. Sie kannte die Höhlen im Untergrund besser als jeder andere.
Die Legenden besagen, dass Sie eines Nachts vor Start des schwerbewachten und eskortierte Zwangsmarschs, heraus aus dem Lagunenland von Trykoth, unbemerkt aus der Bewachung entkam. Sie befreite dabei viele Mitgefangene aus ihren Fesseln und führte sie an den Matiswachen vorbei in die Freiheit.
Als aber die Sonne am Morgen den Frühnebel vertrieb, bekam der Kompanieführer der Matis Wind von dem Ausbruch. Er sandte eine 12 Mann starke Suchtruppe auf Mektoubs aus sie zu suchen und versprach ihnen eine hohe Belohnung für jeden Kopf den sie Ihm vor Einbruch der Nacht brachten.

Obwohl die kleine Trykergruppe ihre Flucht mit aller Kraft und List versuchte zum Erfolg zu bringen, sie jeden Strom wo möglich überquerten, sie jeden befestigten Weg mieden um ihre Spur zu verwischen, hingen die Matisscouts schon bald an Ihren Fersen.
Am späten Morgen dann trug der Wind den Flüchtlingen die Geräusche sich im Galopp nähernde Mektoubs zu. Auch Matisrufe waren zu vernehmen. Loria schätzte die Distanz zu Ihren Verfolgern noch auf etwa eine Reitstunde ein. Sie stachelte Ihre Gemeinschaft an weiter Ihren Kurs nach Südsüdost zu halten ohne Ihnen aber zu sagen, was sie genau vorhatte. "Berge links, Zoraimauer voraus, Matis im Rücken?entschuldigt meine Einmischung, Loria, aber wir hätten eine weitaus bessere Chance wenn wir uns mehr westlich halten!" sagte Bodley Shaines, ein alter Freund Loria's, den sie schon seit Ihrer Kindheit kannte.

"Nein, unsere einzige Hoffnung liegt dort wo die Matis sich nicht hintrauen," gab sie zurück, "dort, wo die großen Wurzeln aus dem Bauch von Atys entspringen! Von dort aus werden wir, die riesigen unterirdischen Gängen und Hallen in Richtung Osten durchqueren, unter den Bergen hindurch direkt unter das Matisland. Wir werden und Brüder und Schwestern befreien!!!"

"Wir würden unseren Brüdern und Schwestern eine größere Hilfe sein, wenn wir zunächst mal unsere eigene Haut retten, sage ich!"

"Nein, Bodley," sagte Bremen Layley, "Loria hat Recht, Trykoth' Westen ist voller matisianischer Gingoführer, die die Flüchtlinge jagen." Als ob es eine Antwort auf Bremen's Aussage war, vernahmen sie plötzlich das abscheuliche Heulen einer Gingo Jagd irgendwo weiter im Westen.

"Also gut, ich bleibe bei Loria!" sagte Ticker O'Flaney.

"Ich auch!" stimmte Brinney Torly zu.

"Glaubt mir, Bodley, nur noch eine Stunde marschieren und wir sind in Sicherheit!" redete Loria auf ihn ein.

"In Ordnung, ich werde Euch nicht verlassen. Und außerdem, irgendwer muss ja schliesslich auf Euch aufpassen, meine kleine Prinzessin!" Bodley lächelte Loria zu

"Gut, dann lasst uns unseren Atem für den Marsch aufsparen!" Ohne weiteres Aufheben lief Loria mit strammen und weiten Schritten, den Blick auf das Plateau vor Ihnen fixiert, voraus.
Ständig nach hinten Ausschau haltend folgten Ihr Ticker O'Flaney, Bremen Layley, Brinney Torly, Jeff Payne und Bodley Shaines schnellen Fusses. Sie liefen Querfeldein durch die dichten Büsche und Sträucher der Tiefebenen, über Gras bewachsene Terrassen und Abhänge hinunter, die sich inzwischen durch den Stand der Sonne erheblich aufwärmten. Sie querten wilde Blumenwiesen deren wunderbarer Duft die Sinne zu benebeln vermochten.
Es war eine seltsame Situation um sein Leben zu rennen, die Mörder auf den Fersen und dabei durch ein gesegnetes Land voller Schönheit und Harmonie zu stolpern.

Irgendwann fing Ticker O'Flaney an zu Flöten. Als er dann noch anfangen wollte zu singen schenkte Ihm Loria einen wilden Blick. Ihm zu befehlen aufzuhören hätte Sie nie, schliesslich ist das höchste Gut der Tryker nun mal das freie Leben und der gegenseitige Respekt!

Wenig später bekam Bodley Shaines ein sanfte Rüge von Loria als er plötzlich anfing wilde stachelige Beeren zu pflücken und rumzutröden.

Schließlich fanden sie sich alle in der Mitte des Plateaus ein, auf das Loria geradewegs zu marschiert war. In der Mitte klaffte ein riesiges Loch aus dessen Innern sich große Wurzeln gen Himmel streckten. Hier also ging es ins verbotene Innere von Atys.

Alle sechs Tryker starrten voller Ehrfurcht auf die erhabenen Wurzeln die sich zum Horizont erstreckten. Wie ein Mann drehten sie sich dann noch mal zu den bläulich schimmernden Lagunen in der Weite um, deren seidige Oberflächen den Mittagshimmel spiegelten.

"Schaut auf die See," beobachtete Bremen Layley, "es scheint, dass unsere Salzwasserschiffe Kurs auf Karavia nehmen."

"Ja, anscheinend flieht unser Volk in das Fyrosland?" fügte Binney hinzu.
"Sie werden sich mit den Fyros verbünden und gegen die Angreifer ziehen!"

"Ein dreifaches Hurra für den Frieden!" frohlockte es Ticker, aber Loria hob eine Hand.

"Schaut noch mal hin," sagte sie ernst, "die Flaggen, die gehisst wurden, gehören nicht zu Trykoth!"

"Matis!"

"Schaut Euch Ihren Kurs an und schaut Euch die Massen an gefangenen Trykern dort unten an?sie werden in die Sklaverei verschickt?." Als Loria auf die zusammen gepferchten Homins am Fuß des Plateaus zeigte wurde sie plötzlich von dem Geräusch heran galoppierender Mektoubs aufgeschreckt. Sie waren bereits auf 900 Fuß herangekommen. Die Matis mussten Sie bereits gesehen haben und reiteten nun genau auf sie zu.

"Schnell, hinunter in die Höhlen!" schrie Loria.

"Der Eingang ist noch zu weit entfernt, das schaffen wir nie!"

"Direkt vor uns in der Kluft ist ein Ast an dem wir hinabklettern können!" rief Loria den anderen zu. Die Matis waren nun nur noch 300 Fuß entfernt als die Tryker den Ast erreichten und anfingen an Ihm herunterzuklettern. Sie erreichten einen Vorsprung und strauchelten weiter in die Tiefe. In wenigen Sekunden rutschten, fielen und kletterten die Tryker 25, 50 ja 75 Fuss tief, alle bis auf einen.

"Bodley, was machst Du?" rief Loria von einem Vorsprung nach oben.

"Ich halte die Matis auf! Folge jetzt den anderen, Loria, schnapp Dir den Ast und klettere hinunter! Wenn Du unten bist werde ich den Ast kappen!"

"Aber Bodley!"

"Ich traute Dir, nun traue mir! Geh jetzt! Es ist wichtig dass Ihr die Flucht schafft!" Bodley begann mit einem kleinen Messer, dass er anscheinend gut versteckt hatte, den Ast abzuschneiden als hinter Ihm die Matis immer näher kamen.

*
Dritter Teil

Die ersten Jäger zogen bereits Ihre Schwerter aber als sie noch etwa 20 Fuß entfernt waren drehte sich Bodley zu Ihnen um und warf den Mektoubs die vorher gesammelten stacheligen Beeren vor die Hufe.
Die Mektoubs, denen es wohl gar nicht behagte auf diese Beeren treten, bäumten auf und warfen Ihre Reiter vom Rücken. Dies gab dem Tryker noch mal einige weitere Augenblicke um sich zu vergewissern, dass die Gemeinschaft einen sicheren Vorsprung in der Kluft erreicht hatte und Loria nur noch wenige Meter zu überwinden hatte. Nun sprang auch Bodley auf den angeschnittenen Ast. Ein Jäger wollte sofort hinterher, aber sein Kommandant, der den angeschnittenen Ast sah, hielt ihn zurück.
"Der Winzling hat den Ast abgeschnitten! Er würde uns nicht halten!"

Der Matis trat an den Ast heran. "Zurück auf Eure Mektoubs, Männer!" Er durchschlug die übriggebliebenen Stränge des Astes. "Sie wollen in die Höhlen! Auf zum Hang auf der anderen Seite!"Er jaulte noch mal auf bevor er seinem Mektoub in die Seite trat und im Galopp davon preschte.

Bodley hatte ungefähr den halben Weg nach unten zurückgelegt, als der Ast durchtrennt wurde. Aber der einfallsreiche Tryker schwang sich vorher noch kurz zur Wand, stieß sich ab und sprang in eine Ansammlung kleineres, frisches Wurzelgeäst. So konnte er gerade noch einem tödlichen und freien Sturz entkommen. Das Geäst ließ Ihn nun etwas kontrollierter die restlichen 25 Fuß bis zum Boden des größeren Vorsprungs stürzen wo die anderen schon voller Sorge auf Ihn warteten. Trotzdem kam er hart auf dem Boden auf und wenn dieser nicht aus weichem Blattwerk und Dung bestanden hätte wäre er nicht mehr so schnell aufgestanden. So aber sprang er sofort wieder auf die Füße und blickte benommen nach oben. Die anderen fingen an zu jubeln ob des Meisterstücks von Bodley, denn die Matis konnten nun nicht mehr hinterher und zogen anscheinend wieder ab. Sie lachten und umarmten ihn. Loria aber schenkte ihrem Freund nur ein anerkennendes Lächeln. Sie standen nun etwa 100 Fuß tief auf einem breiten Plateau der Kluft. Zum Eingang in das Gebiet der Urwurzeln trennte die Gemeinschaft noch etwa 30 Fuß ein Hang hinunter zum Grund der Höhle. Sie wussten, in die Urwurzeln würden Ihnen die Matis nicht folgen. Aber Loria, die einzige die nicht jubelte, nahm Bodley bei Seite und untersuchte den Dung in den er gefallen war.

"Torbak, und frischer?." flüsterte sie mit einem finsteren Blick in die dunklen Ecken Ihrer Zufluchtsstädte. Im selben Moment erklag ein schreckliches Brüllen, das an Gähnen erinnerte, und betäubte Ihre Sinne.

Die Matis ritten um die Kluft zum entfernten Abhang, der einen leichteren Zugang bot. Loria wusste, dass sie in weniger als einer Minute am anderen Ende der Kluft ankommen würden. Bodley sank zu Boden, eher vor Erschöpfung als vor Verzweiflung.
"Auf Homins!!!" schrie sie, "wir sind noch nicht in Sicherheit und uns erwartet noch eine größere Herausforderung. Schluckt Euren Stolz über das Erreichte hinunter und tut was ich tue! Alle!" Sie ergriff ein großes Urwurzelblatt, beschmutzte es mit Torbakdung und fing an sich damit einzureiben. Die anderen taten es Ihr nur widerwillig nach und schon hörten sie wie die Mektoubs samt Reitern anfingen den Abhang hinunter zu kommen.

"Fasst Euch ein Herz, bleibt ruhig egal was passiert und fangt ja nicht an zu rennen. Der Geruch des Dungs wird Euch beschützen." Loria ging einen Schritt vorwärts, als die Matis in Sichtweite kamen. Sie zogen Ihre Schwerter und verteilten sich als der Kommandant rief "Denkt dran! Wir brauchen nur Ihre Köpfe!"

Unbeirrt von den Schlachtrufen der Matis hielt Loria und Ihre Gemeinschaft mit sicherem Schritt auf den Eingang zu den gefährlichen Urwurzeln zu. Die Matis waren nur noch 20 Fuß entfernt als es ein markerschütterndes Brüllen gab und ein ganzes Rudel von 5 großen Torbaks auf die Gemeinschaft zulief. Nur eine handweit entfernt vom sicheren Tod schritt Loria sicher weiter, ohne auch nur einmal zu straucheln. Sie führte Ihre Freunde durch die gewaltigen Kreaturen hindurch und diese rümpften bei Ihrem Geruch nur die Nasen.

Die Mektoubs, welche die Torbaks erblickten, blieben abrupt und voller Panik stehen und schmissen Ihre Reiter erneut aus dem Sattel. Die furchtlosen Torbaks hatten die Matis nun endgültig als Ihr heutiges Frühstück erkannt und sprangen brüllend auf sie zu. Sie fielen über die Eindringlinge her, rissen Ihnen die Bäuche auf, durchbissen die Kehlen und hinterließen von den Kriegern und Reittieren nicht viel mehr als zerfetzte und fleischlose Überreste.

Nur 2 der Matis schafften die Flucht aus dieser fürchterlichen Grabstätte, in deren Falle sie durch eine Hexe geführt wurden. Später erzählten sie, dass Loria nicht nur die Kraft hatte diese Untiere auf die Verfolger zu hetzen, sondern dass sie sich auch traute das Gesetz zu brechen und in die verbotene, unterirdische Welt der Urwurzeln einzudringen.

Die Gemeinschaft von Loria war aber nicht nur zur Flucht hinab gestiegen, sondern auf dem Weg Ihr heldenhaftes Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und die Urwurzel zu durchschreiten, um sich einem weitaus größeren Kampf zu stellen.


Die Geschichte eines jungen Fyros - Erster Teil

Die Nacht war gerade eingebrochen. Die letzten Sonnenstrahlen waren hinter dem Horizont verschwunden und mit ihnen war auch die beruhigende Wärme erloschen. In eine Decke gehüllt verfluchte Aetis seine Tollkühnheit. Hätte er nur nicht auf den alten Verrückten gehört! Im Westen entstand eine neue Welt? So ein Unfug! Vor lauter Sand sah man die Wüste nicht mehr. Keine Spur einer Zivilisation, und sei es auch nur die geringste!

Es waren schon fast fünf Monate vergangen, seit er seinen Clan verlassen hatte. Fünf Tage lang irrte er durch das Niemandsland auf der Suche nach der Straße des Exodus in die neuen Städte, die ein alter Reisender ihnen während einer rettenden Pause angegeben hatte.
- „Meine lieben Fyros Freunde, die Welt ist dabei zu heilen. Die Kitins wurden besiegt. Unser Volk ist dabei, sich einen Platz auf Atys zu schaffen“, kündigte er ihnen an, nachdem er sich satt gefressen hatte.

Die 15 Mitglieder des Clans lächelten mitleidig. Niemand konnte an solch eine Geschichte glauben. Jeder wusste, dass die Welt nur noch von Nomaden und kleinen Stämmen besiedelt war, die vom Jagen und Sammeln lebten. Keine Stadt hatte der Invasion der aus dem Untergeschoss des Planeten kommenden Monster Stand halten können. Doch niemand bezweifelte die Worte des alten Mannes offen. Es ist nichts ungewöhnliches, dass Männer ab einem bestimmten Alter den Verstand verlieren. Und auch wenn niemand an diese Geschichten glaubte, hörte jeder gerne zu und fühlte sich für kurze Zeit wieder wie ein Kind, das an wundervolle Welten glaubt.
Aetis hingegen hatte dem alten Mann geglaubt und als die anderen Mitglieder seines Stammes schliefen, war er zum Besucher gegangen und hatte ihm einen Haufen Fragen gestellt. Er war zutiefst von den Antworten fasziniert. Endlich hatte er einen Weg gefunden, seinem trägen und langweiligen Dasein ein Ende zu bereiten. Er würde ein Held werden. Er würde allen zeigen, dass er dazu in der Lage sei. Er würde den seinen beweisen, dass die Welt erneut aufleben würde.
Im Morgengrau versuchten seine Eltern, ihn davon abzuhalten. Doch er war stur wie ein Madakam und nichts und niemand konnte ihn von seiner Idee abbringen. Nicht sehr glücklich, aber von seiner baldigen Rückkehr überzeugt, gab man ihm eine Tasche mit Tarkodawurzeln zur Stärkung und eine Decke gegen die eisigen Nächte mit.
Sein Fortgang aus dem Lager wurde von Lästereien und Gelächter der anderen Jugendlichen begleitet. Nur der alte Fyros winkte ihm freundlich zu.

„Wenn ich jetzt umdrehe, mache ich mich bei allen lächerlich!“ sagte er sich und ballte die Fäuste.
Ein gewaltiger Sturm wehte durch die Nacht und die Sandkerne kratzten ihn im halb zugedeckten Gesicht.
Er hatte fast keinen Proviant mehr und wusste, dass er sich jetzt entscheiden musste: Umdrehen oder mit dem Gewissen weiter gehen, dass er ab da an nicht mehr genug zu essen hatte, um umzudrehen. Außer es würde ihm gelingen, noch einen dieser verfluchten Yubos mit dem Messer seines Vaters zu töten.
Schließlich schaffte er es doch noch, einzuschlafen und morgens stellte er voller Freude fest, dass der Wind sich gelegt hatte und die Sonne über Berg und Tal schien.
Er schlüpfte unter seiner Decke heraus und streckte sich. Plötzlich sah er einen Yubo. Er blieb stehen und betete, das Glück möge auf seiner Seite bleiben. Er senkte den Kopf und entdeckte einen großen Bernsteinwürfel in weniger als einem Meter Entfernung. Er beugte sich nach vorn und nahm den Bernstein sehr vorsichtig, damit er nicht vom Tier entdeckt wurde, das an einer harzigen Blume knabberte. Nachdem er den Würfel gut in der Hand hielt, rüstete er seinen Arm und schoss damit auf den Yubo. Auf halbem Flug zerbrach das Bernstein mit einem höllischen Lärm in tausend Stücke.
Aetis öffnete den Mund, doch er brachte kein Wort über die Lippen. Der Yubo machte sich sofort auf und davon.
„Werde ich verrückt?“ fragte er sich, als er das Unmögliche feststellte.
Ein Schauder lief ihm über den Rücken. Das war der Anfang vom Ende. Die Sonne musste ihm zu Kopf gestiegen sein.
Hinter ihm ertönte ein leises Lachen. Er drehte sich um, sah aber niemanden.
Ein Gefühl aus Angst und Scham überkam ihm. „Ich bin verrückt!“ wiederholte er sich und glaubte erschreckt, so sterben zu müssen.
Das Gelächter ertönte erneut. Aetis schien mit einer schnellen Kopfbewegung eine eigenartige Form zu sehen, die sofort wieder verschwand.
- „Wer sind Sie?“ schrie er.
Ich darf die Kontrolle nicht verlieren, redete er sich ein. Es muss eine Erklärung geben.
- „Kommen Sie raus!“ entfuhr es ihm.
Eines war jedenfalls klar: Er war noch stark genug, um zu kämpfen. Er hörte sein Herz so laut klopfen, wie die Trommel seines Onkels Denarius.
Dann kam ein Wesen von knapp einem Meter aus dem Nichts und flog auf der Höhe seines Gesichts durch die Lüfte.
- Freut mich, junger Fyros, wie heißt du?
- Aetis, antwortete er, ohne zu verstehen was vor sich ging.
Ich bin verrückt geworden! Außer? Doch das war nicht denkbar. Keiner aus seinem Clan hatte jemals einen von ihnen gesehen. An den Wiederaufbau der Welt zu glauben, ja, aber an diese legendären Wesen?!
- Hab keine Angst, ich bin ein Freund deines Volkes, sagte das Wesen und lächelte ihm zu.
In seinem Mund stand kein Zahn mehr. Wie kaute er seine Nahrung? fragte Aetis sich und schüttelte den Kopf darüber, dass er sich so dumme Fragen stellte.
- Sind Sie ein Kami? fragte er, ohne zu sehr daran glauben zu wollen.
- So nennen die Homins uns in ihrer Sprache, antwortete der Kami.
Plötzlich verschwand er. Aetis rieb sich die Augen und erkannte, dass sein Bewusstsein ihn betrogen hatte. Doch dann zupfte jemand ihn am Ärmel. Er drehte sich um und erblickte den Kami.
- Wie ist das möglich?! fragte er unglaubwürdig.
Der Kami lächelte erneut.
- Es gibt so viele Dinge die du lernen und verlernen musst. Atys ist viel komplizierter als die Deinen es annehmen mögen. Wir, die Kamis, können Wunder vollbringen und wir sind bereit, sie mit Euch zu teilen, wenn Ihr uns Euer Vertrauen schenkt. Atys braucht junge Homins mit gutem Willen. Atys ist noch lange nicht geheilt. Wir zählen auf die jungen Generationen, um den Planeten wieder zu bevölkern und zu beleben.
- Können Sie mir beibringen, wie man verschwindet und wieder auftaucht? Aetis war fasziniert und zweifelte keinen Augenblick mehr daran, dass er etwas Wirkliches sah.
- Das und noch Vieles mehr. Doch Geduld du musst haben und arbeiten. Zahlreich sind die jungen Homins wie du, die ich habe nach Kaemon in die Lehre gebracht und die geworden sind nichts anderes als habgierige und machtsüchtige Taugenichtse.
- „Ich bin nicht so! Ich schwöre es Ihnen!“ schrie der Homin. Bitte, verlassen Sie mich nicht. Ich bin bereit alles zu tun, wenn Sie mich zu dieser Stadt bringen. Ich werde Ihnen beweisen, dass Sie Ihr Vertrauen zu Recht in mich gesetzt haben.
Der Kami flog zwei Meter in die Höhe und blickte auf ihn herab.
- Also gut, dann bereite dich auf eine lange Reise vor. Die nächste Stadt ist sehr weit von hier entfernt, meinte der Kami.
Aetis streckte die Brust heraus und schaute das fliegende Wesen stolz an.
- Ich bin bereit Ihnen bis ans Ende der Welt zu folgen. Ich werde allen Gefahren begegnen, rief er voller Begeisterung.
- Verliere nie diese Abenteuerlust, junger Fyros, denn du wirst schnell verstehen, dass das Leben sehr gefährlich sein kann – sowohl in den Städten als in entlegenen Gebieten.
Der Kami näherte sich Aetis im Schweben. Er schaute ihm tief in die Augen und fügte hinzu:
- Du wirst alle deine Kräfte für deine Lehre benötigen. Du hast Glück, dass ich auf dich getroffen bin. Du hättest Jahre lang so herum irren können, ohne dass einer von uns dich gefunden hätte. Auch werde ich dir einen langen Marsch ersparen und dich zu deinem Ziel teleportieren.
- Teleportieren? fragte Aetis.
Er kannte diesen Ausdruck aus Märchen, doch ein seltsames Gefühl überkam ihn. Sich an einem Ort auflösen, um hunderte Kilometer entfernt wieder aufzutauchen? Trotz der Hitze lief es ihm eiskalt den Rücken herunter.
- Hast du Angst?
- Nein, sagte Aetis, nicht ganz überzeugt. Ich bin bereit.
Der Kami lächelte und spürte die Angst des jungen Fyros. Er machte eine Geste und auf ein Mal schien der Boden um Aetis zu verschwinden. Doch sehr schnell wurde Aetis’ Sicht wieder klar. Tränen flossen aus seinen Augen und liefen ihm die Wangen herunter.
In der Nähe lag ein kleines Dorf. Baustellen. Homins wie er. Das war unglaublich! Er hatte es geschafft! Er war ein Held. Jemand klopfte ihm auf die Schulter. Er stieß einen erstaunten Schrei aus. Ein weibliches Lachen war die Antwort. Neben im stand eine junge Fyros.
- „Du Neuer musst lernen, diskreter zu sein, wenn du überleben willst“, sagte sie und zeigte auf einen Capryni, der sie böse anschaute.
- Diese Pflanzenfresser sind sehr bösartig, wenn sie sich angegriffen fühlen!
Aetis hob den Kopf. Er war nicht in der Lage, einen Ton von sich zu geben.
- Komm mit, du musst mit Boethus Cekian sprechen. Er wird dir vieles erklären und du musst noch viel lernen, ehe du in die großen Städte kannst.
Eine Brise Wind erfrischte ihm die Gedanken.
- Ein neues Leben wartet hier auf mich, dachte er und stieg zum Turm hinab.


Die Geschichte eines jungen Fyros - Zweiter Teil

Es fing an dunkel zu werden in Pyr, der Hauptstadt des Fyros Imperiums. Aetis wohnte seit etwa einem Monat in der Stadt und fing an, sie wie seine Hosentasche zu kennen. Er näherte sich einer Werkstatt und rief den Händler.
- „Dylion, schau mal was ich für dich habe! Zwei außergewöhnliche Gingo-Felle. Ich habe die Tiere extra für dich gevierteilt!“ rief er und setzte seine Tasche auf dem Tresen ab.
Der alte Händler kratzte sich am Kinn und schaute sich das Ganze wenig überzeugt an.
- „So jung sind diese Gingos aber auch nicht! Die Haut hat schon an Weichheit verloren. Was soll ich denn damit anfangen?“ machte der Händler sich lustig. „Na gut, ich gebe dir zweihundert Dapper, ich bin guter Dinge.“
Viele Krieger wären vor Zorn errötet und wütend zu einem anderen Händler gestürmt, doch Aetis kannte seinen Homin. Er wusste, dass es nur seine Art war, den Handel zu beginnen.
- „Zweihundert Dapper! Davon kann ich mir nicht mal eine Nacht in einem Gasthaus leisten. Normalerweise hätte ich das Dreifache verlangt! Doch ich glaube dir gern, dass du der ärmste Händler auf dem Markt bist und ich überlasse sie dir für fünfhundert Dapper.“
Dylion Tindix verdrehte die Augen als habe der Schlag ihn getroffen.
Das Gespräch dauerte noch zehn Minuten ehe sie sich auf dreihundert Dapper einigten.
Zufrieden mit sich und der Welt wog Aetis seine Perlen in der Hand ab. Er schlenderte in die Badegasse hinein und blieb vor der Badeanstalt der Stadt stehen. Er schaute in den Himmel und fand, er habe noch Zeit für ein Bad vor dem Abendessen.
Er betrat die Halle, wo ein Angestellter ihm entgegen kam.
- „Guten Abend, kann ich Ihnen helfen?“ fragte er mit einer schleimigen Stimme. „Ja, gib mir eine Umkleidekabine, ich freue mich auf ein Bad.“
Der Homin verbeugte sich kurz und bat ihn, ihm zu folgen. Es herrschte eine schwere und heiße Atmosphäre im Inneren. Als Aetis den langen Gang voller Türen entlang lief, war er zufrieden über seine Wahl. Er hatte den ganzen Tag lang gejagt und sich in der glühenden Hitze zu Tode geschwitzt. Er wollte seine Muskeln in der Hitze des Bades entspannen. Er betrat die Kabine, die der Angestellte ihm zuwies. Er zog sich vollständig aus und öffnete die andere Tür, die in das Bad führte. Das Zimmer war aus grünem Bernstein und voller Dampf.
Er ging zum großen Becken, doch es störte ihn, dass so viele Besucher dort waren, vorwiegend Fyros.
Er setzte sich an den Beckenrand, beugte sich nach vorne und steckte den Arm ins Wasser. Es war ziemlich warm. Er zog eine Grimasse und zögerte einen Augenblick, ehe er sich ins Wasser begab. Er tat dies langsam und kontrollierte seinen Atem.
Er hing sich an den Beckenrand und schloss die Augen.
- „Das ist das erste Mal, dass ich dich hier sehe. Bist du schon lange in Pyr?“
Aetis öffnete die Augen und schaute nach links. Er sah das Gesicht eines Fyros Anfang Vierzig.
- „Einen Monat, doch ich habe nicht vor, länger als nötig hier zu verweilen“, antwortete Aetis in der Hoffnung, das Gespräch damit zu beenden.
- „Wieso willst du uns denn schon verlassen? Gefällt Pyr dir nicht?“ fuhr der Unbekannte fort.
Aetis lächelte.
- „Ich will andere Hominländer und ihre Schätze kennen lernen. Ich bin sehr neugierig.“
- „Das dachte ich mir!“ rief er, lachend. „Mein Name ist Partacles, ich bin einer der Senatoren, die unser Volk im Namen des Imperators Dexton regieren. Ich bin für die Militärangelegenheiten zuständig und die Kamis wissen, dass es sich um wichtige Dinge handelt!“
- „Außer den Kitins sehe ich keine drohenden Konflikte“, gab Aetis zurück, dem die Entwicklung des Gesprächs missfiel.
Partacles näherte sich Aetis und flüsterte:
- „Glaubst du wirklich, der Frieden zwischen den Homins würde ewig währen? Denk nur an die Ambitionen der Karavan! Dir wird schnell einleuchten, dass die Matis uns angreifen, sobald sie nur können. Der Frieden währt nur, weil die Völker noch zu schwach sind, um ihr Territorium zu erweitern. Doch die Dinge entwickeln sich schneller, als du meinst. Die vier Hominrassen sind dabei, ihre vergangenen Reiche wieder aufzubauen. Unser gute Imperator wird seinen imperialen Palast wieder errichten und ich persönlich habe schon mehrere Generale ernannt, die sich um die Rekrutierung von Gilden kümmern, um die zukünftigen Aufgaben zu meistern.“
Aetis machte ein bedrücktes Gesicht. Er hatte keine Lust, solche Überlegungen anzustellen. Er war ein Krieger und Abenteurer und scherte sich nicht um Politik. Warum erzählte der andere ihm das alles?
Partacles legte die Hand auf seine Schulter.
- „Ich brauche junge Fyros wie dich, um als Agent für mich zu arbeiten. Uns fehlt es an Informationen über die Geschehnisse bei den Matis und Trykern. Willst du einer meiner Spione sein? Und ehe du antwortest, bedenke, dass du dir viel Geld und Ehre verdienen kannst. Sehr viel für einen jungen Homin… Bedenk nur, was du dir alles leisten könntest…“
Aetis war verwirrt. Als er sein Dorf verließ, hatte er keine Ahnung in welchem Maße die Welt sich änderte. Es würde vielleicht wieder zu einem Krieg zwischen den Homins kommen. Er hatte einen bitteren Geschmack im Mund. Er schüttelte den Kopf und schaute Partacles tief in die Augen.

- Ich werde darüber nachdenken, kann Ihnen aber nichts versprechen.
- Lass dir Zeit, junger Fyros. Es gibt nichts Schlimmeres, als Entscheidungen zu überstürzen.
Daraufhin ließ Partacles den Rand los und schwamm bis zu den Stufen des Beckens, um aus dem Becken zu steigen.
Endlich konnte Aetis sich entspannen. Er wollte doch nur seine Ruhe. Er kannte die politischen Sitten der Gesellschaft nicht und wollte auch nichts darüber wissen.
Er blieb noch ein paar Minuten, um das heiße Bad und dessen Dampf zu genießen. Ehe auch er das Bad verließ, nahm er noch eine eiskalte Dusche, die seinen ganzen Körper straffte.
Nachdem er sich wieder angezogen hatte, ging er auf die Straße und genoss die leichte Brise, die durch die Straßen von Pyr wehte. Partacles Worte schienen ihm schon weit weg. Sein Magen knurrte seit einigen Minuten und die Lust, sich ein üppiges Essen zu gönnen, war sein Hauptgedanke. Er ging die Dexton-Straße hoch und erreichte den Brunnenplatz. Die Bar war linkerhand. Er betrat das Gebäude ohne zu zögern und nahm an einem freien Tisch Platz.
Ein Musiktrio spielte traditionelle Lieder. Drei junge Fyros legten einen eleganten Tanz zwischen der Bar und den ersten Tischen aufs Parkett. Sie bewegten sich graziös und subtil im Schein der Laternen. Aetis bestellte ein Scrath-Bier und ein gegrilltes Bodoc-Steak mit geschmorten Larven. Trotz der harmonischen Bewegungen der jungen Mädchen kreisten seine Gedanken nun um Partacles Worte. Mit Geld wäre alles einfacher! Er müsse nicht mehr Stunden lang jagen, um sich eine schäbige Unterkunft leisten zu können… er könne nach Lust und Laune in den Tag hinein leben. Außerdem wäre der Umgang mit Frauen wesentlich einfacher. Er schmunzelte und schüttelte den Kopf. Nur die Älteren glauben noch, Frauen seien käuflich. Seit dem unfreiwilligen Exil in den Urwurzeln hat die Fyros-Gesellschaft sich gewandelt. Die Fyros-Frauen sind dem Beispiel anderer Völker gefolgt und haben sich behauptet. Die Regierende Leanon ist das beste Beispiel. Wenn ein Kami meine Gedanken lesen könnte, würde er mich auf der Stelle in die hinterste Wüste teleportieren! Dachte er bei sich und lächelte.

- „Kann ich mich zu Ihnen setzen?“ hörte er eine Stimme mit einem besonderen Akzent.
Aetis schaute auf und kreuzte den Blick eines jungen Matis.
- „Selbstverständlich“, antwortete er.
Der Matis nahm Platz. Er sah gutmütig aus, hatte große blaue Augen und einen dünnen Bart, der ihn älter machte.
- „Ich liebe Ihre Stadt. Sie können sich glücklich schätzen. Wussten Sie dass Pyr die größte Hominstadt auf Atys ist?“
Aetis verneinte mit dem Kopf und seine Augen wichen nicht von den schönen Fyros-Mädchen, die einen neuen Tanz anfingen.
- „Sie sind ja nicht sehr gesprächig. Vielleicht sollte ich mich vorstellen: Lato Nivaldo, Matis-Botschafter. Ich bin hier, um Beziehungen zu Ihrem Volk zu knüpfen. Mir gefällt die Idee, der Frieden könne ewig zwischen unseren Völkern währen.
- „Ich habe da aber was anderes gehört…“, gab Aetis zurück.
- „Wie?“ erstaunte sich Nivaldo. „Und was haben Sie denn gehört?“
Aetis regte sich über seine Antwort auf und nahm einen Schluck Bier. Er war darauf herein gefallen wie ein blutiger Anfänger! Der Matis wollte ihm Informationen entlocken und hatte ihn vielleicht sogar mit Partacles gesehen. Er musste aufpassen, was er sagte.
- „Die Karavan mögen uns nicht besonders und es heißt, Ihr seid ihre größten Anhänger“, sagte er vorsichtig, nachdem er jedes Wort auf die Goldwaage gelegt hatte.
- „Sicher. Es ist jedoch kein Verbrechen, seine eigene Meinung zu haben. Jena ist unsere Göttin und leitet unsere Taten, doch keines ihrer Gebote sagt uns, das gute Wort mit Gewalt zu verbreiten.“
Aetis zog ein wenig überzeugtes Gesicht.
- „Aber respektieren Sie wirklich unsere Überzeugungen?“
- „Glauben Sie, ich sei freiwillig Botschafter bei Ihrem Volk geworden, wenn ich es nicht mögen würde? Wenn Sie nur in unsere Gefilde kämen, würden Sie eingesehen, dass Sie uns zu Unrecht als Fanatiker abtun.“
- „Das ist ja schön und gut, aber was würde ich dort machen ohne Dapper und ohne Dach über dem Kopf?“ bemerkte Aetis, der hoffte das Gespräch damit zu beenden.
Nivaldo schaute besorgt drein und runzelte die Stirn.
- „Ja, das Geld spielt zunehmend eine wichtige Rolle in unserer Welt, doch ich habe vielleicht eine Lösung. Ich bin ein Gesandter des Herzogs Rodi di Varrello, einem Pendant zu Ihren Senatoren, der sich unter anderem um den Handel kümmert. Er hat mir aufgetragen, ihm bittere Aromapflanzen aus Ihrem Land zu schicken.“
Als Aetis ihn fragend anschaute, antwortete er ohne auf die Frage zu warten.
- „Die Adeligen meines Volkes sind gierig nach diesen Gräsern, wie nach allen Seltenheiten. Bringen Sie mir, sagen wir, fünf Säcke und ich werde dem Herzog von Ihnen erzählen. Ich bin sicher, er hat ein paar lukrative Missionen an Ort und Stelle für Sie.“
Aetis sagte sich, er könne seinem Schicksal nicht entgehen. Mit dem Vorschlag von Partacles und dem von Nivaldo musste er die Region verlassen. Wie dem auch sei! Aber eines war klar, er würde für die Fyros arbeiten und sein Volk niemals verraten.
- „Ich werde darüber nachdenken, aber ich muss schon sagen, Ihr Vorschlag klingt interessant. Und wenn Sie mir meine drei nächsten Biere ausgeben, könnte meine Entscheidung zu Ihren Gunsten ausfallen.“
Der Matis lächelte und nahm die Dapper aus seiner Geldbörse.
- „Hier, nehmen Sie das. Ich bin sicher, das reicht um den Abend in einem der besten Etablissements von Pyr ausklingen zu lassen. Kommen Sie in vier Tagen mit den Pflanzen hierher“, sagte er und ging.
Aetis senkte den Blick, nahm die Dapper und wog sie in der Hand ab.
-Das ist also der Preis für den Verrat…?


Die Geschichte eines jungen Fyros - Dritter Teil

- Ich bin froh darüber, dass du die richtige Entscheidung getroffen hast, antwortete Partacles, nachdem Aetis ihm seine Begegnung mit Lato Nivaldo geschildert hatte. Die Matis sind so gefährlich wie das Goo.
Aetis war zwei Mal in der Hoffnung in den Hammam zurückgekehrt, den Senator wieder zu sehen. Beim zweiten Mal hatte er Glück. Der Homin genoss die Wohltaten des Bads im großen Becken.
- Ich bin ein Fyros und hätte niemals akzeptiert, für sie zu arbeiten. Ich liebe mein Volk, antwortete Aetis.
Partacles lächelte zufrieden. Er mochte diese Art von Homins, für die Werte wie Ehre und Vaterland mehr zählten als Geld.
- Na dann, wollen wir unseren Fürsten nicht enttäuschen. Du wirst seinen Vorschlag annehmen und ihm so viele aromatische Pflanzen bringen, wie er wünscht. Das ist ein guter Weg, sein Vertrauen zu gewinnen.
- Ich bräuchte da aber Hilfe, sagte Aetis, der sich bewusst wurde, welch eine wichtige Entscheidung er getroffen hatte.
Er würde nie wieder der unbeschwerte und unschuldige Homin sein können, der er bislang war. Er betrat ein neues Universum – im Guten wie im Bösen.
- Du wirst Kontakt zu dem Abbaumeister Galeos Ion aufnehmen. Als Chef der Gilde der Schwarzen Gesichter kann er dir helfen, geeignete Arbeitskräfte und Material zu finden, um die Pflanzen zu sammeln. Er hat einen etwas rauen Charakter, doch du kannst ihm vertrauen. Die schwarzen Gesichter waren dem Imperator immer treu. Du wirst morgen zu ihm gehen. Seine Gildenhalle ist in der Leanon-Straße.
Aetis nickte und wollte das Bad verlassen, als der Senator ihn noch ein Mal beim Arm nahm.
- Pass gut auf dich auf, junger Aetis. Niemand kann dir helfen, wenn die Matis herausfinden, dass du sie hintergehst. Sag nicht zu viel. Schweigsamkeit ist dein bester Verbündeter.
Aetis bedankte sich und grüßte ihn.
- Als er den Hammam verließ, war er überhaupt nicht entspannt, denn dieses Gespräch hatte ihn erschöpft. Kaum war er in die Dienste des Imperators getreten, schon spürte er die Last auf seinen Schultern. Eines war sicher: Er durfte nicht versagen.
Am Tag darauf ging Aetis in die Gildenhalle der Schwarzen Gesichter. Das Gebäude strotzte vor Leben. Diejenigen, die von einer Expedition zurückkehrten, zeigten, was sie gefunden hatten und erzählten von ihren Erlebnissen. Andere bereiteten sich vor, um aufzubrechen und kontrollierten ein letztes Mal ihre Ausrüstung und die Orte, an denen sie Quellen abbauen wollten. Manche schienen sich auch um die Verwaltung der Gilde zu kümmern, denn sie beantworteten Fragen und erteilten Befehle.
Aetis fragte nach Galeos Ion. Er wurde zu einem Homin in einem gewissen Alter geschickt, der in ein Gespräch mit drei Fyros vertieft war, die Aetis anhand ihrer Ausrüstung als Wüstenabbauerinnen einstufte. Der feine Staub auf ihren Kleidern deutete darauf hin, dass sie eine arbeitsreiche Nacht hinter sich hatten.
- …bester Qualität! Wie ich sehe, beherrscht ihr das Abbauen der Dzao-Faser. Das wurde auch Zeit. Geht zu Mila Abygrian, er kann euch vielleicht einen Handwerker vermitteln, der nach Rohstoffen sucht.
Während sie sich bedankten und von Galeos Abschied nahmen, ging Aetis, der geduldig gewartet hatte, auf ihn zu.
- Ah, du musst Aetis sein. Man hat mir dein Kommen angekündigt. Ich bin Galeos Ion…
Er rief zwei junge Homins, die in einer Ecke diskutierten, zu sich.
- … das sind Eree und Mokra. Sie sind Mitglieder der Gilde der Schwarzen Gesichter, die ich anführe. Sie werden dir bei deiner Mission helfen.
Die jungen Leute begrüßten sich kurz.
- Wir wissen, dass es einen Ort an der Lichtung des Flammenden Waldes gibt, der reich an Aromapflanzen ist, fuhr Galeos fort. Passt gut auf, sie sind nicht einfach abzubauen. Außerdem ist die Quelle von bester Qualität, darauf müsst ihr auch Acht geben. Ihr müsst behutsam mit der Quelle umgehen, sonst wird sie explodieren und die wertvollen Rohstoffe verschwinden erneut im Boden. Doch wenn ihr euch gut anlegt, müsstet ihr zu dritt in der Lage sein, die acht Säcke an einem Tag abzubauen. Falls niemand euch das Gehirn sprengt!
Galeos lachte laut los.
Aetis zog ein bestürztes Gesicht. Das war ja eine eigenartige Art, ihn zu empfangen. Plötzlich schaltete er.
- Acht Säcke? Ich brauche aber nur…
- Was hast du denn gedacht, junger Fyros? unterbrach Galeos, der wieder ernst war, ihn abrupt. Dass wir umsonst für dich arbeiten? Ich soll dir zwei meiner Lehrlinge und drei Mektoubs zur Verfügung stellen, nur weil du mich darum bittest?
Aetis bekam eine Gänsehaut. Er wollte auf die harten Worte von Galeos reagieren, doch dann erinnerte er sich an Partacles Rat: Reden ist Silber, schweigen ist Gold.
- Ich sehe, wir verstehen uns. Gut. Es ist schon spät am Morgen, ich rate euch, sofort aufzubrechen, wenn ihr noch vor Einbruch der Nacht zurück sein wollt.
- Ich arbeite gerne im Sternenlicht, antwortete Mokra.
- Das ist schön für Sie und ich bin sicher, die Goaris sind mit Ihnen einverstanden. Ich will wegen solch einer Lappalie jedoch keine drei Mektoubs verlieren. Los geht’s und macht der Gilde und dem Imperator alle Ehre!
Daraufhin kehrte Galeos ihnen den Rücken und überließ die drei Homins sich selbst.
- Keine Bange, er ist immer so schroff, doch es ist ein ehrlicher Kerl, beruhigte Eree ihn als sie draußen waren. Komm, wir gehen sofort zu den Südställen, die Mektoubs warten auf uns.

Dort wechselte Eree ein paar Worte mit dem Stalljungen, der ihnen drei Tiere herausholte.
- Ich hoffe, du kannst auf einem Mektoub reiten, sonst musst du uns nachlaufen, scherzte Eree und gab ihm die Zügel in die Hand. Doch dann sind wir schon fertig, ehe du überhaupt ankommst!
Aetis fand den Humor des jungen Mädchens witzlos.
- Schneid kein Gesicht Aetis. Sie hat den gleichen Humor wie Galeos, doch mit der Zeit gewöhnt man sich dran wie an Sägemehl unterm Regen.
Aetis war sich nicht sicher, den Vergleich verstanden zu haben, fragte aber nicht nach. Er ging zu seinem Reittier und stieg mit einer beispielhaften Leichtigkeit auf.
- Ist ja gut, ich habe nichts gesagt, sagte Eree.
- Wir nehmen den Pass zu den Canyons. Ich liebe diese Gegend und es sind nicht viele Leute dort. Viele fürchten sich vor der Gegend. Ich schäme mich fast dafür, dass es so viele ängstliche Fyros gibt! meinte Mokra.
- Wir wollen doch das Gegenteil beweisen, oder?
- Ganz genau! antwortete Eree.
Beide jauchzten gemeinsam und galoppierten durch die Wüste davon.

Sie ritten fast eine Stunde im Galopp, ehe sie die großen verkohlten Bäume sahen. Der Schweiß stand ihnen auf der Stirn. Die Tiere, die den ganzen Weg mit Fußtritten angetrieben worden waren, muhten vor Erschöpfung und hatten ein großes Netz Spucke aus dem geöffneten Maul hängen.
- Die Zone hier scheint mir gut, was meint ihr? fragte Mokra.
- Ein Ort wie alle anderen auch, antwortete Eree.
Aetis sah auf. Er stieg von seinem Tier ab und streichelte ihm den Rüssel. Es hatte sich eine kleine Belohnung verdient. Er nahm eine kristallisierte Honigkugel aus seiner Tasche und gab sie ihm. Das Tier fraß sie gierig auf.
- Lasst mich nur machen, rief Eree und machte ein paar Schritte.
Aetis beobachtete sie aufmerksam. Sie nahm ein bisschen grünes Puder aus einer kleinen Tasche und rieb es vorsichtig in ihren Händen. Ihre Gesichtszüge verrieten, dass sie äußerst konzentriert war. Während sie ihr Gesicht vor Anstrengung verzog, fing das Puder leicht zu leuchten an. Sie warf es zu Boden. Aetis sah, wie das Sägemehl auf einmal an mehreren Stellen aufgesaugt wurde.
Aetis konnte es kaum fassen. Entweder sie hatte unglaubliches Glück oder einen ungewöhnlichen sechsten Sinn. Es waren vier grüne Blasen – Quellen - aus dem Boden geschossen.
- Also, bei wem können wir uns bedanken, prahlte sie und stemmte die Arme in die Hüften.
Aetis konnte es sich nicht verkneifen, zu lächeln. Dieses Mädchen gefiel ihm doch. Mit ihrer aufsässigen und jungenhaften Art und ihrem beigefarbenen Hobenanzug sah sie einfach hinreißend aus.
- Danke, danke. Glaub ja nicht, dass du so einfach davon kommst. Fang auf! rief Mikra und schoss ihr eine Hacke.
- Die beiden kennen sich schon seit längerem, dachte Aetis etwas eifersüchtig.
Aetis nahm seine eigene Hacke aus dem Sattel, während Mokra und Eree schon mit dem Abbau der Pflanzen anfingen. Da Aetis besser mit einem Schwert als mit einer Hacke umgehen konnte, schaute er ihnen noch einen Augenblick zu. Eree grub in der grünen Schicht der Quelle, um die wertvollen Pflanzen aufzulesen, die sie an die Oberfläche gebracht hatte, während Mokra den Boden auf der Seite befestigte, damit die Quelle nicht plötzlich explodierte und ihre Anstrengungen zunichte machte.
Er wandte sich an Aetis.
- Noch nie gehackt? Komm wir zeigen es dir, man hat den Handgriff schnell heraus.

So gruben sie unentwegt während vier Stunden weiter. Sie wechselten sich regelmäßig ab: Einer hackte, der andere kümmerte sich um den Erhalt der Quelle und der Dritte ruhte sich aus.
Als der Tag vorbei war, hatten sie ihre Säcke gefüllt. Nachdem sie die Mektoubs damit beladen hatten, ruhten sie sich aus und aßen einen Happen. Die Sonne verschwand hinter dem Horizont und die ersten Sterne fingen an, am Himmel zu leuchten.
- Ich glaube, wir haben uns unseren Lohn verdient, sagte Mokra.
Trotz seiner Ausbildung als Krieger spürte Aetis jeden einzelnen Muskel. Er hätte nie gedacht, dass graben so anstrengend sei.
- Das Ganze war der Mühe wert, sagte er auf dem Wüstensägemehl liegend.
- Ein paar Dapper mehr in der Tasche können nicht schaden, ja, antwortete Mokra.
- Es reicht um die Reise zu bezahlen, ja, entfiel ihm, ehe er sich auf die Zunge biss.
Wieso kann ich den Mund nie halten? fragte er sich.
- Wovon redest du? fragte Eree interessiert.
Er wollte schweigen, doch als er Erees neugierige Augen sah, wusste er, dass es sinnlos war.
Er erzählte ihnen die ganze Geschichte und nahm ihnen das Versprechen ab, nichts zu sagen.
- Was für eine Geschichte! Ganz Pyr überwacht dich seit deiner Ankunft!... und du willst wirklich dorthin zurück? fragte Mokra. Mich würden keine zehn Mektoubs dorthin kriegen!
Eree blieb still. Aetis beugte sich zu ihr.
- Du sagst doch nichts, oder? flehte er sie an und hoffte, sie sei ernst.
Sie gab sich zögerlich und antwortete dann.
- Wenn ich mit dir kommen darf, verspreche ich, nichts zu sagen.
Er hatte sich alles Mögliche erwartet, außer das. Er wusste nicht, was er sagen sollte.
Du hast gesagt, der Matis hätte Schwierigkeiten Fyros zu finden, die für ihn arbeiten. Er dürfte also kein Problem haben, oder?
- Ja aber, und Galeos?
- Galeos? Ich gehöre ihm nicht! Und ich habe es satt, im Sägemehl zu graben. Ich will den Rest von Atys kennen lernen. Dir bleibt sowieso nichts anderes übrig. Ich komme mit dir und basta.
Aetis schwieg, doch als sie sich auf den Rückweg machten, strahlte er übers ganze Gesicht.

In den Räumlichkeiten der Gilde der Schwarzen Gesichter freute Galeos sich mehr über seine drei Säcke als über den Fortgang von Eree. Er meckerte, doch er konnte nichts gegen ihre Entschlossenheit tun und ließ sie gehen.

Nichts war leichter als Lato Nivaldo zu überreden.
- Aber gerne, ich bin froh, dass Sie Leute für meine Sache gewinnen konnten, lächelte der Botschafter, nachdem Aetis ihm den Grund für Erees Anwesenheit erklärt hatte.
- Ich kann mir zwar kaum vorstellen, dass Yrkanis so schön ist wie Pyr, doch ich will mich auf das Abenteuer einlassen.
- Gut. Wir treffen uns am Karavanaltar südlich von Pyr. Der Karavan-Empfänger kennt mich und er wird Sie mit Pakten für die Hauptstadt der Grünen Anhöhen versorgen. Keine Sorge, dank der Qualität der Pflanzen, die Sie mir gebracht haben, kann ich Ihnen beiden die Reise bezahlen. Ich kündige dem Fürsten Ihre Ankunft an, Sie müssen nur…
Bei den letzten Worten des Botschafters fing Aetis Herz an, schneller zu schlagen. Sie würden eine neue Region kennen lernen, ein anderes Volk. Eree und er schauten sich an und ihre Augen strahlten voller Vorfreude auf das Abenteuer, das sie erwartete.


Die Geschichte eines jungen Fyros - Vierter Teil

Ehe Aetis und Eree die Augen öffneten, sammelten sie sich einen Augenblick lang. Die Karavan-Teleportation war ein ungewöhnliches Gefühl gewesen. Während der Reise hatten sie den Eindruck, sich in einer Hülle zu befinden. Da sie von der Außenwelt abgeschnitten waren, hatten sie nicht das Gefühl gehabt, ihr Körper verteile sich im Netz, so wie das bei den Kami-Teleportationen der Fall war. In ihrem Kopf war jedoch die gleiche Hitze entstanden und hatte sich im ganzen Körper verteilt.
Als sie die Augen öffneten, erblickten sie die graue Form des Altars. Ein kurzer Blick genügte, um zu wissen, dass sie ihr Ziel erreicht hatten. Die herbstlich roten Bäume ließen keinen Zweifel daran. Yrkanis, die pflanzliche Stadt, erstreckte sich vor den zwei jungen Fyros.

Sie betraten das Zentrum von Yrkanis auf dem nächsten Weg und ließen sich kein architekturales Detail der Gebäude entgehen. Sie bemerkten nichts von den misstrauischen Blicken mancher Matis.
- Es ist wundervoll! entzückte sich Eree. Ich hätte nie gedacht, mich so für diese Natur begeistern zu können. Es ist so…
- überwältigend, vervollständigte Aetis.
Eree lächelte und nahm ihn bei der Hand.
- Schickt Botschafter Lato Nivaldo Euch?
Aetis und Eree drehten sich um. Ein alter Matis mit dünnen und festen Lippen beobachtete sie kalt.
- Ja, wir sollen den Fürst Niero di Va…, fing Eree an.
Doch der Matis unterbrach sie einfach.
- Gut, wenn Sie mir bitte folgen würden!
Die beiden Fyros schauten sich an, überrascht von dieser Unterbrechung. Der Matis war schon weiter gegangen, ohne sich umzudrehen. Achseln zuckend folgte Aetis ihm, Eree an seiner Seite.
- Ich bin Dino Valetti, Intendant des Fürsten. Er hat mich beauftragt, Sie abzuholen und in sein Büro zu bringen.
Aetis war etwas perplex. Eree hingegen genoss die Stadt und schaute sich alles an.
- Glaubst du, das geht in Ordnung? murmelte er Eree leise ins Ohr.
Aetis Magen drehte sich vor Aufregung um. Er konzentrierte sich, um sich an das Gespräch mit Partacles zu erinnern, das sie vor ihrer Abfahrt in seinem Büro geführt hatten.

- Was hier gesagt wird, muss unter uns bleiben. Ich habe euch ausgewählt, denn Di Vanochi wird euch für zwei junge glaubwürdige und leicht zu manipulierende Fyros halten.
Die Worte des Senators erstaunten Aetis, doch er sagte nichts. Partacles schien nicht so entspannt und freundlich, als bei ihren Begegnungen im Bad.
- Di Vanochi ist ein hinterhältiger und sehr intelligenter Homin. Ihr müsst also gut aufpassen, was ihr sagt!
Er stand auf und ging im Büro umher.
- Der Anführer der Zorai, der große Weise Mabreka, will euch das Buch der Enthüllungen überreichen, in dem die Worte des Ma-Duk niedergeschrieben sind. Dieses Relikt bedeutet unseren beiden Völkern sehr viel! betonte er.
- Sie wollen doch sicher nicht, dass wir es selbst transportieren? fragte Aetis ungläubig.
- Natürlich nicht! Dazu bin ich nicht verrückt genug, lächelte er. Ich will, dass ihr Di Vanochi als zwei dapperdurstige junge Fyros aufsucht. Wir wissen, dass dieser Fürst Wind von diesem Konvoi bekommen hat. Doch er hat keinen Schimmer, wann das Ganze stattfinden soll und welchen Weg der Konvoi von Zora aus nehmen wird. Ich will, dass er mit seinen Nachforschungen aufhört, ehe er doch noch alles herausfindet.
Er ging mit gesenktem Kopf auf und ab. Er schien laut nachzudenken.
- Ihr werdet es ihm mitteilen.
- Bitte? Aetis verstand nicht ganz.
- Ihr werdet ihm das richtige Datum stecken, doch der Weg wird ein ganz anderer sein. Der Weg, den ihr ihm angeben werdet, bietet nur eine Möglichkeit für einen Hinterhalt… und zwar im Knoten des Wahnsinns. Dort wird seine Truppe eine kleine Überraschung erleben. Danach werden wir hoffentlich Beweise gegen Di Vanochi haben, die wir König Yrkanis vorlegen können. Mabreka hat auch vor, sich des Stammes zu entledigen, der für den Fürsten arbeitet. Diese Söldner haben den Interessen der Zorai in letzter Zeit ziemlich geschadet.
- Er kann doch keinen Zorai-Konvoi angreifen! Das wäre ja als würde er Krieg erklären! rief Eree aufgeregt.
- Natürlich nicht! Er benutzt anscheinend einen Stamm des Kranken Landes. Di Vanochi ist bereit alles zu tun, um die Gunst der Karavan und des Königs zu gewinnen. Er ist davon überzeugt, danach ein Held bei seinem Volk zu werden und von Yrkanis geehrt zu werden. Er will sich jedoch absichern und das Risiko nicht eingehen, entdeckt zu werden.
- Doch…wenn er den Betrug aufdeckt, sind wir tot! rief Aetis.
- Ihr habt doch hoffentlich nicht geglaubt, es würde einfach werden, oder? fragte Partacles und tat überrascht. Ihr müsst euch beim Fürsten rechtfertigen und ich habe euch schon eine Erklärung vorbereitet. Der Kontakt zu der Gilde der Schwarzen Gesichter war nicht umsonst. Durch die enge Beziehung, die sie zu den Verbrannten Gesichtern - der imperialen Garde – pflegt, hat Galeos erfahren, was ihr jetzt wisst. Wir haben seinem Hang zum Alkohol dieses kleine Geheimnis zu verdanken, sagte er lächelnd.
Er näherte sich den beiden Fyros.
- Nach Ende der Mission werdet ihr eine üppige Belohnung vom Imperium erhalten.
Er neigte sich nach vorne, legte seine Hände auf ihre Schultern und nahm sie kräftig beim Schopf.
- Doch wenn ihr nur eine Sekunde daran denkt, mich zu hintergehen, verspreche ich euch, dass ihr lieber in einem Kitinnest landen würdet, als bei mir.
Er hatte keinen anderen Ton aufgelegt, doch das war auch nicht nötig. Sein Blick und seine Kraft zeigten zur Genüge, wie gefährlich und entschlossen dieser Homin war. Er machte eine Pause und fixierte die beiden Homins, die gegen die Schmerzen kämpften und dann lächelte er wie immer und ließ sie los, als sei nichts gewesen.
- Trotzdem wünsche ich euch eine gute Reise! Ich hoffe, ihr findet Gefallen an der Exotik von Yrkanis. Wir sehen uns wieder, wenn ihr zurück seid.
Der Senator ließ ihnen keine Chance, zu antworten. Er setzte sich an seinen Schreibtisch und wandte sich wieder seinen Angelegenheiten zu.

Der Intendant brachte sie zu einem runden Gebäude, das etwas abseits der restlichen Gebäude stand.
- Falls ihr zurück hierher kommen wollt, ihr befindet euch im Südosten des Distrikts Yasson, teilte Dino Valetti ihnen mit. Hier ist das Privathaus des Fürsten.
Am Eingang standen zwei Wachen. Sie schenkten dem vorbei gehenden Intendanten und den zwei Fyros keine Aufmerksamkeit.
Dino Valetti stieg in den Aufzug, gefolgt von Aetis und Eree. Sie kamen in ein helles Zimmer im ersten Stock. Hinter einem Schreibtisch saß ein etwa 30-jähriger Matis und war in Dokumente vertieft. Die beiden Fyros betraten das Zimmer und der Intendant schloss die Aufzugtür, ohne ein Wort zu sagen. Er überließ die beiden Fyros sich selbst mit dem Homin, der schien der Fürst zu sein.


Die Geschichte eines jungen Fyros - Fünfter Teil

Aetis und Eree war es nicht ganz wohl. Der Fürst hatte seinen Kopf noch nicht von den Dokumenten erhoben.
- Entschuldigen Sie uns, wir…
- Einen Augenblick! unterbrach der Matis sie.
Es kehrte wieder Ruhe in dem Raum ein. Die beiden Fyros standen vor dem Aufzug und tauschten beunruhigte Blicke aus.
Schließlich hob der Matis den Kopf.
Er starrte die beiden Fyros lange an.
- Herzlich willkommen, lächelte er. Ich bin der Fürst Niero di Vanochi. Es tut mir Leid, aber in meiner Position muss ich mich um langweiligen Papierkram kümmern und vergesse dabei, freundlich zu sein.
Darauf hin stand er auf und lud sie mit einer großen Geste ein, auf den beiden Stühlen vor seinem Schreibtisch Platz zu nehmen.
- Treten Sie nur näher. Der Botschafter hat mir in seinem letzten Brief nur Gutes über Sie berichtet. Sie haben gute Arbeit mit diesen Kräutern geleistet. Glücklicherweise, denn Yubo-Fleisch ist so fade ohne Gewürz.
Er setzte sich im selben Moment als sie.
- Lato sagte mir, Sie wollen einige Zeit hier bleiben, oder?
- Ja, aber das liebe Geld… fing Aetis an.
- …ist immer ein Problem, rief Di Vanochi. Keine Bange, ich habe ein paar Aufträge für Sie. Nichts schlimmes, generell handelt es sich um Rohstoffabbau, da Sie Experten auf diesem Gebiet sind.
Er fixierte die beiden Homins, die sich erneut unwohl fühlten.
- Was ist? Sie scheinen sich Sorgen zu machen? Lato sagte mir doch, Sie würden davon träumen, hierher zu kommen.
- Also… fing Aetis unsicher an.
Der Fürst beugte sich nach vorne, plötzlich interessierter.
- Ja?
- Also, wir sind nicht hier, um uns ein paar Dapper mit kleinen Missionen zu verdienen, fuhr Aetis fort.
- Wie?! Ich erweise Ihnen die Ehre, als erste Fyros für mich arbeiten zu dürfen. Ich vertraue Ihnen und sie antworten mir auf diese Art? Di Vanochi lief rot an.
- Ganz und gar nicht, beeilte sich Eree zu sagen. Wir wären geehrt, diese Missionen für Sie ausführen zu können. Doch wir haben Ihnen etwas viel besseres anzubieten als Kräuter.
Das Gesicht des Fürsten nahm wieder seine natürliche Farbe an. Er hatte sich beruhigt und lächelte wieder.
- Ich höre.
- Wir wollen 500 000 Dapper. Vorher sagen wir nichts, sagte Eree.
- Sehen Sie, manche meiner Angelegenheiten haben nichts mit der Krone zu tun. Ich kann keine solche Summe aus meinem persönlichen Vermögen aufbringen, ohne zu wissen, um was es geht, antwortete er mit einem traurigen Blick.
Er stand auf und ging auf die rechte Seite seines Schreibtisches.
- Ich benötige mehr als ein einfaches Versprechen, um Ihnen diese Summe zu geben, sagte er und verschränkte die Arme. Erzählen Sie mir ein bisschen und dann entscheide ich, ob es der Mühe wert ist.
Aetis schaute Eree an. Sie schienen alle beide unsicher zu sein.
- Ich habe wertvolle Informationen zu einem wichtigen Zorai-Konvoi nach Pyr, gab Eree zu.
- Wieso kommen Sie damit zu mir?
- Ich habe gehört, diese Art von Informationen würde Sie interessieren. Meine Begegnung mit Aetis war eine unverhoffte Gelegenheit, einen Nutzen daraus zu ziehen.
Der Fürst schien Eree nicht so recht zu glauben.
- Das Problem ist, dass ich schon viel über diesen Konvoi weiß. Welche Informationen haben Sie denn?
Die beiden Fyros schauten sich erneut an und jeder wartete, dass der andere den ersten Schritt macht. Der beeindruckende Fürst ließ ihnen keine Wahl.
- Wir kennen das Datum und die Route des Konvois.
- Und können Sie mir sagen, wie zwei junge Fyros, ohne Erfahrung, ohne Beziehungen, ohne Dapper und ohne Loyalität an Informationen kommen, die meine besten Agenten erfolglos versuchen, heraus zu finden.
Eree blieb ruhig.
Er hatte sich umgedreht. Er lächelte nicht mehr und beobachtete ihre Reaktion.
- Ich habe Beziehungen! antwortete sie und hob den Ton. Ich bin Mitglied der Gilde der Schwarzen Gesichter!
- Glückwunsch! antwortete der Fürst und lächelte spöttisch. Doch ich verstehe immer noch nicht, wie ein Insekt an dieses Geheimnis kommt.
Aetis stand auf. Er hatte die Manieren des Fürsten satt.
- Wenn Sie diesen Tag überleben wollen, rate ich Ihnen, sich wieder hinzusetzen, junger Homin.
Er hatte sich nicht bewegt, aber sein Blick zwang den Homin, sich wieder zu setzen.
- Entschuldigen Sie diese Unterbrechung, fahren Sie bitte fort, sagte er ungeduldig zu Eree.
- Meine Gilde hat gute Beziehungen zu der Gilde der Verbrannten Gesichter, die Garde der imperialen Elite. Mein Gildenchef weiß über all ihre Missionen Bescheid und auch über diese. Er pflegt auch gute Beziehungen zu Shooki-Alkohol und hat zu sehr bei einer falschen Person damit angegeben…
Eree zog ein ironisches Gesicht. Di Vanochi hingegen verzog keine Miene. Er schaute sie an und suchte nach einer Schwäche.
- Ich glaube Ihnen nicht… fing er an.
Aetis lief es kalt den Rücken herunter.
- …doch da ich keine andere Informationsquelle habe, werde ich versuchen Ihnen zu vertrauen.
Sein Lächeln war nicht gerade beruhigend.
- Ich höre, was wissen Sie?
- Zuerst das Geld, sagte Aetis, der sich wieder beruhigt hatte.
- Ich habe mich doch verständlich ausgedrückt: Meiner Meinung nach lügen Sie. Ich hoffe, Sie können also nachvollziehen, wie großzügig ich bin. Ich biete Ihnen sofort 200 000 Dapper an und noch Mal 500 000 wenn die Information sich als richtig erweist.
- Aber, das ist ja mehr als wir verlangt haben! wunderte sich Eree.
- Ich weiß. Das ist nur ein kleiner Anstoß, damit Sie mir die richtige Information geben… doch wenn Sie mehr Anstöße wollen, werden meine Wachen Ihnen diese gerne geben.
Er kehrte zu seinem Schreibtisch zurück und nahm eine kleine Klingel. Er klingelte und daraufhin betrat Dino Valetti den Raum sofort.
- Ja, mein Fürst? fragte er.
- Bringen Sie mir einen Sack mit 200 000 Dapper, ordnete der Fürst an.
Der Intendant machte sich sofort auf den Weg. Der Fürst blieb stehen und fixierte die beiden Homins ohne ein Wort zu sagen.
Der Intendant kam ein paar Augenblicke später mit einem Sack zurück. Er setzte ihn auf den Schreibtisch und verschwand wieder so schnell wie er gekommen war.
- Hier ist Ihr Geld. Nehmen Sie es, sagte der Fürst und zeigte auf den Sack.
Aetis stand auf und nahm die Börse an sich.
- Und jetzt erzählen Sie mir alles, lächelte der Fürst.
Eree sagte ihm dann alles, was sie wussten.

- Ich dachte mir schon, dass diese hinterhältigen Kerle das Tor nehmen würden. Sie wollen so schnell wie möglich nach Pyr.
Der Matis breitete eine Karte von Atys auf seinem Tisch aus.
- Hier müssen wir einen Hinterhalt legen.
Er zeigte auf den Engpass im Knoten des Wahnsinns.
- Sie reisen doch gerne, um neue Kulturen zu entdecken, nicht wahr?
Die zwei Fyros schauten ihn ungläubig an.
- Großartig! rief er, ohne auf eine Antwort zu warten. Sie werden diesen Angriff für mich vorbereiten!
- Wie? Wir? Aber…
- Selbstverständlich wird eine meiner treuesten Wachen Sie begleiten… Denn wenn Sie mich belogen haben, will ich Sie sofort tot!
Er hatte nicht von der Karte aufgeschaut. Er hatte diesen letzten Satz mit einer erschreckenden Lässigkeit gesagt.
- Bitte? hakte Aetis nach.
- Genug geredet! Sie müssen in einer Stunde los. Sie haben eine lange Reise vor sich. Natto! rief er. Natto wird Euch ins Zorai-Gebiet begleiten und Eure…Sicherheit gewähren. Ihr geht dahin, in den Hain von Umbra.
Die beiden Fyros drehten sich um, um sich den Matis-Krieger anzusehen, der eingetreten war.
- Das ist Natto, der Chef meiner Wachen.
Der Matis begrüßte sie mit einer Kopfbewegung.
- Ihr werdet einen netten Stamm kennen lernen, der schon für mich gearbeitet hat. Es handelt sich um die Antikamis, fuhr der Fürst fort. Natto wird dabei sein, um den guten Ablauf der Transaktionen zu sichern. Sie greifen den Konvoi an. Die Beute wird in zwei geteilt: Die Plünderung für sie und das Buch für euch. Natto, du bringst mir das Buch sofort, und wie ich doch hoffe in Begleitung unserer beiden Freunde. Ihr habt nur wenig Zeit, ihr müsst jetzt los.
Natto machte eine Handbewegung und forderte sie auf, ihm zu folgen.
Danach widmeten sie sich der Reisevorbereitung.
- Wir werden Karavan-Pakte benutzen, um in den Hain von Umbra zu gelangen. Dort haben wir einen Tag Fußmarsch vor uns, um mit ein bisschen Glück ins Lager des Stammes zu gelangen.
Der Matis sprach im Gehen. Das wenige Proviant das sie mitnahmen, war schnell gekauft.
Sie gingen auf den Karavan-Altar zu.
Aetis und Eree hatten nur wenig Zeit, um die atemberaubende Matis-Stadt zu besichtigen. Sie hatten jeden Augenblick genossen und sich alles mit großen Augen angeschaut. Durch diese kurze Besichtigung konnten sie ihre Mission eine Weile vergessen. Der Matis-Krieger, der zuerst etwas kalt gewirkt hatte, erläuterte ihnen historische Details der Stadt.
- Ich weiß, dass ihr Yrkanis am liebsten länger besichtigt hättet, doch wir haben nur wenig Zeit. Ihr werdet genügend Zeit haben die Stadt zu genießen, wenn wir zurück sind. Ich glaube ohnehin, dass ihr hier bleiben solltet. Weit weg von den Kamisten jedenfalls.
- Er hatte ein freundlicheres Gesicht als im Büro von Di Vanochi.
- Hier wären wir. Wartet hier auf mich, ich werde mit dem Karavan-Empfänger reden.
Die beiden jungen Fyros blieben stehen, während Natto auf den Empfänger zuging.
- Bis jetzt ging ja alles glatt, meinte Aetis.
- Ich glaube auch, dass er uns vertraut, nickte Eree.
- Schade, dass wir ihn betrügen müssen…
Die beiden Fyros schauten sich traurig an.
- Was ist los, ihr beiden? fragte Natto, als er zurück kam. Ihr braucht keine Angst zu haben. Die Zorai-Länder in die wir gehen sind zwar etwas feindlich gesinnt, doch ich kenne mich dort aus. Es wird alles gut gehen.
- Wir sind bereit, antwortete Aetis lustlos.
- Ihr zweifelt noch an euren Taten, wie? Im Leben muss man Entscheidungen treffen. Ihr habt schon eine getroffen. Ihr könnt jetzt nicht mehr zurück. Also müsst ihr euch damit abfinden und das erleben, was ihr beschlossen habt, zu erleben.
Aetis fühlte sich umso betroffener von den Worten des Matis. Er versuchte, trotzdem zu lächeln.
- Du hast ja Recht. Wir gehen in ein neues Land. Ich werde mehr an einem Tag erleben als in meinem bisherigen Leben.
Der Matis lachte los.
- So ist es schon besser! Deshalb gibt es ja auch die Teleportation.
Er überreichte jedem einen Pakt.
- Ehe ihr ihn brecht, möchte ich, dass ihr euch ein paar Regeln zu Herzen nehmt. Ihr tretet dorthin wo ich trete, ihr redet wenn ich euch es sage, ihr befolgt meine Befehle ohne Diskussion und spielt nicht die Helden. Kann ich mich auf euch verlassen?
Aetis und Eree nickten.
- Gut! Dann los!
Er brach den Pakt in seiner Hand und verschwand augenblicklich.
- Er hat Recht, wir können nicht mehr zurück, sagte Eree.
Sie brach ihren Pakt und verschwand ebenfalls.
- Na dann…los.

Dieses Mal verlief die Reise besser. Aetis achtete nicht auf die leichten Kopfschmerzen und öffnete die Augen.
Er wurde von mehreren eigentümlichen Tieren beobachtet. Sie waren rund und dick. Sie starrten ihn mit ihren hervorstehenden Augen an. Eines der Tiere kam auf ihn zu. Es hatte einen langen Rüssel, aus dem kleine Feuerzungen herausragten. Aetis griff automatisch nach der Glocke seines Schwerts.
Natto hielt ihn zurück.
- Keine Bange, es ist bloß neugierig. Die Wombais sind fromm wie Lämmer, wenn man sie in Ruhe lässt. Es ist sogar manchen Zorai-Stämmen gelungen, sie als Reittiere zu benutzen!
Der Wombaï stand vor ihm und fing an, seine Tunika mit seiner Rüsselspitze zu beschnüffeln. Natto schob ihn vorsichtig zur Seite. Das Tier zögerte und ging dann zurück zu seinen Gefährten.
Aetis schaute sich um. Sie standen vor einem Karavan-Altar, mitten auf einer Ebene.
- Das ist das Land der Zorai! rief er.
Eree sah auch etwas enttäuscht aus.
- Ich dachte, es sei ein Dschungel.
- Außer den Kräutern könnte man meinen, man sei in der Wüste, bestätigte Aetis.
- Das ist normal, wir befinden uns im Grenzgebiet des Landes. Das ermöglicht der Karavan, ihre Tests auf dem Goo durchzuführen. Sie reagieren nicht wie die Kamis auf die Krankheit und glauben, dass ihre Erforschung ihnen dabei helfen wird, sie zu kontrollieren und demnach auszurotten. Das ist besser, als den Homins nachzulaufen und sie um ihre Hilfe zu bitten. Würdet ihr dagegen kämpfen, wenn die Kamis euch darum bitten würden?
Er drehte sich um und deutete auf den Horizont. Dann sah Aetis die Krankheit, die das Land auffraß. Ein lilafarbenes Meer breitete sich am Rande der Ebene aus. Der Gestank war kaum auszuhalten, sogar auf dieser Entfernung.
Aetis hielt sich instinktiv die Nase und den Mund zu.
- Mach dir nichts draus, dieser Dampf ist zwar schädlich, doch auf diese Entfernung gehen wir kein Risiko ein. Das Goo infiziert Homins nur, wenn es konzentriert ist oder sie dem Goo lange ausgesetzt sind. Wir sind bis zu einem bestimmten Punkt gegen die Zerstörungskraft des Goo resistent.
Aetis ging etwas näher ran, um besser zu sehen. Natto hielt ihn schnell zurück.
- Besser, du gehst nicht näher ran, es gibt unterirdische Goo-Quellen, die herauskommen, wenn man drauf tritt. Es scheint als sei dieses Ding – was auch immer es sein mag- intelligent. Besser wir hauen hier ab, denn je weiter wir davon entfernt sind, desto besser ist es.
Sie entfernten sich vom Altar und gingen Richtung Westen.
- Die Region ist sehr gefährlich, es gibt nicht nur Wombais hier. Manchmal trifft man auf Kitins und es gibt Banditen. Das Schlimmste aber sind die Gibbais, die sich ein bisschen überall herumtreiben.
Der Matis ging schnell.
- Es ist nicht weit bis zum Lager, doch ich entferne mich lieber vom Goo, wir müssen ein paar Umwege machen.


Die Geschichte eines jungen Fyros - Sechster Teil

Wie Natto es vorausgesagt hatte, mussten sie oft stehen bleiben, um einen anderen Weg zu nehmen. Sie mussten mehrmals umdrehen, um Gibbaitruppen zu entkommen, die leicht an ihrem nachtblauen Pelz zu erkennen waren. Sie bekamen sogar einen roten Primitiven zu Gesicht. Er war viel größer als die anderen und seine abstehenden Haare verliehen ihm ein brennendes Aussehen.
- Die Zorais nennen ihn Gibbakya. Er ist der Anführer der Geistesgestörten dieser Region. Wir haben uns schon in die Haare bekommen, glaubt mir, es ist besser, wenn wir verschwinden.
Der Primitive hob den Kopf und fing an zu schnüffeln.
- Beeilt euch, er hat uns entdeckt.

Sie marschierten lange weiter, ohne ein Wort zu sagen. Endlich sahen sie die lila Farbe der kranken Erde nur noch von Weitem.
- Ich dachte, Sie wollten sich so weit wie möglich vom Goo entfernen, fragte Eree.
- Was ihr seht sind die Zelte des Lagers der Antikamis, die die gleiche Farbe wie das Goo haben. Es handelt sich um einen traditionellen Farbton der Zorai. Ich weiß nicht, warum sie ihn beibehalten haben, wenn sie ihr Volk so sehr hassen. Diese Verrückten verstümmeln sogar ihre Masken, um die Kamis heraus zu fordern. Sie behalten nur das strikte Minimum, sonst könnten sie nicht überleben.
- Wie das? Es ist doch nur eine Maske, die die Zorai halten, um mit den Kamis verbunden zu sein.
Aetis war noch nicht oft mit Zorais in Kontakt gewesen. Für ihn war diese Maske ein reiner religiöser Snobismus.
- Aber nein! entgegnete der Matis. Die Zorai-Maske ist durch Kami-Magie an ihre Seele gebunden. Sie auszuziehen, wäre als würden sie ihre lebensnotwendige Essenz verlieren. Es ist schon verrückt, sie teilweise abzunehmen. Die Antikamis haben keinen Zweig mehr auf ihrer Maske. Was bleibt, sind Teile die sie nicht abnehmen konnten. Beeilung, wir sind spät dran.
Sie näherten sich den Zelten. Es waren riesige Zelte, die aus reichhaltigen und teuren Materialen hergestellt worden waren. Die drei Gesellen näherten sich vorsichtig. Natto ging vor. An der Ecke des ersten Zeltes erschienen vier Zorai, die ihnen den Weg versperrten. Sie trugen alle eine lange Pike. Aetis schaute zurück. Hinter ihnen standen vier weitere Zorais, die es ihnen unmöglich machten, umzudrehen.
- Keine Bange, beruhigte sie der Matis. Sie haben mich erkannt. Der Chef wird bald da sein.
Aetis und Eree fühlten sich trotzdem nicht ganz sicher. Die Zorai kamen näher und hielten ihre bedrohlichen Piken auf mittlerer Höhe.
- Ich heiße Natto, schrie er. Ich wünsche, mit Pei-Jeng Luun zu sprechen.
- Und ich bin hier, mein Freund.
Die vier Wachen traten zur Seite, um einem anderen Zorai Platz zu machen. Er war zwar kleiner, bewegte sich aber selbstsicherer. Hinter seiner Maske war der geheimnisvolle Blick, den Aetis bei anderen Zorais gesehen hatte, nicht auszumachen. Er hatte einen einfachen Ausdruck, ja fast leer.
- Willkommen. Bringst du uns wieder etwas Unterhaltung mit? fragte er.
- Ja, einen neuen Gefallen für den Fürsten. Ich habe die gleiche Belohnung dabei wie immer.
- Und die da?
Er zeigte auf Aetis und Eree.
- Der Fürst will sicher gehen, dass sie…loyal sind.
- Ich verstehe.
Er wandte den Blick von den beiden Fyros ab, die ihm unwichtig erschienen.
- Wie viel hast du uns dieses Mal mitgebracht? fragte der Chef des Stammes.
- Wie gehabt: 300 000 Dapper.
- Diese Summe wurde verdoppelt, mein Freund. Die letzte Mission hat 7 meiner Gildenmitglieder das Leben gekostet.
Der Matis schien nicht überrascht.
- Der Fürst dachte sich schon, dass Sie einen Aufschlag verlangen würden. Er hat zusätzliche 500 000 Dapper am Ende der Mission vorgesehen. Und es gibt noch eine Prämie, die sehr in Ihrem Interesse liegt.
- Unserem Interesse? Du musst dich schon genauer ausdrücken, mein Freund.
- Die Mission besteht in einem Angriff auf einen Zorai-Zug, um das wertvolle Buch der Enthüllungen zu erlangen.
- Und wo ist die Falle? Der Fürst war noch nie sehr großzügig. Woher kommt dieser plötzliche Wandel? fragte Pei-Jeng Luun.
- Naja, er wäre sehr froh, wenn diese Mission ein Erfolg würde. Ich nehme an, Sie auch. Nehmen Sie es als Prämie für Ihre anderen Dienste.
- Das ist ja eine großartige Nachricht. Wir werden unsere Feinde im Herzen treffen. Heute Abend findet ein großes Fest statt, wir brechen morgen auf.
- Nein, antwortete Natto trocken. Wir müssen so früh wie möglich los. Wir müssen morgen bei Nachtanbruch im Engpass des Knoten des Wahnsinns sein, um anzugreifen.
- Wie Sie wünschen.
Der Stammeschef wandte sich an eine Zorai in seiner Nähe.
- Pingi, mein Kind, du übernimmst die Kontrolle über den Stamm in meiner Abwesenheit. Ich brauche etwa 30 Krieger, die in einer Stunde bereit sind. In der Zwischenzeit können Sie etwas in meinem Zelt zu sich nehmen, sagte er zu Natto.
Er forderte sie auf, ihm zu folgen. Die Wachen waren schon losgegangen, um sich vorzubereiten.

Die Nacht war gerade eingebrochen. Der Zorai-Stamm war die vorige Nacht durchmarschiert und war am späten Nachmittag im Engpass eingetroffen. Nur die Kundschafter waren nicht zur Ruhe gekommen.
Der ganze Stamm war bereit. Sie hatten sich im Engpass verteilt, um kein Schlupfloch zu lassen. Sie warteten seit mehr als einer Stunde und es war nichts vom Zug zu sehen. Die beiden Fyros fingen an, sich Sorgen zu machen.
Sie waren mit Natto oben auf der Schlucht geblieben. Sobald die Schlacht angefangen hatte, musste Aetis schnell vorgehen und den Matis töten. Trotz der Sympathie, die er für ihn hatte, wusste er, dass Natto dem Fürsten zu treu war, um sie am Leben zu lassen.

Aetis erkannte nur schwer zwei Kundschafter des Stammes. Sie kamen zurück, um Luun Bericht zu erstatten. Es ging sehr schnell. Der Chef wandte sich zu Natto und machte ihm schnelle Zeichen.
- Sie kommen. Nur zehn Wachen und zwei Wagen, sie werden in einigen Momenten hier sein. Zehn Wachen? Unmöglich! Wieso beschützen sie einen Konvoi von solch einer Bedeutung nur mit zehn Wachen? fragte Natto besorgt.
Er zweifelt, dachte Aetis. Der Augenblick rückt näher.
Es vergingen ein paar Augenblicke in einer absoluten Stille. Aetis sah die Zorai, die unten waren, überhaupt nicht mehr. Dann erhellte das Licht der Fackeln den Engpass langsam. Die orange Farbe nahm den Platz des dunklen Schwarz auf den Felsen ein.
Man sah die ersten Zorai-Wachen, jeder von ihnen trug eine Fackel. Es waren tatsächlich nur zehn Wachen. Sie gingen neben den beiden Wagen, die von Mektoubs gezogen wurden.
Die Wachen waren schwer bewaffnet und kontrollierten jeden Winkel des Engpasses.
Sie kamen schnell auf den Hinterhalt zu. Die Antikamis bewegten sich still und in Deckung, um sich in Angriffsposition zu bringen.
Genau in dem Moment, als der Stamm angreifen wollte, erschien ein blaues Licht im ersten Wagen. Die Antikamis blieben alle stehen, sie waren durcheinander. Das Dach des Wagens explodierte. In der Mitte stand ein Zorai-Magier. Entlang seines Zauberverstärkers sah man noch magische Partikel herunter laufen. Um ihn herum standen drei weitere Zorais. Dann explodierte der zweite Wagen. In diesem stand ein Fyros-Magier. Vier weitere Fyros waren schon während der Explosion vom Wagen gesprungen. Aetis hatte sie zwar noch nie gesehen, doch er wusste dass es sich um Verbrannte Gesichter handelte – die Elitenwachen. Sie liefen auf die Antikamis zu, die vor Schreck erstarrt waren. Der erste von ihnen fiel schnell durch einen Schwertstich.
Pei-Jeng Luun kam zu sich und befahl, anzugreifen. Doch zum Leidwesen der Antikamis waren die Kamisten zu gut organisiert. Die Zorai-Krieger beschützten wie verrückt die Wagen, aus denen die Magier Zaubersprüche los ließen. Die Schützen des Stammes waren das Hauptziel der schnellen Fyros-Krieger.
Aetis sah den Rest nicht mehr. Er war so überrascht gewesen, dass er Natto völlig vergessen hatte. Mit einem festen Handschlag warf der Matis ihn zu Boden. Eree versuchte den Krieger von hinten anzugreifen, doch er packte sie an der Hand und ihr Dolch fiel in die Schlucht. Eree versuchte ihn mit ihrer anderen Hand zu schlagen, doch der Matis war schneller. Er brach ihr das linke Handgelenk mit einer erschütternden Leichtigkeit. Sie schrie vor Schmerzen ehe sie zu Boden ging.
Natto wandte sich zu Aetis, der aufstand.
- Ich habe euch Verrätern vertraut, brüllte er wütend.
Er hatte sein Schwert gezogen.
- Wir sind unserem Volk und den Homins treu geblieben.
Auch Aetis zog seine Waffe.
- Den Homins treu geblieben? Ihr lasst euch manipulieren und handelt wie Hampelmänner!
Er griff zum ersten Mal an. Aetis wusste, dass er nicht gegen die Kraft des Matis ankam und wich aus. Die Klinge ging nur ein paar Zentimeter an ihm vorbei.
- Warum um jeden Preis kämpfen? Die Völker leben in Frieden und der Fürst sucht Krieg.
Jetzt griff er an. Er visierte den Hals des Matis mit einem schnellen Schlag. Doch es war ein erfahrener Krieger. Er wehrte den Angriff ab und streckte die Hand aus, um die Glocke von Aetis Schwert zu greifen.
- Die Völker werden nie in Frieden leben! Hör doch auf, dir etwas vor zu machen.
Die Spitze seines Schwertes traf Aetis Hals. Dieser spürte, wie das Blut über seinen Hals lief.
- Du erbärmlicher Diener der Dämonen! Du hättest keinen Stärkeren angreifen sollen.
Ein Fels fiel ihm mitten ins Gesicht und brach ihm die Nase mit einem lauten Lärm. Aetis schaute sich um. Eree war aufgestanden, hielt ihren Arm und verzog das Gesicht vor Schmerzen.
Natto murmelte etwas. Er hatte sein Schwert losgelassen und fasste sich an sein blutendes Gesicht. Aetis wartete nicht länger und verpasste dem Matis einen ordentlichen Fußtritt in den Rumpf. Dieser fiel durch den plötzlichen Schlag. Er machte ein paar Schritte nach hinten und trat auf den Rand der Schlucht. Er verschwand mit einem fürchterlichen Schrei.

Aetis stand wieder auf und näherte sich dem Engpass. Natto war unten. Einer der Zorai-Krieger mit einer Fackel kam näher. Der Körper des Matis war so verformt wie der eines kaputten Hampelmannes und sein Blut verfärbte die Felsen, auf denen er lag.
Der Zorai hob den Kopf und deutete den beiden Fyros, sie sollen herunter kommen.

Die Kamisten hatten niemanden verloren. Nur ein einziger Antikami war lebend geschnappt worden. Der Rest des Stammes war zu Nichte gemacht worden. Die Magier pflegten die Wunden der beiden Fyros und installierten sie auf einem der Wagen.
- Wir kehren nach Zora zurück. Mabreka will sich bei uns bedanken. Gute Arbeit! Die Reise wird ein bisschen dauern. Ihr könnt davon profitieren, um euch auszuruhen.


Die Geschichte der Rindengräber

Erzählt von Pebus Ibiraan im Winter des 3. Zyklus 2548 in der Bar zu Pyr.

"Wir, der Stamm der Rindengräber, wurden im selben Jahr geboren wie Pyr... im Jahr 2483... als der erste Stein der Stadt gelegt wurde.... dank der Schwarzen Gesichter und uns. Wir kamen aus den verschiedensten Gesellschaftsschichten, alle Rohstoffabbauer... alle begabt... Freiwillig halfen wir den Fyrosbewohnern ein weiteres mal aufzusteigen! Wir ernteten die Rohstoffe, die für den Bau Pyrs benötigt wurden.

Wusstet ihr, dass der Bauplatz von Pyr aus einem bestimmten Grund gewählt wurde? Pyr wurde um eine Wasserquelle gebaut, und eine natürliche Feuerbarriere gegen die Kitininvasionen. Die ersten Pflöcke von Pyr wurden an jener Stelle in den Boden gehauen, an der der einbalsamierte Körper von Cerakos, dem Imperator, auf einer hölzernen Pyramide verbrannt wurde. Daher auch der Name der Stadt.

Unsere Zivilisation war damit beschäftigt, alles wieder aufzubauen und benötigte Unmengen an Baumaterialien. Daher übten im Jahre...484, ja, im Jahre 2484 sorgten sowohl die Schwarzen Gesichter als auch wir dafür, dass neue Minen in den Imperialen Dünen erschlossen wurden, so dass wir unsere Arbeit beim Bau von Pyr fortsetzen und uns selbst mit dem Nötigsten versorgen konnten.

Dann jedoch drängten die Schwarzen Gesichter die Fyros, nach dem Ursprung des Feuers zu suchen, nach dem großen Drachen, wenn ihr so wollt, damit sie ihn vernichten können. Und so wurden überall in der Wüste und den Urwurzeln Abbaueinrichtungen errichtet. Natürlich waren die Karavan davon nicht gerade begeistert und versuchten, sich dem in den Weg zu stellen, da sie befürchteten, dass so der Drache erweckt werden könnte... und der dann Atys zerstören würde.

Die Kami, andererseits, unterstützten die Fyros. Denn trotz allem achteten sie sorgsam darauf, dass jede Bedrohung durch Feuer beseitigt wurde. Und mit der Unterstützung der Kami waren die Fyros in der Lage, ihre Suche fortzusetzen. Was uns angeht... wir wurden auf eine neue Aufgabe angesetzt: die Suche nach den bestmöglichen Materialien für Meisterhandwerker in der Brennende Wüste. Auf diese Weise begannen wir die Materialien für den Bau von Thesos und Dyron bereitzustellen, die 2488 erbaut wurden. Im selben Jahr trennten wir uns von den Schwarzen Gesichtern, die zu verschieden von uns geworden waren. Sie versuchten eine Möglichkeit zu finden, den Mangel an Rohstoffen in Fyros zu meistern, da die Minen der Imperialen Dünen fast leer waren.

Ein Jahr verging und der Mangel an Rohstoffen hatte sich nur verschlimmert, so dass die Fyros und besonders die Schwarzen Gesichter laut nach Hilfe zum Wiederaufbau durch die Kami riefen. Die Kami gaben nach und pflanzten letzendlich langweilige Bäume in einigen der entlegeneren Gebiete der Brennenden Wüste und sogen so die Ressourcen, die tief in der Rinde versteckt waren, während sie den Nexus regulierten. Die ersten Fyros-Aussenposten waren entstanden....

Die Fyros entfernten sich immer weiter von den Karavan. Bis zu dem Punkt, an dem das Imperium im Jahre 2486 Karavanaltare in den Städten der Fyros verbot. Wir allerdings zogen den Zorn der Kami auf uns, da wir Ressourcen aus dem Boden von Atys entnahmen. Wir stimmten Leanons Entscheidung, sich von den Karavan zu distanzieren, nicht zu und begannen Gespräche mit den Karavan, die die Vorsicht predigen und es verbieten, nach dem Drachen zu suchen.

Die große Konstruktion Pyrs wurde schließlich im Jahre 2488 fertiggestellt. Die Schwarzen Gesichter, die loyal zum Imperium standen, wurden mit Ehre überschüttet, während unsere Arbeit nur minimal gewürdigt wurde. Trotz allem haben wir immer unsere Verbindung mit dem Imperium respektiert und den Pyr-Handwerkern Vorräte zur Verfügung gestellt. Und wir erlaubten Pyr den Vorteil der Karavanlehre durch den Bau des grossen Schmelzofens, angelehnt an den Entwurf von Xamus, einem grossen Fyros-Handwerker. Ausserdem bauten wir die Straßen von Fyros, die die Wüste durchkreuzen. Dies hinderte das Imperium jedoch nicht daran, sich zu weigern, das, was wir für sie getan hatten, anzuerkennen..."


Glück, hier bin ich!

Ein Tryker-Lied aus der Zeit des Exodus (2481), von Kerman Aeron:

I

Oh, Tage um Tage ohn' End', quält dich stets Alptraum und Angst,
Ach, immer und immer man rennt, täglich ums Leben Du bangst
doch nach den Jahren des Mordens: neuer Hoffnungen Schimmer!
Noch bis zum Erwachen des Morgens - länger bleib' ich hier nimmer

Refrain

Ich werde den Weg recht bald finden, ich werde dem Dunkel entkommen,
wenn's schwer auch ist, hier zu verschwinden, der Glaube daran ist gekommen.
Mich halten kann nichts, zu grausam es war. Zurück? Bestimmt nich!
Mein Herz ist verirrt, mein Ziel doch ganz klar: mein Glück, hier bin ich!

II

Der Druck ist gewachsen und treibt, mein Blut ist in Wallung und schreit.
Das Sap ist verbraucht und erschöpft, die Dauer der Flucht hat geschröpft
Die Kitins, zu Tausenden eiln, sie krabbeln und hämmern und schrein,
ich werde nicht bleiben, oh nein, in sterbenden Ländern der Pein.

Refrain

Ich werde den Weg recht bald finden, ich werde dem Dunkel entkommen,
wenn's schwer auch ist, hier zu verschwinden, der Glaube daran ist gekommen.
Mich halten kann nichts, zu grausam es war. Zurück? Bestimmt nich!
Mein Herz ist verirrt, mein Ziel doch ganz klar: mein Glück, hier bin ich!

III

Durchs Unterholz reit ich ohn Rast, wie Ragusse auf ihrer Hatz,
ich kenne die Route wohl gut, dennoch versagt mir der Mut,
Voll Furcht floh mein Packer hinfort, allein bin ich an diesem Ort,
mein Reitmek und ich teiln die Angst, ob du je ans Licht rückgelangst?

Refrain

Ich werde den Weg recht bald finden, ich werde dem Dunkel entkommen,
wenn's schwer auch ist, hier zu verschwinden, der Glaube daran ist gekommen.
Mich halten kann nichts, zu grausam es war. Zurück? Bestimmt nich!
Mein Herz ist verirrt, mein Ziel doch ganz klar: mein Glück, hier bin ich!

IV

Solange ich singe und leb, solange auch geh ich den Weg,
ich muss nur stark sein und zäh. Und komme was wolle, ich seh
das Licht in den Landen des Glücks! Ich blicke nach vorn, nicht zurück,
ich schaff es und zweifle auch nicht, ich sehe es wieder, das Licht.


Die Stämme der Verdorrenden Lande und das Goo

Bernsteinwürfel, aufgezeichnet vom Zoraï-Weisen Bai Ji-Mao, genannt "der Leidende", 2548

Das Goo ist eine Seuche, die das Herz von Atys zerfrisst, von seinen tiefsten Wurzeln bis zum Blätterdach. Dieses Übel verbreitet sich selbständig - wie eine Krankheit, an der unsere Welt leidet. Dennoch gibt es Homins, die daran arbeiten, es zu ihrem eigenen Vorteil zu verbreiten. Allein in den Verdorrenden Landen gibt es die Meister des Goo, den Schwarzen Kreis, die Antikamis und die Erleuchteten des Goo, die zwar alle verschiedene Ziele haben, aber alle dieses Übel verbreiten, um ihre Ziele zu erreichen.

Einer der bekanntesten der von mir aufgezählten Stämme sind ohne Zweifel die Meister des Goo. Bei seiner Gründung, die auf das Jahr 2503 zurückgeht, waren einige seiner Gründungsmitglieder überlebende Offiziere der Mauer von Zoran, die die alten Straßen der Zoraï'i bewachten. Nach dem Großen Schwarm war das natürliche Misstrauen des Zorai-Volkes gegenüber den barbarischen Völkern unter den Offizieren so extrem geworden, dass sie lauthals forderten, dass die Zoraï als die von den Kamis auserwählten die Ordnung bei den barbarischen Völkern wiederherstellen müssten, sei dies durch Magie oder Waffengewalt, letztlich aber für ihr eigenes Wohl und das Wohl von Atys. Allerdings stießen die extremen Positionen von Hoï-Cho auf Misstrauen und Ablehnung, denn er persönlich sprach sich dafür aus, die Lehren der Kamis auf friedliche Weise bei den anderen Völkern zu verbreiten. Das Misstrauen wandelte sich in offene Feindseligkeit der Kamis, als einer der überlebenden Generäle vorschlug, Goo als Waffe gegen die Feinde der Zoraï'i zu nutzen, um so viel Macht zu besitzen und denselben Schrecken verbreiten zu können wie die Kitins selbst.
Zu der Zeit, als die Handelskarawanen der Fyros regelmäßig über die Straßen der Verdorrenden Lande zogen, entschied der General Kim-Jong Fao seinen Rang als Zoraï-Initiat symbolisch dem Goo zu opfern und errichtete, begleitet von einer Gruppe von Getreuen, ein befestigtes Lager in der Region des Nichts, um sein Projekt zu Ende zu führen. Ein Jahr später vereinte sich die Seele des Großen Weisen Hoï-Cho mit den Kamis, und Fung-Tun folgte ihm als Großer Weiser nach. Dieser war dem Projekt zwar nicht gewogen, aber dennoch empfand er den wachsenden Stamm der Meister des Goo nicht als Bedrohung empfand, deren man sich bald annehmen müsse, und der kurz darauf ausbrechende Konflikt zwischen dem Imperium und den Verdorrenden Landen beanspruchte zudem die volle Aufmerksamkeit des Rates der Weisen.
In der Zwischenzeit hatte der Sohn von Kim-Jong Fao, Bo-Qung Fao, die Nachfolge seines Vaters bei den Meistern des Goo übernommen und führte die Forschungen fort, mit dem Ziel, das das Goo als Waffe einsetzen zu können. Ihr Ziele hatten sich indessen jedoch auch in dem Sinne geändert, als dass sie es als notwendig erachtete, zunächst einmal die Kontrolle der Verdorrenden Lande zu übernehmen, bevor sie daran denken konnten, ihre Eroberungspläne zu verwirklichen. So begannen sie, das Goo zu verbreiten und folgten dabei einer sehr präzisen Strategie.

Nahezu auf der anderen Seite der Verdorrenden Lande und den Meistern des Goo befinden sich die Antikamis. Auch sie sind abtrünnige Initiaten, denen es nicht gelang, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren und ihr ewigen Hass gelobten, nicht um sie zu kontrollieren wie die Meister des Goo, sondern um sie zu zerstören. Der Hass ist auch die einzige Verbindung, die sie innerlich eint, er gebärte eine Gruppe, in der allein der Individualismus und der Hass etwas zählen. Das macht sie zu einem der leidenschaftlichsten, aber auch niederträchtigsten Stämme von Atys, deren großer Traum es ist, das Heiligtum der Kamis von Zora zu zerstören, ein Stamm, der so weit geht, nicht nur die Hörner ihrer Masken der Verbundenheit abzuschneiden, um damit dem Einfluss von Ma-Duk zu entkommen, sondern auch das Goo zu verbreiten, um sowie den Zorai als auch den Kamis zu schaden.

Jedoch tritt die Niederträchtigkeit und der Hass der Antikamis hinter den erschreckenderen Machenschaften eines anderen Stammes zurück: hinter denen des Schwarzen Kreises. Er wurde im Jahre 2507 gegründet, doch die genauen Ursprünge des Schwarzen Kreises bleiben im Dunkeln. Ihr derzeitiger Anführer, Ba'Wity Codgan, kam durch Intrigen in diese Position und offenbar unterhält er ein Netz von Kontakten, das sich über die Alten wie die Neuen Lande erstreckt. Im Gegensatzu zu den Meistern des Goo und den Antikamis versucht der Schwarze Kreis eine relative Eintracht mit allen Völkern von Atys zu wahren und stattdessen Druck auf die Mächtigen auszuüben, um die Legitimation ihrer Forschungen zu erreichen.
Das genaue Ausmaß ihres Einflusses ist noch unbekannt, aber sie waren es, die die die zerstörerischen und subversiven Unternehmungen der Antikamis angestoßen haben, die ihnen übrigens auch als Experimentatoren dienen. Auch arbeiten sie mit den Matiagoo zusammen, um sie mit Goo zu versorgen, und man weiß von ihnen, dass sie auch die Horongi wohlwollend unterstützen, als diese gegen die Cho-Dynastie komplottierten. Ohne Zeifel unterhalten sie Beziehungen zu zahlreichen Marodeur-Clans, um ihre Macht zu erhalten. Und schließlich versuchen sie, materiellen Profit aus ihren Forschungsergebnissen herauszuschlagen, um alles finanzieren zu können, was sie wollen.

Schließlich zählen noch die Erleuchteten des Goo zu den Goo-Manipulatoren. Von allen Stämmen, die das Goo verbreiten, ist es ihre Philosophie, die sie von den andren Stämmen am meisten unterscheidet, denn sie glauben, zum Wohle aller zu handeln. Diese Gemeinschaft ist auch eine der Ältesten, ihre Wurzeln können bis weit vor den Großen Schwarm zurückverfolgt werden, obwohl es sich nur um eine "philosophische" Bewegung handelt und nicht um eine Gemeinschaft, die politische Ziele hat.
Diese Homins glauben, dass das Goo ein Mittel sei, die Erleuchtung zu erlangen. Der Konsum von verschiedenen Drogen, hergestellt aus kontaminiertem Rohmaterial ist ihre Hauptbeschäftigung, und in einer merkwürdigen Art des Altruismus haben sie beschlossen, ihre Mithomin von ihren Offenbarungen profitieren zu lassen, seien dies Homins oder Tiere oder Pflanzen: Sie verbreiten das Goo auf eine chaotische und ungeordnete Weise, die die "kalte" und geordnete Arbeit der Meister des Goo beinahe ruiniert.

Offensichtlich gibt es zahlreiche weitere Stämme, die das Goo auf Atys verbreiten, und ich zähle hier nur diejenigen auf, die sich die Verdorrenden Lande als ihre Heimat auserwählt haben, denn sie sind es vor allem, die imstande sind, den größten Schaden auf der Rinde von Atys anzurichten. Verinnerliche diese neu erworbenes Wissen über sie, bevor Du mit ihnen verhandelst, denn keiner unter ihnen wird zögern, Dir eine Kostprobe davon zu geben, wie groß die vom Goo bewirkten Übel sein können. Übel, derer sie sich täglich bedienen.


Hiaoi, Sucherin von Elias

Erster Teil

Guten Tag. Heute haben wir einen ganz besonderen Termin, denn ich darf Ihnen nicht sagen, wo ich bin. Die Person, mit der wir verabredet sind, hat dem Treffen unter der Bedingung eingewilligt, anonym zu bleiben, denn sie will von ihrer Gilde, der Gilde des Elias, erzählen.

Wer sind Sie?
Nennen Sie mich Hiaoi. Als Mitglied der Gilde von Elias darf ich meine wahre Identität leider nicht Preis geben, denn unsere Gilde ist im Zorai-Gebiet noch immer verboten.

Was machen Sie im Leben?
Ich bin Hausiererin. Durch meinen Beruf bin ich ständig auf Achse, um neue Lebensmittel zu finden und meine Waren zu verkaufen. Durch meine Reisen bin ich gleichzeitig „Sucherin von Elias“ in meiner Gilde.

Was ist eine „Sucherin von Elias“?
Die Sucher von Elias sind gleichzeitig Boten und Informateure. Sehen Sie, die Gilde des Elias ist sehr auf Atys zerstreut und versucht, sich so diskret wie möglich zu verhalten, seit die Karavan sie verbieten ließ. Deshalb braucht die Gilde Homins wie mich, die unauffällig Nachrichten von einem Gebiet zum anderen überbringen. Da ich regelmäßig von einem Land ins nächste reise, informiere ich die Gilde auch über die politische und religiöse Entwicklung jeder der großen Nationen.
Die Sucher sind die Augen und Ohren des Elias.

Sie sagten, die Gilde müsse diskret bleiben? Es schien mir, als gäbe es eine gewisse Toleranz…
In den Tryker und Fyros Gebieten vielleicht… Sie verstehen unseren Willen, die Wahrheit heraus zu finden. Und auch wenn sie uns trotzdem nicht unterstützen, haben sie uns keinen erbarmungslosen Krieg erklärt. Bei den Matis hingegen wurde das Verbot aus dem Jahre 2504 nie aufgehoben. Und auch wenn ihre Gier auf Scheiterhaufen nachgelassen hat, verfolgen sie uns noch immer im Namen der heiligen Karavan. Was meine Heimat angeht… es ist nicht sehr bekannt, doch wir sind auch dort nicht willkommen. Die wirklichen Probleme haben unter dem Wahn des Fung-Tun begonnen. Wir haben versucht, etwas gegen die Sklaventreiberei zu unternehmen. Doch Fung-Tun tolerierte weder unsere Idee der Gleichheit der Völker noch unseren Widerstand gegen sein Regime und er massakrierte uns im Namen Ma-Duks. Die Weisen sind heute noch schlecht auf uns zu sprechen. Ihnen gefällt unsere Idee einer einzigen Hominheit nicht und sie sehen das Zorai-Volk noch immer als Auserwählte der Kami an.

Eine einzige Hominheit? Ist das das Motto der Gilde?
Ja, in gewisser Weise schon. Wir glauben, dass die Homins die einzig wahre Kraft auf Atys sind. Jena und Ma-Duk sind nur Hochstapler. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass ich den Tag miterlebe, an dem die Homins ihr Schicksal in die Hand nehmen und es nicht mehr in die Hände eines falschen Gottes legen. Eines Tages, und das weiß ich, wird Elias zurückkehren, um die Homins zu befreien und ihnen den wahren Weg zu zeigen, den Weg des freien Willens.

Sie verwerfen also Ma-Duk und Jena… ist Elias ihr Gott?
Schwer zu sagen. Manche von uns glauben das. Sie sehen den wahren Schöpfer in Elias und für sie sind Ma-Duk und Jena minderwertige Götter oder Hochstapler. Andere denken, es sei ein Homin wie jeder andere auch, der die Gilde im Hintergrund führt. Noch andere glauben, dass es sich um einen Homin aus den alten Landen handelt, der eine mächtige und geheimnisvolle Technologie beherrscht… Ich glaube, das spielt alles keine Rolle. Ich bin der Gilde nicht Elias Willen beigetreten, sondern ihrer Ideale wegen. Wenn ich höre, wie meine Kameraden sich in endlosen Gesprächen aufregen, frage ich mich, ob Elias nicht ein von den Alten erfundener Mythos ist, damit die Homins die Hoffnung während der Kitinkriege nicht verloren. Ich denke auch, dass die Karavan deshalb Jena und die Kamis Ma-Duk erfunden haben, um ihre Kontrolle über uns zu rechtfertigen… Doch wenigstens nutzen wir Elias nicht, um uns eine Überlegenheitssituation gegenüber den Homin-Völkern zu verschaffen!

Verzeihen Sie mir die Indiskretion, doch viele „Ereignisse“ haben gezeigt, dass Sie zahlreiche Informationen über manche Homins sammeln. Um welche Informationen handelt es sich und wozu dienen sie?
Hm, diese Informationen sind dazu da, in der Bevölkerung Individuen auszumachen, die der Gilde dienen könnten. Wir beobachten, welche Homins Einfluss haben, was sie machen, wo sie wohnen…

Aber?! Das ist ja Spionage!
Das wäre es, wenn wir diese Informationen falsch benutzen würden! Wir wollen nur die Umstände einschätzen, um uns besser zu schützen und jenen, die es verdienen, die Möglichkeit zu bieten, unserer Gilde beizutreten. Wenn Sie mir die Wörter im Mund verdrehen, bin ich mir nicht sicher, dass es in meinem Interesse ist, das Interview fortzuführen.

Ich lief Hiaoi nach, um sie zurück zu halten. Sie sagte mir genervt, sie hätte zu tun, doch wenn es unbedingt sein müsse, könnten wir in zwei Tagen weiter machen.

Zweiter Teil

Wir haben uns also zwei Tage später wieder getroffen, um das Interview in Ruhe zu beenden. Um sie nicht erneut zu ärgern, beschloss ich mit einem neutraleren Thema weiter zu machen.

Wie haben Sie den Entschluss gefasst, der Gilde des Elias beizutreten?
Ich bin der Gilde 2506 beigetreten. Meine Schwester war schon seit langem Mitglied. Doch… sie starb 2504 bei dem Versuch, ein Tryker-Mitglied vor den Sklaventreibern Fung-Tuns zu verteidigen. Am darauf folgenden Tag haben Homins uns mitgeteilt, sie sei von Ma-Duk bestraft worden, da sie die Gesetze seines Vertreters, dem Großen Weisen Fung-Tun, gebrochen hatte. Meine Schwester war nicht das einzige Opfer… Durch die Herrschaft von Fung-Tu wurde mir bewusst, welche Gefahr die Fanatiker darstellten. Deshalb habe ich zwei Jahre nach ihrem Tod beschlossen, ihren Weg zu gehen.

Wie haben Sie von der Gilde des Elias erfahren?
Die erste Person, die mir von Elias erzählte, war unser Nachbar. Er reiste viel umher und besuchte uns jedes Mal nach seiner Rückkehr, um uns von seinen Reisen zu erzählen. Ich war noch sehr klein, doch ich liebte seine Geschichten. Und eines Tages erwähnte er Elias. Meine Mutter, eine überzeugte Kamistin, war nicht sehr glücklich darüber, Elias’ Namen zu hören und versuchte jedes Mal, das Gespräch zu unterbrechen. Ich achtete damals nicht darauf, doch das weckte die Neugier meiner Schwester umso mehr. Als ich beschloss, der Gilde beizutreten, suchte ich den Kontakt zu ihm. Ich dachte mir, dass er meiner Schwester geholfen hatte in die Gilde zu kommen. Ich brauchte jedoch zwei Jahre, um ihn zu finden, denn er war vor der Verfolgung geflüchtet, die dem Widerstand der Gilde gegen die Sklaverei gefolgt war. Doch ich habe es nie bereut.

Wie tritt man der Gilde bei?
Naja, es sind nicht Sie, die der Gilde beitreten, sondern die Gilde sucht Sie auf. Zu ihren Gründungszeiten rekrutierte die Gilde jeden Freiwilligen, doch mit den zunehmenden Spannungen zwischen den Kami und den Karavan, kann die Gilde nicht mehr jeden aufnehmen. Das Risiko einer erneuten Verfolgung zu einem Zeitpunkt da die Homins uns am meisten brauchen ist zu hoch. Wenn ein Homin uns geeignet scheint, treten wir in Kontakt. Wenn er interessiert scheint, erlauben wir ihm, in die Lehre der Gilde zu gehen. Und wenn er danach noch immer interessiert ist, geben wir ihm den Posten, auf dem er am nützlichsten ist.
Doch wir schränken unsere Rekrutierung etwas ein, um uns nicht zu auffällig zu machen. Doch wir benötigen mehr denn je Sympathisanten, um die Nachricht des Elias zu verbreiten. Ich hoffe, diese Unterhaltung ermöglicht den Homins, uns besser kennen zu lernen und war das Risiko wert, das ich auf mich genommen habe, um heute mit Ihnen zu sprechen.


Ibian Peldix, Rinden-Bildhauer

Erster Teil

Lieber Leser, heute werden wir einen der größten Fyros-Handwerker kennen lernen, den ich kenne. Sein bildhauerisches Talent ist einzigartig auf Atys. Ich bin umso aufgeregter ihn zu interviewen, da er zurzeit auf den Baustellen im Fyros-Gebiet arbeitet. Ich hoffe, er wird uns davon erzählen…

Guten Tag Ibian, danke, dass Sie sich die Zeit nehmen, auf unsere Fragen zu antworten. Können Sie sich erstmal vorstellen, für unsere Leser, die Sie nicht kennen?

Ich heiße Iban Pledix, ich wohne in Dyron und ich bin Rinden-Bildhauer.

Wann haben Sie beschlossen, Rinden-Bildhauer zu werden?

Ach ich glaube, man kann von Berufung sprechen. Ich erinnere mich noch gut an den Tag, an dem mein Vater mir meinen ersten Jab-Dolch schenkte. Er hoffte, ich würde denselben Weg einschlagen wie er und Jäger werden. Er war sehr enttäuscht, als er sah, dass ich keine Yubos jagte, sondern meine Zeit damit verbrachte, Rindenstücke zu schnitzen um kleine Gingos oder Bodocs aus Holz anzufertigen. Doch er unternahm nichts, um mich zurück zu halten, als ich einen Handwerkermeister fand, der mir die Kunst der Holzbildhauerei beibringen wollte.

Und was macht einen guten Bildhauer aus?

Ich würde sagen, viel Feingefühl und Konzentration. Der kleinste Patzer kann tagelange Arbeit zu Nichte machen! Ein schlecht platzierter Messergriff und das ganze Motiv verliert seine Harmonie.

Seit wann üben Sie Ihre Kunst aus?

Es werden jetzt 40 Jahre! Im Alter von 30 Jahren wurde ich Schmuckmeister und ich habe mich dann in größeren Arbeiten diversifiziert. Hauptsächlich im Dekorationsbereich und anschließend im Bau. Und ohne angeben zu wollen, kann man behaupten, dass ich noch immer einer der besten Handwerker diesseits der Rinde bin.

Ihre Arbeit ist wirklich fantastisch! Wie erreichen Sie eine solche Raffinesse in der Verarbeitung? Welches Werkzeug benutzen Sie?

Wissen Sie, jeder Handwerker hat so seine Macken. Ich persönlich arbeite mit Schmuckwerkzeug aus Ragusknochen. Das ist zwar nicht so stabil wie Holzscheren aus Kitinpfoten, doch sie sind feiner und ermöglichen eine präzisere Ausführung der Arbeit.

An was arbeiten Sie derzeit?

Jetzt da die Karavan den Bau eines Tempels bekannt gegeben haben, kann ich ja frei darüber sprechen. Ich arbeite an den Plänen des Tempels für Jena. Just vor Ihrer Ankunft habe ich ein Miniaturmodell eined der Gebäudeteile fertig gestellt, welches aus Tausenden Einzelteilen besteht. Natürlich werde ich die Stätte nicht selbst bauen, nein. Ich hoffe, dass Hunderte Homins am Bau dieses Teils des Tempels Teil nehmen werden.

Und wofür sind die Pläne eines Tempels für Jena?

Vor ein paar Wochen war ich dabei Rohmaterial zu sammeln, als eine Truppe Gingos mich anfiel, die ich vor lauter Konzentration nicht kommen sah. Ich erinnere mich noch gut an den tiefen Schmerz… und dann nichts mehr. Alles wurde schwarz. Da hörte ich eine Stimme mir zuflüstern, meiner Talente und meiner Hingabe wegen sei ich für eine große Mission auserwählt worden. Jena wollte dass ich, Ibian Pledix, ihren Anhängern helfe, ein Gebäude für Sie zu errichten! Ich sah einen außergewöhnlichen Tempel vor mir und hätte bestimmt geweint, so schön war er. Die Stimme sprach erneut, ich erinnere mich noch gut an ihre Worte: „Zeichne die Pläne für dieses Gebäude, damit die Homins es errichten können und Jena ihre Ehre erweisen. Sie wird euch bald alle retten!“
Als ich die Augen öffnete, war ich in den Dünen des Exils, neben dem Sammelpunkt der Karavan. Hatte ich geträumt? Doch das Bild des Tempels erschien mir klarer denn je. Meine letzten Zweifel verflogen, als der Gastgeber der Karavan, den ich gut kannte, zu mir kam und sagte: „Du bist der Auserwählte Iban, Jena vertraut dir. Ich glaube an dich, Homin, ich weiß, du wirst Sie nicht enttäuschen.“

Ibian hatte seinen Satz mit wässerigen Augen zu Ende gebracht, voller Bewunderung für etwas, das nur er sehen konnte. Ihm wird wohl erneut das Bild des Tempels erschienen sein. Ich ließ ihn ein paar Augenblicke in Ruhe, damit er wieder zu sich kam.

Zweiter Teil

Wir sind noch immer bei Iban Pledix, ehrenhafter Holzbildhauer, der zurzeit auf einer ganz besonderen Baustelle arbeitet; Jena hatte ihm die Umsetzung der Pläne ihres zukünftigen Tempels in den Fyros-Landen anvertraut!

Sie haben uns von einer göttlichen Mission berichtet, die Jena Ihnen anvertraut haben soll. Doch… haben Sie keine Angst, was andere Fyros denken könnten?

Sehen Sie, ich bin Karavanier… ja ich verstehe, das überrascht Sie! Wir sind nicht sehr zahlreich, doch es gibt doch welche unter uns, die sich vor Ma-Duk und seinem angeblichen „Kami-Zeitalter“ in Acht nehmen. Denn wo waren die Kamis während des Kitin-Krieges? Dank der Karavan bin ich noch am Leben! Doch das ist ja nicht die Frage. Meine Mutter hat mich im Glauben Jenas erzogen und ich hatte nie einen Grund, ihre Anhänger in Frage zu stellen. Ich hoffe, meine Mitbürger folgen dem Ruf Jenas, damit wir einen Tempel für sie errichten.

In gewisser Weise handelt es sich also um eine Hingabe für Sie?

Ja, ich glaube, das kann man so sagen. Bei der Errichtung dieses Tempels zu helfen ist meine Art, Jena für ihre Güte und ihren Schutz zu danken. Ich hoffe auch, auf diese Weise vielen Homins zu helfen, wie ich dem Weg von Jenas Licht zu folgen. Ich bin stolz, auf dieser Baustelle zu arbeiten. Auch wenn das nicht jedem gefällt.
Doch ich bin keiner dieser Fanatiker, die alle Homins unter dem Vorwand angreifen, Kamist zu sein… Ich hätte sowieso Probleme damit, das Fyrosreich platt zu machen! (Lachen).

Und wie gehen Sie damit um, ein Anhänger Jenas inmitten eines ziemlich größtenteils kamistischen Volkes zu sein?

Dass man mich jetzt nicht missversteht. Es ich nicht weil ich die Kamis nicht verehre, dass ich dem Imperator nicht blind vertraue. Mein Leben gilt dem Imperator, auch wenn ich es bedaure, dass er sich zugunsten der Kamis ausspricht. Ich will ihn nicht kritisieren, denn der Imperator Dexton wird Gründe haben, die ich als einfacher Handwerker nicht kenne.
Ich sage das jetzt so… zurzeit riskiere ich noch nicht viel, aber wenn mein Imperator mich auffordern würde, gegen die Karavan zu kämpfen, dann wüsste ich nicht was ich tun soll …
Und von meinen eigenen Befragungen abgesehen, ist es nicht immer einfach. Ich hatte viele Probleme. Es ist kein Zufall, dass ich meinen Beruf im weit entfernten Dyron ausübe und nicht in Pyr, wo es viel mehr Kunden gibt… doch hier wollen nur die Clopper mir schaden. Ich hoffe jedenfalls, die Situation wird sich nicht für mich verschlimmern, wenn Dexton beschließt die Karavan-Baustelle zu verbieten.

Doch warum sollte ein Homin diese Pläne erstellen? Konnten die Anhänger Jenas das nicht selbst übernehmen?

Na, außer dass ich meine Wahl als Belohnung für meine Hingabe ansehe, glaube ich, dass sie die Homins an diesem großen Werk Teil haben lassen wollen und deshalb müssen sie sicher gehen, dass ihre Pläne allen Homins zugänglich sind… Wer kann das am besten, als ein einfacher Homin? Und noch dazu, wenn er einer der besten Handwerker von Atys ist? (Lachen).
Jetzt müssen Sie mich aber entschuldigen, denn ich muss los. Ich muss die letzten Pläne morgen abgeben und wenn ich will, dass sie so perfekt sind wie Jena, muss ich mich an die Arbeit machen!


Die Jugend von Loria


Mein Karavan-Wächter

Erzählt von Nina Tinaro, einer alten Matis Dame

Liebe die Karavan Wächter so wie deine Brüder, junger Homin, und auch du wirst ihnen für ihre Großzügigkeit danken können. Wenn ich heute noch am Leben bin, habe ich das nur einem mächtigen Karavan Wächter zu verdanken, der mich und die Meinen unter seine Obhut nahm. Ich war erst ein kleines Mädchen und mein Vater war mit anderen Männern losgezogen, um unsere Länder im Westen zurück zu erobern, als eine Armee von Kitins aus dem Norden einfiel und die Hominheit auszulöschen versuchte.

Meine Großmutter, meine Mutter, meine ältere Schwester, unsere Mägde und ich wurden nur Stunden vor ihrem Zerfall aus der majestätischen Stadt evakuiert. Wir hatten nur einen Pack-Mektoub und Proviant für eine Woche mitgenommen. Wir zogen Tage lang nach Osten, bis wir auf die großen Wasserfälle von Ria stießen. Meine Großmutter kannte ein Versteck dort in den Kavernen. Wir suchten nach den Pilzen der Saison zwischen den abgefallenen Blättern, als die Vögel und Tiere auf ein Mal einen Höllenlärm machten und dann war plötzlich alles still - die Ruhe vor dem Sturm.
Zuerst hörte und dann sah ich ein entsetzliches Trampeln von Tausenden von Füßen im Tal unter uns. Eine schreckliche Welle Rieseninsekten rollte vorbei und machte die schöne Flora und die kleinen Tiere am Boden zunichte. Meine Großmutter rief uns zusammen und wir wateten in den kalten Fluss, um etwas Abstand zu gewinnen und unseren Geruch zu vertuschen, ehe wir flussaufwärts überquerten und uns hinter dem reißenden Wasserfall versteckten.
Von unserem Versteck aus konnten wir zwischen den überschwänglichen Bächlein heraus spähen und die Kitins beobachten, die unser Lager zerstörten, unseren vorübergehenden Lebensraum und unseren schwer erkämpften Proviant vernichteten. Doch zu unserer Erleichterung setzten die Furcht erregenden Legionen ihren Marsch in Richtung der südlichen Hügel fort. Wir verharrten die ganze Nacht hinter dem eiskalten, aber beschützenden Vorhang und wärmten uns gegenseitig auf. Am nächsten Morgen waren die Kitins verschwunden und wir kehrten zu unserem Übergangslager zurück. Die Umgebung war völlig von der zerstörerischen Masse verwüstet worden. Es war kein Mucks zu vernehmen, nicht mal ein Vogel piepste - alle erschreckten Tiere waren davon gelaufen.

Doch unsere edlen Herzen und unser starkes Gemüt verboten uns, in Selbstmitleid zu zerfließen. Letztendlich waren wir noch alle am Leben und trotz der Übermüdung packte jeder mit an, wieder etwas Ordnung ins Leben zu bringen. Doch dann schlug der Horror dreifach zu? Drei enorme Kitin-Scouts tauchten plötzlich an drei Punkten auf und umzingelten uns, als wir versuchten uns in einer Nahe liegende Kaverne zu verschanzen. Ich war wie versteinert als eine der teuflischen Kreaturen nach mir schnappte, doch meine Großmutter stieß mich zurück und schickte mich zu meiner Mutter? Meine Mutter befahl uns, in der Kaverne nieder zu knien und für die Seele unserer Großmutter und unsere Erlösung zu beten, als wir ein vertrautes Geräusch vernahmen. Wir schauten zu dem Gesandten auf.

Wir erblickten ein Karavan Schiff, das uns vor den Kitins schützte, die auf uns zu krabbelten, als wir knieten. Das Gefährt entlud eine starke Lichtladung auf die Kitins, als diese versuchten es weg zu bugsieren. Ein am Arm verwundeter Karavan Wächter sprang aus dem Schiff und feuerte den überraschten Kreaturen, die noch immer nach uns schnappten, mitten ins Auge. Der Wächter gab uns ein paar frische Dapper, um unsere Sinne wieder zu beleben und er bedeutete uns, wir sollen ihm ins Schiff folgen, ehe die Hauptstreitkraft der Kitins uns auf den Fersen sei. Doch das Raumschiff war auch verletzt und konnte nicht abheben? Ich werde mich ewig an die Magie des Innenraums, die kalten Blitzlichter und das warme Brummen seines schwindenden Herzes erinnern.

Wir haben unsere Reise zu Fuß im strömenden Regen fortgesetzt. Er leitete uns zwei Tage lang in Richtung Osten, jagte für uns, beschützte uns vor den wilden Biestern und heilte unsere Wunden - alles mit seiner inneren Ruhe. Wir beteten jeden Morgen zu Jena, sie solle uns durch den Tag helfen. Nach einer Woche kamen wir auf eine breite Ebene und auf etwas Entfernung sahen wir einen glänzenden, bunten Bogen.

Mein Wächter nahm mich von seinen Schultern und wir hörten zum ersten Mal seine tiefe, aber zärtliche Stimme: "Jetzt seid Ihr in Sicherheit. Geht durch den Regenbogen, ich werde hier stehen bleiben und wachen, bis ihr dadurch seid." Ich nahm all meinen Mut zusammen und fragte, ob er auch kommen würde.

Er sagte, es gäbe noch viele Kinder von Atys zu retten und seine Mission hätte erst begonnen. Ich konnte nicht anders, als mich ihm in die Arme zu werfen, denn er hatte mich trotz seiner verletzten Gliedmaßen getragen, als meine Beine versagt hatten. Er setzte mich nieder und schob mich zu den anderen, denen ich durch den Geruch seiner Aura beruhigt folgte. Alles ich aus dem Regenbogen zurück schaute, sah er uns noch immer nach, so wie er es versprochen hatte. Und so als wolle er uns durch den Regenbogen beeilen, machte er eine Handbewegung, von der ich sicher bin, dass sie eine Welle produzierte.

Ich bin die letzte Überlebende dieser Expedition, die nahezu vor drei Generationen statt fand und ich danke Jena jeden Tag für meine Kinder und meine Kindeskinder und dafür, dass Sie uns den großen Karavan Wächter gesandt hat.


Das Kitin-Lied

von Lyros Melion, einem Fyros Barden :

I

Es geschah während der Herrschaft von Cerakos, dem einen, den man den Verhängnisvollen nannte
Dass die Geschichte den größten Verlust verzeichnete, was jeder schnell erkannte
Das Laub war golden in den anderen Ländern, die Sonne verlor ihren grellen Schein
Als die Fyros mit ihren Minenarbeitern so kühn einen Unterschlupf fanden im Stein

Refrain

Die Kitins, sie krabbeln, sie fliegen und kommen, ohje zu rennen wäre jetzt besser
Aber wir stelln uns dem Kampf mit Axt, Schwert und Messer
Je mehr es werden wir stehen dem Stand auch im blutgen Gewässer
Wir finden ihre Schwäche, wir halten Stand, ohje zu rennen wäre besser

II

Mit ängstlichem Auge und einem Schwert bereit, der Captain wagte einen Blick hinein
Sein Schicksal gefunden in tröstlicher Stille er übergab seinem Herrn sein Gebein
Ein schreckliches Geschrei erklang aus der Quelle, an so einen Fluch hätte keiner gedacht
Die Gemeinschaft stand nur da auf ihr Schicksal wartend, die Kitins waren erwacht

Refrain

Die Kitins, sie krabbeln sie fliegen und kommen, ohje zu rennen wäre jetzt besser
Aber wir stelln uns dem Kampf mit Axt, Schwert und Messer
Je mehr es werden wir stehen dem Stand auch im blutgen Gewässer
Wir finden ihre Schwäche, wir halten Stand ohje zu rennen wäre besser

III

Die Minenleute ließen ihren Captain nicht ungerächt und zwanzig wurden zerrieben
Als ein Getöse aus der Tiefe ihr Kummer verkündete, ihr Schicksal schien geschrieben
Aber ein prächtig beschworener Feuerball stoppte in der Tiefe den Tod
Unsere Helden eilten nach oben den Alarm zu geben in Ihrer Not

Refrain

Die Kitins, sie krabbeln sie fliegen und kommen, ohje zu rennen wäre jetzt besser
Aber wir stelln uns dem Kampf mit Axt, Schwert und Messer
Je mehr es werden wir stehen dem Stand auch im blutgen Gewässer
Wir finden ihre Schwäche, wir halten Stand ohje zu rennen wäre besser

IV

Aber dann kam in Sicht ein Schrecken so gross jeder Wille schmolz dahin
Eine ängstigende Fäule, eine teuflische Legion nahm jedem Kampf den Sinn
Eine verlorene Schlacht zu kämpfen nimmt jedem Krieger den Mut
Überleben war der einzige Gedanke und zu entkommen der Bestie Wut

Refrain

Die Kitins, sie krabbeln sie fliegen und kommen, ohje zu rennen wäre jetzt besser
Aber wir stelln uns dem Kampf mit Axt, Schwert und Messer
Je mehr es werden wir stehen dem Stand auch im blutgen Gewässer
Wir finden ihre Schwäche, wir halten Stand ohje zu rennen wäre besser

V

Ganze Armeen durchpflügten die Lande der Wüste, des Waldes und der Seen
Brachten Tod und Zerstörung auf ihrem bösen Weg, keiner entkam dem Geschehn
Aber solange der Atem unsere Lunge füllt, unsere Herzen schlagen laut und klar
Und solang die Nacht bringt den Tag, wir trotzen jeder noch so großen Gefahr

Chorus

Die Kitins, sie krabbeln sie fliegen und kommen, ohje zu rennen wäre jetzt besser
Aber wir stelln uns dem Kampf mit Axt, Schwert und Messer
Je mehr es werden wir stehen dem Stand auch im blutgen Gewässer
Wir finden ihre Schwäche, wir halten Stand oh nein zu rennen wäre nicht besser!


Kitin Story - Erster Teil

Tief im Dunkel der Wurzelschichten, die sich unter der Borke von Atys erstreckten, schufteten Minenarbeiter. Sie förderten wertvollen Bernstein tonnenweise ans Tageslicht. Ihr Berufsstand war geachtet und von allen respektiert. Tief unter der Wüste des Reiches Coriolis arbeiteten Männer tagein tagaus, um den Ruhm ihres Reiches zu mehren und die Schatzkammern des herrschaftlichen Hauses zu füllen.

Es war ein Tag wie jeder andere im ewigen Trott des Bergbaus. Männer schwitzten in der stickig, feuchten Luft der Tiefe und im Schein ihrer Fackeln hoben sie Bernsteine so groß wie ihre Köpfe aus dem dunklen Holz der Äste. Heute wollte man einen ausgebeuteten Tunnelabschnitt verschließen, damit sich die Tiere und Pflanzen dort erholen konnten. In diesem Bereich der Urwurzeln gab es keine aggressiven Tiere, somit hatte man keine Wachen dabei. Was ansonsten durchaus nötig war.

Alle Vorkehrungen waren getroffen und die im Reich der Matis ausgebildeten Pflanzenwuchsexperten hatten bereits ihre Werkzeuge und seltsamen Flüssigkeiten, die sie in die Pflanzen injizieren wollten, zur Stelle. Man würde einige kräftige Wurzelschösslinge und ein Moosbett über die Öffnung wuchern lassen. Dies würde als Abdeckung des Tunnels dienen, bis sich die Natur den Bereich selbst wieder holte. Auch heute würde die Natur ihr Recht fordern, doch anders als die unwissenden Bergleute glaubten.

Aufseher Benodir Nussami blickte auf die arbeitenden Homins hinab. Geschickt warfen sie einige Seile um einen starken Ast, der aus der Decke der Höhle ragte, um an ihm eine Winde zu befestigen.

"Gebt Acht, dass das Seil nicht abrutschen kann. Wenn der Ast zurückschnellt, kann er uns alle in den Tod reißen!", rief er zu seinen Untergebenen hinab. Sie wandten sich kurz um und nickten ihm stumm zu. Er wusste, dass er ihnen mit seinen ständigen Ermahnungen auf die Nerven ging. Sie hatten diese Arbeit schon tausend Mal gemacht und noch nie war etwas wirklich Schlimmes passiert. Aber, so dachte er bei sich, es war immer besser, die Augen offen zu halten und sich nicht von Routine einlullen zu lassen. Eine kleine Unaufmerksamkeit konnte die Höhle zerstören und mit ihr alle, die darin waren.

Wenn der Ast einmal mit dem Moos und dem Boden der Höhle verbunden war, dann bestand keine Veranlassung mehr, vorsichtig zu sein. Aber bis dahin hielt er seine Leute dazu an, alles doppelt zu prüfen.

Rabur schüttelte verärgert den Kopf und spannte die Muskeln, als er kraftvoll an dem Seil zog, das er und sein Bruder Medrig grade über den Ast geworfen hatten. Dieser Nussami war ein übervorsichtiger Idiot, der es liebte, seine Leute herumzukommandieren. Sollte er doch einmal selbst eine Winde anbringen. Dann würde er schon sehen, was das für eine Arbeit war und das man schon genau wissen musste, was man da tat, sonst würde nicht nur der Ast ein Problem sein.

Aber nun konzentrierte der Fyros sich wieder auf seine Arbeit. Während sein geschickterer Bruder neben ihm das Ende des Hauptseiles in die Winde einfädelte, hielt er schwitzend die Spannung am Zugseil, das den einzelnen Ast aus dem dichten Verbund an der Decke gelöst hatte und bog ihn so weit wie möglich hinab, damit Medrig das dickere Hauptseil über ihn werfen konnte. Später konnte dann das gesamte Bündel Äste herabgezogen werden, so dass die Pflanzenpfuscher ihre Arbeit machen konnten.

Wenn sie ihre komischen Gebräue in die Wurzeln spritzten, begannen diese wie wild zu wuchern. Es kam auf den genau richtigen Zeitpunkt an, die Äste zum Boden herab zu ziehen und mit dem ihnen entgegen wuchernden Moos zu vereinen, damit sich die Lücke vollständig schloss.

Medrig nickte ihm zu. Rabur zog noch einmal so fest er konnte und schon warf sein Bruder das aufgerollte dicke Seil über den Ast hinauf, wo es hängen blieb und sich sein Ende dem Boden entgegen rollte.

"Loslassen." sagte Medrig und Rabur ließ das dünnere Seil durch seine behandschuhten Hände gleiten. Mit einem plötzlichen Ruck schnellte der dicke Ast wieder in das Gewirr der Wurzeln zurück. Nun mussten sich die beiden Fyros nur noch am Seil hoch hangeln und es sorgfältig um so viele Wurzeläste wie möglich wickeln. Die Brüder grinsten sich an. Sie mochten diesen Teil ihrer Arbeit.

Diese verrückten Brüder veranstalteten wieder ihren Kletterwettbewerb. Mydix Bedax lief zu seinen Kollegen und stimmte in die Anfeuerungsrufe mit ein, welche die beiden noch schneller die Seile hochtreiben sollten.

"10 Dapper auf Rabur! - 15 auf Medrig!" und so weiter hallte es durch die vom Fackelschein erhellte Höhle und Benodir ließ seinen Arbeitern den kurzen Spaß der Wetten auf die beiden verrückten Kerle. Sie versuchten sich gegenseitig zu behindern, indem der Tiefere dem Höheren an der Hose zerrte oder am Seil des anderen rüttelte, was allgemeines Gelächter unter ihren Kollegen hervorrief. Ein Sturz war nicht allzu tief und beide hatten schon so machen hinter sich, also machte er sich keine großen Sorgen um die Gesundheit seiner Männer. Auch er hatte insgeheim Gefallen an diesem Wettstreit der Brüder gefunden, die es sich nicht nehmen ließen, jedes Mal aufs Neue zu testen, wer von ihnen beiden der schnellere Kletterer war. Ihm war egal wer gewann, denn dass sie diesen Irrwitz durchführten bedeutete, dass sie schneller fertig waren. Innerlich lächelnd aber mit versteinerter Miene, schaute er dem Treiben von der Kuppe eines Abganges herab zu.

Mydix blickte nach oben und feuerte seinen Favoriten Medrig an. Er mochte beide Brüder, aber Medrig war nicht so schweigsam wie sein Bruder und das mochte er. Noch waren die beiden gestandenen Fyros gleich auf und es ließ sich nicht sagen, wer als erster die Höhlendecke erreichen würde, die in guten 15 Metern Höhe über ihnen hing.

Etwas berührte seine Wange und er wischte es mit einer fahrigen Geste beiseite. Gleich darauf fiel etwas von oben herab in sein Auge und er duckte sich instinktiv und fluchte. Es tat weh! Sein tränendes Auge reibend blickte er zu Boden, bis ihm ein erschreckender Gedanke kam. Den Schmerz ignorierend und heftig gegen die Tränen anblinzelnd spähte er in das Zwielicht des Höhlendaches. Und noch immer berührten feine Teilchen sein Gesicht. Er wischte eines von ihnen von seiner Wange und betrachtete es kurz.

Trockenes Holz. Mit spuren eines grauen Flaums darauf. Schimmelpilz.

Erneut blickte er hoch und durch den Schleier seines tränenden Auges sah er etwas, das ihn erstarren ließ. Heftig rammte er seinem Nebenmann einen Ellenbogen in die Seite und als dieser sich ihm ärgerlich zuwandte, schrie er nur: "DA!!!"

Ein Lichtstreifen zeigte sich im Dach der Höhle, zunächst nur klein, aber immer breiter werdend. Das Holz gab nach und brach auf. Es war von Schimmel befallen und gab nun unter der Belastung durch zwei kräftige Fyros, die an zwei Seilen zappelten, nach.


Kitin Story - Zweiter Teil

Benodir folgte mit den Augen dem ausgestreckten Arm des Arbeiters unter ihm und erkannte im Selben Moment die Gefahr.
"Deckenbruch!!!! Deckenbruch!!!!" rief er so laut er nur konnte.
Die Gruppe stob auseinander. Mann lief nach allen Seiten um sein Leben und die Brüder die eben noch vergnügt an den Seilen gehangelt hatten, ließen sich so schnell es ging zu Boden hinab gleiten umd liefen dann ebenfalls den mittlerweile herabregneden Holzstücken aus dem Weg.
Der Pilz hatte die Basis des Wurzelknotens den die Mannschaft nutzen wollte angegriffen und diese brach nun mit ohrenbetäubendem Knirschen aus der Höhlendecke. Äste und Wurzelwerk prasselten herab bevor der schwere Ballen auf dem Boden aufschlug und ihn glatt durchbrach. Der Boden erbebte wie von der Faust eines Giganten getoffen, Staub Pilz- und Moossporen wirbelten auf und ein klaffndes Loch fand sich im Boden der Höhle, wo die Wucht des herabfallenden Holzes anscheinend eine relativ dünne Bodenschicht durchbrochen hatte. Binnen Sekunden war das Schauspiel vorüber und Benodir stand auf, wo er sich hatte auf den Bauch fallen lassen und klopfte sich Staub vom Wams.
Ein beachtliches Loch klaffte im Boden der Höhle. An den Rändern war zu erkennen das die Holzschicht zwar dick genug gewesen war um Homins ohne Probleme zu tragen, aber der Masse des herabstürzenden Holzes nicht entgegen zu setzen gehabt hatte. Er blickte sich um und sah das alle seine Arbeiter unverletzt waren und genau wie er vorsichtig wieder auf die Beine kamen. Langsam stieg der Aufseher von seinem Aussichtpunkt herab und ging auf das Loch zu. Seine Arbeiter gesellten sich zu ihm und alle blickten neugierig in die leicht schimmernde Dunkelheit unter ihnen hinab.
Genau wie überall in den Urwurzeln, war auch dort unten die Dunkelheit nicht vollständig. Leuchtende Moose und Farne hatten den Boden besiedelt und verbreiteten grünliches Zwielicht. Aber nochetwas schimmerte dort.
Eingebettet zwischen sich windenden Wurzeln lag dort ein riesiger Schild am Boden. Eine ploierte Platte, verziehrt mit seltsamen Zeichen, die keiner der ratlosen Arbeiter jeh gesehen hatte. Neben ihr steckte der herabgefallene Wurzelballen in einem kleinen Krater den er geschlagen hatte.
"Was für ist das für ein Ding?" ließ sich Rabur vernehmen.
"Der Schild eines Riesen. Das siehst du doch." Antwortete sein Bruder. Einige leise glucksende Lacher entkamen den erleichterten Kehlen der Arbeiter. Erleichtert waren sie, das niemandem etwas passiert war. Benodir blickte in die Runde, die Herzen seiner Männer brannten, wie sein eigenes vor Neugier. Schnell entschied er sich das Geheimniss zu ergründen.
"Ihr zwei Kletterkünstler. Ihr nehmt euch ein Seil und geht da zuerst runter. Ich komme nach und jeder der mitkommen will. Wollen wir doch mal sehen, was das ist."
Rabur und Medrig sahen sich an und grinsten. Aber der Aufseher kam ihnen zuvor.
"Und diesmal KEINE dummen Wetten. Ihr habt schon genug Ärger gemacht heute."

Die Höhle war nicht groß, in etwa 20 Meter im Durchmesser, der Boden besatnd aus einer dicken Schicht Moos auf der die Schritte federten und ein beißender Geruch nach Feuchtigkeit und etwas anderem lag in der Luft.
Mydix lies das Seil los und fing seinen Kollegen Barnus auf der ebenfalls mit hinab gestiegen war. Vor ihnen liefen der Aufseher und die Brüder bereits um das seltsame Objeckt herum. Es sah tatsächlich aus wie der riesige Schild eines Kriegers. Er ging darauf zu und hockte sich hin. Dein Rand schloss fast natlos mit dem Holz ab, aber als er es berührte stellte er fest das es kein Holz war. Das Material war kalt und glatt. Kein Moos fand sich darauf und die Wurzeln die über es gewuchert waren bedekten es zwar, aber schienen keinen Halt an seiner Oberfläche zu finden. Nur in den gravierten Vertiefungen der seltsamen Zeichen hatte sich ein wenig Wasser gesammelt in das einige zarte weiße triebe hinabreichten. Makellos war die dunkle Oberfläche, aber ihr Schimmer im trüben Licht verriet ihm das dieses Material im Sonnenlicht warscheinlich silbrig glänzen würde. Seltsam. Was war das nur? Und was hatte es hier zu suchen? Wer hatte es hier zurück gelassen?
Wärend Mydix diese Gedanken wälzte hatte Rabur den herabgefallenen Wurzelballen erreicht und in Augenschein genommen. Ein wiederwärtiger Gestank schlug ihm entgegen. Sicher der verdammte Pilz, dachte er bei sich. Die Nade rümpfend ging er um das große Geflecht aus Wurzeln herum und wäre beinahe in ein weiteres Loch gestürzt, als sein Fuß auf dem feuchten Moos ausglitt.
"Kommt mal alle her! Hier ist noch ein Loch!"
Die Fryos versammelten sich um die etwas 3 Meter durchmessende gezackte Öffnung und spähten hinab. Eine schemenhafte Bewegeung ließ sie kurz zurückschrecken, aber dann löste sich lediglich eine leuchtende kleine Blase aus dem Dunkel des Loches und trieb gemächlich der Decke entgegen.
Gleich darauf folgte eine weitere und noch einige und die Fyros sahen ihnen peinlich berührt nach.
"Dort unten muss es Sap geben, wenn diese Blasen aufsteigen." verkündete Benodir und ließ sich auf die Knie nieder. "Gebt mir mal eine Fackel." er nahm sie von Barnus entgegen und legte sich auf den Bauch um in das Loch hinab zu leuchten.

Eine Bewegung, so schnell das keiner der Männer ihr mit den Augen wirklich folgen konnte. Etwas grünliches zuckte kurz auf und der Vorarbeiter wurde in die dunkle Tiefe gerissen. Sein gellender Schrei brach jäh in einem grausigen Gurgeln ab und die verbleibenden Fyros starrten entsetzt auf die Öffnung zu ihren Füssen.
Noch eh jemand sich aus seiner Starre lösen konnte hörte man wie etwas schweres über den Boden weggezerrt wurde.
Rabur war der erste der reagierte.
"Ein junger Vorax!!" rief er. Hielt seine Fackel vor sich und sprang mit einem wilden Schrei auf den Lippen hinunter in das Loch. Sein Bruder und Mydix folgten ihm dicht auf den Fersen. Barnus rief derweil nach oben, man solle Waffen bringen.


Kitin Story - Dritter Teil

Der Tunnel war grade so groß das man aufrecht in ihm gehen konnte und so breit das 3 von ihnen nebeneinader Platz fanden, seine Wände waren glatt und poliert, nichts wuchs hier und sein Verlauf endete genau unter dem seltsamen Schild hinter ihnen im Boden. Aber darauf achteten die Männer nicht. Sie folgten der Blutspur am Boden.
Noch immr hörten sie wie ihr Vorarbeiter über den Boden gezerrt wurde, doch sie wussten, das auch ein junger Vorax ein erstzunehmender Gegner für sie war, sie hatten nur Fackeln und ihre kleinen Dolche und diese Bestien kannten nur selten Angst vor dem Feuer.
Immer tiefer folgten sie dem Geräusch, vorbei an abzweigen und Kretzungen im Tunnelsystem, bis es plötzlich stopte. Leises Stöhnen war zu vernhemen und schließlich ein markerschütternder Schrei, der abrubt in einem reißenden Geräusch abbrach. Wie ein Mann stürmten die Fyros vor und in eine kleine Höhle hinein. Ebensoschnell kamen sie zum stehen, denn was sich ihnen darbot überstieg beinahe ihr Fassungsvermögen.
Etwas wie eine riesig große Spinne kaute auf dem Fleisch des Vorarbeiters herum und schlürfte mit einem wiederlichen Geräusch sein Blut. Ihr Körper war grün und wei gesprenkelt, hier und dal lief rotes Blut von ihrem Panzer herab. Sie hatte 6 Beine und einen schlanken Körper. Ein gefährlich aussehender Stachel wuchs an ihrem unter dem Torso hindurch gebogenen Hinterleib. Eine zweites genau gleich aussehendes Wesen gesellte sich nun hinzu und begann ebenfalls an Benodirs Leiche zu kauen. Riß große fetzen Fleisches aus seinem Oberschenkel. Dann bemerkte die zweite Kreatur die Männer und bäumte sich kurz zu ihrer vollen Größe auf. Fast so groß wie ein Mann war sie. Ein drohendes Zischen drang zwischen ihren Mandibeln hervor und Blut sprühte den Männern entgegen.
Das war zu viel für die stolzen Fyros. Sie stürmten durch die Höhle und ein wilder Kampf entbrannte. Medrig erhielt einen schmerzhaften Stich ins Bein, das sogleich taub wurde und unter ihm weg knickte. Mit Mühe besiegten die Männer die seltsamen Wesen und Raburr half seinem Bruder auf und stütze ihn an seiner starken Schulter. Keiner der Fyros sagte ein Wort. Grimmig nahm Mydix den Leichnam ihres Vorarbeiters auf die Schulter und sie begannen den Weg zurück zu gehen den sie gekommen waren. Als sie etwa die Hälfte des Weges zurückgelegt hatten und an einer Kreutzung im Weg vorüber kamen hörten sie daraus, das trappeln schneller Beine. Vieler Beine. Es gab mehr von diesen Bestien!
Sie rannten dem Ausgang entgegen, wo Barnus und einige anderen schon auf sie warteten. Sie hatten Schwerter und Schilde bei sich, Waffen die sie in aller eile hatten auftreiben können. Die Flüchtenden kletterten in aller Eile aus dem Loch als bereits die ersten Klauen nach ihren Beinen Hieben. Einer von ihnen schleuderte einen schwachen Feurerball in die Tiefe hinab, was ihnen eine kleine Atempause verschaffte, aber auf das was nun folgte war keiner der Männer gefasst gewesen.
Eine wahre Flut der riesigen Insekten ergoss sich aus dem Loch und verzweifelt kämpften die Männer darum am Seil empor in Sicherheit zu gelangen. Rabur band seinem verletzten Bruder das Seil um die Hüften, wärend um ihn herum die Schlacht tobte. Männer schrien und Kreaturen brüllten und zischten wiederwärtig. Ein weiteres Seil wurde hinabgeworfen und noch eines. Medrig wurde eilends emporgezogen und blickte auf seinen Bruder herab der inmitten des Chaos um sich hieb. Verzweifelt versuchend die Bestien zurück zuschlagen.
Dann fiel sein Blick auf etwas unbegreifliches.
Der schwere Wurzelknoten, der die ganze Katastophe erst ausgelöst hatte, wankte und schwankte. Geriet immer mehr in Bewegung und kippte schließlich, von einer urgewallt von unten dazu gezwungen, zur Seite weg und ließ ein hinterließ ein weiteres klaffendes Loch im Boden. Aus diesem Loch erhob sich nun ein Schrecken wie ihn kein Homin je zuvor gesehen hatte.
Ein braunes Insekt, gigantisch in seinen Ausmaßen, hoch wie drei Männer, kletterte aus dem Loch hinauf in die Enge Höhle und begann mit gewaltigen Scheeren um sich zu schlagen. Mähte die Männer nieder wie Grashalme auf einem Feld. Blitze zuckten um seine grausige Gestallt, lähmten jeden der von ihnen getroffen wurde. Und hielt weiter grausame Ernte unter den tapferen Männern.
"RAABUUR!!!! brüllte Medrig hinab in das Loch, als er von seinem Rand weggezogen wurde.
Alle anderen Seile kamen leer hinauf.

Einige Zeit später machte sich ein Kampftrupp erfahrener Krieger in Coriolis bereit um die Miene mit Raketenwerfern und gewehren zu säubern. Man würde diese seltsamen Insekten von denen die hysterischen Arbeiter erzählt hatten schon kleinkriegen. Da waren sich die Krieger einig. Eine ordentliche Schlacht würde ihren müden Knochen gut tun.
Als sie aus der Stadt in Richtung der Miene aufbrachen sahen sie eine Staubwolke am Horizont. Ein Sandsturm. Das würde die Mission etwas erschweren. Aber, man ließ sich nicht abhalten und ritt weiter. Nach einigen Minuten jedoch wurde man auch einem seltsamen zittern im Boden gewhar. Die Wüste bebte, als ob Atys sich angwiedert schüttelte. Und als der Trupp aus 50 Männern und Frauen den Kam einer hohen Düne erreichte wurde ihnen allen Schlagartig bewusst, das sie sich noch nie in ihrem Leben so getäuscht hatten und zugleich so richtig lagen.

Der große Schwarm hatte begonnen.


Lekos Daraan


Mabreka

Erzählt von Gangi Cheng-Ho, einem Weisen der Zoraï, der über die Vorkommnisse im Jahr 2485 (Jahr Jenas) berichtet:

*
Erster Teil

Nach der Zerstörung der Regenbögen im Laufe des Kitinkriegs wurde ich mit meiner Familie und einem Dutzend anderer überlebender in das Dickicht des Urwalds fernab unseres Dorfes gebracht. Ich erinnere mich noch an das ständige flaue Gefühl im Magen, die Beklommenheit und Unsicherheit. Wir irrten von einem Unterschlupf zum nächsten und schliefen oft in den Bäumen, wenn der Geruch der Kitins schon in der Luft zu schmecken war. Vier Jahre lang lebten wir dieses gefährliche Leben bis eines Tages ein Kami mit meinem Vater über eine Route sprach, die uns in Richtung der Neuen Lande führen sollte, dorthin, wo die Regenbögen unsere Brüder hingebracht hatten.

"Wir müssen noch vor der größten Sommerhitze aufbrechen", drängte meine Mutter und faltete voller Hoffnung ihre Hände, während mein Vater die Neuigkeiten der Gruppe überbrachte.
"Aber es gibt ein Problem. Die Route durchquert die nördlichen Regionen."
"Dann können wir also dort nicht hingehen", sagte Si Li-Ching, der spirituell führende Älteste unseres Dorfes.
"Aber warum?" flehte meine Mutter, die Enttäuschung in ihrer Stimme versetzte mir einen Stich im Herzen.
"Weil wir die Territorien der Matis und Fyros durchqueren müssten."
"Der Älteste hat Recht, Lian, wir müssten uns nicht nur vor den Kitins in Acht nehmen, sondern auch vor den Klingen der Barbaren. Er muss es wissen, er hat den Krieg zwischen den drei Völkern erlebt, ihr Blutdurst ist grenzenlos..."
"Seit zahlreichen Wechseln der Jahreszeiten nun schwächen die unerschöpflichen Kräfte der Kamis und des Karavan den Widerstand der Kitins, und so wie den größte Baum in den windigen Höhen werden sie ihn bald vollständig brechen, und sehr schnell werden uns unsere Länder wieder gehören und der Aufbau wird..."
"Aber wann, Ehrwürden?! Wielange müssen wir das alles noch ertragen?!" fragte meine Mutter verzweifelt, dann wandte sie sich zu meinem Vater, die Hand auf ihrem runden Bauch. Niemals hatte ich solch ein Feuer in ihren Augen gesehen: Die verzweifelte Entschlossenheit einer Mutter, die um das Leben ihrer Kinder kämpft. "Nein", sagte sie. "Das ist vielleicht unsere letzte Chance für einen Neubeginn. Wir müssen aufbrechen, Leng. Sieh uns an, wir werden zu Wilden, jeden Tag ein Stück mehr, nichts an uns ist sauber und rein! Ich gehe, und ich werde jetzt gehen, Leng!"

Meine Mutter wandte sich um und suchte in Windeseile rund um unsere Notunterkunft alle unsere Habseligkeiten zusammen, bevor sie schließlich das Lager verließ, meine kleinen Schwestern an sie geklammert. Ich wendete mich zu meinem Vater um, den ich zutiefst liebte, aber welcher Sohn kann seine Mutter in unbekannten Ländern alleine lassen? So rannte ich also meiner Mutter hinterher, trotz der Rufe meines Vaters. Zu meiner Erleichterung waren wir noch keine dreihundert Meter gegangen, als mein Vater uns einholte. Er versuchte, meine Mutter zur Vernunft zu bringen, aber der flammende Blick ihrer Augen war nur nach vorne gerichtet und sie lief so stur wie ein Madakam weiter.

"Lian, hör mich an!"
"Nein, Leng, ich werde nicht einen Augenblick länger in diesen Ländern vor mich hin welken!"
"Warte, Lian. Bleib stehen!!" Mein Vater packte sie am Arm und legte dann seine großen Hände auf ihre Schultern. Der Blick meiner Mutter wurde noch entschlossener.
"Ich bin fest entschlossen, Leng, ich möchte ein Dach über unseren Köpfen, ich möchte, dass meine Kinder eine gute Erziehung erhalten, eine Zukunft..."
"Lian, meine geliebte Lian, Du bist auf dem falschen Weg, Norden ist in der entgegengesetzten Richtung. Außerdem wird es bald nacht, lass uns lieber am Morgen aufbrechen..."
Als meine Mutter der Worte meines Vaters voll gewahr wurde, schlang sie ihre Arme um seinen Nacken und legte ihren Kopf an seine Brust.

**
Zweiter Teil

Am nächsten Tag brachen wir auf, einerseits voller Trauer über das Leben, das wir zurückließen, andererseits voller Entschlossenheit zum neuen Leben, das uns erwartete. Wir konnten die anderen unseren Dorfes nicht überzeugen, sich uns anzuschließen. Sie hatten sich dafür entschieden, in jenen Ländern zu bleiben, in denen sie geboren wurden.

Bevor wir uns auf den Weg machten, nahm mein Vater mich zur Seite: "Mein Sohn", sagte er eindringlich "in den unruhigen Zeiten des Konflikts ist jeder Homin gleich, Du musst tapfer sein und nun lernen, auf Augenhöhe mit Deinen Vorfahren zu handeln." Daraufhin überreichte er mir einen Dolch, den ich wie ein Schwert in meinen Gürtel steckte. "Ich möchte, dass Du über Deine Mutter und Deine Schwestern zu jeder Zeit wachst. Ich selbst werde damit beschäftigt sein, Materialien und Nahrung zu finden und die Mektoubs durch die barbarischen Länder der großen Route entgegen zu führen."

Wir benötigten eine ganze Jahreszeit, um diesen Weg zu erreichen. Junge, frische Farben tanzten vor unseren Augen und Freudenschreie und fremdartiges Glucksen erreichte unsere Ohren, als wir uns einen Weg durch den üppigen Wald bahnten, in dem wir lernten, Beeren und Früchte zu sammeln. Mein Vater erjagte uns Fleisch mit seiner Magie, einige Wildarten ähnelten denen des Dschungels, oft unterschied sie allein die Farbe ihrer Haut.

Der Marsch durch die Wüste war der härteste von allen und die Rohstoffvorkommen dieses Landes waren wenig ergiebig. Noch schlimmer war jedoch, dass der Kami meinem Vater gesagt hatte, dass wir an eine "Linie aus Wasser" gelangen würden, die uns nach Westen zur Großen Route führt. Aber bei unserer Ankunft an jenem Ort, geführt durch die Sterne, mussten wir feststellen, dass der Fluss ausgetrocknet war. Wir hatten keine andere Wahl, als uns mühselig entlang des trockenen Flussbetts zu kämpfen, obwohl mein Vater voller Unruhe war, als wir über eine weite, offene Fläche ohne Sichtschutz reisen mussten, vor allem, da unsere Mektoubs merkwürdig aufgeregt waren, so als spürten sie etwas, das uns entlang der Böschung folgte.

Er fürchtete, dass wilde Tiere oder Barbaren unserer Spur folgten und so verbrachte er zahlreiche Nächte ohne Schlaf, um über uns zu wachen. Eines Morgens waren die Packtiere besonders nervös. Meine Schwestern wurden auf die Rücken der Tiere gesetzt, um solange unseren Schritt beschleunigen zu können, bis die Hitze uns zu sehr erschöpfte.
"Der Fluss muss weiter entfernt wieder an die Oberfläche treten", sagte mein Vater. "Der Kami kann sich nicht geirrt haben. Ich kann es beinahe in der Luft schmecken."

Wir versuchten so gut wie möglich auf dem trockenen und weichen Boden voranzukommen, pressten Wasser aus den Korallen, um unseren Durst zu besänftigen und summten Lieder, um unsere Gedanken von den nervtötenden Insekten abzulenken - und vom Schmerz, der unsere Beine lähmte. Meine Mutter litt von allen am meisten. Ich erinnere mich an ihre vom Marsch im trockenen Schlamm geschwollenen Füße. Sie beklagte sich nie, aber ich wusste, dass sie leidet und dass dies alles nicht gut für das ungeborene Baby in ihrem Bauch sein konnte. Wir suchten im Schatten eines Badoa-Baumes Schutz vor der unerbittlichen Sonne, bis die Hitze wieder etwas abnahm. Ich kletterte entgegen dem Willen meines Vaters das Flussufer hinauf auf der Suche nach Takoda-Blättern um ihre Füße darin zu baden. Am Rande des Ufers fielen meine Augen auf die Überreste eines verlassenen Lagers. Vorsichtig, den Dolch in der Hand, näherte ich mich dem verfallenen Haus, das mir am nächsten war. Keine Hominseele weit und breit war dort zu finden, allein der Wind spielte mit den knarrenden Überresten der Türen. Nach allem was ich sehen konnte, musste es sich um eine Art Außenposten handeln und ich musste über ein Wachhaus gestolpert sein. Unter den Trümmern erspähte ich die Spitze eines Stiefels, und als ich etwas Schutt beiseite schob, fand ich den zweiten. Genau das, was meine Mutter brauchte! Ich zog an den beiden Stiefeln, bis sie sich aus dem Schutt lösten. In ihnen steckten skelettierten Beine, zweifellos von einer Wache, die unter dem, was einmal das Dach gewesen sein muss, begraben worden war. Ich stieß einen Schrei aus, klemmte die Stiefel unter meine Arme und rannte die Böschung hinab so schnell mich meine Füße trugen.

Meine Panik und meine Angst wurden aber durch die Freude meiner Mutter mehr als aufgewogen. Auch wenn sie wenig weiblich waren, passten ihr die herrenlosen Stiefel wie angegossen, aber ich hütete mich, ihr zu sagen, woher ich sie hatte. Ich erinnere mich daran, wie sie voller Entzücken in die Hände klatschte wie ein Kind. An solchen Eigenheiten meiner Mutter bemerkte ich immer wieder, dass in ihr immer noch das kleine Mädchen schlummerte, das sie in meinem Alter gewesen sein musste. Es erfüllte mich mit Stolz bei dem stummen Gedanken, dass sie nun wusste, dass sie sich auf mich verlassen konnte. Und in meinem damaligen alter von siebeneinhalb Jahren fühlte ich mich genauso groß wie mein Vater. Als ich meinem Vater vom Außenposten erzählte, gab er mir einen neckenden Klaps auf den Hinterkopf.

Meine Angst und Panik war mir die Freude meiner Mutter aber wert. Auch wenn es nicht wirklich weibliche Stiefel waren, passten sie ihr wie angegossen. Ich sagte ihr allerdings nicht, wem sie vorher gehört hatten!
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie sie voller Entzücken in die Hände klatschte und sich wie ein Kind über das Geschenk freute.
Ich erkannte, dass trotz ihrer mütterlichen Pflichten und ihrer großen Verantwortung noch ein Teil Kind in ihr steckte. Es erfüllte mich mit Stolz, dass sie nun tief im Herzen wusste, sie könne sich auf mich verlassen. Mit einem Mal fühlte ich mich im Alter von siebeneinhalb genauso groß wie mein Vater.

"Komm, mein kleiner tapferer Frippo", sagte er. "Ich habe das Gefühl, dass wir noch weitere Überraschungen in deinem Außenposten finden können. Wo es eine Hominsiedlung gibt, kann das Wasser nicht weit sein."

Wir kletterten also erneut die Böschung hinauf bis zu ihrem höchsten Punkt und dort, auf der anderen Seite des Dorfes, keine fünfhundert Schritt parallel zum Weg im ausgetrockneten Flussbett, den wir bisher beschritten hatten, erstreckte sich ein spiegelndes Wasserband nach Westen, soweit das Auge blicken konnte. Es handelte sich um einen engen Kanal von fünf Schritt Breite, der von Hominhand angelegt worden sein musste. "Das ist die Wasserlinie, von der der Kami sprach!" rief mein Vater. "Wir sind also die ganze Zeit neben ihr gelaufen, ohne sie zu sehen. Das erklärt auch die Unruhe der Mektoubs, sie haben es die ganze Zeit gespürt!"

Sehr schnell aber verließ uns der neuerwachte Mut von Neuem, als wir am Horizont einen dunklen Fleck bemerkten, an dem Staub aufgewirbelt wurde. Das konnte nur ein Trupp Barbaren sein, die sich gleichermaßen auf der Großen Route bewegte.

"Wir haben nichts zu befürchten", sagte mein Vater schließlich. "Sie sind mindestens einen Tagesmarsch vor uns und ihr Blick ist nach Westen gerichtet, ganz so wie unserer. Wir reisen weiter entlang der Wasserstraße und werden auf unseren Abstand achten."

Also folgten wir dem Aquädukt, der uns mit Fischen und frischem Wasser versorgte, so gut wie immer entlang der Großen Route. Auch brauchten wir uns weniger Sorgen über den Bau eines Lagers für die Nacht machen, denn es reichte aus, ihren Fußspuren zu folgen und ihre Anwesenheit hatte sogar aufgehört, uns zu beunruhigen. Unser Weg war nicht länger ein unbekanntes Wagnis, denn wir konnten mit unseren eigenen Augen sehen, was vor uns lag, und obwohl sie Barbaren waren, waren auch nur Homins, die ähnliche Bedürfnisse hatten wie wir. Wir wurden uns dessen bewusst, als wir die Ruinen von zerstörten Außenposten untersuchten. Beim Durchsuchen der Trümmer haben wir die Bräuche der Wüste kennengelernt und der Ideenreichtum hinter den Entdeckungen erstaunte uns immer wieder. Als wir eines abends unser Lager aufschlugen, fand meine Mutter ein wunderbares Werkzeug, dass es ihr erlaubte, die schmackhaften Kaktusfrüchte zu schälen, die der Zug der Barbaren hinter sich gelassen hatte.

Erleichterung und Freude erfüllten jede Faser unserer Körper als wir schließlich den ersten Wegweiser fanden, so wie es uns der Kami versprochen hatte, der uns den Weg in die Neuen Lande gewiesen hatte. Jeder der folgenden Wegweiser beflügelte uns weiter in der Hoffnung, dass unser Leidensweg eines Tages ein Ende finden würde, solange wir nur immer weiterzögen. Wir wussten auch, dass es noch zahlreiche Jahreszeiten dauern würde, bevor wir unser endgültiges Ziel erreicht hätten und dass wir noch viel Leid und Angst zu ertragen hätten. Ich erinnere mich an ein ganz bestimmtes Ereignis, das uns eine neue Sichtweise auf die Hominheit eröffnete.

***
Dritter Teil

Wir durchquerten ein hügeliges Land, gefolgt von einem Canyon-Kamm, als der Weg sich in zwei Abzweigungen aufteilte. Von unserem Standpunkt aus konnten wir sehen, dass eine von ihnen in den Canyon hinabführt und auf der anderen Seite wieder herauf. Die andere Abzweigung überquerte die Schlucht über eine Holzbrücke. Zu diesem Augenblick fehlte es uns sehr an Wasser, die Hitze war mörderisch und wir fühlten uns ausgelaugt. Auf der anderen Seite der Brücke erschien alles satter, die Vegetation war viel grüner und ein Wasserfall glitzerte unter der brennende Sonne. Was meinen Vater die Entscheidung jedoch abnahm war der Anblick von Silhouetten von Mektoub-Reitern der Barbaren vor uns, die in der Ferne einen Hügel erklommen vom längeren Weg her, die plötzlich ihre Schwerter zogen und sich dann auf uns zustürmend umwandten.

"Wir haben ungefähr noch zwei Stunden, wir können es rüber schaffen, wenn wir über die Brücke gehen, wenn wir erst einmal auf der anderen Seite sind, kappen wir die Brücke, es ist unsere einzige Chance!"

Im Laufschritt versuchten wir die Brücke zu erreichen, die Barbaren waren auf unseren Fersen und kamen schnell näher. Ich verstand einfach nicht, warum sie so entschlossen waren, uns einzuholen, aber ich hatte keine Zeit, groß darüber nachzudenken, ich benötigte all meine Kraft, um nach dem langen Marsch noch meine Beine zu heben und gegen die Angst anzukämpfen, dass wir es nicht rechtzeitig schaffen würden. Keine fünfzig Schritte von der Brücke entfernt hörten wir den Galopp der Mektoubs immer lauter, mit jedem Schritt, den ich unter Schmerzen in Richtung Brücke tat. "Dreht Euch nicht um, lauft zur Brücke!" schrie mein Vater.

Wir rannten noch schneller, aber ich konnte nicht anders und warf einen kurzen Blick zurück. Hinter mir sah ich drei Reiter, die ihre Schwerter wild in den Himmel reckten, weniger als vierhundert Schritt hinter uns. Die Brücke war keine dreißig Meter mehr vor uns als unsere Pack-Mektoubs in Panik gerieten und scheuten. Bevor sie meine Schwestern allerdings durch ihr wildes Gehabe abwerfen konnten, erreichte mein Vater die Mektoubs, riss sie aus den improvisierten Sättel heraus und lief mit den beiden unter seinen Armen weiter. Wir rannten weiter, nur noch zehn Schritte bis zur Brücke, aber in diesem Moment passierten wir eine Vertiefung in der Wand des Canyons und blanker Horror ergriff uns! Zwei riesige Kirosta, Kitin-Soldaten - und wir liefen ihnen genau vor die Beißzangen!

Sie eilten auf uns zu mit grauenerregendem Klacken ihrer gewaltigen Zangen. Mein Vater stellte sich schützend vor uns, er versuchte sie mit seiner Magie in Schach zu halten, so dass wir an ihm vorbei zur Brücke rennen konnten - doch es fehlten zahllose Planken in ihr, wir konnten sie unmöglich überqueren. Ich sah meinen Vater immer schwächer werden, seine Zauberkraft schwand und seine Schläge kamen immer langsamer, nicht mehr lange, und die Kirostas würden über ihn herfallen. Ich dachte, dass die Barbaren ihre Jagd beendet hätten, als sie die Kreaturen sahen, aber sie beschleunigten ihren Galopp noch, erreichten uns schließlich und sprangen von ihren Mektoubs. Ich zog meinen Dolch und stellte mich vor meine Mutter und meine Schwestern, aber plötzlich donnerten mit unbekannte Zauber an uns vorbei und trafen mit voller Wucht die Monstren. Dann rannten sie an uns vorbei und kämpften an der Seite meines Vaters, ihre tödlichen Klingen bohrten sich in Schwachstellen der Kitinpanzer und brachten sie schließlich zu Fall.

Ein großgewachsener Matisbarbar schritt zu meinem Vater, der sein ganzes Sap erschöpft hatte und vor Schwäche zitterte. Der Matiskrieger, der den Namen Matini trug, packte ihn bei den Schultern und stellte in ihn wieder auf die Füße.

"Homin", sagte er schließlich "niemals zuvor habe ich eine solche Entladung von Magie gesehen."
"Und ich", sagte Kalus, ein Fyros "habe niemals gesehen, dass sich ein Homin alleine zwei Kitinsoldaten entgegenstellt!"
"Ich dachte schon, wir würden euch nie rechtzeitig erreichen", fügte Bremmen hinzu, in Größe und Gestalt eindeutig ein Tryker.
Auch wenn wir nicht jedes einzelne Wort verstanden, so wurde der Sinn ihrer Worte doch klar. Es war auch offensichtlich, dass mein Vater durch sie tief bewegt war.
"Wir beobachteten Eure Bewegungen schon, seit ihr bei den Ruinen von Pekith die Wasserstraße erreicht habt. Als wir gesehen haben, dass ihr die falsche Abzweigung nahmt, haben wir versucht, Euch zu vor dem Hinterhalt der Kitins zu erreichen."
"Homins... Brüder, jetzt verstehe ich. Wie kann ich Euch jemals danken?" sagte mein Vater mit seiner Rechten auf seinem Herzen.
"Indem ihr mit uns zu den neuen Landen reitet, nur gemeinsam haben wir eine Chance", nickte der Matis. "Kommt, wir müssen hier weg, bevor weitere Kitinsoldaten kommen, diese Gegend hier wimmelt nur so von ihnen, es gibt hier einen Zugang zu den Urwurzeln, nicht weit von einem ihrer Nester."
"Wir sind mit vielen weiteren Flüchtlingen unterwegs, die weiter vorne auf uns warten, Essen und Trinken wartet auf Euch", lächelte uns der Fyros Kalus zu.
"Übrigens, ich hoffe, der Kaktusschäler hat Dir gefallen, meine Dame", grinste Bremmen und zwinkerte meiner Mutter zu. "Meine Frau war der Meinung, dass er für euch nützlich sein könnte."

Die drei fingen unsere Mektoubs wieder ein und setzten meine Mutter und meine Schwester auf ihre Rücken. "Kommt, hier ist genug Platz für zwei", sagte der Matis zu meinem Vater und zog ihn auf sein Reittier. Meine jüngste Schwester fand Platz hinter dem Fyros, und für mich wurde es die wunderbarste Reise meines ganzen Lebens an der Seite des Trykers Bremmen, des mutigsten und auch spirituellsten Homins, den ich jemals kennenlernen durfte.

Mein kleiner Bruder wurde auf dieser Reise geboren, unter Homins jeder Rasse. Als Dank und als Erinnerung an die Einheit der Völker nannte mein Vater ihn Matini Bremmen Kalus Cheng-Ho. Doch alle nannten ihn kurz: Mabreka.


Die Mauer Lenardis

Die Erschütterungen ließen den Matis vollends in die Gegenwart zurückkehren. Er fiel auf die Knie, das Gesicht zum frisch umgegrabenen Boden gewandt. Nur wenige seiner Kollegen schenkten ihm Aufmerksamkeit, sie waren abgelenkt durch die Arbeit.
Nur einige der Neuen, jene, deren Augen noch Glanz hatten, wollten ihn stützen. Der Schichtwechsel auf der Baustelle war fast wie eine Art Ritual, eine Gegenüberstellung, auf deren Höhepunkt immer dasselbe stand: der Blick in die Augen. Frischer Glanz in den einen, stumpfe Erschöpfung in den anderen...

Yasson beugte sich etwas über die Mauer aus Papier, Modell des ehrgeizigsten Matis-Projektes seit dem Großen Zikkurat.

"Hmm... Ser Lenardi? Was macht der Yubo da oben auf der Mauer?"
"Oh, der Yubo ist dort, um den Maßstab zu demonstrieren, na Karan..." sagte Bravichi und der Gedanke an seine junge Tochter, die er gestern einen Augenblick mit dem Modell alleine gelassen hatte, ließ ein kaum erkennbares Lächeln über seine Züge huschen.
"Ich verstehe... Ihr hättet keinen Matis dafür nehmen können?"
"Doch, aber ich wollte... hmm... wie soll ich es sagen... die Größe des Reiches darstellen, na Karan, und würde es nie wagen, einen Matis klein erscheinen zu lassen..."

Der König hob seinen Blick zu Bravichi, der in jeder Situation ein Beispiel an Selbstbeherrschung abgab. Yasson sagte, seinen Blick erneut mit einem Lächeln über das Modell schweifen lassend:
"Lenardi, das ist großartig, ich weiß schon jetzt, dass mein Sohn diesen Detailreichtum lieben wird, und damit ist er anscheinend nicht alleine... Gut, setzt die Arbeit fort. Und wenn den jungen Knospen genug Liebe angedeiht, werden die Alineae bald so manches Gedicht mit Zauber füllen."*
"Ja mein Herr."

Es war ein gewöhnlicher Herbstmorgen an der Schwelle zum Winter. Die Baustelle schlief noch und hob sich kaum aus den Nebeln, die sie als ein vergänglicher Schutzmantel einhüllten, hier und dort durchbohrt von filigranen, verzierten Säulen, die Gewölbe trugen, Symbole der Wissenschaft, die den letzten Protest der durch das Genie der Matis gezähmten Natur zum Schweigen brachten.

Bravichi Lenardi betrachtete sein wachsendes Werk. Er war ein überlegener Architekt, dem Höhepunkt eines Lebenswerkes entgegenstrebend. Er arbeitete meist alleine, schon während beinahe zweier Jahren Jenas vermaß er die unbekannten Regionen des neuen Königreichs, als Kartograf und Botaniker gleichermaßen. Er war wie ein Quell unglaublicher Entdeckungen, ein großer Wegbereiter der Matis in diesen jungfräulichen Gebieten.

Er war es, der besonders dafür gesorgt hatte, dass die Beschwerlichkeiten das Matis-Exil in der Zuflucht in den Urwurzeln - und damit auch das der anderen Völker - so gut wie möglich abgemildert wurden, ohne Unterlass versuchte er, die Umwelt auf der Suche nach der Perfektion sogar in den geringsten seiner Werke anzupassen, und seien es die banalsten Objekte des Alltags. Er war zu den größten lebenden Architekten geworden, ein Symbol der Rafinesse, des künstlerischen und wissenschaftlichen Feinsinns der Matis.

Aber um den großen Pflanzenwall zu vollenden brauchte er Arbeitskräfte. Er hatte viele rekrutieren können, einfache Gärtner oder erfahrene Botaniker. So viele Bäume, Sträucher, Stecklinge, doch mit einer gemeinsamen Wurzel: der Kultur und dem Glauben der Matis. Doch manche waren noch nicht bereit...

Sie waren erschöpft, aber sie erfüllten ihre Aufgabe, geleitet vom Lichte Jena, vom Stolz, von der Ehre oder von Psychodrogen. Sie taten es für die Ihrigen, um sie für immer vor den Schrecken zu schützen, die sie durchlitten hatten.

Aber die Bedrohung war nahe und der Abschlusstermin noch näher. Die Zeit eilte dahin, die Arbeiter gruben die Furchen, die die Samen des Lebens aufnehmen sollten wie die Knospen ihres baldigen Todes. In zunehmender Erschöpfung formten sie die Zukunft und die Landschaft.

Bravichi Lenardi betrachtete die Fundamente der Baustelle. Es war für ihn der Gipfel seines Wissens. Alles lächelte ihm zu, auch das Vertrauen von König Yasson. Bravich selbst hatte nur eine Tochter, aber er würde bald einen Prinz in der Ausbildung haben, sein Lehrer sein. Ein Meisterwerk im Entstehen, die Erfüllung seines Lebens...

"Meister Lenardi?
- Wir haben die Pflanzungen abgeschlossen, Ruhm sei Jena und eurem Wissen, die Konstruktion ist stabil und wächst schnell..."
Lenardi Bravichi antwortete nicht sofort.

Er hatte einen Yubo bemerkt, der sich tapfer auf eine der Träger-Wurzeln der Mauer gewagt hatte. Das Tier hatte gezögert, denn die Mauer war noch wenig stark.
Der Große Architekt des Lebens antwortete ruhig:
"Gut, fahrt mit dem Programm fort, die Pflanzen müssen vor dem Winter noch an Stärke gewinnen."
Der Yubo war gestürzt, er verschwand im Nebel. Der Schrei des Tieres weckte die erwachende Baustelle vollends und die Arbeiter fanden seinen Leichnam aufgespießt auf einer Tochterwurzel an der Mauerbasis. Sie fuhren mit ihrer gewöhnlichen Arbeit fort...
Ein Jahr später, an der Schwelle des Tages zu den Dankfeiern zur Wintersonnenwende, untergruben die Kamis die Mauer.

Dieses Fragment wurde in der Königlichen Akademie im jahre 2554 gefunden. Der Dank der Akademie galt Filira Lylanea Vicciona und Sasura


Die Memoiren von Kedgy Be’Cauny

Während die Hominheit altert, und der Zahn der Zeit langsam an ihr nagt, fordert die Last von Monaten und Jahren allmählich ihren Tribut. Selbst die mächtigsten, die tapfersten unter uns, sind nicht in der Lage dieses tragische Schicksal abzuwenden. Früher oder später gewinnt die Zeit diesen schreckliche Kampf.

Es gab einen Homin, für den ich alles gegeben hätten, ihn länger am Leben zu sehen, einen Homin, den ich hätte lieben können, der sich jedoch mehr Gedanken um alle lebenden Homins machte, als um alles andere auf Atys. Ich hätte bereitwillig mein Leben dafür gegeben, könnte ich ihn damit wieder zurückbringen.

Mein Meister ist für mich derjenige, dem wir für diese neue Welt danken sollten. Ohne seine Beharrlichkeit und Tapferkeit wäre ich nicht einmal hier um diese Worte schreiben zu können. Er war weder Imperator, noch König, sondern nur ein Fyros, nur ein Homin. Ohne Zweifel ist dies auch der Grund weshalb das launische Atys ihn, der einst mein Meister war, vergessen hat.

Geschichten befassen sich nur selten mit gewöhnlichen Homins, selbst wenn dieser „Vermesser der Regenbogen“ und sogar „Navigator der Sterne“ genannt wurde. Aber wer erinnert sich schon daran wie unsere Welt in solch vergangenen Tagen war? Die meisten von denen, die Atys bereisen wissen nicht einmal was ein Regenbogen ist. Es würde viel Zeit und Geduld erfordern unser Leben zu erklären. Die Flucht, ohne Hoffnung auf Rückkehr, das blinde Vertrauen in eine irrationale Hoffnung, diese kalten Tage, an denen wir uns aneinander gekuschelt haben in der Dunkelheit, als wir uns vor dem unsichtbaren Feind versteckten, die letztendliche Tapferkeit um den Weg erneut zu gehen, der und woanders hinführte...

All diese Mühe und Härte um nach drei Jahren, die uns wie eine Ewigkeit vorkamen, das Feld von Coriolis zu finden. Die ganze Plackerei um sich den Neuanfang zu erarbeiten, aufzubauen, aufzustreben und gleich wieder in Vergessenheit zu geraten; nicht mehr als eine Legende zu sein, eine Lagerfeuergeschichte. Mein Meister hat nicht lange genug gelebt um das Ergebnis seiner Arbeit zu erleben.

Von seiner grossen Kunst, das Lesen aus den Sternen, seine Vorsicht und Fähhigkeiten in extremen Gefahren, davon hat er uns fast nichts hinterlassen. Ausser mir gibt es höchstens noch Deutheus Xaphaan, der heute noch lebt, wenn ich den letzten Reisenden vertrauen kann, die sich trauen in den tiefen Landen von Atys zu wandeln, und mit denen ich manchmal die Gelegenheit zum reden bekomme.

Deutheus ist so stark! Wie konnte sie immernoch am Leben sein bei dem Licht. Ich frage mich ob sie ihren Platz in dieser neuen Welt gefunden hat. Was mich betrifft, der blosse Anblick der Oberfläche von Atys ruft Erinnerungen wach, die einfach zu schmerzhaft sind. Hier hat mein Leben einen Sinn und Zweck. Ich helfe Leuten in Not, rette die glücklosen und einfältigen gleichsam vor der Gefahr... Wer könnte die Strasse von Umbra besser kennen als ich? Selbst die Pyromancier, die mich schliessliche aufgenommen haben, verlassen ihr Dorf nur selten. Hier zu bleiben ist der einzige Weg den ich gefunden habe, um die Lehren meines Meistern nachzuleben und nach ihnen zu Handeln.

Die Zeit löscht langsam unsere Fussabdrücke auf Atys... Was aber bleibt von dem was wir einst waren? Wer erinnert sich an den Homin Rydon? Homins verlassen uns in den Tod, und die Dinge, welche sie erschaffen haben, werden gleichsam mit dem Wandel der langen Jahre verfallen.

Mein Meister wird jedoch immer seinen Regenbogenschatten auf Atys werfen, solange ich es aushalte das am Leben zu erhalten, was er einst war, und seine grosse Tat zum Wohl aller Homins.


Menia Pyron, Braut aus dem Volke der Fyros

Unser Sozialreporter präsentiert euch heute einen exklusiven Einblick in die Zeremonie und die Symbolik einer Hochzeit in Fyros. Er hat Menla Pyron interviewed, eine Braut die in der nächsten Woche heiraten wird.

Nun, ist die Hochzeitszeremonie der Fyros Religiös geprägt? Sind die Kami involviert?

Nein, - so ist es nun wirklich nicht.

Unsere Zeremonien sind tief in unseren Traditionen verwurzelt aber sie haben keinerlei Religiösen Unterton. Hochzeiten sind eine rein bürgerliche Angelegenheit, und auch wenn sie keinerlei spirituelles Ritual enthalten werden sie von der gesamten Gemeinschaft gefeiert, da sie die Solidarität der Gemeinschaft und damit ihre Fähigkeit zum wohl des Staates bei zu tragen steigert. Nun, so steht es zumindest in den Büchern, die man mir gegeben hat, aber eigentlich wollen wir nur Heiraten, weil wir uns lieben und als Paar teil der Gemeinschaft werden wollen.

Erzähl mir etwas über die Vorbereitungen, die gerade hinter dir liegen?

Oh, das war wirklich spassig! Die Verlobungszeit betrug zwei Monate in denen wir einige wohl durchdachte Hindernisse zusammen überwinden mussten. Auf diese weise konnten wir herausfinden, ob wir wirklich zueinander passen und zusammen arbeiten können. Die aufgaben wurden uns von einem gemeinsamen Freund unserer Eltern gestellt, wenn ihr so wollt, einem der Ältesten unserer Gemeinschaft. Und meine Güte sie hat sich einige harte Aufgaben für uns ausgedacht. Aber wir haben es geschafft, und nun lieben wir uns mehr denn je. Danach wurde die Vereinbarung veröffentlicht und Einladungen an unsere Gäste ausgesandt, damit sie unser glück nächste Woche teilen können.

Und die Hochzeit selbst?

Nun, traditionsgemäß können die Feierlichkeiten eine ganze Woche dauern, von Holeth bis Holeth. Nach unseren überlieferten Kriegertraditionen ist es ja technisch gesehen mein Mann, der mich heiratet, aber diese Sichtweise ist so altmodisch und das Gesetz wurde erst kürzlich geändert um sicher zu stellen, dass wir beide unser Einverständniss geben. Typischerweise finden Hochzeiten im Frühjar oder Herbst statt, wenn das Wetter milder und nicht zu Heiß zum Tanzen und Feiern ist.

Bevorzugterweise finden Hochzeiten nahe bei heiligem Feuer statt, um uns näher an unsere Wurzeln in der Vergangenheit zu führen, daher habe ich das Tor von Pyr für meine Hochzeit gewählt. Das ist ein sehr populärer Ort, und manchmal sieht man dort auch mehrere Hochzeitsgesellschaften die auf ihren Moment warten, doch ich habe da ein Arangement getroffen. Oh, und wir dürfen uns den ganzen Tag bis zur Zeremonie nicht sehen, das würde großes Unglück bringen. Daher versammeln sich die beiden Prozessionen von Verwandten, Freunden und Zeugen an verschiedenen Orten.

Dann setzen wir uns alle in zwei Halbkreisen hin, die Frauen auf der linken, die Männer auf der rechten Seite, und die Zeremonie beginnt. Natürlich tauschen wir Ringe als Zeichen unserer Liebe als ungebrochener Kreis und mein Mann wir seine beste Uniform und Waffen tragen. Ja, in der Zeremonie wird er mir sogar sein Schwert verpfänden – das ist ein wunderbarer Moment, den ich kaum erwarten kann.! Ich? Oh, mein schönstes Kleid und Juwelen. Ich habe es sogar geschafft meinen Vater zu einem sehr schönen neuen Outfit zu überreden.

Die Gäste werden sich natürlich auch so fein heraus putzen wie möglich im Versuch sich gegenseitig zu übertreffen, die Bilder sind jedes mal ein Farbenmeer.

Ein alter Freund meiner Mutter wird die Zeremonie durchführen. Normalerweise gibt es immer jemanden von gewissem Status in der Gemeinschaft und es wird wunderbar sein von jemandem getraut zu werden, der mich kennt seit ich ein Baby in der Krippe war. Hmmm, was noch? Ohhh, ich weiß: Geschenke! Normalerweise geben die Gäste immer etwas Geld, doch es wird mehr und mehr zum Brauch stadtdessen sorgfältig hergestellte Dinge zu schenken.

Nun, das ist ein wenig komisch. Am Abend werde ich durch meine fünf besten Freundinnen „verkauft“, die ihre beste mittelschwere Rüstung anlegen und für die Versammlung tanzen während sie Geld und Geschenke für meinen Mann und Mich sammeln. Das ist jedes mal ein Aufruhr.

Dann gibt es Feuerwerk und Gesang und Tanz und manchmal komponieren einige spezielle Lieder oder Gedichte um sie an diesem Abend vor zu tragen. Ich hoffe wirklich, dass einige unserer kreativeren Gäste das auch für uns tun werden.

Menla, herzlichen dank, dass du diesen großen Tag mit uns geteilt hast, wir wünschen dir Glück und Zufriedenheit für die Zukunft.


Schreiende Schatten

Ich fand dieses alte, zerknitterte Pergament, tief vergraben unter wahren Türmen anderer seiner Art. Es enthält die Niederschrift eines Geständnisses am Totenbett. Eine Erzählung, die er wohl nicht mehr in seinem Gewissen verschließen konnte und jemandem erzählte, dem er entweder vertraute, oder dem es gleich war. Ein Erzählung voller Leid und Reue. Der Name des Beichtenden ist nicht bekannt, da große Teile des Dokuments verschmutzt und beschädigt sind. Auch ist nicht bekannt, wer seine Worte in Schrift fasste, um sie der Nachwelt zu erhalten.

Ich gebe sie euch zu lesen, urteilt selbst über ihren Inhalt und die Taten des verzweifelten Mannes der sie mit seinen letzten Atemzügen diktierte.
„Ich erinnere mich... ja, ich erinnere mich. Es ist nicht sonderlich schwer, mir diese Stunden und Momente wieder ins Gedächtnis zu rufen. Sogar jetzt, da mein Same langsam verdorrt und ich bald zu meinen gefallenen Kameraden an Jenas Seite stoßen werde. Sie haben sich förmlich in meinen Geist eingebrannt, für immer, und die Geräusche und Anblicke dieser Nacht sind für immer in mein Hirn gekratzt, wie Krallenstriemen in die Borke eines Baumes.

Ich war ein junges Mitglied der Stadtwache. Grad ein paar Wochen zuvor hatte ich mich ihr angeschlossen und hoffte darauf, irgendwann einmal in die Palastwache befördert zu werden und vielleicht von dort aus einmal in die Leibgarde des Königs. Wie konnte ich auch ahnen, dass meine Beförderung viel eher erfolgen würde als ich es je zu träumen gewagt hätte. Denn ich war einer der Letzten die übrig waren im Zwielicht der Urwurzeln, um überhaupt befördert zu werden. Doch weiß ich noch heute nicht, ob ich jemals stolz darauf sein kann, denn das was ich in jener Nacht tat ist keine Beförderung wert.
Aber, das ist nicht das Thema dieses Gespräches, hm? Und es ist auch keine Zeit mehr dafür. Lasst mich meine Geschichte erzählen und dann in Frieden sterben.
Du möchtest etwas über die letzte Nacht des alten Königreiches hören, richtig? Die „Nacht der Klauen“, oder auch „Nacht der schreienden Schatten“, wie sie später von manchem, ach so poetisch, genannt wurde. Ja, eine Nacht der Klauen war es mit Sicherheit. Und auch eine der schreienden Schatten, ich war einer von ihnen.

Am vorigen Tag war unsere Arme in Richtung Trykoth ausgezogen, um einige Gebiete „zurück zu erobern“, die unserem Reich eine stetige Wasserversorgung über die kommenden Jahre garantieren würden. Als die letzten Soldaten der großen Armee zwischen den Bäumen des Waldes verschwanden, sehnte ich mich danach, mit ihnen zu gehen. Um Ruhm und Ehre zu erlangen, große Kämpfe zu bestreiten und „dem Volk heldenhaft zu dienen“, um meinen Namen eingehen zu lassen in die Annalen unseres Volkes. Wer hätte gedacht das die kommende Nacht mir mehr „heldenhafte“ Dinge bescheren würde als ich in meinem Leben gebraucht hätte.

Ein paar meiner Kameraden und ich waren auf dem Weg zum Wach-Haus zum Anfang unserer Schicht von Sonnenuntergang bis zum Morgengrauen. Es war warm und die Straßen waren angefüllt mit dem normalen Betrieb der letzten Stunden, bevor die Marketender ihre Stände schlossen. Wir alle spekulierten darüber, wie lange es wohl dauern würde bis die Armee zurück kam und was die Fyros wohl davon abhielt ihrer Pflicht nachzukommen und die Tryker wie vereinbart zu beschützen.
„Vielleicht haben die Wasserratten sie ja in letzter Zeit auf dem trockenen sitzen lassen?“
„Nein, die haben schon Wasser geliefert, aber die Fyros haben die Nase voll davon ständig ihre eignen Latrinen „beschützen“ zu müssen.“
Wir alle lachten darüber, bis auf Girio, einen älteren Wachmann der unsere Gruppe anführte.
„Ich hörte sie kämpfen. Manche sprechen von einem neuen großen Feuer. Andere von einer unbekannten Armee, die das Imperium von Süden her angreift. Wieder andere reden von Monstern...“ seine tiefe, ernste stimme verklang.
„Monster?!“ fragte ich lachend.
„Diese Monster werden mit Sicherheit vor den Fyros davon laufen, denn kein Monster das etwas auf sich hält würde etwas angreifen, das hässlicher ist als es selbst.“
Darüber lacht nun selbst Girio und einen Moment lang war ich stolz darauf. Kindisch, ich weiß...
Wir gingen weiter unseres Weges zum Wachhaus und zunächst bemerkten wir die Veränderung nicht, die sich über die Stadt legte.
Dann ließ sich einer unserer Kameraden langsam zurückfallen, er ging langsamer und legte den Kopf schief, so als ob er auf etwas lauschen würde. Wir hielten inne in unserem Lauf und warteten auf ihn.
„He, was ist los?“ fragte ich.
„Hört ihr das nicht?“ antwortete er.

Nun lauschten wir alle angestrengt in die Nacht hinein.
Ein seltsames Summen erfüllte die Nacht und von oben war das knacken und bersten von Ästen zu hören. Als ob sich etwas großes durch das Geäst bewegen würde.
Noch eh wir uns groß wundern konnten übertönte ein Schrei alle anderen Geräusche.
Von hoch über uns erklang er und wir alle blickten natürlich hinauf.
Zunächst war ich nicht sicher was ich da sah. Auf einer der Ast-Brücken, die sich von Heimbaum zu Heimbaum spannten, rannten Homins von der Mitte der Brücke weg in Richtung der Durchgänge. Ein dunkler Schatten bewegte sich dort an dieser Stelle, unnatürlich schnell, seltsam verschwommen im Zwielicht der Baumkronen und von unserem Standpunkt aus.
Dann fiel etwas über den Handlauf der Brücke, direkt auf uns herab.
Zuerst dachte ich es wäre ein Ast, oder ein Teil der Brückenverzierungen, aber dann traf etwas nasses meine Wange, das Ding landete mit einem deutlichen Schlag genau vor unseren Füßen und wir erkannten was es war.
Wie vom Donner gerührt starrten wir auf den abgetrennten Arm der vor uns im Gras lag. Voller Schrecken sah ich das seine Finger sich noch immer in krampfhaften Zuckungen bewegten. Meine eigenen Finger wurden rot wo sie durch mein Gesicht wischten und mit stetig wachsendem Entsetzten hörten wir nun weitere Schreie von beinah überall her.
In der ganzen Stadt erhoben sich nun Stimmen voller Angst und Schrecken und als ich erneut nach Oben blickte sah ich etwas, das mir beinah das Blut in den Adern gerinnen lies. Der seltsame Schatten den wir auf der Brücke gesehen hatte, löste sich nun von dieser und flog mit der Leichtigkeit eines Raubvogels durch die Luft auf eine benachbarte Brücke zu auf der sich noch Homins befanden. Seine riesigen, schmalen Flügen summend und vibrierend, eine Spur aus herabfallendem Blut nach sich ziehend. Das Blut kam von der zuckenden Form eines Mannes, der auf den grausamen Stachel der Bestie gespießt war, den ihre vorderen Extremitäten bildeten. Das gigantische Insekt war schwarz und einer Heuschrecke nicht unähnlich und Heute würde man es wohl einen Kizoar nennen. Es schüttelte sich heftig und der Körper des Mannes rutschte schlaff von seinem Stachel und krachend in ein Gebüsch am Wegesrand.
Dieser Lärm erlöste uns aus unserer Erstarrung. Wie ein Mann begannen wir in Richtung des Wachhauses zu rennen. Um uns herum begannen Verwirrung und Panik die Abendlichen Fußgänger zu ergreifen. Schnell rannte ein jeder irgendwo hin, oder suchte nach jemandem. Panische Schreie erfüllten die Straßen und überall in der Stadt schien der Wald sich zu bewegen, voll von ungesehenen, schrecklichen Schatten. Die Glocken des Wachhauses begann schrill zu läuten und riefen jede verfügbare Hand zu den Waffen. Als wir ankamen waren viele unserer Kameraden bereits bewaffnet und bereit der Bedrohung gegenüber zu treten, was immer diese auch sein möge. Noch immer hatten die Meisten keine Ahnung was auf uns zu kam und bei Jena, ich wünschte sie wir hätten es nie erfahren.
Über unsere Verwirrung hinweg rief uns unser Hauptmann dazu auf Ruhe zu bewahren und unsere Pflicht zu tun. Wir ergriffen unsere Kara Krop Piken und rannten wieder hinaus in die Straßen.
Meine Gruppe versuchte die Ränder der Stadt zu erreichen, doch bevor wir auch nur den halben Weg hinter uns gebracht hatten, kamen uns Homins entgegen gerannt. Viele schrien und riefen panisch, das etwas im Wald sei und von dort aus Freunde und Fremde gleichermaßen entführte. Andere berichteten von Monstern die plötzlich aus dem Wald auftauchten einige Homins töteten und wieder verschwanden. Wieder andere hatten fliegende Bestien gesehen, die versuchten in die oberen Stockwerke von Heimbäumen einzudringen. Wir rannten weiter und mit schmerzenden Lungen erreichten wir schließlich den Stadtrand unseres Viertels.
Seltsamerweise war alles Ruhig, bis auf des seltsame Summen, das noch immer die Luft erfüllte und von Minute zu Minute lauter zu werden schien. Es zerrte an den Nerven, wie ein schlechter Viola Spieler. Kein Homin war mehr zu sehen, die kleineren Gebäude waren verlassen und die Heimbäume verriegelt.

Vorsichtig näherten wir uns dem Waldrand, unsere Piken zum zur Verteidigung bereit. Niemals zuvor hatte unser Heimatlicher Wald so düster und angsteinflößend auf mich gewirkt. Ich sah eine Bewegung im Unterholz. Etwas huschte blitzschnell durch das dichte Gebüsch und zögerlich drangen wir darauf ein, die Waffen schützend vor uns.
Ein übels, schrilles Zischen ertönte und plötzlich brach etwas aus dem Unterholz hervor und sprang uns an.
Es war schnell wie eine Sternschnuppe, sein dunkelgrüner Panzer schimmerte im Licht der Straßenlampen hinter uns. Es rauschte mit einer Wildheit auf uns zu die uns beinahe überraschte, seine 4 Beine klapperten ein Staccato über den Boden, die Vorderbeine hoch erhoben. Den flachen Kopf tief geduckt wie zu einem Schild, der den Torso beschützte, war es in etwas halb so groß wie ein erwachsener Mann und fing an mit seinen Vorderbeinen nach uns zu hacken. Zusammen hielten wir Neun es auf Abstand mit unseren Piken, um seinem wahnsinnigen fuchteln zu entgehen und es brach kreischend unter unseren Stichen zusammen.
Als es nur mehr zuckend vor uns lag versammelten wir uns um den Kadaver herum.
„Was in Jenas Namen ist das?“
„Soll mich der Drache holen, wenn ich´s wüsste.“
„Es ist eine Spinne, ihr seht doch die Beine.“
„Spinnen haben Acht Beine, das hier hat nur Sechs. Es ist irgendeine Art Käfer.“
„N´verdammt großer Käfer.“
„Bleibt wachsam Leute! Wir haben keine Ahnung ob dort draußen noch mehr von denen sind.“
„Richtig, wir bleiben besser wachsam. Zumindest sind sie leicht zu töten...“

In diesem Augenblick erhöhte sich die Lautstärke des Summens, das uns die ganze Zeit begleitet hatte um ein vielfaches und ein Schrei der das Blut in den Adern gefrieren ließ ertönte aus der Dunkelheit des Waldes vor uns. Weitere erklangen, etwas weiter zu unsere Linken und rechten. Überall vor uns ertönte tiefes knurren und schrilles kreischen, schnatternde Geräusche rauschten aus dem Blätterwerk um die Stadt herum und von überall her hörten wir das Geräusch brechender Äste. Riesige Dinge bewegten sich dort im Unterholz und durch das Blätterdach der Stadt. Hinter uns erklangen erneut Schreie und die Wachhausglocke schlug ein verzweifeltes Signal gegen den Lärm.

Dann im spärlichen Licht der Lampen hinter uns, erwachte die Finsternis vor uns zum Leben. Ich kann mich nur noch an kurze Eindrücke von riesigen, schlanken Beinen und Körpern erinnern. Die sich von Bäumen und aus dem Unterholz lösten, wo sie perfekt getarnt gelauert hatten. Mein Geist hat diese Dinge gnädig verdrängt, das Leichentuch des Schocks über diese ersten Eindrücke des kommenden Schreckens gelegt.
Voller Schrecken, drehten wir uns um und rannten.
I gebe es offen zu und ich schäme mich noch Heute zutiefst. Doch wir alle rannten in dieser Nacht. Niemand rannte nicht, in dieser Nacht. Wir hatten keine Chance. Viele arme Seelen blieben zurück und stellten sich den Bestien, doch wurden sie alle in Stücke gerissen. Doch ebensoviele von uns liefen davon so schnell sie ihre Füße trugen und blickten nicht zurück. Fort von ihnen, doch meist in die wartenden Klauen anderer Kitin.

Natürlich trugen sie damals noch nicht diesen Namen. Niemand hatte sich damit beschäftigt den verschiedenen Bestien Namen zu geben. Wie denn auch. Schau nicht zu überrascht!
Denkst du jemand sieht ein drei Meter großes Insekt auf sich zu rennen und denkt bei sich:
„Oh, das nenne ich ab sofort einen Kipuka.“, und überlebt um diesen Namen aufzuschreiben?!
Ha, dumme Jugend. Denkst du wirklich alles ist und wäre schon immer so gewesen wie es jetzt ist? Bah!
Sie hatten keine Namen. Sie waren einfach da. Namenlose Schrecken, die alles und jeden töteten der in ihre Fänge fiel. Männer, Frauen, Kinder. Sie bewegten sich durch die Stadt wie Schnitter die die Ernte einholen. Ihre Ernte waren Terror und Blut. Zu tausenden strömten sie aus dem Wald. Stürzten aus dem Blätterdach auf Brücken herab, kletterten an Heimbäumen hoch. Sie rissen einfach die Borke ihrer höheren, jüngeren Teile ab als wäre sie aus Papier und krochen hinein, um an das weiche Leben darunter zu gelangen. Sie flogen durch die Luft, hoben Homins aus der Menge, spießten sie einfach auf und flogen mit ihnen weiter, zerrissen sie in der Luft und ließen ihre Teile herab regnen auf die fliehenden, panischen Massen.

Ich erinnere mich noch viel zu deutlich an meine erste Begegnung mit dem was ihr Heute eine Kipesta nennt. Es schoss aus dem Himmel herab, auf eine Gruppe von Homins die unter der großen Wurzel eines alten Heimbaumes Schutz gesucht hatten. Zunächst versuchte die Bestie an sie heran zu kommen, doch als sie sich für zu groß dafür erwies und die Homins zu wehrhaft, blies sie einfach den Inhalt ihres seltsamen Sacks zwischen den Vorderbeinen, in das Loch.
Innerhalb weniger Augenblicke war der enge Raum unter der Wurzel angefüllt mit Flammen.
Ich war zu weit entfernt und zu geschockt von diesem Anblick, dieser Perversion entgegen jeder Natur, als das ich irgendetwas für die Opfer hätte tun können. Doch die Schreie derer die in diese Falle verbrannten verfolgen mich noch Heute in meinen Träumen. Ich hoffe ich bin bald davon erlöst.
Ich sah die schwer gepanzerten Formen der sogenannten Kipuka, von hohen Ästen fallen, wie Tannenzapfen und mitten unter den Homins einschlagen wie Felsbrocken, glückliche Homins wurden direkt von ihrem Gewicht erschlagen. Unglückliche wurden in Stücke gerissen, wenn die Käfer aus den Blutverschmierten Kratern im Boden auftauchten um weiteres Unheil zu verbreiten.
Ich bin nicht sicher ob es ein Segen ist, das ich jene Nacht und all die folgenden überlebte. - Jena weiß, es ist eher eine Strafe für meine Feigheit.

Ich rannte einfach nur, ließ meine Pike fallen und rannte so schnell meine Beine mich trugen. Homins und Insekten ausweichend so gut ich konnte, floh ich Blindlinks in den Wald. Ich rannte bis meine Füße mich nicht mehr trugen und bis ich ohnmächtig auf dem Waldboden zusammenbrach.
Später fand ich eine kleine Gruppe anderer Flüchtlinge und wir schafften es bis zu einem Karavan Lager, von dem sie gehört hatten.

Ich bin nun hier, am Ende meines Lebens.
Dies ist meine schändliche Geschichte und ich werde nicht mehr sagen.
Lasst mich nun schlafen.

gez. Ridio Sillia, fahrender Sänger.
(Dank an Acridiel für diesen Text)


Sonnenuntergang im Wüstenwind

Erzählt von einer alten Fyros-Magierin:

*
Erster Teil

Mit dem Abkommen von Karavia trat ein Waffenstillstand zwischen den verfeindeten Völkern in Kraft; Handelsrouten legten den Grundstein für eine neue Zeit des Wohlstands und des gegenseitigen Verständnisses. Zwei Generationen lang erleuchtete unser Imperium in seinem ganzen Glanz und führte uns auf den Weg des Entdeckungsdrangs und Wissens. Selbst die Gelehrten der Zorai kamen auf ihrer Suche nach Erleuchtung und Wissen in die großen Lernhallen unserer Hauptstadt Fyre.

Entlang der Matisgrenze, an der ehemals der Krieg wütete, begannen Fyros-Siedlungen zu florieren. Der entfernteste, aber sicher nicht unwichtigste dieser Außenposten war Colomo, der nach einem Aquädukt benannt war, das dort in den Fluss Munshina mündete. Colomo war ein belebtes Örtchen, das eine Handelsmesse besaß und ständig von reisenden Händlern und Handwerkern, ja sogar von ganzen Konvois besucht wurde. Sie erzählten sich Geschichten von knappem Entkommen vor wilden Biestern und anderen Gestalten.

Wie das Sprichwort sagt: Je mehr wir vom schönen Leben geblendet sind, desto weniger nehmen wir die lauernden Gefahren wahr. Und in der Tat mussten wir den Preis für die Jahre politischer Uneinigkeit über die Kontrolle des neutralen Grenzgebiets zwischen Matis und Fyros Landen zahlen. Die Region wurde immer gefährlicher; wilde Stämme überfielen die Reisenden und nahmen ihnen auch manchmal das Leben. Die Händler konnten nicht mehr frei umher reisen, denn der einzig sichere Weg war, mit den imperialen Konvois zu reisen, deren Aufgabe in der Eskorte von Reisegruppen bestand.

Es kam also etwas überraschend, als der Bürgermeister von Colomo eines Abends im Herbst über die Ankunft eines einzelnen Matis auf einem Mektoub informiert wurde. Dieser bat um Unterkunft, Nahrung und die Erlaubnis, mit den Dorfbewohnern zu reden. Der Bürgermeister wunderte sich zuerst, wie ein einzelner Reisender es durch die von den Stämmen besetzten Gegenden geschafft habe - doch dieses Verwunderung dauerte nur so lange, bis er ihn zu Gesicht bekam.

Der Matis stellte sich als Angeli di Fabrini vor und war sehr einfach gekleidet. Er trug das schlichte Gewand, das bei Predigerschülern üblich war. Er erzählte, dass er auf der Initiationsreise war, um seinen Glauben in Jenas Kirche unter Beweis zu stellen. Dem Bürgermeister ging sofort auf, warum er nicht überfallen worden war: Es gab nichts zu stehlen! Er hatte nichts, um die Aufmerksamkeit eines Stammes auf sich zu ziehen - er besaß nicht mal einen Dapper, um für seine Unterkunft aufzukommen. Der Bürgermeister ließ ihn in der Obhut von Abecus, dem fröhlichen Dorfmagier. Er konnte den Prediger über Nacht unterhalten, ehe er dann sicher zu dem nächsten Matis-Außenposten geleitet würde. So ging der Bürgermeister sicher, dass der Bursche die Bevölkerung nicht mit seinem Wort Jenas aufwühlen würde, denn der letzte Prediger der vorbei gezogen war, hatte nur Unruhen hinterlassen.

"Es ist mir eine Ehre Herr und ich würde Ihre Gastfreundschaft gerne annehmen?aber meine Mission ist es, mit den Einwohnern zu reden." sagte Angeli.

"Komm schon, Bursche, lass uns zuerst zu mir gehen und übers Geschäft reden," sagte Abecus und führte den Prediger zu seinem Haus, einem gelblichen und blauen Gebäude, das sich in einem wunderschönen Kontrast vom Ocker des Wüstensandes absetzte.

"Julea, sag deiner Mutter sie soll ein Zimmer vorbereiten! Wir haben einen Gast." rief Abecus seiner Tochter zu, als er das kühle Innere des Hauses betrat. Julea, ein eigensinniges 15-jähriges Mädchen, stand augenblicklich wie angewurzelt auf dem Treppenabsatz, der hinunter zu den Wohnräumen führte. Es war das erste Mal, dass sie einen Matis aus Fleisch und Blut erblickte. Er sah groß und stolz aus, hatte schlanke Finger mit langen, gepflegten Fingernägeln. Er hatte eine Adlernase und trug sein feines, gepflegtes Haar nach hinten zusammengebunden, mit einer jungenhaften Locke über dem linken Auge, was ihm ein rebellisches Aussehen verlieh.

Angeli di Fabrini sprach unsere Sprache fließend, mit diesem gewissen singenden Akzent seiner Leute, der so nervös wirkte wie der Flug des Kinelischmetterlings in den Waldlanden. Er verbeugte sich etwas zu übertrieben vor ihr um sie zu begrüßen. Sie lächelte amüsiert, drehte sich um und lief die Treppe weiter hinunter, um ihrer Mutter die Nachricht zu überbringen.

Im Hauptraum, der mit schönen Tapeten dekoriert war, die Geschichten vergangener Zeiten erzählten, war es kühl und trocken - trotz der Feuchtigkeit, die draußen herrschte. Der leckere Duft einer Mecktoubrüssel-Suppe und eines gewürzten Kaktus stieg einem von der Küche aus in die Nase. Abecus setzte seinen jungen Gast an einen Tisch mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern. Die jüngste, Sylvia, die 12 Jahre alt war, und Julea. Sobald jeder zu essen hatte, räusperte der Matis sich und erhob seine Stimme zum Gebet:

Gelobt sei Jena, für das Essen das du uns schenkst
Mit jedem Krümel unser Leben du zum Guten lenkst
Segne unsere Seele wenn wir arbeiten, ruhen und spielen
Bis wir uns unsern Platz zum jüngsten Gericht verdienen

Abecus fügte verschmitzt hinzu:

Dank dir Frau für diese Leckerbissen hier Zeigts doch deine Zuneigung mir Gesegnet sei deine Liebe in unserem Heim Sie berührt unsere Herzen, drum dieser Reim

**
Zweiter Teil

Abecus Frau errötete ob der öffentlichen Liebeserklärung ihres Mannes, stoppte das Schauspiel zwischen den beiden Männern aber mit einer einfachen Geste. Der junge Matis begann mit augenscheinlichem Genuss die Suppe zu essen und nahm anschließend sein Kakteenherz. Mit seinen geschmeidigen Fingern brach er kleine Stücke aus dem Herzen, um sie dann genüsslich zu verzehren. Silva, die ihn dabei beobachtete, musste auflachen, kassierte aber augenblicklich einen Tadel von Ihrer Mutter. "Oh, ich bin nicht gekränkt, aber sag mir weswegen du lachen musstest." sagte Angeli

"Ach, du nutzt deine Finger für etwas, das deine Zähne besser könnten!" sagte Julea "Hierzulande stecken wir uns das gesamte Fruchtfleisch in den Mund und machen uns so die Finger nicht schmutzig, verstehst du?!"

"Es ist mein Weg, Jena zu achten und wenn ich die einzelnen Teile des Kaktus entnehme und esse, kann ich sehen wie er gewachsen ist und das Leben dahinter erkennen. So sucht Jena unser Herz und unsere Seele auf, damit wir hinter allem den Wert und die Seele erkennen können."

"Wir haben uns hier daran gewöhnt das Herz des Kaktus als Ganzes zu schmecken. Nur die einzelnen Bestandteile zu schmecken würde den Gesamtgeschmack zerstören. Genau so wie jeder Homin verschiedene Arten von Launen kennt, hätte er nur eine Laune würde sich selbst sein bester Freund von ihm abwenden!" gab Abecus gut gelaunt zurück.

"Erst wenn wir Jenas Schöpfung vollständig Wert zu schätzen vermögen, sind wir in der Lage, der Karavan angebrachte Opfergaben zu bringen."

"Hah, Jena, Jena, sie ist doch nur ein Hirngespinst!" lachte Abecus.

"Aber, geehrter Magier," gab Angeli mit ernstem Gesicht zurück "von wo bekommt Ihr dann Eure magische Kraft?"

"Nicht von Jenas Geist, das kann ich mit Sicherheit sagen! Nein, sie kommt vom Wissen und Verständnis über die Dinge. Die Betrachtungsweise zu lernen, um eine Wissenschaft aufzubauen. Ich bin mir sicher, dass noch keiner von euch Jena mit eigenen Augen gesehen hat! Findet mal selber heraus, woher sie kommt."

"Jena ist in jedem Windhauch der euch berührt, euch umgibt! In jeder Böe die euch trifft. Sie ist das Gefühl und das Leben, das euer Herz schlagen lässt. Sie ist das was wir fühlen, aber nicht sehen können. Nur diese Empfindungen erlauben uns auf ein Leben nach dem Tod auf Atys zu hoffen!" antwortete Angeli.

"Eine schöne Antwort, Angeli, aber, versteht mich nicht falsch, für Jena ist kein Platz in diesem Haus! Selbst wenn die Matis aus den Wolken steigen würden?"

Abecus Worte wurden plötzlich von einem Mark erschütternden Heulen übertönt.

"Gibt es Gingos hier?" fragte Angeli erstaunt.

"Nein, das ist das Heulen des Wüstenwindes. Wenn es sich so anhört bekommen wir hier sehr bald ungemütliches Wetter. Das bedeutet für Euch, dass Ihr noch etwas hier bleiben müsst bis sich die Unwetter ausgetobt haben! Es wird Euch nicht schaden noch etwas mehr über unsere Kultur und unseren Denkweise zu lernen in dieser Zeit. Ich muss nun los, die Einwohner warnen, dass sie ihre Mektoubs diese Nacht herein holen ehe Jena sie als Wind verkleidet mit Gewalt hinweg trägt! Aber bleibt Ihr ruhig, junger Freund, ich werde nicht lange weg sein, Julea wird Euch Gesellschaft leisten. Sie wird einmal in meine Fußstapfen treten und so kann sie ihr Wissen ausbauen."

Unter dem wachsamen Auge seiner Frau verließ er das Haus und ließ die jungen Novizen zurück. Sie redeten bis spät in die Nacht hinein und stellten die Argumente der jeweils anderen Kultur voller Neugier auf die Probe.

"Ist es wahr, dass Ihr Euren niederen Kasten verbietet, Lesen und Schreiben zu lernen, um Sie an Eure Gesetze zu binden?" fragte Julea etwas aufmüpfig.

"Es ist Jenas Gesetz, und die Antwort ist Ja! Man muss erst die unteren Schulen durchlaufen, damit man den Versuchungen der Welt standhalten kann. Nutzloses und unnötiges Wissen ist eine Gefahr für den Geist eines einfachen Homins. Es führt nur zu Schmerz und Unglück und schlussendlich zur Verdammnis im Schlund des Drachen!" gab Angeli zurück.

"Also predigt Ihr glückselige Unwissenheit?!" mucksierte Julea höflich.

"Wenn du es so ausdrücken möchtest?"

"Und was ist mit der Gleichheit aller Homins? Ich nehme an in Jenas Gesetzen gibt es dafür keinen Platz?"

"Doch, tut es, aber es hängt von jedem Homin selbst ab, es zu lernen. Einen Platz in Jenas Herzen muss man sich erarbeiten, man muss das ganze Leben an sich arbeiten und den Gesetzen treu bleiben. Ansonsten würde es auch reichen, sein Leben als einfacher Teppichverkäufer zu verbringen!"

"Ihr seid meiner Frage ausgewichen, wie es wohl üblich ist bei Eurer Rasse, Angeli. Aber obwohl ich Eure Ansichten nicht teile, berührt Ihr mit Eurer Treue und Geradlinigkeit mein Herz." sagte Julea anerkennend.

"Und ich, geehrte Julea, obwohl ich Eure auch nicht teile, muss ich mich vor Eurem scharfen Verstand verbeugen." antwortete Angeli.

So verlief das Gespräch zwischen den beiden weiter und trotz der unterschiedlichen Denkweise zwischen den beiden, war ihnen ihr Gespräch sehr wichtig und sie lernten eine Menge voneinander. Drei Tage lang wütete der herbstliche Wüstensturm und durchnässte das Wüstendelta, welches daraufhin zu neuem und üppigen Leben erwachte. Der Sturm flachte ab und der Matis bereitete sich auf seine Abreise mit einem imperialen Konvoi vor.

Am Abend vor Angeli's Abreise, durch seine Lehren der letzten Tage noch ganz aufgewühlt, saßen die beiden Homins still zusammen in den Dünen und beobachteten das aufblühende Leben im Delta. Durch den Atem beraubenden Sonnenuntergang im Wüstenwind berauscht, drückten sich die beiden eng aneinander. Sie genossen die Stille zusammen, wie nur wahre Freunde es können, ohne dass Worte nötig gewesen wären.

***
Dritter Teil

In diesem Augenblick wäre Julea ihm überall hin gefolgt. Ob der Weg nun zu Jena oder in den Schlund des Drachens geführt hätte. Das einzige was auf ein Mal für sie zählte, war die Reise gemeinsam mit ihm aufzunehmen. Dann, jenseits all ihrer Hoffnungen drehte sich der junge Matis zu ihr um. Seine schönen Augen glänzten ?

"Julea," sagte er, leise und gefühlvoll, um die Stille sanft zu brechen. "Ich glaube, meine Gefühle für Jena waren nie mit solcher Liebe gefüllt, wie du sie mich gelehrt hast. Ich würde meine Religion für die Macht dieser Gefühle eintauschen ?"

"Still," sagte Julea, machte eine Geste, er solle nicht weiter reden und lächelte dabei ernst. Sie wischte ihm eine Träne von der Wange, berührte seine Augenbraue und strich sanft seine widerspenstige Strähne zurück. Sie kamen sich immer näher und küssten sich schließlich. Ihre Körper waren noch warm von der Wüstensonne, aber der Wüstenwind umschloss sie sanft und so genossen sie die Anwesenheit des jeweils anderen und nahmen den Duft, die Wärme und die Liebe ineinander auf.

"Ich muss mit deinem Vater reden" sagt Angeli schließlich.

"Warte, Angeli, die Konsequenzen daraus wären zu ernst um es auf die leichte Schulter zu nehmen! Lass die Nacht unseren Herzen Rat bringen und dann sollen wir sehen, Liebling!"

Juleas Schlaf war beladen mit Träumen über Verstoßung und Verleugnung von ihrem und Angelis Volk, der Verurteilung Jenas zu einer alptraumhaften Reise ins tiefe Innere von Atys, zum großen Drachen. So war sie am Morgen entschlossener denn je, den Weg zu nehmen, der für sie bestimmt war. Doch mit dem Morgen kam ein weiterer Alptraum, ein lebender Alptraum, der der das Antlitz der Welt verändern würde.

Die große Dorfglocke wurde geschlagen und warnte vor einem bevorstehenden Unglück. Yber-Vögel war über die Dünen gesandt worden, um die Nachricht schrecklicher Monster zu überbringen, die für Chaos im Westen sorgten. Der Imperator forderte alle fähigen Homins auf, sich den imperialen Truppen anzuschließen, um die fürchterlichen Horden von Kitins abzuwehren. Die Kinder und untauglichen Homins wurden in den Norden der Region evakuiert, um in der Stadt Piros etwaige Angriffe rebellischer Stämme abzuwehren, die von der Abwesenheit der Soldaten profitieren wollten. Man sagte Angeli, er hätte besser in seine Heimat zurück zu kehren, die Gefahr eines Angriffs durch die rebellischen Stämme sei jetzt gering. Sie hätten bestimmt auch die Nachricht erhalten und hätten jetzt Augen für andere Dinge.

Inmitten der Unruhen fanden die beiden Jungen nur einen kurzen Augenblick der Abgeschiedenheit füreinander, in dem sie sich ein letztes Mal umarmten und sich gegenseitig ein Medaillon mit einer Locke zur Erinnerung schenkten. Angeli schwor, wiederzukommen sobald die Gefahr gebannt sei. Hätte Julea geahnt, was passieren würde, hätte sie ihn nie alleine diese verfluchte Strasse zurücklaufen lassen, auf der nur wenige Stunden später die Kitins einfielen und jeden Homin, dessen Spur sie aufnahmen, bis zum Ende verfolgten?

Julea? Sie überlebte, ja, sie erlebte noch viele Sonnenuntergänge in den Dünen mit dem Wüstenwind. Ja, junger Homin, du vermutest richtig! Es ist tatsächlich eine Locke mit feinem Haar in meinem Medaillon?


Stabre Sicco, Gefangener Marodeur

Als wir hörten, dass ein Marodeur gefangen genommen worden war, bat ich sofort um Erlaubnis, ihn zu treffen. Man führte mich zu seiner kleinen Zelle, wo er mir in verständlicher Homin Sprache Rede und Antwort stand, auch wenn er einen starken Akzent hatte, den ich noch nie gehört hatte.

Wer sind Sie?
Meine Peiniger hielten es also nicht für nötig, Ihnen meinen Namen mitzuteilen. Ich bin Stabre Sicco.

Sie sind also ein Marodeur?
Ich glaube, Sie kennen die Antwort auf diese Frage, oder warum wäre ich sonst hier? Haben Sie denn schon den Glauben in die Justiz Ihres neuen Landes verloren?

Wer genau sind die Marodeure?
Ihre Völker haben die Arroganz, sich als „Tryker“, „Fyros“ oder sogar „Homins“ zu definieren. Denn die Tyrannen der alten Zivilisationen haben ihre phantomartigen Imperien wiederaufgebaut, an Orten die Sie die „neuen Lande“ nennen. Als würden Sie für alle Homins sprechen. Die Marodeure sind die Marodeure - freie Homins, die so viel Wert sind wie Sie, bis auf die Selbstgefälligkeit vielleicht…

Wo kommen Sie her?
Wo sollen wir schon herkommen? Wir haben die grandiosen alten Lande auch gekannt! Doch als die Kitin-Armeen alles zerstörten, sind wir nicht wie verängstigte Yubos in die Urwurzeln geflüchtet. Als wir merkten, dass unsere Anführer, unsere ach so weisen Anführer, was sage ich, unsere ergebenen Chefs geflüchtet waren, ohne auch nur einen Gedanken an uns zu verschwenden, blieb uns nichts anderes übrig, als um unser Leben zu kämpfen.

Sie waren dort?
Diese Zelle ist zwar trostlos und düster, doch so alt sehe ich doch nicht aus. Oder haben meine charmanten Peiniger mich so schlimm zugerichtet?
Das ist die Geschichte meiner Familie und meines ganzen Volkes. Doch weil ich sie nicht erlebt habe, bedeutet das nicht, dass es nicht auch meine Geschichte ist. Wenn unsere Könige, Imperatoren und Weisen uns ihre Feigheit nicht demonstriert hätten und sich nicht nur um ihre klägliche Person gekümmert, sondern ihre Pflicht erfüllt und das Volk geschützt hätten, dann würde es die Marodeure nicht geben.

Ist es Melkiar, der die Marodeure gegründet hat?
Melkiar…? Melkiar der schwarze Varynx…? (Gelächter) Sie haben wohl nicht genau verstanden, wer die Marodeure sind…
Melkiar ist nur einer der Chefs. Er wusste sich als guter Kriegsherr zu beweisen, doch wir sind ein freies Volk. Melkiar leitet zwar alle Marodeure, doch es gibt keine Autorität im Inneren der Clans, aus denen unser Volk sich zusammensetzt. Wir haben aus der Vergangenheit gelernt. Wir können uns nur auf uns selbst verlassen.

Was genau suchen Sie in unseren Landen?
Glauben Sie, wir würden gerne auf Kitin-verseuchtem Gebiet leben? Sie haben uns dort versauern lassen, wäre es nicht gerecht wenn Sie uns jetzt ein bisschen Platz machen würden? Zumal Sie wahrscheinlich gar nicht wissen, dass Matoxia sich auf Ihrem Gebiet befindet…

Matoxia? Was ist denn Matoxia?
Was wissen Sie über die Matoxia? … Nichts, wie dumm von mir! Wie sollten Sie auch? Sie verfügen ja weder über die nötigen Alliierten noch über die Technologie. Und Sie behaupten, die Zukunft von Atys zu sein…

Für was ist diese „Matoxia“ gut?
Also wirklich, wissen Sie denn nicht, dass es sich nicht gehört nachzuhaken wenn der Gesprächspartner sich offensichtlich nicht über etwas auslassen will? Ich habe Ihnen schon gesagt, dass es sich um eine Materie handelt. Ich kann Ihnen nicht auch noch das Geheimnis seiner Herstellung, seiner Anwendungen und seiner verschiedenen Eigenschaften offenbaren. Und ich will Ihnen die Überraschung ja nicht vermiesen… Das haben wir auch von den Kitins gelernt: „Nur wenn man seinen Feind überlebt, lernt man ihn richtig kennen.“

Ich habe von einer gewissen Akilia Aschensturm gehört… Wer ist das?
Akilia… Die herrlich tödliche Akilia. Die Zukunft der Marodeure liegt ohne Zweifel bei ihr… Die würdige Tochter ihres Vaters, Melkiar! Sie wartet auf den Tod des schwarzen Varynx, wenn sie seinem Leben nicht selbst ein Ende macht! Ist das nicht lieb?

Und warum Aschensturm?
Das ist einfach kindlich. Es bleibt ja nichts anderes von einem zurück…

Haben Sie denn gar keine Moral?!
Und Ihr Yasson? Und Ihr Rigan Mac’Darrell? Hatten sie Moral, als sie in die Wurzeln flüchteten und ihr ganzes Volk zurückließen?

Glauben Sie denn an gar nichts?
Oh doch! Wir glauben an das Einzige, was sich immer überprüfen lässt: das Gesetz der Natur, das Gesetz des Stärkeren. Weder die Kamis noch die Karavan haben uns etwas zu sagen. Doch wir wissen, wie nützlich sie uns sein können, nach der Befreiung…

„Befreiung“??
(Gähnen). Entschuldigen Sie mich, aber ich bin müde. Meine Kerkermeister wollen mir morgen bestimmt noch viele Fragen stellen und ich wäre gerne in Form, um sie zu empfangen. Ich will sie nicht enttäuschen und es langweilt mich, mich wiederholen zu müssen. Guten Abend.


Störungen des Sapflusses

Der Dschungel in neuem Gewand

Als ich an einem sonnigen Frühlings-Tag von einer langen Erkundungsreise in die Städte der Einsicht zurückkehrte, konnte ich meine Heimat fast nicht wiedererkennen. Das Antlitz der verdorrenden Lande hatte sich in meiner Abwesenheit auf völlig unerwartete Weise geändert. Unmengen von Wurzelsträngen und andere fremde Pflanzen waren überall im Dschungel hochgeschossen; manche Gegenden waren durch den üppigen Bewuchs kaum noch passierbar. Außerdem hieß es, daß eine Schlacht gegen Massen von Yelks im Hain von Umbra stattgefunden hätte. Yelks? Die waren aber doch noch nie in unseren Landen heimisch gewesen!? Um mehr über diese neuesten Entwicklungen zu erfahren, machte ich mich in der Bibliothek zu Zora schlau.

Fräulein Sasura Rinichio, eine bekannte Matis-Diplomatin, hatte als erstes Wandlungen im Dschungel bemerkt und diese für die Nachwelt dokumentiert. Das war so ungefähr am Quarta, dem 22. Medis des 1. Zyklus' im AtysJahr 2553 gewesen. Zuerst war leuchtende Urwurzel-Vegetation auf einem Hang an der Oberfläche in der Nähe des Kami-Altars im Hain von Umbra aufgefallen. Danach entdeckten Sasura Rinichio und andere Reisende immer mehr bemooste Crolice-Wurzelbögen (eine matisianische Bezeichnung), die man sonst nur zuhauf in den grünen Anhöhen findet. Schon in diesen Anfängen wurde zudem von einigen aggressiven Yelks im Hain berichtet.

Bei wiederholten Erkundungsreisen konnten Fräulein Sasura Rinichio und Fräulein Nuzanshi Ri-Rian, die darüber Karten anlegte, zunehmend weitere Veränderungen in weiteren Gebieten des Dschungels beobachten. Die ungewöhnlichen Wurzel-Wucherungen zogen sich aneinandergereiht wie Perlenketten vom Hain von Umbra durchs ganze jungfräuliche Wäldchen bis weit ins Nichts / die Leere, sowie quer durch die Städte der Einsicht bis in den Knoten der Demenz hinauf. Außerdem fand man braunhäutige Wald-Timaris im Knoten der Demenz, grasgrüne Cuttler, wie sie fürs Waldland typisch sind, im Nichts; und obendrein immer mehr und mehr Yelkgrüppchen, die bis in die Städte der Einsicht wanderten; teils angriffslustig, teils friedfertig.

Hier und dort wurden zusätzlich noch ein paar Pflanzen aus den grünen Anhöhen entdeckt. Das alles weckte das Interesse des bekannten Botanikers Cuiccio Perinia von der königlichen Akademie zu Yrkanis, der sich deshalb am Holeth, dem 24. Fallenor des 1. Zyklus' im AtysJahr 2553 unverzüglich zu Forschungen in den Dschungel aufmachte, mit einer Eskorte von freiwilligen Beschützern. Herr Perinia hat übrigens in der Vergangenheit spannende botanische Exkursionen durch einige Länder geleitet, und ich hatte schon einmal das Glück, bei solch einer dabei sein zu dürfen. In den Augen einer Zoraï ist er zwar in seinen Reden oft von etwas übermäßigem Stolz auf sein Volk geprägt, aber auch sehr wissensreich und lobenswerterweise überaus bereitwillig, seine Kenntnisse mit allen Interessierten zu teilen.

Während noch keine der Regierungen Handlungsbedarf in erhöhtem Pflanzenwuchs und ein paar ungewöhnlichen Tierherden sah, führten die seltsamen Änderungen an Flora und Fauna im Volk schon zu allerlei Gemunkel. Im Dschungel umherwandernde Homins wie Händler, Ernter, Sammler und auch Wächter begannen, Verdächtigungen gegen dubiose nachts umherstreifende Individuen zu äußern, scheinbar Zoraïischer Abstammung. Diese Unbekannten sollen Fragen geäußert und an Außenposter-Bohrer herumhantiert haben. Doch hoffentlich nicht Helfer des abtrünnigen, wahnsinnigen Zoraï Muang-Hoi-Gi, der für seine grauenhaften Manipulationen an Tieren und Homins mit Goo bekannt war? Die Gerüchteküche brodelte!

Es dauerte jedoch noch eine geraume Zeit, bis deswegen endlich eine Versammlung des Kreises des Wiederaufbaus einberufen wurde, und zwar am Prima, dem 7. Fallenor des 2. Zyklus' im AtysJahr 2553. Anwesend war dabei sogar der ehrenwerte Mabreka Cho, der Große Weise und Herrscher der Zoraï. Die kritisierte Verzögerung bis zur Einberufung einer Besprechung über die Vorgänge im Dschungel wurde vom Rat damit begründet, daß noch eine Zeitlang auf weitere Aussagen von gebürtigen Zoraï gehofft worden war, die offenbar ausgeblieben waren. Bei der Sitzung des Kreises wurden einerseits Maßnahmen besprochen, die Außenposten-Bohrer vor Manipulationen durch Hominhände zu schützen, sowie natürlich weitere Informationen über Verdächtige sowie über die Phänomene selbst zu sammeln.

Auch des Botanikers Cuiccio Perinias erste Forschungsergebnisse wurden präsentiert. Der hatte die frisch herangebildeten Wurzelstränge im Dschungel analysiert, und ihren Verlauf anhand Fräulein Nuzanshis Ri-Rians Karten als identisch mit dem Kurs eines großen Sapstromes unter der Oberfläche der verdorrenden Lande befunden. Crolice-Wurzeln, so Herr Perinia, seien bekannt dafür, daß sie große Mengen an Sap transportieren. Er zog daraus den Schluß, daß sich in das Sap in seinem unterirdischen Fluß angestaut haben könnte, was durch die daraus deutlich erhöhte Sap-Konzentration im Boden das übermäßige Wachstum von Crolice bewirkt haben konnte.

Genauso sollen Pflanzen, die für die grünen Anhöhen typisch sind, laut Herrn Perinia viel Sap im Boden zum Wachsen benötigen; deren Vorkommen im Dschungel würde seine Theorie somit untermauern. Ebenfalls zur Sprache kam, daß sich die Yelk-Gruppen inzwischen vor allem im Hain von Umbra überaus stark vermehrt hatten. Zur Sorge der Bevölkerung zeigte sich die Mehrzahl dieser starken Yelks auch noch ungewöhnlich aggressiv. Obwohl bei der Versammlung zunächst beschlossen wurde, die Entwicklung noch eine weitere Zeitlang zu beobachten, wurde diese Planung erschreckend schnell hinfällig!

Denn schon in den nächsten Tagen häuften sich besorgte bis angsterfüllte Berichte von Reisenden, daß sich vom Urwurzel-Abgang bis zur Gu-Qin Werkstatt eine Herde Yelks förmlich an die nächste reihte und man kaum noch das Moos unter ihren Klauen sehen konnte. Und diese Kreaturen waren obendrein noch überaus angriffslustig! Ein Homin konnte sich im Hain selbst auf den sonst bekanntermaßen ungefährlichen Wegen seines Lebens nicht mehr sicher sein. Die kleine Stadt Min-Cho fühlte sich dadurch unmittelbar bedroht, denn man befürchtete, daß die Yelks bei weiterer Ausbreitung in die Stadt wandern und dort verheerenden Schaden anrichten könnten.

Deswegen kam es am 24. Mystia des 2. Zyklus' im AtysJahr 2553 zur schon erwähnten großen Schlacht gegen Unmengen von Yelks im Hain von Umbra, wofür sogar einige ständige Wachposten der Zoraï aus den Städten abgezogen wurden. Es soll wegen der Giftigkeit sterbender Yelks ein überaus harter Kampf gewesen sein. Aber das Kampfglück war am Ende mit den Homins, und die Bürger von Min Cho konnten wieder ruhig schlafen.

Die Bohrer

Kurz darauf, am 27. Winderly des 3. Zyklus' im AtysJahr 2553, fand eine Sondersitzung des Kreises des Wiederaufbaus statt. Dabei waren zwei Weise unseres Volkes anwesend; Herr Gangi Cheng-Ho und der erst relativ kürzlich aus den Alten Landen eingetroffene Herr Saison. Obendrein soll sogar ein Kami bei der Sitzung aufgetaucht sein, wie ich hörte. Es wurden neueste Untersuchungs-Ergebnisse ausgetauscht, darunter wurde über eine Zunahme von Nebelschwaden berichtet, also von mehr Feuchtigkeit als sonst, die aus dem Boden verdunstete; und leider auch von weiteren neu-gebildeten Wurzelsträngen.

Noch stärker als zuvor wurde der Sorge Ausdruck verliehen, daß sich die Veränderungen von den verdorrenden Landen bis nach Aeden Aqueous fortsetzen könnten. Aufgrund der Forschungen des Matis-Botanikers Perinia wurde beschlossen, als rasche Notmaßnahme Bohrer, wie sie auf den Außenposten üblich sind, auf den am meisten betroffenen Knoten des Sapflusses zu errichten. Würden nämlich Bohrer in den Sapstrom gesenkt und überschüssigen aufgestauten Sap herausziehen, sollte sich der Druck senken und die ungewöhnlichen Effekte müßten zurückgehen, meinte Perinia.

Ein Hilfs-Angebot der Karavans wurde jedoch etwas schroff abgelehnt. Nicht zuletzt deswegen, weil die Weisen der Zoraï glauben, daß die Kamis aus Sap bestehen, und daß die Karavan in Fragen des Landes sowie des Saps für wenig bis gar nicht bewandert seien. Diese Ablehnung nahmen manche Vertreter jena-gläubiger Völker mit großem Mißfallen auf. Es soll daraufhin sogar zur Verbreitung von infamer Lügenpropaganda gegen unser Volk gekommen sein, die angebliche Goo-Drogen-Höhlen und Lästerungen gegen Ma-Duk-Gläubige zum Inhalt hatten! Zusätzlich äußerten manche Matis in der Öffentlichkeit ihren Unmut gegen die Zögerlichkeit der Zoraï-Regierung sowie auch pauschal gegen "alle" Zoraï, die ihren offiziellen Stellen Bericht erstattet und verunsichert auf Beschlüsse ihrer Regierung gewartet hatten.

Der Weise Saison zeigte sich gleichzeitig wiederum mißtrauisch gegenüber anderen Völkern, besonders aber den Jena-gläubigen. Er erklärte, daß er von den Kamis gesandt worden war, um sich dem Rat der Alten anzuschließen. Saison war erst kürzlich aus den Alten Landen angekommen und hatte bisher wenig Kontakt mit anderen Homin-Völkern als den Zoraï; die Verhältnisse der Neuen Lande waren für ihn daher erstmal noch sehr ungewohnt. Die Kamis wiederum erklärten lösungsorientiert, sich mit ihren bewährten Bohrertypen um das Problem kümmern zu wollen, womit die Sitzung geschlossen wurde. Als nächstes wurde daher also eine sehr große Anzahl Baumaterialien benötigt, um die Sap-Bohrer damit zu konstruieren.

Hiermit begann der Bau der drei Bohrer im Dschungel, welcher viele Hände für lange Zeit beschäftigt hielt. Zum Wohle der Natur schloß ich mich den Rohstofferntern an - obwohl ich gleichzeitig bedauerte, daran mitzuarbeiten, die herrlich grünen und so gesund wirkenden neuen Pflanzen wieder zum Verschwinden zu bringen... Am Quinteth, dem 17. Thermis des 3. Zyklus' im AtysJahr 2553 führte Saison zur erklärenden Einführung eine größere Gruppe an Helfern für die allererste Bohrer-Rohstoff-Anlieferung von Jen Lai nach Süden. Zuerst wurden den willigen Händen Stellen zum Sammeln von Rohstoffen gezeigt, danach Materialien in den Packtaschen von Mektoubs gesammelt, und zuletzt brachen die Helfer als Eskorte der ersten Material-Lieferung zur Bohrer-Baustelle in der Wölbung auf.

Leider lief dabei nicht alles reibungslos. Nicht nur attackierten einige übriggebliebene Yelk-Grüppchen den kleinen Zug, außerdem versuchten noch Stammesmitglieder der Antikami als altbekannte Feinde des Zoraï-Volkes sowohl den Rohstoff-Abbau als auch die Beförderung zu behindern. Diesen Attacken erlagen bedauerlicherweise trotz aller Anstrengungen die beladenen Pack-Tiere, und es dauerte seine Zeit, bis Ersatz-Tiere herangebracht worden waren. Als die Lieferung dann endlich bei der Baustelle ankam, war diese bereits mit wenigen Wachen gesichert und provisorisch umzäunt worden. Zusätzlich wurde baldigst eine Tafel dort aufgestellt, auf der alle Material-Lieferungen vermerkt werden sollten, mit den Namen der Rohstofflieferanten und der bereits gesammelten Menge in Bezug auf die benötigte Gesamtmenge. Eine weitere solche Tafel wurde später auch noch in Min-Cho errichtet.

Viele Wochen und gar Monate lang rangen nun Rohstoff-Ernter verschiedener Nationen für den Bau der Bohrer dem Boden von Atys riesige Mengen verschiedenster Materialien ab. Nebenbei begaben sich einige Homins, darunter auch ich, auf lange Erkundungs-Wanderungen durch die verdorrenden Land, damit uns keine wichtigen Anzeichen für Neu-Entwicklungen entgehen sollten, sowie um hoffentlich verdächtige Homins rechtzeitig entdecken und zur Rede stellen zu können, damit mehr über die Hintergründe der derzeitigen Abläufe in der Natur bekannt würde.

Ich habe meine Heimat immer schon innig geliebt, vor allem das üppige saftige Grün und den wunderbaren feuchten Moos-Boden. Aber ebenso oder fast noch besser gefiel mir nun die neu variierende Vegetation! Die gewundenen grünenden Crolice-Wurzelbögen fügten sich in meinen Augen ganz natürlich in die Landschaft ein. Weiß blühende Bäume und Büsche bildeten zarte willkommene Lichtblicke im dunklen Grün. Aber vor allem die leuchtenden Pflanzen aus den Urwurzeln, die sich hier und dort zeigten, empfand ich als besonders herrlich. Jeden Tag genoß ich bei langen Ausflügen den andersartigen, aber doch so wunderbar stimmigen Anblick, den die mir vertrauten Gefilde nun aufwiesen, und ich konnte gar nicht genug davon bekommen.

Abend für Abend wurden in Min-Cho gleichzeitig weiterhin die Rohstoffe zahlreicher fleißiger Ernter bei den Karawanenführern und ihren Pack-Mektoubs abgegeben, von diesen gesammelt und zu den Baustellen geliefert. Nachdem ein Drittel der Materialien zusammengebracht war, wurde sodann am Prima, dem 7. Mystia des 3. Zyklus' 2553 der erste Bohrer in der Wölbung vom Weisen Saison feierlich mit einer sachlichen Rede eingeweiht. Es war sehr eindrucksvoll, dabei zuzusehen, wie die geschwungenen hölzernen Pflanzen-Bohrer vor unseren Augen mit den letzten Handgriffen fertiggestellt wurde und das erste Sap in die Auffang-Tröge strömte!

Gleich anschließend an die Bohrer-Einweihung führte der Weise eine Gruppe Homins noch zu einem kleinen Erkundungs-Ausflug in die Urwurzeln von Umbra. Dort waren leider schon ganz nahe beim Eingang neu gewucherte Wurzelstränge zu entdecken, so viele, daß das Durchkommen kaum möglich war. Zusätzlich verhielten sich einige Yelks bei den Sapseen weiter im Inneren der großen Urwurzelhöhlen aggressiv. Wenn die Veränderungen des Sapstromes nicht bald aufgehalten werden konnten, sah es so aus, als ob sie sich weiter durch die Urwurzeln bis zu den Seenlanden fortsetzen würden, und auch diese durch aus den Urwurzeln herausströmende Yelks gefährden...

Die Suche nach der Ursache der Sap-Störung

Die Bohrer schienen wie vorausgeplant zu wirken, denn die Zahl der Crolice-Wurzelstränge nahm nach dem Bohrerbau in der Gegend von Umbra nicht weiter zu. Und schon bei der nächsten Sitzung des Kreises des Wiederaufbaus am Tria, 27. Winderly des 4. Zyklus' im AtysJahr 2553 erwähnte auch der Matis-Botaniker Perinia sozusagen ganz offiziell, daß der erste Bohrer den erwünschten Effekt hätte, denn die Wucherungen schienen fürs erste aufgehalten. Leider meinte der Gelehrte allerdings, daß die Bohrer allein das Problem nicht lösen könnten, solang der Sap unter der Oberfläche nicht wieder frei fließen könne. Für den schlimmsten Fall wurde sogar ein Sap-Mangel und eine folgende Schädigung der ursprünglichen Dschungel-Vegetation prognostiziert.

Hernach ging Herr Perinia auf Verdachtsmomente gegenüber seinem Volk ein, die in der Zwischenzeit angewachsen waren. Verschiedene Homins hatten sich Gedanken darüber gemacht, warum wohl einige Pflanzen aus den grünen Anhöhen nun im Dschungel gesichtet wurden, und die Homins hatten sich erinnert, daß die Matis Meister der Manipulatoren von Pflanzen waren, wie ihre Häuser ja eindeutig beweisen. Der Matis-Gelehrte räumte ein, daß in früheren Zeiten Matis-Ingenieure tatsächlich schon Crolice-Wurzeln verändert hatten, wie beispielsweise für den Bau der Arena durch Bravichi Lenardi, für die Vorbereitung der Bäume im Almati-Wald durch Gilado Almati als spätere Wohntürme, oder für den Beginn eines Schutz-Walls gegen die Kitins - solange übrigens, bis dieser Mauerbau von den Kamis verboten wurde.

Dennoch beteuerte der erfahrene Botaniker Perinia, daß diese Techniken im Dschungel unmöglich angewandt worden sein konnten. Von den alten Techniken seien nicht mehr alle bekannt, nur der königlichen Akademie, so behautpete er - diese wäre also zur Unterstützung nötig gewesen, um Wurzelstränge zu manipulieren. Außerdem hätten solche Aktionen große Baustellen, sehr viele Arbeiter, Ingenieure sowie eine ungeheuer große Menge an Material benötigt. Die Stämme im jungfräulichen Wäldchen oder gar lediglich ein paar verdächtige Wanderer hätten das niemals zustande gebracht, bekräftigte Herr Perinia, von seinen eigenen Worten offenbar überzeugt.

Während das Nachdenklichkeit auslöste, präsentierten Fräulein Sasura Rinichio und Fräulein Lylanea Vicciona Informationen, die sie vom Stamm "der schwarze Kreis" im Hain von Umbra erhalten hatten. Der Stamm war früher für Verbindungen zum grausamen Muang Hoi-Gi bekannt gewesen; der wohl gefährlichste Feind des Zoraï-Volkes und Erzfeind unseres Herrschers Mabreka Cho. Zuletzt hatten wir Muang Hoi-Gi als Verbündeten der Marodeure angetroffen, als sie ein Dorf beim Berello-Schlucht-Grenzposten in den Anhöhen errichtet hatten, um von dort aus die Matis-Städte überfallen zu können. Die Kämpfer vieler Länder hatten sich dort gegen sie gestellt und sie aufgerieben. Die von Muang zu Riesenkreaturen veränderten Raubtiere waren dabei wohl die gefährlichsten Gegner gewesen.

Die Stammesführer des schwarzen Kreises jedenfalls hatten den beiden Matis-Damen bestätigt, daß auch ihrer Kenntnisse nach Sapadern genau unter den neu entstandenen Wurzelgeflechten verlaufen würden und die auffälligsten Vorfälle an Kreuzungen solcher Sap-Flüsse aufgetreten hätten. Allerdings hatte der schwarze Kreis - selbstverständlich - rigoros abgestritten, etwas mit der Veränderung der Flora oder Fauna zu tun zu haben. Dafür aber hatten sie seltsamerweise behauptet, daß der Ursprung der Sap-Störung möglicherweise im Knoten der Demenz beim Stamm der Erleuchteten des Goo läge...

Die Weisen faßten den Entschluß, eine weitere Forschungsreise zu veranstalten, die diesen Verdächtigungen nachgehen und freilich auch weitere mögliche Ursachen der Sapstörung prüfen sollte. Dieselbige Expedition fand am Quinteth, den 17. Thermis des 4. Zyklus' 2553 unter der Leitung des Weisen Gangi Cheng-Ho statt. Die ihn begleitenden Homins, darunter auch meine Wenigkeit, wanderten zunächst zum Runenkreis / zur Sap-Quelle im Knoten der Demenz, die aber von Störungen frei zu sein schien. Im Anschluß darauf befragten einige der Jena-Gläubigen unserer Expeditions-Gruppe die Erleuchteten des Goo (früher "Gooköpfe"), während andere dem Stamm fernblieben, um keine Konflikte auszulösen.

Der befragte Stamm erwies sich als bedauernswert irregeleitet. Die "Erleuchteten des Goo" gewinnen unter der Stammesführerin Gicha Cirinia aus einer Goo-Infektionsquelle, bei der sie sich niedergelassen haben, eine überaus gefährliche Droge, die sie auch weiter verbreiten. Die "Gooköpfe" nehmen sogar so viel von dieser zerstörerischen Substanz zu sich, bis sie tödlich daran erkranken. Sie bestehen in ihren Wahn leider darauf, daß sie durch den so provozierten Tod als höhere Wesen erleuchtet re-inkarnieren würden...

Wie andere Stämme, die wegen ihrer Goo-Manipulationen von den Kamis abgelehnt würden, hatten die "Erleuchteten" die Karavan um Schutz ersucht, und diese gewährten ihn. Wieviel die Karavan von dem Treiben des Stammes genau wußten, warum sie es duldeten, oder ob sie selbst daraus eigene Kenntnisse erwarben, konnte niemand bisher herausfinden. Scheinbar hatten die "Erleuchteten" allerdings nichts mit dem Sapstau zu tun, denn in ihrer Umgebung fanden sich keine Änderungen an Flora oder Fauna; und sie selbst schienen nicht einmal recht zu verstehen, was die Fragenden eigentlich meinten.

Immerhin eine einzelne sinnvolle Information konnten die armen Irren geben: sie hatten sie eine Abnahme der Ergiebigkeit der Sapquelle / des Runenkreises am Hügel festgestellt, und auch das Goo erschien ihnen besonders ruhig. Offenbar hatte der Sap-Stau also noch vor dem Dorf seinen Ursprung, und das sehr offensichtlich unter der Oberfläche der Rinde.

Die Ursache

Als nächstes stieg unsere Expeditionsgruppe also aufgrund der bisherigen Erkenntnisse in die Urwurzeln "Verbotene Quellen" hinab. Auf Anraten Gangi Cheng-Hos suchten wir den dort lebenden, sehr freundlichen Stamm der Unterwasser-Wurzelextrahierer auf. Dessen Stammesführerin Diobus Apocaps erklärte, daß ihr Stamm sap-verunreinigtes Wasser aus den Urwurzeln für Pyr förderte und reinigte. Das bewerkstelligten die fyros-geborenen "Extrahierer" mit der Hilfe von Tryker-Ingenieuren, die sich auch mit Sap auskannten. Die berichteten, daß das Wasser neuerdings mit viel weniger Sap versetzt sei. Weiters erzählten sie, daß im Westen bei den sumpfigen Sapseen dafür nun viel mehr Sap im Wasser enthalten sei, und daß außerdem Kitins dort für Unruhen sorgten.

Tatsächlich fand unsere Forschungsgruppe im besagten Gebiet eines seendurchzogenen Sapsumpfes eine große Zahl Kitins vor. Die riesigen Insekten strömten uns entgegen, aus einem Zugang zu einer noch tiefer gelegenen Urwurzelschicht aus einem Tunnel heraus, welcher offenbar voller Sap war. Um das einsehen zu können, hatte unsere kleine Gruppe an Expeditionsteilnehmern sehr hart mit den Rieseninsekten zu kämpfen, zusätzlich mischten sich noch hungrige Voraxe mitein, sodaß es fast zu einem Fiasko gekommen wäre! Das Ergebnis der Forschungsreise war allerdings vielversprechend. Es sah nämlich so aus, als hätten die Kitins mit dem von ihnen gebohrten Stollen den Sapfluß durchbrochen und hätten danach die angebohrte Sapader verstopft, damit ihre unterirdischen Gänge nicht überflutet würden. Das also war die gesuchte Ursache!

Der Weise Gangi Cheng-Ho meinte dazu, daß die Kamis imstande sein müßten, eine solche Anomalie zu verschließen und vielleicht auch den Kitin-Tunnel als ganzes zu zerstören, damit die Kitins nicht erneut den Sapfluß unterbrechen könnten. Er wollte sich daher zu diesem Zweck mit den Kamis in Verbindung setzen. Die Weisen der Zoraï sind bekannt für ihre tiefe Verbindung zu den Kamis und zum Sap von Atys; es wäre also töricht gewesen, diesen Worten des freundlichen und auch bei anderen Völkern sehr beliebten Cheng-Ho nicht zu trauen. Seinem Konzept folgend wurden Aufrufe an den Anschlagstafeln ausgehängt, die alle kampferfahrenen Homins zusammenriefen, um in geraumer Zeit gemeinsam gegen die Kitins in den Urwurzeln vorzugehen und damit den Kamis den Weg zur Bereinigung des Problems freizumachen.

Während sich immer mehr Homins rüsteten und zum Kampf vorbereiteten, war gemäß des ursprünglichen Planes schon die nächste Baustelle im Tal der Palmen direkt nördlich neben der großen Hand errichtet worden und auch mit den Rohstoffabgaben dafür zügig jeden Abend weitergemacht worden. Schon allzu bald darauf gab es aber leiderweise schon wieder unvorhergesehene Probleme: der Rohstoff-Karawanenführer Jing Polei war auf seinem Weg von Min Cho zur Baustelle im Tal der Palmen mitsamt den reich beladenen Packtieren von Banditen der Dare Doers entführt worden. Eine rasch zusammengestellte Homin-Rettungstruppe konnte Herrn Jing Polei glücklicherweise am Prima, dem 7. Medis des 4. Zyklus' im AtysJahr 2553 befreien.

Nach diesem Ereignis wurden die Rohstoffannahmen und auch die aktuelle Tafel der Liefermengen nach Hoi Cho transferiert, um einen kürzeren und sichereren Weg zur großen Hand sicherzustellen. Die Entlastungsarbeit der Bohrer bewirkte inzwischen offensichtlich, daß die Veränderungen zu einem Halt kamen und vor allem keine weiteren Horden von Yelks sich ihren Weg aus den Urwurzeln in den Dschungel bahnten. Noch allerdings gingen die ungewöhnlichen Pflanzen nicht zurück. Ehrlich gesagt, war mir das nur recht und ich hoffte, daß sie dem Dschungel auch noch lange erhalten bleiben würden. Immerhin taten diese Wurzeln und hübschen Pflanzen ja niemandem etwas an. Leider aber im Gegensatz dazu die dummen Yelks...

Nach der Fertigstellung dieses zweiten Bohrers wurde wegen der erfolgreichen Ergebnisse ohne Verzug auch noch die dritte Baustelle im Nichts / in der Leere errichtet, ganz in der Nähe des abgebrochenen Astes und nicht weit vom Banditenlager der Villians of the Void.

Bereinigung der Angelegenheit

Als mit großer Anstrengung nach mehreren Tagen zuletzt auch der dritte Bohrer fertiggestellt worden war, wurde festgelegt, am Prima, dem 7. Mystia des 4. Zyklus' 2553 die unterirdische Ursache der Sap-Störung in Angriff zu nehmen. Eine große Anzahl an kampfestüchtigen Homins, die sich schon auf den Ruf vorbereitet hatte, sammelte sich in Zora. Eine gute Freundin von mir war dabei und konnte mir aus erster Hand davon berichten.

Sie erzählte, daß viele der Homins schon begierig auf den Kampf mit unseren Erzfeinden waren. Sie marschierten mit dem Weisen Gangi Cheng-Ho in ihrer Mitte zügig nach Norden und in die Verbotenen Quellen hinein. Die Raubtiere auf ihrem Weg hatten keine Chance, denn sie waren nur kleine Fische gegen die riesigen Insekten, für welche die Homins an diesem Tage gerüstet waren. Schon bald gelangte die schlagkräftige Truppe bis zum Durchbruchsloch des Kitin-Tunnels. Dort schlug sie sich tapfer durch alle angriffslustigen herausströmenden Kitins und konnte schließlich die unterirdischen Gänge betreten. Der Homin-Schlachtzug bekam es dabei mit so ziemlich allen Kitin-Arten zu tun, die wir kennen, sogar in teils ungewöhnlichen Farben und Größen.

Nachdem die Homins sich auch durch den Kitin-Stollen gekämpft hatten, betraten sie große von den mörderischen Riesen-Insekten besiedelte Hohlräume, die stark an ein Kitin-Nest erinnerten. Die Kämpfer mußten jetzt nur noch einen Bereich um die Verstopfung des Bruchs in der Sapader freiräumen, damit Kamis herbeigerufen werden konnten und gefahrlos die Sapader-Wunde heilen konnten. Die Konfrontation mit den dort wohnhaften Kitins war hart und führte auch zu neuartigen Begegnungen, darunter mit Tunnelbohrer-Kitins und mit einigen besonders riesenhaften sowie auffallend gefärbten Anführer-Kreaturen.

Es erforderte viel Mut, Kraft und Durchhaltevermögen, bis alle Kitins aus der großen Höhle getötet worden waren. Der Weise Gangi Cheng-Ho hatte die große Homintruppe begleitet und nahm nach der erfolgten Säuberung vor dem Tunneleingang meditativ Kontakt mit den Kamis auf. Tatsächlich folgten vier schwarzfellige Kami-Priester seinem Ruf und kamen herbei. Ein einzigartiger Anblick für viele Homins, die so etwas noch nie miterlebt hatten!. Die sonst so friedlich bis naiv wirkenden Kamis nahmen inzwischen den sie beschützenden Homins Position ein, wandten auf Entfernung eine enorm kraftvolle Magie an, heilten damit die Wunde der Sapader und verschlossen den ganzen Stollen-Durchbruch der Kitins.

Die dadurch eingesperrten Homins wurden mit Hilfe der Kamis und Gangi Cheng-Hos aus der Höhle zurück nach Zora gebracht. Nun hofften sie nur noch darauf, daß der Sapstau jetzt abfließen konnte. Als Anzeichen wurde erwartet, daß sich daraufhin die Wurzeln und anderen Pflanzen zurückbilden würden, die für ihr Wachstum einen sapgetränkten Boden brauchten und auf dem Dschungelboden nicht länger gedeihen könnten, wenn die hohe Sap-Konzentration in der Rinde von Atys abnehmen würde. Zur Unterstützung dieser Idee mußten die Bohrer noch eine Zeitlang weiterlaufen, bis man ihren Erfolg beobachten konnte.

Tatsächlich konnten die erleichterten Dschungel-Bewohner in den kommenden Tagen und Wochen beobachten, wie die fremdartige Flora abnahm, bis sie schließlich ganz von der Oberfläche verschwunden war, und sich mit ihr die ungewöhnlichen Tiergruppen ebenso zurückzogen. Jedoch muß ich gestehen, daß ich keineswegs zu denen gehörte, die sich nun beruhigt entspannten. Im Geheimen trauerte stattdessen mein Herz um die wunderschönen Pflanzen, die nun eingegangen waren. Tagelang lief ich durch die Lande und beobachtete, wie sich all das zusätzliche lebendige Grün zurückzog, das leider kein natürlicher Teil des Dschungels bleiben konnte.

Am Quarta, den 16. Frutor des 1. Zyklus' im AtysJahr 2554, wurde angesichts der erfolgreichen Bereinigung der Sap-Störung eine abschließende Ehrungszeremonie für eine Handvoll fleißiger Homins abgehalten; allerdings leider für nur wenige von den vielen fleißigen Händen, die sich für die verdorrenden Lande eingesetzt hatten. Es waren wohl nicht so viele elektrische Spitzhacken, Meisterinstrumente und geheimnisvolle Schriftrollen vorhanden, die verteilt werden konnten. Immerhin gab es eine offizielle Dankesrede für alle Helfer in dieser Zeit.

Ehren-Tafeln zur Erinnerung an diese wohl einzigartigen Monate, die den Dschungel verändert hatten, wurden zunächst an den drei Bohrern angebracht, in der Wölbung, beim Tal der Palmen und beim abgebrochenen Ast. Aber schon kurze Zeit später wurden die Ehrungen auf die Anschlagstafeln in die Städte übertragen, da die Bohrer mit der Zeit ja nicht mehr benötigt wurden und daher abgebaut wurden. Mit einer gewissen Heimlichkeit folgte eine Zeitlang danach in Jen Lai eine Verteilung der übriggebliebenen Bohrer-Rohstoffe, die nicht verbaut worden waren, an Rohstoffernter, die beim Bohrerbau geholfen hatten.

Wie hätte sich der Dschungel wohl verändert, wenn die Entwicklungen nicht weiter beachtet oder für natürlich befunden worden wären, sodaß unser Volk sich als Bewahrer der Natur um Akzeptanz und Anpassung hätte bemühen müssen? Würden wir heute große Wüstenflecken in den verdorrenden Landen sehen und dazwischen sapreiche wurzelüberwucherte Linien von Grün; eine Landschaft, die alles andere als einem Dschungel ähneln würde? Gelegentlich erinnere ich mich bei Wanderungen in den verdorrenden Landen noch heute an dieser oder jenen Stelle an die ungewöhnlichen Pflanzen oder Tiere, die ich dort gesehen hatte, als der Sap gestaut war. Aber die Erinnerung verblaßt allmählich und ähnelt immer mehr einem Traum.

gezeichnet: eine Zoraï


Lady Chiabres Tagebuch

Ein bestimmtes Dokument ist heute in die Hände unseres Reporters gefallen, welches sich als das Tagebuch der Lady Chiabre vom Hofe der Matis heraus gestellt hat. Ob dieses Dokument echt ist oder nicht, überlassen wir euch zu entscheiden …

“Heute war ich im Palast bei einem Staats Bankett. Ich war übertrieben nett zu Rodi De Varello, neben dem ich gesessen habe. Ich kann mir nicht helfen, aber ich denke immer noch, dass er ein perfekter Ehemann für meine kleine Rosino wäre, wenn sie über ihre Schulmädchenhafte Schwärmerei für diese unaussprechliche Ranger Person hinweg kommt.

Die De Varellos sind ein altes Geschlecht und sie würde genug Dappers haben, um sich jeden Wunsch erfüllen zu können … von ihrem Status ganz zu schweigen. Ich sollte bald einmal ein Fest geben und einige gute Partien einladen um sie ihr vorzustellen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Ranger Geschichte wäre wenn sie mehr ausgehen würde!

Und wenn wir schon mal von den Rangers sprechen … ich hab keine Ahnung was sich Orphie Dradius dabei gedacht hatte dieses Gewand zu wählen. Es hat mich eher an eine geschälte Psyklopa erinnert. Da sie zu diesem Bankett nicht im Dienst war sollte man meinen dass sie sich wenigstens dann vernünftig kleiden kann. Aber was kann man von einer Fyros Frau schon erwarten!

Gestern habe ich dieses Kröten Gesicht Bebi Cuirinia knutschend in einer Ecke mit einem dieser Ranger, Melga Folgore, gesehen! Er, der denkt er ist Jenas Geschenk an die Frauen. Er ist immer auf Reisen und spricht mit allen möglichen Personen. Ich kann mir wirklich nicht erklären welche Geschäfte er mit der königlichen Bestatterin der Matis haben könnte. Vielleicht macht er schon Pläne für seine eigene Beerdigung und möchte dass sie sein hässliches Gesicht etwas verschönert. Aber auf der anderen Seite kann ich mir wirklich nicht vorstellen dass sie länger am Leben bleiben wird als er, denn momentan sieht sie eher aus als würde ihr Lebenssamen jeden Moment versagen.

Xalis wiederum ist ein Mann der seinen Nutzen hat in so manchem Sinn. Natürlich sind Matis Männer überlegen, aber er hat trotzdem seinen ganz besonderen Charme der mich sehr anspricht. Falls er mir dienlich sein kann werden wir eine hervorragende Beziehung haben. Ich werde jedoch Vorsichtsmassnahmen treffen müssen damit er mich nicht hintergeht. Mein Dienstmädchen Cinni wird ihr spezielles Talent anwenden müssen, um ein paar Informationen zu sammeln.

Es bürgert sich eine neue Mode bei Hof ein die ich wirklich nicht ertragen kann. Einige Leute scheinen sich für gar nichts zu schämen und kleiden sich in diese grausamen Tryker Kleider, die soviel nackte Haut zeigen das man die Leute kaum noch als bekleidet bezeichnen kann! Das letzte Opfer dieser grausamen Mode Erscheinung war eine der Hofdamen der Königin selbst. Die Königin war natürlich wütend und die dumme Hofdame würde prompt entlassen. Aber dieser Vorfall zeigt wieder einmal das wir die Matis Tugenden hoch halten und ehren müssen und es bestätigt mich wieder einmal in meinem Glauben, dass die alten Wege doch die besten sind!

Königin Lea … dies ist natürlich eine Dame die sich zu kleiden weiß. Sie sieht immer so blendend und hinreißend aus und ist die perfekte Gefährtin für unseren stattlichen und eleganten König. Ich wundere mich wann es endlich wieder Nachwuchs im Königshaus geben wird? Es ist wirklich schon eine ganz schöne Weile her seit dem letzten Kind. Letzte Woche hat Königin Lea tatsächlich etwas plump gewirkt, aber ich denke sie hat sich vielleicht einfach überfressen … diese königlichen Banketts schaffen es jede Diät zu ruinieren …. All diese Kohlenhydrate!

Oh je, es ist höchste Zeit sich für den Ball des Zoraï Abgesandten heute Abend vorzubereiten! Hoffentlich fallen die Meditationen vor dem Essen dieses Mal etwas kürzer aus … 35 Minuten ist wirklich zu lang meiner Meinung nach …


Das Tagebuch von Lady Chiabre - Teil 2

Ein erneutes hallo, Style-Liebhaber!

Ich habe die zirkusähnelnde Posse der vergangenen Wahl der Tryker eng verfolgt, und meine Magd, Cinni, hat für mich noch ein wenig zusätzlich nachgeforscht.
Was ich schlussfolgernd sagen kann ist, dass der Trykerstaat in der Tat an einem Tiefpunkt angelangt sein muss, was Klasse, Anstand und die Grundzüge des
Style Managements angeht.

Habt ihr euch die Kandidaten einmal angesehen, die in dieser Wahl angetreten sind?

Zum einen ist da dieser Roggan Adgan, Cinni berichtete mir von seiner Alkoholfahne, sie war meilenweit zu riechen, als wenn das nicht genug wäre, nein er ist auch noch ein Anhänger dieser komischen Pelzknäuel die sich Kami nennen.

Dann ist da diese möchtegern Gouverneurin Shaly Nara die sich in die Angelegenheiten von allem und jedem einmischen will, ich denke nicht, dass König Yrkanis mit ihr verhandeln wollen würde, natürlich würde die Etikette es ihm verbieten ein Angebot zu Verhandlungen abzulehnen, bei ihr jedoch würde ich es mir stark überdenken.

Weiter geht es mit einer die ihr Herz durchaus am rechten Fleck hat, Lakera, eine treue Anhängerin der Karavan. Jedoch ist die Wahl ihrer Kleider sowas von Geschmacklos, dass meine arme Cinni gräuel davor hatte zu den Veranstaltungen zu gehen um etwas mehr über Lakera heraus zu finden.

Dann folgt Matty Brecker, ich denke er hätte einen guten Gozuverneur abgegeben, als erstes jedoch hätte er sich eine neue Rüstung zulegen sollen. Die Matisrüstung, welche ihm Cinnis Angaben zufolge sehr gut stand war leider viel zu groß für ihn.

Nun zu der Gewinnerin des Würfelspiels, oh, ehm ich meine natürlich der Wahl.
Ailan Mac'kean, selbsternannte Lady, wo her nimmt sie sich das Recht sich wie eine adlige Matis als Lady zu bezeichnen? Das ist einfach unerhört. Und dann hat sie auch noch die Sympathien der anderen Tryker dadurch gewonnen, dass sie Still Wylers Erbe antreten möchte. Aber was hatte es Still Wyler gebracht? Er wurde ermordet, ich hoffe, dass ich zumindest vor ihrem dahinscheiden selbst von ihrer Fähigkeit überzeugen kann, vielleicht ja auf einem der nächsten Hofbälle hier in Yrkanis.


Teleportations Krankheit

Das Mektoub wartete geduldig, ruhig auf allen vier Pfoten stehend. Es wusste aus Erfahrung, dass seine Herrin einige Zeit an diesem Ort verweilen konnte, praktisch regungslos, nur ein liebliches, beruhigendes Singsang auf den Lippen.

Ich blickte zum Mektoub, das sich durch die Mantras der Zoraï einlullen ließ und war selbst halb hypnotisiert durch die surrealen Lichter, in denen das bemerkenswerte weiße und organgefarbene, harmonisch von Wurzeln umschlungene Gebäude erstrahlte, dessen Spitze majestätisch bis in den Himmel zu reichen schien.

Es war der erste Ausritt der Dynastischen Heilerin Tao Sian seit ihrer Bettlägerigkeit einige Wochen zuvor. Sie hatte diesen schönen Frühlingsmorgen dieses Folially im zweiten Zyklus des Jahres 2574 genutzt um sich zum Tempel von Zora zu begeben. Ich, ihr junger Schreiber, habe sie begleitet um diskret auf sie und ihrer noch gefährdeten Gesundheit zu wachen. So saß ich also dort, nicht weit von ihrem Mektoub entfernt, halb beim Klang des Gemurmels ihrer süßen Stimme wegdösend...

"Ochi Kami no!"

Die männliche Stimme ließ mich hochfahren. Als ich die Augen öffnete erblickte ich eine hoch aufragende Silhouette, die, keine Ahnung woher sie gekommen war, neben der Heilerin betend Aufstellung genommen hatte.

"Ochi Kami no!", hallte Tao Sian zurück und fügte mit Respekt hinzu: "Kamia'ata, Sage Sens."
Ohne lange zu zögern griff ich nach meinem Schreibzeug, das von meinen Knien gerutscht war und schrieb, so getreu wie möglich, die entstehende Konversation nieder.

"Ata'Kami, Tao. Wie fühlst du dich?"

"Bei der Gnade der Kamis, es geht mir besser. Aber mehrere Teleportationen über mich ergehen lassen zu müssen, wo mich doch schon eine einzelne für mehrere Tage krank werden lässt... war eine Erfahrung, die ich nicht erneut machen zu müssen erhoffte. Aber ich hatte keine Wahl, die infizierten Ranger im Kitin-Nest des Almati-Waldes brauchten meine Hilfe! Und... sie brauchen sie immer noch..."

Ich fühlte die Sorgen in ihrer Stimme und erst nach einigem Zögern fügte sie hinzu:
"Warum unterziehen mich die Kamis bei jeder Teleportation solch einer Prüfung? Bringe ich ihnen nicht genügend Ehrerbietung entgegen?"

Der Weise blieb still und schien mit seinem durchdringenden Blick die Seele der Obersten Dynastischen Heilerin auszuloten.

"Deine Frage ist zugleich legitim und erfüllt mit Angst, Tao. Ich könnte dir eine Antwort geben, aber sie würde dir wenig helfen. Es ist wichtig, dass du deine eigene Antwort findest. Befrage dich selbst, Tao. Du beherrschst das bis zur Perfektion, wo es um den medizinischen Bereich geht, aber nicht, wenn es um dich selbst geht."

Ich hörte Tao Sian seufzen.

"Bei den Kamis, ich muss die Antwort wissen! Ich habe versucht, mich zusammenzureißen und meine Angst vor der Teleportation zu überwinden, um die vom Goo kontaminierten Ranger zu heilen, es war meine Pflicht als Heilerin! Aber sieh', wohin es mich gebracht hat! Lange Wochen voller Kopfschmerzen, so starke, dass ich allen gegenüber reizbar und rastlos war! Kann ich den Homins jemals wieder unter die Augen treten? Und vor allem... den Rangern?"

Ich sah, wie Sens beruhigend seine Hand auf die Schulter der Dynastischen Heilerin legte.

"Verschließe nicht dein Herz, Tao. Die Homins kennen deinen Wert und vertrauen dir, also vertraue auch ihnen..."

Mit diesen weisen Worten verschwand Sens so diskret, wie er gekommen war und überließ Tao Sian ihrer Meditation.

Auszug aus Band 1 von "Im Schatten von Tao Sian", einsehbar in der öffentlichen Bibliothek des Tempels des Wissens, aufgezeichnet im Laufe des Winters 2574 durch den Schreiber Kuangi Wu Shi.


Die Chroniken der Tempelkriege


Treffen mit einem jungen Blumenmädchen

Wir haben uns mit Nuani getroffen und uns mit ihr über den Bund der Ehe im Volk der Zoraï unterhalten. Sie ist ein junges Blumenmädchen, welches in dieser Funktion regelmäßig an Zoraï-Vermählungen teilnimmt. Heute lässt sie uns an ihren Erfahrungen teilhaben.

"Hallo Nuani. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, mit mir zu sprechen."

"Das ist kein Problem. Während ich das mache, brauche ich meine Hausaufgaben nicht erledigen!"

"Äh, gut, vielleicht könntest du damit anfangen, uns etwas über den Hintergrund der Zoraï-Vermählung zu erzählen.“

"Klar doch! Bei uns Zoraï'i mögen die älteren Leute diese Dinge, weil sie die ein Schritt zur weltlichen Stabilität und der Einheit der Gemeinschaft als Ganzes ist. Eine Eheschließung ist etwas anderes ist als die Kami-Erleuchtung und die religiösen Angelegenheiten.
Es soll auch dazu gut sein, um das andere Geschlecht besser zu verstehen. Aber ich kann nicht verstehen, wie jemand glauben kann, dass das möglich sein soll, wenn er schon mal meinen Bruder getroffen hat! Wie auch immer. Verständnis jeder Art ist positiv und und hilft uns allen.

Die Braut und der Bräutigam müssen miteinander ewig lang verlobt sein - mindestens drei Jahreszeiten - und sie sollten in dieser Zeit aufeinander achtgeben. Der Verlobte muss dabei eine Jahreszeit lang alle Arbeit übernehmen, dann die Verlobte, danach sollten beide gemeinsam füreinander sorgen.

Außerdem gibt es einen Schirmherrn, dem beide Partner vertrauen müssen. Er vergibt Aufgaben an die Verlobten, die sie füreinander erledigen müssen.

Wenn alles ganz furchtbar schiefläuft, können sie sich scheiden lassen, aber das ist sehr teuer und die Leute billigen das immer noch nicht wirklich."

"Gibt es einen formellen Tag für die Hochzeit?"

"Oh ja! Das Datum der Heirats-Zeremonie wird nach der Verlobungszeit festgelegt und findet normalerweise an einem Quinteth statt. Trauungen dürfen nicht am Holeth gefeiert werden, dem Tag von Ma-Duk, oder während der Gedenkwoche - das wird als extrem schlimmes Unglück angesehen."

"Und die Zeremonie?"

"Nunja, die Vermählung wird durch einen erfahrenen und respektierten Homin durchgeführt, üblicherweise ein Magier, der die Urwurzeln kennt und weit gereist ist.
Wenn die Gäste ankommen, müssen sie die offizielle Einladung am Eingang zum Hochzeits-Ort vorzeigen. Der Bräutigam und die Braut verbringen Wochen damit, kleine Geschenke zu fertigen, die sie als Einladungen aussenden. Alles erfüllt diesen Zweck, solang es nur traditionelles Zoraï-Handwerk ist.

Wie auch immer, nachdem der langweilige Teil vorbei ist, wird jeder in der Stadt zum Fest eingeladen. Natürlich sind wir Zoraï nicht so materialistisch wie manch andere Leute, aber Geschenke sind immer willkommen, wenn man ein neues Zuhause einzurichten hat. Unsere Ehebündnisse sind nicht speziell religiös, also ist es dem Paar selbst überlassen, wie sie die Zeremonie genau haben möchten. Sie kann auch überall abgehalten werden.

Die eine Vermählung, bei der ich letzte Woche war, wurde in der Gemeindehalle von Zora abgehalten, eine sehr hübsche Lokalität für die Feier danach. Die Braut und der Bräutigam stellen füreinander Ringe her, die am Zeigefinger getragen werden. Es wurde uns beigebracht, dass das der Finger ist, der mit unserer Seele verbunden ist. Ringe, die Leben spenden, sind eine schöne Geste, um die Langlebigkeit der Ehe zu versinnbildlichen.

Irgendjemand bringt auch immer ein Ernte-Werkzeug mit. Das soll Atys selbst symbolisieren; und - naja, du weißt schon: Fruchtbarkeit. Manchmal erlauben wir uns einen Spass damit und stecken sie unter das Hochzeitsbett.
Ein anderes Beispiel für mitgebrachte Gegenstände, sind von den Trauzeugen gekaufte seltene Urwurzel-Materialien, um die Vielfalt des Lebens zu symbolisieren, und wie wir auf Atys angewiesen sind. Und die Braut macht dem Bräutigam eine Kombination von violetten Zoraï-Kleidungsstücken. Ich bin nicht sicher, ob das dazu dient, zu verdeutlichen, wer die Hosen anhat!"

"Wo wir beim Thema Bekleidung sind, was ist die Kleider-Ordnung für die Heirat?"

"Ooooh, tja, die Kleidung ist immer farbenfroh selbstverständlich, niemand trägt Schwarz. Wir alle machen uns mit unserem besten Schmuck hübsch und lassen uns auch noch neue Tattoos auf die Masken malen. Traditionellerweise trägt die Braut zu dieser Gelegenheit eine kunstvolle Frisur, und ein violettes Kleid. Der Bräutigam beginnt, indem er nur ein Lendentuch trägt, aber die Braut reicht ihm die violette Kleidung, die sie gemacht hat, um zu zeigen, dass sie nun ein Paar sind. Im Gegenzug offeriert er ihr sein Erntewerkzeug.

Alle Gäste sitzen in einem Kreis rund um den Zeremonienmeister herum, und die Blütenmädchen streuen Blütenblätter auf den Boden rundum. Der Bräutigam kommt zuerst auf seinem Reit-Mektoub, er trägt nur das Lendentuch. Seine Freunde und seine Verwandtschaft ziehen ihn ins Zentrum des Kreises, wo seine Braut sich ihm anschließt, die normalerweise ein paar Minuten später kommt. Dann haben sie den Zeremonie-Teil, oh, und am Ende baden sie einander im Licht von Ma-Duk - dieser Abschnitt bringt mich immer zum Weinen - dann ist es Zeit zu feiern!

Für gewöhnlich werden einige Freunde ein neues Lied komponieren oder einen Tanz bei der Feier aufführen - oft, während die Gäste ihre Gratulationen an das Paar überbringen. Sie starten den Tanz und die Festlichkeiten dauern im allgemeinen die ganze Nacht an!"

"Nuani, danke für die Einblicke in den Ritus der Zoraï-Vermählung."


Über Trykerhochzeiten

Heute präsentieren wir euch ein Interview mit Satty Ribben, einer betagten Tryker Dame, die bereits einige Generationen von Trykern verheiraten durfte. Satty ist hier, um uns einen Überblick zu geben, wie solche Zeremonien durchgeführt werden.

Seid gegrüßt Satty, ihr seid also Priesterin der Tryker?

Oh nein, überhaupt nicht, unsere Hochzeiten laufen anders ab. Ich würde mich eher eine Zeremonienmeisterin nennen. Der Zeremonienmeister oder die -meisterin muss nicht unbedingt ein voll ausgebildeter Priester oder eine Priesterin sein. Alles was es braucht, ist im Grunde mit dem Ritual vertraut zu sein und Spaß daran zu haben, es in unserer engen Gemeinschaft zu vollziehen. Aber Natürlich gibt es noch die Bedingung, dass man für mindestens 3 Jahre glücklich verheiratet sein muss. Denn darin spiegeln sich unsere Prinzipien wieder, dass man sich selbst an das gebunden fühlt, was man predigt!

Können sie uns etwas über eine traditionelle Trykerhochzeit erzählen?

Nun als erstes wird sie nicht vor Ablauf von 3 Monaten durchgeführt. Um eventuelle spätere Probleme zu vermeiden, haben wir die Tradition, dass Paare mindestens 3 Monate verlobt sein müssen, bevor sie diesen großen Schritt wagen. Während dieser Zeit lebt das Paar zusammen und schaut, wie es miteinander auskommt. Erst nach Ablauf dieser Verlöbniszeit dürfen Freunde und Verwandte offiziell über den Ort und das Datum der Hochzeit reden. Meistens jedoch finden traditionelle Hochzeitszeremonien an einem Holeth, dem Tag Jena's, in der vierzehnten Woche des Verlöbnisses statt.

Traditionelle Trykerhochzeiten können Tage dauern und schließen eine Menge Fröhlichkeit und Feiern ein. Die Bräuche der Trykerhochzeiten spiegeln allgemein den brüderlichen Geist und Zusammenhalt der Gemeinschaft wieder und sind voller Fröhlichkeit, Gesang und Tanz. Außerdem sind Scherze, Witze und Streiche sehr beliebt.

Gemäß unserer alten Tryker Traditionen werden Braut und Bräutigam durch die Anwesenheit eines jeden Gastes geehrt, da dies Anteilnahme und Verbundenheit untereinander bezeugt. Darum kann jeder, der sich dem Paar verbunden fühlt, an der Hochzeit teilnehmen! Traditionell wird ein Dapperbetrag als Geschenk überreicht, der durch 2 teilbar sein sollte. Allerdings wird es immer beliebter unter jungen Trykern, dass sie stattdessen fein gearbeitete Handwerksstücke als Geschenke überreichen.

Natürlich spielt Essen und Trinken ebenfalls eine wichtige Rolle bei den Feierlichkeiten!

Das klingt faszinierend, wo würde dies alles stattfinden?

Tryker-Hochzeiten finden für gewöhnlich unter freiem Himmel und wenn möglich am Strand oder unter einer Überdachung statt. Homins sitzen auf dem Boden oder auf Matten um das heilige Feuer herum, welches das Vergehen der Zeit sowie die Wärme und Leidenschaft einer liebenden Beziehung symbolisiert. Die Gesellschaft des Bräutigams betritt zuerst den Platz, gefolgt von der Gesellschaft der Braut.

Werden Ringe ausgetauscht?

Ja, denn sie sind ein wichtiges Symbol der Ewigkeit der Liebe. Ringe, die vom Brautpaar oder ihren Trauzeugen hergestellt wurden, werden ausgetauscht. Traditionell überreicht der Bräutigam anschließend der Mutter der Braut ein kleines Geschenk, ebenso wie die Braut der Mutter des Bräutigams eines überreicht.

Es gibt also sowohl Trauzeugen als auch Zeremonienmeister?

Ja, die Braut wird von ihren Eltern oder engen Freunden begleitet und der Bräutigam von den seinen. Weiterhin benötigen beide jeweils zwei Trauzeugen, von jedem Geschlecht einen. Zusätzlich gibt es Brautjungfern und einen Chor von musikalischen Trykern, die altbekannte und viel geliebte Melodien singen.

Gibt es eine Kleiderordnung?

Die Kleidung sollte im Allgemeinen sehr bunt und farbenprächtig sein, wobei Schwarz vermieden werden sollte. Auf einer Hochzeit dürfen die besten Juwelen zur Schau gestellt werden und auch bei der Kleidung kann man so extravagant sein, wie man möchte. Eine Regel, die jedoch in keinem Fall gebrochen werden sollte, ist, dass ein jeder, der das Hochzeitsareal betritt, seine Schuhe oder Stiefel ausziehen muss.

Braut und Bräutigam verzieren ihre Gesichter mit einem ähnlichen Tattoo, das ihre gegenseitige Hingabe symbolisiert. Es heißt, man kann an der Haltbarkeit der Farben erkennen, wie lange eine liebevolle Beziehung hält!

Ich danke Euch herzlich für diese Einblicke in die Traditionen der Tryker und kann es nun kaum noch erwarten, selbst einmal an einer solchen Zeremonie teilzunehmen.


Viero


Wirell Aelan, ein ehrlicher Tryker

Wir befinden uns am Ort des Kamiheiligtums, der auf einer der Inseln nördlich des Freiheitssees gebaut wird. Doch wir haben einen alten Tryker getroffen, der ziemlich unzufrieden darüber scheint…

Guten Tag, wer sind Sie?
Wirell Aelan, wenn Sie es genau wissen wollen.

Um Gottes Willen, Sie scheinen ja nicht gerade gut gelaunt zu sein. Ist etwas nicht in Ordnung?
Es ist diese Baustelle da! Können die das nicht bei sich bauen? Sie könnten ihre verdammten Heiligtümer ja in den Zorai oder Fyros Gebieten errichten. Aber nein! Sie müssen sie genau dorthin bauen, wo ich ein bisschen Urlaub machen wollte!

Urlaub?
Ja, Urlaub! Wissen Sie, jeder Homin braucht ab und zu ein bisschen Zeit für sich. Es ist nicht weil wir Tryker gerne feiern, dass wir uns nicht auch mal ruhig in einer Ecke ausruhen wollen. Besonders in meinem Alter!

Ist es der Lärm, der Sie stört?
Wenn es nur der Lärm wäre! Natürlich stören die Tiefarbeiten, der Gesang der Handwerker und die Stimmen mich. Die lassen mir keine Ruhe! Die Tryker sind ja ein fröhliches Volk! Doch ich hatte mir diesen Strand ausgesucht, um etwas Zeit außerhalb des Tumults von Fairhaven zu verbringen. Ich wollte mich ausruhen, über mein Leben nachdenken und so und zwei Tage später tanzen alle diese Hirnis hier an. Und sie führen nicht nur Arbeiten durch, sondern reden auch noch die ganze Zeit über die Kamis!

Haben Sie ein Problem damit?
Ja wissen Sie, bin ja Tryker. Ich denke zwar nicht nur Gutes über die Kamis, weiß aber, dass nicht jeder so denkt wie ich. Was mich stört ist, dass sie ihr Heiligtum bauen. In der jetzigen Situation bringen sie die Leute ja nur durcheinander!
So als könnten die Tryker es gebrauchen, noch Mal von vorne mit der Diskussion anzufangen!
Wir können uns ja nicht mal auf eine gemeinsame Regierung einigen, Sie wissen mit der Föderation und so. Wenn wir uns jetzt auch noch Gedanken über die Religion machen müssen…

Glauben Sie an Jena?
In der Tat, ja. Ich fühle mich durch die Anwesenheit der Karavan sicher. Wenn sie da ist, weiß ich, dass etwaige Feinde uns nicht viel anhaben können. Auch wenn ich es bedaure, dass sie sich in diesen überflüssigen Krieg einmischt. Und mit ihren Altaren wird das Ganze auch nicht besser. Ich unterstütze die Karavan trotzdem, denn diesen Kamis da traue ich gar nicht. Finden Sie es nicht eigenartig, dass diese Viecher nur lauter Sachen von uns verlangen, uns aber nie helfen? Wo waren sie denn während der Kitin-Kriege? Jetzt tauchen sie aus dem Nichts auf, machen einen auf Kumpel und bei der ersten Schwierigkeit laufen sie weg und kommen erst wieder, wenn sie sicher sind, wer gewinnen wird. Das ist doch ein bisschen einfach, oder?
Klar, bei der Karavan weiß man auch nicht so genau wer sie ist und was sie will. Doch wenn sie sagt sie würde uns beschützen, dann hält sie sich auch daran. Ich vertraue ihr. Und unter uns: Die kleine Jena ist doch viel attraktiver als diese Pelzkugeln.

Stimmt das? Glauben Sie nur an Jena, weil sie attraktiver ist?
Mein Gott! Kein Grund, sich so aufzuregen! Ich sage das so, doch ich glaube wirklich an Jena. Ich ehre sie dafür, dass sie Atys erschaffen hat. Und wenn sie beschlossen hat, hier aufzutauchen, dann werden wir schnell wissen wo es lang geht. Wenn die Kamisten ihr schönes Angesicht sehen und merken, dass sie 10 Mal größer ist als sie selbst, dann stehen sie etwas dumm da mit ihrem Ma-Duk, den es überhaupt nicht gibt.
Und sie werden aufhören, Heiligtümer dorthin zu bauen, wo ehrliche Tryker Ruhe suchen!

Warum ruhen Sie sich nicht woanders aus?
Also so was! Wer ist denn hier am Ungeniertesten? Nein, wirklich! Und wo bleibt die Freiheit? Es scheint, sie seien frei ihr Heiligtum hier zu errichten, doch ich bin auch frei meine Ferien hier zu verbringen, wenn ich das will. In meinem Alter ist man stur! Ich bin jetzt hier und bleibe hier! Und ehrlich gesagt, es ist einer der seltenen Orte dieses scheiß Sees, an dem es ruhig ist und der noch nicht von diesen dämlichen Cloppers befallen ist. Und anstatt solche Bauten gut zu heißen, hätte dieser Wyler auch besser, die Seen ein für alle Mal zu säubern, damit man endlich herumlaufen kann, ohne jedes Mal ein Bein aufs Spiel zu setzen.


Yi Be-Pian, Ein alter Zoraï der Gemeinschaft des Ewigen Baumes

Erster Teil

Wir sind bis ins letzte Loch des Hafens der Reinheit gereist, um Homins einer der wichtigsten Stämme der Rinde kennen zu lernen - die Gemeinschaft des Ewigen Baumes. Nachdem wir Kontakt zu Bian La-Viang, dem Empfänger, aufgenommen hatten, schickte dieser uns letztendlich zu einem alten Zorai, der in seine Töpferarbeiten vertieft war.

Guten Tag, wer sind Sie?
Psst… Einen Augenblick…
Er bastelte noch einen Moment an der Vase herum, ehe er sie absetzte.
…So, ist es ist nicht besser so? Danke, dass Sie gewartet haben. Geduld ist eine gute Tugend. Was sind schon ein paar Minuten in meinem Alter? Wahrscheinlich nicht mehr als mein Leben auf der Skala des Schöpfers… Ich heiße Yi Be-Pian. Man sagt, ich sei ein Weiser. Doch das ist wahrscheinlich nur eine freundliche Art zu sagen, dass ich der Älteste der Gemeinschaft des ewigen Baumes bin. (Gelächter)

Erzählen Sie uns von der Gemeinschaft. Wann wurde sie gegründet?
Ich bin auch nicht alt genug, um das miterlebt zu haben, denn unsere Gemeinschaft wurde von der geehrten Mai Loo-Kai gegründet, um 2364. Viele erinnern sich nicht gerne an diese Zeiten. Die Zorai-Gesellschaft hatte sich entwickelt und trotz ihrer Hingabe zu den Dingen des Geistes, fing sie an sich von den Kami zu entfernen, um sich um bodenständigere Probleme zu kümmern. Als sie fest stellte, dass die Zorais die Homins immer häufiger vor die Kami stellten, versammelte Mai Loo-Kai - möge ihr Geist uns den Weg noch lange weisen - mehrere Freunde um sich und beschloss, eine Gilde zu gründen, die sich ausschließlich den Kami widmete.
In seiner großen Weisheit erklärte der Rat sich damit einverstanden und unterstützte sie. So gründete Mai Loo-Kai die Gemeinschaft des Ewigen Baumes. Zusammen mit jenen, die man bald ihre Anhänger nannte, predigte sie den Respekt der Kami und ermahnte die Zorai regelmäßig.

Sie sind also kein Stamm?
Ma-Duk hat Atys nicht an einem Tag erschaffen, ich kann meine Geschichte nicht in einem Sapschlag erzählen. (Gelächter)
Eines Tages merkte Mai Loo-Kai also - möge ihr Sap in den Adern Ma-Duks fließen - dass die so genannten Weisen sich nicht an die Ratschläge hielten, die sie anderen gaben. Darauf hin ermahnte sie die Weisen ebenfalls.
Diese waren nicht sehr erfreut darüber. So begannen die Schwierigkeiten der Gilde. Der Rat fing an, sie zu kritisieren und warf ihr vor, Unruhe zu stiften, um die Macht an sich zu reißen. Viele fingen an zu zweifeln. Mai Loo-Kai spürte, dass die Macht der Homins ihre Gilde und deren Ideale früher oder später verraten würde, wenn sie in Zoran bliebe. Mai-Loo Kai versammelte ihre treuen Anhänger, löste die Gilde auf und zog weit von der Autorität des Rates weg, der ihr nobles Schicksal störte.

Und die zentrale Macht aus Zoran ließ sie in Ruhe?
Mai Loo-Kai, gelobt sei ihre Weisheit, hörte auf zu predigen und widmete sich ausschließlich den Wesen, die sie anbetete: den Kami. Sie bewies, dass der Rat Unrecht hatte und der Beweis ihrer Hingabe machte mehr Eindruck auf die Zorai-Gesellschaft als alle ihre Predigten. Indem sie sich weniger für die Homins interessierte, brachte sie sie zurück auf den Weg der Erleuchtung. Der Rat bat sie beschämt darum, zurückzukehren, doch sie weigerte sich. In Zoran hätte sie nirgends in solch einer Symbiose mit den Kami leben können. Sie starb kurze Zeit darauf und hatte als erste das Kami-Zeitalter erreicht. Ihr Sap ist mit jenem Ma-Duks verschmolzen. Bald werde auch ich an der Reihe sein.

Als ich Ihr Lager beobachtete, stellte ich mir ein paar Fragen. Es gibt zahlreiche Völker in der Gegend hier, doch Sie sprechen nur von den Zorai…
Die Beobachtung. Eine große Gabe, für jemanden, der sehen kann. Mein Volk blieb lange nur unter seinesgleichen, aus Angst, aber meiner Meinung nach auch aus Unwissenheit. Die Unwissenheit hat es in die Eitelkeit getrieben. Doch als die Kami uns als treueste Diener erkannten, wurde uns die Aufgabe erteilt, das heilige Wort Ma-Duks an andere Völker weiter zu geben. Als wir auf Seelen stießen, die bereit waren, unserem Weg zu folgen, öffneten wir allen Homins unsere Türen, welche die Kami für würdig hielten. Dann kam die große Kitin-Welle, die die ganze Zivilisation überrollte… und auch viele unserer Leute. Die Kami flüchteten… um später umso besser zurück zu kehren, nachdem sie ihre Kräfte wieder vereint hatten, wie wir erst später verstanden. Als die Rinde uns erneut zugänglich wurde, haben wir uns 2483 wieder auf die Seite der Kami gestellt. Der Stamm hatte viele Mitglieder verloren. Dann öffneten wir uns all jenen, die wieder eine harmonische Welt mit den Kami aufbauen wollten, seien es Zorai, Tryker, Fyros oder Matis.
Es ist an der Zeit für mich, meine heiligen Pflichten für Ma-Duk zu erfüllen… Merken Sie sich Ihre Fragen, die Antworten erhalten Sie, wenn die Zeit reif ist.

Ich überließ Yi Be-Pian seiner Meditation und lies die ruhige Atmosphäre auf mich wirken, die im Stamm herrschte.

Zweiter Teil

Als ich da saß und still das Lager beobachtete, merkte ich nicht sofort, dass Yi Be-Pian sich neben mich setzte. Lächelnd brach er schließlich das Schweigen.

Es ehrt Sie, dass Sie unsere Traditionen respektieren. Es scheint, als würde Ma-Duk mich heute noch nicht zu sich rufen. Manche Ihrer Fragen können also noch beantwortet werden.

Ein Punkt verstehe ich nicht wirklich. Sie schwören nur auf die Kami, doch Sie scheinen keine allzu großen Probleme mit den Matis zu haben.
Auch wenn wir es verurteilen, dass sie die Karavan - möge das Goo sie auffressen - bevorzugen, respektieren wir ihre Liebe für die Pflanzen und die Forschungsarbeiten, die sie in diesem Sinne durchführen. Wir hoffen, ihnen eines Tages die Augen öffnen zu können und sie davon zu überzeugen, ihre große Wissenschaft in den Dienst der Kami zu stellen, um das Goo zu bekämpfen.
Nein, diejenigen, die uns wirklich leichtsinnig vorkommen, sind die Fyros. Sie sind schlimmer als Kinder. Wir können keinesfalls akzeptieren, dass ihre Regierung ihre gefährlichen Spiele mit dem Feuer toleriert. Sie behaupten, sie würden die Kami verehren, doch wie die Weisen seinerzeit stellen sie ihre persönlichen Interessen vor die Interessen von Atys.

Wie wird man würdig, um den Kami in der Gemeinschaft zu dienen?
Darüber entscheiden nur die Kami. Diejenigen, die die heiligen Regeln am treuesten beachten und alle Kami kennen lernen, haben die große Ehre, auserwählt zu werden, um ihnen zu dienen.
Zu der Zeit da der Stamm so respektiert wurde, wie es sich gehört, sahen alle die Kami als heilige Wesen an. Auch wenn es mehrere Religionen gab, galt die Gemeinschaft des Ewigen Baumes als Elite und wir wurden als die frommsten der Frommen angesehen.

Wie dienen Sie den Kami?
Es gibt tausend Möglichkeiten, den Kami zu dienen. Sie anzubeten oder sich um ein Fleckchen Erde zu kümmern reicht schon aus. Es liegt dem Stamm jedoch mehr am Herzen, die Lehre des Ma-Duk - möge sein Sap ewig fließen - zu verbreiten und die Homins für die Erhaltung von Atys zu sensibilisieren. Diejenigen, die ausgewählt wurden, um den Kami direkt zu dienen, haben die Ehre als Sprecher zu dienen. Sie leben bei den Kami, um sich mit ihrem Lebensstil vertraut zu machen und ihre Sprache besser zu verstehen. Diese Auserwählten werden als Erste das Kami-Zeitalter erreichen. Davon bin ich überzeugt, denn sie sind am besten in der Lage, die Worte zu verstehen, die sie uns übermitteln. Unsere Ergebenheit verlangt auch konkretere Handlungen zum Erhalt von Atys. Wir bestellen den Boden, um die schädlichen Dinge herauszuziehen oder versiegte Quellen wieder zu sähen, die von rücksichtlosen Abbauern zerstört wurden. Außerdem versuchen wir, Atys vor seinen gefährlichsten Feinden zu schützen. Die Karavan und die Homins, die sich dazu herab gelassen haben, der Kuilde zu dienen. Eines unserer Lager befindet sich deswegen im Nexus, um zu versuchen, ihre unheilvollen Aktionen einzudämmen.

Wieso im Nexus?
Jetzt fangen Sie schon wieder an Fragen zu stellen, ohne nachzudenken… Denken Sie an die geografische Lage des Nexus, die noch durch drei Wirbel verstärkt wird… Sehen Sie, die Antwort liegt oft näher als man meinen könnte, man braucht nur darüber nachzudenken. Der Nexus ist zentral gelegen. Man ist sonst nirgendwo näher bei allen Regionen gleichzeitig. Die Kuilde versucht auf diesem Weg, ihre Kontrolle über die Ressourcen von Atys zu verstärken und insbesondere über die oberen Urwurzeln. Da die Karavan sich nur wenig um das Gleichgewicht von Atys scheren, müssen wir versuchen, sie davon abzuhalten, diese Regionen mit den stinkigen Ragus zu zerstören, die sich bei der Kuilde einschleimen. Doch wenn sie sich auf Nexus konzentrieren, können wir wenigstens in Ruhe unsere Nachforschungen über unseren Erzfeind, das Goo, durchführen.

Erzählen Sie mir vom Kampf gegen das Goo. Wie kommt es, dass die Kami in all der Zeit noch keinen Weg gefunden haben, es auszurotten?
Die Kami sind machtlos gegen das Goo. Sie werden immer anfälliger dagegen. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie ein Kami vom Goo aufgesaugt wurde, ehe ich etwas unternehmen konnte. Nein, wie gesagt, es ist an uns sie zu beschützen. Wussten Sie, dass die Homins dem Goo besser widerstehen als die meisten anderen Lebewesen? Unsere jüngsten Beobachtungen scheinen das zu bestätigen. So beschützen die Kami Atys und wir beschützen die Kami. Es gibt für alles ein Gleichgewicht.

Wie erklären Sie sich, dass das Goo nur im Dschungel dauerhaft präsent ist?
Trotz all unserer Nachforschungen konnten wir leider keine Erklärung dafür finden. Doch unsere neusten Beobachtungen lassen uns glauben, das Goo säße hauptsächlich im Dschungel, weil es dort am meisten Pflanzen gibt. Das Goo greift alles an, was lebt. Wenn es sich davon ernährt, liegt es nahe, dass es sich dort ansiedelt, wo es die größte Vielfalt gibt.

Droht der anstehende Konflikt nicht, Ihren Kampf gegen das Goo zu gefährden?
Das befürchten wir in der Tat. Wir werden alles tun, um Ma-Duk, den Schöpfer aller Dinge, zu verteidigen. Das wird uns davon abhalten, das Goo zu regulieren. Hinzu kommt noch die Angst, die Karavan könnten das Goo nutzen, um die Kami anzugreifen und so den Untergang von Atys noch zu beschleunigen. Hoffen wir nur, dass wir diese Verrückten aufhalten können, ehe sie zu solchen Methoden übergehen. Einerseits bin ich glücklich zu wissen, bald zu Ma-Duk zu kommen. Ich habe die Kraft nicht mehr, zu Waffen zu greifen und ohnmächtig einem Geschehnis zuzusehen, das sich als Wendepunkt in der Homin-Geschichte ankündigt. Es würde mir das Herz zerreißen. Möge ich das Kami-Zeitalter erreichen, ehe Jena kommt!


Die Holeth-Traditionen der Zoraï

Am Holeth, dem sechsten Tag der sechstägigen Woche, sollen alle Zoraï die Kami und Ma-Duk preisen.

Ich habe mich aufgemacht, um mit verschiedenen Zoraï in Zora und Umgebung darüber zu sprechen, und habe dabei folgendes darüber herausgefunden, wie der Holeth in den Zoraï-Familien gefeiert wird und wurde:

Die Alten Lande:

Es gab in der alten riesigen Stadt Zoran verschiedene "kamistische" Tempel und "Kulte". Die Zoraï besuchten am Holeth die Kami in ihren Tempeln und feierten sie mit großen Zeremonien. Der Kampf gegen das Goo spielte bereits bei den Kami-Ehrungs-Ritualen in den Alten Landen eine bedeutende Rolle, aber es wurde auch oft stundenlang gemeinsam vor den Kami meditiert.

Die Zoraï verwandten in den Alten Landen sehr viel Zeit auf die Feierlichkeiten des Holeth, oft dauerten diese den gesamten Tag. Es gab eigene Ritualgewänder in seltenen Farben und Priester für diese Zeremonien. Oft wurden von mehreren dynastischen Magiern höchsten Ranges in einem Kreis durch Magie farbige Lichter und Schutz-Zauber gegen das Goo erzeugt.

Feierliche Tänze, Vorträge sowie Lieder wurden den Kami gewidmet und vorgeführt, Sogar Goo wurde gebracht und vor den Augen der Kami festlich vernichtet. Die Vielfalt an Ritualen war hoch, selbst für die Zoraï-Kinder gab es einfachere Abwandlungen fröhlicher Natur, die diese leichter durchführen konnten.

Es sei daran erinnert, daß vor 2495 viele Zoraï dachten, daß Jena die Göttin der Kami sei. Der große Hoï-Cho schrieb 2495 erstmals die Lehren des Ma-Duk nieder und stellte klar, daß Ma-Duk der Oberste Kami und der Schöpfer von Atys ist. Dennoch war diese Wahrheit sogar noch bis 2506 unter den Zoraï umstritten. Erst danach wurde durch Mabreka Cho in den Neuen Landen die Sitte eingeführt, daß Ma-Duk am Holeth gepriesen wird. Vor dieser Zeit wurden die Kami daher noch direkt verehrt.

Die Flüchtlinge:

In den Urwurzeln, als viele Zoraï von den Kami getrennt waren, wurde es üblich, am Holeth die Fingerspitzen an die Stirn der Verwandtschaftsmaske zu legen und in einer kurzen Meditation der herrlichen Tage des Adoptionsrituals bei den Kami im Ewigen Baum zu gedenken, als die Zoraï ihre Maske erhielten. Nicht selten geschah das beim gemeinsamen Einnehmen von Mahlzeiten, da diese während wachsamer Ruhepausen gemeinsam eingenommen wurden.

Das karge und gefährliche Leben in den Urwurzeln erlaubte meist nicht, daß wertvolle Energie, die zum Überleben notwendig war, in kraftzehrenden Ritualen, Tänzen oder ähnlichem aufgebraucht wurde. Zudem mußte man in den Urwurzeln stets aufmerksam sein und oft auch in Bewegung bleiben. Leider kam außerdem nicht wenigen Flüchtlingsgruppen die Zeitrechnung in der Dunkelheit der Urwurzeln durcheinander; einige vergaßen bedauerlicherweise sogar ganz auf die Besinnlichkeit des Holeth.

Die Neuen Lande:

Nach der Gründung der Bernsteinstädte stand der Aufbau der neuen Zivilisation im Zentrum des allgemeinen Lebens und nahm daher mehr Zeit in Anspruch als die Kami-Verehrung einst in Zoran. Zudem erkannte das Zoraï-Volk ab 2506 Ma-Duk als den Großen Schöpfer an, nachdem Mabreka Cheng-Ho seine spirituelle Herrschaft als Großer Weiser angetreten hatte. Dementsprechend wandelten sich die familiären Traditionen, wie die Zoraï den Kami am Holeth gedachten.

Diejenigen Zoraï, die am Holeth auf Reisen oder bei der Wache sind, legen noch heute oft nur eine kurze Viertelstunde lang ihre Fingerspitzen an die Verwandtschaftsmaske und meditieren über die Kami oder Ma-Duk.

Andere Homins mit mehr verfügbarer Zeit gehen direkt zum Kami-Meister von Zora, zu einem anderen Kami in ihrer Nähe oder - vermehrt - zum Tempel Ma-Duks, um dort zu meditieren und Reste alter Zeremonien zu zelebrieren, die in ihren Familien überliefert sind.

Der Tempel Ma-Duks ist als Ort der Meditation für Ma-Duk gedacht. Die Priester Ma-Duks ermuntern die Homins, die zum Tempel kommen, am Holeth die Inschriften zu lesen und sich dann zu bemühen, sich in einer Meditation mit dem Geist Ma-Duks zu verbinden und seine empfangenen Worte andächtig zu verinnerlichen. Die Dauer dieser Meditation ist nicht vorgeschrieben, darf aber von einem kurzen Stündchen bis zum ganzen Tag anhalten.

Diejenigen Homins, die direkt die Kami besuchen, bedanken sich dort im Geiste für alles, was die Zoraï den Kami verdanken. Beispielsweise für die Magie des Magnetismus und der Elektrizität, die Wiederbelebung und Transport-Pakte; den Einsatz der Kami gegen die Kitins und andere Feinde der Zoraï; sowie, daß die Kami die Entnahme von wertvollen Ressourcen aus der Natur für den Wiederaufbau der Zoraï-Zivilisation gestatten.

Während die Erwachsenen meist still bei den Kami meditieren und Gedenkrituale abhalten, sprechen die Zoraï-Kinder nicht selten direkt mit den Kami und schließen mit ihnen Freundschaft. Die Familien bringen den Homin-Wächtern der Kami oft Geschenke wie Nahrungsmittel. Alte Zoraï berichten, daß der allwöchentliche Besuch bei den Kami sie zu stärken und zu verjüngen scheint.

Die Kami selbst scheinen meiner Beobachtung nach die größte Freude damit zu haben, wenn man für sie alte Reste von Goo ausgräbt und zerstört, das nach den großen Säuberungen des Dschungels noch immer im Rindenboden
übriggeblieben ist, mit der Kraft, die den Homins zu eigen ist. Wer diese Sitte pflegen möchte, dem sei anvertraut, daß sich am Nordost-Ufer des Stillen Wassers südlich des Kami-Tempels ein altes Goo-Depot findet.

Im Auftrag der Kreise der Zorai
Zhoi


Eine moderne Teezeremonie der Zorai

Die Zoraï trinken traditionell verschiedene Arten von Tee aus Blättern von unterschiedlichen Bäumen, Büschen, Cratchas, Jublas oder Slaveni-Pflanzen. Es werden für den besten Tee kleine und zarte Blätter ausgesucht, manchmal sogar nur deren Spitzen, die nach dem Pflücken welken gelassen werden. Die Blätter können je nach Gebiet differierend schmecken, in der Nähe von Goo wird jedoch nicht geerntet.

Ein kurzes Rösten in der Pfanne verhindert, daß die Blätter fermentieren oder in Verrottung übergehen. Die Blätter erhalten durch das Rösten einen rauchig-herben Geschmack mit einer blumigen Note. Ein Rollen der Blätter bewirkt, dass diese geschmeidig bleiben, und dass sich ihr Geschmack später beim Zubereiten nach und nach im Wasser entfalten kann. Zudem bilden die sich langsam im Wasser entrollenden Blätter einen für das Auge erfreuenden Anblick.

Ein wichtiger Aspekt des Zoraï-Tees ist, daß die Öfen in den traditionellen Zoraï-Häusern nicht mit Feuer geheizt werden, sondern durch elektro-magnetische Magie. Es sei daran erinnert, dass die Kami den Homins lange Zeit verboten hatten, Feuer in der Natur zu entzünden. Aus gutem Grund, wenn man beispielsweise an das Feuer von Coriolis denkt.

Die Teezeremonie ehrt die Prinzipien der Zoraï:
  1. Streben nach spiritueller Erleuchtung durch die Kräftigung der
    Beziehung zu den Kami, die Verbreitung der Kami-Lehren und das Sich-Öffnen
    für Ma-Duk
  2. Weisheit und Bildung durch das Aneignen von Wissen und Verständnis
  3. Harmonie von Körper und Seele
  4. Meditation und Gebet, in Ruhe und spiritueller Hingabe
  5. Ökologie, Respekt für die Natur, Schutz der Ressourcen; was auch den
    Kampf gegen wild gelegtes Feuer, Natur-Ausbeutung und Goo bedeutet

Für die Teezeremonien in den Alten Landen spielten entsprechend eingerichtete Teehäuser mit Gärten, Pavillons, Meditationsobjekten und sorgsam ausgesuchten Utensilien eine große Rolle. Heute ist das nicht mehr von Bedeutung. Im Gegenteil bemüht man sich in den Neuen Landen, wie man an den sparsam eingerichteten Räumlichkeiten der Bernsteinstädte sieht, möglichst wenig Wert auf Äußerlichkeiten oder gar Zierrat zu legen.

Der Teemeister leitet heute die Gäste durch die Schritte der Teezeremonie hindurch an. Auch das ist anders als in den Alten Landen, da dort jeder halbwegs gebildete Zoraï dazu erzogen wurde, darüber Bescheid zu wissen, was in der damals aufwendigen und komplexen Teezeremonie jeweils nacheinander von ihm erwartet wurde.

In der heutigen Zeit empfängt der Teemeister die Gäste ohne besondere Vorbereitungen unmittelbar in seinem einfachen Teehaus mit einer tiefen Verbeugung. Der Teemeister bittet die Gäste sodann, meistens nur mit einer
stummen Geste, um den niedrigen Tisch herum auf den weichen Bodenmatten Platz zu nehmen.

Die traditionelle Zoraï-Sitzhaltung, die die Meditation begünstigt, indem sie die Arbeit und Bedürfnisse der unteren Bauch-Organe zugunsten der ungestörten geistigen Versenkung hemmen soll, ist dafür heutzutage nicht mehr zwingend vorgeschrieben, sie bleibt jedoch traditionell empfohlen.

Zu Beginn der Teezeremonie wird wie in den Alten Landen gemeinsam demütig den Kami gedankt, dass sie es gestatten, sich aus den Ressourcen der Natur für den Luxus des wohlschmeckenden Tees zu bedienen. Dieses Gedenken an die Kami stärkt die Verbindung mit ihnen, was dem ersten Prinzip der Zoraï Genüge tut.

Die gesamte Teezeremonie an sich dient zudem der Respekterweisung für die Natur und damit dem fünften Prinzip. Während früher dieses Prinzip noch durch einen rituell gestalteten Garten und lebende Pflanzen im Teehaus - je
nach der Jahreszeit gewählt - verstärkt wurde, ist man heute zum Zelebrieren der Schlichtheit übergegangen, und ist bemüht, die inneren Vorgänge und Qualitäten zu betonen anstatt die äußeren.

Während der Teemeister den Tee bereitet, sollen die Gäste nun in Meditation oder zumindest in Stille verharren, um das vierte Prinzip der Zoraï zu ehren. Die Gäste können sich dazu auf ein beliebiges Objekt im sparsam eingerichteten Raum konzentrieren, oder sie dürfen dem Teemeister schweigend kontemplierend bei der Zubereitung des Tees zusehen.

Es werden drei hölzerne Teeschalen für jeden Gast bereitgestellt. Der Teemeister reinigt vor den Gästen diese Schalen durch Ausspülen mit frischem heißen Wasser, das er aus einem vorbereiteten Kessel vom Ofen nimmt. Dann werden die Tassenränder, die mit Masken oder Mündern in Berührung kommen, mit sauberen frischen Stücken Tuch abgewischt; jeweils eins für jede Tasse.

In jeder Teetasse befindet sich ein Sieb aus Holz mit wenigen oder mehreren Löchern, in das die Teeblätter gegeben werden. Eigene Teekannen sind für die Teezeremonie nicht üblich. Die alten Tee-Verfärbungen werden im
übrigen nicht aus den Gefäßen geschrubbt, denn sie sorgen für einen verbesserten Geschmack und Geruch der späteren Tee-Aufgüsse, wozu sie je nach Teesorte getrennt aufbewahrt werden.

Die Teeblätter, die gut gegen Holzstaub geschützt aufbewahrt wurden, werden dann in einer bestimmten Dosis, die der erfahrene Teemeister ohne Hilfsmittel einschätzen kann, in die Siebe der einzelnen Teeschalen gelegt. Ein guter Teemeister wählt den passend erscheinenden Tee und die Dosierung für jeden Gast aus.

Für eine gute Wahl benötigt der Teemeister Wissen über den Tee und Erfahrung mit Homins, also das zweite Prinzip der Zoraï. Als Richtlinie ist empfohlen, den Gästen umso stärkeren Tee (also mit einer zunehmenden Anzahl an Teeblättern) zu bereiten, je älter sie sind.

Für die Teezeremonie muß der Tee rein sein, darf also nur aus Wasser und Teeblättern bestehen und nicht mit Zugaben oder Süßungsmitteln verfälscht werden. Der Geschmack des Tees wird daher hauptsächlich vom
verwendeten Wasser, der Qualität des Tees, seiner Menge, der Wirkzeit und den Gefäßen bestimmt.

Allerdings hat das Sap, das in den Händen des Teemeisters und der trinkenden Gäste enthalten ist, über die Schale selbstverständlich auch einen Einfluß auf die Geschmacksnote des Tees. Die Harmonie von Körper und Geist, wie im dritten Prinzip der Zoraï verankert, ist daher für eine gelungene Teezeremonie unabdinglich. Es heißt, dass ein unreiner Geist keinen lieblich schmeckenden Tee kennen kann, während ein harmonischer Geist keinen faulig schmeckenden Tee kennt.

Der Teemeister nimmt sodann einen weiteren vorbereiteten Teekessel voll heißem Wasser vom Ofen und schenkt jedem Gast den ersten Aufguß in eine Schale ein. Allerdings wird jetzt sofort das Sieb aus dieser Schale gehoben
und in eine weitere Schale gegeben. Das übrigbleibende Wasser des ersten Aufgusses wird nicht getrunken; es reinigt lediglich die Teeblätter, läßt sie sich erstmalig öffnen und mildert die Bitternis.

Durch das Öffnen des Tees verbreitet sich im Raum allmählich der Teegeruch; deswegen ist es von Bedeutung, daß die Teesorten, die der Teemeister für seine Gäste auswählt, miteinander harmonieren. Kein Tee darf im Geruch übermächtig oder unpassend sein, sodaß er den Genuß der anderen Gäste beeinträchtigen könnte.

Der Teemeister gießt dann heißes Wasser in die eigentlichen Trinkschalen, in denen jetzt die Siebe liegen. Dafür können die Teeschalen direkt vor den Gästen auf den Tisch stehen, oder der Teemeister kann den Tee vor sich aufreihen, um eine bessere Übersicht und Kontrolle über die Entfaltung des Tees in den einzelnen Schalen zu erhalten.

Jetzt kommt es auf die Teesorte und Menge der Teeblätter an, wie lange jeder Aufguß ziehen muß. Der Teemeister entscheidet darüber aufgrund seiner Erfahrung, der Farbe des Tees, der sich in der Schale entwickelt, und seines Geruchs. Für gewöhnlich wird fünf bis höchstens dreißig Sekunden gewartet, bis das Sieb aus der Schale herausgenommen, über einer leeren Tasse abgelegt und mit einem Deckel zugedeckt wird. Dadurch kann der Tee nicht weiterarbeiten.

Der Teemeister bietet die Schalen dann den Gästen und macht sie darauf aufmerksam, daß der Tee heiß ist. Nicht selten erfolgt nun noch einmal ein Dank an die Kami, ansonsten soll möglichst wenig gesprochen werden. Die Gäste sollen außerdem zuerst am Tee riechen und ihn betrachten, bevor sie ihn nach einer Abkühlungszeit trinken können. Die Teezeremonie kennt keine Eile, die Gäste dürfen sich also mit dem Genuß Zeit lassen.

Erst, wenn jeder Gast seine Schale genossen und geleert hat, wird die nächste Schale aufgegossen. Dieser Tee zieht etwas länger als der erste Aufguß, ungefähr 10 Sekunden. Der Teemeister beurteilt das am Geruch und an der Farbe. Das wiederholt sich nun mehrere Male; bei jeder Wiederholung wird der Tee länger ziehen gelassen. Wenn die Qualität des Tees gut ist, verträgt er bis zu zehn Aufgüsse. Jeder Aufguß riecht und schmeckt anders. Für gewöhnlich geht der Tee dabei allmählich von einer frischen, blumigen Note zu einer stark herben über.

Die Teehäuser in den Neuen Landen reichen übrigens - außer in der Fastenwoche der Erinnerung - heute gern verschiedene einfache Imbisse zum
Tee, die so gewählt sind, daß sie das Aroma des jeweils gleichzeitig servierten Aufgusses komplimentieren und seine spezielle Note herausstreichen. Das soll auch Nicht-Zoraï und älteren Homins helfen, die Unterschiede zu genießen. Zu Slaveni-Tee gehört beispielsweise oft eine leicht gesüßte Cremé, die in ein mariniertes Slaveniblatt eingewickelt ist und die Größe eines einzigen Bisses hat.

Es hat sich teilweise eingebürgert, daß der Teemeister den Gästen auf Aufforderung überlieferte Geschichten des Zoraï-Volkes erzählt, vorzugsweise über Tee, die Teezeremonie und die Teehäuser in den Alten Landen. Ein gemessenes Gespräch darüber ist erlaubt, aber es soll keine ausgelassene Fröhlichkeit und schon gar kein oberflächliches Geplauder entstehen.

Ist der letzte Aufguß erfolgt und der letzte Imbiß verspeist oder schweigend von sich geschoben worden (was den Gästen erlaubt ist, anders als laute Kritik, welche sehr verpönt ist), gilt die Teezeremonie als beendet. Der Teemeister verbeugt sich erneut vor den Gästen, dankt ihnen und noch einmal auch den Kami für die Zeremonie.

Die Gäste dürfen noch so lange bleiben und dabei still meditieren, wie sie möchten; während der Teemeister eine erneute Reinigung aller Gefäße vornimmt und sich dann ebenfalls zur Meditation niedersetzt - bis die Gäste sich verabschieden. Die Bezahlung für die Teezeremonie erfolgt durch Boten ungefähr einen Tag später, die Gäste bestimmen selbst über die Höhe der Vergütung je nach Zufriedenheit.

Die Reinigung der Schalen wird übrigens über einem hölzernen Zuber durchgeführt, das Wasser für die Öffnung der Teeblätter, die ausgelaugten Blätter selbst sowie jegliche Teereste aus den Schalen werden nach dem Verabschieden der Gäste dazugeschüttet. Früher wurde dieses Wasser nach dem Erkalten für die Gartenpflege des Teehauses benutzt, doch heute wird es meist nur weggegossen. Es sollte keinesfalls zu einer künftigen Reinigung weiterverwendet werden, nicht einmal für den Boden des Teehauses.

(Autor: Zhoi (Leanon))


Zoraï-Traditionen zur Woche der Erinnerung

Zeitraum

Die Woche der Erinnerung wurde als Gedenkwoche 2483 vom Großen Weisen Hoï-Cho sehr bald nach dem Betreten der Neuen Lande und der Gründung von Zora eingeführt. Diese Fastenwoche findet die letzte Winter-Woche vor der Wintersonnwende statt. Der erste Tag des Jahres beginnt zur Wintersonnenwende; also endet die Woche der Erinnerung mit dem ersten Winderly. Der Zeitraum der Gedenkwoche erstreckt sich daher vom 25. bis zum 30. Nivia.

Grundlagen

Die Woche der Erinnerung ist keine fröhlich-festliche Zeit, sondern eine besinnliche und ernste Gedenkwoche. Während der Woche fasten die Zoraï von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Sie gedenken dabei der verstorbenen Zoraï, die während des Großen Schwarms zu Tode kamen. Ebenso wird an die finsteren Jahren voller Entbehrungen in den Urwurzeln gedacht, als die Kami nicht bei den Flüchtlingen waren.

Die Kreise der Zoraï sollten sich traditionellerweise ebenfalls zum Beginn der Fastenzeit treffen. Die Fastenwoche hat im übrigen auch einen praktischen Nutzen und vertieft das Zoraï-Prinzip des Respektes vor der Natur: die Gedenkwoche findet in der letzten Zeit des Winters statt. Das ist die kargeste Zeit des Jahres, in der die Nahrungs-Vorräte weitgehend aufgebraucht sind. Die Fastenwoche dient damit dazu, die knappen Ressourcen der Natur sowie die von Hunger geschwächten Tiere in der Winterzeit knapp vor dem Frühling zu schonen.

Traditionen

Die meisten Zoraï neigen dazu, die Fastenwoche mit vielen Meditationen zu begehen, was den Hunger am besten vergessen läßt. Dazu gehört auch, sich in dieser Zeit weniger zu bewegen, um nicht zu viel Energie zu verlieren, was den Körper während der Hungerzeit schwächen würde. Für die Zoraï ist das Prinzip der Harmonie von Körper und Geist zu beachten. Während angemessenes Fasten den Körper von Disharmonie reinigt, ist das Schwächen des Körpers, das Krankheiten verursachen kann, zu vermeiden.

Kämpfer und Wachen pflegen in der Fastenzeit häufige Wachwechsel, damit die jeweils gerade Freigestellten ihre Kräfte in den Wachpausen bewahren und sammeln können. Traditionellerweise wird in der Fasten-Zeit zum Zwecke der inneren Reinigung und Erhalt der Gesundheit zudem sehr viel Wasser getrunken. In der Gedenkwoche wird dafür gern sauberer Schnee in den mit Magnetkraft gewärmten Wohnungen geschmolzen.

Besonders traditionsbewußte Zoraï pflegen die ganze Woche lang statt des üblichen Abendmahls eine gemeinsame lange Medition im Familienkreis bis Sonnenuntergang durchzuführen. Andere Zoraï nehmen die Gelegenheit wahr, um in dieser Woche den Friedhof nahe des Kami-Altars in Zora zu besuchen und nicht nur der Verstorbenen beim Großen Schwarm, sondern auch ihrer erst in den Neuen Landen dahingeschiedenen Familienmitgliedern zu gedenken.

Problematiken

Jüngere Zoraï, die den Großen Schwarm nicht miterlebten oder gar erst in den Neuen Landen geboren wurden, sind schon dabei ertappt worden, wie sie
die wichtigste Gepflogenheit der Gedenkwoche, nämlich das Tagsüber-Fasten, nicht einhielten oder sich öffentlich unangemessen lustig-ausgelassen verhielten.

Manch andere versuchen, die Gedenkwoche zumindest etwas positiver gestimmt zu feiern, indem sie Ma-Duk dafür ehren, daß er sie in den Neuen Landen wieder mit den Kami zusammengeführt hat, oder den Kami ähnlich wie am Holeth für ihre Wohltaten danken. Das ist jedoch nicht der Sinn der Woche der Erinnerung!

Ein Zoraï sollte sich nicht scheuen, sich auch mit den traurigen und schmerzhaften Gelegenheiten der Vergangenheit zu befassen und aus diesen - idealerweise durch die Meditation - zu lernen, um weiser daraus hervorzugehen.

Eine besonders bedauerliche Verfehlung ist die Umgehung des Fastengebotes, indem alkoholische Getränke genossen werden. Diese Getränke enthalten fürwahr viel Energie, welche den Hunger vergessen machen kann. Aber im Gegenzug schädigt Alkohol auf leeren Magen den Körper und gaukelt in der Winterzeit eine falsche innere Wärme vor, die trügerisch sein kann und sogar tödlich enden kann. Es muß also dringend von dieser Unsitte abgeraten werden!

Ebenso rügenswert ist die Unbedachtheit, mit der einige Zoraï sofort nach Sonnenuntergang bei Beendigung des Fastengebots die Menge mehrerer Mahlzeiten auf einmal in sich hineinschlemmen, oder dies am Morgen vor Sonnenaufgang tun, um das Fasten leichter zu überstehen. Dies wiederspricht der Idee der Gedenkwoche. Es sei deswegen ausdrücklich zu Mäßigung auch in den sonnenlosen Stunden des Tages aufgerufen!

Im Auftrag der Kreise der Zorai
Zhoi


Das Bestiarium von Atys

Ob friedlichen Pflanzenfressern oder wilden Fleischfressern, auf Deinen Wegen über Atys wirst Du vielen Arten von Lebenwesen begegnen. Und früher oder später wirst Du Deinem schlimmsten Feind gegenüberstehen: den Kitins. Organisiert, machtvoll und ohne meitleid suchen sie Atys seit dem Jahre 2481 heim, morden sich ohne einen Unterschied zu machen durch Fyros, Matis, Tryker und Zoraï und löschen ganze Zivilisationen aus. Die Homins haben bereits neue Kampftechniken entwickelt, die es ihnen erlauben, ihre Feinde in Schach zu halten, aber der Krieg ist noch lange nicht vorbei. Habe kein Mitleid mit den Kitins, wenn Du überleben willst.


Das Goo

Das Goo ist eine mysteriöse Form der Verschmutzung, die den Planeten Atys aufzufressen scheint. Die Kamis versuchen aktiv, dieses Problem zu lösen. Bis jetzt verbreitet das Goo sich noch immer weiter.
Es tauchte zuerst in den Urwurzeln auf, wurde jedoch schon auf dem Rücken des Planeten gesichtet und manche behaupten, es sei schon am Himmelszelt angekommen.
Es benutzt das Netzwerk der Sapvenen im Planeten, um sich fortzubewegen und tritt dann auf den neuen Gebieten aus.
Die Kreaturen und Homins können vom Goo angesteckt werden und es scheint als würde eine infizierte Kreatur viel stärker werden. Sie verliert ebenfalls die Kontrolle über sich selbst und scheint vom Goo kontrolliert zu werden.


Das Sap unter der Rinde


Das Uebel an der Wurzel


Der Gingo der die Sonne fraß

An einem Segensfestabend hörte ein Yubo , der mit den Schneeflocken herumstromerte, jemanden weinen.
Er kam näher und entdeckte ein Gingobaby.
Er bereitete sich vor, sich aus dem Staub zu machen, aber das Baby weinte und weinte ...
Auch wenn es ein Gingo war, und sie zu anderen Zeiten Feinde gewesen wären, war es doch Segensfestabend, und der
Yubo konnte es einfach nicht ertragen, jemanden an einem solchen Tag traurig zu sehen.
Aber er konnte sich auch nicht fressen lassen ... Dann hatte er eine Idee.

Er ging ein paar Schritte zurück und nahm ein paar Caprynihörner, die er vorher gesehen hatte.
Er band sie sich mit einer Slaveniliane um den Kopf und versteckte die Knoten mit etwas roter Faser,
die der Wind herbeigetragen hatte.
In dieser Verkleidung stellte er sich dem Gingo vor und erzählte, er sei der Abgesandte vom Segensfest.
"Ich habe dein Leid gehört an diesem Abend, an dem alle lächeln sollten" sagte er ihm.
"Erzähl mir, was dich unglücklich macht!"

Der Gingo unterdrückte seine Tränen, überrascht von der Erscheinung.
Er erklärte: "Ich habe die Sonne gefressen, und jetzt wird es nie mehr Tag!
Ich wurde mit den ersten Strahlen der Morgendämmerung geboren,
Ich habe den ganzen Vormittag im Schnee gespielt,
Dann habe ich einen großen Baum voller Licht gefunden.
Ich sprang, sprang, um alle Lichter zu fangen,
Ich habe sie alle umgestoßen,
Aber als das letzte gefallen ist,
ist die Nacht gekommen ... "

Der Yubo dachte angestrengt nach. Dann hatte er eine Idee.
Er erklärte dem Gingo , dass er damit, dass er die Segensfestlichter zerbrochen hatte, den Kami des Fests beleidigt habe.
Aber, um die Beleidigung wieder gut zu machen, müsse er nur tun, was er ihm jetzt sagen würde.
Der Gingo, erfreut über die Chance, seinen Fehler wieder gut zu machen, versprach dem Segensfestyubo, alles zu tun, was der ihm auftragen werde.

Darauf führte der Yubo ihn in den Wald, an den Fuß des Rotoabaumes. Da gab es einen brummenden Bienenstock.
Da die Rotoa auch im Winter blüht, waren die Bienen immer noch dabei, Honig zu produzieren.
Der Yubo sagte: " Erzähl Deine Geschichte den Bienen und überzeug sie, Honig zu spenden, damit die Sonne wieder scheint! "

Der Gingo erzählte so gut, und die Bienen hatten so viel Spaß dabei, dass er mit einer riesigen Wabe zurückkam.
"Verlier sie nicht, wir gehen jetzt in die Wüste."
Sie gingen in die brennende Wüste, wo die Bothaya die Atmosphäre erhitzt.
Der Yubo wies den Gingo an, den Honig auf einem der jungen Triebe zu verteilen,
immer wieder, sodass der Gingo ganz klebrig wurde.
Aber wegen der Hitze karamellisierte der Honig auf dem Spross.
Mit einem schnellen Hieb seiner Zähne schnitt der Yubo den Stock ab und nahm ihn an sich.

Sie wanderten dann ins Seenland.
Dort ließ der Yubo den Gingo viele Muscheln sammeln, in allen Farben.

Danach gingen sie in den Dschungel.
Der Yubo schüttelte den karamellisierten Honigstab, und Glühwürmchen kamen, durch den Geruch angezogen.
Viele von ihnen blieben auch im Fell des Gingo stecken .

"Und nun auf zum Segensfestbaum! "

Schnell kehrten sie zurück.
Der Gingo sprang und sprang, um die Muscheln, die er gesammelt hatte, am Baum aufzuhängen.
Die Glühwürmchen hatten viel Spaß dabei, sie funkeln zu lassen.
Die Zuckerstange verbreitete einen sanften Duft.
Der Yubo lächelte, sehr zufrieden mit sich. Der Gingo schaute auf den neuen leuchtenden Baumschmuck.

Und dann begann die Sonne wieder zu scheinen.
Sie waren die ganze Nacht über die Rinde gelaufen, um den Baum zu schmücken!

Von diesem Tag an verkleiden sich die Yubos zum Segensfest, und die Segensfest-Zuckerstangen sind die Symbole des Fests!

Die Legende wurde während der Atysmas-Geschichtenerzählung von Lutrykin vorgetragen.


Der Karavan

Die Mitglieder des Karavan sind mysteriöse, schwarzgekleidete Humanoide, deren Gesichter vollständig durch einen Helm verhüllt sind. Ihr Auftrag: Die Botschaft der Göttin Jena zu verbreiten und ihren Interessen zu dienen. Mit Ausnahme der Urwurzeln ist der Karavan überall auf Atys vertreten. Seine Mitglieder treten immer in Gruppen auf und bewegen sich an Bord von gigantischen metallischen Fahrzeugen über den Planeten. Sie verfügen über Waffen einer allen unbekannten Technologie. Der Großteil der Homins fürchten und respektieren sie.

Die Techno-Lords

Wir sind die Anhänger Jenas, der Göttin von Atys und Mutter der Hominheit. Wir wurden gesandt, um uns um Ihre Kinder zu kümmern, um ihnen den Weg in Augenblicken der Verwirrung aufzuzeigen und sie auf die göttliche Erhebung am Jüngsten Tag vorzubereiten.

Sei gewiss, Homin, dieser Tag kommt bald! Verehre Jena und sie wird Dich durch die Pforten des Paradieses in eine Welt des Überflusses geleiten, fern vom Drachen und den Kitins, fern der unheilvollen Kamis! Gib Acht, diese Kreaturen scheren sich mehr um infizierte Pflanzen als um das Leben der Homins. Sie werden versuchen, Besitz von Deiner Seele zu ergreifen um ihre egoistischen Bedürfnisse der Selbsterhaltung zu stillen, wenn Du es zulässt!

Vergiss niemals: Wie ich, wurdest Du nach dem Bild Jenas erschaffen und die Treue die Du ihr entgegenbringst muss Dein Herz erfüllen, wenn Du die göttliche Gnade in dem Augenblick spüren möchtest, wenn Atys nicht mehr das Leben der Homins sichern kann. Im Gegenzug zu Deinen Opfergaben verlieh sie uns die göttliche Macht, Deinen Geist wiederauferstehen zu lassen, Dich zu weit entfernten Orten zu teleportieren und Dich zu lehren, unsere Technologie zu benützen.

Wenn du - so wie wir - ein Hominleben als wertvoller einschätzt als das einer einfachen Pflanze, dann öffne Jena Dein Herz und sie wird deine Retterin sein!

Ihre Organisation

Ihre Ziele

Was sie bedroht

Mythos und Prophezeiung

Die Homins lebten auf einem verarmten Planeten bis der Große Drache, Prinz der Dunkelheit, kam und sie mit Visionen von reinem Wasser und fruchtbaren Böden verführte. Nachdem der Drache sie auf Atys geführt hatte, machte er sich daran, die Sonne zu verbergen und die Homins in Kälte und Dunkelheit zu Sklaven zu machen. Doch Jena, die Göttin der Sonne und Erschafferin von Atys, durchschaute die Pläne des Drachen und füllte ihn mit ewigem Feuer, sodass er das kalte Klima nicht aufrechterhalten konnte konnte und das Licht des Lebens nicht auslöschen konnte. Sodenn entfachte die Göttin erneut das Licht und rief somit das Grüne Erwachen, die Grüne Flut hervor, das den Homins erneut ein harmonisches Leben in einer Welt des Überflusses ermöglichte. Jena entsandte ihre Anhänger, die Wächter der Karavan, um die Homins an verschiedenen Orten des Planeten anzusiedeln, damit jede Rasse eine Rolle in der Erhaltung von Atys spielen könne. Seit diesem Tag haben die treuen Homins gelernt, ihre Dankbarkeit durch die Verehrung Jenas und die Darbringung von Opfergaben an ihre Anhänger zum Ausdruck zu bringen. Was den Drachen angeht, so zog er sich in die Eingeweide von Atys zurück wo er seitdem in tiefem Schlaf ruht. Es ist den Homins verboten, in die unterirdischen Kavernen der Urwurzeln hinabzusteigen, um nach der Höhle des Drachen zu suchen, in der Furcht, seinen Zorn zu erwecken. Der Sage nach wird der Große Drache vor seinem Tod noch ein Mal erwachen, um das ganze Feuer aus seinem Körper auszuspeien und somit Atys zu zerstören. Diejenigen die den Lehren Jenas treu bleiben und auf der Oberfläche von Atys leben, werden gerettet und in eine neue Welt des Überflusses gebracht werden.

Was sie ihren Getreuen anbieten:

Im Gegenzug zu ihrer Loyalität stellt der Karavan den Homins ihre Kräfte der Teleportation und der Wiederbelebung zur Verfügung. Nur dank der Unterweisungen der Karavan konnten die großen Homin-Zivilisationen errichtet werden. Sie versprechen gleichermaßen, die Homins im Falle einer neuen Katastrophe auf Atys zu beschützen, aber werden keinerlei Mitleid mit den Ungläubigen zeigen.


Der Schwarze Kreis - Erster Teil

Diese Geschichte ist keine Geschichte der Liebe, des Friedens oder gar des Frohen.
Diese Geschichte ist die Geschichte eines Mordes im Sinne der Wissenschaft.
Nunja, die Geschichte eines Mordes wohl auch nicht.
Eher die Geschichte einer Veränderung eines Homin.
Aber auch eine Geschichte von Verführung durch Macht.

Galhara, eine junge Fyros, die Ma-Duk mit einem wohlgeformtem und ansehnlichem Äußeren aber auch mit einem lebendigen Geist gesegnet hatte, lebte einst nahe des Südtors in Pyr.
Als Händlerin führte sie ein komfortables und ruhiges Leben. Als treue Anhängerin der Kami wurde sie in ihrer Heimat verehrt und man sprach ihr einige Vergünstigungen zu. Sie hatte freien Zutritt zu Treffen des Senats, da sie mit hochrangigen Politikern des Imperiums gut bekannt war.

An einem Tag wie jedem anderen, an dem die Vögel zwitscherten, Gingos und der Winde heulten, nach einem großen Streit im Senat, bei dem beschlossen wurde, Galhara aus Sicherheitsgründen von Senatssitzungen fern zu halten, verschwand diese spurlos.

Erst gingen Gerüchte durchs Volk, Galhara sei aus politischen Gründen ermordet worden, was sich allerdings als falsch erwies. Die Senatoren schworen vor dem Imperator, der sich der Angelegenheit selbst angenommen hatte, niemals einen Mord begangen oder in Auftrag gegeben zu haben und so wurde das Gerücht zerstreut.

Nachbarn behaupteten immer öfter, seltsame Schatten hinter Galharas Fenstern gesehen zu haben und schon wucherten neue Gerüchte. „Sie experimentiert mit verbotener Magie“ oder auch „Sie hat sich mit einem Geliebten zurückgezogen“ waren die am häufigsten geäußerten Ansichten.
Eine einst so geschätzte Person konnte in einer Stadt wie Pyr sehr schnell zu einer Verstoßenen werden.

Was wirklich geschah, wollte eigentlich niemand wissen. Es war dem Volk lieber, ein Thema zu haben, über das es sich das Maul zerreißen konnte.

Galhara erwachte in einem dunklen Raum. Sie war nackt und ihr Körper fühlte sich schleimig an. Um sie herum blubberte es und gelegentlich stob ein Funke auf, der sie Dinge sehen ließ, die für kaum ein sterbliches Auge gedacht waren.
„Sie ist erwacht, Meister!“, die Stimme klang sehr unterwürfig, fast ängstlich.
„Gut, kümmere dich um sie. Reinige sie und besorg ihr dann neue Kleidung.“
Eine Stimme, in der Hass, Gier und all das Böse dieser Welt mitklang, dass einem die Haare zu Berge standen, hatte diese Worte gesprochen.
Die Dunkelheit um Galhara ließ nicht zu, dass sie Bewegungen oder gar Einzelheiten in ihrer Umgebung erkennen konnte. Die Geräusche, die an ihr Ohr klangen, konnte sie nicht einordnen. Überhaupt hatte sie Schwierigkeiten, sich zu orientieren. Sekunden nach den Worten des Bösen wurde es noch schwärzer um sie und sie fiel erneut in Ohnmacht.

Als Galhara wieder erwachte, war sie bekleidet und sauber. Sie lag offensichtlich in einem Zelt. Licht strömte durch kleine Löcher in der Zeltdecke und besprenkelte ihren Körper. Erstaunt blickte sie an sich herab. Sie trug eine edle leichte Rüstung der Tryker. Ganz in schwarz; nur mit purpurnen Ärmeln.

„Gefällt dir, was du siehst?“, fragte die so bösartige Stimme, die sie schon einmal gehört hatte.
„Wo....wo bin ich?“, antwortete Galhara auf die Frage des Mannes. Es war ein kleiner Mann, ein Tryker mit flachem Gesicht und blonden Haaren, die zu vielen knubbeligen Zöpfen geflochten waren. Auch er trug die so edle leichte Rüstung der Tryker. In den gleichen Farben.

„Du bist im Hain von Umbra, im Lager des Schwarzen Kreis.“, erwiederte der Mann ruhig.
„Wir fanden dich in der Kanalisation von Pyr. Ganz schmutzig. Ein Wunder, dass die Ratten noch nicht angefangen hatten, an dir herumzuknabbern, so wie du gestunken hast, Galhara.“

„Du kennst meinen Namen? Woher?“, fragte Galhara verwundert. Noch mehr aber wunderte sie sich, wie sie angeblich in der Kanalisation von Pyr gelangt sein sollte und warum man sie hierher und nicht in die Krankenstube gebracht hatte.

Der Tryker lächelte schief und erklärte Galhara, sie müsse sich noch gedulden, bevor sie alles erfahren würde. Nicht ganz zu Unrecht zweifelte sie an seinen Worten. Da ihr jedoch im Augenblick nichts anderes übrig blieb, ergab sie sich vorerst in ihr Schicksal.


Der Schwarze Kreis - Zweiter Teil

„Hast du Hunger?“, fragte der Tryker freundlicher, als man es ihm zugetraut hätte. Niemand konnte sagen, ob dies wirklich so gemeint war, oder ob er einfach nur ein sehr begabter Schauspieler war.

Nach einem guten Essen - es gab gebratenen Igara und dazu gekochte Psycoplasprossen - wurde Galhara wieder in das Zelt gebracht, in dem sie erwacht war. Die Wege zwischen den zwei Zelten hatte sie nicht zu Gesicht bekommen. Man hatte ihr die Augen für den Weg mit etwas eklig Schleimigen zugeklebt.

In dem Zelt wartete bereits der hellhaarige Tryker auf sie und nahm sie in Empfang. Er schickte die Wachen fort, nachdem sie Galhara die seltsame Masse von den Augen entfernt hatten.

„Entschuldige diese Vorgehensweisen. So verfahren wir mit allen Homin, von denen wir nicht wissen, ob sie uns wieder verlassen oder bleiben werden.“ Die Stimme klang nun nicht mehr böse. Nach jedem Wort wirkte sie süßer und anziehender.

„Mein Name ist Ba'Wity Codgan, ich bin der Anführer des Schwarzen Kreises.“ Der Tryker verbeugte sich höflich und gebot Galhara daraufhin, sich zu setzen.

Sie fragte skeptisch: „Wie kommt ihr auf die Idee, ich könne womöglich bleiben, ehrenhafter Anführer?“ erwiderte sie mit einem Lächeln auf ihrem wohlgeformten Gesicht. Ihr Tonfall allerdings lies keinen Zweifel daran, dass die Worte ihres letzten Satzes ironisch gemeint waren. Eine Pause trat ein, während der er sie mit scharfen Blicken beobachtete. Man konnte die Spannung förmlich riechen, so sehr knisterte die Luft. Erst als er den Blick abwandte und mit einigen Flaschen hantierte, lies die Anspannung nach.

„Nun ja, viele bleiben, wenn sie von unserer Lebensweise und unseren Idealen erfahren.“ Mit diesen Worten reichte er ihr ein Glas und bedeutete ihr, einen Schluck zu nehmen. Die Farbe des Getränkes schien ihr sehr ungewöhnlich. Sie roch an der bläulichen Flüssigkeit, die einen leichten roten Schimmer aufwies – fast schon violett. Sie gewahrte ein zartes süßliches Aroma und nahm vorsichtig einen kleinen Schluck. Überrascht über den Wohlgeschmack, setzte sie das Glas sofort ein weiteres mal an ihre Lippen und trank einen größeren Schluck.

Mit einem Lächeln und einem weiteren Ausdruck, den Galhara nicht deuten konnte, beobachtete Ba’Wity Codgan sie. Doch lasst mich ein wenig über unsere Ziele berichten. Er begann einen langen Vortrag über die Wichtigkeit von Forschung, wich jedoch allen konkreten Fragen nach dem Gegenstand der Forschung aus. Auch Fragen zur Finanzierung des Ganzen lies er unbeantwortet. Cogan war ein sehr geschickter Redner und so schwirrte Galhara bereits nach kürzester Zeit der Kopf und es fiel ihr immer schwerer, einen klaren Gedanken zu fassen. Auf den Gedanken, das dies an dem Getränk liegen könnte, kam sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. So dauerte es auch nicht mehr lange, bis ihr die Sinne schwanden und sie auf ihrem Sitz zusammensank.

Der Tryker stürmte zum Eingang des Zeltes, forderte die Wachen auf, die Fyros wegzuschaffen und schickte nach seinem Stellvertreter.

„Ich habe es euch ja gesagt.“ Waren die ersten Worte, als dieser mit riesigen Schritten ins Zelt stürmte. „Zu allem Unglück ist sie auch für unsere Forschungen nicht geeignet.“ „Dies lasst nur meine Sorge sein“ antwortete Ba’Wity Codgan. „Wir gehen zur nächsten Phase über. Der letzte von uns erledigte Auftrag hat uns ein sehr ansehnliches Sümmchen eingebracht.“ Das Lachen, das man daraufhin vernehmen konnte, hatte weniger mit Humor als vielmehr mit Boshaftigkeit zu tun. „Ich hätte zu gern die vor Schock geweiteten Augen meiner Landsleute gesehen“ – hier spuckte er verächtlich aus – „als er vor ihren Augen und trotz all ihrer dummen Sicherheitsvorkehrungen zusammensank.“ Wieder war ein eiskaltes Lachen zu hören. „Aber dies dort“, dabei zeigte er auf eine große nur halbgeschlossene Truhe, in der man viele Dapper sehen konnte, „dies ist auch eine nette Bezahlung. Und SIE wird die Ehre haben, als erste in den Genuss der nächsten Phase unserer Forschung zu kommen.“ Das grauenhafte Lachen schien kein Ende nehmen zu wollen…


Die Abtrünnigen

Wir trafen einen Homin, der auf Befehl von Xan Zessen einige Abtrünnige töten sollte. Daraufhin vereinbarten wir mit den Captain von Dyron, der die Homins gebeten hatte die Abtrünnigen zu töten, einen Gesprächstermin.

Hallo Captain Zessen! Hoffentlich stören wir nicht.

Hallo! Ich muss zugeben, dass ihr in der Tat ein wenig stört, ich bin sehr beschäftigt. Macht es bitte kurz.

Danke Captain. Wir trafen gerade einen Homin, den Sie gebeten hatten, einige Abtrünnige zu töten. Der Name tut nichts zur Sache, aber es lässt keinen Zweifel zu und gibt uns einen Hinweis auf ihr Naturell. Können Sie uns mehr erzählen?

Ah...ich sehe, worauf Sie hinauswollen. Als Captain nehme ich Befehle nur entgegen. Mir wurde gesagt, ich solle die Aufgabe, die Abtrünnigen zu töten, weitergeben. Ich betätige mich nur als guter Fyros!

Nach diesen Worten wartete Xan Zessen schweigend auf unsere Reaktion.

Das haben wir niemals bezweifelt Captain....

Gut.

Aber...Können Sie uns nicht mehr über die Abtrünnigen berichten?

Na, Sie scheinen mir aber ein Sturkopf zu sein. Ich kann Ihnen einige grundlegende Informationen geben, aber danach werden keine Fragen mehr gestellt!

Danke Captain.

Also...Das Symbol der Abtrünnigen ist ein Turm auf einer Düne. Ihr habt es bisher vielleicht noch nicht gesehen, aber der Stamm besteht aus Fyros und einigen Matis. Aber diese Matis sind Söldner, die für die Abtrünnigen arbeiten. Ihre Feinde sind die Fyros und die Kami. Aus diesem Grund baten die Kami von Dyron und ich, sie auszurotten.

Die Stimme des Captains verklang, was wohl bedeutete, dass die Diskussion zu Ende war.

Keine weiteren Informationen für uns?

Ich sagte euch, dass ich nichts weiter sagen werde. Aber wenn ihr genauer recherchiert, findet ihr vielleicht jemanden, der mehr berichten kann. Sucht in Pyr.

Danke Captain.

Nach diesen Informationen, die wir von Xan Zessen erhalten hatten, machten wir uns auf den Weg nach Pyr. Nach einigen Minuten der Überlegung beschlossen wir, dass die beste Person für Informationen Abytheus Apocaps, der Chef der Stadtwache sein würde.

Hallo Chief. Wir stören hoffentlich nicht.

Nein, sie stören mich nicht.

Danke. Wir trafen Xan Zessen, um mit ihm über die Abtrünnigen zu sprechen. Aber der Captain war nicht sehr redselig und erzählte uns nicht viel. Können Sie uns mehr über sie berichten?

Ihr solltet etwas genauer sein mit euren Fragen. Ich bin kein Hellseher. Verzeihung. Warum nennt man sie „Abtrünnige“?

Ganz einfach: diese Individuen wurden 2497 aus unserer wunderschönen Stadt Pyr verbannt. Ihr Ziel ist es, eine Revolte anzuzetteln. Sie wollen unseren Imperator stürzen. Was für eine lächerliche Idee! Unseren großartigen Imperator der so viel für unsere Homins tut!

Aufgrund der Tatsache, dass der Chef der Stadwache unfehlbar ist was den Imperator angeht und auch weil es uns interessiert, unterbrachen wir seine Rede.

Das wissen wir alles Chief und wir sind der gleichen Ansicht wie Sie, aber könnten Sie zum eigentlichen Thema unserer Diskussion zurückkehren, den Abtrünnigen?

Ja, natürlich. Wo war ich....

Dass sie den Imperator stürzen wollen.

Ja, das ist richtig. Auf der einen Seite wollen sie eine Rebellion vorbereiten. Was dumm ist, da niemand ihnen folgen würde. lacht Und dann werden sie es auch mit Gewalt versuchen. Unser Nachrichtendienst unterrichtete uns darüber, dass sie eine Armee bilden wollen, die Richtung Pyr marschiert und die Stadt überrennt. Sie werden von den Matis gehört haben, die für sie arbeiten. Sie sind Söldner.

Richtig, Xan Zessen erzählte uns davon.

Dann erzähle ich euch nichts Neues.

Aber natürlich! Und das, was Sie uns erzählen ist sehr beängstigend.

Sie brauchen keine Angst zu haben, meine Wachen sind stark und werden uns beschützen. Diese Abtrünnigen haben absolut keine Chance.

Danke Chief, Ihre Worte werden unsere Leser beruhigen.

Das hoffe ich!

Ihr Ziel ist also, die Kontrolle des Imperiums an sich zu reißen?

Das ist richtig. Sie werden ihre Revolte nur im Austausch für die Hauptstadt beenden. Die Fyros werden dann Untertanen einer gnadenlosen Diktatur sein, was eine Katastrophe wäre. Überdies habe ich eine sehr schlechte Meinung von diesen Unruhestiftern. Es wird sogar behauptet, dass einige der Würdenträger der Stämme ihre Plätze verlassen würden, um eine wichtige Position in unserer Gesellschaft auszufüllen....Sie verstehen also ihre Definition von Ehre...

Ja...vielen Dank für all die Informationen, Chief! Nun wissen wir ein wenig mehr!

Bitte! Es ist immer wieder ein Genuss eure Interviews zu lesen.


Die erste Chronik


Das Fyros-Imperium

Die Fyros nehmen für sich in Anspruch, unter allen Völkern die besten Krieger hervorzubringen. Mut und Ruhm sind demzufolge die obersten Werte, die ihre Kultur ausmachen. Die Jagd auf den "Großen Drachen" ist das erklärte Ziel der Fyros, jene Kreatur, der man nachsagt, dass sie für die gewaltigen Feuer vor Ausbruch der Invasion der Kitin verantwortlich war. Die Fyros, nur wenig mit der Natur verbunden, nähern sich immer mehr den Kamis an.

"Wahrheit, Ehre, Gerechtigkeit und Disziplin sind die obersten Werte aller gebürtigen Fyros!"

Wir sind die Herrscher der Wüste und halten uns an einen strengen Ehrenkodex. Wir sind die Krieger des Wissens und geloben, die Wahrheitssuche nach dem Drachen des Mythos nie aufzugeben. Weder die Gesetze Jenas noch die Verbote des Karavan werden uns davon abhalten, ins Innere von Atys hinabzusteigen, wo wir bereits auf zahlreiche gleichsam mysteriöse wie unheilbringende Reliquien gestoßen sind.

Wir sind die Beschützer der fruchtbarsten Regionen, denn wir waren die Einzigen, die den Mut aufbrachten, unsere Städte in der brennenden Wüste zu errichten, wo der Drache am ehesten wieder aufzutauchen vermag.

Aus diesen lebensfeindlichen Dünen heraus werden wir unser neues Imperium aufbauen, ihm Stärke verleihen und mit den Kamis eine Allianz bilden, deren Magie wir voller Stolz beherrschen. Wir streben auch danach, unser Wissen über die Herstellung von im Feuer geformenten Werkzeugen und Waffen zu mehren, die uns auf unserer Suche nach der Wahrheit gute Dienste leisten werden.

Homin, wenn Du ungestüm und ehrlich bist, verstärke unsere Reihen. Ein Imperium erwartet Dich!

Du hast sicherlich einige Fragen?

Die Jahreszeiten auf Atys

Die Zeit auf Atys

Ein Jahr Jenas

Die Namen der Monate

Die Namen der Wochentage

  1. Prima
  2. Dua
  3. Tria
  4. Quarta
  5. Quinteth
  6. Holeth (Tag zu Ehren der Kamis wie auch des Karavan)

Einteilung des Tages:

Niederschrift des Datums (zwei Möglichkeiten)

Reale Zeit


Die Kamis

Die Kamis, geheimnisvolle Wesen, die imstande sind, ihre Erscheinung zu verändern, haben einen entscheidenden Einfluss auf Atys und seine Bewohner. Sie beschützen das Pflanzenreich und stellen sicher, dass niemand das zerbrechliche Gleichgewicht ihres geliebten Planeten stört.

Sie sind Teil eines kollektiven Bewusstseins und es scheint, dass keine lebende Spezies ihrer Wahrnehmung entkommen kan und noch weniger ihrem Zorn, wenn die Gesetze zum Erhalt von Atys überschritten werden.

Wie auch die Mitglieder des Karavan reisen die Kamis frei über Atys, das sie ohne Unterlass überwachen. Die Kamis zeigen sich - immer auf der Suche nach Freiwilligen - großzügig gegenüber mutigen Homins, die bereit sind, ihnen ihre Dienste anzubieten.

Die magischen Geister von Atys

Wir sind Bestandteil des großen Erschaffungsplans von Ma-Duk, des Großen Schöpfers, der Atys das Leben schenkte. Wir bewachen seine natürlichen Ressourcen, um das zerbrechliche Gleichgewicht zu bewahren, sodass alle Homins eines Tages das Kami-Zeitalter erreichen.

Vergiss nicht, Homin, dass Dein Schicksal an das von Atys gerbunden ist und nicht an die falsche Prophezeiung der Karavan. Sie sind Fremde hier, Eindringlinge, die von weit her kommen, um unsere Ressourcen zu stehlen. Sie kümmern sich nicht um das Wohl von Atys.

Ich bin wie Du auf Atys geboren. Zusammen müssen wir den Planeten lieben und ihn vor Gefahren schützen. Mit der Bekämpfung des Goo schreitest Du auf dem Pfad der ewigen Glückseligkeit Ma-Duks voran. Im Gegenzug zu Deinen ehrenhaften Taten werden wir Dir Pakte anbieten, die Dich wiederauferstehen lassen oder Dir die Teleportation über die Grenzen der Zeit hinweg erlauben.

Für das Leben unseres Planeten und den Geist unseres Volkes, preise den Geber des Lebens und wähle den Weg zur ewigen Glückseligkeit des Ma-Duk!

Für das Leben unseres Planeten, für den Geist Deines Volkes, preise den Schöpfer und wähle den Weg zur ewigen Glückseligkeit des Ma-Duk!

Ihre Organisation

Ihre Ziele

Was sie bedroht

Mythos

Die Kamis sind die fleischgewordenen Inkarnationen Ma-Duks, des Großen Kami-Schöpfers von Atys. Ma-Duk stellt sich nicht als ein überlegenes humanoides Wesen dar. Er ist ein Wesen aus reiner Energie ohne einen Körper, der über eine Art Nirvana herrscht. Die Kamis sind auf die Oberfläche von Atys gesandt worden, um über den Planeten zu Wachen und ihn zu gegen alles zu verteidgen, was sein Gleichgewicht zu zerstören droht.

Was sie den Homins anbieten

Jene, die den Kamis dienen, können von ihren Unterweisungen, ihren Mächten der Wiederbelebung und der Teleportation profitieren. Sie haben den Homins die magischen Künste gelehrt. An jenen, die gegen ihre Gesetze verstoßen, werden die Kamis Rache üben.

Die Offenbarung gegenüber den Homins

Wir sind Bestandteil des großen Erschaffungsplans von Ma-Duk, des Großen Schöpfers, der Atys das Leben schenkte. Wir bewachen seine natürlichen Ressourcen, um das zerbrechliche Gleichgewicht zu bewahren, sodass alle Homins eines Tages das Kami-Zeitalter erreichen.

Vergiss nicht, Homin, dass Dein Schicksal an das von Atys gerbunden ist und nicht an die falsche Prophezeiung der Karavan. Sie sind Fremde hier, Eindringlinge, die von weit her kommen, um unsere Ressourcen zu stehlen. Sie kümmern sich nicht um das Wohl von Atys.

Ich bin wie Du auf Atys geboren. Zusammen müssen wir den Planeten lieben und ihn vor Gefahren schützen. Mit der Bekämpfung des Goo schreitest Du auf dem Pfad der ewigen Glückseligkeit Ma-Duks voran. Im Gegenzug zu Deinen ehrenhaften Taten werden wir Dir Pakte anbieten, die Dich wiederauferstehen lassen oder Dir die Teleportation über die Grenzen der Zeit hinweg erlauben.

Für das Leben unseres Planeten und den Geist unseres Volkes, preise den Geber des Lebens und wähle den Weg zur ewigen Glückseligkeit des Ma-Duk!


Die Legende vom blauen Ocyx

Alervinda war Jägerin, so wie ihre Eltern, ihre Großeltern und deren Eltern vorher auch schon. Sie war aufgewachsen mit der Notwendigkeit, töten zu müssen, aber auch mit einer unendlichen Ehrfurcht vor dem Leben, gewachsen aus dem Wissen um den Tod. Nie würde sie ein Tier töten ohne Grund, nie ein Leben vernichten nur aus Freude am Zerstören...so hatte sie es bisher gehandhabt, und so sah sie ihren Gang in die Zukunft. Nur war da diese Aufgabe, welche sie bekommen hatte...und deren Erfüllung ihr Herz schwer machte. Sie sollte den blauen Ocyx töten, Ma-Duk...und sie sah keinen wirklichen Grund, ihn zu töten, außer dem Wunsch dieser alten Magierin. Die Ocyx waren zwar aggressiv und damit eigentlich Feinde, allerdings griffen sie ohne Not keinen Homin an, der sich ausserhalb der Herdengrenze befand. Nun saß sie schon mehr als drei Stunden im Canyon, in welchem sie den Ocyx, welcher ein mächtiger Geist war, beschwören sollte. Sie hielt das fein verzierte Horn in ihren Händen und hatte es schon mehrmals an die Lippen gesetzt, doch irgend etwas hinderte sie, den Ruf ertönen zu lassen. War es die Erzählung ihrer Großmutter, die von einem blauen Ocyx berichtet hatte, der Herr über alle anderen Ocyx auf Atys sei, mit einer Haut blau wie die tiefsten Seen Aedens...war es das Raunen des heißen Windes, oder war es die Stimme Ma-Duks selbst?

Sie stand auf, öffnete ihren Beutel und warf ihrem treuen Yubo, das geduldig an ihrer Seite harrte, einen Brocken Brot hin.

Plötzlich hörte sie das heisere Bellen eines Gingos...sie schaute nach Norden und sah eine junge Fyros Jägerin mit einem ebenso jungen, noch täppischen Ocyx im Kampf mit 4 Gingos.

Sie brauchte nur einen Moment um zu erkennen, dass beide dem Tod geweiht waren, und nach einem kurzen Zögern rannte sie zum Kampfplatz, schickte ihren Yubo in die Schlacht und übernahm selbst den stärksten der Gingos. Nach kurzer Zeit war der Kampf entschieden, die junge Fyros war nur leicht verletzt, aber in ihren Armen hielt sie ihren sterbenden Ocyx. Alervinda beugte sich kurz herab und bedeutete der Fyros, dass für den Ocyx jede Hilfe zu spät käme. Diese schaute sie aus tränenblinden Augen an und rief immer wieder einen Namen, wohl den des Ocyx, über dessen blutverschmierte Haut sie streichelte. Alervinda sah die Zärtlichkeit und die tiefe Trauer in den Gesten der Jägerin, und plötzlich fasste sie einen Entschluß. Sie legte die Hand auf die Schulter der Fyros, welche sich erhob und sie fragend anschaute. Dann zeigte sie auf das Rudel Ocyx, welches sich träge in der Abendsonne streckte, nickte der Fyros ermunternd zu und hob mit einem Lächeln Ma-Duks Horn an die Lippen...
Aus dem Schatten der Canyonwände kam der riesige blaue Ocyx, majestätisch und würdevoll. Er verbeugte sich anmutig vor Alervinda und trat dann zu der jungen Fyros Jägerin. "Du, meine Kleine, hast soeben mutig gekämpft und deinen Gefährten verloren. Es sei dir gesagt das du von nun an unter meinem Schutz stehts und nie mehr alleine kämpfen wirst".

Er wandte sich wieder Alervinda zu: "Jägerin, du hast mit grosser Weisheit gehandelt. Mit meinem Tod hättest du niemanden ausser dieser alten Homin gedient, die nichts Gutes im Schilde führte. Tod und Verderben wären über die Brennende Wüste gekommen, wie schon einige Mal. Nun aber kann ich euch Dienen und Helfen im Kampf gegen das Böse. Doch wisset: Niemals werde ich euch gegen meine eigene Rasse helfen wenn diese mutwillig angegriffen wird. Mein Schutz für dein Volk wird verlöschen und sich in Rache und Hass verwandeln und ihr werdet dem Untergang geweiht sein."

Darauf schien er zu schrumpfen und blasser zu werden und ein Schatten flog auf die junge Fyra zu und hüllte sie ein. Starr und mit grossen Augen schauend hatte diese bisher gestanden, aber nun schaute sie die Jägerin an und wandte sich ohne Gruss um.

Sie ging unbehelligt fort durch diesen grässlichen Canyon.
Warum waren Alervinda vorher diese tiefblauen Augen eigentlich nicht aufgefallen? Nachdenklich drehte sie das Horn in ihren Händen. Dann trat ein Lächeln in ihr Gesicht und sie verbeugte sich in Richtung der kleinen Jägerin.


Die Legend vom Geisteryubo

Dies ist die Geschichte vom Geisteryubo.

Vor langer, langer Zeit waren Yubos nicht so schwach wie heute. Sie waren kleine (und mitunter gar nicht so kleine) Wutbälle, wenn man sie zornig gemacht hatte. Ihre Pisse war so stark, dass sie Löcher in eure Stiefel hätte brennen können.

Aber sie waren auch wieder nicht so stark, dass sie nicht von Homins besiegt werden und zum Essen oder der Herstellung nützlicher Dinge genutzt werden konnten. So war das in den Alten Landen in den Alten Zeiten.

Aber mit der Zeit wurden die Yubos immer schwächer, und immer mehr Homins nutzten sie bloss für Zielübungen und weideten die Kadaver nicht aus, um Material zu gewinnen, wie sie es vorher getan hatten. Die Yuboleichen wurden zum Verwesen liegengelassen.

Eines Tages während Anlor Winn, blies der böse Wind über den Körper eines sterbenden Yubo und füllte ihn mit boshaften Absichten. Der Yubo erstand als Skelett, flüchtete zur Geisterwelt, wie es ihm der böse Wind zeigte, und betrat diese.

Das nächste Mal, als Anlor Winn blies, kam der kleine Yubo zurück in die Welt, nahm das Fleisch erschlagener Yubos in sich auf, wovon er wuchs und stärker wurde, danach kehrte er zurück in die Geisterwelt.

Zu jedem Anlor Winn fügte der Yubo seinen Knochen mehr Fleisch hinzu. Über die Jahre wuchs der Geisteryubo und wurde immer stärker und immer grösser, aber die Knochen schienen immer noch durch das Fleisch, dass er aufnahm.

Schliesslich war seine Macht so gross, dass er andere Yubos so aussehen lassen konnte wie er selbst, wenn Anlor Winn blies. Ihr alle habt das schon gesehen.

Manchmal sendet er Diener aus, kleine Kopien seiner selbst, um lebende Yubos zu versammeln und zum Geisteryubo zu bringen, der sie absorbiert und damit immer grösser und stärker wird.

Diese Diener greifen manchmal andere Kreaturen an, sogar Homins!

In der Zeit von Anlor Winn hütet euch vor Yubos! Der Geisteryubo ist dort draußen .. und wartet auf euch.


Das Matis-Königreich

Als stolze Erben einer alten Monarchie streben die Matis gebildet und ehrgeizig danach, ihr verlorenes Königreich wiederzuerrichten. Die hochkultivierten Ästheten sind Meister der Botanik und sind ein zugleich romantisches aber auch besitzergreifendes Volk. Es ist ihre Überzeugung, dass jeder Homin einen Beweis für seinen Wert erbringen muss, um schließlich den Platz in der Gesellschaft zu erringen, den er verdient. Die Matis sind die treuesten Anhänger des Karavan.

Ein Matis muss die nobelsten Charakterzüge der Hominheit in sich vereinen.

Ein Matis muss die nobelsten Charakterzüge aller Homins aufweisen. Er muss loyal, höflich, beharrlich, und vor Allem ehrerbietig sein. Indem wir gehorsam gegenüber unserem König sind, verherrlichen wir Jena, unsere Göttin, die ihm das göttliche Recht verlieh. Da wir glauben, dass jeder Teil in Jenas Universum einen Aufgabe hat, muss jeder Homin nach seinem oder ihrem wahren Platz in der Gesellschaft suchen.

Helft euch und Jena wird euch helfen. Ein Matis gibt nie auf. Mit dem Streben nach Erfolg stärken wir unsere Gesellschaft als Ganzes. Nur die Besten können in die höheren Schichten unserer Gesellschaft aufsteigen, nur die Elite kann unser Volk vorantreiben.

Durch die Manipulation der Natur kommen unsere Seelen der Göttlichkeit näher. In der Tat, Homin, ist es kein Zufall, dass wir die atysianischen Meistermanipulatoren der Pflanzen- und Tierwelt geworden sind. Unsere Waffen, Rüstungen und sogar die Gegenstände unseres täglichen Lebens sind lebendig!

Wir haben in den Waldgebieten der Neuen Lande neue Wurzeln geschlagen, wo wir jene lebende Essenz vorfinden, die wir für unsere Experimente benötigen. Nun ist es unser Bestreben, im Namen Jenas unser neues Königreich zu stärken und besser zu gestalten.

So adeliges Blut in Deinen Adern fließt, schwöre dem König Treue! Unser Königreich braucht Sieger!

Sodenn hast Du bestimmt einige Fragen, homin?

Die Mektoub-Affaire


Die Nachfolger - Erster Teil

"Es ist ziemlich sonnig heute, nicht wahr Chao-Li?"

"Ja, es ist ein perfekter Tag um den neuen Stall zu bauen. Würdest du mir den Hammer rüber reichen Feier'an?"

"Bitte sehr, gut das du so groß bist nicht wahr, haha"

"Nun, ich bin ein Zoraï, so groß wie diese eben sind."

"Ja, und ich bin nur der kleine verschlagene Tryker, ich weiß, ich weiß."

"Ja, hinterhältig ganz richtig, würdest du jetzt das Brett festhalten damit ich es fest nageln kann?"

Es war warm diesen Sommer. Selbst die Tiere um sie herum schienen von der plötzlichen Hitze betroffen zu sein, aber für die beiden war sie durchaus willkommen. Sie konnten etwas Zeit damit verbringen, die Ställe weiter zu bauen, was längst überfällig war, da das Wetter in letzter Zeit schlecht war. Es würde auch der Ernte gut tun, da der Regen ihre kleinen Wiesen fast überschwemmt hatte. Aber es schien, als hätte sich das Schicksal gewendet und gutes Wetter beschert. Es war nicht lange her, seit sie ihr altes Zuhause verlassen hatten um ein neuen Platz zu finden, den sie ihr Heim nennen konnten, einen sicheren Platz für die Kinder zum Aufwachsen. Ein Ort wo alle zusammen alt werden und in Erinnerungen an vergangene Tage schwelgen konnte. Es war ein bloßer Unfall der diese beiden zusammen geführt hatte, diese beiden Familien; eine Tryker und eine Zoraï. Durch die Einmischung der Kitins war ihre Freundschaft und ihr Vertrauen gewachsen.

Es war ein regnerischer Tag, etwas über ein Jahr her, dass sie sich nahe eines Tunnelausgangs einer Höhle getroffen hatten. Nicht mehr als ein höflicher Gruß war ihre erste Begegnung, doch das sollte sich ziemlich rasch ändern. Unweit der Höhle, aus der sie kamen, streifte ein Kincher umher und da sie seine Anwesenheit nicht bemerkten, nahm er ihre Fährte auf und stürzte sich auf das schwächste Ziel; die Kinder.

Nih'na und Feuor waren jung damals, so jung das sie nie zuvor ein Kitin gesehen hatten. Und als eins auf sie zu rannte, erkannten sie die Gefahr nicht und sahen nur ein Tier, das auf sie zu eilte um sie zu grüßen. Sie waren von ihren Eltern gewohnt zu hören, dass sie nichts anzufassen sollten. Also ignorierten sie deren Rufe und warteten fröhlich, dass das lustige Ding zu ihnen kam. Da Nih'na die Größere von beiden war, erkannte es sie zu erst. Sie lächelten als es dichter kam und schon einen Augenblick später hielt es Nih'na in seinen Klauen. Sie schrie vor Schreck und dem plötzlichen Schmerz an ihrer Hüfte. Bis dahin hatte Feuor nicht den Ernst der Lage begriffen. Er fiel auf seinen Rücken und war wie gelähmt vor Furcht. Er konnte sich nicht bewegen. Die Laute des Schmerzen von Nih'na machte ihnen den festen Griff klar, den das Tier hatte.

Ein weiterer Schrei hallte plötzlich und Nih'na fiel zu Boden; neben dem Kincher stand - ein Schwert in Händen haltend - Feier'an. <div style="color:#FF0000">Sein Blick war ausschließlich auf den Arm sowie auf den tiefen Schnitt gerichtet, den er dem Kincher beigebracht hatte und aus dem das Blut hervorschoss. Deshalb bemerkte er nicht, dass der Kincher sich ihm zuwandte und zu einem Schlag ausholte, der ihn hart im Kopf traf. </div><div style="color:#00FF00;">Er schaute den Kincher an, wie das Blut aus dem tiefen Schnitt ströhmte, welchen er in dessen Arm gemacht hatte. ES wendete sich ihm zu, jedoch bemerkte er nicht dessen Bein, wie es sich auf ihn zubewegte und ihn mit einem harten Schlag am Kopf traf.</div> Er fiel nach hinten; versuchte aber sofort aufzustehen. Alles drehte sich um ihn herum. Es war ein heftiger Schlag und er hatte einiges abbekommen. Er brauchte Zeit um sich zu erholen. Zeit die er nicht hatte, da der Kincher sein Auge nun auf Feuor gerichtet hatte. Er stürzte los. Aber er wusste, dass er es nicht rechtzeitig schaffen würde. Dennoch rannte er. Plötzlich kam ein magisches Geschoss durch die Luft geflogen, traf den Kincher und warf ihn aus der Bahn. Aber er kam schnell wieder zu sich und setzte seien Weg fort. Ein weiteres Geschoss betäubte ihn und als er verwirrt umher taumelte, schossen Wurzeln vom Boden nach oben, hielten ihn und zogen ihn fest nach unten. Dies war alles was Feier'an brauchte, da er nun den Kincher erreicht hatte. Ein Sprung und ein konzentrierter Angriff auf den Kopf des Kinchers beendeten den Kampf ab. Als die Wurzeln nach ließen, fiel der Kincher tot zu Boden.

In diesem Moment bemerkte Feier'an den kleinen Dolch im Bein des Kinchers. Er wusste es war Feuors. Nih'na hatte ein paar Schrammen an der Hüfte aber schien keine weitere Wunden zu haben, abgesehen von dem Schock. Dasselbe galt für Feuor. Er zitterte immer noch, als er in die Arme seiner Mutter lief, die ihn beruhigte.

"Vati, es war böse zu ihr." Sagte er zwischen seinem Zittern.

"Ja, es war böse zu uns allen. Du musst vorsichtiger sein und musst hören, was deine Eltern dir sagen Feour" sagte er zu dem Kleinen lächelnd, der nun sicher in den Armen seiner Mutter lag.

"Du bist vielleicht klein, aber tapfer." Sagte eine Stimme hinter Feier'an.

"Klein ja, aber unser Temperament kann in Höhe nicht gemessen werden." Sagte Feier'an als er sich umdrehte und den Zoraï ansah. Er kannte ihren Ursprung und Glauben, so wie er sicher war, dass sie seinen kannten.

Der Zoraï bewegte seine Hand und Feier'an machte sich bereit um jedweden Angriff zu kontern aber er wurde überrascht. Der Zoraï zog seinen Magieverstärker aus und reichte ihm die Hand.

"Ich bin Chao-Li, ich danke dir, dass du meine Tochter vor dem Kitin gerettet hast." Sagte er.

Feier'an war einen Moment lang sprachlos. Dies war das erste Mal, dass er einen Zoraï auf solchem Boden begegnete. Nicht, dass er nicht schon vorher einige getroffen hatte, aber die waren alle feindlicher.

"Ich bin Feier'an." Sagte er als er seine Hand ausstreckte und dem Zoraï die Hand gab. Er konnte sofort spüren, dass dies eine ehrlich gemeinte Geste war, ohne versteckte Hintergedanken. Wie seltsam.

"Ich bin froh das dein tapferer Kleiner ebenso wohl auf ist." Sagte Chao-Li als er sich umdrehte und zu Feuor schaute.

"Ja, habt dank für die Hilfe. Wie geht es deiner Tochter?" Fragte Feier'an, immer noch überrascht über das, was passiert war.

"Es geht ihr gut, danke. Sie wird von ihrer Mutter, meiner Frau, Naom'Chi, versorgt. Ihr Name ist Nih'na."

"Der Name meines Sohnes ist Feuor und der seiner Mutter ist Limeh." Antwortete Feier'an auf diese höfliche Geste.

Seit diesem Tag war viel Geschehen und viele Dinge waren vorüber gezogen. Durch diesen Zwischenfall mit dem Kitin waren sie Freunde geworden. Sie entschlossen sich, ihre Reise gemeinsam fortzusetzen, da sie wussten, dass sie gemeinsam eine größere Chance zum Überleben hatten. Es stellte sich auch heraus, dass sie beide fast das gleiche suchten, ein neues Heim. Und Wochen später fanden sie einen Ort, in der Nähe eines Dorfes. Nun waren sie dabei, den Stall für ihre Reittiere zu bauen, in denen diese nachts rasten konnten. Durch die Mission, die beide Familien unternommen hatten, schienen sie mehr und mehr zusammengewachsen zu sein. An diesem Tag wurde etwas in Bewegung gesetzt.


Die Nachfolger - Zweiter Teil


Die Nachfolger - Dritter Teil

„So, morgen werden wir den Stall fertigstellen, wir brauchen nur noch ein paar Teile aus der Stadt.“ sagte Feier'an als er Feuor auf seinen Schoß setzte. „Möchtest du morgen mit Papa in die Stadt kommen und ein paar Sachen einkaufen? Wir könnten deiner Mama sogar ein neues Werkzeug kaufen. Oh und Bonbons!“

“Juhu“ antwortete Feuor glücklich. „Darf Nih'na mitkommen? Bitte, Biiiiiiiitte.“

“Haha, ich glaube das werd ich nicht verhindern können... ja, natürlich darfs sie. Lass uns alle zusammen gehen!“, sagte Feier'an und grinste zu den anderen die still zustimmten.

“Aber nicht zu viele Bonbons für euch beide, hörst du.“, fügte Limeh hinzu.

„Aber Mamaaaa....“, sagte Feuor traurig, schließlich waren Bonbons seine Lieblinssüssigkeiten.

“Keine Sorge, in dem Moment wenn sie mal wegschaut schleichen wir uns davon und.....autsch!“. Feier'an hatte keine Zeit seinen Satz zu beenden bevor er wieder einen Schmerz in seinem Arm spürte.

“Ich habe das gehört, Liebster.“, sagte Limeh mit einer leicht sanften Stimme.

“Ok, ok, ich geb auf, ich geb auf. Ich kapituliere!“, lachte Feier'an.

“Genau, lasst uns alle zusammen in die nächste Stadt gehen. Es ist schon eine ganze Weile her seit wir das letzte Mal gemeinsam dort waren.“ sagte Naom'Chi lächelnd. Chao-Li und Nih'na stießen dazu und stimmten dem Plan zu.

Sie verbrachten den Abend damit neben dem Stall zu sitzen und über alte Zeiten zu reden, über den Spaß den sie hatten. Die Sonne bewegte sich über den Himmel, versteckte sich bald darauf hinter den Bergspitzen und erlaubte den Sternen zu übernehmen sie mit Helligkeit zu überschütten. Es war ein schöner Abend, so als hätte er nur auf sie gewartet, dass sie fertig wurden um dann einen Moment entspannen zu können. In dem Rohbau trugen die Mektoubs ihren Teil mit Grunzen und lauten Geräuschen wenn sie umherliefen um sich mit ihrer neuen Umgebung bekannt zu machen.

„Du hast heute gute Arbeit geleistet, Schatz, und auch du Nih'na.“, sagte Naom'chi als sie sich zu Chao-Li an der Seite des Stalls lehnte. Nih'na lag zwischen ihnen und schlief ruhig während sie sanft die kühle Abendluft einatmete.

Neben ihnen saß Feier'an mit Feuor auf seinem Schoß und Limeh, die sich an seine rechte Schulter lehnte. Beide waren eingeschlafen und Feier'an starrte in den Himmel. So saßen sie noch einen Moment bis die Brise kälter wurde und sie vorsichtig aufstanden um die schlafenden Kinder nicht zu wecken. Nur unter den Augen eines wachsamen Mektoubs, schlichen sie leise ins Haus. Flüsternd wünschten sie sich eine gute Nacht bevor sie die Häuser betraten und in die Betten schlüpften.

Für Chao-Li und Feier'ans Gefühl war es viel zu früh wieder Morgen, was aber daran liegen mochte, dass sie am Tag zuvor so hart gearbeitet hatten. Vor lauter Aufregung, dass er mit der ganzen Familie in die Stadt gehen würde, kam Feuor beinahe in die Küche gerannt um zu frühstücken. Man hatte das Gefühl, dass jeder an diesem Morgen aufgeregt war, denn das Frühstück dauert bei weitem nicht so lange wie sonnst, da sich Feuor sonst immer darüber beschwerte, dass er Gemüse essen und den Tisch abräumen musste. Feier'an beobachtete seinen Sohn beim essen und grinste in sich hinein.

Als sie hinaustraten wurden sie schon von Naom'Chi und Nih'na erwartet, während Chao-Li schon am Stall war um die Packtiere mit einiger der selbst gebauten Sachen zu beladen.

„Das dürfte sicherlich genug sein um die Kosten für den heutigen Tag zu decken, was meinst du, Feier'an?“, fragte er als Feier'an den Stall trat.

„Oh ich sehe da ein paar sehr schöne, vielleicht können wir uns sogar ein schickes Abendessen erlauben in der Stadt.“, antwortete er mit einem Lächeln. Konnte es etwas besseres als dies hier geben?

Da die Stadt nicht wirklich weit weg war brauchten sie nicht lange um dorthin zu wandern. Sie beeilten sich nicht so sehr, da die Packtiere schliesslich eine schwere Last für sie zu tragen hatten. Schon bald tauchten die Ställe und Tore der Stadt auf und sowohl Feuor als auch Nih'na rannte vor und ignorierten die elterlichen Warnungen, dass sie sich noch verlaufen würden. Sie hielten bei den Wachen am Tor an und starrten sie bewundernd an, als sie sahen wie trainiert sie waren und wie ihre Schwerter in der strahlenden Morgensonne funkelten. Feuor beschloss in diesem Augenblick das er ein Schwertkämpfer werden würde wenn er groß war, und ein Benutzer des Dolches. Das war seine Bestimmung.

Nih'na schaute sich die Wachen an als sie neben Feuor stand. Sie fand sie beeindruckend, aber fast schon zu rauhbeinig als das sie sie wirklich mochte. Sie, mit ihrem kurzen, schlanken Körper, war nicht für die Benutzung des Schwertes oder der Pike gemacht. Vermutlich könnte sie damit umgehen, aber sie war sich nicht sicher ob sie dazu in der Lage sein würde ums Haus streunende Tiere zu vergraulen. Da fiel ihr DER Tag ein.

Sie und Feuor hatten sich aus dem Haus geschlichen, da sie ihm etwas zeigen wollte. Sie hatte geübt seitdem sie herausgefunden hatte wie. Als sie so dastanden hatte sie ihre Handfläche ausgestreckt und Feuor gesagt er solle sie sich genau anschauen. Sie hockten da auf ihren Knien und sie schloss die Augen um sich besser auf einen Spruch konzentrieren zu können, den sie in einem der Bücher ihrer Mutter gelesen hatte. Als sie zu sprechen begann, begann etwas in ihrer Handfläche zu wirbeln, so als würde sie einen kleinen Tornado halten, der kleine blaue Funken aus der dünnen Luft zog und sie in ihrer Handfläche zu einer kleinen Kugel formte. Sie kniff ihre Augen noch mehr zusammen und konzentrierte sich noch mehr, sie wollte es Feuor richtig zeigen. Als sie ihre Augen wieder öffnete sah sie einen kleinen Ball in ihrer Hand rotieren. Es war der größte den sie bisher je zu erschaffen vermocht hatte und es erleuchtete sogar Feuor's Gesicht als sie beide mit Bewunderung darauf starrten.

„Was ist das?“, fragte er als er sich vorbeugte.

Er kam zu nah und plötzlich machte der Ball eine leichte Bewegung und traf ihn an der Nase. Er fiel zurück und schrie „Aaahh“.

„Aahh, das fühlte sich gut an Nih'na, was war das?“, fragte er als er seine Augen wieder geöffnet hatte und sie ansah.

„Ich weiss es wirklich nicht. Ich habe es vor knapp einer Woche gelesen. Ich habe es nicht gelesen bis...Feuor, dein Kratzer im Gesicht, den den du dir zugezogen hast als du die Tür angerempelt hast.“, sagte sie abrupt.

„Ja?“, fragte er während er seine prickelnde Wange berührte.

„Er ist...verschwunden....“, sagte Nih'na und starrte sein Gesicht an. Der Spruch war ein Heilspruch gewesen.

„Nih'na, Nih'na! Lass uns ein paar Süssigkeiten kaufen bevor unsere Mütter ankommen.“, unterbrach Feuor ihre Träumerei und zog sie zu einem der Händler. Nun wusste sie was sie werden wollte, eine Beherrscherin der elementaren Künste. Beides Magiekundige und Heilerin, das war ihr Schicksal.

Nih'na und Feuor fanden ihre Eltern bei den Ställen wo sie gerade die Packtiere angebunden und versorgt hatten. Beide Kinder hielten einen grossen Beutel mit gewürzten Shooki Samen in der Hand und kauten als hätten sie alles um sich herum vergessen.

„Haha, das sind unsere Kinder, nicht wahr Chao-Li!“ sagte Feier'an als er sie auf sich zukommen sah.

"Das ist wohl wahr", antwortete Chao-Li und lächelte.


Die Nachfolger - Vierter Teil

„Kinder, lauft bitte nicht noch einmal weg. Man weiss nie, auf wen man hier trifft.“ ermahnte Limeh die Kinder, als sie ausserhalb des Stalls aufeinander trafen.

„Ich weiss, Mama.“ grinste Feuor entschuldigend, während er sich einen weiteren Samen nahm.

„Also, was sollten wir also als erstes machen?“ fragte Chao-Li alle, sobald sie sich versammelt hatten.

„Ich habe einige Aufträge, die ich ausliefern muss.“ erwiderte Limeh und musterte die grosse Tasche die mit verschiedenen leichten Rüstungen gefüllt war.

„Ich auch. Ich werde dich begleiten Limeh“ fügte Naom'Chi hinzu.

„Gut. Sieht so aus als dann noch du, ich und die Kinder.“ sagte Feier'an.

Limeh und Naom'Chi bogen an der nächsten Kreuzung links ab und lenkten ihre Schritte rasch in Richtung Marktplatz, wo sie ein Treffen mit ihren Kunden geplant hatten. Es war nicht nur der normale Homin, der ihre sorgfältige Arbeit zu würdigen wusste, sogar die Händler waren glücklich ihnen ihre Waren wegzuschnappen. Deshalb war es normalerweise der Marktplatz, den sie ansteuerten, es sei denn sie hatten einen Auftrag für eine Speziallieferung.

Sie wollten sich die Stadt anschauen, vielleicht eine Kleinigkeit essen bevor sie über den Marktplatz wandern würden. Sie gingen durch einige kleine Strassen, an denen Marktstände mit schreienden Markthändlern aufgereiht waren, die ihre Ware anboten. Dies war einer der Gründe, weshalb sie diesen Weg gewählt hatten, denn es waren eben diese Kaufleute, bei denen man die selteneren und verschiedensten Dinge finden konnte. Als sie langsam durch die Strassen schlenderten, hin und wieder an ihren gesüssten Samen kauend, hörten sie das Echo einer dröhnenden Stimme, die vom Wind über den normalen Missklang der Stallbesitzer getragen wurde. Als sie ihr folgten, trafen sie schon bald auf eine grössere Kreuzung, wo Marktstände wie ein Ring um eine Fontäne in der Mitte gereiht standen.

Neben der kühlen Fontäne stand ein Matis und hielt einige Flugblätter. Diese schob er in die Hände der wogenden Menge, während er immer wieder schrie: „Momentan sind sie erschöpft, aber sie werden sich rächen! Sie werden zurückschlagen! Trete der Defensivakademie noch heute bei und tue deinen Teil, um die Stadt sicher zu machen.“

„Was ist das für eine Akademie von der du sprichst?“ fragte Chao-Li den Mann, als sie näher kamen.

„Es ist ein Institut, wo junge Krieger, Kämpfer und Magier einem Basis-Training unterzogen werden.“ antwortete er stolz, während er ein Flugblatt hinhielt. Chao-Lie nahm das Blatt an und schaute es sich genau an.

„Was sind die Voraussetzungen und von wem sprichst du?“ fragte Feier'an während er insgeheim dachte, dass es wahrscheinlich nur verrücktes Gerede von einem blassen weisshäutigen Mann war, der vielleicht etwas zu viel Sonne abbekommen hatte.

„Die Kitin natürlich, die Kitin warten auf ihre Chance gegen uns zurückzuschlagen.“, antwortete er mit einem Blick der Überraschung, dass diese Homins dummerweise vollkommen ahnungslos über etwas waren, das er als grösste Bedrohung Atys ansah. „Aber das ist uralte Geschichte. Die Karavan und die Kami drängten sie zurück. Deshalb können wir heute sicher an der Oberfläche laufen.!“ Feier'an war ein wenig beunruhigt, dass der Mann den Kindern Angst machen würde.

„Beruhig dich Feier'an. Auch wenn er vielleicht ein wenig übertreibt - ein Funken Wahrheit ist durchaus in seinen Worten.“ bemerkte Chao-Li als er das Flugblatt durchgelesen hatte. „Es heisst die Defensiv Akademie würde jeden Homin unterrichten, egal wie alt er ist und ihm dabei helfen, seine Fähigkeiten zu finden. Aber das ist alles nur zur Vorbereitung für das, was kommen könnte - sie bieten kein vollständiges Training?“ fragte Chao-Li den Mann.

„Nein, wir können nur die Basiseigenschaften eines Homins nutzbar machen. Um herauszufinden was sie können und ihnen helfen in Richtung ihrer Fähigkeiten zu trainieren.“, antwortete der Matis während er weitere Flugblätter an vorbeieilende Homins verteilte.

Ich verstehe. Wo könnte man sich also registrieren wenn die richtige Zeit dafür gekommen ist?“, fragte Chao-Li. Feier'an und die Kinder standen nur da und schauten Chao-Li an.

„Wann immer die Zeit für sie passt, guter Mann, und der Ort ist nicht weit von hier. Gehen durch zwei Bögen, dann gehen sie links und sie werden die Tore der Akademie sehen.“, sagte der Matis, empfahl sich und ging weg.

„Chao-Li, was denkst du? Du hast wieder diesen Blick....“, sagte Feier'an.

„Nun, er hat Recht und das weisst du auch. Vielleicht ist es das beste für unsere Kinder. Du erinnerst dich wie wir uns kennengelernt haben, nicht wahr?“, antwortete Chao-Li und schaute noch immer auf das Flugblatt und tausende von Gedanken schossen ihm durch den Kopf.

„Ja, da hast du recht...aber die Kinder? Was ist mit ihnen?“, fragte er.

„Ich möchte ein Kämpfer werden, Papa, Ich möchte Schwerter und Piken schwingen!!“, fügte Feuor auf einmal hinzu. Er hatte nur Teile des Gesprächs gehört, aber in dem Wenigen das er verstanden hatte, hatte er die Chance seines Lebens erkannt seine Träume wahr werden zu lassen und einer der Stadtwachen zu werden.

„Hmm....“, war alles das Feier'an zu sagen vermochte bevor er von Nih'na unterbrochen wurde.

„Und ich möchte die Wege der Magie beschreiten Vater.“,sagte sie.

„Ich habe geübt Papa!“, rief Feuor als er den Dolch ergriff den Feier'an in seinem Gürtel mit sich trug und damit herumzuwedeln begann.

Feier'an klappte fast der Kiefer runter, als er seinen Sohn den Dolch ergreifen sah, aber sogar er sah, dass der Junge durchaus in der Lage mit so einer kleinen Waffe umzugehen. Feuor schwang weiterhin wild den Dolch, doch einer seiner Zirkel brachten ihn zu nah an die geneigte Wand und er krachte mit der Hand an sie, was ihn die Waffe fallen und in Schmerzen durch die Gegend hüpfen liess. Feier'an hatte sie noch nicht ganz aufgehoben und in seinen Dolch zurückgeschoben um Erste Hilfe leisten zu können, als Nih'na an ihm vorbeistürmte.

„Du Idiot, du solltest wirklich vorsichtiger sein. Zeig mir mal deine Hand!“, schrie sie fast als sie seine Hand ergriff und ihre über die kleine Wunde legte um etwas seltsames zu machen. Langsam formte sich ein kleines blaues Glühen und die Ränder der Wunde heilten und wurden ganz glatt. „Wusstest du von dieser Fähigkeit, Chao-Li?“, fragte Feier'an als sie beide die Kinder anschauten.

„Nein, das wusste ich nicht. Aber es sieht so aus, als hätte so etwas wie Bestimmung für uns entschieden.“, antwortete Chao-Li als sie zu ihren Kindern gingen. „Wie ich sehe hast du die Heilfähigkeiten deiner Mutter geerbt, Nih'na.“

„Papa, ich...ich habe nur in einem ihrer alten Bücher gelesen....“, sagte Nih'na in dem versuch sich für ihr Verhalten zu entschuldigen, so wie sie ihren Eltern auch nichts davon erzählt hatte was ein dem einen Tag passiert war, als sie es Feuor gezeigt hatte.

„Ach, dafür musst du dich doch nicht schämen Nih'na, du scheinst eine natürliche Begabung für die Heilkunst zu haben. Deine Mutter wird sich freuen das zu hören.“, beruhigte Chao-Li sie als er Feuor's Finger untersuchte. „Feier'an, dein Sohn ist in wirklich guten Händen, es ist keine einziger Kratzer geblieben.“

„Nun, sind das dann wohl nicht die Wirren des Schicksals? Danke Nih'na. Aber was denkst du darüber Chao-Li?“, fragte er.

Ich denke wir sollten den Rest des Tages zusammen geniessen, so wie wir es eigentlich geplant hatten. Und heute Abend sollten wir uns alle zusammensetzen und darüber reden.“, sagte Chao-Li und faltete das Flugblatt zusammen um es in seine Tasche zu stecken.

„Ja, das klingt gut. Lasst es uns so gut geniessen wie wir können. Wenn wir nach Hause kommen wird mich deine Mutter vermutlich unangespitzt in den Boden rammen, dafür das ich es überhaupt in Betracht ziehe, Feuor.“, sagte Feier'an und lachte.

Sie setzen ihren Weg durch die Strassen der Stadt fort, bis sie irgendwann mit den Frauen zusammentrafen die alle ihre Waren verkauft hatten und nach einigen Angeboten für sich schauten.

Auf diese ruhige Weise drehen sich die Jahre für uns alle.


Die Nachfolger - Fünfter Teil

Einige Zeit war vergangen seit dem Tage, an dem sie den Homin getroffen hatten, der die Schriften in der Stadt verteilte.
Am Abend kam eine nachdenkliche Stimmung auf da es nun wichtige Dinge zu besprechen gab.

Anfangs weigerte sich Limeh überhaupt dem Flehen von Feier'an und sogar Feuor zuzuhören.
Sie dachte, dass es gefährlich sei, die Kinder alleine in der Stadt herumlaufen zu lassen und Feier'an hatte zugestimmt aber höflich darauf aufmerksam gemacht, dass dies nicht der Gegenstand der Diskussion war.
Jedoch nach einigen Augenblicken erlangte sie ihre Gelassenheit wieder und hörte zu was die beiden zu sagen hatten;
Sie war allmählich davon überzeugt, dass es in diesen schrecklichen Zeiten in der Tat lebenswichtig für die Homins sein könnte, in der Lage zu sein, sich und die Seinen zu verteidigen und zu schützen
Der Schutz und die Sicherheit der Verteidigungsakademie war ansprechend und so stimmte sie letztendlich zu das Feuor sich dort zur Ausbildung anmelden konnte.
Als sie hörte, dass Chao-Li die gleichen Gedanken für Nih'na hegte, wurde sie zunehmend davon überzeugt, dass sie alle die richtige Entscheidung getroffen hatten.

Für Nih'na war es einfacher gewesen, da ihr Vater, Chao-Li, an der Idee, das sein Kind eine Gelehrte werden sollte, Gefallen gefunden hatte und als er zu Naom'Chi sprach, legte er eine solche Ruhe und Zuversicht an den Tag, sodass sie auf der Stelle überzeugt war.
Er hatte ihr gesagt, dass Nih'na nicht nur die Schönheit ihrer Mutter geerbt hatte, sondern auch ihr Talent in Magie.
Als er erklärte, wie ihre Tochter früher am Tag Feuors Wunde geheilt hatte und das nicht mal ein Kratzer übriggeblieben wat, lächelte Naum'Chi sie an und nickte.
Sie war glücklich als ihre beiden Eltern zugestimmt hatte, dass sie der Akademie zusammen mit Feuor beitreten durfte.
Sie studierte glücklich die Bücher, die ihre Mutter ihr aus der kleinen Bibliothek, die gerade mal aus einem wertvollen Regal in den größeren Wohnräumen bestand, mitbrachte und sie hatte augenblicklich das Buch genommen, in dem sie den Heilungszauber gefunden hatte.

In den folgenden Tagen sahen die Eltern nicht viel von ihren Kindern, da diese mit ihren Hausaufgaben beschäftigt waren. Auch Feuor hatte einen alten Dolch sowie ein Schwert und einen Spieß bekommen, welche Feier'an vor langer Zeit gekauft hatte, als sie sich hier niederließen.
Er hatte sie damals benutzt um die Gegend von den gefährlichen Tieren zu befreien, die sich dort herumtrieben.
Mit diesen alten Waffen trainierte Feuor so viel, wie er Zeit aufbringen konnte.
Da er wusste was ihn erwartete, übte er härter und erinnerte sich immer wieder an den Unfall, der sich an dem Tag ereignet hatte, als sie zu dem blassen Mann gesprochen hatten.
Feier'an hatte ihm die Grundlagen gezeigt, beginnend mit dem Halten und er versicherte sich, dass er dies beherrschte, bevor er andere Bewegungen lehrte.
"Grundlagen sind das wichtigste" hatte er klargestellt als Feuor sich über das eintönige Training beschwert hatte, und nachdem er es gelernt hatte, verstand er, was sein Vater meinte.
Je mehr er trainierte, um so leichter liesen sich die Waffen führen und bald übte er zwischen diesen so schnell zu wechseln, wie er konnte für den Fall, dass er es einmal benötigen würde.

Nih'na studierte die meisten der Bücher, die ihr ihre Mutter gab, und verschlang deren Inhalt mit einem wahren Hunger auf das Wissen, dass diese enthielten.
Es waren nicht nur Bücher über die Wundenheilung im Kampf, sondern auch wie man Energie bündelt, um Ausdauer zu bekommen und den Sap, der in den Homins fließt zu steigern.
Einige der Bücher, die sie später in ihrem Training bekam, erzählten von den anderen Arten von Magie, den Zerstörerischen.
Ihre Eltern erzählten ihr, dass sie diese genau so studieren solle, auf dass sie wisse, wie und welche Art des Schaden diese ihrem Ziel zufügen würden.
Dies war gut zu wissen da einige Tiere leichter bestimmten Arten der Magie wiederstehen und doch durch andere Arten verwundet werden können, und diese war auch eine nützliche Information, wenn jemand heilte.
Anfangs war sie überwältigt von der schieren Fülle an Informationen, aber nach einer Woche hatte sie die meisten Bücher, die die Grundlagen enthielten, gelesen und ihr wurde ihr eigenes Zimmer langweilig, und so setzt sie ich nach draußen mit ihren Büchern und wählte einen Platz in der Nähe von dem Ort an dem Feuor trainierte.
Mitunter probierte sie, mit seiner Zustimmung, den Heilspruch an ihm aus. Es waren nur kleine Mengen von Magie, aber er fühlte den Unterschied, den diese machten.

Eines Tages besuchten Chao-Li und Feier'an die beiden beim Training.
Chao-Li gab zwei große, Handschuh-ähnliche Dinger an Nih'na.
Sie sah diese verwundert an und erkannte, dass diese den alten, die ihr Vater zusammen mit den Büchern auf dem Regal liegen hatte, sehr ähnlich sahen.
Sie hatte niemals danach gefragt, da sie diese als nicht besonders wichtig einschätzte.
Als er Nih'na bat sie einmal anzuziehen war sie sehr überrascht; warum sollte sie an so einem warmen Tag Handschuhe tragen? Doch als sie sie anzog, fühlten sie sich gar nicht warm an, tatsächlich wirkten sie leichter als ihre äußere Erscheinung erwarten lies.
Chao-Li erklärte ihr, dass dies Magieverstärker seien, die er für sie hergestellt hatte.
Sie war erstaunt, da sie niemals gedacht hätte, dass ihr Vater in der Lage war, solche Dinge herzustellen. Sie probierte sie an Feuor ohne jede Vorwarnung aus und der plötzliche Ruck, der durch seinen Körper ging als Nih'na frei in der Luft schwebte und einen großen, blauen Blitz auf ihn schoss, ließ ihn beinahe stolpern und fallen. Chao-Li lächelte während Feier'an lachte und ihm etwas zuwarf und sagte "Hier, benutze lieber dies als Unterstützung mein Junge."

Feuor schnappte sich den Stock, aber als er das Gleichgewicht wieder gefunden hatte, sah er, was es wirklich war.
Es war ein anständig hergestellter Spieß, ein Ding, das Funktionalität und Schönheit in sich vereinte.
Er sah ihn ehrfürchtig an und danach seinen Vater, der nur nickte und sagte: "Ja, er gehört dir, mein Sohn."

Als er ihn weiter untersuchte, schien es so, als ob das Material eine besondere Sorte sei, die Feuor nie in der Nähe seines Heims gesehen hatte.
Als er die schöne Waffe ansah, fand er die Inschrift:

"Ein Spieß, so mächtig wie sein Benutzer!"

Nih'na betrachtete ihre Verstärker nach dem sie diese ausgezogen hatte und sie bemerkte, dass sie auch eine Inschrift trugen:

"Zu heilen und Stärke zu geben zeigt Fürsorge."

Sie wunderten sich beide was diese Inschriften bedeuteten, aber ihre Väter schüttelten nur ihre Köpfe und sagten ihnen, dass sie mit der Zeit die Bedeutung begreifen würden.
Ihre Mütter schlossen sich der Gruppe an und brachten mehr Gegenstände.
Naom'Chi hatte im Geheimen hart gearbeitet um Materialien zu finden und daraus zwei Schmucksets herzustellen, in welche sie Sap Kristalle eingesetzt hatte die ihrem Träger die Fähigkeit gaben mehr Treffer auszuhalten.
Nun kam Limeh dazu und entfaltete eine leichte Rüstung, die aus dem weichsten Stoff und dem härtesten Garn gemacht war.
Sie benutzte auch Sap Kristalle, sodass die Rüstung die gleichen Eigenschaften wie die Schmuckstücke hatte.
Als Feuor seine Rüstung angezogen hatte, wandte sie sich mit einem Lächeln an Nih'na und gab ihr ein weiteres Rüstungsset, wie gemacht für eine Zorai.
Feuors Augen weiteten sich, als er seine Freundin hochgewachsen und stolz in ihrer neuen Persönlichkeit sah.

Dies war der Tag, an dem ihre Übungen mit dieser kleinen Zeremonie endete, es blieb nur wenig Zeit dieses Fest zu genießen und einer Zukunft entgegenzublicken mit allem, was diese vielleicht bringen möge.
Der letzte gemütliche Nachmittag ging vorbei, als sie ihn mit Essen und Reden zu Tisch verbrachten.
Als der Abend kam und die Farbe vom Himmel stahl, räumten die Erwachsenen den Tisch ab und machten sich fertig für die Nacht. Währenddessen wanderten Nih'na und Feuor, die sich immer noch an ihren Rüstungen und Schmuckstücken festhielten, zu einem Platz, an dem sie gewöhnlich saßen, wenn sie lasen.
Sie lagen im Grass und betrachteten die leuchtenden Sterne.

"Tja, morgen wird es dann wohl anfangen." sagte Feuor.

"Ja, morgen wird sich alles ändern." antwortete Nih'na.

Am folgenden Tag standen sie vor der Defensivakademie und betrachteten das hohe Tor im grauen Morgenlicht, wobei sie sich fragten, was ihre Zukunft dahinter wohl bringen werde.

Das war vor zwei Jahren.


Die Nachfolger - Sechster Teil

Zwei Jahre sind vergangen seid sie das letzte Mal vor diesen Toren standen. Für einige schienen es zwei endlos lange Jahre gewesen zu sein, jedoch für Feuor gingen sie blitzschnell vorbei. Sein frühes Waffenbeherrschungs-Training hatte sich ausgezahlt, er übertraf alle Erwartungen mit seinen Schwertkünsten und gehörte zu den fünf besten Pikenkämpfern seines Jahrgangs. Er hatte jeden Tag hart gearbeitet und trainiert um eines Tages die Pike beherrschen zu können, die ihm sein Vater zum Geschenk gemacht hat, als er in die Akademie eingetreten ist.

“Nun gut… Gut gemacht Feuor, wies aussieht kannst du ganz gut mit dem Schwert umgehen. Hol dein Schild und wir werden gemeinsam ein paar Ausweichübungen machen.“ Der Lehrer schätze seine harte Arbeit und wollte, dass er immer schwerere Manöver auf seinem Weg zur Perfektion erlernt.

Feuor fand schnell seinen Platz in der Akademie, er mochte jeden Aspekt seines Trainings und kam gut mit seinen Mitschülern aus, im Kampfring, sowie im Gesellschaftsraum. Sogar einige der Mädchen schienen ein Auge auf ihn geworfen zu haben, obwohl er ein „Outlander“ war. Doch die Muskeln die er durch Training aufbaute, machten seine Herkunft allemal wett.

Für Nih’na alas war jedoch alles anders, obwohl sie ihre Stärke für Magie entdeckt hatte und diese mit Leichtigkeit meisterte.

Unglücklicherweise war sie die einzige Homin in der Klasse, die in Zorai geboren war, wodurch sie mehr Schwierigkeiten hatte sich in die Gruppe zu integrieren als Feuor mit seiner aufgeschlossenen Art.

Das sie so sachkundig und talentiert war, verstärkte lediglich den Neid ihrer Klassenkameraden.

Sie redeten nicht oft mit ihr oder luden sie ein mit ihnen zu arbeiten, es sei denn sie hatten ein Problem mit Magie bei dem sie alleine nicht weiterkamen, normalerweise ignorierten sie sie einfach. Oder sie bemerkte nur ein hämisches Grinsen und leises Getuschel, wenn sie sich über ihre Maske lustig machten. Dies brachte sie nur dazu sich um so mehr ihren Büchern, ihren einzigen Freunden, zu widmen und härter zu lernen als je zuvor.

Feuor hatte bemerkt das sie oft allein zu sein schien, während er von einem zum anderen Unterrichtsraum ging und er suchte beim Mittagessen so oft wie möglich ihre Gesellschaft. Wenn die beiden alleine waren, lachte sie und machte Witze, jedoch wenn er sie zu anderen Zeiten sah, grinste sie nur kurz und abwesend um dann gleich wieder davonzulaufen und ihren Kopf in Büchern zu verstecken. Nicht einmal ihren Eltern erzählte sie von ihrer Einsamkeit und Traurigkeit die sie plagte, dank ihrer Mitschüler.

Im Unterricht an dem sie als erstes teilnahmen waren Homins mit allen Fähigkeiten gemixt, um herauszufinden wo wessen Stärken liegen, doch nach einem Jahr änderte sich dies und nur die besten Schüler wurden auserwählt zusammen zu arbeiten. In diesen neuen, mehr spezialisierten Klassen, waren viele Schüler aus besser situierten Haushalten, die in den schöneren Stadtteilen wohnten. Familien mit einer Vergangenheit und einer Zukunft, einem geschichtlichem Erbe und einer Bestimmung, die die freie Zeit hatten sich diesen Lehren zu widmen und nicht um ihr täglich Brot kämpfen mussten. Für sie war es einfach nicht auszuhalten, dass dieses fremde blauhäutige besser war als sie und der ganze Einfluss ihrer Familie und all ihr Reichtum daran nichts ändern konnte. Das führte dazu, dass die Sticheleien ausarteten und sich zu etwas viel schlimmeren entwickelten.

Eines Tages gingen sie dann zu weit.


Die Nachfolger - Siebter Teil

Nih'na hatte ihre täglichen Lehrstunden beendet und beeilte sich, zum Markt zu kommen um einige bestimmte Gewürze zu kaufen, um die ihre Mutter gebeten hatte. In ihrer Eile nach Hause zu kommen, stolperte sie über einen kleinen Stein, fiel der Länge nach hin, und all ihre kostbaren Bücher flogen durch die Gegend. Feuor, der gerade seine Verteidigungsbewegungen auf dem Übungsplatz trainierte, hatte sie fallen gesehen und fragte seinen Tutor ob er die Stunde eher verlassen durfte, da er sie nach Hause begleiten wollte. Er konnte ihre wachsende Unzufriedenheit spüren und er suchte eine Möglichkeit herauszufinden, was sie wirklich bedrückte. Schnell zog er sich um und raste in Richtung Markt.
Nih'na stand wieder auf, klopfte ihre Bücher ab und setze ihren Weg Richtung Markt fort, aber in ihrer Bestürzung bemerkte sie nicht, dass sie verfolgt wurde. Plötzlich traf irgendetwas ihren Kopf und alles versank für einen kurzen Augenblick in Dunkelheit. Als sie ihre Sicht wiedergewonnen hatte, lag sie abermals auf dem Boden und ihre Bücher waren wieder um sie herum verteilt, aber diesmal war es kein Unfall. Grobe Hände ergriffen sie und schubsten sie in eine schmale Seitenstraße und als sie an die Wand stieß, konnte sie endlich erkennen wer ihre Angreifer waren. Zwei Matis und ein Fyros Junge standen vor ihr, ihr Augen schwarz vor Hass und blockierten den einzigen Ausgang der Gasse.

„Du bist eine Nervensäge, weisst du das? Du bist immer im Weg und tust so als wüsstest du alles. Antwortest ständig richtig...“, sagte einer der Matis Jungen.

„Lehrerliebling...ich wette das ist nicht alles was du für sie tust...“, sagte der andere.

Plötzlich fühlte sie eine heftigen Stoß und realisierte , dass einer von ihnen sie getreten hatte. Sie fiel nach hinten und landete auf der Erde, sich vor Schmerz windend und rollte sich zu einem Ball zusammen um ihren Kopf zu schützen. Tränen begannen durch ihre Maske zu tröpfeln als sie sich fragte, ob dies das Ende von allem war wofür sie gekämpft hatte.

Da war eine seltsame Stille in der Luft und keine weiteren Tritte folgten. Langsam öffnete sie ihre Augen, nur um zu sehen, dass die Dynamik der Szene sich gewendet hatte, als eine hochgewachsene Gestalt, mit Augen die vor Ärger brannten, starr am Eingang der Gasse stand.

„Ich habe bereits einen Kincher getötet, der versucht hat ihr etwas anzutun, denkt erst garnicht daran, dass ich zögern würde dasselbe noch einmal zu machen, wenn irgendetwas oder irgendjemand sie bedroht.“. Als er so kalt sprach, bemerkte sie, dass er einen Dolch an den Hals des Matis Jungen hielt, der als erstes gesprochen hatte und sie bemerkte die Angst die auf dem Gesicht des Jungen geschrieben stand wie eine Reflektion ihres eigenen vorherigen Entsetzens.

„Wer seid ihr, das ihr jemanden beurteilt, den ihr noch nicht einmal kennt! Wie könnt ihr ein Urteil über sie sprechen, wenn eure eigen Maßstäbe auf den verzwickten Lügen alter Geschichten basieren?“

„Ich....sie ist...sie ist...“, schrie der Matis Junge auf.

„Sie ist Nih'na und sie ist meine Freundin. Und ich werde alles daran setzen was es braucht meine Freunde zu verteidigen, vergesst das niemals.“, sagte Feuor in einem Ton, der Nih'na erschaudern ließ als sie zu ihm aufblickte. Wie er fest sein Messer hielt und mit solch einer Entschlossenheit sprach, das keiner der Jungen es wagte sich zu bewegen.

„Feu...*hustet* Feuor.“, schaffte Nih'na zu sagen, aber ihr Magen schmerzte zu sehr.
„Verschwindet, und wenn auch nur einer von euch jemals noch einmal Hand an sie legen sollte, dann werde ich dafür sorgen, dass dieser eine Hand weniger haben wird.“, sagte Feuor and nahm langsam den Dolch weg. Die Jungen verschwanden schnell in die Gasse, keiner von ihnen verspürte den Wunsch auf einen Kampf.

„Komm Nih'na. Lass mich dir helfen auf die Füsse zu kommen.“

Als Nih'na ihn anschaute, war es, als hätte der Feuor den sie gerade gesehen hatte, niemals existiert. Er lächelte als er eine Hand zu ihr ausstreckte und seine Augen waren freundlich und ruhig. Sie zögerte für eine Sekunde, aber nach einem aufmunternden Wort von ihm nahm sie seine Hand und er half ihr zurück auf die Füsse.

„Geht es dir gut, Nih'na?“, fragte er.

Sie konnte es nicht verhindern, dass Tränen aus ihren Augen zu tropfen begannen als sie ihn fest umarmte. Warum hatte sie ihm nicht erzählt wie sie sich von Anfang an gefühlt hatte? Warum hatte sie es so tief in sich hineingefressen wenn doch jemand, der sie verstehen würde, ihr schon so nah war? Es schwirrten so viele Fragen in ihrem Kopf, aber alles was sie jetzt tun konnte war weinen, um so die Monate des Schmerzes hinwegzuspülen.

Feuor stand da und hielt sie, beruhigend auf sie einredend, während er sie in seinen Armen wiegte. Er wusste sie würde ihm zu gegebener Zeit alles erklären, aber er wollte nichts überstürzen. Für jetzt war alles was sie brauchte eine freundliche Schulter zum Anlehnen, und das konnte er für sie sein.

„Ich bin da Nih'na, hier, so wie immer.“


Die Nachfolger - Achter Teil

Ein Tag war seit dem Zwischenfall in der Gasse vergangen. Nih'na hatte zwar aufgehört zu weinen, doch sie war still geworden. Auch Feuor gegenüber. Sie war beschämt, dass sie es nicht über sich gebracht hatte ihm zu erzählen, wie es in der letzten Zeit um ihre Gefühle bestellt gewesen war, und das erst so etwas Schlimmes hatte passieren müssen, bevor er es herausgefunden hatte. In dem Versuch wenigstens wieder etwas Normalität einkehren zu lassen war sie wieder an die Akademie zurückgekehrt, doch stellte sie nun sicher, dass sie sich immer in den weniger benutzten Korridoren zwischen den Klassenzimmern aufhielt. Sie versuchte sich selbst so klein und unauffällig wie möglich zu machen, aus Angst vor den Konsequenzen des Zwischenfalls. So wanderte sie auf ihrem einsamen Pfad dahin, als jemand sie plötzlich mit festem Griff am Arm ergriff.

„Nih'na? Warum versteckst du dich?“ fragte Feuor sie ruhig.

„Fe..Feuor, ich ..“ Sie wollte es erklären, doch die Worte blieben ihr im Hals stecken.

„Ich bin dein Freund Nih'na, nicht dein Feind. Ich schwöre du kannst mir vertrauen.“ sprach er mit einer Stimme voller Güte, einer Stimme die sie zu gut kannte.

„Ich weiß, und es tut mir leid, ich dachte nur... . Ich wollte die, welche mir wichtig sind vor diesem Schmerz bewahren, es tut mir leid.“ sagte sie und spürte die Tränen kommen.

„Komm, lass uns gehen.“ meinte Feuor und führte sie, immer noch ihren Arm haltend, fort.

Sie gingen durch die Türen nach draußen, um eine Ecke herum und fanden sich bald auf einem kleinen Feld, ein paar hundert Meter hinter der Schule, wieder. Es war ein Ort der sporadisch zum Kampftraining oder für Lektionen in Magie benutzt wurde. Allerdings war er nicht so groß wie der Haupt-Trainingsplatz, so dass meist nur Studenten hier anzutreffen waren, die in Ruhe lernen wollten.

„Ich glaube hier sind wir ziemlich ungestört, Nih'na. Normalerweise kommt niemand hierher. Also, was willst du mir sagen?“

„Ich...ich weiß nicht, was ich sagen soll, Feuor. Ich dachte es war meine Schuld, ich bin die einzige Zorai in der Klasse, und dazu noch eine recht kleine. Ich dachte das es darum...“ begann sie ihr Geständnis.

„Du weist, dass das nur deiner Einbildung entspringt, Nih'na. Du bist nicht diejenige, die die Schuld trägt. Sie sind es, die auf alles einschlagen, was sie nicht verstehen und auf das sie eifersüchtig sind. So wie sie sich verhalten sind sie nichts anderes als schwache Feiglinge.“

„Ich bin alleine, ich habe keine Feunde, und tatsächlich sieht es so aus, als wolle niemand einen merkwürdigen, blauen Homin wie mich zum Freund haben.“ Tränen rannen ihr Gesicht herunter, als sie endlich über ihr Gefühle sprechen konnte.

„Du hast mindestens einen Freund. Da gab es jemanden, der nach dir gesehen hat, nicht war?“ sagte Feuor mit einem Lächeln. „Wir sind nun schon so lange Feunde wie ich zurückdenken kann, Nih'na. Denke nicht einmal eine Sekunde lang, dass ich diesen Kincher angegriffen hätte, nur damit dir irgend so ein reicher, matisianischer Aristokratensohn mit verdrehten Ansichten weh tun kann.“

„Aber...was wird nun passieren...Was wird beim nächsten Mal sein?“ fragte sie ihn, voller Angst vor der Reaktion, jetzt da ihnen jemand die Stirn geboten hat.

„Darum habe ich mich schon gekümmert. Ich habe ihn heute morgen während einer Übungsstunde gestellt und ihn dazu gebracht vor allen Anwesenden zu gestehen wie mutig er, zusammen mit zwei vertrauenswürdigen Gehilfen an seiner Seite, ein einsames Mädchen angriff. Ich glaube nicht, dass er dir noch einmal zu nahe kommen wird. Besonders nicht, wenn er seine Hände weiter an seinen Armen behalten will.“ sagte Feuor mit einem Zwinkern und lächelte sie an.

Nih'na dachte zurück an jenen Moment in der Gasse und auf einmal sah sie ihn nicht mehr als den schrecklichen Homin den sie dort in ihm gesehen hatte. Nun sah sie, dass hinter seiner Wut ein Grund gelegen hatte und verstand sein Verhalten. Auch wenn es erschreckend gewesen war ihn so zu sehen wurde ihr nun klar, das er ihr gegenüber niemals so handeln könnte, nur gegenüber jenen, die ihr etwas antun wollten. Er war ein Freund. Ein leichtes Lächeln begann sich hinter ihrer Maske zu formen, als sie darüber nachdachte.

„Uhmm, Entschuldigung, aber ich wollte...ehm...“ war da eine Stimme hinter ihnen zu hören.

„Oh, hallo Dinah, ich habe dich gar nicht gehört.“ sagte Feuor. „Es tut mir leid, aber ich bin momentan beschäftigt, könnten wir...“

„Ist schon in Ordnung, Feuor.“ meinte Nih'na und tatsächlich lächelte sie zum ersten mal seit einer Ewigkeit.

„Bist du sicher, Nih'na?“ fragte er, und sie nickte bestätigend. „Na dann, was gibt es Dinah?“

„Da ist, ehm..eine Aufgabe ...für die Schule, bei der...ehm...“ begann sie zu erklären.

„Sei nicht so nervös. Sag es einfach, ja!“ sagte Feuor mit breitem Grinsen und einer leicht neckischen Stimme.

„Da gibt es eine Aufgabe für die Schule, bei der man mit jemand anderem zusammen arbeiten muss, und ich habe mich gefragt ob du vielleicht..ehm...mit mir zusammen arbeiten willst..“ sagte Dinah so schnell sie konnte und war selbst überrascht, das sie es tatsächlich gesagt hatte.

Feuor blickte sie an, dann zu Nih'na und lächelte erneut. Er hatte von dieser Aufgabe gehört. Es ging um die Vorbereitung einer Handwerkslektion, bei der sie Materialien erjagen und sammeln mussten mit denen sie arbeiten konnten. Was für Materialien es waren war dabei unwichtig. Die Idee dahinter war viel mehr, dass sie lernten in einem Team zu arbeiten und andere Homins zu bitten mit ihnen ein Team zu bilden.

„Nun, ich habe schon Nih'na hier so gut wie versprochen mit ihr zusammen zu arbeiten.“ sagte er, und es war eine offensichtliche Lüge, da er noch nichts davon Nih'na gegenüber erwähnt hatte. Tatsächlich hatte sie selbst die Aufgabe schon fast vergessen gehabt.

„Oh. Na dann, entschuldigt, das ich euch gestört habe.“ sagte Dinah, verbeugte sich und wand sich zum gehen.

„Hey Dinah, warte.“ Feuor warf Nih'na einen Blick zu der besagte, dass er irgendetwas vor hatte und sie blickte ihn nur an und nickte, ohne zu wissen warum. „Weist du, ein Team kann doch auch aus mehr als zwei Homins bestehen, willst du dich nicht Nih'na und mir anschließen?“

Dinah hielt mitten im Schritt inne und drehte sich auf der Stelle zu ihnen um.

„Bist du sicher, dass das in Ordnung ist?“ fragte sie. Nih'na war überrascht, das es Dinah nicht zu stören schien, in einem Team mit ihr zu sein.

„Haha, dann sieht es also so aus, als hätten wir ein Dreierteam!“ sagte Feuor glücklich und stand auf. „Ich werde euer Krieger sein, die Schläge einstecken und Hiebe austeilen.“

„Ich werde Heilen, das kann ich am besten...“ Nih'na sprach mit leiser Stimme, als rechne sie damit, dass durch ihre Einmischung die Blase der Fröhlichkeit zerplatzen würde, die sich in den letzten Minuten seit Dinahs Ankunft gebildet hatte.

„Das ist großartig! Also, was willst du machen, Dinah?“ fragte Feuor und grinste so breit, dass Nih'na dachte sein Kiefer müsse ihm abfallen.

„Ich habe....ehm...ich komme ganz gut mit Beeinflussung klar...und ich habe mich gefrag... mir gedacht, dass ich“ begann sie zu sprechen und ihre Stimme war fast noch leiser als die von Nih'na.

„Haha, wunderbar. Dann haben wir einen Krieger, das bin ich, die Heilerin Nih'na und einen Beeinflusser. Das klingt in meine Ohren ganz nach einen Team. Komm, setz dich zu uns. Wir sind doch nun ein Team!“ sagte Feuor.

Dinah tat wir ihr geheißen wurde und setzte sich zu ihnen während Feuor anfing über die Aufgabe zu sprechen und wie sie diese angehen sollten. Und schon bald fanden sie sich alle in einer erhitzten aber freundschaftlichen Diskussion. Nachdem sie sich geeinigt hatten was sie herstellen wollten überlegten sie sich einige Taktiken. Dinah und Nih'na einigten sich darauf, heraus zu finden welche Tiere sie jagen mussten um die benötigten Materialien zu bekommen, während Feuor herausbekommen wollte wo und was sie für die übrigen Teile sammeln mussten. Nach einer Weile schien es ihnen ganz natürlich, schnell Aufgaben unter sich zu verteilen und neue Ideen zu finden, während sie immer mehr zu einem wirklichen Team wurden.

Als Feuor und Nih'na sich für diesen Tag von Dinah verabschiedet hatten und sich auf den Heimweg begaben, machten sie eine Pause an einem Kliff und sahen der untergehenden, roten Abendsonne zu.

„Was sagst du, Nih'na. Freust du dich auf morgen und die bevorstehende Jagd?“ fragte Feuor und wandte den Blick nicht von dem sich verdunkelnden Abendhimmel ab.

„Das tue ich.... das tue ich wirklich, Feuor. Danke.“

„Heute ist eine schöne Nacht. Erinnere dich immer daran, Nih'na. Es gibt Tage, die sind trist und verregnet. Das ist nur natürlich. Doch es gibt auch Tage wie diesen. Und wenn es zu kräftig regnet, dann hast du Freunde bei denen du unter kommen kannst.“ Feuor wand sich wieder dem Pfad zu der nach Hause führte.

Nih'na stand noch einige Momente da und blickte auf die verschwindende Sonne, verblüfft von Feuor´s Worten. Manchmal konnte er so recht haben. Dann rannte sie ihm nach, ging schließlich gesellig neben ihm, und dachte darüber nach, dass die dunklen Zeiten die sie durchlebt hatte verblassten, im Vergleich zu den Ereignissen des heutigen Tages und ihrer Hoffnungen für die Zukunft.

Und sie freute sich auf den morgigen Tag.


Die Nachfolger - Neunter Teil und Ende

Die Zeit erschien Nih'na wie eine Ewigkeit, als sie in ihrem Bett lag und, eingehüllt in ein Gewirr von Decken, auf den nächsten Morgen wartete.

Wieder und wieder spielte sie die Ereignisse der letzten Zeit, ebenso wie die Veränderung die Feuor vor ihren Augen durchzumachen schien, in Gedanken durch. Vielleicht hatte der konstanten Überlebenskampf sie blind gemacht für die vielen fast unmerklichen Veränderungen, die geschahen als der Junge vor ihren Augen zum Erwachsenen geworden war.

Sie stellte das geistige Bild, welches sie von Feuor hatte, dem Wirbel des Zorns gegenüber, zu dem er an dem Tag geworden war, an dem er sie gegen ihre Angreifer verteidigt hatte. Er war so seltsam gewesen, so entschlossen und wild. Doch innerhalb eines Wimpernschlages war er wieder zu dem fürsorglichen Feuor geworden, mit dem sie aufgewachsen war. Möglicherweise war es etwas einmaliges gewesen. Schließlich hatte sie seit diesem schrecklichen Tag kein weiteres Anzeichen von diesem rauen und zornigen Feuor mehr gesehen?

Ein wenig beruhigt von der Richtung in die ihre Gedanken abgedriftet waren, fiel sie schließlich in einen leichten Schlaf.

Am nächsten Tag trafen sie sich vor ihren Häusern, so wie sie es immer taten bevor sie den langen weg zur Akademie in der Stadt antraten. Sie hatten sich mit Dinah auf der Straße vor den Toren der Stadt verabredet, ausgerüstet für den Kampf, denn sie wollten zunächst ein wenig Jagen gehen. Nih'nah und Dinah hatten am Vortag, währen ihrer Diskussion, in einigen Büchern herum gestöbert und ein paar Tiere gefunden, auf die sie sich nun konzentrieren wollten. Den Beschreibungen ihrer Fressgewohnheiten nach waren diese Tiere sehr wahrscheinlich in der nähe von Wasser anzutreffen, und zum Glück gab es nicht weit weg von der Stadt eine Lagune, die sie folglich zu ihrem Jagdgebiet auserkoren hatten.

Als sie sich der Stadt näherten sahen sie schon auf einige Entfernung jemanden am Straßenrand stehen, doch zunächst hatten sie Schwierigkeiten in dieser Gestalt Dinah wieder zu erkennen.

Die Rüstung die sie gestern getragen hatte war von geringerer Qualität gewesen, und so waren sie von dem Detailreichtum und den Farben die sie heute trug zunächst ein wenig verwirrt.

Vielleicht lag es daran, dass sie sie nur in der Akademie gesehen und nur einen Tag mit ihr verbracht hatten und so wenig von ihr wussten, dass sie sich daran gewöhnt hatten sie in einfacherer Kleidung zu sehen.

„Wow, deine Rüstung ist wirklich ein Meisterstück, Dinah. Wir hätten dich beinahe nicht wieder erkannt.“ sagte Feuor mit einem Lächeln.

„Da-danke“ antwortete sie mit leiser Stimme.

„Ist irgendetwas, Dinah?“ fragte er, überrascht von ihrer Reaktion, besorgt.

„Nun...ähm...danke, wirklich.“ sagte sie, hob ihren Kopf und blickte Nih'na und Feuor an. „Ich dachte jeder weiß, dass ich aus einer nicht ganz so gut gestellten Familie stamme. Und ich...“

„Dinah, mit einer Freundin wie dir, wer kann da jemals arm sein?“ stellte Feuor mit großer Überzeugung fest und begann die Straße hinab zu gehen, die von der Stadt zur Lagune führte.

Dinah und Nih'na standen einige Augenblicke wie angewurzelt da und starrten seinen Rücken an. Er hatte es schon wieder getan. Wieder hatte er etwas ernstes und bedeutsames in seiner beiläufigen, ja fast schon nebensächlichen, Art gesagt. Sie blickten sich einige Sekunden lang gegenseitig an ohne etwas zu sagen, mussten dann beide lächeln und gingen ihm nach.

Die drei neuen Freunde folgten der Straße schnellen Schrittes. Und waren ihre Gespräche anfänglich noch recht zögerlich, so unterhielten sie sich bald schon so als hätten sie sich schon immer gekannt.

Der Weg führte sie eine gute Stunde lang von der Stadt fort, bis sie schließlich an dem kleinen Strand angelangten, der an die Lagune grenzte. Hier ließen sie sich erschöpft nieder, glücklich endlich von der Last ihrer Ausrüstung befreit zu sein, und streckten sich in dem einladenden Sand aus.


Die Ökosysteme von Atys

Atys ist ein zauberhafter Planet, geprägt von Legenden und Mysterien, ein Ort, an dem die Flora die Herrschaft übernommen hat. Eine reiche Artenvielfalt konnte sich dank fünf verschiedener Ökosysteme entwickeln: die sengende Wüste, kühlende Wälder, die unberührten Seenlande, die exotischen Dschungel und nicht zu vergessen die geheimnisvollen Kavernen der Urwurzeln.

Die Wüste

Die Landschaft

Die Brennende Wüste ist eine vom heißen Wind verödete Wildnis, die von allen ausser den Fyros gemieden wird - die Fyros aber haben dort erfolgreich ihre Zivilisation wiederaufgebaut. Die Fyros-Metropole Pyr ist nicht nur der zweifellos faszinierendste Ort der Wüste, Pyr ist zugleich eine beeindruckende Festung. Auch wenn die Gefahren zahllos, die Oasen jedoch selten sind, wird doch der Mutige, der sich in diese feindselitgen Regionen wagt, mit einer Vielfalt an schönen und kostbaren Ressourcen belohnt, wie einigen seltenen Holzarten.

Das Klima

Heftige und unaufhörliche Winde, schwere Dürre, mörderische Temperaturen am Tag und klirrende Kälte bei Nacht machen die Brennende Wüste zu einer unheilbringenden Falle für eigensinnige Reisende, die allzu achtlos über die Dünen reisen.


Pyr, Hauptstadt der Brennenden Wüste.

Die Wälder

Die Landschaft

Die Wälder der Grünen Anhöhen bilden eine herrliche und beeindruckende Kulisse, eine stetige Erinnerung an das dominante Pflanzenleben auf Atys. Hier erreichen die majestetischen Bäume kolossale Ausmaße, ein jeder von ihnen kann Hunderten von Homins ein Heim bieten. Gewaltige Spalten, verursacht durch die Wurzeln, durchziehen den Waldboden und führen tief hinunter in das Innere von Atys. Die Wälder dieses Planeten sind das Zuhause der Matis, die ihre königlichen Städte hier errichtet haben. Es gibt eine reichaltige Auswahl an Rohstoffen wie beispielsweise zahlreichen Arten verschiedensten Blattwerks.

Das Klima

Die Grünen Anhöhen erzeugen ein mildes Klima, welches sowohl für Homins als auch für Pflanzen und andere Kreaturen ideal ist. Die Jahreszeiten wechseln zwischen nasskalt und heiss und trocken.




Yrkanis, Hauptstadt des Königreiches der Grünen Anhöhen.

Der Dschungel

Die Landschaft

Die Zoraï haben ihre atemberaubenden Städte im Dschungel der Verdorrenden Lande errichtet, dort wo das Sap die noch blühende Flora ernährt. Doch in diesem einladend wirkenden und farbenfrohen Pflanzenlabyrinth lauern überall Gefahren. In weiten Teilen ist der Dschungel vom seuchenartigen Goo befallen - ein Geschwür, das unaufhaltsam an allem Leben nagt, Lebensräume und Pflanzen verwüstet und auch dafür verantwortlich ist, dass schreckliche Monster noch abscheulicher werden.

Dennoch wird der wagemutige Erforscher mit vielen kostbaren Ressourcen belohnt werden, die hier gefunden werden können, wie zum Beispiel wertvollen Bernstein.

Das Klima

Das Klima ist sehr unbeständig, die perfekte Ruhe kann plötzlich durch ein aufkommendes Unwetter mit Donner und tobenden Stürmen unterbrochen werden.




Zora, Hauptstadt der Verdorrenden Lande.

Die Seen

Die Landschaft

Die magische Inselgruppe von Aeden Aqueous ist eine bezaubernde Region, verborgen zwischen den Dschungeln und den Wäldern von Atys. Die unzähligen Inseln ist den vergnügten Trykern eine Heimat geworden, und voller Leidenschaft haben sie sich diesen exotischen, verzauberten Ländern angenommen. Die Seenlandschaft ändert ständig ihr Antlitz mit hellen Stränden, eindrucksvollen Wasserfällen, wunderschönen schwimmenden Trykerdörfern und Klippen, deren Gestalt die Phantasie dazu anregt, in ihnen Gesichter und Kreaturen zu suchen. Dieses Gebiet ist voller Rohstoffe, beispielsweise zahlreiche Arten von Schalen und Muscheln.

Das Klima

Die Inselgruppe profitiert vom wundervollen Klima mit sonnigem Wetter das ganze Jahr hindurch, gelegentlich erfrischen Schauern oder morgendlichem Nebel während einer seltenen Windstille.




Fairhaven, Hauptstadt von Aeden Aequous.

Die Urwurzeln

Die Landschaft

Die Urwurzeln sind das mysteriöseste Ökosystem auf Atys. Verborgen im Inneren des Planeten, wird dieses unendliche Labyrinth von wachsenden Höhlen die Augen jedes neugierigen Entdeckers mit seiner eigentümlichen Schönheit verblüffen. Das Sap fließt hier in endlosen Flüssen, fluoreszierende Pflanzen erhellen den Weg mit unwirklichem Licht, während sonderbare Kreaturen in unergründlichen Schatten umherschleichen. In den Tiefen der Urwurzeln stösst man nicht nur auf verschollene, mysteriöse Zeugen der Vergangenheit, sondern sie beherbergen auch eine große Auswahl an kostbaren Ressourcen.

Das Klima

Das Klima in den Urwurzeln ist sehr beständig und unterliegt nur einer geringen Beeinflussung durch die Jahreszeiten - über lange Zeit des Jahres ist es konstant kühl und die Luft feucht und voller Dunst.



Kartenwerk der Neuen Lande von Atys


Die Rückkehr des Reisenden


Die Stämme

Atys ist nicht nur ein Jagdgrund für die großen Homin-Zivilisationen. Die primitiven Stämme und Rebellen ringen mit den den vier Völkern um den Zugang zu den wertvollsten Ressourcen des Planeten. Wenn Du durch ihre Territorien reist, mag es sein, dass sie Dich in Frieden lassen - genauso gut könntest Du aber auch ohne jegliche Warnung von ihnen angegriffen werden. Lasse also Umsicht walten.

Spotlight auf bestimmte Stämme, die Du auf Deinen Wanderungen über Atys antreffen wirst

Die Stämme der Grünen Anhöhen: Die Grünen Samen

Emblem: Drei keimende Samen auf einem sternförmigen Blatt
Lager: Der Majestätische Garten - im Zentrum der Region, nahe der Arena
Beschreibung: Der Stamm der Grünen Samen ist im Kleinhandel zwischen den diversen Städten der Region tätig. Diese Matis und Tryker schlagen manchmal ihr Lager in der Nähe der Arena auf, wo sie den Kriegern, die ihre Ehre verteidigen wollen, Waffen und Rüstungen anbieten. Sie sind freundlich und friedfertig und immer auf der Suche nach Homins, die Besorgungen für sie machen, wie einen Gegenstand herzustellen oder Aufträge an Kunden auszuliefern.

Die Stämme der Verdorrenden Lande: Der Schwarze Kreis

Emblem: Ein schwarzer Kreis, in dem sich dunkle Gedanken spiegeln
Lager: Das Wäldchen von Umbra - im Südwesten der Region
Beschreibung : Dieser Stamm besteht aus Wissenschaftlern und Magiern jeder Rasse, die fasziniert vom Goo sind. Getrieben von einer morbiden Faszination verbringen sie ihre Zeit damit, diese abscheuliche Substanz und ihre Effekte auf die Flora, Fauna und Homins. Sie sind bemüht, Goo mit Magie zu verbinden in der Hoffnung, mehr und mehr Macht zu gewinnen. Sie haben einige bahnbrechende Entdeckungen gemacht, die sie eifersüchtig geheimhalten. Sie geben nur Schnipsel ihres Wissens an ihre Lehrlinge und Alliierten weiter, so wie dem Stamm des Verdunkelnden Saps. Der Stamm übt außerdem Druck auf Regierungen aus, damit ihre Goostudien akzeptiert werden, so dass sie gesetzmäßig das Goo überall auf dem Planeten ohne Scheu verwenden können.

Die Stämme der Brennenden Wüste: Die Dünenreiter

Emblem: Die Silhouette eines Mektoubs
Lager: Die Wilden Dünen - im Süden der Region
Beschreibung: Dieser Stamm wurde von verbannten Fyros gegründet. Seit sie sich vom Fyrosvolk abgespalten haben, haben sie ihrer Gesellschaft eine neue Ordnung gegeben. Sie werden vor allem durch die Gebietserwerbe angetrieben und stellen sich gegen die Expansion anderer Homins, da sie diese für eine Bedrohung ihres eigenen Landes und ihrer Lebensart ansehen. Sie sind nichtsdestotrotz bereit, Friedensverhandlungen im Austauch gegen technologisches Wissen oder territoriale Garantien aufzunehmen.

Die Stämme von Aeden Aqueous: Die Korsare

Emblem: Zwei gekreuzte Schwerter unter einem Trykerhelm
Lager: See der Freiheit - im Westen der Region
Beschreibung: Nichts und niemand wird diese unruhigen aber tapferen Krieger zur Ruhe bringen. Die Führer von Fairhaven haben nie wirklich versucht, sie zur Ordnung zu rufen, sondern haben ihnen immer freie Hand gelassen. Sie sind schließlich loyale Partisanen und spielen eine wichtige Rolle in Kriegsfällen. Viele Tryker waren in ihren jüngeren Tagen Korsare, um die Regeln des Plünderns und Kämpfens zu lernen. Sobald die Leidenschaft der Jugend aber abgeebbt ist, bevorzugen es die Tryker, sich weniger zerstörerischen Aktivitäten zuzuwenden.

Die Stämme des Nexus: Die Kuilde

Emblem: Ein toter Samen auf einem Teleporter
Zusammensetzung: Homins aller Rassen
Lager: Nexus Minor - im Zentrum des Nexus
Beschreibung: Die Mitglieder der Kuilde sind Homin-Mittler aller Rassen, die für die Karavan arbeiten. Dieser Stamm hat den Anhängern von Jena Treue geschworen im Austausch gegen ihren Schutz und Zugriff aur die Quellen ihres Reichtums. Die Kuilde sammelt Materialien, mit denen sie Handel zu ihren Gunsten und zu Gunsten des Karavan treibt.

Die Traene


Die Tränen der Ruhe

Eine Kami-Geschichte, erzählt von Jai Bai-Wong, einem Zoraï

Vor langer Zeit, als die Homins gerade den Schutz ihrer vertrauten Umgebung verlassen hatten, schlug ein alter Nomadenstamm sein Lager im Herzen der alten Waldländer auf. Der Zorai Häuptling Cho hatte sich abseits des großen Lagerfeuers unter einen großen Baum zurückgezogen, um den sternenklaren Nachthimmel zu beobachten, als plötzlich eine fremde Erscheinung jede Faser in seinem Körper mit neuer Lebenskraft erfüllte und ihn vor Hitze erglühen ließ. Er schloss seine Augen und spürte eine innere Zufriedenheit, die seine Verletzungen linderten. Aus seinen Augen flossen langsam die ersten Tränen der Ruhe.

Als er nach einer Weile seine Augen wieder öffnete sah er die Quelle seines inneren Friedens und seiner Harmonie leicht verschwommen auf dem Baum. Das Wesen blinzelte ihn an, verschwand und erschien kurz darauf wieder direkt vor ihm. Cho verbeugte sich vor dem kleinen Wesen und das Wesen sprach: "Kami Hungrig" und legte sich seine Hand auf die Brust. Instinktiv wusste Cho, dass der Kami im Herzen hungrig war. Er ging in die Knie und legte seine Hand an sein Herz und sprach "Ja, Cho möchte auch Freundschaft, Göttlicher Kami, wie kann ich deine Liebe gewinnen?"

Der Kami zeigte auf den Baum auf dem er erschienen war und Cho sah, dass die Infektion des Baums durch das Goo schon sehr weit fortgeschritten war und die Unruhe im Herzen des Kamis verursachte. "Ich werde mich hier niederlassen, Kami, und mein Volk wird dir dienen und das Land von der Seuche befreien, so wie du meine Seele befreit hast."

Und Cho lies diese Worte im ganzen Land verbreiten, damit seine Leute seine Erfahrung teilten und die Stille und den Frieden dieses Ortes spüren können. Der erste prachtvolle Tempel zu Ehren Jenas und ihren Kami Anhängern wurde genau an der Stelle errichtet, an der Cho damals den Kami kennen gelernt und seine Erleuchtung erhalten hatte. Dieser Ort wurde dann später zur Hauptstadt Zoran erkoren und erinnert uns jedes Mal an die Worte von Cho: "Jeder Homin kann es schaffen, die Tränen der Ruhe zu spüren".


Die Tryker-Föderation

Die Tryker, das körperlich kleinste Volk, sind friedfertig, freiheitsliebend und echte Lebenskünstler. Sie träumen von einer Welt ohne Tyrannei, in der es keine Herren und Sklaven mehr gibt. Ihre natürliche Neugier macht sie zu ausgezeichneten Entdeckern und Erfindern. So ist es nicht verwunderlich, dass sie die Windtechnologie bis ins Detail gemeistert haben. Wenn man sie jedoch bedroht, wissen die Tryker sehr wohl darauf zu antworten und offenbaren ungeahnte Talente im Kampf. Sie sehen die Karavan als eifrige Verehrer der Göttin Jena.

"Wir, die Tryker, glauben an die Werte der Freiheit, der Gleichheit und des Teilens!"

Wir sind der Überzeugung, dass alle Homins gleich sind und alle so leben können müssen, wie es ihr Wunsch ist. Wir glauben an den Wert und fördern die Fähigkeiten jedes Einzelnen und nicht nur einer Gruppe. Schließlich schenkt unsere süße Göttin Jena jedem einzeln das Leben, und nicht im Dutzend!

Die Unterstützung der individuellen Entwicklung und des Glücks eines jeden bringt auf solch eine natürliche Art eine Gruppenharmonie und Solidarität mit sich, wie viele Ströme in einem Fluss zusammen laufen.

Die Tryker sind sowohl großartige Reisende und Entdecker, als auch Experten der Windtechnologien. Seit dem Großen Schwarm der Kitins, die unsere Inselstädte in den Alten Landen zerstört haben, haben wir uns in den Seengebieten der neuen Länder angesiedelt, wo wir das Fundament für unsere neue Föderation gelegt haben.

Wenn Du an eine Welt ohne Tyrannei und Intoleranz glaubst, eine Welt ohne Meister und Sklaven, dann hilf uns, sie aufzubauen!

Jetzt kannst Du die Fragen stellen, die Dir bestimmt schon im Kopf herumspuken...

Die Tryker-Verfassung

Auf Verlangen der Kandidaten zur Gouverneurswahl soll der vollständige der Text der Verfassung der Seen fürderhin bei den Intendanten von Aeden Aqeous aushängt sein.

SOUVERÄNITÄT

Artikel 1
Der Name des Staates Tryker soll immer "Neu-Trykoth" sein.

Artikel 2
Der Staat "Neu Trykoth" soll ein föderaler Staat sein.

Artikel 3
Das Hoheitsgebiet des Staates "Neu-Trykoth" soll "Aeden Aqueous" heißen.

Artikel 4
Das Staatsemblem soll ein Kreis mit Zehn Zweigen sein. Neun davon repräsentieren das Volk, der zehnte Zweig repräsentiert den Gouverneur.

Artikel 5
Die Nationalhymne soll "Licht des Ruhmes" sein.

Artikel 6
Das Motto soll "Ruhm dem Volke" und "Freiheit, Gleichheit, Teilen" sein.

Artikel 7
Alle Tryker sind von Geburt an frei.

DER GOUVERNEUR DER FÖDERATION

Artikel 8
Der Gouverneur muss eine föderative Form der Regierung von "Neu-Trykoth" garantieren.

Artikel 9
9.1 Der Gouverneur ist immer das Oberhaupt des Staates.
9.2 Der Gouverneur hat immer das Einspruchsrecht bei Entscheidungen des Hohen Rates und der Nationalversammlung, wenn ein vernünftiger Grund vorhanden ist.

Artikel 10
10.1 Der Gouverneur muss ein gebürtiger Tryker sein.
10.2 Nur ein Homin der seit dem Exodus ein Staatsbürger von „Neu Trykoth“ ist, darf Gouverneur werden.
10.3 Jeder Homin der Gouverneur werden möchte, muss ein Mitglied des Hohen Rates oder der Nationalversammlung sein.

Artikel 11
11.1 Jeder geborene Tryker darf an der Wahl teilnehmen.
11.2 Jeder Tryker, der seit 2 Jena Jahren die Staatsbürgerschaft besitzt, darf an der Wahl teilnehmen.
11.3 Jeder Homin der es wünscht an der Wahl teilnehmen zu möchten, muss eine gewisse Mindesterfahrung besitzten. [Level 50]

Artikel 12
Der Gouverneur übt sein Amt auf Lebenszeit aus oder zumindest so lange, bis er beschließt sein Amt nieder zu legen oder er von der Volksversammlung abgewählt wird.

Artikel 13
Bevor der Gouverneur sein Amt antreten darf, muss er den Eid der Loyalität ablegen gegenüber seinem Vaterland „Neu Trykoth“ und schwören, die Verfassung zu schützen und zu bewahren.

Artikel 14
Sofern der Gouverneur nicht länger seines Amtes weilen kann, wird der Stellvertreter soland dieses Amt übernehmen, bis ein neuer Gouverneur gewählt wurde, jedoch maximal für ein Jena Jahr.

DER STELLVERTRETENDE GOUVERNEUR

Artikel 15
Der amtierende Gouverneur muss den stellvertretenden Gouverneur ernennen.

Artikel 16
16.1 Die Handlungen des stellvertretenden Gouverneurs müssen vom Gouverneur überwacht werden, in Belangen der politischen Führung der Nation.
16.2 Sollte eine Handlung des stellvertretenden Gouverneurs von der Nationalversammlung zurückgewiesen werden, kann der Gouverneur ihr dennoch zustimmen und die Entscheidung des stellvertretenden Gouverneurs für gültig erklären.

Artikel 17
Der stellvertretende Gouverneur ist Vorsitzender des Hohen Rates.

DER HOHE RAT

Artikel 18
18.1 Der Hohe Rat soll sich aus 11 Ministern zusammensetzen.
18.2 Jedem Minister ist eine Region oder eine Stadt zugeordnet, mit Ausnahme des stellvertretenden Gouverneurs.

Artikel 19
19.1 Die Mitglieder des Hohen Rates werden vom amtierenden Gouverneur ernannt.
19.2 Ein neuer Hoher Rat muss sofort nach Amtsantritt des neuen Gouverneurs ernannt werden.

Artikel 20
Der Hohe Rat kann jeder Zeit vom Gouverneur aufgelöst werden.

DIE NATIONALVERSAMMLUNG

Artikel 21
Die Nationalversammlung repräsentiert das Volk von "Neu-Trykoth"

Artikel 22
In der Nationalversammlung gibt es 22 Sitze.

Artikel 23
23.1 Die Nationalversammlung darf von allen gebürtigen Trykern, sowie von allen Homins, welche seit mindestens 2 Jena Jahren die Staatsbürgerschaften haben müssen, gewählt werden.
23.2 Geborene Tryker sowie Homins mit der Staatsbürgerschaft Trykers, müssen eine bestimmte Mindesterfarung [Level 50] vorweisen können, um an der Wahl zur Nationalversammlung teilnehmen zu dürfen.
23.3 Die Nationalversammlung muss innerhalb eines Jena Jahres, nach der Vereidigung des neuen Gouverneurs, neu gewählt werden.
23.4 Die Wahl der Nationalversammlung muss nach jeder Gouverneurswahl stattfinden.
23.5 Die Nationalversammlung sollte alle 15 Jena Jahre neu gewählt werden.

Artikel 24
24.1 Wer für die Wahl der Nationalversammlung kandidieren, muss seit mindestens 6 Jena Jahren die Staatsbürgerschaft von „Neu Trykoth“ haben
24.2 All jene die Kandidieren möchten, müssen vom Wahl-Komitee die Erlaubnis bekommen.
24.3 Das Wahl-Komitee sollte aus den Weisen und den Intendanten aus jeder Stadt bestehen.
24.4 Geborene Tryker sowie Homins mit der Staatsbürgerschaft Trykers, müssen eine bestimmte Mindesterfarung [Level 50] vorweisen können, um an der Kandidatur zur Nationalversammlung teilnehmen zu dürfen.

Artikel 25
25.1 Die Nationalversammlung darf den Gouverneur seines Amtes entheben, wenn eine Mehrheit von 17 Mitgliedern dafür ist.
25.2 Sollte der Gouverneur seines Amtes enthoben werden, so übernimmt der stellvertretende Gouverneur das Amt bis zur nächsten Wahl.
25.3 Sollte der Gouverneur seines Amtes enthoben werden, so wird ebenfalls eine Neuwahl der Nationalversammlung stattfinden.

Artikel 26
Die Nationalversammlung kann vom Gouverneur, unter Vorlage triftiger Gründe, aufgelöst werden

INNEN- UND AUSSENPOLITIK

Artikel 27
Der Gouverneur bestimmt die politische Richtung des Landes.

Artikel 28
28.1 Der Gouverneur ernennt Abgesandte, welche die Interessen des Staates in anderen Staaten vertreten.
28.2 Verträge und internationale Abkommen können durch die Abgesandten ausgehandelt werden, doch müssen durch den Gouverneur bestätigt und unterzeichnet werden.
28.3 Der Gouverneur vertritt das Volk bei Treffen mit anderen Staatsoberhäuptern oder er schickt einen Abgesandten an seiner Stelle.

Artikel 29
29.1 Der Gouverneur darf, nach vorheriger Abstimmung mit dem Hohen Rat und der Nationalversammlung, feindlichen Aggressoren, welche das Land bedrohen, den Krieg erklären.
29.2 Der Gouverneur darf Armeen aufstellen und befehligen in Zusammenarbeit mit dem Hohen Rat, jedoch für maximal 2 Jena Jahre.
29.3 Bevor ein Krieg vorgesetzt werden darf, muss dem Hohen Rat sowie der Nationalversammlung ein triftiger Grund vorgelegt werden, der dafür spricht.
29.4 Der Krieg wird durch spezielle Steuern finanziert, die den Staatsangehörigen auferlegt werden, zu ihrem eigenen Wohl.

Artikel 30
Kein Gebiet Trykers darf mit einem fremden Land einen Vertrag abschließen oder eine Allianz eingehen, ohne die Zustimmung des Gouverneurs zu haben.

Artikel 31
Der Gouverneur darf seinen Ministern verschiedene Vollmachten anerkennen, wie z.B. eine Vollmacht für den Handel oder der Außenpolitik.

Artikel 32
Der Hohe Rat sollte Komitees und Kommissionen schaffen, zur Verwaltung des internationalen Handels, zum vorantreiben der Technologieforschung und auch zur Erforschung der Magie.

Artikel 33
Die Nationalversammlung muss unterrichtet werden, sobald neue Gesetzte verabschiedet werden.

Artikel 34
34.1 Der Gesetzesentwurf muss von der Mehrheit des Hohen Rates, sowie vom Gouverneur und von der Mehrheit der Nationalversammlung, damit es verabschiedet werden kann.
34.2 Wenn die Nationalversammlung ein Gesetz entworfen hat, so muss es durch den Hohen Rat abgesegnet werden und durch den Gouverneur bestätigt werden.


Die Zoraï

Die Zoraï stehen den Kamis von allen Homins am Nächsten. Die Maske, die sie voneinander unterscheidet, ist ein Geschenk der Kamis. Ihre gesamte Zivilisation lebt nach den Regeln der Kamis und hat sich dem Kampf gegen ihren Feind, das Goo, verschrieben. Die Zoraï leben im Dschungel, Kernland der Kamis aber auch ihrer Geißel, des Goo...

"Unsere Gesellschaft beruht auf der spirituellen Vervollkommnung, der Weisheit und dem Respekt gegenüber der Natur."

Über die Jahrhunderte haben wir eine enge Beziehung zu den Kamis aufgebaut – göttlichen Entitäten, die von Ma-Duk gesandt wurden, dem Erschaffer von Atys. Wir sind stolz, die Maske der Hinwendung zu den Kamis zu tragen, die uns von den spirituell unterlegenen Homin-Rassen abgrenzt.

Wir streben dort nach Wissen, wo andere nur ihren persönlichen Gewinn im Sinn haben. Wir waren die Ersten, die das gesprochene Wort niedergeschrieben haben, um das Wissen unserer Ahnen aufzubewahren. Unsere Gesellschaft hat sich um atemberaubende Tempelstädte herum gebildet, in denen große Zeremonien gefeiert wurden, um die Seuche aufzuhalten, die die Flora verschlingt und gegen die die Kamis nicht in der Lage waren, selbst vorzugehen.

Seit dem zerstörerischen Schwarm der Kitins haben wir uns erneut inmitten des verzaubernden Dschungels niedergelassen, in dem ddie Seuche des Goos am heftigsten wütet.

Wir streben jetzt danach, die Größe unserer vergangenen Dynastie wiederherzustellen und sie als ein Leuchtfeuer der Weisheit erstrahlen zu lassen. Wir sind darauf erpicht, ein spirituelles Bewusstsein in der Welt zu verbreiten, sodass alle Homin-Völker ewige Glückseligkeit erreichen.

Wenn Leben für Dich mehr bedeutet als das Streben nach Materiellem, dann folge unserem Ruf!

Stelle jetzt Deine Fragen und beruhige Deinen Geist...

Eine neue Sucherin von Elias


Ein alter Konflikt


Ein neuer Tag


Ein neues Gesicht


Ein ungewöhnliches Getränk

Vor ein paar Tagen konnte man in der Taverne in Pyr eine kurze Unterhaltung zwischen dem Barmann Lydix und einer ganz in Rot gekleideten Fyra mitanhören.
Um die Fyra herum lagen einige Taschen, voll gepackt mit Trinkschläuchen aus Yuboleder, am Boden. Sie hielt einen Becher in der Hand, in den sie grade eine leicht bräunliche Flüssigkeit füllte.
"So mein Freund, das hier ist Anichios Met. Eine Spezialität aus dem Ursprung im Seenland."
Sie goss den hölzernen Becher halb voll und reichte ihn Lydix. Dieser griff danach, schnupperte daran und runzelte Leicht die Stirn.
"Hmhm, riecht nach Kräutern, Honig und noch etwas..."
Vorsichtig nippte er an der Neige des Bechers und ließ das Getränk auf seiner Zunge hin und her gluckern. Die Fyra sah ihm dabei gespannt zu.
"... Interessant, er schmeckt warm und weich. Würzig und nicht zu herb. Wirklich gut. - da ist allerdings etwas, das ich nicht einordnen kann. Wie wird er denn hergestellt? Von "Anichois Met" habe ich noch nie gehört."
Die Fyra fuhr sich mit einer fahrigen Geste durch das feuerrote Haar und lächelte ein wenig steif. Lydix runzelte fragend die Stirn.
"Gut, dass er dir schmeckt! Wie viele Schläuche willst du?"
"Warum weichst du mir aus?"
"Ich weiche Dir doch nicht aus. Ich will nur, dass deine Gäste auch einmal von diesem guten Met kosten können. Du sagst doch selbst, dass er schmeckt."
Sie beugte sich herunter und wuchtete einige der prall gefüllten Schläuche auf die Theke. Lydix Gesicht zeigte eine Spur von Verärgerung.
"Ich möchte wissen woher und von wem der Met kommt. Sonst kannst du dir dein Geschäft in die Haare schmieren." knurrte er.
Die Fyra blickte ein wenig verlegen drein.
"Haare ist gar nicht schlecht." murmelte sie.
"Wie bitte?" verwundert schaute Lydix ihr ins Gesicht.
"Nunja, es ist so. Anichios Met hat eine interessante Entstehungsgeschichte. Ich erzähle sie Dir da du darauf bestehst. Aber ich rate Dir davon ab, sie deinen Kunden zu erzählen. Es ist wahrscheinlich eh nur eine Legende." erwiederte sie leise.
"Na, dann schieß mal los."
Sie beugte sich über die Theke und Lydix wurde es ein wenig warm in seiner Kluft, bei dem Anblick der sich bot: Medium Rüstung...
"Es gab da mal im Seenland einen Anführer der Schmuggler. Piro Anichio war sein Name und der Großvater des heutigen Stammesherren. Der war sehr eitel – nicht ungewöhnlich für einen Matis, aber für einen Schmuggler wohl sehr. Auch war er kein schlechter Geschäftsmann, sonst wäre er wohl kaum der Anführer der Schmuggler gewesen. Man erzählt sich, dass er dereinst ein Weingut besessen habe, welches aber von den Kitin vernichtet wurde. Auf jeden Fall, war er nun Schmuggler und versuchte aber immer noch einen guten Lebensstil und ein gepflegtes Äußeres zu bewahren.
Er benutzte zur Festigung seiner Frisur eine Tinktur, deren Rezept er von seiner Großmutter gelernt hatte. Dieses zähe Zeug bestand aus Honig und allerlei Kräutern, die wohl auch gut für die Kopfhaut seien sollten.
Eines besonders heißen Tages jedoch, als die Sonne die Strände der Seenlande erbarmungslos austrocknete, passierte etwas dummes. Piro hatte sich in seiner kühlen Hütte zurecht gemacht und wollte nun hinaus zu seinen Mannen und mit ihnen auf Tour. Als er vor die Tür in die glühende Sonne trat, kamen schon die ersten Käfer und Fliegen, die er jedoch nicht sonderlich beachtete, da dies normal war an einem solchen Tag. Leider ging er etwas später an einem in den Büschen verborgenen Bienenstock vorüber und die Tierchen, die ohnehin an einem solch heißen Tag schon sehr aufgeregt waren, konnten der herrlich duftenden Verlockung, die dort entlang lief, nicht wiederstehen. - Anichio rette sich unter dem Gelächter seiner Männer in seine Hütte und nachdem er schmerzhaft erfahren hatte, dass sein Wässerchen wohl sehr delikat war, wusch er sich die Haare in einer herumstehenden Tonne voll Wasser aus und warf in seiner Wut das Tiegelchen, in dem er seine Tinktur aufbewahrte, gleich hinterher - seine Großmutter und ihr Rezept verfluchend, während sich einer seiner Männer um sein geschwollens Gesicht kümmerte."
Lydix Gesicht zeigte keine Regung als die Fyra ihn prüfend anblickte.
"Einige Tage später nun, nachdem seine Wut und die Belustigung seiner Männer vergangen waren, stellte einer der Kerle fest, dass es um die alte Tonne herum recht angenehm roch. Es war noch immer recht heiß und da er durstig war, nahm er eine Schale und trank einen Schluck aus der Tonne, wie man es immer getan hatte.
Überrascht stellte er fest, dass das Wasser diesmal ganz anders schmeckte. Er rief seine Kumpane und den Anführer herbei, die schnell erkannten, was sich da ereignet hatte. Dem Stammesherren kam nun eine brillante Idee... - Nunja und seit dieser Zeit gibt es "Anichois Met" für ausgesuchte Händler zu erstehen."
Lydix starrte sie an. Seine Stirn lag in tiefen Falten.
Dann zuckten seine Mundwinkel und schallendes Gelächter brach aus ihm hervor.
"Nein, das sollte ich wirklich keinem Kunden erzählen. - Eine herrliche Geschichte. Gut, ich kaufe dir die Ladung ab. Hilf mir, sie in den Keller zu bringen."
Er öffnete die Tür neben der Theke und gemeinsam trugen sie die Schläuche die Treppe hinab.

Ein Schlauch blieb auf dem Tresen neben dem halb geleerten Becher liegen. Ein neugieriger Zeitgenosse hätte nun das folgende gesehen, wenn er einen Blick auf das Schild aus dickem Pergament geworfen hätte, das am Verschluss des Schlauches baumelte.
Darauf war in bester Tusche-Zeichnung eine verwegen dreinblickende Gestalt zu erkennen, gekleidet in die klassischen Gewänder eines Schmugglers, mit einer Pistole im Gürtel, einem kleinen Tiegelchen in der linken und einem Schlauch ähnlich diesem in der rechten Hand.
Die Haare des Mannes sind triefend nass, wie von Schweiß oder Wasser und hinter ihm ist eine hölzerne Tonne zu erkennen.
Unter dieser Zeichnung steht in schwungvollen Lettern geschrieben:
"Captain Anichois Met. In traditionellem Verfahren nach altem Familienrezept hergestellt!"


Faule Fruechte


Die Chroniken der Brennenden Wüste

Ibian Pledix, Sculpteur d'écorce
Dexius Apokos, Artilleur Fyros

Die Geschichte eines jungen Fyros - Erster Teil
Die Geschichte eines jungen Fyros - Zweiter Teil
Die Geschichte eines jungen Fyros - Dritter Teil
Die Geschichte eines jungen Fyros - Vierter Teil
Die Geschichte eines jungen Fyros - Fünter Teil
Die Geschichte eines jungen Fyros - Sechster Teil und Ende

Un Nouveau Visage

Rencontre avec le nouveau sénateur Dios Apotheps

C_Menia Pyron, fiancée Fyros

C Lekos Daraan, chef de la Tribu des Veilleurs

Les renégats


Geschichte eines jungen Korsaren - Erster Teil

Das Wasser, in dem sie schwammen, war ausgesprochen erfrischend, doch die Fische schenkten diesem Detail keine Aufmerksamkeit. Sie tanzten in ihrem farbenfrohen Spiel wie immer, ohne auch nur das kleinste Geräusch zu verursachen. Jeder Fisch schien genau zu wissen, wo sein Platz in diesem faszinierenden Ballett war.

Der junge Bremmen O’Derry war so fasziniert von ihrem Schauspiel, dass er beinahe alles um sich herum vergaß. Er war schon immer ein stolzer Tryker gewesen und ein wilder Krieger mit seiner Waffe ... er hatte jedoch nie etwas Schöneres gesehen als dieses Schauspiel der Natur in den geliebten Seen seiner Heimat.

Kleine Wellen kräuselten die Oberfläche des Wassers und Sekunden später waren keine Fische mehr zu sehen. Bremmen suchte zu ergründen, was die Störung des Schauspiels verursacht hatte und sah eine Tryker Patrouille nicht all zu weit entfernt, wie sie mit unglaublicher Geschwindigkeit den See durchschwammen. Er erkannte sie sofort ... es handelte sich um eine Patrouille der Korsaren. Oft konnten Patrouillen der Korsaren im See der Freiheit gesehen werden, denn sie durchquerten diesen häufig, um die entfernteren Inseln zu erreichen, auf denen sie ohne Zweifel interessante und nützliche Aufgaben zu erfüllen hatten. Zumindest war Bremmen davon überzeugt.

Sein Vater hatte ihm oft von den Korsaren und seiner eigenen Vergangenheit erzählt, als er selbst noch jung und ein Mitglied der Korsaren gewesen war. Seine Zeit bei den Korsaren hatte ihn härter, stärker und erfahrener gemacht. Sie hatte seinen Körper und seinen Verstand geschärft. Man könnte die Zeit bei den Korsaren fast als eine Ehrensache betrachten .... abgesehen von der Tatsache natürlich, dass die Korsaren nicht im Dienst der Föderation standen.

Aber da Bremmen momentan nicht viel zu tun hatte, hatte er viel Zeit seinen Träumen nachzuhängen. Als Bremmen wieder auf den See blickte, war die Patrouille schon verschwunden. Sofort sprang er auf, in den See und begann, den Korsaren hinterher zu tauchen. Er musste ihnen einfach folgen, denn er wollte sie von seinem Können überzeugen und ihrer Gemeinschaft beitreten.

So viele junge Tryker hatten sich den Korsaren bereits angeschlossen. Bremmen hatte einige von ihnen getroffen und war von ihrem Können wahrlich beeindruckt gewesen. Jedoch waren die meisten jungen Korsaren, denen er begegnet war, zwei bis drei Jahre älter als er. Allerdings wurden sie von Jederman respektiert.

Tapfer versuchte Bremmen die Patrouille einzuholen, jedoch hatte er Schwierigkeiten, sein momentanes Tempo beizubehalten und er bekam rasch Atemprobleme. Die Patrouille schien ihn nicht wahrzunehmen und setzte ihren Weg fort. Ziemlich verloren schaute sich Bremmen in der Mitte des Sees um. Dann beschloss er zu versuchen, die nächstgelegene Insel zu erreichen, um wieder zu Atem zu kommen.

Seine Lunge brannte wie an jenem Tag als sein Großvater ihn eine Pfeife rauchen lies.

„Ich will auch mal!“ sagte Bremmen zu seinem Großvater „Sicher Bremmen. Versuch es.“ Antwortete sein Großvater

Bremmen nahm die Pfeife in den Mund und zog einigen Rauch ins innere seinen Mundes .... gefolgt von viel Spucken und Prusten ...

„Nicht so Bremmen! Einatmen!“ Sagte Bremmen’s Großvater.

Bremmen versuchte es noch einmal und fing sofort an zu husten. Sein Großvater lachte ziemlich viel an jenem Tag und Bremmen versuchte nie wieder eine Pfeife zu rauchen.

Heute jedoch fühlte er sich, als hätte er stundenlang geraucht und gehustet. Die Korsaren waren wirklich gute Schwimmer. Sicher die besten auf ganz Atys! Bremmen konnte sie mittlerweile nicht mehr sehen. Die Fische waren wieder aufgetaucht und begannen ihren Tanz, als wäre nichts geschehen.

Bremmen raffte sich auf und kletterte auf einen Hügel in der Mitte der Insel, auf der er gelandet war. Von der Spitze aus hatte er einen großartigen Ausblick über den See der Freiheit. Er konnte sehen, dass seine Insel eine Reihe kurzer Strände hatte. Auf der Westseite jedoch sah er etwas leuchten, das er von Fairhaven aus bisher nie gesehen hatte. Es war weniger als 400 Meter entfernt, jedoch zu weit, um genau erkennen zu können, was es war. Er schaute auf in den Himmel und lächelte. Wenn seine Berechnungen richtig waren, musste dies das Lager der Korsaren sein ... endlich!

Bremmen rannte den Hügel hinunter, auf die Westseite und an den Strand. Nur eine kurze Schwimm-Strecke trennte ihn noch von seinem Ziel. Er holte tief Luft, tauchte erneut und schwamm so schnell er konnte, um die Korsaren zu beeindrucken. Unglücklicherweise konnte er das Tempo und seinen Rhythmus nur für 250 Meter durchhalten. Dann musste er nach Luft schnappend auftauchen. Er hechelte und lief rot an. Nun sah er eher wie einer der nach Luft schnappenden Fische aus, die er noch vor kurzem beobachtet hatte.

Er hielt den Blick zu Boden gerichtet, da er nicht in die Augen von Codgan Be’Yle blicken wollte. Dann jedoch nahm er sich zusammen und hob schließlich doch den Blick. Es schien, als ob niemand seinen peinlichen Auftritt bemerkt hätte.

Bremmen fuhr sich schnell mit der Hand durch die Haare und machte sich dann auf den Weg zum nächsten Korsaren in seinem Blickfeld.

„Hallo!“ sagte er zu dem Korsar. „Grüße mein Kleiner.“ Sagte der Korsar. „Kleiner? Ich bin kein Kleiner! Ich bin ein junger Homin, tapfer und tüchtig!“

Bremmen bewegte den Flunker auf seinem Rücken etwas, so dass der Korsar einen Blick darauf werfen konnte.

„Tapfere und tüchtige Homins brauchen keine fünf Minuten um wieder zu Atem zu kommen, nachdem sie nur eine kurze Strecke geschwommen sind und das auch noch langsam ... Naja ... mein Name ist jedenfalls Codgan Be’Yle. Ich bin hier dafür zuständig, Neuankömmlingen Auskunft zu geben. Was kann ich für dich tun? Aber versuch, dich kurz zu fassen, ich bin sehr beschäftigt ...“

Bremmen errötete wie nie zu vor. Aber dies hier war seine einzige Chance. Also nahm er sich zusammen und antwortete.

„Mein Name ist Bremmen O’Derry. Ich bin Arty O’Derry’s Sohn. Kennst du ihn?“ „Nein ich kenne ich nicht.“ „Aber er war ein Korsar vor einigen Jahren!“ „Ach weißt du Junge ... so viele junge Tryker kommen hier an und wollen sich den Korsaren anschließen und verlassen uns einige Jahre später wieder, es ist absolut unmöglich, sich an alle zu erinnern.“

Bremmen versuchte, sich zurückzuhalten als Codgan ihn erneut einen Jungen nannte.

„Ich bin extra aus Fairhaven hierher gekommen, um die Korsaren zu treffen und ihnen beizutreten! Meine Waffe ist eure ... falls ihr sie haben wollt.“

Codgan lachte nur.

“Nun. Versuch Derren Be’Lauppy zu finden. Er kann dir sicher eine Aufgabe geben. Komm anschließend wieder hierher zurück. Vielleicht gebe ich dir dann eine Aufgabe.“ “Sofort! Wer ist er und wo kann ich ihn finden?“ fragte Bremmen und sah sich im Lager um. „Er ist nicht hier. Er ist ein Kundschafter und sollte sich momentan bei den Winden der Musen aufhalten.“ „Wind der Musen? Aber das ist so weit weg! Und gefährlich, oder?“ “Sicherlich nicht für einen tapferen und tüchtigen Homin, oder? Hast du wirklich geglaubt, wir würden dich willkommen heißen und bei uns aufnehmen nur weil du den kurzen Weg von Fairhaven zu unserem Lager geschafft hast? Nun geh schon und komm nicht hierher zurück, solange du nicht bewiesen hast, dass du fähig und würdig bist, den Korsaren beizutreten.“

Mit offenem Mund stand Bremmen da. Eine Prüfung ... natürlich. Oder vielleicht war der Korsar nur zu beschäftigt, um sich jedem jungen Tryker einzeln zu widmen? Egal ... Bremmen machte sich auf den Weg, um den Kundschafter zu finden.


Geschichte eines jungen Korsaren - Zweiter Teil

Es waren 3 Tage vergangen seit Bremmen das Lager verlassen hatte. Er hatte die Winde der Musen in der Nacht zuvor erreicht und traf dort auf viele Tryker... Alles Schlammbildhauer... Und keiner von ihnen war in der Lage ihm zu sagen, wo er Derren Be'Lauppy finden konnte... Aber wenigstens konnte er so lange er ihn nicht treffen würde in einem Zelt schlafen. Sein Flunker war ihm in dieser Gegend sehr nützlich, um Clopper zu jagen. Mit ihrem Fleisch füllte er seine Verpflegung auf. So würde er nicht hungern müssen. Durst war ein anderes Bedürfnis, das er ignoriert konnte: der See bot ihm weit mehr, als er brauchte. Aber er musste die Korsaren positiv beeindrucken. Darum suchte er weiterhin überall nach dem Pfadfinder.

Fünf Tage verbrachte er so. Am sechsten Abend warf er einen Blick auf seine Karte und zeichnete das letzte Kreuz... Er hatte wirklich überall nach ihm gesucht und war sich nun absolut sicher, dass Codgan, der Empfänger der Korsaren, sich einen Spaß mit ihm erlaubt hatte. Also entschloss er sich, zurück zum Camp zu gehen und zu schwimmen, um ihm zu sagen, wie unfair sein Verhalten gewesen war. Sein Weg führte ihn durch Clopper, die er sich dank seines Flunkers vom Leibe hielt. Seine Kenntnisse und Fähigkeiten in dieser Disziplin hatten sich enorm verbessert, ohne dass er es bemerkt hatte. Plötzlich sah er gleich hinter einer Herde Ragus einen Mann, den er nie zuvor getroffen hatte. Er wanderte friedlich umher und machte sich Notizen. Bremmen schöpfte erneut Hoffnung: hatte er ihn doch noch in letzter Minute gefunden?

Er rannte zu dem Homin und begann zu sprechen: "Hallo! Kann es sein, dass du Derren bist?" "Hallo junger Homin", sagte der Homin und nickte mit einem Grinsen.

Bremmen war so aufgeregt, dass er Derren zu fragen vergaß, wo er die letzten Tage gewesen war. Derren Be'Lauppy war ja ein Pfadfinder, und ein Pfadfinder sollte sich nicht immer am gleichen Platz aufhalten. Sie wandern oft umher, um zum Beispiel die Fauna, das Verhalten von Kreaturen, die Außenposten sowie Gruppen von Reisenden zu beobachten...

Derren Be'Lauppy und Bremmen stellten einander vor und Bremmen erklärte, warum er nach dem Pfadfinder gesucht hatte. Sie unterhielten sich fast eine ganze Stunde miteinander. Derren war ein sehr sympathischer Korsar. Er war aufgeschlossen und gern bereit, jedem von Codgy gesandten Homin sein Wissen zu vermitteln. Das passierte in letzter Zeit immer häufiger, da junge Tryker es wohl schick fanden, diesem Stamm zu dienen. Es versprach eine Menge Aufregung, Abenteuer und vor allem das Meistern der Kriegsführung. Aber Bremmen würde darauf noch etwas warten müssen. Er hatte nun gerade seinen ersten Auftrag zu erfüllen: Die Cutes in der Gegend zu beobachten und die Positionen ihrer Gruppen auf seiner Karte zu markieren.

Unser junger Homin streifte durch die Gegend und versuchte, alle Cutes in dieser Region zu finden. Er war inzwischen so gut geworden, sich Kreaturen mit seiner Flunker fern zu halten, dass er dafür nur 3 Tage gebraucht hatte. Der einzige Ort, den er noch nicht aufgesucht hatte, war Windiger Weg. Er hob es sich für den Schluss auf, da er wusste, dass es der Gefährlichste war. Kurz gesagt: die Ragus waren einen Plage und als er das letzte Mal dort gewesen war, hatte er nur knapp überlebt. Durch das Gedränge der Gnoofs bewegte er sich geduckt vorwärts. Er hielt sich dicht über dem Boden und kroch zwischen den Pflanzen hindurch, immer wieder die Richtung des Windes kontrollierend um zu vermeiden, dass die Raubtiere ihn aus der Ferne rochen. Sein Ziel waren die südlichen Tümpel, wo es weniger gefährlich sein würde.

Letztendlich kam er dort an. Aufmerksam sah er sich um und entdeckte einige Gruppen von Cutes. Die Pflanzen als Deckung ausnutzend, schlich er sich vorwärts, um sie zu mustern und um ihre Position zu notieren. Er beobachte gerade einen von ihnen genauer, um ihr Verhalten studierend, als ein Schrei das Blut in seinen Adern erstarren ließ: ein weiterer Cute lief auf seine Gruppe zu und Bremmen befand sich genau in seinem Weg. Nachdem er seinen Flunker bereit gemacht hatte, war der Cute auch schon heran. Er schoss einige male. Die Wunden, die ihm sein Gegner zufügte, ignorierte er dabei, ohne einen Laut von sich zu geben. Obwohl er im Nahkampf nicht besonders geübt war und deshalb ernsthaft verwundet wurde, lag der Cute in weniger als eine Minute besiegt zu seinen Füßen.

Aber die Gefahr war noch nicht vorüber: als er sich umdrehte, sah einen sehr großen Cute, der ihn mit weit ausgebreiteten Armen bedrohte. Es sah zivilisierter aus als die andern. Aber Bremmen war stark verwundet und der Cute jagte ihm Angst ein. Also dachte er nicht lange nach und rannte zurück zum Wasser.

Der Cute hielt sich Rand des Wassers. Bremmen beobachtete ihn. "Wie die Ragus", dachte er bei sich. "Er fürchtet sich vor Wasser, also ist er mehr eine Kreatur denn ein Homin."

Bremmen stieg auf der anderen Seite des Tümpels aus dem Wasser und machte sich auf den Weg zurück zu Derren. Er hatte alles über die Positionen der Cutes aufgeschrieben, also war er sich sicher, dass er nun den Korsaren beitreten würde!

Ein wenig später traf er den Pfadfinder.

"Hi Derren!" Sagte er.

"Hi Bremmen! Ich habe jede Gruppe der Cutes auf meiner Karte markiert! Ich denke du wirst zufrieden sein."

"Nun, das ist unmöglich, junger Homin. Du hast nur ein paar Tage gearbeitet und die Gruppen wandern mit den Jahreszeiten herum... Komm in einem Jahr wieder." sagte Derren mit einem breiten Grinsen.

"Was? Du machst wohl einen Scherz!"

"Das tue ich!" sagte Derren lachend. "Dann gib mir die Karte. Ich werde deine Informationen zu denen hinzufügen, die ich schon gesammelt habe."

Derren nahm die Karte und schaute sie an.

"Cutes sind eine Plage, wenn man sie beobachten muss." sagte Bremmen. "Sie griffen mich immer wieder an, wenn ich ihnen zu nahe kam. Ich habe einen sehr großen gesehen, der anders aussah. Ich dachte fast, es wäre ein Homin. Aber nur für eine Sekunde. Dann griff er mich wie die anderen an." "Oh, du hast Doren getroffen! Wie auch immer, sie greifen dich nur an, wenn du sie störst. Eigentlich sind diese Kreaturen mehr oder weniger gutmütig. Aber sie fühlen sich bedroht, wann immer man in ihr Jagtterritorium eindringt. Also beobachte sie aus der Ferne und wenn du wirklich mit jemandem von ihnen reden möchtest, dann versuche es und triff dich mit den Cuzane."

"Den Cuzane? Was sind sie?"

"Höher entwickelte Cutes. Das wird deine nächste Mission sein: geh zu ihrem Stamm und wenn du zurück kommst, erzähl mir, was sie für gewöhnlich essen."

"Wo finde ich sie?"

"In den Lagunen von Loria."

"Aber..."

"Viel Glück. Und gib dort Acht! Diese Region ist nicht so sicher, wie es die Winde der Musen ist."

Bremmen war bestürzt. Aber er nahm die Herausforderung an und verließ den Pfadfinder in Richtung der Lagunen von Loria.


Geschichte eines jungen Korsaren - Dritter Teil

Bremmen war noch nie so hungrig gewesen, wie zu dem Augenblick als er schließlich das Cuzanen-Lager erreichte. Sobald er die Lagunen von Loria erreichte hatte, war sein Flunker nutzlos geworden: die Kreaturen waren so schnell, dass er sie kaum erfassen konnte. So bewegte er sich lieber langsam vorwärts, jede von ihnen umgehend, wie er es in den Winden der Muse lernen musste als er dort war.

Er blickte auf die Cuzane. Sie sahen Cutes in der Tat sehr ähnlich... und mochten auch genauso gefährlich sein wie sie. Aus diesem Grunde versuchte er, sich ein wenig von ihnen fern zu halten. Doch sein Bauch schmerzte, knurrte ob seines Hungers. Einige Minuten später kam ein Cuzan zu ihm, langsam, ein paar große Früchte haltend. Was für eine Überraschung für den kleinen Homin: Sie waren nicht wie die Cutes denen er bis jetzt begegnet war. Diese hier waren nicht aggressiv und des Weiteren schienen sie... fast wie Homins zu sein.

„Hallo Tryker.“ sagte der Cuzan. „Du siehst hungrig aus, iss diese Früchte und komm mit. Folge mir zum Lager.“

Bremmen schlang die Früchte hinunter, als hätte er seit Wochen nichts gegessen.... Was in der Tat nicht weit von der Realität entfernt war. Ermutigt folgte er dem kleinen Cuzanen zum Lager. Einige andere Kreaturen aus dem Stamm versammelten sich um ihn und begannen seine Habseligkeiten zu durchsuchen. Bremmen nahm ein Buch, auf das sie alle starrten.

„Wollt ihr das hier?“ fragte er.

„Ja. Es ist ein Buch, es enthält spezielles Wissen!“

„Nehmt es, es gehört euch. Für die Früchte.“ antwortete Bremen mit einem Lächeln.

„Danke Tryker, nimm diese Früchte und Beeren als Gegenleistung.“

Bremmen war im Moment glücklicher über das Essen als über das Buch. Des Weiteren konnte er ein neues Exemplar in Fairhaven finden, wo er auch das erste gekauft hatte. So war es ein gutes Geschäft für ihn. Die Cuzane versammelten sich um das Buch. Einige versuchten es zu lesen und ein Älterer nahm es an sich und behielt es. Sicher war es der Stammesherr. Allerdings war Bremmen sich dessen nicht sicher. Aber er wollte sich auch nicht erkundigen, da er sehr mit dem Essen beschäftigt war.

Unser Tryker blieb nahezu eine Woche bei den Cuzanen. Er lernte eine Menge über sie, die verschiedenen Beeren die sie mochten und die, die sie nicht mochten - ganz wie Derren ihn beauftragt hatte es zu tun. Sie waren so dankbar für das Buch, das sie von ihm bekommen hatten, dass sie ihm viel über ihre Früchte und anderen Nahrungsvorkommen beibrachten, da Bremmen immer und immer wieder nach weiteren Informationen fragte. Endlich, als er alles aufgeschrieben hatte, entschied er sich, zum Korsaren-Kundschafter zurückzukehren.

Auf seinem Weg zurück zum Wirbel versuchte Bremmen sich zu tarnen und so viele Carnivoren wie möglich zu vermeiden. Er machte es so gut, dass er sogar unbemerkt blieb, als zwei Matis sich weniger als 20m von ihm entfernt trafen. Er konnte sogar ihr Gespräch hören.

„Grüße!“

„Heil dir!“

„Ist alles in Ordnung?“

„Ist es. Sie werden in exakt einer Woche eintreffen und wir werden den Quinteth Außenposten nach Sonnenuntergang angreifen.“

„Perfekt. Der Überraschungseffekt wird ihnen keine Chance lassen, sich uns entgegen zu stellen. Lebewohl, wir sehen uns in Quinteth.“

„Lebe wohl „

Einer der Matis ging und ein anderer kam einige Minuten später.

„Grüße!„

„Heil dir!“

„Alles ist in Ordnung. Der Quinteth Außenposten wird in einer Woche bei Sonnenuntergang eingenommen.“

„Unsere Truppen sollten sich aufteilen, damit sie nicht so leicht entdeckt werden.“

„Sicher, ich haben ihnen bereits gesagt, dass sie es so machen sollen.“

„Meine Leute werden aus den Winden der Muse kommen. Wir werden uns aufteilen, sobald wir die Lagunen von Loria erreichen. Eine Hälfte von uns wird direkt nach Norden gehen, die Andere nach Süd-Osten.“

„Mögen sie sich zum richtigen Zeitpunkt versammeln, damit wir bereit sind, sie zu besiegen. Das ist alles was ich will und alles wofür ich bezahlt werde.“

„Es wird getan wie ihr befehlt. Für die Königin!“

„Für die Königin.“

Beide von ihnen gingen. Bremmen war überrascht. Was planten Sie? Woher kamen Sie? Wo waren Sie? So viele Fragen blieben unbeantwortet. Er schrieb auf, was er gehört hatte, seine Position und den Platz auf den einer der Matis gezeigt hatte, als er über den Außenposten sprach. Das konnte sehr interessant werden, wenn er jemanden wüsste dem er es erzählen könnte. Er wartete noch ein wenig länger, um sicher zu gehen, dass er nicht bemerkt werden würde wenn er seinen Busch verließ, und rannte direkt zum Wirbel, schneller als er es je getan hatte, um mit Derren über das Gehörte zu sprechen.

Um den Weg zurückzulegen, brauchte er einen weiteren Tag. Aber er schaffte es weit früher zu Derren zu kommen, als er es erwartet hatte.

„Hallo Derren!“ rief er schon von Weitrem als Derren in Sichtweite kam.

„Hallo Bremmen. Hast du also die Cuzane getroffen?“

„Sicher, ich habe alles auf dieses Pergament geschrieben.“

Bremmen gab seine Aufzeichnungen an Derren der anfing, sie zu lesen und fuhr fort:

„Aber ich habe weitere Neuigkeiten. Ich habe einige Matis belauscht, die darüber gesprochen haben, einen Außenposten in den Lagunen von Loria zu erobern.„

„Was?“ Derren hört augenblicklich auf, das Pergament zu lesen und starrt unseren jungen Tryker an. „Erzähl mir mehr„

„Ich habe alles hier aufgeschrieben. Ich dachte jemand könnte an dieser Information interessiert sein.„

„Sicher. Die Korsaren! Aber ich muß hier bleiben. Lauf zu Codgan und gib ihm so viele Informationen wie möglich.„

„Der Empfänger?„

„Nein. Codgan Ba'Nakry, unser derzeitiger Anführer. Beeil dich!„

Bremmen verließ den Kundschafter und machte sich auf den Weg zum Korsaren-Lager. Er hatte das eindringliche Gefühl, dass alles auf seine Schnelligkeit ankam.


Geschichte eines jungen Korsaren - Vierter Teil

Codgan hatte dem jungen Tryker nicht wirklich zugehört. Er hatte nur einen kurzen Blick auf seine Notizen geworfen und ihn anschließend gefragt, ob er ein Krieger sei. Bremmen war sich mit seiner Antwort nicht sicher gewesen, hatte dann aber genickt und infolge dessen eine schöne Rüstung in den Farben der Korsaren erhalten. Danach hatte er sich einer der Gruppen angeschlossen.

Sie brachten ihn daraufhin rasch zu den Lagunen von Loria. Fünf Tage nach dem Treffen der Matis trafen sie bei dem Strudel zwischen den Lagunen von Loria und den Winden der Muse ein. Während des langen Marsches diskutierten sie, um einen Plan zu schmieden. Als erstes würden sie die Gruppe der Matis auskundschaften, die aus den Winden der Muse kommen würde. Sie wollten sie angreifen, sobald sie sich in zwei kleine Gruppen aufgeteilt hatte. Danach würden sie untersuchen, ob sich andere Matis in der Umgebung aufhielten, um diese auszuschalten und auf diese Weise die Streitmacht der Matis zu schwächen, sodass ihr letzter Angriff keinerlei Chancen auf einen Sieg haben würde. Jeder Korsar schien genau zu wissen, was er zu tun hatte. Bremmen wurde gefragt, ob er seinen Flunker gegen die Magier einsetzen und ihr Köpfe ins Ziel nehmen könne, um sie so zu lähmen.

Ihr kleines Lager errichteten sie südlich des Strudels in den Lagunen von Loria. Sie sandten einen Kundschafter in die Winde der Muse aus, um die Matis zu lokalisieren und ihre Gruppenstärke zu erfahren. In der Zwischenzeit sammelte Bremmen Früchte sowie Pilze und die anderen, besseren, Krieger jagten Tiere für Fleisch. Sie saßen alle gemeinsam um ein kleines Feuer, wo sie gemeinsam aßen, diskutierten und Geschichten von einem alten Land erzählten. Bremmen konnte kaum glauben, dass er so vieles mit ihnen teilte. Sein Herz gehörte definitiv hierher zu den Korsaren. Einige wurden ausgewählt, um das Lager über Nacht zu bewachen, sodass die anderen friedlich schlafen konnten.

Am nächsten Morgen kam der Kundschafter zurück. Er verschlang zuerst sein Essen und erstattete dann Bericht.: „Es sind 16 Matis. Darum werden sie sich wahrscheinlich in zwei kleine Gruppen zu je acht Mann aufteilen. Sie sollten bald eintreffen.“ Da sie sehr zahlreich waren und die anderen auch noch gestoppt werden mussten, welche aus dem Norden eintreffen würden, beschlossen die Korsaren, die Matis am Strudel zu überfallen. Deshalb machten sie kehrt, liefen in Richtung Norden und tarnten sich, indem sie Wasser und Staub vermischten und auf ihre Kleider sowie ins Gesicht schmierten.

Die Sonne stand im Zenit, als die Matis durch den Strudel gingen. Ihre schwarzen Rüstungen waren leicht vom gelben Sand der Lagunen zu unterscheiden. Sie stoppten und wenn der Befehl zum Angriff erklingen würde, würden sie sich aufteilen. Alle Korsaren begannen sich bereit zu machen. Bremmen nahm seinen Flunker und bereitete sich vor.

Die Magier fielen nicht, jedoch wurden sie komplett gelähmt. Danach zielte Bremmen auf die Heiler. Die Krieger rannten bereits auf ihn zu, als er den zweiten der beiden Heiler lähmte, welche sofort von den Korsarenkriegern umringt waren. Einen Augenblick lang spielte Bremmen mit dem Gedanken zu fliehen, aber die Korsarenkrieger waren schneller. Mit dem Staub im Gesicht und auf der Kleidung war ihre Tarnung perfekt und sie bezwangen die Matis. Es hatte nicht einmal so lange gedauert wie erwartet. Die Korsaren waren sehr gut im Kampf, ihre Gegner hatten keinerlei Chancen.

Einige der Korsaren untersuchten die Leichen und nahmen alles Wertvolle an sich. Sie heilten die Wunden ihrer Krieger ... sie hatten sehr viele davon getragen, aber es gab keine Toten. Ihre Zeit war jedoch begrenzt. Sie sandten drei Kundschafter aus, um die Lagunen zu erkunden und machten sich auf den Weg zum Außenposten, den die Matis angreifen wollten, um sich eine Strategie auszudenken. Keine Kreatur konnte sich ihner erwehren und so erreichten sie den Außenposten in wenigen Stunden. Sie erkundeten die Umgebung und stiegen auf eine Düne, sodass sie einen besseren Überblick hatten, während sie auf die Rückkehr der Kundschafter warteten und eine Strategie für den letzen Kampf entwickelten.

Die Nacht senkte sich über die Lagunen und sie verbrachten diese, wie die Nacht zuvor. Am Morgen darauf kehrten bereits zwei Kundschafter zurück. Zwei Gruppen mit je 15 Matis waren gesichtet worden. Eine Gruppe kam aus dem Norden. Die andere würde wahrscheinlich eher eintreffen und dann in der Nähe des Außenpostens auf die zweite Gruppe warten.

Die Düne, welche den Korsaren zuvor bereits gute Dienste geleistet hatte, würden sie sich sicher zu Nutze machen wollen, damit sie einen guten Überblick erhielten. Die Korsaren hatten Recht. Sie sahen die ungefähr 15 Matiskrieger in der Ferne anrücken und auf der Düne positionieren. Die Korsaren tarnten sich wie am Tag zuvor und warteten auf den richtigen Zeitpunkt. Gleiche Anzahl, gleiche Strategie ... und gleiches Resultat. Bremmen jubelte. Einige Korsaren plünderten die Leichen und eilten zurück auf ihre Düne, um zwei weitere Gruppen mit je 15 Kriegern zu beobachten, wie sie gerade am Außenposten ankamen. Eine aus dem Norden und die andere aus dem Süden. Diese Schlacht wird härter werden, als jene zuvor. Aber Bremmen erzählte dem Anführer schnell von einer Idee seinerseits, um es den Korsaren einfacher zu machen.

„Das ist sehr gefährlich und risikoreich für dich. Bist du dir sicher, dass du es versuchen möchtest?“

„Bin ich! Und so trägt nur einer von uns das Risiko und wenn es gelingt, dann werden wir keine Probleme damit haben, sie aufzuhalten.“

„In Ordnung. Dann nimm diese Sachen.“

Bremmen zog sich eine Matisrüstung an und rannte gen Süden zur ersten Gruppe der Matis. Während dessen liefen die Korsaren in den Norden zur zweiten Gruppe der Matis. Unser Tryker war weniger als 50m entfernt von den Matis, da wurde er entdeckt. Er stoppte und rief:

„Ich komme in friedlicher Absicht. Einige eurer Freunde scheinen in Probleme verwickelt zu sein, nicht weit von hier, mit Cuzanen, aber ich komme nicht an sie heran.“

Der Matis zögerte und gab ihm erneut ein Zeichen, dass er herankommen solle.

„Wie sind sie gekleidet?“

„Mit schwarzen Rüstungen, Sir. Sie sind weniger als 500m entfernt in östlicher Richtung. Ich kann euch hinführen.“

„Geführt von einen Tryker? Du träumst wohl!“

„Dann kann ich euch nur den Punkt zeigen, wo sie liegen. Sehen sie den Baum dort bei den Dünen?“

„Ja.“

„Gehen sie dort hin und dann genau 200m in östliche Richtung.“

„Folge uns, für den Fall das du lügst.“

Bremmen schluckte langsam. Er folgte den Matis und versuchte abseits zu stehen, aber einer der Krieger hielt sein Schwert gegen seinen Rücken und befahl ihm, weiter zu gehen. Er hatte keine Wahl, er musste gehorchen. Sie erreichten den Baum und schauten nach Osten.

„So, wo sind sie?“ Fragte einer der Matis.

„Sie sollten hier sein, aber wir können sie aus der Entfernung nicht sehen.“

„Dann geh!“

Sie liefen 200m, aber dort waren keine Leichen und auch keine Anzeichen, dass dort ein Kampf stattfand. Der Matis blickte zu Bremmen und unser Tryker glaubte, seine letzte Stunde hätte geschlagen.


Geschichte eines jungen Korsaren - Fünfter Teil

Bremmen schwitzte unaufhörlich. Der Matis hielt sein Schwert unter Bremmens Kinn und erzählte ihm was er vor hatte. Der Tryker schaute ihn an, zitterte wie ein Blatt, stotternd er wusste nicht was geschah als der Matis fiel.

Die Korsaren, sie waren direkt hinter ihnen. Bremmen brauchte nicht lange überlegen und rannte zu seinen Freunden. einer der Matis begann noch einen Zauber zu werfen, aber es war zu spät: die Krieger waren bereits bei ihnen. Schnell wie nie zuvor: die Matis waren in keinster Weise vorbereitet und wenige Minuten später lagen sie alle. Bremmen sah sie an und sagte: "Am Ende bin ich kein Lügner, hier liegen Matis..." Einige Korsaren plünderten die Homins und Bremmen half ihnen

Er fragte nicht nach weiteren Informationen, verstehend, dass er keine Antworten bekommen würde. Er entschied sich Codgan Ba'Nakry später zu fragen.

Die Korsaren kehrten mit ihrer Beute zurück zu ihrem Lager. Auf dem Weg nach Hause versuchte Bremmen zu verstehen weshalb die Korsaren so schnell entschieden hatten die Matis an zu greifen, ohne mehr zu wissen. Ihm wurde erklärt, dass sie nicht wirklich einen Grund benötigten: Die Matis waren anwesend, gute oOpfer um sie zu plündern, da sie meist gut ausgerüstet sind, so wie viele Güter und Dapper bei sich tragen. Er hakte nicht weiter nach.

Einmal zurück im lager verbeugte er sich vor Codgan und begann mit ihm zu reden.

Codgan's Rede war weise und Bremmens Herz war berührt. Er verstand all das, was sein Vater ihm erzählt hatte, alles was er von ihnen lernen könne. Und als Gegenleistung kniete er nieder und sprach den Korsaren seine Loyalität aus. Der Anführer des Stammes musste lächeln

Er hieß ihn willkommen und zeigte ihm ein Zelt, welches er mit zwei anderen teilen würde. Seine neue Heimat, seine neue Familie. Bremmen trat ein und kam einige Minuten später wieder heraus. Er sah einen jungen Tryker der mit Codgan Be'Yle redete. Und ein wenig später schwamm der junge Tryker in die Winde der Muse… alle hundert meter hustend. Bremmen lachte und fand etwas zu tun um den Korsaren zu helfen.


Herbst


Hinterhalt


Public pictures.


Im Lichte Jenas – Teil 1

Amerianas tiefe Wunde blutete stark. Das Blut war leuchtend rot und formte ein Totenbild auf der Rinde. Doch das war der jungen Matis egal. Sie spürte keinen Schmerz. Die Energie von Atys knisterte in ihren Händen. Das Sap lief in ihrem ganzen Körper zusammen, während sie sich auf ihre magischen, zerstörerischen Kräfte konzentrierte. Sie kämpfte zum ersten Mal im Namen Jenas. In ihren goldenen Augen leuchtete das Licht der Göttin.

Ameriana hatte lange auf diesen Tag gewartet. Seit ihrer Ankunft in Yrkanis, der Hauptstadt des Matisreiches, suchte sie nach Zeichen. Zeichen von Jena, Göttin der Sonne, Mutter von Atys und aller Homins. Sie hatte vergeblich nach einem Tempel gesucht, um zu beten. Die Auserwählten der heiligen Karavan hatten versucht, ihr ihre Zweifel auszureden – ohne großen Erfolg.
Denn die Flamme des Glaubens brannte tief in ihrem Herzen. So viele Homins hatten den Glauben an die Göttin schon abgelehnt! Die barbarischen Fyros, die trotz der Mahnungen der Karavan an der Rinde gruben, um den Drachen zu finden, den sie in ihrem Wahn besiegen wollen. Die geheimnisvollen Zorai, die sich hinter Masken verstecken, um die dämonischen Kamis zu verehren. Zahlreiche Tryker verirrten sich im Namen der Freiheit auf illusorischen Wegen. Sogar unter den Matis, dem noblen und gläubigen Volk, machten aufständische Stimmen sich laut, die gegen die Mächte aufriefen, die sie bisher geleitet hatten. Der näher rückende Ausbruch eines heiligen Krieges machte den Homins Angst und viele sahen lieber weg, anstatt der Wirklichkeit in die Augen zu sehen.
Doch Ameriana wollte der Mutter von Atys den Rücken nicht kehren. Sie wollte nur in ihrem Glauben bestätigt werden.
Als ein Sprecher der Karavan den Bau eines Tempels zu Ehren Jenas angekündigt hatte, war die Magierin äußerst erleichert. Endlich ein Zeichen der Göttin! Es war an der Zeit für die Gläubigen, sich zu versammeln. Ameriana war zum auserwählten Ort nahe Yrkanis geeilt, um ihre Hilfe anzubieten. Welche Mission auch immer ihr aufgetragen wurde, sie würde sie geehrt annehmen. Ein Karavanierkämpfer in schwarz hatte ihr die Aufgabe erteilt, die Rohstoffabbauer zu beschützen. Diese mussten Rohstoffe für die Handwerker sammeln. Wertvolle Ressourcen waren auf weit entfernten Inseln in den alten Landen geortet worden, doch dank der Kräfte der Technoweisen war die Entfernung kein Problem. Demnach war Ameriana in ein Lager im Herzen der Dünen von Aelius teleportiert worden, das in der Nähe der Quellen lag.
Der Ort war sehr belebt. Er war durch Schranken mit einer unbekannten Energie beschützt. Große Metallkolonnen standen wie Wachtürme auf dem Feld und waren von einem Leuchtschweif umgeben. Mehrere Schiffe der Karavan schwebten über den Baracken und zeichneten beruhigende Schatten in der Nachmittagssonne. Mit Piken bewaffnete Soldaten patrouillierten, um Angriffe abzuwehren. Die Gläubigen bildeten Gruppen, um auf Expedition zu gehen. Zuerst wollte die junge Matis sich einer dieser Gruppen anschließen, doch dann beschloss sie, die Insel alleine zu erkundschaften. Sie hatte das Lager verlassen, um den Westen zu erforschen und war der Felswand gefolgt, die sich entlang der Region erstreckte.
Es hatte ein rauer Wind eingesetzt, der den Dünensand mit seiner heißen Luft formte. Er verdeckte die Kampfgeräusche. Ameriana sah Lichter in der Entfernung. Gestalten liefen durcheinander. Die Rohstoffabbauer und ihre Beschützer wurden von Feinden angegriffen! Fyros-Kamisten versuchten, die Quellen für ihre Meister auszubeuten. Die Kamis ahmten die Karavan nämlich nach und bauten lächerliche Kopien ihrer Betstätten für ihren Chef. Ameriana hatte sich ohne nachzudenken in den Kampf gestürzt; angetrieben von einem eisernen Willen, der Göttin zu dienen.
Trotz der Schläge ihres Angreifers konnte die Magierin ihren Zauberspruch zu Ende bringen. Der Fyros mit dem Wuschelkopf schrie vor Schmerzen, als die sauren Wolken ihn trafen und seine Haut auffraßen. Trotz der schlimmen Verletzung, die er der jungen Matis zugeführt hatte, verstand er schnell, dass er seinen Überraschungseffekt verspielt hatte. Ameriana sah ihm sein Zögern an und appellierte erneut an die Elemente. Der Barbar erhob erneut seine Cleven-Axt, um dem Feind einen weiteren kräftigen Schlag zu verpassen und seine Konzentration zu stören, doch es war zu spät. Verstärkt durch die Handschuhe der Magierin ließ die Energie aus den Tiefen von Atys sich über ihm aus. Er fiel röchelnd zu Boden und verlor das Bewusstsein. Ameriana blieb auf der Lauer und fürchtete sich vor dem Eingreifen eines Kamistenheilers. Doch der Körper des Fyros verschwand bald darauf. Die Dämonen hatten ihn mit in ihre teuflische Unterkunft genommen, um ihn für ein neues Leben in der Unterdrückung auferstehen zu lassen.
Die junge Matis schaute sich um. Die Anhänger der Kamis schienen auf sicherer Entfernung zu kämpfen. Es lagen viele Homins in den Dünen herum und zeugten von der Gewalt der Kämpfe. Ameriana inspizierte ihre Wunde. Sie blutete nicht mehr. Die Magierin bedankte sich bei Jena für ihren Schutz und heilte sich eiligst. Sie war mit Stolz erfüllt. Sie hatte ihren Gegner erledigt und sich Jena würdig erwiesen.
Plötzlich hörte sie ein Knistern. Sie spürte, wie ihre langen schwarzen Haare sich sträubten. Ein durchdringender Geruch stieg ihr in die Nase. Ehe sie etwas unternehmen konnte wurde sie von einem Blitz getroffen. Sprachlos wäre die junge Matis fast zu Boden gefallen. Ein Zorai starrte sie an – ausdruckslos, mit einer Maske, die mit vier Angst einflößenden Hörnern geziert war. Funken tanzten um seine gehandschuhten Hände.
Der Kampf war noch nicht vorbei.

Fortsetzung folgt…


Im Lichte Jenas – Teil 2

Ameriana konzentrierte sich. Die Magierin wusste, dass ihr Gegner ihr nur wenig Zeit ließ, um zu reagieren. Der Zorai-Elementalist versetzte sich in Trance und stieg mit der Grazie eines Tänzers in die Lüfte. Er drehte sich um seine Achse und entspannte sich dann abrupt, um einen Zauberspruch zu sprechen. Die junge Matis spürte, wie eine Welle sie und ihren Geist überrollte. Ihr Spruch war gebrochen. Der Matis hatte die mystischen Kräfte der Seen herauf beschworen und einen Betäubungszauber aufgesagt. Ameriana war im Netz ihres Gegners gefangen, wie ein Schmetterling in einem Spinnennetz. Sie war ihm ausgeliefert! Eine panische Angst überkam sie.
Der Kamisten-Hexer bereitete sich darauf vor, den Blitz erneut herauf zu beschwören. Trotz ihrer Ohnmacht konnte die Magierin sich das teuflische Grinsen hinter der blassen Maske gut vorstellen.
Der Zorai hob die Arme. Plötzlich schrie er vor Schmerzen. Hinter ihm war eine Figur aufgetaucht, die zwei blutende Linien auf seinen Rücken gezeichnet und seine Konzentration gestört hatte. Er drehte sich um. Jemand rammte ihm Fyler-Dolche in die Rippen. Hinter dem unaufhörlichen Angriff der zwei Messer ließ sich das hämische Gesicht eines Trykers erahnen. Der Hexer versuchte die Elemente herauf zu beschwören, doch sein Gegner war zu schnell. Die wiederholten Schläge und der stechende Schmerz machten jegliche Beschwörung unmöglich.
Der Betäubungszauber ließ nach. Ameriana kam wieder zu sich und dankte Jena. Sie kanalisierte die Kräfte der Tiefe. Ein saures Geschoss flog auf den Zorai zu. Der Kamist versuchte auszuweichen, doch es war zu spät. Er ging unter den gleichzeitigen Attacken der Messer und der Magie zu Boden.
Der Tryker jonglierte geschickt mit seinen Messern.
Ich habe mir erlaubt, Ihren Kampf mit dem Gesichtslosen zu unterbrechen, geehrte
Dame. Ich hoffe, Sie verzeihen mir. Doch Sie schienen keine Argumente mehr zu haben.
Er lachte los. Ameriana spürte, wie sie rot anlief.
Ich finde das gar nicht lustig, antwortete sie trocken. Ich wäre fast dabei ums Leben gekommen!
Der Tod ist ja nur ein Übergang, eine schmerzliche Auszeit in der glorreichen Geschichte Ihres Schicksals! Und der Schoß der Göttin ist sehr gastfreundlich…
Die Magierin runzelte die Stirn. So eine Unverschämtheit! Sie wollte antworten, doch der Messerspieler zog los.

Fortsetzung folgt…


Im Lichte Jenas – Teil 3

In den drei Monaten nach ihrer Begegnung ließen Caugan und Ameriana sich nicht mehr aus den Augen. Als die heilige Karavan dem Rohstoffabbau in den Dünen von Aelius ein Ende bereitete, erkundschafteten sie zusammen den Olkern-See. Die Karavanier-Rohstoffabbauer durchforsteten die Quellen, um Fasern, Harz und Rinde zu finden. Diese Materialien wurden für den Bau der Tempelmauern benötigt, die zu Ehren Jenas errichtet wurden.
Die Auseinandersetzungen mit den Kamisten wurden heftiger, je weiter die Baustellen fortschritten. Es hatten mehrere Kämpfe statt gefunden und es war viel Homin-Sap geflossen. Die friedlichen Zeiten waren vorbei.
Die beiden Freunde nahmen auch an Kämpfen teil – beflügelt von einem Glauben, der jeden Tag stärker wurde. Der Tod schien sich nicht für sie zu interessieren und richtete seinen leeren Blick lieber auf leichtere Beuten.
Die Technoweisen gaben bekannt, der Olkern-See hätte die Baustellen mit allen nötigen Ressourcen versorgt. Die letzte Etappe des Rohstoffabbaus in den alten Landen wurde eingeleitet: Die Karavaniere wurden in den Almati-Wald gebracht. Dieser wilde Wald hegte außergewöhnliche Quellen in seinem Innersten.
Im Herzen dieser Gefilden traf der Blick des Todes Caugan und Ameriana.

Der erste Morgennebel verlieh den Bäumen einen perlmuttfarbenen Schleier. Die kleine Homin-Truppe machte an einer Lichtung Halt. Der älteste Abbauer rief den Tryker, der die Truppe anführte.
Sind wir noch weit von der Quelle entfernt, Meister Caugan?
Wir sind bald da. Wenn wir angekommen sind, müsst ihr euch beeilen. Anscheinend wurde eine große Gruppe Kamisten gestern Abend auf die Insel teleportiert. Sie versuchen wahrscheinlich, die Sternenbernsteinquellen an sich zu reißen.
Wir werden unser Bestes geben.
Als die Gruppe wieder aufbrechen wollte, erschien ein dünner Schatten zwischen den Bäumen.
Ameriana! Gibt es was Neues? fragte Caugan die Magierin und bot ihr eine Flasche frisches Wasser an. Die Quellen leuchteten wie Perlen, die auf dem Boden verstreut sind. Durch den Abbaustaub waren sie gut sichtbar und schienen im Rhythmus von Atys zu schlagen. Die Abbauer ernteten den Sternenbernstein, mit dem der Hauptteil des Jenatempels errichtet wurde.
Während die Abbauer arbeiteten, überwachte eine Hand voll Krieger die Gegend, damit keine Kamisten eindringen konnten.
Caugan saß auf einem Baumstumpf und blickte von einem Baum zum anderen. Er schien nervös zu sein. Die großen Kirostas überrannten die Abbauer wie Strohmännchen. Die spitzen Stacheln durchbohrten die leichten Rüstungen und spritzten ein Gift ein, das die Adern verbrennt. Die Kitin-Soldaten, gut durch ihre dicken Panzer beschützt, schneideten den Homins die Gliedmaßen ab und klapperten gleichzeitig mit ihren Gebissen, um im Rhythmus ihres makaberen Tanzes zu bleiben.
Nach dem ersten Überraschungsmoment reagierten die Karavaniere. Unter der Leitung von Caugan positionierten sie sich zwischen den Monstern und den Rohstoffabbauern. Die Heiler sagten ihre Zaubersprüche auf. Die Krieger suchten nach den Schwachpunkten in den Panzern der Kirostas. Caugan stach unaufhörlich auf jede freie Fuge ein.
Ameriana ließ die Energie der Innereien auf die Kreaturen los. Doch die Kitins widerstanden ihren Säureschäden. Dann setzte sie die Magie ihres Volkes ein und beschwor vergiftete Flüssigkeiten herauf. Ein Kitin ging zu Boden und erlitt einen letzten Krampfanfall, so wie eine Hand die sich zusammenzieht. Ein anderes Monster nahm seinen Platz ein.
Die Homins waren terrorisiert. Würden sie alle ihr Leben hier lassen?

Das Wasser der Bucht von Avendale schimmerte im Lichte der untergehenden Sonne. Ameriana stieg von ihrem Mektoub ab und brachte ihn in den Dorfstall. Dann ging sie zum Steg. Die scharlachroten Fahnen wehten in der Abendbrise. Die Seenbewohner waren auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Ein paar Reisende auf dem Weg in die Lagunen von Loria sattelten ihre Lasttiere. Es war eine ruhige Gegend im Gegensatz zum Tumult der Tryker-Hauptstadt. Ameriana fragte nach der Bar von Naroy Ba’Dardan.
Die Magierin hatte die Hoffnung aufgegeben, Caugan noch einmal lebend wieder zu sehen. Nachdem sie die Abbauer sicher ins Lager des Almatiwaldes gebracht hatte, hatte Ameriana vergeblich auf die Rückkehr ihres Freundes gewartet. Sie war mit einer Gruppe Karavanieren zu den Bernsteinquellen zurückgekehrt und hatte eines seiner Messer in einer Kitinleiche gefunden. Da sie den Körper des Trykers nicht fand, hatte die junge Matis gehofft, Caugan sei von der Göttin erspart worden und dank des Wunders der Wiederauferstehung zurück auf Atys gebracht worden. Sie war nach Yrkanis und Fairhaven gegangen – ohne Erfolg. Niemand schien den Krieger mit den Messern gesehen zu haben.
Voller Kummer hatte sie sich an jene Nacht erinnert, in der ihre Freundschaft zu Caugan entstanden war und der Tryker ein Getränk aus seinem Land mit ihr getrunken hatte. Danach hatte sie sich auf nach Avendale gemacht, nordöstlich von Aeden Aqueous. Sie wollte dieses Seenbier noch einmal trinken, das mit Honig nicht so bitter schmeckt. Sie wollte in Erinnerungen schwelgen.

Ameriana ging zur Bar und winkte dem Barmann. Naroy Ba’Dardan bediente zwei Fischer, die Würfel spielten, ehe er zu ihr kam. Seine blonde Wuschelfrisur verbarg ein ehrliches und sympathisches Gesicht.

Der Kami der verlorenen Seelen – Teil 1

Der Regen nahm noch zu und Blitze erhellten den abendlichen Himmel. Lipsen lief zum nächsten Zelt, um sich unter zu stellen. Sie schob den schweren Ledervorhang beiseite, der als Tür diente. Wie erwartet, war das Zelt bis auf einen kleinen Feuerherd leer. Die Bewohner hatten den Ort schon seit langem verlassen. Das verlassene Lager glich einem Geisterdorf. Die junge Trykerin zitterte. Sie stellte ihr Boomer-Gewehr und ihren Jagdsack an einer der Holzsäulen ab und putzte schnell den Herd, um ein gutes Feuer zu machen. Eine beruhigende Wärme machte sich im Jurtenzelt breit. Lipsen zog ihre Tashok-Rüstung aus und entspannte sich. Sie dankte der Göttin im Stillen für diese Unterkunft. Draußen grollte das Gewitter wie eine Kriegslawine. Die durch die schwachen Flammen erzeugten Schatten schienen nach dem Rhythmus des Regens zu tanzen, der auf das Zelt drosch als sei er wütend, nicht eindringen zu können. Lipsen nahm ein Stück getrockneten Fisch aus ihrem Sack und kaute gedankenverloren darauf herum. Ihr goldiger Blick verlor sich in der Leere, während sie über den Grund ihrer Anwesenheit im Wald von Nexus nachdachte.

Lipsen Be’Laury hatte viele Gefahren auf sich genommen, um den Anführer der Kuilde zu treffen. Die Wächter der Gilde waren überrascht, eine junge Tryker-Jägerin kommen zu sehen, die einen toten Torbak zu ihrem Lager brachte. Ein Geschenk für Mithus Xalon, hatte sie stolz verkündet. Sie wollte der Kuilde beitreten, um der Göttin Jena und ihren Jüngern der Karavan zu dienen. Die Wächter hatten über den Hochmut dieser kleinen Hominin gelacht. Für wen hielt sie sich? Mitglied des Stammes zu werden war eine Ehre, ein Privileg, in dessen Genuss nur ein paar Auserwählte kamen. Doch Hiang Sai-Ju, der Empfänger, war vorgetreten und hatte Lipsen willkommen geheißen. Alle Homins, die der Göttin dienen wollten, verdienten einen freundlichen Empfang. Er schlug vor, den Torbak dem Vierteiler des Stammes zu überlassen und die junge Frau zum Zelt des Anführers zu begleiten.
Lipsen folgte Hiang Sai-Ju im Schatten des Metallschiffs, das über das Lager flog. Die grünen Strahlen eines Karavansignals leuchteten in der Umgebung. Man spürte eine gewisse Aufregung im Dorf. Hiang Sai-Ju erklärte, die Kuilde führe Krieg gegen den Stamm der Recycler, Anhänger der Kamis. Sie hatten das Lager vorige Nacht angegriffen und wertvolle heilige Objekte an sich genommen. Wahrscheinlich wollten sie diese zerstören, als Opfergabe an ihre dämonischen Meister. Diese Objekte mussten unbedingt zurück erobert werden.
Schließlich stand Lipsen vor Mithus Xalon. Der Anführer der Kuilde war ein großer Fyros mit ruhigen Zügen. Er begutachtete die junge Trykerin von Kopf bis Fuß und Lipsen spürte, wie sie bis zu ihrem blonden Haaransatz rot anlief.
Du willst also der Kuilde beitreten? Aus welchen Gründen?
Ihr Stamm versammelt die mächtigsten Agenten der Karavan. Ihr Glaube in die Karavan ist unerschütterlich. Mein Großvater war einer von Euch, als ihr Einfluss in allen alten Landen ausgeübt habt. Wie viele andere starb er während des Großen Schwarms in den Klauen der Kitin. Ich will den Spuren meiner Vergangenheit folgen und meinem Ahnen meine Ehre erweisen. Ich will der Göttin dienen.
Was kannst du für den Stamm tun? Du scheinst mir sehr jung.
Ich bin eine erfahrene Jägerin trotz meines jungen Alters. Ich spüre allerhand Wild auf – von friedlichen Armas bis zu feindlichen Bodocs. Ich jage Raubtiere. Ich kann die Laute zahlreicher Tiere nachahmen und beherrsche die Kunst der Tarnung. Ich werde für den Stamm jagen. Ich bekämpfe seine Feinde.
Du scheinst ja mutig und entschlossen zu sein. Doch das sind nur Worte. Du musst dein Können beweisen, Lipsen Be’Laury.
Ich bin bereit, was soll ich tun?
Du wirst während einer Jahreszeit in den Wäldern von Nexus leben. Wenn du eine Jägerin bist, wird die Natur dir geben was du brauchst. Du wirst nicht bei uns schlafen, doch du wirst im Dienste der Kuilde stehen. Hiang Sai-Ju wird dir Missionen anvertrauen. Erfülle diese Missionen und ich werde über deine Beitritt in unsere Gilde nachdenken. Folge dem Weg des Lichts, um der Göttin würdig zu sein.
Lipsen zog ein enttäuschtes Gesicht, das sie schnell versteckte, indem sie sich vor Mithus Xalon verbeugte. Eine ganze Jahreszeit musste sie warten!
Ich werde Ihrem Wunsch nachkommen. Und ich werde Ihnen beweisen, dass ich eine von Euch bin.
Seitdem waren ein paar Wochen vergangen. Lipsen hatte zahlreiche Missionen für Hiang Sai-Ju durchgeführt. Sie hatte den ganzen Norden der Region erkundet und hatte ihnen Arma-, Yelk- und sogar Bolobifleisch besorgt. Sie musste sich gegen Cuttler verteidigen, Fleischfresser deren gestreiftes Fell nicht im Farn zu erkennen war. Sie war Banditen und Gibbais aus dem Weg gegangen, die im Wald umher streiften. Nexus war eine gefährliche Gegend für unvorsichtige Reisende.

Sie hatte im Freien übernachtet und von der Milde des Herbstanfangs profitiert. Lipsen fürchtete sich nicht vor der Einsamkeit, genoss jedoch ihre kurzen Aufenthalte im Lager der Kuilde, wenn sie ihre Beute ablieferte. Hiang berichtete ihr dann von den neuesten Ereignissen. Es war dem Stamm noch nicht gelungen, die gestohlenen Reliquien zurück zu erobern und das trotz mehrer Versuche. Ziel der Recycler war es, den Nexus vom Einfluss der Kuilde zu „reinigen“ – im Namen der Kami und ihrem Meister Ma-Duk. Diese Fanatiker hatten eine große Zeremonie für das Ende des Herbstes angekündigt, und ihren Feinden somit die Herausforderung gestellt, sie davon abzuhalten, die heiligen Gegenstände zu opfern. Lipson war entsetzt. Sie konnte nicht verstehen, wie diese Homins den Kamis Treue schwören konnten. Die Dämonen der Natur waren schlechte Wesen, beunruhigend, die skrupellos alle überfleißigen Rohstoffabbauer töteten. Sie war einem dieser Geister in der Gegend von Fairhaven begegnet. Die hornige Kreatur hatte versucht, sie mit ihrem Gespräch zu verführen, doch die junge Trykerin war nicht darauf herein gefallen. Lipsen hatte sich über den Kami lustig gemacht und seine sanfte Stimme und seine lächerliche Haltung nachgeahmt. Der Dämon hatte nicht reagiert und hatte weiter meditiert. Solche labilen Wesen konnten nicht behaupten, das Schicksal der Homins zu leiten.

Lipsen hatte mit der Erkundung des südlichen Nexus begonnen, als das Wetter anfing schlechter zu werden. Auf erste Schauer folgten schnell starke Gewitter und die junge Trykern wünschte sich nichts sehnlicher, als ihre Initiierung abzuschließen, um in einem trockenen Zelt der Kuilde unter zu kommen. Dann entdeckte sie das verlassene Lager. Jena hatte wohl Mitleid mit ihr gehabt und eine Unterkunft für sie aufgeschlagen.

Die junge Trykerin nieste so laut, dass die Flammen im Herd aufloderten. Na also, das fehlt mir gerade noch, krank zu werden. Sie durfte nicht aufgeben. Der Regen schlug noch immer auf die ledernen Zeltwände der Jurte. Lipsen fragte sich, wer hier ein Lager errichtet hatte. Kundschafter, Banditen, Schmuggler? Weshalb waren sie geflohen? Vielleicht wegen der Kitins, die immer sehr aktiv in der Region waren… Lipsen beschäftigte sich einige Augenblicke mit diesen Fragen. Dann überkam sie die Müdigkeit und sie unterdrückte ein Gähnen. Das Gewitter schien sich zu entfernen. Erschöpft legte Lipsen sich auf den Sandboden und schloss die Augen. Sie hatte sich ein bisschen Ruhe verdient. Ein paar Minuten später schlief sie. Kein tiefer Schlaf, aber ein erholsamer.
Plötzlich wachte sie auf. Das Feuer war aus. Es hatte aufgehört zu regnen und sie hörte Stimmen. Sie erkannte die gehackte Mundart der Zorai. Sie unterdrückte ein Niesen, schlich sich zum Zelteingang und öffnete vorsichtig den Vorhang. Eine Gruppe Zorais saß um ein Lagerfeuer. Von den Flammen erleuchtet, sahen sie Spektren ähnlich mit ihren bleichen Masken und den weißen Weidenrüstungen. Sie trugen purpurrote Stiefel. Lipsen hielt den Atem an. Sie hatte die Farben der Recycler erkannt!

Fortsetzung folgt…


Der Kami der verlorenen Seelen – Teil 2

Lipsen Be’Laury hatte sich im Zelt versteckt und ließ die Gruppe der Recycler nicht aus den Augen. Die Nacht war dunkel, doch die großen Schatten der Zorai waren am Feuer ihres Lagerfeuers gut auszumachen. Ihr Stimmen drangen bis zu der jungen Trykerin vor. Sie sprachen die allgemeine Hominsprache, wie alle Stämme, die im Nexus lebten.

Lipsens Magen knurrte. Der getrocknete Fisch hatte ihren Hunger nicht gestillt.

Lipsen dachte angestrengt nach. Das Bild des Fleischspießes über dem Feuer, der getrocknete Fisch, die Gebete an die Kamis, die Zorais mit ihren Angst einflößenden Masken – es schwirrte alles in ihrem Kopf. Wie sollte sie nur da wieder raus kommen? Eine alte Legende ihres Volkes fiel ihr plötzlich wieder ein. Die Geschichte des jungen Weaksy, dem ersten Tryker der einem Kami begegnet war …
Ohne länger nachzudenken, schluckte Lipsen ein Mal und gab einen ächzenden Laut von sich.
Sie sprach ein paar Worte mit einer verstellten Stimme.

Die Homins standen auf und sammelten ihre Sachen ruhig ein. Sie warfen einen letzten Blick auf das Zelt und seinen mysteriösen Bewohner. Es fing zu regnen an und die Tropfen zeichneten Tränen auf die weißen Masken dieser ausdruckslosen Gesichter.
Ein Blitzschlag erleuchtete das verlassene Lager. Als würden sie diesem Wutzeichen der Kami gehorchen, verschwanden die Recycler im Wald.

Lipsen seufzte erleichtert und fing an zu lachen. Es war ihr gelungen, die Feinde der Kuilde herein zu legen! Doch besser, sie verschwand von hier. Sie prustete noch immer vor Lachen, wenn sie an ihre List dachte. Sie zog schnell ihre Rüstung und ihren Jagdsack über und nahm ihren Boomer. Sie zog vorsichtig den Ledervorhang beiseite, der als Tür des Jurtenzeltes diente. Die Zorai schienen wirklich weg zu sein. Lipsen ging ins Unwetter hinaus. Sie schaute sich um und marschierte Richtung Norden davon. Sie musste Mithus Xalon über die mögliche Allianz zwischen seinen Feinden informieren.
Nachdem sie einen Hügel erklommen hatte, drehte sie sich noch Mal um, um das leere Lager zu begutachten.

Ihr Blick blieb auf dem Zelt unter dem Regen haften.
Lipsen lächelte erneut. Sie hatte eine neue Idee.

Fortsetzung folgt…


Der Kami der verlorenen Seelen – Teil 3

Mithus Xalon runzelte die Stirn. Er dachte nach. Sein Gesicht hatte eine bläuliche Farbe durch den Leuchtwürfel, der das Innere des Zeltes erhellte. In den Augen von Lipsen sah der Chef der Kuilde fast so aus, wie ein Wächter der Karavan – ein Wesen mit einer kontrollierten Macht. Als die junge Trykerin ihm gegenüber saß, konnte sie ihre Angst nur schwer verbergen. Der Fyros beeindruckte sie. Der Mond herrschte über den Himmel, als der Zorai die ersten Zelte entdeckte. Ein leichter Nebel formte Tropfen auf seiner Tan-Ko-Rüstung – ähnlich einem nächtlichen Tau. Der Recycler betrat das Lager. Er nahm eine Bernsteinvase aus seiner Tasche, die er am Fuße der Opferstellen genommen hatte und ging zögernden Schrittes auf die Jurte zu. Der Zorai erkannte die eigenartige Stimme des Kamis der verlorenen Seelen. Er kniete und betete mit dem Kopf zur Erde.

Der Homin richtete sich auf und floh wie der Wind nach Nostosten. Er schien wie besessen und nichts hätte ihn aufhalten können.

Lipsen packte die Vase in ihre Tasche. Alles war nach Plan gelaufen. Sie zog ihre Tashok-Handschuhe vorsichtig aus. Die Verkleidung aus Moos und Ästchen hatte den Zorai überzeugt. Ihr blieben ein paar Stunden, um die Verkleidung perfekt zu machen. Die junge Trykerin machte sich voller Freude an die Arbeit.

Es schimmerten noch ein paar Sonnenstrahlen in der Dunkelheit, als die Recycler im Lager erschienen. Sie waren zahlreich gekommen, unter der Führung von Fa Gai-Guan. Inmitten der Krieger marschierte Liangi Do-Vi. Sein kahler Kopf glich einem bedrohlich angemalten Kopf. Er trug einen eindrucksvollen Kanka-Streitkolben. Er war dicht von zwei Homins gefolgt, die jeweils einen geschlossenen Weidenkorb trugen.

Die Zorais versammelten sich vor der Jurte. Fa Gai-Guan kniete nieder und ergriff das Wort. Der Augenblick der Wahrheit war gekommen.
Eine Gestalt trat aus dem Zelt. Die Zorais wichen zurück. Trotz seiner kleinen Größe war der Kami der verlorenen Seelen beeindruckend. Sein moosiger Körper war mit Ästen durchwachsen. Sein Kopf ähnelte jenem eines Fisches aus den waldlichen Ozeanen. Große Farnteile schmückten seinen Rücken wie Waldflügel. Lipsen schwitzte unter ihrem pflanzlichen Helm. Sie musste sich aus dieser Situation lösen.
Sie versuchte es mit Einschüchterung.

_Lipsen Be’Laury wurde Ende Herbst eingeladen, der Kuilde beizutreten. Sie wurde die größte Jägerin des Stammes.
Sie streift jetzt im Norden der Wälder des Nexus und lauert wilden Tieren auf, um ihren Stamm zu ernähren. Sie vermeidet den Süden und ist nie mehr in ihr verlassenes Lager zurückgekehrt.
Vielleicht aus Angst, dem richtigen Kami der verlorenen Seelen zu begegnen…_


Lore

Im Jahr 2525 gleicht Atys einem Planeten, der seine Vergangenheit vergessen hat.

Den Homins ist nahezu ihre ganze Vergangenheit unbekannt, und noch weniger wissen sie über die Geschichte ihres Planeten. Dieser Abschnitt spiegelt ihr Wissen wieder. Er vereint die bereits gesammelten Erkenntnisse in sich und erweitert sich mit jedem Schritt, den die Homins auf ihrem langen Weg zur Wahrheit gehen. Stöbere nach Herzenslust in diesem Wissen und tauche tief in das Ryzom-Universum ein.

Die Rassen

Vier Rassen existieren auf Atys und jede von ihnen hat ihre eigene Nation und ihre eigene Vergangenheit.

Lerne Dein Volk kennen, Deine Verbündeten, Deine Feinde. Die in diesem Abschnitt enthaltenen Informationen sind mehr als nur die Basis für das Rollenspiel, sie sind auch der Schlüssel zu einem tieferen Verständnis des Spiels.

Die Fyros Das Volk der Fyros nimmt für sich in Anspruch, unter allen Völkern die besten Krieger hervorzubringen. Mut und Ruhm sind demzufolge die zentralen Werte, die ihre Kultur ausmachen. Es ist das erklärte Ziel der Fyros den Großen Drachen zur Strecke zu bringen, die Kreatur, der man nachsagt, dass sie für das gewaltige Feuer vor Ausbruch der Invasion der Kitin verantwortlich war. Die Fyros, nur wenig mit der Natur verbunden, rücken immer näher mit den Kamis zusammen.
Als stolze Erben einer alten Monarchie streben die Matis - gebildet und ehrgeizig - danach, ihr verlorenes Königreich wiederzuerrichten. Die hochkultivierten Ästheten sind Meister der Botanik und sind ein zugleich romantisches aber auch besitzergreifendes Volk. Es ist ihre Überzeugung, dass jeder Homin einen Beweis für seinen Wert erbringen muss, um schließlich den Platz in der Gesellschaft zu erringen, den er verdient. Die Matis sind die treuesten Anhänger des Karavan.
Die Tryker, das körperlich kleinste Volk, sind friedfertig, freiheitsliebend und echte Lebenskünstler. Sie träumen von einer Welt ohne Tyrannei, in der es keine Herren und Sklaven mehr gibt. Ihre natürliche Neugier macht sie zu ausgezeichneten Entdeckern und Erfindern. So ist es nicht verwunderlich, dass sie die Windtechnologie bis ins Detail gemeistert haben. Wenn man sie jedoch bedroht wissen die Tryker sehr wohl darauf zu antworten und offenbaren ungeahnte Talente im Kampf. Sie sehen die Karavan als eifrige Verehrer der Göttin Jena.
Die Zoraï stehen den Kamis von allen Homins am Nächsten. Die Maske, die sie voneinander unterscheidet, ist ein Geschenk der Kamis. Ihre gesamte Zivilisation lebt nach den Regeln der Kamis und hat sich dem Kampf gegen ihren Feind, das Goo, verschrieben. Die Zoraï leben im Dschungel, Kernland der Kamis aber auch ihrer Geißel, des Goo...

Die Mächte von Atys

Zwei gleichermaßen mächtige wie auch geheimnisvolle Fraktionen ringen um die Kontrolle über das Schicksal von Atys. Beide verfügen über einzigartige Kräfte, beanspruchen für sich die Rolle der Wächter über den Planeten, helfen den Homins unter der Bedingung, dass sie ihre Regeln befolgen, halten ihre Ursprünge und vielleicht sogar ihre wahren Ziele im Verborgenen. Seit Jahrhunderten folgen sie verschiedenen Wegen und beobachten sich, ohne sich direkt zu bekämpfen. Du wirst auf ihren Schutz bei Deinen Reisen über die Rinde von Atys nicht verzichten können und ihr Zorn könnte schreckliche Folgen für Dich haben. Wähle also sorgfältig, welchem Lager Du angehören willst.

Die Kami, geheimnisvolle Wesen, die imstande sind, ihre Erscheinung zu verändern, haben einen entscheidenden Einfluss auf Atys und seine Bewohner. Sie beschützen das Pflanzenreich und stellen sicher, dass niemand das zerbrechliche Gleichgewicht ihres geliebten Planeten stört. Sie sind Teil eines kollektiven Bewusstseins und es scheint, dass keine lebende Spezies ihrer Wahrnehmung entkommen kann und noch weniger ihrem Zorn, wenn die Gesetze zum Erhalt von Atys überschritten werden. Wie auch die Mitglieder des Karavan reisen die Kamis frei über Atys, das sie ohne Unterlass überwachen. Die Kamis zeigen sich - immer auf der Suche nach Freiwilligen - großzügig gegenüber mutigen Homins, die bereit sind, ihnen ihre Dienste anzubieten.
Die Mitglieder des Karavan sind mysteriöse, schwarzgekleidete Humanoide, deren Gesichter vollständig durch einen Helm verhüllt sind. Ihr Auftrag: Die Botschaft der Göttin Jena zu verbreiten und ihren Interessen zu dienen. Mit Ausnahme der Urwurzeln ist der Karavan überall auf Atys vertreten. Seine Mitglieder treten immer in Gruppen auf und bewegen sich an Bord von gigantischen metallischen Fahrzeugen über den Planeten. Sie verfügen über Waffen einer allen unbekannten Technologie. Der Großteil der Homins fürchtet und respektiert sie.

Die Dritte Fraktion

Die Clans der Marodeure: Nicht allen Homins gelang es während des Großen Schwarms die Alten Lande über die Regenbogenbrücken zu verlangen. Manche mussten zurückbleiben und mussten zahlreiche Opfer bringen, um zu überleben. Im Laufe der Jahre haben sie den Namen "Marodeure" angenomen. Diese Gemeinschaft, in der das Recht des Stärkeren regiert, beruht auf einer Clanstruktur. Verlassen von den beiden großen Mächen, glauben sie nur an ihre eigene Stärke.

Geschichte

Atys im Jahre 2525. Das Goo, ein zerstörerisches Phänomen, nagt und frisst am Pflanzenplaneten und hört nicht auf, sich auszubreiten. Die vier Hominvölker, vor drei Generationen durch die Armeen gewaltiger Insektenwesen abgeschlachtet, versuchen, ihre Zivilisation wiederaufzubauen. Das ist der Neubeginn. Zwei rivalisierende Fraktionen, die beide vorgeben, über Atys zu wachen, bieten ihnen ihre Hilfe an: die Kamis und die Karavan.

Die Mitglieder des Karavan treten als die Gesandten der Göttin Jena auf und verfügen über Technologien, die unbekannt auf Atys sind. Die Kamis sind geheimnisvolle Kreaturen, ausgestattet mit großen magischen Kräften. Die Fyros, die Matis, die Tryker und die Zoraï müssen sich zu einer Seite bekennen. Werden sie den Weg zu den verlorenen geheimnissen ihrer Vorfahren finden? Wird es ihnen gelingen Atys vor dem Übel zu bewahren, das es wie ein Geschwür befallen hat? Und wer bestimmt das Schicksal des Planeten?

Überblick Am Rande des Universums entstand eine Welt aus fusionierender Materie: Atys, der grüne Planet, war zum Leben erwacht. Während die Geburtswehen die Kruste des jungen Planeten erschütterten, gelang es der Schöpferin einen ersten Atemzug ihrer gespannten Brust in einer gewaltigen Explosion von Energie abzutrotzen... Von der Schöpfung von Atys bis zum Neubeginn
Das Erscheinen der Homins auf Atys Bis zum heutigen Tage konnte niemand das Geheimnis der Ursprünge der Homin auf dem Planeten Atys lüften. Allerdings zieht sich eine Legende durch die Zeiten, und jede Legende enthält einen wahren Kern...
Grundlegende Chronologie Die großen Ereignisse von Atys vor dem Neubeginn
Der Neubeginn Bis zu den dunklen Tagen des Exils lebten die Hominvölker immer getrennt voneinander. Der Zusammenbruch hat sie einander näher gebracht. Die Flüchtlinge aus den Urwurzeln hatten keine andere Wahl als zu lernen, sich zu tolerieren und zusammen zu leben. Sie bereiteten ihre Rückkehr auf die Oberfläche vor und proklamierten das Edikt der Vier Völker. Diese Übereinkunft sah eine Aufteilung der Neuen Lande nach den Vorlieben jedes Volkes vor...

Atys

Atys, ein zauberhafter Planet, geprägt von Legenden und Mysterien! Seine Wunder suchen - genauso wie seine Gefahren - ihresgleichen. Rund um seine Wälder, seine Seen oder seine Wüsten findest Du sowohl zauberhafte Landschaften als auch den Tod. Beteilige Dich an der Eroberung dieses fantastischen Garten Edens und erinnere dich an die Legende, Homin: Ein fruchtbares Land kann schnell in die Trostlosigkeit sinken, wenn keiner bereit ist, es zu schützen.
Die Ökosysteme von Atys: Reise über Atys und sammle Wissen über die Tierwelt, die Pflanzenwelt und die wichtigsten Städte seiner verschiedenen Ökosysteme.
Das Bestiarium: Lerne Deine Gegner kennen. Informiere Dich über Deine Beute, bevor Du auf die Jagd auf sie gehst.
Die Stämme: Auf Deinen Wanderungen wirst Du auf Stämme von Homins und auch von Primitiven treffen. Es wäre klug, sich über sie zu erkundigen, mit wem Du es zu tun hast, bevor es zu spät ist.
Das Goo: Das Goo ist eine geheimnisvolle Form der Verschmutzung, die Atys aufzuzehren scheint. Die kamis versuchen aktiv, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Dennoch hört das Goo nicht auf, sich auszubreiten...
Die Jahreszeiten auf Atys: Wie man sich zurechtfindet, der Ablauf der Jahreszeiten, der Tage und Nächte...

Grundlegende Chronologie

Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die großen Ereignisse, die dem Neubeginn vorangingen (bis zum Jahre 2484)

2435: Das Feuer von Coriolis

Im Jahre 2435, unter der Regentschaft von Imperator Abylus dem Gelehrten, fanden Minenarbeiter der Fyros eine Ader von ätzendem Sap, das die umliegenden ausgetrockneten Ländereien in Brand setzte. Das Feuer breitete sich rasend schnell über die Hominterritorien aus, vernichtete die Stadt Coriolis und schlug eine brennende Schneise in die großen Wälder der Matis.

zugehörige Überlieferungen: Das Entdeckungsfieber | Die Belagerung von Karavia | Die Gemeinschaft von Loria

2481: Der Große Schwarm

Auf ihrer unendlichen Suche nach dem Drachen stießen Minenarbeiter der Fyros im Jahre 2481 auf ein Kitin-Nest in den Urwurzeln. Starr vor Angst und Schrecken, war es ihr erster Reflex, die ersten Rieseninsekten zu zerstören, die ihnen begegneten. Durch das Massaker alarmiert stiegen plötzlich Horden von Kitinsoldaten aus den unterirdischen Galerien hoch, um jene zu vernichten, die sie als ihren natürlichen Feind ansahen. Homin-Städte wurden dem Boden gleich gemacht, ganze Bevölkerungen kamen ums Leben und die großen Zivilisationen brachen innerhalb von Tagen zusammen.

zugehörige Überlieferungen: Sonneuntergang im Wüstenwind | Das Kitin-Lied

2481-2483: Der Kitin-Krieg

Im Jahre 2481 zogen die Kitins in einen Kreuzzug, um jegliche Spur der Hominheit vom Antlitz von Atys zu tilgen. Zahlreiche Homins konnten dank der Teleportations-Regenbögen entkommen, die sie in sichere Schlupfwinkel in den Urwurzeln weit entfernter Länder geleiteten.
Kami und Karavan taten ihr Bestes, was in ihrer Macht stand, um es den Homins zu ermöglichen, die Regenbögen zu erreichen, bevor diese von den Kitins zerstört werden konnten. Den restlichen Homins blieb keine andere Wahl, als in die Wildnis zu flüchten, wo sie sich gezwungen sahen, ein Nomadendasein in ständiger Angst vor einer Kitin-Attacke zu fristen. Schließlich wurde eine Einheit von Elitestreitkräften der Karavan entsandt, um die totale Zerstörung durch die Spinnenwesen zu stoppen. Viele Jahre lang wütete der Krieg in den alten Landen, bis die Kitins endlich gezwungen waren, sich in die Tiefen von Atys zurückzuziehen.

zugehörige Überlieferungen: Als die Mauern fielen | Mein Karavan-Wächter

2484: Exodus

Mit der Zerstörung der Teleportationsregenbögen während der Kitinkriege war der Weg zu den Sanktuarien der Urwurzeln abgeschnitten. Viele Homins mussten ein riskantes Nomadendasein führen, bis eine Route von den alten in die neuen Länder etabliert werden konnte wurde und so den Weg für den Exodus öffnete. Die in ihren Schlupfwinkeln eingepferchten Flüchtlinge konnten sich endlich den neuen florierenden Zivilisationen anschließen, die sich nach ihrem Aufstieg aus ihren Verstecken in den Urwurzeln in den neuen gelobten Ländern niedergelassen hatten.

zugehörige Überlieferungen: Glück, hier bin ich! | Mabreka

Lore >>


Die Theokratie der Verdorrenden Lande

Die Theokratie der Verdorrenden Lande ist in Kreisen organisiert, in deren Zentrum Ma-Duk steht, der Große Schöpfer. Je näher der Kreis, dem eine Person angehört, an Ma-Duk ist, desto höher wird auch der Grad der Erhebung dieser Persönlichkeit sein. Dabei muss man sich jedoch bewusst sein, dass es sich nicht um eine "Hierarchie" handelt, wie im Imperium der Fyros oder in den Grünen Anhöhen. Die Beziehungen zwischen den Homins der Kreise der Erhebung ähneln vielmehr denen zwischen Schülern und Mentoren, mit natürlich allem daraus folgendem Respekt.

Somit hat man:

Der Große Weise

Gewählt durch den Rat der Weisen auf Lebenszeit, muss der Große Weise ein Zoraï sein und die Zoraï-Bürgerschaft innehaben, sowie den Kamis, deren Hoffnung er ist, treu ergeben sein. Als höchste Homin-Autorität bei den Zoraï'i ist er am ehesten in der Lage, den Willen der Kamis zu verstehen und weiterzugeben.
Seine Aufgaben sind:

Die Weisen

Die Weisen - momentan drei an der Zahl - sind Zoraï, die eine besondere Verbindung mit Atys haben. Dadurch, dass sie Atys generell besser verstehen, sind sie näher an Ma-Duk gerückt als die übrigen Homins.

Sie tragen die Verantwortung, die Verdorrenden Lande zu lenken und sich um alle internen Angelegenheiten zu kümmern, in Übereinstimmung mit der vom Großen Weisen vorgegebenen Richtung. Ihre Weisheit und ihr Wissen sind groß, sie haben vor allem eine beratende Aufgabe gegenüber den Erleuchteten und sie geben ihnen Richtungen für ihre Entscheidungen vor, wenn es sich als notwendig erweist.

Die Erleuchteten

Die Erleuchteten sind Initiaten, die durch ihr persönliches Engagement für die Verdorrenden Lande und die Kamis die Herausforderungen, vor denen die Verdorrenden Lande stehen, besser verstehen und sich so Ma-Duk angenähert haben.

Es gibt zwei Ämter, die ausschließlich Erleuchteten vorbehalten sind: Das Amt des Sprechers eines Kreises und das Amt des Intendanten einer Stadt.

Die Repräsentanten der Kreise

Dabei handelt es sich um Mitglieder der Zoraï-Kreise.
Die Sprecher sind die Schiedsrichter der Debatten in den Versammlungen der Kreise. Sie müssen neutral und unparteiisch bleiben, sie führen die Versammlungen in ihren Sitzungen. Ihre Rolle ist es, es den Initiaten zu ermöglichen, in Übereinstimmung mit den Sitten der Zoraï zu diskutieren, mit Wissen und Weisheit.

Auch Initiaten können als "Hauptverantwortliche" die Aufgaben des "Kreises der Entdeckung" und des "Kreises der Verteidigung" übernehmen, die sie unter der Mitarbeit weiterer Homins erfüllen.
Außnahmen bleiben hier der "Kreis der Spiritualität" und der "Kreis des Wiederaufbaus", deren Sprecher nur Erleuchtete und deren Berichterstatter nur Initiaten sein können. Dies ist erforderlich, da die Spiritualität als Herz des Zoraï-Empfindens einen gesonderten Stellenwert genießt und somit besonderen Kriterien unterliegt. Dies gilt auch für den "Kreis des Wiederaufbaus", da dieser Kreis in erstem spirituellen Kontakt mit Neuankömmlingen steht.

Die Amtsträger des "Kreises der Entdeckung" und des "Kreises der Verteidigung" arbeiten weitesgehend eigenständig, müssen aber Rechenschaft gegenüber den Erleuchteten der anderen Kreise ablegen. Die Berichte müssen dem Gesamtkreis vorzulegen und werden von den Erleuchteten zum Zweck der Berichterstattung den Weisen übergeben.

Die Aufgabe der Berichterstatter ist es, das, was in den Versammlungen gesagt wurde, niederzuschreiben und Berichte besagter Versammlungen zu veröffentlichen. Erleuchtete und einfache Initiaten können Berichterstatter werden.
Sprecher und Berichterstatter bilden zusammen die Repräsentanten des Kreises. Es sind immer drei an der Zahl pro Kreis.
Über diese für jedes Amt spezifischen Aufgaben hinaus sind die Repräsentanten die treibende Kraft und organisieren verschiedenste Aktionen in Übereinstimmung mit dem Kreis, dem sie angehören. (Beispiel: Organisation der Gedenkwoche durch den Kreis der Spiritualität.) Sie sind somit Leuchttürme, die den Initiaten auf ihren ersten Schritten Richtung Erleuchtung den Weg weisen.

Es gibt 5 Kreise:

Darüber hinaus treffen sich die Vertreter der einzelnen Kreise jährlich und bilden die Kreisversammlung.

Die Intendanten der Städte

Sie werden vom Großen Weisen Mabreka-Cho ernannt und sind Leiter der Verwaltung einer der vier Städte der Einsicht.
Sie übernehmen die Verwaltung der Stadt, deren Sicherheit sowie der diversen Veranstaltungen, die dort stattfindetn.

Die Shizu'i

(Shizu = Gilde, Shizu'i = Gilden) Es handelt sich dabei um Clans und Familien der Zoraï, die die Rite der Intitation bestanden haben. Bei den Versammlungen der Kreise werden die Initiaten durch ihre Shizu repräsentiert, jede Shizu (=Gilde) hat eine Stimme.

Die Initiaten

Sie sind die Bürger der Verdorrenden Lande. Seien es nun Träger der Maske der Verbundenheit oder nicht, sie haben den Ritus der Initiation abgeschlossen und der Großen Maske und den Verdorrenden Landen den Treueid geschworen. Sie stellen in ihrer Gesamtheit das Volk der Zoraï dar.

Homins, die sich in besonderer Weise um das Wohl der Zoraï und der Kami verdient gemacht haben, können von der "Kreisversammlung" zu Ehren-Initiaten ernannt werden, ohne den Ritus des Initiaten abzuschließen. Sie geniessen fast alle Rechte und erfüllen alle Pflichten eines regulären Initiaten. Eine Ernennung zum Ehren-Initiaten bedarf der Zustimmung des Rates der Weisen. Ausgeschlossen ist das Recht, den Titel des Initiaten zu tragen.

Im Falle eines groben oder vorsätzlichen Verstoßes gegen die Grundsätze und Werte der Zoraï und der Kami kann dieses Amt jedoch, im Gegensatz zu den rituell erhobenen Initiaten, wieder aberkannt werden.

Im Gegensatz zu den spirituell erhobenen Initiaten können Ehren-Initiaten jedoch keine Erleuchteten werden, es sei denn, sie werden spirituell zu regulären Initiaten erhoben. Zudem gilt für die Erhebung zum Erleuchteten auch weiterhin der Passus "Träger der Maske sein".

Ausgeschlossen von der Ernennung zum Ehren-Initiaten sind Mitglieder anderer Regierungen.

Der Rat der Weisen

Der Rat der Weisen besteht aus einer außerordentlichen Versammlung der Weisen und der Erleuchteten, die für die wichtigsten Fragen der Verdorrenden Lande zusammenkommt. Dies war der Fall für die Ernennung des Großen Weisen Fung-Tun nach dem Tod des Großen Weisen Hoï-Cho, ohne dass jeder einen Nachfolger bestimmt hat, oder aber anlässlich seiner Absetzung zugunsten von Mabreka Cho.
Auf diese Weise ist der Rat der Weisen (mit Ausnahme der Kamis) die einzige Institution, die über dem Großen Weisen steht und damit eine Nachfolge sicherstellt, sollte er verschwinden oder im Falle seiner Absetzung, wenn er nicht mehr im Stande ist, zu führen. (Der große Weise Fung-Tun verlor seinen Verstand in Folge einer Goo-Infektion.)

Die Erhebung bei den Zoraï'i

Die spirituelle Erhebung wird durch Treue zu den Zoraï-Prinzipien und Engagment zugunsten der Kamis auf der einen Seite und einer großen spirituellen Arbeit andererseits erworben, wenngleich auch klar ist, dass eine von Natur aus stärkere Konzentration von Sap den Weg zur Erhebung deutlich ebnet.
Allein jene, die ein höheres Niveau der Erhebung haben, vermögen die Erhebung der anderen korrekt zu bewerten, jene, die ein gleiches Niveau der Erhebung haben, spüren es. Jene, deren Niveau der Erhebung geringer ist sind sich dessen nicht einmal bewusst.
Somit kommt die Erhebung im Umfeld der Kreise von selbst, man wird lediglich "erkannt" durch jene, die einen höheren Grad der Erhebung aufweisen (Mitglieder eines weiter innen liegenden Kreises). Im Falle der Erleuchteten sind dies die Weisen und der Große Weise und gelegentlich die Kamis, die diese erkennen.

Amtsträger in den Kreisen werden

Neben ihrem Dienst am Volke der Zoraï sollen die Kreise Mabreka treu sein, sowie politisch als auch spirituell, denn er ist der Träger der Großen Maske und Hoffnung Ma-Duks. Die Debatten und Taten sollen sich somit in diesem Rahmen bewegen.
Über alle Wahlen, die darauf zielen, einen neuen Amtsträger zu bestimmen, müssen die Intendanten und die Sprecher die Kandidaten (beides Positionen, die ausschließlich Erleuchtete innehaben können) über die Position der Kreise in Form eines Berichts an das Volk und an Mabreka informieren, sowie sie daran erinnen, worin die Aufgabe besteht, um die sie sich bewerben.

Die Kandidaten müssen sich anschließend vorstellen und ihre Zugehörigkeit zu einer Gilde offenlegen.

Sobald die Abstimmung abgeschlossen ist, müssen die neu gewählten Amtsträger vor den Versammlungen schwören, dass sie ihrem Volk dienen und sie Mabreka treu bleiben werden solange sie für die Kreise arbeiten. Sie sollen zu erkennen geben, dass sie sich bewusst sind, dass sie dazu gezwungen sind, von ihrem Platz zurückzutreten, wenn sie nicht mehr imstande sind, auch nur eine einzige dieser Bedingungen zu erfüllen.

Alle Gilden-Änderungen von Seiten eines Repräsentanten müssen im Haus der Kreise angezeigt und veröffentlicht werden.

Die Erleuchteten bleiben die einzigen, die nach der Wahl eines Repräsentanten über diese innerhalb der Kreise entscheiden können. Wenn ein Repräsentant für ungeeignet erachtet wird, seine Rolle noch weiter auszufüllen (geschehe dies durch die anderen Repräsentanten oder durch die Weisen oder den Großen Weisen), soll eine Versammlung organisiert werden, um darüber zu urteilen und möglicherweise einen Ersatz zu bestimmen.

Verfassung der Kreise der Weisheit des Zoraï-Volkes

Grundlagen

1. Im Zentrum der Kreise steht Ma-Duk, so wie er auch im Zentrum von Atys steht.

2. Die Inneren Kreise bestehen aus dem Großen Kami-Ko, den Kami-Ko und den Kamis. Sie gehen aus Ma-Duk hervor und sind Teil von ihm.

3. Im Herzen der Homin-Kreise steht der Große Weise. Er ist die Hoffnung Ma-Duks und der erleuchtetste unter den Homins.

4. Wir alle leben in tiefem Respekt und zum Schutze von Atys.

5. Das Volk der Zoraï, einig und vielgestaltig, ist das einzige, das über seine Angelegenheiten entscheiden kann. Jeder Zoraï ist frei in seinen Meinungen und seinen Handlungen.

6. Der Rat der Alten, bekannt für seine Weisheit, hat als einziges die Berechtigung, im Namen aller zu sprechen.

Ma-Duk dienen

7. Die heilige Mission der Zoraï ist es, das Goo zu bekämpfen, gegen das die Kamis nichts ausrichten können. Zu diesem Zweck leben sie in den Dschungeln von Atys, wo diese Pest am heftigsten wütet.

8. Wie auch die Zoraï'i, so dienen auch die Kamis Ma-Duk. Der Weise erhöre die Worte der Kamis, denn sie sind erleuchteter und die Worte werden ihn auf dem Pfad der Erleuchtung führen.

Dem Volk der Zoraï dienen

9. Es ist die Berufung der Kreise, es den Zoraï zu erlauben, sich zu entfalten und ihre Ressourcen für das gemeinsame Wohl zu teilen. Sie kommen in Versammlungen zusammen, um miteinander zu kommunizieren und das Wissen weiterzugeben.

9.1. Jeder Zoraï soll vor den Versammlungen angehört werden und jeder soll gleich sein vor seinen Brüdern.

9.2. In jedem Kreis soll ein gemeinsamer Sprecher gewählt werden, der zu den Erleuchteten gehören muss. Er soll die Debatten in einem Geist der Offenheit und Brüderlichkeit gestalten. Er soll sich zudem gemäßigt und neutral in seinen Absichten zeigen.

9.3. In jedem Kreis soll der Sprecher von zwei Berichterstattern unterstützt werden, gewählt durch die Gemeinschaft. Sie sollen die verschiedenen, gegensätzlichen Ansichten repräsentieren, die in der Versammlung geäußert wurden. Diese Bereichterstatter müssen Initiaten sein, aber nicht zwingend Erleuchtete.

9.4. Die drei Repräsentanten der Kreise müssen die Leitsprüche und Entscheidungen, die in der Versammlung beschlossen wurden, dem Rat der Alten vortragen.

9.5. Jeder Kreis tritt einmal je Atys-Zyklus zusammen, zu Beginn der Fastenzeit.

9.5.1 Die Kreisversammlung, also das Zusammentreffen der einzelnen Vertreter der Kreise, findet jeden Frühling statt. Hier erstatten die Verantwortlichen der einzelnen Kreise Bericht über ihre Arbeit und Ergebnisse. Darüber hinaus werden weitere Aktionen geplant und beschlossen. Diese Versammlung unterliegt den Kriterien eines "regulären Kreises". Die Leitung kann nur ein Erleuchteter übernehmen, der den Rat der Weisen udn den Großen Weisen Mabreka Cho über die Entwicklung der Nation in Kenntnis setzt.

9.5.2 Je nach Bedarf treffen sich die "Amtsträger" zu einem kleineren Kreis. Diese Treffen dienen dem Zweck, sich auszutauschen und Aktionen, die mehrere Aufgabengebiete einschließen, zu koordinieren. Zudem erleichtern diese Tretten die schnelle und koordinierte Reaktion auf aktuelle Ereignisse und Bedrohungen. Der Rat der Weisen wird auch hier von den Erleuchteten über die Ergebnisse dieser Sitzungen informiert.

9.6. Die Versammlungen sollen im Sinne des Teilens, der Ausgeglichenheit und des offenen Geistes miteinander debattieren. Sie fällen ihre Entscheidungen im Konsens.

9.7. Die Vorschläge der Kreise sollen einer Abstimmung durch das Volk der Zoraï unterworfen werden mit Hilfe eines öffentlichen Forums. Jeder Zoraï kann also wählen und jeder Zoraï, sowie jeder Zoraï-Initiat hat eine Stimme.

Die fünf Wege

10. Der erste Kreis (Kreis des Wiederaufbaus) ist mit der Entwicklung und dem Wiederaufbau unserer Nation beauftragt.

10.1. Der erste Kreis soll die Mittel und Bedürfnisse eines jeden aufeinander abstimmen um es unserer Rasse zu erlauben, künstlerisch und wirtschaftlich zu neuer Blüte zu gelangen.

10.2. Der erste Kreis soll es dem Volk der Zorai ermöglichen, über die Mittel zu verfügen, die es für seine Taten benötigt.

11. Der zweite Kreis (Kreis der Entdeckungen) ist damit beauftragt, auf die Suche nach unseren verloreren Brüdern zu gehen und unser Volk wieder zu vervollständigen.

11.1. Der zweite Kreis soll Suchen und Expeditionen organisieren um die Verdorrenden Lande zu kartographieren und Wege in die anderen Länder zu finden.

11.2. Der zweie Kreis soll nach einem Heilmittel gegen das Goo forschen, die Krankheit, die Atys befallen hat.

12. Der dritte Kreis (Kreis der Spiritualität) ist damit beauftragt, unsere spirituelle Vergangenheit zu erforschen.

12.1. Der dritte Kreis soll den Weg der Weisheit wiederfinden, durch Meditation, Kontemplation der Wunder von Atys, die Reflexion über die Worte der Kamis, die Suche nach alten Zeichen und mystischer Trance.

12.2. Der dritte Kreis soll Neuankömmlinge, die in Zora ankommen, leiten und sie den Weg der Kamis lehren. Nur Kami-Jünger können Teil des Kreises werden.

13. Der vierte Kreis (Kreis der Verteidigung) ist mit der Verteidigung unseres Territoriums gegen alle Bedrohungen gegenüber Atys oder dem Zoraï-Volk beauftragt.

13.1. Der vierte Kreis soll das Fortschreiten der Korruption überwachen.

13.2. Der vierte Kreis soll Feldzüge starten um das Goo zu jagen und jene, die durch das Goo pervertiert wurden.

14. Der fünfte Kreis (Dynastiekreis) ist mit der Verwaltung der Städte der Einsicht und der Archivierung der Schriften beauftragt.

14.1 Der fünfte Kreis soll die alltägliche Verwaltung besorgen und für das Wohlergehen der einfachen Bewohner der Städte der Einsicht Vorsorge tragen.

14.2 Der fünfte Kreis soll zudem die Geschichte der Dynastie und des Volkes der Zoraï aufzeichnen und die Archive betreiben und verwalten.

Auswärtige Beziehungen

15. Die Botschaftsbeziehungen mit anderen Völkern liegen im Aufgabenbereich des Rates der Alten.

15.1. Ausländer können die Repräsentanten der Kreise jederzeit kontaktieren; anschließend können sich die Repräsentanten der vier Kreise treffen, um sich auf eine gemeinsame Sichtweise zu einigen, den sie dann dem Rat unterbreiten.

ANHANG

Kreise und Kleidung / Termine

Antworten auf häufige Fragen

Können Andersgläubige Teil der Kreise werden?
Ja, wenn sie Initiaten sind. Allerdings können sie weder Erleuchtete werden (und damit auch nicht Sprecher), noch Teil des Kreises der Spiritualität sein.

Können Nicht-Zoraï Erleuchtete werden?
Nein, der Titel des Erleuchteten ist in erster Linie ein religiöser Titel, dann erst ein politischer. Und im Glauben der Zoraï ermöglicht nur das Tragen der Maske der Kami-Verbundenheit (die Zoraï vorbehalten ist) eine tiefere Verbundenheit mit den Kamis und somit die Erleuchtung. Die Position des Sprechers eines Kreises und alle hohen politischen Ämter bleiben somit auch nur Maskenträgern, also Zoraï vorbehalten.


Les Ecosystemes

Atys est une planète enchanteresse imprégnée de légendes et de mystères, ou la flore règne en maître. Une biodiversité aussi riche a pu évoluer grâce aux cinq écosystèmes : les déserts embrasés, les fraîches forêts, la région des lacs vierges et les jungles exotiques, sans oublier les mystérieuses cavernes et les Primes Racines.

Le Désert

Le Paysage

Le grand désert d'Atys est une terre sauvage balayée par le vent et évitée de tous, à l'exception des Fyros qui y mènent une existence prospère tout en reconstruisant leur civilisation. L'endroit le plus fascinant de ce désert est sans aucun doute la grande cité fyros qui est également une forteresse très impressionnante. Même si les dangers sont innombrables et les oasis rares, l'esprit intrépide qui s'aventure sur ces terres hostiles est récompensé par une multitude de ressources précieuses comme différents types de bois rares.

Le Climat

Des vents violents, de grandes périodes de sécheresse, des températures suffocantes le jour et glaciales la nuit, font de ces dunes embrasées des pièges mortels pour un voyageur égaré.




Pyr, capitale du Désert ardent.

Les Forêts

Le Paysage

Les forêts d'Atys plantent un somptueux décor, nous rappelant constamment la domination de la flore. En ces lieux, des arbres majestueux atteignent des proportions colossales, chaque arbre pouvant accueillir des centaines de personnes. De grandes crevasses, présentes dans le lit de la forêt et causées par les grandes racines, conduisent aux entrailles d'Atys. Les forêts d'Atys sont les zones de prédilection des Matis qui y ont construit leur majestueuse cité. Les matières premières abondent et on y trouve de nombreuses essences de feuilles.

Le Climat

Les forêts bénéficient d'un climat tempéré, idéal pour les homins ainsi que pour les plantes et les autres créatures. Les saisons se caractérisent par une alternance de froid et pluvieux à chaud et sec.




Yrkanis, capitale du Royaume des Sommets verdoyants.

La Jungle

Le Paysage

Les Zoraïs ont installé leurs villes et villages enchanteurs dans la jungle où la Sève coule en abondance et nourrit la flore grandissante. Il ne faut cependant pas se fier au décor chaleureux et haut en couleurs du labyrinthe végétal car les dangers sont multiples. La jungle est infectée en de nombreux endroits par la pestilence de la goo, un cancer qui ronge inexorablement la vie, ravageant les habitats, les plantes et engendrant d'horribles créatures.

Cependant, un explorateur averti sera récompensé par la beauté des nombreuses ressources, dont le précieux ambre.

Le Climat

Le Climat est variable, une tranquillité des plus pures peut être perturbée par le tonnerre ou les orages.




Zora, capitale du Pays malade.

Les Lacs

Le Paysage

L'archipel magique de la région des lacs est une terre enchanteresse perdue entre les jungles et les forêts d'Atys. Cette myriade d'îles est peuplée par les joyeux Trykers qui ont adopté cette région exotique comme lieu de prédilection. La région des lacs offre un décor changeant avec des plages de sable blanc, des chutes d'eau spectaculaires, les extraordinaires villages flottants des Trykers et des falaises dont les formes laissent libre cours à l'imagination. Cet endroit possède de nombreuses ressources dont différentes sortes de carapaces.

Le Climat

L'archipel bénéficie d'un merveilleux climat ensoleillé à longueur d'année, seules de rares pluies ou la brume du matin viennent rafraîchir les terres.




Fairhaven, capitale de l'Aeden Aequous.

Les Primes Racines

Le Paysage

Les Primes Racines forment l'écosystème le plus mystérieux d'Atys. L'explorateur curieux sera émerveillé par la beauté remarquable de cet immense labyrinthe fait de cavernes verdoyantes, plongeant dans les entrailles de la planète. La sève s'écoule en rivières sans fin, des plantes fluorescentes éclairent doucement le chemin tandis que des créatures étranges rôdent dans les ténèbres scintillantes. Les Primes Racines regorgent de mystérieux vestiges du passé et de nombreuses ressources variées.

Le Climat

Les Primes Racines ne subissent qu'une légère variation climatique. Les températures restent fraîches et l'atmosphère humide sur la majeure partie de l'année.



Cartographie des Nouvelles Terres d'Atys


Das Erscheinen der Homins auf Atys

Bis zum heutigen Tage konnte niemand das Geheimnis der Ursprünge der Homin auf dem Planeten Atys lüften. Allerdings zieht sich eine Legende durch die Zeiten, und jede Legende enthält einen wahren Kern...

Die Homins lebten auf einem verarmten Planeten bis der Große Drache, Prinz der Dunkelheit, kam und sie mit Visionen von reinem Wasser und fruchtbaren Böden verführte. Nachdem der Drache sie auf Atys geführt hatte, machte er sich daran, die Sonne zu verbergen und die Homins in Kälte und Dunkelheit zu Sklaven zu machen.

Doch Jena, die Göttin der Sonne und Erschafferin von Atys, durchschaute die Pläne des Drachen und füllte ihn mit ewigem Feuer, sodass er das kalte Klima nicht aufrechterhalten konnte konnte und das Licht des Lebens nicht auslöschen konnte. Sodenn entfachte die Göttin erneut das Licht und rief somit das Grüne Erwachen, die Grüne Flut hervor, das den Homins erneut ein harmonisches Leben in einer Welt des Überflusses ermöglichte. Jena entsandte ihre Anhänger, die Wächter der Karavan, um die Homins an verschiedenen Orten des Planeten anzusiedeln, damit jede Rasse eine Rolle in der Erhaltung von Atys spielen könne.

Seit diesem Tag haben die treuen Homins gelernt, ihre Dankbarkeit durch die Verehrung Jenas und die Darbringung von Opfergaben an ihre Anhänger zum Ausdruck zu bringen. Was den Drachen angeht, so zog er sich in die Eingeweide von Atys zurück wo er seitdem in tiefem Schlaf ruht. Es ist den Homins verboten, in die unterirdischen Kavernen der Urwurzeln hinabzusteigen, um nach der Höhle des Drachen zu suchen, in der Furcht, seinen Zorn zu erwecken.

Der Sage nach wird der Große Drache vor seinem Tod noch ein Mal erwachen, um das ganze Feuer aus seinem Körper auszuspeien und somit Atys zu zerstören. Diejenigen die den Lehren Jenas treu bleiben und auf der Oberfläche von Atys leben, werden gerettet und in eine neue Welt des Überflusses gebracht werden.


Freihandelsabkommen von 2516

Im Monat Mystia des zweiten Zyklus des 2516. Jahres Jenas wurde zu einem Gipfeltreffen aufgerufen, um ein Freihandelsabkommen (FTA) ins Leben zu rufen.

Das Ziel des FTA war es, rassische und territorialen Barrieren zwischen den neuen Ländern einzureissen und Synergien unter der Hominheit zu begründen, damit die vier Zivilisationen weiterhin wachsen und zu gedeihen mochten. Es erwies sich als solide Grundlage für den Aufbau künftigen Wohlstands und der Verständigung zwischen den Völkern.

Die Vereinbarung garantiert Handwerkern und Kaufleuten jeder Nation das Recht, auf internationaler Ebene ungestört von Divergenzen in religiösen Überzeugungen und Praktiken ihren Geschäften nachzugehen.

Dass das FTA in Hoi-Cho unterzeichnet wurde, stellte einen Wendepunkt in der Geschichte der Zoraï und deren Abwendung von den protektionistischen Vorschriften ihrer Vorväter dar. Das Freihandelsabkommen trat am 1. Winderly im 3. Zyklus 2516 in Kraft und lautet wie folgt:

Präambel
Vertreter der vier Völker (die Free Trade Commission), aus denen das Geschlecht der Homins besteht. Getragen von dem Wunsch, den internationalen Austausch und die Beziehungen zwischen den Rassen zu fördern; in Anerkennung der Notwendigkeit starker Bande der Freundschaft zwischen den Nationen der Homins, im Glauben an die Notwendigkeit wettbewerbsfähiger Märkte für Innovation, Wachstum und Wohlstand, im Glauben daran, dass fairer wirtschaftlicher Wettbewerb die Qualität der Produkte verbessert und den Lebensstandard erhöht. In dem Wunsch, die Entwicklung der Homins angesichts der natürlichen Widrigkeiten zu stärken, in Anerkennung der Notwendigkeit, ein Netzwerk von gesicherten interkontinentalen Handelsrouten zu errichten. In Anerkennung der Notwendigkeit, ein Basispreissystem zu schaffen, um den Homins größere Freiheit beim Vergleich der Handelswaren zu ermöglichen. In Wertschätzung der Notwendigkeit des Austausches von Techniken, um die Chancen des Fortschritts der Hominheit als Ganzes zu verbessern, sind zusammen gekommen, um über die folgenden Punkte überein zu kommen:

Artikel 1 : Gründung der Freihandelszone
1.1 Die Parteien bekräftigen ihre gleichen Rechte, in den neuen Gebieten der Wüste, des Seenlandes, des Waldes und des Dschungels, die fortan eine Freihandelszone werden, zu kaufen und zu verkaufen.
1.2 Händler respektieren die Gesetze des jeweiligen Landes.
1.3 Die Parteien stellen sicher, dass die notwendigen Maßnahmen getroffen werden, um Handelswege für einfache und sichere Reisen zu sichern und zu unterhalten.

Artikel 2 : Die Festsetzung der Preise
2.1 Ein Handelspool wird auf jedem Kontinent eingeführt, über den alle Homins ihre Handwerksprodukte und Waren anbieten können.
2.2 Ein Mindestpreis wird für alle Gegenstände eingerichtet, die in diesem Pool angeboten werden.
2.3 Ein gemeinsamer Einzelhandelspreis wird innerhalb jedes Pools eingerichtet werden, um ein gerechteres System des Handels zu gewährleisten.

Artikel 3 : Regeln über Herkunft und Art der Waren
3.1 Kein Unterzeichner darf den Handel von Produkten dulden, die sich zerstörerisch auf einen anderen Staat oder die Umwelt auswirken.
3.2 Goo-basierte Produkte sind strikt verboten, und jeder Staat muss alle Anstrengungen unternehmen, um deren Transport und den Handel damit zu unterbinden.
3.3 Jeder hergestellte Artikel trägt den Namen der Herstellers oder die Marke seines Herkunftsstaates.

Artikel 4 : Zölle und Abgaben
4.1 Kein Unterzeichnerstaat der FTA wird einseitig Steuern erhöhen oder erlassen, oder irgendwelche Zölle auf Waren erheben, die in das oder aus dem Hoheitsgebiet gelangen.
4.2 Kein Unterzeichnerstaat der FTA darf exklusive Handelsrechte gegenüber einem anderen Mitglied einräumen oder die Rechte eines anderen Mitglieds beeinträchtigen.
4.3 Jeder Mitgliedstaat hat Hindernisse und Schlagbäume zu beseitigen, um den grenzüberschreitenden Verkehr von Waren und Homins zu erleichtern.
4.4 Jeder Mitgliedstaat hat den Transit von Waren zollfrei zu gewähren.

Artikel 5: Die Kommission
Eine Freihandelskommission wird eingerichtet, um die ordnungsgemäße Durchführung des FTA zu beaufsichtigen. Diese Kommission wird durch zwei Mitglieder jedes Volkes aus den folgenden Berufsgruppen geleitet. Die Fuhrleute (Carriers) ( Zoraï ), Pioniere (Trail Blazers) ( Fyros ), Freie Händler (Free Merchants) ( Matis ), Hausierer (Hawker) ( Tryker ): der Vorsitz wechselt jeden Atyszyklus am ersten Tag des Winderly. Den ersten Vorsitz stellen die Zoraï.

Die Kommission soll:
5.1 die Überwachung und Umsetzung dieser Vereinbarung leiten.
5.2 deren weitere Ausarbeitung beaufsichtigen.
5.3 versuchen, einzelne Streitigkeiten und Forderungen in den Handelsbeziehungen zu schlichten.
5.4 mindestens einmal im Jahr zusammenkommen und mindestens einmal im Monat Korrespondenz austauschen, um die Beziehungen zwischen den Völkern zu pflegen.
5.5 Im Falle einer Verletzung der Vereinbarung Geldbußen gegen Homins verhängen.


Imperator Dexton

Wichtigste Charakterzüge

Kurzbiographie

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In der Haut eines Fyros

Wer bin ich?

Du bist ein junger Fyros-Flüchtling. Mutig hast Du die lange und gefährliche Reise aus den Alten Landen auf Dich genommen, um in diese Neuen Lande zu gelangen, in denen wir damit begonnen haben, unser neues Imperium aufzubauen. Nach entsprechendem Training kannst du Deine Fähigkeiten in den Dienst unseres Imperators stellen und mithelfen, unsere Zivilisation wieder aufzubauen.

Wer sind meine Vorfahren?

Mit Schwert und Feuer - so haben Deine Vorfahren das mächtigste Imperium der Geschichte aufgebaut. Ehre ihr Andenken, solange Luft Deine Lungen füllt! Doch die Früchte ihrer Arbeit wurden von den großen Invasionen der Kitins zerstört. Deine Eltern und Deine Großeltern hatten Glück, diesem Massaker entkommen zu sein. Viele Jahre lang mussten sie in der Wildnis von Atys, in der Du aufgewachsen bist, um ihr Überleben kämpfen. Sie mussten viel Mut aufbringen, Dich auf den langen Weg zu schicken, der Dich zu Deinem Volk führte. Nun, da Du uns gefunden hast, musst Du Dich ihrem Mut als würdig erweisen. Es kostete uns über vierzig Jahre Blut und Schweiß, den Grundstein für unser neues Imperium zu legen und jetzt ist es an Deiner Generation, es zu neuer Größe zu führen.

Wer ist unser Anführer?

Dexton ist unser gesetzmäßiger Imperator, ihm sollst Du Treue geloben. Seine Anordnungen können nur in höheren Sphären angefochten werden. Bis Du nicht einen bestimmten Rang erklommen hast, darfst Du sie nicht in Frage stellen. Das darfst Du nie vergessen, junger Fyros! Du wirst die imperialen Order erfolgreich durchführen oder aber dabei sterben, es sei denn, Du möchtest mit voller Absicht den Namen deiner Vorfahren beschmutzen. Dexton hat die Besten zu seinen Beratern ernannt: Abycus Zekops und Kyla Dentheus gehören zu seinen Senatoren.

Woran glauben wir?

Wir glauben an die Energie von Atys, die Energie, die jedes lebende und mit Bewusstsein gesegnete Wesen erfüllt. Laut den Zoraï verkörpern die Kamis diese große Energie, die die Welt erschaffen hat und die sie Ma-Duk nennen. Auch wenn wir uns weigern, ihren Lehren blindlings zu folgen, haben wir uns in den letzten Jahren den Kamis angenähert, um den Verboten des Karavan zu entgehen, die er uns für unteriridschen Bergbau und Erkundung auferlegt hat. Auch wenn wir den Kamis unseren Glauben nicht schenken, so schulden wir ihnen zumindest unsere Loyalität.

Welches sind unsere Werte?

Dein Leben muss auf den vier Grundpfeilern beruhen, die unser Imperium zusammenhalten:

Was ist uns verboten?

Welches sind unsere Ziele?

Unser Imperium hat zutiefst unter dem Großen Schwarm gelitten. Unser Sinn für Disziplin hat es uns ermöglicht, im Kampf ums Überleben besser dazustehen als die Matis oder die Tryker. Der Beweis dafür ist unsere große Hauptstadt Pyr. Nun ist die Stunde der Festigung und der Eroberung gekommen. Wir müssen uns organisieren, wir brauchen mutige Homins, die machtvolle und gut strukturierte Gilden gründen, die die bewegende Kraft hinter unserer Nation sind. Während des Großen Schwarms sind zahlreiche Geheimnisse von der Rindenoberfläche verschwunden. Wird die Wiederentdeckung dieses Wissens endlich die Pforten zu unserer geheimnisvollen Vergangenheit öffnen?

Wer sind unsere Freunde?

Seit dem Friedensvertrag von Fairhaven leben wir in Frieden mit den anderen Homin-Zivilisationen. Dennoch haben die Fährnisse der Vergangenheit zahlreiche Narben hinterlassen, und unsere Beziehungen sind nicht zu allen Völkern gleich.

Zu den freundlichen Stämmen gehören: Die Unterwasserwurzel-Extrahierer, die Kitin-Jäger, die Feuermagierinnen, die Aufpasser, die Frahar-Jäger, die Wasserbrecher, die Ersten Deserteure, die Scharlachroten Söldner, die Brunnengräber und das Heilige Sap.

Wer sind unsere Feinde?

Zu den feindlichen Stämmen gehören die Sapsammler, die Kakerlaken, die Chlorogoos, die Gesetzlosen, die Enthäuteten, die Lagunenbrüder, die Tutoren und die Alten Dryaden.

Wie kann ich meinem Volk helfen?

Wir brauchen Handwerker, Rohstoffabbauer, Magier und Krieger, um unsere Zivilisation zu erhalten und zu festigen. Atys ist ein trügerischer Ort und wir benötigen Krieger, um unser Hoheitsgebiet zu verteidigen und neue Gebiete für neue Niederlassungen zu erobern. Wir suchen Handwerker, die alltägliche Gegenstände und Waffen herstellen; sowie Ernter, die Rohmaterial für die Ernährung und das Handwerk abbauen. Wir brauchen Magier, um erschaffene Gegenstände zu verzaubern, Ernter zu beschützen, die Krieger im Kampf zu heilen und in Schlachten zu unterstützen.

Was kann ich von meinem Volk erwarten?

Welches ist unser Gebiet in den Neuen Landen?

Unser Volk ließ sich in diesen Wüstengegenden im Jahre 2483 nieder, nachdem es aus den Urwurzeln an die Oberfläche in den Neuen Landen zurückgekehrt war. Die Wüste ist die rauste Gegend von allen, doch sie ist eine Herausforderung, der wir mit unserem Mut und den Werten unseres Volkes die Stirn bieten. Seit 2487 erreicht uns ein steter Strom von Flüchtlingen über die Route aus den Alten Landen, denselben Weg, den auch Du tapfer genommen hast.

Was kann ich von Atys, unserer Welt erwarten?

Auf Atys gibt es Rohmaterial im Überfluss, junger Homin. Solange Du die Umwelt respektierst, wird sie Dich mit reichen Ernten belohnen. Wenn Du Dich mit der Welt vertraut machst, wirst Du lernen, die Wildnis zu bändigen und neue Gebiete zu erobern.


Fyros - der Neubeginn

Im Jahr 2481 begannen die Kitins mit ihren Kreuzzug, um jegliche Spur der Hominheit auszulöschen. Zahlreichen Homins gelang es dank der Teleportations-Regenbögen zu entkommen, die sie an einen sicheren Ort in den Urwurzeln weit entfernter Länder brachten. Die Streitkräfte der Kamis und des Karavan taten ihr bestes, um die Homins sicher zu den Bögen zu bringen, doch auch diese wurden von den Kitins zerstört.

Den in den alten Ländern gefangenen Homins blieb nichts anderes übrig, als in die Wildnis zu flüchten, wo sie gezwungen waren, ein Nomadendasein in ewiger Angst vor den Kitins zu fristen. Währendessen mussten die Homins in ihrer Zuflucht in den Urwurzeln lernen, die anderen Rassen zu tolerieren und das Beste aus ihrer Lage zu machen, bis der Karavan ihnen versichern konnte, dass die Kitins nicht weiter eine Bedrohung darstellten.

Die Epoche, die als der Neubeginn in die Geschichte einging, läutete eine neue Ära ein und umfasst drei Generationen vom Aufstieg aus dem Refugium in den Urwurzeln bis in unsere Tage.

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Die Fyros-Zivilisation

Ihre Werte

So sehen sie den Karavan

Die Tradition will es, dass der Karavan verehrt wird, da es die Gesandten Jenas waren, die die Fyros über die Regenbögen während des Großen Schwarms in Sicherheit brachten. Doch im Laufe der Jahre haben die Fyros begonnen, an der wahren Rolle des Karavan auf Atys zu zweifeln, da er nicht imstande war, das Leben Tausender Homins vor den Kitinangriffen zu schützen. Die Fyros standen noch nie auf sonderlich gutem Fuße mit den Technolords, die sich stets weigerten, über ihren Ursprung als Anhänger Jenas und planetare Aufpasser ins Detail zu gehen. Jeder Fyros-Imperator ordnete während seiner Herrschaftszeit das Sammeln von Informationen an, um letztlich die wahre Identität der Karavan sowie den Hintergrund ihrer Aktivitäten aufzudecken. Es konnten wertvolle Informationen gesammelt werden, wenn auch unter großen Opfern. (Diese Informationen gingen während des Großen Schwarms nicht verloren, sondern wurden vom Imperator verborgen, um eines Tages aufgedeckt zu werden.)

Heutzutage widersetzen sich die Fyros erbittert dem Karavan, der sein göttliches Recht über die soziale Gerechtigkeit stellt. Die Fyros sind in höchstem Maße wachsam - wie jemand, der sich einer todbringenden Schlange gegenüber sieht. Die Zivilisation der Fyros ist in diesen Zeiten des Wiederaufbaus noch nicht gefestigt, und es wäre im Moment alles andere als klug, den Karavan offen herauszufordern.

So sehen sie die Kamis

Am Anfang standen die Fyros diesen eigenartigen Kreaturen kritisch gegenüber und hielten sie für eine Art Spielzeug. Tatsächlich war es ihre erste Reaktion, sie wegen ihres Pelzes zu jagen! Doch sie änderten schnell ihre Meinung, als sie ihre Machtfülle zu erfassen begannen. Und als der Karavan sie zu böswilligen Kreaturen abstempelte und begann, jene zu bestrafen, die mit ihnen in Kontakt traten, war die Neugier der Fyros endgültig geweckt, zum einen, weil sie es nicht schätzten, dass der Karavan ihnen seine Gebote aufzwang, zum anderen, weil sie es ablehnten, ein Phänomen zu verurteilen, ohne es zu verstehen. So entschlossen sich die Fyros, von radikalen Schritten gegen die Kamis abzusehen. Sie versuchten jedoch auch nicht, ein tieferes Verständnis der geheimnisvollen Kamis zu erlangen, da sie zu sehr mit der Suche nach dem Drachen befasst waren, welcher der Legende nach in den Tiefen von Atys schlummerte.

Die jüngste Freundschaft zwischen den Zoraï und den Fyros sorgte für eine weitere Annäherung an die Kamis. Auch wenn die Fyros nicht den Lehren der Kamis blindlings folgen, so haben sie sich doch der Seite der Kamis angeschlossen, sowie um den Verboten der Karavan bezüglich ihrer unterirdischen Minenexpeditionen zu entgehen, als auch um mit den Kamis Pakte im Austausch gegen ihre hochgeschätzte "Magie" einzugehen.

So sehen sie Jena

Die Fyros waren schon immer die ungläubigen Seelen der Hominheit. Diese "erdnahen" Homins brauchen für alles einen lebendigen Beweis, bevor sie sich zu irgendeiner Art der Verehrung hinreißen lassen. Nichtsdestotrotz haben sie Jena niemals öffentlich abgelehnt aus Angst vor Verfolgungen durch den Karavan. Sie haben sie einfach in Vergessenheit fallen lassen und haben ihre Kultur rund um den Glauben an den Schöpfer von Atys erbaut. Hinzu kommt, dass Jena eine Frau ist!

Heute umgibt Jena eine Aura des Mysteriösen, welche die Fyros nachdrücklich zu lüften trachten. Sie wünschen die wahren Absichten Jenas aufzudenken und zu verstehen, warum der Karavan ihre Gesetze mit so viel Nachdruck predigt. Was für einen Nutzen ziehen sie daraus?

So sehen sie Elias Tryton

Die Alten erzählen von einem Mann, umgeben von einem Halo aus Feuer, der mit einem Blitz aus Licht vom Himmel stieg. Er erschien vor einer kleinen Gruppen Auserwählter zu Zeiten des Großen Schwarms und wies sie an, wie sie ihr Volk über die Regenbögen in Sicherheit bringen könnten. Nur einige wenige "Zeugen" sind noch am Leben, um diese Geschichte zu erzählen. Im Laufe der Jahre, die dem Massaker folgten, gründeten Weise der Fyros die Gilde des Elias, die auch Homins aus anderen Völkern umfasste, um die Erinnerung an Tryton weiterzutragen. In der folgenden Zeit wurde die Gilde als eine gegen die Kirche der Jena gewandte Sekte bezeichnet und alsbald verboten. Der Großteil seiner Mitglieder konnte in den Landen der Fyros Zuflucht finden, wo die Karavan weniger präsent sind.

Heutzutage schenkt der Großteil der Fyros der Gilde des Elias keine Aufmerksamkeit mehr. Derjenige, der Elias getroffen hatte, hatte kaum seine Erlebnisse berichtet, als er auch schon in die ungezähmten Tiefen aufgebrach, um eine Route in die Alten Lande zu finden. Er nannte sich Oflovak Rydon. Nichtsdestotrotz möchte die Regierung der Fyros die Wahrheit herausfinden und gedenkt die Angelegenheit bei gegebener Zeit näher zu untersuchen.

So sehen sie die Matis

In den Alten Landen hatten die Fyros stets ein wachsames Auge auf die eroberungslustigen Matis. Und die Versuche der Matis, andere zu ihrer Religion zu konvertieren führte oft zu Auseinandersetzungen, insbesondere als die Fyros sich vom Karavan-Einfluss abzuwenden begannen. Die Fyros konnten den Gerechtigkeitssinn der Matis, in dessen Zentrum die Monarchie und die Gesetze des Karavan stehen, nie akzeptieren. Die Konflikte mit den Matis dauerten über zwei Jahrhunderte an und gipfelten in der hinterhältigen Eroberung der Stadt Karavia während des Feuers von Coriolis und der versuchten Ausweitung ihres Herrschaftsgebietes auf die Länder der Tryker, um die Fyros so von den Wasservorräten abzuschneiden. Der darauf folgende Vertrag von Karavia brachte eine Zeit des Friedens für die Länder mit sich. Diese Zeit endete mit den schrecklichen Kitin-Angriffen im Jahre 2481.

Trotz des allgemeinen Friedens wurden die Fyros durch verschiedene jüngere Vorkommnisse wie die Grenzscharmützel im Jahr 2506 oder die Verfolgung der Fyros in den Waldlanden durch die Matis im Jahr 2508 in ihrer Meinung bestärkt, dass die Matis jene gefährlichen Schlangen geblieben seien, die sie schon immer waren.

So sehen sie die Tryker

Im Laufe der Geschichte standen sie den Trykern mit starker Hand zur Seite, während die Tryker sie im Gegenzug mit Wasser und Rohmaterial versorgt haben. Die zwei Völker ergänzten sich gegenseitig und teilten die Leidenschaft für ein einfaches Leben und große Abenteuer. Wenn der Moment erst einmal gekommen ist, erweisen sich die Tryker im Schlachtverlauf als hartnäckige und furchtlose Verbündete. Trotz der Freundschaft waren die Fyros oft über die Undiszipliniertheit der Tryker erzürnt, aber auch über den Einfluss, den der Karavan und Jena auf sie ausübten.

Nichtsdestotrotz setzten sich die guten Beziehungen mit den Trykern auch in den Neuen Landen fort. In der Tat war es das bevorzugende Handelsabkommen zwischen Fyros und Trykern, das die Feindseligkeiten mit den Matis einleitete und den Krieg des Herbstes 2499 als Höhepunkt nach sich zog. Aber seit dem Vertrag von Fairhaven haben die Tryker engere Kontakte zu den Matis geknüpft. Aus diesem Grund sind die Fyros eine Allianz mit den Zoraï eingegangen, die ihren Wert und ihre Loyalität im Laufe der Schlachten unter Beweis gestellt haben und mit denen sie den Respekt den Kamis und ihre Abneigung dem Karavan gegenüber teilen.

So sehen sie die Zoraï

In den Alten Landen hatten die Fyros nur wenig Kontakt mit den Zoraï, die sich über Jahrhunderte in ihrem Dschungel absonderten, in den die Fyros, gewissermaßen im Vorbeigehen, auch einzudringen versuchten. Seit den ersten Konfrontationen und Treffen mit den mystischen Zoraï begannen sich die beiden Zivilisationen jedoch gegenseitig zu respektieren. Jedoch konnten die Fyros die Beziehungen zu den Zoraï nicht weiter vertiefen, war ihre Aufmerksamkeit doch durch die Matis gebunden, die sich an den Grenzen aufhielten. Die Antwort der Zoraï auf diese Feindseligkeiten zwischen den Rassen war der Bau einer großen Mauer, um sich den Konflikten zu entziehen. Doch eine Zeit des Friedens führte einige Zoraï auf Reisen außerhalb ihres Territoriums zu den großen Hallen von Fyre, der alten Hauptstadt der Fyros, wo die beiden Völker ihr Wissen austauschten.

Seit dem Exil der Homins in den Urwurzeln haben die Fyros gelernt, die Zoraï zu verstehen. Durch ihren Einfluss haben sich die Fyros auch den Kamis angenähert. Die Fyros schätzten den Sinn für Frieden und die Weisheit der Zoraï. In der Tat haben die Zoraï im Laufe der letzten vierzig Jahre mehrmals eingegriffen, um die Gemüter zu beruhigen. Jedoch scheuen sich die Zoraï auch nicht, in den Kampf für die Freiheit zu ziehen. Die Hilfe Mabrekas gegen die Matisdiktatur im Jahre 2506 oder der Kampf gegen die Kitins in den westlichen Ländern der Fyros im Jahre 2512 legen darüber Zeugnis ab. Die Fyros betrachten die Zoraï mittlerweile als wertvolle Verbündete, auf die sie im Namen der Kamis im Falle von Angriffen von außen zählen können. Auch wenn die Fyros den blinden Gefolgsam der Zoraï den Lehren der Kamis gegenüber als zu extrem empfinden, glauben sie, dass diese Freundschaft es ihnen erlaubt, bestimmte Geheimnisse von Atys besser zu verstehen.

Überlick über ihre Geschichte (vor dem Großen Schwarm)

Die Nomadenstämme der Wüste errichteten ihre Hochburg nördlich der Wälder, rund um die Oase von Fyre. Der tapfere Krieger Dyros der Große gründete das erste große Imperium der Fyros im Jahre 2275. Er führte mehrere Feldzüge, um die Bodenschätze in den Wüstenregionen zu sichern und erbaute einen Aquädukt, der durch das Herrschaftsgebiet der Matis bis zu den Seenländern der Tryker führte, um ausreichend Wasser für die wachsende Bevölkerung bereitzustellen. Unter seiner besonnenen Herrschaft wurde ein Bündnis zwischen den Trykern und den Fyros geschlossen. Die Tryker versorgten die Städte der Fyros mit Wasser, während die Fyros sie im Gegenzug vor ihren autoritäten Nachbarn, den Matis, beschützten.

Unter der langen Herrschaft von Abylus dem Gelehrten wurde ein Rat von Chronisten damit beauftragt, die Geschichte des Fyrosvolkes niederzuschreiben. Nach der zufälligen Entdeckung von alten, geheimnisvollen Ruinen in den Urwurzeln gründete der Rat eine Gesellschaft der Minenarbeiter, der damit beauftragt war, Licht ins Dunkel der vergangenen Ereignisse zu bringen und den mystischen Drachen zu finden. Jedoch stießen die Minenarbeiter, die in der Region um Coriolis arbeiteten auf eine Ader ätzenden Saps, das wie ein Geysir in die Höhe schoss. Nach den Aufzeichnungen der Fyros breitete sich das Feuer in Windeseile über die ausgetrocknete Vegetation der Wüste bis zum Rand der üppigen Wälder der Matis aus und verschlang alles auf seinem Weg, zumal in den zwei darauffolgenden Wochen auch kein Regen fiel. Das Feuer von Coriolis, wie es später bei allen Völkern bekannt wurde, kostete zahllosen Fyros das Leben und zerstörte zahlreiche Häuser bei den Versuchen, den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Doch eine weitere Katastrophe folgte dem Feuer. Die Wasserstraße war sowie durch das Feuer, als auch durch Soldaten der Matis unterbrochen, die die Gelegenheit nutzten, um in die Seenlande der Tryker einzufallen. Abylus der Gelehrte musste schnell handeln, um dem sicheren Tod durch Mangel an Wasser entgegenzutreten. Getreu ihrer wahren Natur und nachdem sie ihre Toten beerdigt und ihre Kräfte gesammelt hatten, stellten sich die Fyros den Matis entgegen, um den Aquädukt wiederherzustellen. Trotz zahlreicher Konfrontationen mit den Matis erstrahlte ihr Imperium für zwei weitere Generationen in neuem Glanz.

Im Jahre 2481 jedoch, während der Regentschaft von Cerakos II, fiel das Imperium. Die Schürfer, die in den Urwurzeln arbeiteten stießen auf ein Nest der Kitins. In ihrer Angst und Panik töteten sie einige der riesigen Insekten und lösten dadurch den Großen Schwarm von Kitinsoldaten aus, der mordend über die Bevölkerung herfiel und jegliche Spur der Hominheit in den Alten Landen vernichtete.


Liste wichtiger Namen des Imperiums der Brennenden Wüste

Imperator und Hof des Imperators

Gilde der Brennenden Gesichter

BEMÛNOS (Politik und Verwaltung)

1. Senat (Auszug)

2. Akenak

3. Ehemalige Akenak

4. Beamte

5. Imperiale Akademie

BEMÛNAR (Armee und bewaffnete Kräfte, nur Kommandanten)

Imperiale Armee


Die Organisation des Imperiums der Brennenden Wüste

Der Imperator

Die imperiale Familie hat keine wirkliche Funktion im Imperium außer die der Repräsentation, wenn der Imperator es als notwendig erachtet, oder aber als seine persönlichen Berater.

Die Herrschaft

DER SENAT

DER AKENAK

DAS MILITÄR

Die Brennenden Gesichter

Die Dexton-Legion

Die Imperiale Armee

DAS VOLK

Die Gilden der Fyros-Patrioten

Die Fyros-Patrioten

Der Imperator ist das Imperium, er handelt mit Sachkenntnis für das Wohl des Imperiums. Der Imperator hat das Recht, alles abzuändern zu jedem Moment und ohne Beratungen mit dem Senat oder der Akenak-Versammlung, egal um welches Organ der Fyros-Gesellschaft der Brennenden Wüste es sich handelt und welcher Fyros das Amt innehat.


Die intelligenten Pflanzen

Cratcha Der Cratcha, eine große Pflanze mit fleischigen Blättern, kann sich vollständig umwenden dank eines feinen, biegsamen Blütenstängels. Wenn er sich bedroht fühlt, stößt er seine einzige Blüte hervor und schleudert eine viskose, tödliche Substanz hervor, die am Opfer haftet. Die Bewegung seines Stempels zeigt einen unmittelbar bevorstehenden Angriff an. Man findet ihn Hauptsächlich im Dschungel und im Wald. Am seltensten ist er in der Wüste.
Jubla Der Jubla ist eine riesige, elegant geformte Pflanze, die bis zu zehn Metern messen kann und in seiner Mitte über einen Kranz von belaubten Ästen verfügt. Die Fortpflanzungsorgane befinden sich am oberen Ende der Pflanze und die farbenfrohen Blüten stehen in dichten Gruppen beeinander. Der Jubla ist eine friedfertige Pflanze, aber wenn sie sich bedroht fühlt, verschießt sie auf ihren Angreifer große Samenkörner aus langen, fleischigen Stängeln, die aus mehreren, ungefähr ein Meter über dem Boden rund um die wulstigen Basis liegenden Öffnungen hervorschnellen. Der Jubla wächst in den Urwurzeln von Atys.
Psykopla Der Psykopla aus der Familie der psychischen Pflanzen verfügt über einen kurzen Stängel, auf dem ein großer, wulstiger Kopf sitzt, der bei Vibration die Farbe wechselt. Man sagt, dass der Psykopla imstande sei, psychische Wellen auf eine Beute zu richten um die Kontrolle über seinen Verstand zu erlangen. Das Opfer wird daraufhin der Pflanze völlig gehorsam und schützt ab sofort den Psykopla. Diese Hypothese ist bisher jedoch unbewiesen. Man findet ihn hauptsächlich im Wald und im Dschungel, aber er wird im Dschungel etwas größer.
Shooki Als Pflanze, die vor allem in den Wüsten- und Trockengebieten wächst, nimmt der Shooki mit seinen dünnen Stängeln und großen palmenartigen Blättern oft die vorherrschende Farbe der ihn umgebenden Landschaft an. Seine becherartige Blüte scheidet einen Nektar aus, der begehrt bei allerlei Insekten ist, die sich schwarmweise in Ruhe am Nektar laben können, da sich die Blüteblätter über ihnen schließen und ihnen so Schutz bieten. Wenn die Pflanze sich bedroht fühlt, stülpt sie ihre Blüten nach vorne um die Insektenschwärme freizusetzen. Die beiden Lebensformen bilden so eine tödliche Symbiose. Man findet sie ausschließlich in der Wüste.
Slaveni Der Slaveni, eine räuberische Pflanze mit einem langen, biegsamen Stängel und langen, feinen Blättern, kann sich mit seinem Stängel um ein Opfer winden, um dann Blätter mit winzigen, messerscharfen Zähnen an ihrem Rand zu entfalten. Man findet ihn hauptsächlich in Dschungel und Wald, einige seltene Exemplare wurden aber auch schon in der Wüste entdeckt.
Stinga Der Stinga, eine Wasserpflanze, verfügt über einen schwammartigen Stängel, dessen lange, daraus hervorwachsende Röhren einen schmerzhaften elektrischen Schlag versetzen können. Bisher wurden zwei Arten entdeckt: die erste findet sich am Rand der Seen, die zweite auf ihrem Grund. Die erste Art hebt sich in ihrer Erscheinung durch ihre intensiven Farben ab. Der Stinga, wie alle intelligenten Pflanzen, greift Homins nur an, wenn sie sich bedroht fühlt. In diesem Falle benutzt sie ihre Elektro-Organe um kraftvolle elekrtische Schläge auszuteilen, die den Angreifer lähmen. Man findet sie ausschließlich in den Seenländern.

Die Kitins

Kiban Eine große, allesfressende, fast komplett weiße Spinnenart mit einem mächtigen Hinterleib. Diese Kitin-Ernter sammeln die Ressourcen für die Kolonie. Wie auch die Kincher analysieren sie die Ressourcen und markieren die wertvollsten mit einem farbigen Sekret. Man kann diese Kitin-Arbeiter überall auf Atys finden.
Kidinak Diese Kitin-Drohnen paaren sich mit der Königin und beschützen sie. Ohne die Königin dabei zu weit zu verlassen greifen die Kidinak ihre Gegner an, sobald sie sie erblicken, indem sie sie mit hackenförmigen Gliedmaßen aufschlitzen. Das vordere Beinpaar der Kidinak ist so verändert, dass sie kleine Zangen formen, die diese Kreatur dafür benutzt, Nahrung zu zerteilen und in sein Maul zu führen. Diese Elite-Kitins kommen auf ganz Atys vor.
Kincher Diesen Jäger unter den Kitins erkennt man an seinen gewaltigen Beißzangen, seinen kleinen Hinterleib und die Auswüchse auf dem Rücken. Kincher dringen vor anderen Kitin-Arten in unbekannte Gegenden ein, um wertvolle Resscourcen aufzustöbern. Er zerfetzt und analysiert alles auf seinem Weg, dann sucht er die besten Materialien aus und markiert sie. Man kann diesen kriegerischen Kitin überall auf Atys finden.
Kinrey Dieser köngliche Kitin-Soldat ist einer der tödlichsten Jäger von Atys. Es handelt sich um einen sich in großen Herden bewegenden Giganten, der mit der Königin zu ihrem Schutz zusammenlebt. Der Kinrey spritzt Säure auf seine Opfer, attackiert sie und folgt den Homins oder Tieren, die sich zu tief in sein Nest vorgewagt haben. Man kann diesen Elite-Kitin überall auf Atys finden.
Kipee Dieser Kitin-Arbeiter ist der einzige echte Pflanzenfresser unter den Kitin-Arten. Das große, friedfertige Spinnentier baut Nester und kümmert sich um die Larven. Man sieht die Kipees häufig in Gruppen umherwandern und den ganzen Tag genüsslich auf Rinde herumkauen. Man findet den Kipee auf ganz Atys.
Kipesta Der Kipesta, ein bunt gefärbter Aufklärer mit sechs Flügeln und einem langen Hinterleib, sucht nach neuen Gegenden für die Schwärme, um weitere Nester zu bauen. Er schleudert eine gefährliche Substanz aus entzündetem Pollen auf seine Beute. Sein Gift wird in einem Beutel produziert und gesammelt, der sich bei Gefahr zusammenzieht, die Substanz aus dem Rüssel spritzt und sich bei Kontakt mit der Luft entzündet. Man kann Kipestas überall auf Atys finden.
Kipucka Als Wanderarbeiter, der neue Nester baut, erlaubt ihm sein großer Hinterleib Rohstoffe und Larven in neue Gebiete zu transportieren. Am Ende seines Hinterleibs sitzt ein tödlicher Stachel, den er für todbringende Angriffe benutzt. Man findet diese um die drei Meter großen Elite-Kitins überall auf Atys.
Kirosta Diesen gewaltige Kitin-Soldat erkennt man an seinem langen, spindelförmigen Hinterleib. Er versetzt alle Lebewesen um sich herum in Angst und Schrecken auf seinen Wanderungen. Er injiziert seiner Beute ein Gift, eines der tödlichsten auf Atys, mit einem Stachel am Ende eines Hinterleibs. Man findet den Kirosta überall auf Atys
Kizoar Der Kizoar ist ein vorsichtiger, aasfressender Kitin mit kraftvollen Flügeln von gut zwei Metern Spannweite, die es ihm erlauben, schnell beim geringsten Anzeichen von Gefahr zu fliehen. Er sammelt Ressourcen für die Kolonien. Er schwebt so lange über eine sich im Todeskampf windende Beute, bis keine Gefahr mehr besteht, um ihr dann mit seinem tödlichen Stachel den Todesstoß zu versetzen. Man findet diesen Kitin-Arbeiter auf ganz Atys
Kizarak Man weiß bisher zu wenig über diese Kitins, die zurückgezogen in den Tiefern ihrer Nester leben, aber sie scheinen die Kitinlarven zu bewachen. Voir les recherches d'Ardan Keale pour plus d'informations.

Die Clans der Marodeure

Nicht allen Homins gelang es während des Großen Schwarms die Alten Lande über die Regenbögen zu verlassen. Einige mussten zurückbleiben und mussten zahllose Opfer bringen, um zu überleben. Im Laufe der Jahre nannten sie sich selbst Marodeure. Diese Gemeinschaft, in der der Stärkste regiert, basiert auf einer Clansstruktur. Von den beiden großen Mächten zurückgelassen glauben sie an nichts außer ihre eigene Kraft.

"Wir haben uns unsere Freiheit verdient und werden uns keinen Geboten der Homins der Neuen Lande beugen. Nach welchen wir uns richten? Einzig und allein nach unseren eigenen."

Wir haben viele Jahre unter dem Überlebenskampf gegen die Kitins in den Alten Landen gelitten. Um den Preis großer Opfer ist es uns gelungen, siegreich von dort wegzugehen. Wir haben unsere eigenen Kampftechniken und unsere eigenen Rüstungen entwickelt, und wir sind unlängst in die Neuen Lande gekommen, um dort unsere Gebote durchzusetzen.

"Wenn du dich gegen die Nationen und die Mächte auflehnen willst, schließe dich uns an! Und vergiss niemals, dass Respekt mit Gewalt verdient werden muss!"

Du hast einige Fragen?

In der Haut eines Marodeurs

Wer sind wir?

Die Mehrheit von uns sind Überlebende des Großen Schwarms. Wir haben den Weg in die Neuen Lande gefunden und sind bereit, die Kontrolle über die Hominheit zu übernehmen. Weitere, in den Neuen Landen geborene Homins haben unsere Reihen kürzlich verstärkt, enttäuscht von den religiösen Fraktionen und den Nationen. Wir haben unsere eigenen Gesetze und folgen unserem eigenen Weg.

Wer sind unsere Vorfahren?

Unsere Vorfahren sind Homins, die nicht aus den Alten Landen geflohen sind. Über viele Jahre hinweg mussten sie um ihr Überleben kämpfen und den Treibjagden der Kitins entkommen. Du hast eine gute Entscheidung getroffen, dich unserer Sache anzuschließen.

Wer ist unser Anführer?

Unser Anführer ist Mekliar, der Schwarze Varinx. Ein Marodeur muss in erster Linie den Befehlen von Melkiar folgen, danach denen seines Clan-Anführers. Melkiar ist es in der Vergangenheit gelungen, die Überlebenden des Großen Schwarms unter dem Banner der Marodeure zu versammeln und zu einen. Im Laufe der Jahre hat er sich als außerordentlicher Anführer erwiesen, wir alle schulden ihm viel.
Seine Offiziere sind Marodeure, deren Namen durch besondere Heldentaten bekannt wurden. Aen, Sirgio, Pei-Ziao oder Lixie müssen beispielsweise hier genannt werden.
Seine Tochter, Akili, genannt Aschensturm, soll einst im Falle seines Todes die Nachfolge übernehmen.

Woran glauben wir?

Wir glauben nur an uns selbst. Wir haben in den Alten Landen überlebt, ohne die Hilfe der Kamis oder des Karvan. Wir haben haben gelernt, uns nur auf uns selbst zu verlassen und konnten uns der Kontrolle der beiden Mächte entwinden.

Was sind unsere Werte?

Unser Leben dreht sich um vier Werte:

Welches sind unsere Verbote?

Welches sind unsere Ziele?

Wir haben mit Nichts in den Händen angefangen, Auge in Auge mit den Kitins. Dank unserer Hartnäckigkeit und unserer Stärke konnten wir überleben. Der Kampf war lang und schwer, und so haben wir einen untrüglichen Sinn für den Kampf entwickelt. Wir glauben nicht mehr an die großen Mächte, denn wir benötigen ihre Hilfe nicht zum Überleben!
Wir werden jetzt in die Neuen Lande einmarschieren und sind mehr als bereit, dort die Kontrolle zu übernehmen! Die Homins werden lernen, dass wir eine ernstzunehmende Macht darstellen.

Wer sind unsere Freunde?

Wer sind unsere Feinde?

Wie kann ich meinem Volk helfen?

Wir suchen Handwerker, Rohstoffabbauer, Magier und Krieger um eine neue dauerhafte Macht in den Neuen Landen darzustellen. Wir brauchen Krieger um das befestige Marodeurslager zu verteidigen und die Homin-Territorien zu erobern. Wir brauchen Handwerker um unsere Waffen und unsere Rüstungen weiterzuentwickeln. Und Rohstoffabbauer um die unverzichtbaren Rohmaterialien zu sammeln, die für ihre Herstellung nötig sind. Wir suchen auch Magier um die erschaffenen Waffen zu verzaubern, die Rohstoffabbauer zu beschützen, unsere Krieger zu heilen und sie während des Kampfes mit ihren magischen Fähigkeiten zu unterstützen.

Was kann ich von meinem Volk erwarten?

Welches ist unsere Heimatregion?

Wir haben den Großen Schwarm von 2481 überlebt, indem wir uns in den Urwurzeln und den Ruinen der alten Hominstädte verborgen haben. Wir haben einige Regionen befestigt und gesichert, darunter eine Zitadelle an der Grenze der Neuen Lande. Momentan haben nur die Marodeure der Alten Lande dorthin Zutritt. Vielleicht können eines Tages die Marodeure der Neuen Lande, wenn sie sich als vertrauenswürdig erwiesen haben, dorthin eines Tages Zutritt erlangen.
Bis es soweit ist haben wir ein befestigtes Lager für die Marodeure der Neuen Lande in der Versteckten Quelle errichtet.

Was kann ich von Atys, unserer Welt, erwarten?

Atys birgt Gefahren und Schätze. Die Verbote der Nationen kümmern uns nicht, im Gegenteil, unsere Forschungen haben zur Entdeckung einer den Homins noch unbekannten Energiequelle geführt...


Die Zivilisation der Marodeure

Ihre Werte

So sehen sie den Karavan

Die Marodeure der Alten Lande lehnen den Karavan vehement ab, da sie sie beim Großen Schwarm an die Kitins aufgegeben haben.

Die Marodeure der Neuen Lande lehnen den Karavan ebenso ab. Viele unter ihnen folgten in der Vergangenheit einer religiösen Fraktion, aber haben sich, von ihr enttäuscht, dazu entschieden, sich von ihr zu lösen und sie abzulehnen.

So sehen sie die Kamis

Die Marodeure der Alten Lande lehnen die Kamis vehement ab, da sie sie beim Großen Schwarm an die Kitins aufgegeben haben.

Die Marodeure der Neuen Lande lehnen die Kamis ebenso ab. Viele unter ihnen folgten in der Vergangenheit einer religiösen Fraktion, aber haben sich, von ihr enttäuscht, dazu entschieden, sich von ihr zu lösen und sie abzulehnen.

So sehen sie die Homins der Neuen Lande

Die neue Homin-Zivilisation wurde von jenen errichtet, die jene vergaßen, die sie zurück- und der Gnade der Kitins überließen. Die Marodeure der Alten Lande lehnen somit die Homins der Neuen Lande vehement ab.

Die Marodeure der Neuen Lande lehnen die Homins der Neuen Lande ebenso ab. Viele unter ihnen folgten einst einer Nation, aber entschieden sich dazu, von ihnen enttäuscht, sich abzuwenden.


König Yrkanis

Charakterzüge

Kurzbiographie

2482

Er erblickt als einziger Sohn von König Yasson das Licht der Welt in den Urwurzeln während des Homin-Exils. Seine Geburt ist ein Zeichen der Hoffnung für die Zukunft in einem Moment, da die Moral zu sinken begann.

2483

Die neue Matis-Hauptstadt erhält den Namen Yrkanis als ein Symbol für die Wiedergeburt.

2487

Trotz der allgemeinen Unordnung durch den beginnenden Wiederaufbau erhält Yrkanis eine höfische Erziehung fernab der Bevölkerung. Er wird dem großen Lebensarchtikten Lenardi Bravichi zur weiteren Erziehung an die Seite gestellt.

2493

Im Alter von elf Jahren wird dem jungen Prinzen erlaubt, seinen Vater zu begleiten, der darauf bestand, eine Zoraï-Gesandtschaft bis zur Grenze nach Fyros zu begleiten. Die Gesandtschaft hatten dem verstorbenen Matini Roqvini, dem großen Matiskrieger die letzte Ehre erwiesen. In den Wilden Dünen zieht es den jungen Prinzen in einen Winkel, wo er einige seltene Pflanzen zu finden glaubt. Aber als er sich den Blumen näherte, sah er sich plötzlich drei Kipuckas gegenüber. Leng Cheng-Ho, der große Zoraï-Krieger ist jedoch glücklicherweise in der Nähe und rettet den jungen Prinzen im letzten Augenblick, muss dies jedoch mit seinem eigenen Leben bezahlen.

2501

Yrkanis trifft kurz auf Mabreka, den Sohn von Leng Cheng-Ho, der ausgesandt wurde um die Freilassung des Fyros-Imperators auszuhandeln, der von König Yasson gefangengenommen wurde. Mabreka gelingt es, die Gewissensbisse des Prinzen über den Tod von Leng Cheng-Ho zu besänftigen. Er erklärt ihm, dass sein Vater durch die Rettung des Prinzen einen würdigen Tod gestorben ist und dass er den Weg der ewigen Glückseligkeit des Ma-Duk beschritten hat.

2504

König Yasson wird ermordet. Jinovitch, sein jüngerer Bruder, besteigt den Thron. Yrkanis ist gezwungen, die idyllische Welt des königlichen Hofes zu verlassen und flieht mit einer kleinen Gruppe treuer Partisanen in die Wälder. Dank seiner Lehrjahre bei Bravichi bewegt sich Yrkanis in den abgelegenen Gegenden mit einer überraschenden Leichtigkeit. Er lernt schnell das Terrain kennen, die Sitten und Gebräuche der einfachen Matis und sogar sein eigenes Essen zu erjagen. Während er größtenteils incognito reist gelingt es ihm dank seiner Überzeugungskraft und seinem feinen Verstand, weitere matisianische Gefährten unter seinem Banner zu versammeln. Er gewinnt immer mehr an Beliebtheit, als er den königlichen Soldaten einen Teil der stets höher werdenden Abgaben stiehlt und es den Armen gibt. Jinovitch verwendet diese Abgaben, um seine Armee zu unterhalten und seine Position im Namen Jenas zu stärken.

2506

Nach einer Niederlage der Matis gegen die Fyros versucht Yrkanis, die Krone zurückzuerlangen, scheitert jedoch und wird inhaftiert. Jinovitch selbst ermöglicht dem Prinzen die Flucht, um so einen Vorwand zu haben, Yrkanis auf der Flucht zu töten. Aber der mittlerweile gealterte Lenardi Bravichi setzt den jungen Prinzen über diesen Plan in Kenntnis und eröffnet ihm auch, dass Jinovitch es war, der seinen Vater vergiftet hat. Bravichi verhilft dem Prinzen zur Flucht. Drei Tage später wird der greise Gelehrte lebendig wegen Ketzerei verbrannt. Yrkanis, mittlerweile 24 Jahre alt, schwört, die Untaten seines Onkels zu rächen, doch er ist gezwungen, sich mit seiner Gruppe von treuen Homins verborgen zu halten. Einmal mehr bringt er seine Anwesenheit den einfachen Matis in Erinnerung, indem er dort auftaucht, wo die Herrschaft von Jinovitch Angst und Schrecken verbreitet. Zur selben Zeit erklärt Jinovitch, dass er genug Beweise habe, um Yrkanis der Ketzerei anzuklagen und erlässt unmittelbar Haftbefehl gegen ihn.

2508

Yrkanis kann durch einen Hinterhalt gefangengenommen werden. Auf der Straße in Richtung der Matishauptstadt, die in Jino umbenannt wurde, geflingt es ihm dank einiger tapferer Homins zu entkommen, aber diesmal hat er keine andere Wahl, als die Länder der Matis zu verlassen. Um seine eigene Herrschaft zu legitimisieren, erklärt Jinovitch den ketzerischen Prinzen für tot und präsentiert die Leiche eines entstellten Partisanen als Beweis. Ein Tryker der Gilde von Try bringt Yrkanis durch die Urwurzeln. Er findet in Fairhaven beim neugewählten Gouverneur Still Wyler Zuflucht, einem entschiedenen Feind des neuen Matis-Regimes. In Fairhaven beginnen Yrkanis und Wyler Streitkräfte zusammenzuziehen, um die Lagunen von Loria zu schützen und die Matis-Diktatur zu Fall zu bringen.

2509

Yrkanis muss in Zora Zuflucht suchen. Die Ratsmitglieder der Tryker können die Präsenz eines Matisprinzen in Fairhaven nicht länger tolerieren, da Gouverneur Wyler im Seenland unterwegs ist, um den Kampfgeist unter dem Volk zu schüren. Yrkanis trifft mit Mabreka eine Vereinbarung, die die Wiederaufnahme von Handel beinhaltet, sobald der Prinz auf dem Matis-Thron sitzt. Im Gegenzug gewährt der große Zoraï-Weise Hilfe für die Matis-Partisanen bei der Durchquerung der Urwurzeln bis in den Dschungel, um eine neue Armee aufzubauen. Yrkanis lernt viel über die Überzeugungen der Zoraï, dennoch gerät sein Glaube an Jena zu keinem Zeitpunkt ins Wanken. Jedoch verspricht er, die Verfolgung der Kamis in den Wäldern zu untersagen, sobald er wieder an der Macht ist.

2511

In der Heimat der Matis indessen riskieren die Partisanen von Yrkanis ihr Leben, als sie überall verkünden, dass Prinz Yrkanis am Leben sei und dass er bald zurückkehre, um die Wälder von der Tyrannenherrschaft zu befreien. Sie verkünden, dass die Befreier als Zeichen der Vergeltung und ihrer bedinungslosen Treue das Bravichi-Blatt auf ihren Gesichtern trügen.

2512

Als er erfährt, dass die Matis mit einer Invasion der Lagunen von Loria (umbenannt in Jino-Wasser) begonnen haben, verlässt Yrkanis Zora mit einer Armee, um seine Kräfte mit denen Still Wylers an der Front zu vereinigen.

2513

Als sie die Farben des Hauses von Yasson und die bemalten Gesichter von Yrkanis und seinen Partisanen erkennen, fällt die überwältigende Mehrheit der Soldaten Jinovitchs auf die Knie und schwören ihrem wahren König Gehorsam. Die Lagunen von Loria sind beinahe ohne Blutvergießen zurückerobert. Jinovitch verlässt sofort die Hauptstadt der Matis mit seiner großen Armee und Elitetruppen, um den Aufstand niederzuschlagen und sich demjenigen gegenüberzustellen, den er nur den "falschen Prinzen" nennt.

2514

Jinovitch stirbt als er sich zur Front begibt. Seine Armee, die mittlerweile von der Rückkehr von Yrkanis gehört hat, sieht tatenlos zu als Jinovitch bei lebendigem Leib von einer Kitinpatrouille zerfetzt wird. Yrkanis wird von Wyler zur Hauptstadt begleitet und besteigt den Matis-Thron im Alter von 32 Jahren.

2517

Yrkanis ehelicht Lady Lea Lenardi, die Tochter von Bravichi.

2518

Geburt seines Sohnes Stevano.

2520

Yrkanis kann den Versuch eines Staatsstreiches abwehren und lässt die Verschwörer verhaften.

2525

In der Folge stützt sich seine Regentschaft auf die bewährten Gesetze. Er stützt sich auf die Loyalität der Krone und Jena gegenüber, den Wettbewerb im Handel, sowie die ästhetische Vervollkommnung und möchte so das Volk der Matis gemäß der Wertevorgaben von Yasson und Lenardi Bravichi emporheben. Er setzt sic hfür den Frieden ein und unterzeichnete die Erklärung der Hominrechte. Jedoch forderte mehrmals eine wachsende Anzahl von Radikalen vom königlichen Hof eine entschlossenere Haltung den Kamis und ihren Anhängern gegenüber.


In der Haut eines Matis

Wer bin ich?

Du bist ein junger Homin-Flüchtling. Du hast den langen und gefährlichen Weg auf Dich genommen, um von den alten in die neuen Lande und in unser neues Reich zu kommen. Nach einer Trainingszeit wirst du als loyaler Untertan des Königs in der Lage sein, Deine Fähigkeiten in den Dienst des Guten zu stellen und helfen, das Königreich wiederaufzubauen.

Wer sind meine Vorfahren?

Deine Ahnen hatten das glorreichste Königreich von Atys errichtet. Doch die majestätische Nation von Matia wurde 2481 von den Kitins in einem schrecklichen Schwarm zerstört. Deine Großeltern entkamen in die Wälder, wo zuerst Deine Eltern und dann Du ein schwieriges Leben unter der ständigen Bedrohung der Kitins führten. Zu Deinem eigenen Besten haben Deine Eltern Dich dazu ermutigt, den Weg zu ihrem Volk einzuschlagen. Nach vielen Jahren hast Du uns gefunden, wir haben Gebiete abgesichert und damit begonnen, unser Königreich wieder aufzubauen. Es liegt bei Deiner Generation, unseren verlorenen Ruhm wieder aufleben zu lassen und unsere Zivilisation wieder zu dem zu machen, was sie einmal war.

Wer ist unser Anführer?

König Yrkanis. Nach Jena ist er der oberste Herr. Du schuldest Ihm absolute Gehorsamkeit. Seine Autorität in Frage zu stellen ist ein Angriff auf Jena; eine Gotteslästerung die mit dem Tod bestraft werden kann. Wenn Du die Ehre hast, eine königliche Mission auferlegt zu bekommen, musst du sie mit Würde ausführen – es sei denn, Du willst seine göttliche Autorität untergraben. Du musst danach streben, seines Vertrauens würdig zu sein und dann kannst auch Du eine höhere Position erklimmen. Nach Jena ist er unser höchster Fürst. Rodi di Varello und Girini di Antorello sind die ihm ergebenen Herzöge, die ihn beraten.

An was glauben wir?

Jena ist unsere Göttin, und wir müssen uns so an ihre Gesetze halten, wie ihre ergebenen Anhänger, die Karavan, es unterrichten. Sie gibt Acht auf uns, damit wir nicht vom richtigen Weg abkommen. Ihre Anhänger gestatten uns, Ihr Geschenke zu machen und Dienste zu erfüllen, um die Zukunft im versprochenen Jenseits vorzubereiten. Denke daran, junger Homin: Die Karavan verfügen über große Mächte, die sie nur mit den Gläubigen teilen werden. Es ist Deine Pflicht durch den Umgang mit ihren Anhängern Jenas Gunst zu erlangen und auch Du wirst lernen, ihre Technologie zu nutzen.

Welches sind unsere Werte?

Um als richtiger Matis Erfolg zu haben, musst Du Dein Leben auf drei Grundwerten aufbauen:

Was ist uns verboten?

Welches sind unsere Ziele?

Nach unserem Aufstieg aus den Urwurzeln war unsere größte Herausforderung, dieses Land zu bändigen und es zu veredeln. Die in den Bäumen erbaute Hauptstadt und die Niederlassungen sind ein lebender Beweis für unseren Erfolg. Jetzt müssen wir unsere persönlichen Stärken und Fertigkeiten entwickeln, starke und loyale Gilden aufbauen, um das Wort Jenas unter den Ungläubigen zu verbreiten und die Welt von der Besessenheit der Kamis zu befreien, unser Wissen vertiefen, um noch bessere Waffen und Gegenstände herzustellen. Während des Großen Schwarms ging viel Wissen im Land verloren. Dieses Wissen und noch mehr aufzudecken, wird die Tore zu den Geheimnissen der Vergangenheit öffnen.

Wer sind unsere Freunde?

Seit dem Friedensabkommen, das 2515 in Fairhaven unterzeichnet wurde, leben wir in Frieden mit den anderen Homin-Völkern. Doch auch zehn Jahre des Friedens können die Narben der vergangenen Gemeinheiten nicht verwischen. Unsere Beziehungen hängen in der Tat von den jeweiligen Völkern ab.

Freundlich gesinnte Stämme sind: die Rindengräber, die Frahar-Jäger, die Lehmbildhauer, die Abtrünnigen, die Sklaventreiber, die Ikonenschnitzer, die Matis-Amazonen, die Grünen Samen, die Sapsklaven, die Dörre Matis, die Matiagoo, die Kuilde.

Wer sind unsere Feinde?

Feindlich gesinnte Stämme sind: die Sapsammler, die Kakerlaken, die Chlorogoos, die Gesetzlosen, die Enthäuteten, die Lagunenbrüder, die Tutoren, die Alten Dryaden, die Ersten Deserteure, die Scharlachroten Söldner, die Wüstenplünderer.

Wie kann ich meinem Volk helfen?

Uns fehlen Handwerker, Ernter, Magier und Krieger, um unsere Fähigkeiten weiter auszubauen, damit wir immer die Besten sind. Wir benötigen Krieger, um unser Territorium zu verteidigen und neuen Lebensraum zu erschließen. Wir brauchen auch ausgebildete Handwerker, um alltägliche Gegenstände und Waffen herzustellen; sowie Ernter, um das Rohmaterial zu sammeln, das wir zur Ernährung und Verarbeitung benötigen. Wir brauchen Magier, um erschaffene Gegenstände zu verzaubern, Ernter zu beschützen, Krieger im Kampf zu heilen und den Feind in Schach zu halten.

Was kann ich von meinem Volk erwarten?

Welches ist unser Territorium in den Neuen Landen?

Unser Volk hat sich 2483 zum ersten Mal in diesen bewaldeten Regionen niedergelassen, als sie aus dem Schutz der Urwurzeln in die neuen Länder aufstiegen. Der Wald ist bei Weitem das schönste Gebiet auf Atys und bietet dem aufmerksamen Auge jede Essenz, die zur Erschaffung benötigt wird. Seit 2487 sind unaufhörlich Flüchtlinge zu uns gestoßen, die den selben langen Weg eingeschlagen haben, den Du, mutiger Homin auch genommen haben.

Was kann ich von Atys, unserer Welt, erwarten?

Atys ist eine Mine fabelhafter, natürlicher Ressourcen, junger Matis. Mit der Zeit wirst Du lernen, sie in verkaufbaren Reichtum umzusetzen. Da Du Dich mit der Welt vertraut machst, wirst Du lernen, die Wildnis zu bändigen und neue Gebiete zu erobern.


Matis - der Neubeginn

Im Jahr 2481 begannen die Kitins mit ihren Kreuzzug, um jegliche Spur der Hominheit auszulöschen. Zahlreichen Homins gelang es dank der Teleportations-Regenbögen zu entkommen, die sie an einen sicheren Ort in den Urwurzeln weit entfernter Länder brachten. Die Streitkräfte der Kamis und des Karavan taten ihr bestes, um die Homins sicher zu den Bögen zu bringen, doch auch diese wurden von den Kitins zerstört.

Den in den alten Ländern gefangenen Homins blieb nichts anderes übrig, als in die Wildnis zu flüchten, wo sie gezwungen waren, ein Nomadendasein in ewiger Angst vor den Kitins zu fristen. Währendessen mussten die Homins in ihrer Zuflucht in den Urwurzeln lernen, die anderen Rassen zu tolerieren und das Beste aus ihrer Lage zu machen, bis der Karavan ihnen versichern konnte, dass die Kitins nicht weiter eine Bedrohung darstellten.

Die Epoche, die als der Neubeginn in die Geschichte einging, läutete eine neue Ära ein und umfasst drei Generationen vom Aufstieg aus dem Refugium in den Urwurzeln bis in unsere Tage.

2483

2484

2485

2486

2487

2488

2489

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2493

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2500

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2507

2508

2509

2512

2513

2514

2515

2516

2518

2519

2523

2525


Die Matis-Zivilisation

Ihre Werte

Wie sie die Karavan sehen

Die Matis sehen die Karavan gerne als treue Diener Jenas, die Ressourcen als Opfergaben für die Göttin für eine Zukunft auf einem neuem Planeten mit frischen Wäldern und neuen Weiden einsammelt. Ansonsten sehen sie in den Karavan einen nützlichen Alliierten, dessen Umgang mit deren mächtigen Waffen sie nur allzu gerne erlernen würden. Mit der Zeit hat ihre natürliche Schwäche für das Mächtige und Fürstenhafte die Matis dazu veranlasst, eine tiefe Freundschaft zu den Karavan aufzubauen, die sie im Gegenzug für ihren Kampf gegen die Kamis gewonnen haben. Doch nach dem Großen Schwarm und trotz König Yassons erneuertem Treueschwur gegenüber den Karavan haben abtrünnige Matis Zweifel über die Unbesiegbarkeit der Karavan und ihren richtigen Platz in der Welt von Jena geäußert. Damit haben sie die oberste Autorität des Königs hinterfragt! Die Rebellion wurde dann 2504 von Jinovitch, einem despotischen König, erstickt, der die Zweifler wegen Ketzerei verfolgen ließ.

Jetzt sehen die Matis sich hochnäsig als Gleichgestellte der Karavan. Sie suchen ständig, die Gunst der Karavan zu gewinnen, da diese eine Gegenmacht zu den Kamis darstellt, welche die Matis-Manipulationen des Pflanzenlebens zu stoppen versuchen.

Wie sie die Kamis sehen

Die Matis sind skeptisch gegenüber den Kamis und haben Angst, von diesen eigenartigen Kreaturen besessen zu werden, die sich gegen die Karavan Wächter stellen. Darüber hinaus verurteilen die Kamis die genetische Manipulation der Pflanzen durch die Matis. Deshalb waren sie nur zu froh als die Karavan die Kamis als böse Kreaturen einstuften und jene bestraften, die Beziehungen zu ihnen pflegten. Außerdem hat der Matis Monarch ein Gesetz verabschiedet, das es seinen Untertanen verbietet, "böse Taten" mit den Kamis zu unternehmen und ihnen jeglichen Kontakt zu ihnen untersagt, außer um sie gefangen zu nehmen und den Karavan zu übergeben.

Im Jahre 2508 wurden die Kamis unter der Herrschaft von Jinovitch öffentlich in den Matis Ländern verfolgt. Doch seit der liberalere König Yrkanis auf dem Thron sitzt, werden die Kamis toleriert.

Wie sie Jena sehen

Die Matis verehren Jena und bringen ihr Opfergaben durch ihre Anhänger auf Atys, die Karavan. Neben der Legitimierung ihrer Monarchie besteht ein Großteil der Matis Sitten aus der Verehrung Jenas, die eine regelrechte Religion darstellt.

Nach dem Untergang der Zivilisationen im Großen Schwarm von 2481 waren viele Matis wütend, dass die Göttin nicht bei Zeiten eine Karavan Truppe entsandte, um die Hundert Tausenden zu retten, die ihr Leben verloren. Doch unter dem allgegenwärtigen Geleit der Karavan ist heute eine Mehrzahl der Matis der Überzeugung, Jena selbst könnte den Großen Schwarm als Zeichen ihres Zorns gegen die Homins herauf beschworen haben, die die göttlichen Gesetze verletzt haben. Dabei handelt es sich um die Ausgrabung der Urwurzeln oder die Tatsache, dass die Zorai eine Neigung zur Verehrung der Kamis haben.

Wie sie Elias Tryton sehen

Manche wurden Zeuge der "Erscheinung" von Elias Tryton, der während des Großen Schwarms in einem Lichtschweif vom Himmel stieg. Manche Ältere behaupten, er sei ein von Jena gesandter Botschafter ihrer Erbarmung, um ihnen zu ermöglichen, sich vor dem Großen Schwarm der Kitins in die Urwurzeln zu verschanzen. Es liegt auf der Hand, dass andere Botschafter kommen werden, um die Seelen der Matis zu retten. Es gab Gerüchte von der Ankunft einer großen Macht vor dem Großen Schwarm, doch die Schriften gingen verloren.

In den darauf folgenden Jahren gründeten ein paar weise Matis zusammen mit anderen Homin Rassen die Gilde des Elias, um ihm zu gedenken. Diese Gilde wurde von der Karavan als Sekte gegen die Kirche von Jena abgetan und verboten. Im Jahre 2505, während der Herrschaft von Jinovitch, wurden viele Mitglieder der Gilde wegen Ketzerei gegen Jena verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Seitdem ist die Gilde untergetaucht.

Die Gilde des Elias lebt noch heute heimlich im Matis Gebiet, doch es ist ihr gelungen, das Wort der Ankunft des Elias zu verbreiten. Gemäß dem Karavan Gesetz hat die Regierung von Yrkanis die Gilde verboten, auch wenn sie öfter ein Auge zu drückt, um an Informationen zu gelangen und das Phänomen unter Kontrolle zu halten.

Wie sie die Tryker sehen

In der Vergangenheit haben die Matis den Trykern wenig Achtung geschenkt. Im Gegenteil haben sie sogar versucht, ihr Territorium zu erobern und die Bevölkerung zu versklaven. Sie verachten die Nicht-Disziplin der Tryker, auch wenn sie sich seitdem von ihrer Geschicklichkeit im Kampf überzeugen konnten. Alle Versuche der Matis, den Trykern etwas Disziplin beizubringen haben schwere Folgen mit sich gebracht. Um der Matis- Dominanz zu entkommen haben die Tryker sich in der Tat mehrmals mit den Fyros zusammen geschlossen. Diese Allianz führte zu Feindseligkeiten zwischen den drei Völkern und brachte im Jahre 2498 die Auflösung des Paktes der Vier Völker mit sich.

Die Matis sind zum Schluss gekommen, dass die Tryker "unzähmbar" sind und deshalb bevorzugen sie es jetzt, eine gute Beziehung zu den flüggen kleinen Homins zu pflegen, anstatt das Risiko einzugehen, dass sie sich erneut den Fyros zuwenden. Es handelt sich nichts desto trotz um einzigartige Abenteurer, die mit den Karavan alliiert sind. Seit dem 2115 in Fairhaven unterzeichneten Friedensvertrag haben die Matis den Trykern erobertes Land zurück gegeben und ihr gemeinsamer Glaube an Jena hat die zwei Völker noch näher zusammen gebracht.

Wie sie die Fyros sehen

Die Fyros sind der natürliche Feind der Matis. In den alten Ländern sicherte der Fyros Imperator Dyros der Große eine Wasserstraße durch das Matis Gebiet von den Seenländern zur Wüste. Dieses "Eindringen" auf Matis Territorium löste einen Völkerkrieg aus. Die Auseinandersetzungen dauerten über zwei Hundert Jahre und erreichten ihren Höhepunkt im Feuer von Coriolis. Ein in Karavia unterzeichneter Friedensvertrag brachte eine Phase relativen Friedens mit sich, trotz der Uneinigkeit, dass für die Fyros nationale Interessen über den Gesetzen der Karavan stehen.

Die während der Herrschaft von Jinovitch ausgetragenen Gefechte nahmen mit dem im Jahre 2515 vom jetzigen Matis König unterzeichneten Friedensvertrag von Fairhaven ein Ende. Doch die Tatsache, dass die Fyros den Kamis immer näher kommen hat für Aufregung unter den Matis gesorgt, und viele von ihnen sind zu der Überzeugung gelangt, man solle eine strengere Position gegen Pyr und seine Politik der Kami-Verbreitung beziehen.

Wie sie die Zoraï sehen

Über Jahre hinweg hatten die Matis wenig mit den Zorai zu tun, welche sich immer aus den andauernden Konflikten zwischen den anderen Homin Bevölkerungen in den alten Ländern heraus hielten. Doch eine Zeit des Friedens lockte Zorai Reisende aus ihren Grenzen heraus bis nach Karavia, wo Wissen getauscht und Überzeugungen verglichen wurden.

Dadurch waren die Matis in der Lage, das Ausmaß der Kami-Kräfte zu messen und die Möglichkeit einer anderen Religion in Betracht zu ziehen.
Die Matis sehen die Zorai als geistreiche Homins an, deren heidnische Religion jedoch unter Kontrolle gehalten werden muss. Nichts desto trotz war es ein Zorai-Krieger, Mabrekas Vater, der 2493 das Leben des jetzigen Matis Königs rettete. Darüber hinaus gewährte Mabreka Yrkanis Asyl in Zora, während Jinovitch an der Macht war. Dadurch war Yrkanis in der Lage, den Thron wieder zu erlangen und somit den totalitären Monarchen zu stürzen. Viele Matis haben das Gefühl, dass diese "Schuld" gegenüber den Zorai ihre Ehre befleckt und ihre Glaubwürdigkeit in den Augen der Karavan beeinträchtigt.

Ihre Geschichte in Kürze (vor dem Großen Schwarm)

Frühe Stämme der Matis ließen sich in einer Gemeinschaft mit Stammesführern rund um die Waldregionen von Matia nieder.
Aber die Entscheidungen wurden nur langsam getroffen und die zänkische Führung machte das Volk unglücklich. Schnell hatte der körperlich imposante und charismatische Führer Zachini genügend Unterstützung von bedeutenden Gemeinschaftsmitgliedern gesammelt, um zum alleinigen Führer emporzusteigen. Die Monarchie ward geboren.

Es war unter der Herrschaft von Zachini, als die Momos, ein primitiver Stamm, mit dem Argument, dass diese minderwertigen Kreaturen den Lebensraum der Matis zerstören würden, bis hin zur Ausrottung gejagt wurden. Die Matis vergrößerten schnell ihr Herrschaftsgebiet bis zu den Ausläufern der Wälder, wo sie in Berührung mit den Fyros kamen, deren kühner Regent, Dyros der Große, die Wasserroute vom Land der Seen zur Wüste durch das Land der Matis absicherte. Dieses 'Eindringen' in das Territorium der Matis löste den Beginn des Krieges der Zivilisationen aus.

Diese gelegentlichen Scharmützel hielten über 200 Jahre an und kamen mit dem Feuer von Coriolis zu ihrem Höhepunkt. Das große Inferno kam über das Ödland der Fyros und verhinderte die Verstärkungen der Außenposten entlang der Wasserroute. Der König der Matis, Aniro III, nutzte den Vorteil der Ablenkung durch das Feuer, um seine Armee zur Isolierung und Eroberung der militärischen Außenposten der Fyros zu entsenden. Sie waren dadurch fähig, das Land der Seen der Tryker zu überrennen, die hierdurch allesamt in die Sklaverei der Matis fielen. Aber die Vorherrschaft war nur von kurzer Dauer, als die Fyros Repressalien ergriffen und zudem eine Rebellion der Tryker schnell die aristokratischen Kämpfer zurück in eine defensive Strategie des Schutzes der vorherigen Herrschaftsgebiete drängte.

Eine andere Begebenheit ereignete sich zwei Generationen später und führte die Matis in eine ähnliche Situation. Die große Plage der Kitin, die zuerst das Land der Fyros traf, erlaubte den Matis, erneut Besitz von der Wasserroute zu ergreifen und den Garnisonen der Fyros eine Niederlage einzubringen. Ihr Untergang kam wieder genauso schnell wie ihr Aufstieg, als die Armeen der Kitin in den Ländereien der Matis aufliefen, um alle Stämme der Homin zu beseitigen, die ihren Pfad kreuzten.


Liste wichtiger Namen des Königreiches der Grünen Anhöhen

Die königliche Familie

der Alte Adel

der Neue Adel

Der Hof der Königin

Die Königliche Akademie

Militärs

Gilde von Karavia

Garde der Königin


DAS KÖNIGREICH DER GRÜNEN ANHÖHEN

Eine Monarchie göttlichen Rechts

Der König, erwählt von Jena

Aktuell Yrkanis, Sohn von Yasson, Vater von Stevano.

Der König ist mit absoluter Macht über das Matis-Volk ausgestattet. Er muss ein Vorbild und eine symbolische Ikone für sein Volk sein. Er braucht breite Schultern, um all die Macht über jeden Bewohner in seinem Königreich zu tragen. Er tut das, was er für das Beste für sein Volk hält.

Die Königin

Aktuell Lea Lenardi, Tochter von Bravichi Lenardi, Mutter von Stevano.

Der Prinz des Königreiches

Aktuell Prinz Stevano, Sohn von Yrkanis.

Die Prinzessin des Königreiches

Aktuell nicht vorhanden.

Der Hof des Königs

Die Königliche Akademie

Die Königliche Akademie ist eine Institution von bekannten Gelehrten des Königreiches und wird von König Yrkanis finanziert. Der Herzog Rodi di Varello, Berater des Königs, ist ihr momentaner Vorsteher.
Zahlreiche Verwaltungsaufgaben wie die Volkszählung, Warensteuern, die königlichen Archive etc. liegen ihrem Aufgabenbereich. (Die jungen Matis aus gutsituierten oder gar adeligen Familien durchlaufen oft eine Lehre in der Akademie, oft gegen ihren Willen, denn die Aufgaben sind oft mühselig.)

Der Hochadel

Dieser Titel steht momentan nur den Personen zur Verfügung, die einen Erbtitel besitzen, wie Rodi di Varello.
Der Titel Hochadliger hängt von den Beziehungen eines Adligen zum König ab. Wenn ein Adliger ihm gefällt und wenn der König ihm vertraut, kann er entscheiden, ihn in diesen Rang zu erhöhen.
Bestimmte Hochadlige können sich zu jedem Augenblick ihres Lebens dazu entschließen, Herena (Führer in Mateis) zu werden. Oft sind dies ältere Matis, die diese Funktion innehaben.
Dies stellt eine Möglichkeit für die Hochadligen dar, die unter anderem die Heerführer der Matis stellen, sich aus dem Kriegsgeschäft zurückzuziehen, ohne gänzlich ihre Macht in politischen und diplomatischen Angelegenheiten zu verlieren. Vor allem ist es auch eine Möglichkeit für einen Hochadligen, der des sich Schlagens müde ist, etwas anderes zu tun.

Somit nimmt ein Herena also nicht mehr "offiziell" am Krieg teil, aber kann immer noch die Entscheidungen beeinflussen, besonders in Fällen, die die Religion betreffen. Oder er berät einfach einen zu jungen Hochadligen desselben Hauses oder eines alliierten Hauses. Natürlich ist es der König, der seine Zustimmung zum Statuswechsel eines gläubigen Hochadligen geben muss.

Ein Hochadliger kann auch hoffen, ein Berater des Königs zu werden, aber das ist andererseits auch härter und schwieriger.

Die Hochadligen haben folgende Pflichten:

Sie können das Ausscheiden eines Adligen fordern, der ihnen Gehorsam schuldet. Die Hochadligen sind nur gegenüber den Beratern Rechenschaft schuldig (die selbst Hochadlige sind) und der königlichen Familie.

Die Adelskammer

Ein Adliger ist ein:

Sie kommen jeden Sommer zusammen (18 RL-Tage).

Der Klerus

Wenn ein Adliger die Entscheidung trifft, ein Geistlicher zu werden, muss er ein Noviziat einer zufälligen Dauer ablegen und Prüfungen vor den Herenai ablegen, die über seinen Aufstieg entscheiden nach den reinsten Traditionen der Matis.
Inmitten des Klerus sind die Herenai die Apostel des Priesters der Jena: des Prinzen.
Es ist der Tutor des Novizen, also ein Geistlicher, der den rechten Augenblick für die Anfrage zur Beförderung vor den höheren Instanzen auswählt.

Der Klerus tritt sich in jedem Winter (18 RL-Tage). Er alterniert somit mit der Adelskammer.

Der Hof der Königin

Wie rekrutieren sich die Mitglieder des Hofs der Königin?

Jene Vasallen, die dem Hof der Königin angehören wollen, müssen der Königin und ihrem Hof ihre Werke (Gedichte, Lieder, Kunstwerke) zukommen lassen und die Königin lässt daraufhin ihre Antwort verlautbaren, wobei sie in den meisten Fällen die Ansichten der Mitglieder ihres Hofes einholt.

Vokabular


Melkiar der schwarze Varinx

Wichtigste Charakterzüge

*Er hat einen ausgeprägten Sinn für Ehre, Gerechtigkeit, Wahrheit und Disziplin, da er als Fyros aufwuchs.
*Sehr intelligent. Er lässt keine Gelegenheit aus, von allem zu lernen was ihm begegnet.
*Selbst wenn er weise und harmlos wirkt, ist er dazu in der Lage einem Freund den Kopf abzuschneiden, um seine Ziele zu erreichen.
*Seine Frau ist die einzige, die dazu in der Lage ist ihn zu beruhigen, wenn er voller Zorn ist.
*Er genießt die Landschaften, welche es ihm erlauben sich in seinen Gedanken zu verlieren und zu meditieren.
*Er liebt es Kinder zum lachen zu bringen und wird jedem, der sich in seiner Nähe befindet, einen Streich spielen.

Kurzbiographie

2450

- In einer stürmischen Nacht, beim Stamm der Tränen des Drachen, geboren.

2457

- Sein Vater schickt ihn nach Fyre für seine Ausbildung, seine Freundin Aster zurücklassend, mit dem Versprechen stärker wieder zurückzukehren.

- Ankunft in Fyre, um sich den anderen jungen Fyros anzuschließen, welche für die nächsten 20 Jahre ihre Ausbildung erhalten werden.

- Er trifft Varran und bald werden sie gute Freunde.

2467

- Er wird zu dem Jugendlichen, in welchem jeder einen zukünftigen, großen Homin sieht.

- Eine Prügelei mit einigen der anderen Rekruten zeigt, dass er selbst mit seinen jungen Jahren einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn besitzt.

- Sein Vater beginnt einen Krieg gegen andere Stämme, um die Kontrolle über einige Brunnen zu erlangen.

2470

- Melkiar sticht heraus in allen Feldern der Akademie: Militär, Kampf, Wissenschaft, Philosophie, Geschichte, Medizin und Mathematik, um nur einige zu nennen.

- Imperator Thesop wird in der Agora ermordet und seine Leiche wird außerhalb von Fyre verscharrt. Sein Name wird vom Heiligtum getilgt.

2475

- Melkiars Vater gewinnt den Krieg und macht aus ihrem Stamm den stärksten der Umgebung.

2476

- Während einer ihrer Routine Übungen, sucht sie ein Sandsturm heim. Nach einer Weile, und mit großer Anstrengung, schafft es Melkiar seine Kameraden in Sicherheit zu bringen. Sie überleben allein für eine Jahreszeit, keiner kommt ums Leben.

2477

- Melkiar beendet seine Ausbildung. Er wird als der talentierteste Fyros, der jemals die Akademie absolviert hat, erachtet.

- Sie bieten ihm an, der Armee beizutreten, aber er entscheidet sich zurück nach Hause zu gehen, um seine Familie und Aster wieder zu treffen.

2478

- Nachbarstämme fangen an mit den Tränen des Drachen zu streiten. Es beginnt erneut ein Kampf um das Wasser und das Land. Jedoch können die Krieger, mit Melkiar an der Spitze, bald die anderen Stämme besiegen.

- Melkiars Vater wird während eines Angriffs getötet. Melkiar wird der Stammesanführer.

- Voller Zorn will er den für den Angriff verantwortlichen Stamm zerstören, aber Aster erinnert ihn daran, dass sich Ehre ohne Gerechtigkeit in Rache verwandelt. Er entscheidet sich dazu die Verantwortlichen zu verbannen.

- Andere Stämme fangen an das Potenzial von Melkiar zu sehen.

2479

- Nach einer Weile des Versteckens, entscheiden sich Aster und Melkiar dazu, den anderen von ihrer Beziehung zu erzählen.

- Melkiar trifft sich mit den benachbarten Stämmen, um ihnen ein Bündnis vorzuschlagen: sich unter seiner Führung zu versammeln und mit seinem Wissen der Region und den Stämmen Wachstum zu bringen. Einige schließen sich ihm an und andere bevorzugen es im Hintergrund zu bleiben. Melkiar und die Stämme, die sich ihm anschließen wollen, unterzeichnen einen Friedensvertrag und die Region steht jetzt unter seinem Schutz und seiner Führung.

- Melkiar ehrt den Tod von Imperator Krospas, welcher bei einer Varinx Jagd getötet wurde, mit einem großen Scheiterhaufen.

2480

- Er entscheidet sich für eine Reise durch die gesamte Region, um den Rest der Stämme zu überzeugen. Er beginnt die Reise in der Gesellschaft von Aster.

2481

- Drei Jahre nach dem Tod seines Vaters schafft es Melkiar endlich alle Stämme der Region unter seiner Führung zu vereinen. Das Wasser ist knapp und er entscheidet sich, sich mit Imperator Cerakos II. in Fyre zu treffen, um ihn um Hilfe zu bitten. Außerdem will er ihm von seiner Idee berichten, mit den Stämmen eine neue Stadt im Westen des Imperiums zu gründen. Seine Mutter begleitet ihn. Nach einem kurzen Stopp bei Coriolis steuern sie Fyre an.

- Der große Schwarm beginnt.

- Während der Belagerung von Fyre wird seine Mutter vor seinen Augen von Kitins erschlagen.

- Er versammelt erfolgreich Varran und einige seiner alten Kameraden, um den Kitins gegenüberzutreten, auf einer verzweifelten Suche nach einem sicheren Ort durch die geheimen Tunnel unter Fyre.

- Er ist überrascht von der Nachricht wie Cerakos II. starb, beim Versuch die Homins zu den Regenbögen zu führen. Zur gleichen Zeit wird er über den Untergang seines Stammes und der Leute unter seiner Führung informiert.

- Mit einer Gruppe Homins begibt er sich auf die Suche nach Überlebenden, einige andere zurücklassend, welche auf sie warten. Sie gehen durch die Wüste, schleichen sich durch die Kitins, trinken Wasser von Pflanzen oder sogar Blut von Mektoubs, um zu überleben. Er würde lieber sterben, als seine Familie und Freunde zurückzulassen.

- Auf dem Weg schließen sich ihnen andere, überlebende Stämme an. Bevor sie ihr Ziel erreichen, treffen sie Aster, welche eine kleine Gruppe Homins anführt.

2482

- Zurück am Ort der Regenbögen finden sie sie zerstört, und die auf sie wartenden Homins tot, vor. Es ist Monate her, dass sie gingen.

- Sie beginnen eine Reise Richtung Süden, in der Hoffnung weitere Überlebende zu finden, und vor allem Wasser.

2483

- Sie kommen im Seenland an. Melkiar wandelt traurig die Strände entlang. Er kann es nicht fassen, dass niemand kam, um sie zu retten. Trotz seiner Versuche sich zu beruhigen, sich selbst sagend, das die Kitins die

- Verantwortlichen sind, schürt er einen tiefen Hass in sich, auf die Feiglinge die den Imperator zum sterben zurückgelassen haben und weggelaufen sind.

- Einmal organisiert steuern sie den Osten an, dem Wall entlang. Sie sind eine ungleiche Gruppe, die sich aus verschiedenen Familien und Stämmen zusammensetzt, Tryker und Fyros, welche dem einzigen Homin folgen, welcher zu wissen scheint was zu tun ist. Sie kommunizieren so gut sie können und begründen dabei die Basis einer zukünftigen Sprache.

- Nach mehreren Monaten, in denen sie den Kitins ausgewichen sind, schlagen sie ihr Lager in der Nähe von Bero auf. Melkiar entsendet mehrere Kundschafter, um nach den Regenbögen im alten Territorium der Matis zu suchen. Nichts. Mit ihrer Rückkehr kommen nur noch mehr Familien und Überlebende zurück.

2484

- Entschlossen einen der Regenbögen mit seinen eigenen Augen zu sehen, führt er seine Leute in den Süden.

- Als sie Zoran passieren ist die Gruppe geschwunden. Das Land ist labyrinthartig und es ist schwieriger die Kitins zu entdecken.

- Die Matis verlangen ständig nach bevorzugter Behandlung, sie wollen die beste Beute oder mehr Wasser. Nach und nach steigt die Spannung zwischen ihnen. Die Tryker verstehen nicht warum sie nach den Regenbögen suchen sollten, wenn sie einen Weg suchen könnten, um mit den Homins zu gehen, die bereits fort sind. Die Zoraï schreien, heulen oder gehen niedergeschlagen beim Anblick ihres, vom Schrecken geschändeten, Landes.

- Der Regenbogen dort ist ebenfalls zerstört.

2485

- Voller Zorn wegen der Situation, sammelt Melkiar eine Gruppe von Kriegern und führt sie in die Nähe eines Kitinnests. Nach einer Rede, die ihre Herzen entfacht, greifen die Homins in der Nacht an. Im Verlauf von fünf Nächten kann man nur Schreien und Ächzen vernehmen. Am Morgengrauen des achten Tages trat Melkiar aus dem Staub hervor, mit Schmutz bedeckt, schwarz. In seinen Augen brennt noch immer der Hass. Der schwarze Varinx.

- Obwohl nicht alle diesen Angriff überleben, breitet sich die Heldentat von Melkiar und seinen Homins schnell aus. Zunak, ein Zoraï, ist einer der Überlebenden. Er half Melkiar im Nest und rettete ihm einmal das Leben. Sie werden gute Freunde.

- Melkiar hält eine Rede vor dem versammelten Lager. Er bezeichnet sie als Marodeure und er verkündet, dass sein Stamm und seine Familie von nun an als der Klan des Varinx bekannt sein werden.

- Melkiar trifft Oflovak. Einige der Marodeure schließen sich Oflovak an, aber der Rest, sowie Melkiar, lachen über Oflovaks Angebot. Oflovak gibt ihnen die Landkarte zu den Neuen Landen und verlässt das Lager.

- Aster und Melkiar heiraten und begründen das Fundament für die Hochzeit unter Marodeuren.

2487

- Melkiar geht in die Wüste, um die Quelle allen Übels zu finden, die Kitins.

2490

- Selbst mit den Reittieren, die sie über die Jahre gesammelt hatten, die ihnen helfen sollten schneller voranzukommen, war die Reise trotzdem lang.

- Die Kitindichte in der Wüste ist höher, aber dank der Erfahrung und dem Wissen, das der Klan des Morgengrauens gesammelt hat, haben sie neue Waffen und Strategien, um sie zu bekämpfen.

- Seit dem Großen Schwarm hat Melkiar versucht zu verstehen, was passiert ist. Er findet heraus, dass alles in der Region Coriolis in den Bernstein-Minen begann; sie machen sich dorthin auf.

2491

- Als die Abenteurer Coriolis erreichen, entdecken sie etwas erstaunliches; die Karavan betreiben Forschung in der Nähe eines Lochs im Boden. Die Karavan bemerken die Eindringlinge kurz darauf.

- Sowohl die Marodeure, als auch die Karavan sind überrascht von dem Zusammentreffen. Trotzdessen sich beide nach zehn Jahren neu organisiert haben, dachten die Karavan, dass kein Homin in dieser Gegend des Todes überlebt hatte und die Marodeure lehnten die Karavan vor langer Zeit ab, weil sie sich von ihnen im Stich gelassen fühlten.

- Voller Zorn, weil die Karavan dort Forschung betrieben anstatt Überlebenden zu helfen, ordnet Melkiar einen Angriff auf sie an, in dem Wissen, dass sie bei dem Versuch sterben werden. Die Karavan misstrauen diesen Homins und entscheiden sich anzugreifen.

- Am Abend des dritten Tages, nachdem sie sich gesichtet hatten, führen beide, Melkiar und der Karavan Anführer, einen heimlichen Angriff durch, der schließlich in einer Schlacht endet.

- Es gibt Verluste auf beiden Seiten, aber zu Gunsten der Karavan. Als alles verloren scheint, tötet ein Mitglied der Karavan ein anderes, welches Melkiar töten will. Andere Mitglieder der Karavan wenden sich gegen ihre

- Kameraden und töten zusammen mit den restlichen Homins den Rest der Karavan.

- Der Karavan, der Melkiar geholfen hatte, stellt sich als Rinvar vor, ein Offizier einer kleinen Gruppe von abtrünnigen, hominfreundlichen Karavan und betont, dass er nichts über die Existenz von Überlebenden in diesen Landen wusste. Er ersucht ein Treffen mit Melkiar, aber erst nachdem sie die Beweise, die von dem zeugen, was hier vorgefallen ist, verbergen.

- Bei dem Treffen verhandelt Rinvar einen Austausch mit Melkiar; die Marodeure werden den abtrünnigen Karavan Ressourcen zur Verfügung stellen und sie werden den Marodeuren helfen. Um die Vereinbarung zu besiegeln, führen Melkiar und Rinvar ein Ritual durch, das sich unter Marodeuren wachsender Beliebtheit erfreut: Sie messen ihre Kraft mit Speeren, um zu sehen wer den Speer weiter werfen kann.

- Melkiar entscheidet sich all den anderen Klanen von dieser neuen Allianz zu berichten und sendet Kundschafter aus, um die Klanführer zu finden und dort, in der Wüste, zu versammeln.

2492

- 15 Klane, durch ihre Anführer repräsentiert, treffen sich mit Melkiar in der Wüste. Sie gründen eine Siedlung für die Zusammenkunft, wo die Begleiter der Klanführer - in manchen Fällen der gesamte Klan - ihr Lager aufschlagen können. Und sie sparen den zentralen Bereich für ein großes Zelt aus, damit sich die Anführer versammeln können.

- Nach einem Monat von Versammlungen, tritt Melkiar aus dem großen Zelt heraus und verkündet die neue Organisation der Marodeure, die Allianz mit den abtrünnigen Karavan, die Schaffung einer wissenschaftlichen

- Forschungsgruppe, unter der Führung des Klans des Morgengrauens, und die zukünftige Errichtung einer Zitadelle, an dem Ort, an dem sie sich gerade befanden. Diese Zitadelle soll ein Leuchtturm in diesen Landen des
Todes und der Verzweiflung sein, der Beginn einer neuen Welt.

- Nach einer schweren Geburt durch Aster, wird Akilia geboren. Infolge dieses Ereignisses, entwarf Melkiar die Kitin-Spiele. Jeder Marodeur ohne einen Klan kann sie spielen und der Gewinner erwirbt das Recht dem Klan des
Großen Marodeurs beizutreten oder einen eigenen Klan zu gründen. In diesem Fall werden dem Gewinner die notwendigen Mittel bereitgestellt.

2493

- Melkiar wird von Bergio die Stirn geboten, welcher den Rang des Großen Marodeurs haben will. Trotzdessen Bergio stark genug ist, frisst er bald Staub und stirbt. Melkiar verbannt seinen Klan nach Osten, in den Wald.

2500

- Melkiar führt manche Gruppen an, die durch verschiedene Regionen reisen, um die Ruinen der alten Hauptstädte und Städte zu erforschen.

2510

- Der erste Klan-Krieg beginnt.

- Melkiar weist Aster an eine neue Art von Kriegern auszubilden, die Spione.

- Melkiars Spione berichten ihm, dass Kragan einen Frontalangriff auf die noch nicht fertig gestellte Zitadelle plant. Melkiar führt eine Gruppe aus den besten Kriegern von sieben verschiedenen Klanen in die Hügel und Dünen in der Nähe und dort warten sie in der Ferne, um ihn und seine Homins zu umzingeln.

2515

- Während eines Kitinangriffs verliert Melkiar seinen linken Arm.

2522

- Melkiar benennt einige der jungen und besten Marodeure um: Akilia Aschensturm, Pei-Ziao der Verdorbene, Pei-Ruz der Verruchte, Lixie die Furie, Aen Klinge der Wüste, Sirgio der Schurke, Kaunéra der Eigensinnige und Der Scharlachrote für den Sohn von Zunak.

- Pei-Ziao der Verdorbene, Lixie die Furie, Aen Klinge der Wüste und Sirgio der Schurke schließen sich dem Klan der Halsabschneider an, welcher immer noch von Varran angeführt wird.

2525

- Der neue Klanführer des Klans, den Melkiar verbannt hat, kommt zurück, um über die Möglichkeit zu berichten in die Neuen Landen zu reisen. Er sah einige weiße Masten im Westen. Melkiar erinnerte sich an Oflovaks Worte und findet die alte Landkarte wieder.

- Melkiar sendet Pei-Ziao den Verdorbenen, Lixie die Furie, Aen Klinge der Wüste und Sirgio den Schurken in die Neuen Landen mit einer Kopie der Landkarte. Er ehrt sie mit der ersten Mission in den Neuen Landen; sie zu erforschen.

2528

- Melkiar sendet den Klan der Halsabschneider in die Neuen Landen.

- Melkiar sendet Akilia in die Neuen Landen, um herauszufinden was mit dem Klan der Halsabschneider passiert ist.

2530

- Melkiar stirbt in der Zitadelle. Es wird eine 80 Tage währende Zeremonie veranstaltet, ein Tag für jedes Jahr, das Melkiar lebte.

- Aster macht das Testament von Melkiar öffentlich; ein Punkt davon ist, dass Akilia die nächste Große Marodeurin wird. Boten werden zu allen Klanen geschickt und besonders dringend in die Neuen Landen.

- Eine Gedenkstätte wird im Norden der Zitadelle errichtet, wo Melkiar in einem großen Scheiterhaufen verbrannt wird.

- Aster übernimmt das Kommando bis zur Rückkehr von Akilia und Aster ist jetzt die Klanführerin des Klans des Varinx.


Der Neubeginn

Die Geschichte von Atys, beginnend vom Aufstieg aus den Urwurzeln im Jahre 2483 bis 2525

Bis zu den dunklen Tagen des Exils haben die Homin Völker immer getrennt von einander gelebt. Der Zusammenbruch hat sie näher zusammen gebracht. Den Flüchtlingen aus den Urwurzeln blieb keine andere Wahl, als zu lernen, sich gegenseitig zu tolerieren und miteinander zu leben. Sie haben ihre Rückkehr an die Oberfläche vorbereitet und den Pakt der Vier Völker geschlossen. Dieses Abkommen sah eine Aufteilung der neuen Gebiete nach dem Geschmack jedes Volkes vor. 2483, als sie endlich an die Oberfläche aufstiegen, nahmen die Zorai den Dschungel in Besitz, die Matis die Wälder, die Fyros die Wüste und die Tryker die Seen.

Das Exil dauerte 2 Jahre. Solange brauchten die Kamis und die Karavan, um die Kitins in die Tiefen von Atys zurückzudrängen. Während dieser Zeit standen die Wächter der Karavan in engem Kontakt zu den Homins. Sobald die Völker an die Oberfläche zurück gekehrt waren, machte die Karavan sich auf, die Zugänge zu den Urwurzeln zu versiegeln und ihren Zugang zu verbieten.

Die vier Zivilisationen mussten wieder bei Null anfangen. Sie haben die nächsten drei Generationen damit verbracht, den Grundstein für ein neues Homin Imperium zu legen: Die Fyros unter der Leitung von Leanon, der Schwester des verstorbenen Imperators Cerakos II; die Zorai unter der Führung von Hoï-Cho; die Tryker unter dem Geleit von Rigan Mac'Darrell und die Matis unter der Herrschaft von Yasson. Sie haben neue Gebiete besetzt und abgesichert, Städte errichtet und damit begonnen, neue Handelsrouten einzurichten.

* * *

Der Legende nach wurde die matische Hauptstadt genau an der Stelle in den Majestätischen Gärten errichtet, an der der Pfeil des Königs Yasson aufkam. Sie wurde nach seinem Sohn Yrkanis benannt, der 2482 in den Urwurzeln das Licht der Welt erblickte. Die Zorai haben ihre Hauptstadt Zora in Erinnerung an die Opfer der Kitin Angriffe erbaut. Die Tryker haben den Kontinent Aeden Aquous in Besitz genommen und die ersten Steine für Fairhaven in einem besonders ressourcenreichen Gebiet gelegt. Die Stadt Pyr, Hauptstadt des Fyros Volkes, wurde hinter dem Ort errichtet, an dem der einbalsamierte Körper des Cerakos II verbrannt wurde. Der Scheiterhaufen wurde zum großen Stadttor.

Bald strömten die Flüchtlinge aus den alten Landen herbei und füllten die Ränge der Geretteten. Trainingslager wurden errichtet, um sie willkommen zu heißen und auszubilden. In der Gilde des Ordens der Bruderschaft vereinten große Krieger aller Rassen sich, um die Straße des Exodus einzuschlagen, zu ihrem Volk zu gelangen und ihm neue Kampftechniken beizubringen. Jedes Volk verehrt seinen Helden: Kalus Hym der Fyros, Leng Cheng-Ho der Zorai, Matini Roqvini der Matis und Bremmen Dingle der Tryker. Sie alle starben einen Heldentod und opferten ihr Leben für ihr Volk und ihren Anführer.

Als 2490 erneut eine Kitin Präsenz in Homin Territorien aufgespürt wurde, machte die Gilde des Ordens der Brüderschaft sich auf den Weg. Hoï-Cho, Rigan Mac Darell, Leanon und Yasson unterzeichneten ein Abkommen der gegenseitigen Hilfe.

Doch die Homin Allianz war von kurzer Dauer. Die Meinungsverschiedenheiten mehrten sich - sei es wegen der Beziehung die jedes Volk zu den Kamis und der Karavan unterhält oder sei es wegen der unterschiedlichen Ziele der jeweiligen Völker-Chefs der jeweiligen Völker. Die Matis, und in einem bestimmten Maße auch die Tryker, stellten sich eindeutig auf die Seite der Karavan, während die Fyros sich den Kamis zuwanden. Die Zorai entkamen dem Einfluss der Karavan schon beim Aufstieg aus den Urwurzeln. Während dieser Epoche haben die Kamis eine Zusammenkunft zwischen dem Chef Hoi-Cho und Ma-Duk organisiert, den sie als tatsächlichen Herr der Kamis vorstellten. Zur gleichen Zeit tauchte die Gilde des Elias auf. Dabei handelt es sich um eine geheime, Rassen übergreifende Organisation, deren Ziel es ist, den Namen Elias Trytons zu verbreiten. Ihre Funktionsweise sowie ihr eigentlicher Existenzgrund bleiben schleierhaft. Die von der Karavan als Sekte angesehene Gilde gewinnt zunehmend an Popularität.

Ein Mal mehr wurde der Handel zwischen den Völkern zum Auslöser erneuter Kriege. Die Fyros und die Tryker unterzeichneten ein Handelsabkommen, das den Pakt der Vier Völker aufhob. Im darauf folgenden Jahr (2499) fielen die Matis in Tryker Länder ein - das war der Beginn des Herbstkrieges in den Lagunen von Loria. Der Tryker Widerstand organisierte sich in einer Art Guerilla, die von Still Wyler angeführt wurde. Sie bekam schnell Unterstützung von den Fyros, die unter der Leitung von Dexton, Sohn des verstorbenen Cerakos II, durch die Zorai Gebiete zu ihren Alliierten gelangen. Dexton bewies eine große Kampftüchtigkeit, doch er wurde von den Matis gefangen genommen. Mabreka Cheng-Ho, Sohn des großen Zorai Kriegers Leng Cheng-Ho, der sein Leben für die Rettung des Matisprinzen Yrkanis vor den Kitins verlor, erreichte seine Freilassung gegen 1 000 000 Dapper. Der König Yasson nahm das Angebot gegen den Willen seines jüngsten Halbbruders Jinovitch und einen Teil des Hofes an. Jinovitch sah nur Schwächezeichen in der Nachsicht des Königs. Trotz allem unterzeichneten die Anführer der vier Homin Völker 2501 ein Friedensabkommen: Die Lagunen von Loria waren wieder frei.

* * *

In den zwei darauf folgenden Jahren verschwanden alle Chefs der Homin-Völker. Dexton nahm den Platz von Leanon ein und Beadley Nimby setzte sich gegen Still Wyler durch, um die Führung der Tryker zu übernehmen. Hoi-Cho starb ohne Thronfolger und die Cho-Dynastie nahm somit ein Ende. Trotz der großen Popularität Mabrekas, übernahm der alte Weise Fung-Tu die Herrschaft über die Zorai und zwang seinen Kontrahenten ins Exil. Mabreka fand Zuflucht bei den Fyros in der Stadt Pyr. Fung-Tun führte die Verehrung Jenas wieder ein und, unter dem Vorwand den Goo zu bekämpfen, auch die Sklaverei.

Bei den Matis, dem ehrgeizigsten und hinterhältigsten Volk von Atys, gingen die Unruhen am Weitesten. Jinovitch vergiftete den König, riss die Krone an sich, verfolgte die Rassen übergreifenden Gilden und all jene, die die Karavan in Frage stellten. Der neue Diktator nannte die Hauptstadt Yrkanis in Jino um. Von der Zeit an wurden die Matis Interessen mit Hochmut verteidigt.

Mit der Herrschaft dieses Tyrannen standen die Handelsrouten erneut im Mittelpunkt. Eine Steuer wurde auf den Fyros- und Trykergütern erhoben, die das Matis-Gebiet durchquerten. Die Fyros beschlossen, für ihren Handel jetzt Zorai-Gebiete zu durchqueren, doch einer der Reisenden entfachte ein Feuer und die Zorai sperrten ihnen die Wege ab.

Die Lektionen der Vergangenheit haben Jinovitch gelehrt, dass die Matis sich sogar mit Unterstützung der Karavan nur schwer einer Tryker-Fyros Allianz widersetzen könnten. Jinovitch heckte einen Plan aus, um beide Parteien zu verfeinden. Er bot den Trykern eine Steuerermäßigung an und forderte im Gegenzug ein stärkeres Matis Gefolgsam für die Karavan, die Beadley Nimby ohne zu zögern annahm. Den ketzerischen Fyros erklärte er den Krieg.

Diese Kampagne wurde den Ambitionen von Jinovitch zum Verhängnis: Im Angriff der Sägemehl-Minen verlor er ein ganzes Heer. Die Fyros hatten einen Alliierten von Gewicht in ihren Reihen: Mabreka. Er kämpfte an der Seite von Dexton und kehrte dann unter dem Jubel des Volkes in seine Heimat zurück. Nach der Abdankung von Fung-Tun, der vom Goo befallen war, übernahm Mabreka die Herrschaft seines Volkes. Der neue Zorai Herrscher knüpfte an die ehemalige Cho-Dynastie und den Kult von Ma-Duk an. Unter dem Namen Mabreka-Cho unterzeichnete er bei seinem Amtsantritt für den Fall eines Matis-Angriffs einen Pakt mit den Fyros und erlaubte ihnen erneut die Handelsrouten zu benutzen, die durch die Dschungel führen.

Der Prinz Yrkanis profitierte seinerseits von der Niederlage der Matis, um einen Putsch zu versuchen, der allerdings fehl schlug. Yrkanis wurde festgenommen und eingesperrt. Er entging nur knapp einem Attentat und ergriff mit seinen Partisanen die Flucht durch das Land der Seen und die Urwurzeln. Jinovitch behauptete, er sei tot und er fand zuerst Zuflucht bei den Trykern und dann bis 2512 bei den Zorai.

In dem Jahr startete Jinovitch eine Offensive gegen die Lagunen von Loria, die sofort in Jino Wasser umgetauft wurden. Prinz Yrkanis und seine Leute schlossen sich dem neu gewählten Tryker-Chef Still Wyler an. Sie gewannen viele Matis-Soldaten für sich. Auf dem Weg zur Front wollte der von seinen Leuten im Stich gelassene König Jinovitch seinen Mut beweisen und griff alleine an. Er starb einen grausamen Tod in den riesigen Klauen eines Kitin.

Yrkanis folgte ihm auf den Thron und die Lagunen von Loria wurden den Trykern zurück gegeben. Die Homin-Völker unterzeichneten einen Friedensvertrag, dem ein Freihandelsabkommen und die Ratifizierung der von den Trykern ins Leben gerufenen Grundrechtscharta folgt. Diese Charta schafft die Sklaverei ab und es beginnt eine neue Ära des Friedens.

* * *

Parallel dazu ziehen die Zorai und die Fyros in eine Jagd gegen die Kitins, die auf allen Kontinenten wieder aufgetaucht sind. Auch ein anderer Feind stellt zunehmend eine Bedrohung dar: 2519 ist das Jahr des Goo. Der befallene Sap verbreitet sich und infiziert Böden und Tiere. Es scheint als könne das zerstörerische Feuer der Fyros dieser Seuche ein Ende bereiten. Doch auch eine dritte Bedrohung nimmt Form an: In den Urwurzeln wurden Ruinen entdeckt, welche die Neugier der Fyros zu erwecken vermögen.

Im Jahre 2525 verfolgt jede Homin-Zivilisation ihre Anstrengungen, um Atys wieder zu erobern und in seiner vergangenen Herrlichkeit erstrahlen zu lassen. Die letzten geschichtlichen Ereignisse haben gezeigt, wie zerbrechlich die Allianzen zwischen Homins sind und wie viele Gefahren lauern. Jetzt muss sich noch zeigen, ob die Flüchtlinge genug Mut aufbringen, um sich den Herausforderungen zu stellen, die das Schicksal ihres Volkes bestimmen werden. Können sie mit der Vergangenheit abschließen, um den Goo zu vernichten, die Kitins zu besiegen, die verlorenen Geheimnisse der großen Homin-Reiche wieder zu finden, den Ursprung und den Grund der Kami-Karavan Feindschaft aufzudecken? Das Schicksal von Atys steht am Beginn einer neuen Ära.


Im Jahr 2481 begannen die Kitins mit ihren Kreuzzug, um jegliche Spur der Hominheit auszulöschen. Zahlreichen Homins gelang es dank der Teleportations-Regenbögen zu entkommen, die sie an einen sicheren Ort in den Urwurzeln weit entfernter Länder brachten. Die Streitkräfte der Kamis und des Karavan taten ihr bestes, um die Homins sicher zu den Bögen zu bringen, doch auch diese wurden von den Kitins zerstört.

Den in den alten Ländern gefangenen Homins blieb nichts anderes übrig, als in die Wildnis zu flüchten, wo sie gezwungen waren, ein Nomadendasein in ewiger Angst vor den Kitins zu fristen. Währendessen mussten die Homins in ihrer Zuflucht in den Urwurzeln lernen, die anderen Rassen zu tolerieren und das Beste aus ihrer Lage zu machen, bis der Karavan ihnen versichern konnte, dass die Kitins nicht weiter eine Bedrohung darstellten.

Die Epoche, die als der Neubeginn in die Geschichte einging, läutete eine neue Ära ein und umfasst drei Generationen vom Aufstieg aus dem Refugium in den Urwurzeln bis in unsere Tage.


Der Gouverneur Still Wyler


Die Tiere von Atys

Arana Die Arana sind Meister der Tarnung. Ihre Körper und die vier gelenkigen Beine haben Ähnlichkeit mit einem mit Pilzen, Moos und Haaren bewachsenen Baumstamm. Ihr Panzer und ihre Beine sind durch scharfe, dornenartige Wucherungen bedeckt, die Angreifer abschrecken sollen. Sie haben kleine, auf fleischigen Stümpfen vom Kopf abstehende Augen und kraftvolle stoßzahnähnliche Unterkieferknochen, mit denen sie bei einer Bedrohung angreifen. Die Arana können dabei beobachtet werden, wie sie sich schnell auf ihren hornartigen Zehen durch die Wald- und Wüstenregionen bewegen.
Arma Beim Arma handelt es sich um einen moosigen Dickhäuter, dessen Panzer mit stacheligen Auswüchsen übersät ist. Seine dicke Haut und sein beeindruckendes Hörnerarsenal auf dem Kopf machen es für den mutigsten Fleischfresser zu einer schwierigen Beute. Den Arma kann man in seiner sicheren Rüstung beim Grasen auf ganz Atys neben den aggressivsten Raubtieren beobachten. Nur andauernde Provokationen können seinen Zorn entfachen.
Bawaab Von der gleichen Familie wie der Lumper, zeichnet der Bawaab sich durch seine schuppige grüne Haut und seinen flachen "Hammerkopf" mit einem Auge auf jedem Ende ab. Der Bawaab hat säulenartige Beine, große Füße und bewegt sich erstaunlich schnell weiter. Dieser schüchterne Pflanzenfresser lebt hauptsächlich in den Wald- und Dschungelgebieten.
Bodoc Wuchtige, dickhäutige Pflanzenfresser mit kleinen Augen und massiven Hörnern, die seitlich von ihrem Kopf abstehen. Wenn die Hörner für gezielte Angriffe eingesetzt werden, können sie selbst für die stärksten Raubtiere tödlich sein. Der Bodoc grast in Herden, um seine Sicherheit zu gewährleisten. Kommt überall auf Atys vor.
Bolobi Diese kugelförmigen Vierbeiner haben große, knollenartig hervorstehende Augen, die weit auseinander stehen und ihnen ein Sichtfeld von 270° ermöglichen. Der nackenlose Kopf geht nahezu nahtlos in ihren Körper über, welcher mit einem dichten Fell bedeckt ist. Hierdurch erinnern diese Kreaturen auf den ersten Blick ein wenig an ein gewaltiges Wollknäuel! Mit ihrem starken Rüssel pflücken die Bolobi Beeren, Nüsse und Sap, welches sie in ihrem Bauch zu tödlichen Gasen vergären. Die Bolobi haben vier identische, gelenkige Beine, welche ab dem Schienbein mit rasiermesserscharfen Stacheln besetzt sind, um jeden Gegner abzuschrecken. Zwei lange fadenartige Antennen und große Ohren erlauben es ihnen, den Feind schon über große Entfernungen wahrzunehmen. Dieser Pflanzenfresser kommt in den Seen- und Waldländern vor.
Capryni Hierbei handelt es sich um einen hirschähnlichen Wiederkäuer mit einer Art Ziegenbart. Markant ist seine dicke Haut, welche der eines Nashorn sehr ähnlich ist. Es ist ein scheues Geschöpf dessen Geweihsprosse eher der Anlockung von Artgenossen als der Abwehr von Feinden dienen . Wenn man es bedroht, wird es jedoch kräftig nach hinten ausschlagen. Außer in den Urwurzeln kommt der Capyrini überall auf Atys vor.
Clopper Diese bräunlichen, krebsähnlichen Wesen ernähren sich von Aas und manchmal von tödlich verletzten Tieren. Ihr Name ist vom Geräusch ihrer gut entwickelten Zangen abgeleitet, das zu hören ist, wenn sie sich einem verletzten Opfer annähern. Dieser Fleischfresser der Clanker-Art lebt in der Wüste und den Seenländern.
Cray Dieses bunte Krebstier hat vier gleich starke Glieder, zwei Fühler über dem Mund und Stielaugen, die ihm eine Rundumsicht verleihen. Wenn er angegriffen wird, ist der Cray in der Lage sich umzudrehen und den Angreifer mit seinem scharfen Panzer zu zerfetzen. Dieser Pflanzenfresser kommt in den Seenländern vor.
Cuttler Diese grimmig aussehenden Jäger haben einen dornenbestückten Rücken mit klingenartigen Stacheln. Diese Stacheln reichen der Länge nach vom Rückrad herunter bis zu den Beinen und bis zum Schwanzende. Ihre langen, zugespitzten Hufe lassen sich gut in den Boden graben, um jeden Moment in einen schnellen Galopp ausbrechen zu können. Die Cuttler haben einen harten, ledernen Panzer und ein breites Maul mit Reißzähnen. Dieses verwenden sie, um sich an ihr Opfer zu klammern, während sie es mit ihren Stacheln aufspießen, die sich an der Unterseite ihres Brustkorbes aufrichten. Der Cuttler lebt hauptsächlich in Wald- und Wüstengebieten, auch wenn einzelne Exemplare in den Dschungelgebieten gesichtet wurden.
Frippo Dieser kleine, gewöhnliche Allesfresser, der ähnlich groß wie ein Yubo ist, hat kräftige Vorderfüße, passend zu seinem stämmigen Körper. Er besitzt einen bulligen Kopf mit einem massiven Maul. Sein dickes Fell macht ihn zu einer zähen und wagemutigen Kreatur, obwohl er relativ langsam ist. Der Frippo lebt in dem moderaten Klima der Waldgebiete.
Gingo Der Gingo ist ein wildes, hundeähnliches Tier. Es besitzt eine zottelige Mähne und starke Schultern, die höher als sein Hinterteil sind. Darüber hinaus besitzt er einen kräftigen Kiefer und starke Zähne. Gingos leben in Gruppen von bis zu fünf Tieren und sind am häufigsten in Dschungel- und Wüstenregionen zu finden, wo sie sich vom Aas ernähren, das von Räubern übrig gelassen wurde. Sie sind bekannt für ihr schrilles Heulen, das einem wahnsinnigen Gelächter ähnelt. Natürliches Wohngebiet: Wald, Wüste und Dschungel.
Gnoof Die Gnoofs sind Herdentiere, die leicht an ihrem Rüssel zu erkennen sind, welchen sie zur Nahrungs- und Wasseraufnahme sowie zum Riechen und zum Stemmen von Gegenständen benötigen. Ihre Köpfe und ihr Oberkörper werden durch einen harten Panzer geschützt, wogegen ihre Flanken und die Unterseite mit einem dichten, in sich verwobenen Haarwuchs geschützt sind. Ihre flinken Füße sind sehr stämmig und können über die knolligen Zehen gut Wärme ableiten. Die Gnoofs grasen hauptsächlich in Herden von vier oder fünf Mitgliedern auf ganz Atys.
Goari Ein Krebstier mit vier identischen Beinen und zwei starken Zangen. Diese Art zeichnet sich durch eine lichtdurchlässige Kugel aus, welche eine wässrige Substanz enthält, die über ihren Köpfen schwebt. Der Goari bedeckt seinen Rückenpanzer zur Hälfte mit Erde oder taucht ihn in Wasser, so dass nur der lichtdurchlässige Beutel sichtbar ist. Dann schwenkt er diesen hin und her, um durstige Tiere anzulocken. Sobald das Opfer nahe genug ist, springt er mit den tödlichen Zangen auf den Gegner zu und versucht ihn zu erlegen. Dieser Fleischfresser der Clanker-Familie kommt in Wüsten- und Seengebieten vor.
Gubani Diese furchtsamen, in Herden lebenden Pflanzenfresser haben lange, mächtige Hinterbeine mit perfekt für hohe Geschwindigkeiten ausgelegten Füßen. Die zwei flügelartigen Auswüchse auf der Rückseite ihres Kammes gewähren ihnen zusätzliche Stabilität beim Laufen und so können sie sich auch auf schwierigem Terrain sehr schnell mit ihren kleinen Sprüngen fortbewegen. Die Gubanis haben einen sehr ausgeprägten Geruchssinn, gepaart mit einem guten Gehör, das zum Schutz vor Angreifern dient, während sie grasen. Sie haben kraftvolle Schneidezähnezum Nagen und leben im Dschungel und in den Urwurzeln.
Horncher Der Horncher ist ein Krustentier mit vier gleichen Beinen, einem Paar kräftigen Greifzangen und Auswüchsen am Ende des Unterleibes. Die Horncher haben ihren Namen auf Grund ihrer hornigen Schale erhalten, welche einem Panzer ähnelt. Sie senken ihren Körper unter das Niveau ihrer Beine ab, liegen dann bewegungslos da und warten auf unwissend vorüber ziehende Beute. Sie leben hauptsächlich in den Seenländern und den Urwurzeln.
Igara Der Igara ist ein Raubvogel mit einem scharfen Schnabel und vier Flügeln, die eine Spannweite von über drei Metern haben. Sie sind an ihrem tödlichen, mit Widerhaken besetzten Schweif zu erkennen, den sie auch zum Angriff einsetzen. Die Igaras hängen sich mit ihren Krallen und den sapverschmierten, hinteren Flügeln an Baumstämme. Sobald sie Opfer erspähen, stürzen sie sich im Sturzflug auf diese hinab. Sie leben hauptsächlich in den Dschungel- und Wüstengebieten.
Izam Der Izam ist ein geflügelter Aasfresser, der mit seiner gesprenkelten Farbe zwischen Blättern perfekt getarnt ist. Der Izam gleitet geduldig den Boden absuchend durch die Luft, um sich dann mit der richtigen Geschwindigkeit und einem schrillen, durchdringenden Schrei auf sein schwächeres Opfer zu stürzen. Außer in den Matis Gebieten, kommt er überall auf Atys vor.
Javing Die Javings sind Raubvögel mit Kerben in den Flügeln und einem unsteten Flug. Sie können sich mit einer angemessenen Geschwindigkeit fortbewegen. Die augenlosen Javings jagen teilweise mit ihrem Geruchssinn, doch primär mit ihrer Wahrnehmung durch Echopeilung. Sie produzieren hoch frequente Schallwellen, die ihnen eine präzise Steuerung ermöglicht. Die Javings sind mit einer langen, schwarz glitzernden Stachelzunge ausgerüstet, die sie verwenden, um ihre Opfer zu durchbohren. Sie leben in den Dschungel- und Waldgebieten.
Jugula Eine harmlos aussehende, kauernde Raubtierart mit herausragenden Augen und kräftigen Hinterbeinen, mit denen sie hervorragend springen können. Ihre Rückenhaut besitzt kurze, scharfe und stämmige Dornen, die ihnen helfen, große Feinde fernzuhalten. Beim Angriff springen die Jugulas ihren Opfern an die Kehle, um sich mit ihren Klauen darin festzuklammern, während sie ihre Reißzähne im Genick des Opfers versenken, um ihnen das Blut auszusaugen. Es wurden schon Exemplare in den Dschungelgebieten gesichtet, doch sie leben hauptsächlich in den Wäldern und Urwurzeln von Atys.
Lumper Ein ängstlicher Pflanzenfresser, der sich hauptsächlich von Kakteen ernährt. Der Lumper ist mit seinen langen Beinen überraschend schnell. Er hat große Stielaugen, welche seitlich aus dem Kopf ragen, und ist schon von weitem an seinem stacheligen Rücken zu erkennen. Lumper sind hauptsächlich in der Wüste und den Urwurzeln zuhause.
Madakam Genau wie der Ploderos, ist der langsame Madakam eine solide, klobige Kreatur, der es aufgrund ihres hornartigen Kopfes und der dicken Haut möglich ist, ohne Angst vor Raubtieren umher zu streifen. Es hat kleine Augen und Ohren, stumpenartige Beine mit dreizehigen Füßen und einen untersetzten Körper, geschützt von einem kuppelartigen Panzer. Sein dreieckiger Kopf ist mit einem machetenähnlichen Horn ausgestattet, welches der Madakam bei Bedrohung in tödlicher Manier einsetzt. Diese Allesfresser besitzen kleine Zähne, mit denen sie sowohl Gräser als auch Wurzeln ausreißen und zermahlen können. Sie lebenhauptsächlich in den warmen Wald- und Dschungelgebieten.
Mektoub Diese friedvollen, pflanzenfressenden Dickhäuter erkennt man leicht an ihrem langen und mächtigen Rüssel, den sie benutzen, um Futter zu sammeln, Wasser zum Mund zu führen, zu riechen und Sachen aufzuheben. Wie der Gnoof hat auch der Mektoub geschickte Füße mit großen knolligen Zehen, die Wärme speichern können. Der Mektoub ist ein ideales Pack- und Reittier, wenn es gezähmt wurde. Er grast auf ganz Atys.
Messab Der Messab ist ein scheues Huftier mit einem schlanken Kopf, einem langen Hals, einem Höcker und langen Beinen. Die partielle Blindheit des Messabs wird durch seine Fähigkeit kompensiert, sich anhand von Echos zu orientieren. Dadurch ist es in der Lage, sich in den schwierigsten Terrains mit vielen Hindernissen zurecht zu finden. Der Messab ist ein scheuer und flinker Pflanzenfresser, der zwar hauptsächlich in den Dschungeln lebt, aber auch in den Seengebieten.
Najab Große fleischfressende Amphibie mit schleimiger Haut. Wenn er sich durch andere Raubtiere bedroht fühlt, bespeit er den Angreifer mit gegärten Algen und hopst ins Wasser, um sich in Sicherheit zu schwimmen. Sein Fleisch und seine Haut werden wegen ihrer halluzinogenen Eigenschaften von den Zoraïs geschätzt. Er kommt hauptsächlich in den Seenlanden vor und kann auch im Dschungel auftauchen.
Ocyx Die Ocyx sind sofort an ihrem Exoskelettkörperbau erkennbar, welcher ihren Leibern einen beachtlichen Rüstungsschutz bietet. Diese Raubtiere haben ein kraftvolles Maul, zwei scharfe Eckzähne, welche vom Unterkiefer hervorstehen, sowie lange Klauen. Ihr messerscharfer, knochiger Schwanz, mit dem der massive Kopf ausgeglichen wird, erweist sich ebenfalls als hervorragende Waffe. Diese Fleischfresser kommen in den Wäldern und Wüsten vor und manchmal auch in den Dschungelgebieten.
Ploderos Der Ploderos ist ein massiver, untersetzter Dickhäuter mit kleinen Augen und Ohren, sowie einem dicken Körper und gedrungenen Beinen. Er bewegt sich gemächlich grasend von Weidestätte zu Weidestätte und beachtet dabei keinerlei Gefahren. Seine dicke, rote, haarlose Haut, sowie seine harte, hornige Kopfbedeckung bieten ihm einen guten Schutz gegen Raubtiere. Wenn er jedoch einmal in Bedrohung geraten sollte, kämpft der Ploderos methodisch und versucht, seinen schweren, sich langsam bewegenden aber wuchtigen Körper mit aller Kraft gegen seinen Angreifer zu werfen. Er grast in Dschungel- und Wüstengebieten.
Ragus Ein hundeähnliches Geschöpf mit einziehbaren Klauen, Raspelzunge und fünf Augen, mit denen er alle Spektren des Lichtes wahrnehmen kann. Eine Gattung dieses hyperaktiven und schnellen Allesfressers wurde in den alten Landen dazu trainiert, um Kanalisationsröhren sauber zu lecken und von allen Unreinheiten zu befreien. Diese Allesfresser der Hounder Familie findet man in Wald-, Dschungel- und Seengebieten.
Raspal Die Raspal gehören zu den gehuften Säugetieren und gehören zur selben Art wie die Caprynis. Sie haben einen schlanken Kopf, einen langen Hals und einen mit zwei flügelartigen Auswüchsen besetzten Rückenkamm. Dieser verbessert ihre Standfestigkeit und ermöglicht es ihnen, selbst in unebenem Gelände in kurzer Zeit einen schnellen Galopp zu erreichen. Trotz der fehlenden Augen bewegen sich die Raspal sehr flink. Basierend auf einem stark ausgeprägten sechsten Sinn, verfügen sie zur Navigation über eine Echowahrnehmung. Zu Verteidigungszwecken sind diese Pflanzenfresser mit einer harten, rauen und hornartigen Haut sowie einem tödlichen Stachel an der Unterseite ihres Bauches ausgestattet. Dieser Pflanzenfresser lebt in Wüsten- und Waldgebieten.
Rendor Ein stämmiges, gehuftes Säugetier mit einem kurzen dicken Nacken, welches zur Familie der Caprynis gehört. Es hat sowohl einen massiven Vorderkörper als auch einen Buckel auf dem Rücken. Sein großer Kopf ist mit einem helmartigen Lederpanzer versehen, der ihm als eindrucksvoller Rammbock zur Verteidigung dient. Wie die Caprynis, sind Rendoren Weidetiere, die für ihre Gutmütigkeit bekannt sind, obwohl sie selbst für die aggressivsten Feinde tödlich sein können, wenn sie entsprechend provoziert werden. Sie leben in Wäldern und Wüsten.
Shalah Eine Wiederkäuerart, die durch ihr schweres, zotteliges Fell und die langen Stoßzähne, die aus ihren Unterkiefern wachsen, auffallen. Die Stoßzähne und die dicken Lederplatten auf ihrem Gesicht gewähren einen starken Schutz vor Angriffen. Sie benutzen ihre kräftige Schnauze um große Grasstücke auszureißen, wobei ihre Unterkieferknochen wie ein Spaten funktionieren, um an nahrhafte Knollen zu gelangen. Die Shalahs kann man beim Fressen in den Wald- und Wüstenländern antreffen.
Timari Eine pflanzenfressende Kreatur mit einem enormen, bis zu einem Meter hohen, stacheligen Rückrat, das im Falle eines Angriffes als perfekte Verteidigung dient. Die auf fleischigen Stielen sitzenden Augen des Timaris stehen im 180° Grad Winkel von der Seite des Kopfes ab. Natürliches Wohngebiet: Dschungel- und Wüstengebiete, wo seine Tarnung die Farbe annimmt, die der Umgebung am nächsten kommt.
Torbak Katzenartige, verschlagene Lebewesen, die gut an ihrem langen und säbelähnlichen Horn, den drei Rückendornen und einem spitzen knöchernen Schwanz zu erkennen sind . Ihr kräftiges Fell hat die Besonderheit, die dominierende Farbe der Umgebung anzunehmen. Dadurch ist es schwierig, sie schon vor ihrem schnellen und oft tödlichen Angriff zu erkennen. Sie streifen auf ganz Atys umher.
Tyrancha Dieser furchteinflößende Fleischfresser hat zwei Paare gleicher Beine, die an einem lang gezogenen, larvenartigen Körper hängen, welcher in einer runden Öffnung mit spitzen Zähnen endet. Seine Augen sitzen am Ende fleischiger Stämme, die inmitten seines Rückens wachsen und ihm eine Rundherum-Sicht ermöglichen. An jedem Fuß ist abwechselnd eine Zehe und eine Klaue und es sind jeweils drei pro Fuß. Dadurch kann der Tryancha gut am Boden haften, ehe er sein Opfer mit einer sauren Substanz angreift. Er lebt in der Wüste und den Urwurzeln.
Varinx Fleischfressende Wüstenkatzen, die mit einem feuerbeständigen Fell ausgestattet sind, aufgrund dessen tarnender Färbung der Varynx sich unauffällig hinter Wüstendünen oder in den Schatten der Urwurzeln verstecken kann. Die Varynx streifen in Zweier- oder Dreiergruppen um die Feuerlöcher der brennenden Wüste, wo sie verirrte Homins vor dem Feuer retten, nur um sie dann lebend zu fressen. Früher wurden sie von den Fyros ausgebildet, die Homins vor den Flammen zu schützen, aber dann haben diese beeindruckenden Tiere den Geschmack des Hominfleisches entdeckt, weshalb sie sich alsbald gegen ihre Meister wandten. Als zähe Angreifer kämpfen sie bis zum Tod. Die zu der Hounder Familie gehörenden Wesen streifen hauptsächlich in den Wüsten und Urwurzeln umher.
Vorax Ein dreieinhalb Meter langer Räuber, der einer Eidechse sehr ähnlich sieht. Er hat einen stacheligen Rücken, erschreckende rote Augen und rasiermesserscharfe Zähne. Der Vorax ist ein schneller, schlauer und wilder Jäger, der sein Opfer mit einem Furcht einflößenden Brüllen lähmen kann. Er hat die Eigenart, sein unbewegliches Opfer zur besseren Verdauung mit giftigem Speichel einzuschmieren. Dieser Fleischfresser lebt hauptsächlich in den Urwurzeln.
Wombaï Aus derselben Familie wie die Bolobi, können die Wombaï mit ihren großen Augen rundum blicken. Außerdem sind sie mit einer schnorchelähnlichen Nase ausgestattet, welche sie zum Aufheben oder Pflücken von Nüssen, sowie zum Sammeln von Insekten benutzen. Mit ihrem Rüssel und dem halslosen Kopf, der leicht von dem runden Körper absteht, erinnern die Wombaï von weitem an eine haarige Birne mit Beinen! Ihre vier identischen Beine sind länger und dicker als die der Bolobi, und diese helfen ihnen, sich in den hohen Gräsern des Dschungels und der Seenlandschaften fortzubewegen.
Yber Der Yber ist ein zwei Meter großer Vogel mit einer Flügelspannweite von bis zu vier Metern. Er ist ein liebenswürdiger Vetter der Izams, der sehr schnell fliegt und nah über dem Boden schwebend nach kleineren Opfern sucht. Sie zeichnen sich durch ihren kräftigen Schnabel und die beiden zusätzlichen Paare von durchscheinenden Flügeln aus, die eine zähflüssige Substanz absondern und es ihnen ermöglichen, damit Insekten und kleine Vögel zu fangen. Der Yber bewohnt die Seengebiete sowie die Dschungel.
Yelk Ein großer, schwerfälliger Aasfresser, der leicht an seiner spitzen Schnauze und den wertvollen, auf seinem Rücken wachsenden Pilzen zu erkennen ist. Diese giftigen Pilze dienen hervorragend zur Abschreckung von hungrigen Angreifern. Der Yelk ernährt sich von jeglichem organischen Material und wurde deshalb in den alten Landen von den Homins gezähmt, um den Abfall zu entsorgen! Diesen Allesfresser gibt es auf ganz Atys.
Yetin Die Yetin sind gehufte Allesfresser mit kraftvollen Hinterbeinen, die ihnen schnelle Bewegungen ermöglichen. Sie haben gut ausgebildete Brustkörbe und einen großen, schweren Kopf. Ihr violetter Körper ist mit einem rauen, borstigen Fell bedeckt. Die unteren Eckzähne sind zu aus dem Maul herausragenden Fangzähnen ausgebildet und werden sowohl zur Verteidigung als auch zum Entwurzeln von Pflanzen und Ähnlichem genutzt. Sie bohren und jagen hauptsächlich im Dschungel.
Yubo Ein kleiner, sich langsam bewegender, hundeähnlicher Allesfresser, der von den Matismanipulatoren gezüchtet wurde, um den Homins Gesellschaft zu leisten und sie zu unterhalten. Sie dienen aber zugleich auch als Nahrungsquelle. Eine behutsame Züchtung brachte ein Tier hervor, dessen Gewichtszuwachs sich vor allem im Bereich seines Hinterteils bemerkbar macht, welches gleichzeitig auch das beste Fleisch abwirft. Dieses Haustier findet sich überall auf Atys außer in den Urwurzeln.
Zerx Alles fressende Geschöpfe, die sich auch von Früchten und Nüssen ernähren und diese in ihrer beutelähnlichen Speiseröhre speichern. Ihr Speichel hat einen konservierenden Effekt auf diese Früchte. Sie haben einen kleinen, runden Schweif, dicke Haare auf dem Rücken und Augen, die auf Stielen im 180° Grad-Winkel von den Seiten ihres Kopfes abstehen. Die Zerx sind schon allein wegen ihrer Größe gefährliche Tiere. Sie spucken Früchte, Kerne und Säure aus und benutzen ihre Stoßzähne - die auch zum Bäume schütteln verwendet werden - zum Angriff, um jeden Angreifer bestmöglichst abzuwehren. Der Zerx befindet sich in allen Gebieten außer im Wald.

Die Gouverneurin der Tryker: Ailan Mac'Kean

Charakter

Hintergrund

Vor dieser Zeit ist sie weit gereist und war an den Feldzügen gegen die Matis in den Jahren um 2514 beteiligt, wo sie ihre Kenntnisse der matisianischen Taktiken mit verheerenden Folgen für die Matis, nutzte.

Als einziger weiblicher Nachfahre von Loria trainierte Ailan mit den Rangern unter Wilk Potskin für zwei Jahre. Später jedoch beschloss sie, lieber für Tryker zu kämpfen anstatt fuer die gesamte Hominheit. Trotz dieser Entscheidung pflegt sie auch weiterhin viele freundschaftliche Bande zu den Rangern.

Die vielen tapferen Handlungen in ihrer Kindheit, unter anderem der Versuch mit nur 9 Jahren bereits den Lehmbildhauern beizutreten, führten zu einem Leben als Erwachsene, welches geprägt wurde vom Kampf und der Fähigkeit, genaue und rationale Entscheidungen zu treffen. Als enge persönliche Freundin von Still und Rhiana Wyler, setzt sie sich dafür ein, der Arbeit und den Erfolgen Wyler's weiterhin zu folgen.

Kurzbiographie

2487

2487 - 2503

2504

2507

2508

2509

2513

2518

2522

2523

2525

2527

2528

2532

2534


In der Haut eines Trykers

Wer bin ich?

Du bist ein junger Tryker Flüchtling. Du hast gut daran getan, den langen und gefährlichen Weg aus den alten Ländern in Angriff zu nehmen, um Dich uns dort anzuschließen, wo wir unsere neue Heimat errichtet haben. Nachdem Du etwas trainiert hast, wirst Du die Gelegenheit haben, uns zu zeigen, aus welchem Holz Du geschnitzt bist und uns dabei helfen können, die Föderation der Tryker-Völker aufzubauen.

Wer sind meine Vorfahren?

Deine Vorfahren haben die wundervollsten Inselstädte in den alten Ländern von Trykoth errichtet, in denen sie frei wie die Vögel lebten. Doch vor drei Generationen nahm das ein Ende, als die Kitins kamen und Tod und Zerstörung überall im Land verbreiteten. Deine Großeltern sind auf die Hügel geflüchtet, wo zuerst Deine Eltern und dann Du in ständiger Angst eines erneuten Kitin-Angriffs aufwuchsen. Es ist eine gute Sache, dass Deine Eltern Dich dazu gebracht haben, dieses Leben in der Sackgasse aufzugeben und sich auf den langen Weg zu wagen, um uns in das neue Land zu folgen. Jetzt hast Du uns endlich gefunden und Dein neues Leben kann beginnen.

Wer ist unser Anführer?

Lady Ailan Mac'kean ist unsere Anführerin. Sie ist die Gouverneurin des Trykerrates. Wenn sie spricht, hast Du nach ihrer Pfeife zu tanzen. Zumindest so lange, bis Du Dich hoch genug gearbeitet hast, um unter vier Augen mit ihr zu sprechen. Stelle sicher, dass Du zu ihr stehst, junger Tryker, unsere Unabhängigkeit hängt von unserer Solidarität ab! Die Vize-Gouverneurin Shaly Nara ist ihre rechte Hand. Erfahrene Homins beraten sie zudem. Wenn Dir jemals die Ehre zu Teil kommt, eine Mission für den Rat auszuführen, gib Dein Bestes. Man weiß ja nie, unsere Unabhängigkeit könnte davon abhängig sein.

Was ist unser Glauben?

Jena ist unsere Göttin; sie ist die Mutter der Schöpfung. Viele unserer Gewohnheiten bauen rund um ihre Verehrung auf. So fällt der Erntedank-Tag zum Beispiel auf die Wintersonnenwende, um die Wiederkehr des Lichts nach den dunklen Jahren des Großen Schwarms zu symbolisieren. Damit das nicht nochmal passiert, müssen wir uns an ihr Gesetz halten, das uns von Ihren treuen Anhängern, den Karavan, übermittelt wird. Sie wachen über uns und beschützen uns vor der Besessenheit der Kamis. Bedenke, junger Tryker: So lange Du alles so machst, wie man Dir sagt, und Du nicht widersprichst, wirst auch Du in der Lage sein, den Umgang ihrer Technologie zu erlernen. Oh, und noch was: Behalte es für Dich, doch manche behaupten, Elias Tryton sei kein geringerer als Jenas Mann; das macht ihn zum heiligen Vater. Kein Wort darüber zu den Karavan!

Was zählt für uns am meisten?

Um ein richtiger Tryker zu werden, musst Du Dich an die Werte der Freiheit, der Gleichheit und des Teilens halten:

Welches sind unsere Verbote?

Was sind unsere Ziele?

Seit wir aus den Urwurzeln wieder aufgestiegen sind, haben wir stabile Grundlagen für unsere zukünftige Zivilisation ohne Tyrannei und Intoleranz gelegt, in der alle Kinder Jenas in Frieden leben können. Jetzt wo unsere junge Gesellschaft floriert, müssen wir sie groß und mächtig machen! Wir müssen starke und eng miteinander verbundene Gilden gründen, um das Wort Jenas zu verbreiten und die Ungläubigen vom Einfluss der Kamis zu befreien. Dafür müssen wir unser Wissen vertiefen, um noch bessere Werkzeuge und Waffen herstellen zu können. Doch während des großen Schwarms ist viel Wissen verloren gegangen. Dieses Wissen und mehr aufzudecken, wird die Tore zu den Geheimnissen der Vergangenheit öffnen.

Wer sind unsere Freunde?

Seit dem im Jahre 2515 unterzeichneten Friedensabkommen von Fairhaven leben wir in Frieden mit den anderen Homin-Völkern. Doch das hält uns nicht davon ab, manche mehr zu mögen als andere.